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Mein Leben als Autist

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    Manchmal finde ich Geschehnisse in meinem Leben unheimlich...

    So auch heute morgen, wo ich mich nochmal, nachdem mein Sohn zur Schule gefahren war und Struppi den Garten unsicher gemacht hatte, in mein schönes, kuschliges Bettchen gelegt habe.

    Ich war noch nicht so richtig eingeschlafen, aber so wirklich wach wohl auch nicht mehr, da hatte ich plötzlich eine Geschichte im Kopf...

    Ich liege in einem Bett und sehe durchs Fenster, dass ein Mann (einer meiner Lieblinge aus einer meiner Serien) den Schlüssel ins Schloss steckt und im Begriff ist, herein zu kommen.
    Ich denke, das ist ja toll, jeder hat seinen eigenen Schlüssel und kann kommen und gehen, wann er will.
    Ich liege total eingekuschelt da und er kommt zu mir, hockt sich vor das Bett (könnte auch ein ausgezogenes Sofa gewesen sein), und fragt mich sanft, wie es mir geht.
    Ich murmele was davon, dass ich traurig bin und er streichelt mir die Wange. Ich sage ihm, dass er aufpassen soll, weil er ja schließlich hetero ist und einen Freundin hat, aber er antwortet völlig ruhig, dass das schon so ok ist und streichelt an meinem Hals entlang...

    Und da bin ich hochgeschreckt, weil ich das tatsächlich an meinem Hals gespürt habe!!

    Drehe ich jetzt durch oder was ist los?

    Ich habe dann im Laufe des Tages noch öfter darüber nachgedacht und mir klar gemacht, dass ich wohl doch schwul bin. Das ist nicht etwas, was mir wirklich gefällt und ich tue mich mit der Anerkennung sehr schwer.

    Condor

    Kommentar


      Ich habe immer gedacht, wenn er es schafft, dann schaffe ich es auch... aber er hat es nicht geschafft...

      https://www.youtube.com/watch?v=ZYCufWb0Pmo

      Condor

      Kommentar


        Hallo Condor,

        ich bin leider nicht so geübt mit dem Umher-Kopieren von Beiträgen und kann hier nur so einfügen, wie nachstehen. Aber besser, als garnichts.

        Gruß
        Glühwürmchen

        Hallo Ihr Lieben,

        habe, neugierig, wie ich immer bin, natürlich auch den Test gemacht und hatte 227 Punkte. Das hat mich zutiefst erstaunt.
        Ich bin zwar nach eigener Einschätzung viel zu harmoniebedürftig und auch sehr mitfühlend anderen gegenüber, aber ich habe z.B. kein Problem mit Lärm oder komischen Beleuchtungen.
        Bin also mit diesem Test nicht so ganz zufreiden. Ich glaube, da wird einiges in einen Topf geworfen und dann ein Etikett drangeklebt "HSP" und sowas mag ich eigentlich nicht.

        Mir fällt in diesem Zusammenhang auf, lieber Condor, daß es für Dich sehr wichtig ist, Dich zuzuordnen. Also Schubladen zu finden, wo Du hineinpaßt.
        Aber da Du doch ein sehr vielschichtiger Mensch bist, wird das nicht sehr schwierig? Immer wenn Du eine Schublade aufmachst und merkst, daß diese doch nicht ganz paßt, versuchst Du, noch eine Unterschublade zu finden, wo es noch besser paßt.
        Mach doch lieber eine eigene Schublade nur für Dich auf, schreib "Condor! dran und sage Dir "So bin ich und nur ich!". Oder wäre Dir das unangenehm? Wenn Du Dir eingestehen mußt, daß Du zu keiner Gruppe gehörst? Daß Du nicht vollständig einordenbar bist?
        Soll ich Dir was verraten? Kein Mensch ist vollständig einordenbar. Auch wenn es für die anderen immer so aussieht.
        Das ist auch etwas, was mir bei Dir aufgefallen ist, daß Du die anderen gern in Schubladen steckst. Und dann z.B. sagst "Das versteht ihr nicht, denn ihr seid keine Autisten." Vielleicht fällt es Dir nicht auf, aber manchmal ist das ein wenig frustrierend für andere. Weil Du ihnen von vorn herein die Empathie absprichst und für Dich entscheidest, daß Dich sowieso keiner verstehen kann, der dieses Problem nicht hat.
        Mmh, das klingt jetzt irgendwie härter, als ich es schreiben wollte und ich überlege, ob ich das so abschicken kann, ohne Dir weh zu tun. Ich schätze Dich hier in diesem Forum sehr und hoffe, das kommt jetzt nicht falsch rüber.

        Liebe Grüße
        Glühwürmchen

        Kommentar


          Hallo Glühwürmchen,

          danke, dass du meinem Wunsch gefolgt bist. Ich denke, hier passt dein Beitrag besser hin.

          Ich lese aus deinen Zeilen, dass das Katalogisieren oder auch Sortieren von Menschen, Verhalten, Situationen, Tieren, Dingen und anderem ein von mir freiwilliges Handeln wäre.

          Dem ist aber nicht so.

          Ich habe, was das Sortieren, einordnen in Schubladen etc. betrifft, keine Wahl. Ich muss das tun, um in deiner und der der anderen Welt leben zu können und nicht im Chaos zu versinken.

          Das ist autistisch. Das ist das, was nicht autistische Menschen (NTs), so glaube ich, weil ich das bisher so erfahren habe, nicht nachvollziehen können und somit auch nicht verstehen können.

          Ich habe nicht das Gefühl, dass ich damit jemandem seine Empathie abspreche, weil mein Katalog damit nichts zu tun hat.

          Für mich als Autist ist eure Welt eine Welt voller Widersprüche, voll von Chaos und Unlogischem. Ich bin nicht gern in eurer Welt. Aber ich muss mich darin, zumindest zeitweise, aufhalten. Und um dann nicht den Verstand zu verlieren, katalogisiere ich, um überhaupt irgendeinen Anhaltspunkt, irgendein verlässliches Gerüst zu besitzen, welches es mir erlaubt, möglichst unauffällig hier zu sein, hier in eurer Welt.

          Ich habe lange Jahre in dem Glauben gelebt oder besser gesagt überlebt, dass ich nirgendwo dazu gehöre. Das waren schreckliche Zeiten voller panischer Angst. Das war so, als wenn ich in einem Ein-Mann-Raumschiff ohne eigenen Antrieb durchs Weltall getrudelt wäre. Ich habe nicht mein Leben gelebt, sondern das Leben hat mich gelebt.

          Jetzt, wo ich weiß, wozu ich gehöre und möge diese Gruppe auch noch so klein und in sich doch so unterschiedlich sein, bin ich erleichtert, denn auch ich habe meinen Platz in dieser, eurer Welt, gefunden.

          Ich habe gesehen, dass NTs gern danach streben, etwas Besonderes sein zu wollen, herauszustechen aus der Masse, sich selbst in ein neues Produkt zu verwandeln. Für mich ist das schwer zu verstehen, warum sich das jemand wünschen sollte...

          Denn es ist kein schönes Leben, jemand Besonderes zu sein (abgesehen davon, dass jeder Mensch etwas Besonderes ist).

          Es ist ein einsames Leben.

          Und wer könnte das wollen?

          Condor

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            Lieber Condor,

            danke für Deine Antwort. Vielleicht hast Du recht und Du kannst nicht anders, als Dinge zu ordnen und einzuordnen. Ich weiß einfach nicht genug über Autismus, um das ganz zu durchdringen und kann nun ein bisschen besser nachvollziehen, warum Du das machst.

            Im Gegensatz zu Dir glaube ich nicht, daß alles NTs gern etwas Besonderes sein und sich von der Masse abheben wollen. Ich bin z.B. ein klares Gegenbeispiel. Stehe nicht gern im Vordergrund und tauche lieber in der Masse unter. Leider ist nur manchmal keine Masse da, die zu mir paßt.
            Was macht man da? Sich an die Masse anpassen, oder ebend...eine eigene Schublade für sich schaffen.
            Ein Beispiel: als ich darüber nachgedacht habe, als Frau Maschinenbau zu studieren, war mir klar, daß ich damit rechnen muß, nie sehr viele weibliche Kollegen haben zu werden. Aber es paßte zu mir und dem, was ich gut konnte und was mich interessierte. Ab da habe ich angefangen, mich über Schubladen hinwegzusetzen und meine eigene aufzumachen.
            Fast niemald paßt wirklich in eine Schublade, das habe ich inzwischen festgestellt. Und so nach und nach habe ich Strategien entwickelt, um die Gemeinsamkeiten zu suchen und nicht die Differenzen. Klar kann ich zu jedem Kollegen sagen, daß er mich sowieso nicht versteht, weil ich ja eine Frau bin und er ein Mann. Aber ich kann auch versuchen, etwas zu finden, was uns verbindet. z.B. daß wir beide Kinder haben oder beide gern lesen oder beide den Chef nicht mögen.
            Damit komme ich viel weiter, als wenn ich von vornherein sage...."das kannst Du nicht verstehen". und so war auch mein Beitrag gemeint.

            Du hast sehr viele Fronten, an denen Du kämpfst. Da ist ja nicht nur der Autismus. Deshalb wird es für Dich sehr schwierig werden, eine Schublade zu finden, in der Du Dich richtig wohl fühlen wirst. Aber ich sehe auch ein, daß es eine gewisse Sicherheit bringt, wenn man sich zu- und einordnen kann. Würde mir aber wünschen, daß Du uns "andere" dann mehr für fähig hältst, uns einzufühlen in Deine Problematiken.
            Ich glaube, dann würden sich alle wohler fühlen.
            Aber das ist nur mein persönlicher Wunsch.

            Kommentar


              Hallo Glühwürmchen,

              ich habe nicht geschrieben, dass alle NTs sich danach sehnen, etwas Besonderes sein zu wollen, ich weiß, dass es eine Menge NTs gibt, die ihr Leben in der unscheinbaren Masse sehr genießen. Jedem das Seine.

              Ich weiß nicht, wie du darauf kommst, dass ich meine Schublade noch nicht gefunden hätte. Ich habe sie gefunden, habe ich jedenfalls geschrieben
              Jetzt, wo ich weiß, wozu ich gehöre und möge diese Gruppe auch noch so klein und in sich doch so unterschiedlich sein, bin ich erleichtert, denn auch ich habe meinen Platz in dieser, eurer Welt, gefunden.
              Ich verstehe auch nicht, warum du an meinen Worten zweifelst?
              Vielleicht hast Du recht und Du kannst nicht anders, als Dinge zu ordnen und einzuordnen.
              Warum schreibst du, dass ich vielleicht recht habe?

              Wenn ich es so empfinde, wie ich es schreibe, dann habe ich doch für mich recht. Es geht mir dabei nicht darum, ob ein anderer Autist das genauso sieht und genauso macht, sondern dieser Faden hier beschreibt mein Leben als Autist und nicht das Leben eines anderen Autisten.

              Wenn du aber anzweifelst, was ich empfinde... warum schreibst du mir dann?

              Ich glaube, du verstehst mich wirklich nicht.

              Ich weiß aus meiner Erfahrung, dass viele NTs (sicher nicht alle) sich sehr daran stoßen, dass unsereins Schubladen oder Kataloge anlegt, um Diverses darin abzulegen.

              Ich betone es noch ein Mal: Das ist für mich und nur für mich lebensnotwendig!

              Ich weiß aber auch, dass andere Autisten das auch tun. Ob sie es so intensiv tun wie ich, weiß ich nicht, vermutlich haben sie auch ein anderes Ordnungssystem, als ich.
              Mein Ordnungssystem ist ebenfalls nur für mich relevant. Es dient nur dazu, das Chaos in meinem Kopf zu verringern und somit wieder denken zu können.

              Wenn ich in der normalen, realen Welt, der Welt der NTs bin, dann nehme ich meistens nur auf und das ist enorm viel (man geht inzwischen davon aus, dass Autisten bis zu 10 Mal mehr aufnehmen/wahrnehmen, als NTs). Ich bin nicht in der Lage, während ich aufnehme, Wichtiges von Unwichtigem zu trennen, alles ist gleich wichtig, hat die gleiche Priorität.

              Erst wenn ich dann allein für mich bin, habe ich ein System, um das alles, was ich aufgenommen/wahrgenommen habe, zu sortieren.

              Ich habe nicht die Wahl, es zu tun oder zu lassen.

              Tu ich es nicht, weil kein Raum und keine Zeit dafür ist, kommt es bei mir unweigerlich über kurz oder lang zu einem sogenannten Overflow (vieles wird gespeichert, kann aber nicht abgelegt werden) und der ist sehr unangenehm.

              Du kannst auch mal hier lesen: http://www.bsfh.ch/pdf/publikationen...gi_2010_04.pdf

              Mehr kann ich dazu nicht schreiben, ich habe alles dazu gesagt. Wer das immer noch nicht versteht, dem kann ich auch nicht helfen.

              Condor

              Kommentar


                Hallo Condor,


                mal eine Frage an dich als NT (wofür steht das eigentlich?). Laut den Ausführungen in der von dir angeführten Publikation an Glühwürmchen haben NTs ein Problem sich in andere hineinzuversetzen (ToM). Kannst du mal erklären, ob das für dich stimmt bzw. falls du dich da beeinträchtigst fühlst, ob du überhaupt nicht empathiefähig bist oder ob du nur eingeschränkt bist. Ich frage das, weil mir zumindest aus deinen Beiträgen nicht auffällt, dass du hier ein Defizit hast. Ich muss mich hier schon mal entschuldigen, falls meine Fragen irgendwo in diesem Faden schon mal beantwortet wurden. Du kannst auch gerne auf diese Antworten verweisen. Ich bin halt nur etwas in Zeitnot und kann so einen langen Faden nicht von vorne bis hinten durcharbeiten.


                LG Zetti

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                  Zitat von Condor Beitrag anzeigen

                  Ich verstehe auch nicht, warum du an meinen Worten zweifelst?
                  Warum schreibst du, dass ich vielleicht recht habe?
                  Lieber Condor,

                  jetzt ist genau das eingetreten, was ich nicht wollte. Du hast Dich geärgert über meine Antwort und wir haben uns mißverstanden.
                  Natürlich glaube ich Dir, wenn Du schreibst, daß Du diese Ordnung brauchst.
                  Die Worte "vielleicht" oder "wahrscheinlich" oder so etwas wie "es scheint so zu sein" sind für mich nur Füllwörter. Ich vergaß, daß Du eine sehr exakte Antwort brauchst und deshalb ist es meine Schuld, wenn Du mich mißverstanden hast. Da ich außer mit Dir keinen Umgang mit Autisten habe, bin ich nicht sehr geübt darin. Ich werde mich aber bemühen, nicht mehr so blumig , sondern klarer zu schreiben. Kannst Du Dich im Gegenzug darauf einlassen und erstmal glauben, daß ich Dir nichts böses will? Und Dir glaube mit dem, was Du schreibst?

                  In einem Punkt stimmt meine Außenansicht nicht überein mit dem Bild, was Du von Dir selbst hast. Bedenke dabei bitte, daß mein Bild ja nur von dem kommt, was Du hier schreibst. Ich kenne Dich garnicht wirklich, sondern nur das, was Du hier von Dir erzählst.
                  Also: ich denke nicht, daß Du die wirklich passende Schublade für Dich schon gefunden hast. Weil ich merke, daß Du oft traurig bist und Dich manchmal nicht wohl fühlst, da, wo Du bist.
                  Aber da es für Dich sehr wichtig ist, Dich "ins große System einzuordnen", kann ich verstehen, daß Du die im Moment an besten passende Schublade gewählt hast, um die Sicherheit zu haben, die Du brauchst.


                  Liebe Grüße
                  Glühwürmchen
                  Zuletzt geändert von Nomada; 16.05.2014, 14:25. Grund: Anonymisierung auf Userwunsch

                  Kommentar


                    Apropos Schublade:
                    Conchita Wurst sagte in einem Interview bezüglich jemanden in eine bestimmte Schublade stecken:
                    " Sie sei eine Kommode."

                    Kommentar


                      Hallo zetti,

                      jetzt hast du ein wenig etwas durcheinander gekriegt. Ich bin ein Asperger Autist, ein NT ist ein neurotypischer Mensch, also ein nicht autistischer Mensch. NT sagen wir Autisten, wenn wir von euch nicht autistischen Menschen sprechen.

                      Was meine Fähigkeiten betrifft, mich in andere Menschen hinein zu versetzen, muss ich sagen, dass dies von Mensch zu Mensch extrem schwankt. Es gibt Menschen, z.B. meine Mutter, in die kann ich mich so hinein versetzen, dass ich mit "ihren Augen" sehen kann, also beinahe zu ihr werde. Das hat mir sehr geholfen, als ich mich mit meiner Vergangenheit als Kind versöhnt und damit ihr irgendwie verziehen habe.

                      Dagegen kann ich mich in meinen Vater überhaupt nicht hinein versetzen. Er war und ist für mich ein Buch mit sieben Siegeln, also ein Rätsel, das ich nicht zu entschlüsseln vermag.

                      Ich glaube, dass meine emphatischen Fähigkeiten stark davon abhängen, wie sehr der andere Mensch nach Außen auf mich wirkt und auch, wie lange ich ihn kenne, was bei meinem Vater aber nicht funktioniert. Aber mein Vater ist ein Mensch, der keine Gefühlsregung nach Außen trägt, sondern alles für sich behält. Solche Menschen sind sehr schwierig für mich. Da mein Vater aber an sich kein schlechter Mensch ist, habe ich auch ihm verzeihen können.

                      Es macht nichts, wenn du (oder jemand anderes) etwas fragst, was ich schon 20 Seiten vorher geschrieben habe. Nicht mal ich würde meinen Faden noch mal von Anfang an lesen wollen.

                      Meine Defizite erkenne ich immer nur dann, wenn es Probleme gibt oder gegeben hat. Da es in meiner Internetvergangenheit massig Probleme gegeben hat, hatte ich wohl auch einige Defizite. Allerdings kann ich als Aspie auch dazu lernen, wenngleich das Lernen auch seine autistischen Grenzen hat.

                      Frag ruhig weiter, wenn ich was nicht zufriedenstellend beantwortet habe.


                      Hallo Glühwürmchen,

                      ich habe mich nicht geärgert, ich war nur etwas genervt, aber so etwas kommt in Foren vor, nicht schlimmes.

                      Für einen Autisten gibt es kaum etwas Schlimmeres in der Sprache als Wörter, wie z.B. vielleicht, eventuell, möglicherweise, könnte sein, wahrscheinlich etc. Selbst, wenn ich diese Wörter auch ab und zu gebrauche, bedeutet es nicht, dass ich sie, von anderen benutzt, auch verstehe.
                      Alles, was möglich ist, könnte, sollte usw. sind Aussagen, an denen ich nichts festmachen kann, mich nicht festhalten kann.

                      Da du, wie andere Leute auch, sicher möchtest, dass ich deine Antworten ernst nehme, solltest du auf solche Wörter möglichst verzichten.

                      Da ich hier sicher nicht alles aus meinem Leben aufschreibe, das würde den Rahmen sprengen, kann ein anderes Bild von mir durchaus zustande kommen, als ich in Wirklichkeit bin. Das halte ich für normal, wenn man in Foren schreibt.

                      Zumindest weiß ich, wer und was ich bin und in dieser Schnittmenge habe ich mich einsortiert. Das bedeutet nicht, dass ich hier bleibe. Aber für mich ist es jetzt erst mal gut so. Um die Zukunft mache ich mir, wenn ich kann, keine Gedanken. Das wird sich schon entwickeln.

                      Ich bin auch nicht böse oder so was.

                      Ich schreibe hier nur für den Moment und was mir jetzt gerade wichtig ist. Das kann morgen schon wieder ganz anders sein, oder nächste Woche oder sonst wann... so bin ich, so ist mein Leben.


                      Hallo Mistral1,

                      so weit ich weiß, ist Conchita aber keine Autistin.

                      Condor

                      Kommentar


                        Mein Autismus bringt mich an meine Grenzen...

                        In den Büchern, die ich gerade zu Ende gelesen habe, wird immer wieder hier und da darauf aufmerksam gemacht, dass man, um wirklich etwas ändern zu können, die kindliche Naivität aufgeben müsse, dass die Welt nur gut zu einem wäre, wenn man das auch wäre.
                        Ist bestimmt gut, wenn man das ändern kann, aber ich habe festgestellt, dass wenn ich mich von dieser kindlichen Naivität trennen sollte, dass ich dabei ein Stück meiner Seele rausreißen müsste und das geht nicht.

                        Früher habe ich nicht über meine Gefühle reden können, das geht vielen Autisten so. Meistens sind sie so komplex, so vielschichtig, dass ich nie wusste, wo ich anfangen sollte und es dann ganz gelassen habe. Außerdem erschienen mir Worte als zu gering für die Emotionen.
                        Vielleicht ist das ein Grund, warum viele Menschen glauben, wir Autisten hätten gar keine Gefühle, aber das stimmt einfach nicht.

                        Um in meinen Beziehungen meine Gefühle trotzdem deutlich zu machen, habe ich Songs dazu benutzt, auszudrücken, was ich nicht ausdrücken konnte.
                        Die meisten meiner Lover haben diese Form der Kommunikation aber nicht verstanden.
                        Ich bin dann dazu übergegangen, die jeweiligen Texte mitzuliefern und die betreffenden Stellen anzukreuzen.
                        Aber auch das wurde kaum verstanden. Sie wollten immer, dass ich darüber rede, aber das konnte ich nicht.

                        Heute würde ich vermutlich keine Songs mehr benutzen, obwohl es sehr schöne, sehr passende Songs gibt. Heute würde ich wohl mehr dazu übergehen, Filmsequenzen zum Vergleich heran zu ziehen. Ob das besser verstanden wird, muss ich sehen.

                        Ich finde das Leben so entsetzlich lang.

                        Ich kann einfach nicht mehr, aber ich weiß, dass ich muss, weiter und weiter und weiter.

                        Da ist so viel Trauer in meinem Herzen, so viel Unverstandenes, so viel.

                        Und ich kann nicht mal mehr darüber reden, weil ich gar nicht wüsste, wo ich anfangen sollte.

                        Ich habe so viel Angst in mir, eigentlich vor allem, was nicht berechenbar ist und das ist viel. Manchmal überspringe ich meine Angst und tu das, was getan werden muss trotzdem. Für NTs (neurotypische Menschen=nicht autistische Menschen), also für die meisten hier und in der Welt, ist das ein Anfang, Ängste zu besiegen, doch für mich als Autist bedeutet es nur, dass die Angst das nächste Mal noch größer sein wird und mein Mut noch größer werden muss, um die Angst noch ein Mal zu überspringen.

                        Konfrontationstherapie funktioniert bei Autisten im Allgemeinen nicht. Uns hilft tatsächlich nur etwas, was ihr als Flucht bezeichnen und niemals als gut heißen würdet, nämlich, sich dem Angstauslösendem zu entziehen, dann und nur dann kann die Angst weniger werden.

                        Aber wie soll ich mit Angst umgehen, die überall ist?

                        Klar, ich mache dann die Tools, damit ich wenigstens einkaufen fahren kann, aber nur im nächsten Ort, denn weitere Fahrten kriege ich nicht mehr auf die Reihe.

                        Viele Autisten fahren gern Auto.

                        Ich lasse mich gern fahren, aber nur dann, wenn derjenige auch umsichtig und nicht wie ein Henker fährt, wo ich nur hoffen kann, dass ich in einem Teil und nicht in Einzelteilen ankomme.

                        Ich steige jedes Mal bei meinem Partner ins Auto und denke jedes Mal vor einer Fahrt, bitte, lass uns heile ankommen. Das kann nicht gesund sein.

                        Mein Vater war/ist ein guter Autofahrer. Das war das einzige, vor dem ich mich nicht gefürchtet habe, wenn ich mit ihm zusammen war.

                        Ich bin kein schlechter Autofahrer, ich mag nur die anderen Verkehrsteilnehmer nicht, die passen so wenig auf.

                        Wenn ich ganz allein im Auto bin, also auch ohne Hund, dann passiert es manchmal, wenn bestimmte Musik im Radio läuft, dass ich in einem hundertstel einer Sekunde begreife, was mit mir hier passiert, welcher Gefahr ich wirklich ausgesetzt bin. Ich muss dann sofort anhalten, weil ich wirklich geschockt bin, so mit Hand vor dem Mund und stockender Atem, kennen vielleicht welche von euch auch. Das totale Entsetzen. Aber es ist nur ein klitzekleiner Moment, der so schnell er gekommen, auch wieder verschwunden ist. Meist kommen mir dann die Tränen und ich müsste weinen, aber meistens habe ich keine Zeit und keinen sicheren Ort dafür.

                        Manchmal weine ich im Schlaf, ich merke das dann auch nur kurz beim Aufwachen, dann ist es wieder weg.

                        Seit diesem Jahr schließe ich mich in meinem Schlafzimmer ein, sonst habe ich das Gefühl, nicht mehr sicher zu sein. Obwohl, unsere Wände sind so dünn, dass man fast alles vom anderen hören kann und mein Partner also auch von mir.
                        Mein Partner hat, trotz einiger mahnender Worte von mir, die Angewohnheit, an der Tür zu klopfen und im nächsten Moment im Raum zu stehen, egal, ob derjenige im Raum, "herein", "ja" oder "nein" gesagt hat. Mein Sohn schließt sich schon lange ein, weil er das an seinem Vater genauso wenig mag, wie ich.

                        Wenn mein Sohn und ich allein im Haus sind, steht seine Tür immer offen.

                        Sicher.

                        Wo ist dieser Ort, wo man sich sicher fühlen kann?

                        Einzig und allein in meiner Fantasie bin ich sicher, telepathisch ist keiner in meinem Umfeld.

                        Aber sämtliche anderen Orte kann mein Partner einsehen, kann er sich Zugang verschaffen, wenn er es wollte. Er betont häufig, dass er das könnte, aber er betont dann natürlich auch, dass er das natürlich nicht tun würde, weil er ja ein guter Mensch ist.

                        Wer´s glaubt...

                        Manchmal ist mir ganz schwindelig, einfach so, einfach am Tag, meistens wenn mein Partner in der Nähe ist oder gleich nach Hause kommt.

                        Natürlich sind die Phasen, in denen er mies gelaunt (so nenne ich das mal) ist, schlimm. Er ist dann sehr verletzend (merkt das aber, so glaube ich, nicht), sehr einnehmend, sehr schwierig einzuschätzen und unberechenbar.

                        Aber, was noch viel schlimmer ist, sind die guten Phasen, in denen er so normal freundlich und fast liebenswürdig ist, dass man die schlimmen Phasen dann vergisst und oft denkt, ach, ist doch alles gar nicht so schlimm.

                        Und dann, von einer auf die andere Sekunde, ändert sich sein Verhalten und sein Sein von nett bis hin zu bösartig. Wer würde da keine Angst bekommen?

                        Ich wünsche mir so sehr Frieden, Freude, Liebe, Leben, aber ich bin abhängig von anderen Menschen und kann nicht allein leben.

                        Family of the Year - Hero (Official Music Video) - YouTube

                        Condor

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                          Und wenn ich mir das alles jeden Tag angucken würde, wäre ich wahrscheinlich schon wahnsinnig geworden.

                          Also versuche ich jeden Tag ein kleines Stückchen Glück zu finden und freue mich, wenn auch der nächste Tag zu Ende geht.

                          Condor

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                            Bei Autismus, da denken die Leute immer an "Rain Man" - schöner Film, der Einzige, der mich total nervt, ist Tom Cruise.

                            Asperger Autismus nennt man inzwischen auch den unsichtbaren Autismus... unsichtbar, weil man uns nicht in der Öffentlichkeit erkennt, weil wir zu intelligent sind und wissen, dass man in der Öffentlichkeit weder mit den Händen flattert, noch mit dem Oberkörper schaukelt, obwohl uns das genauso beruhigt, wie die anderen Autisten, aber wir wissen um der Außenwirkung, also lassen wir es.

                            Wir verstecken uns... aber um welchen Preis?

                            Ich schlag mir auch an den Kopf, beiße in meine Finger und schlag meinen Kopf an die Wand, bis ich etwas spüre... nur mit dem Unterschied, dass ich das niemals in der Öffentlichkeit oder generell vor anderen Menschen tu, weil ich um der Wirkung weiß.

                            Wir Autisten tun so etwas, wenn wir nicht weiter wissen, wenn uns Emotionen wie Bulldozer überrollen... dann brauch ich die Hand eines anderen Menschen, der mich führt.

                            Emotionen... ich spüre sie so extrem stark, als wenn ihr 10 eurer emotionalsten Filme gleichzeitig übereinander abspielen würdet... wer kann das aushalten? Mit wem sollte ich das teilen?

                            Ich habe einen IQ von 134 (das nennt man hochbegabt), aber ich weiß das nur, um zu sagen, hey, ich bin nicht geistig behindert, auch wenn ich einen Schwerbehindertenausweis besitze. Der hat übrigens "nur" 50% und damit kriegt man heute nichts, keine Vergünstigungen, gar nichts. Ich habe ihn, weil ich mich mein Leben lang behindert gefühlt habe und ich nach meiner Autismusdiagnose beantragt habe, weil ich eine Bestätigung für mein Gefühl gesucht habe. Habe ich bekommen.

                            Ich war im letzten Jahr auf einer Autismustagung, auch wenn dort mehr NTs als Autisten waren.. nun denn..

                            Aber es gab einen guten Redner, der selbst Autist und ADHS hatte... da haben die NTs wohl mehr gelernt, als in allen anderen Vorträgen, geht also mal hin, wenn in eurer Nähe eine Autistentagung ist.

                            Wir Autisten leben unter euch, ob ihr das wollt oder nicht, aber wir sind da, auch wenn wir uns nicht zu erkennen geben.

                            Condor

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                              Dieses WE war ich mit Hund und Katz allein zu Haus. Mein Partner und mein Sohn, der am Do 16 Jahre alt geworden war, sind zusammen nach Stockholm geflogen, für meinen Sohn die erste Flugreise.

                              Ich hatte also endlich mal Zeit für mich und ich bin auch tatsächlich an meine tiefen Gefühle herangekommen. Ich schreibe das dann auch auf, genau dann, wenn ich das fühle, denn ansonsten kann ich mich hinterher nicht mehr genau an das erinnern.

                              Zuerst fühlte ich nur eine unglaubliche Traurigkeit in mir, mal genügt dann ein Song, so wie Phil Collins "Against all Odds" oder mir passiert was Ungeschicktes, wie Finger irgendwo klemmen oder mir fällt andauernd was runter oder so was eben und dann kommt das Traurige an die Oberfläche und dann kann ich auch weinen.

                              Dann habe ich aufgeschrieben:

                              hilflos - machtlos - ausgebeutet - wehrlos - schutzlos - ausgenutzt

                              hilflos - Ich suche nach Hilfe, ich brauche Hilfe!

                              machtlos - Ich kann machen, was ich will und kann, es ändert sich nichts.

                              wehrlos - Ich kann mich wehren, wie ich will und kann, aber es bringt nichts, es ändert sich nichts.

                              schutzlos - Ich suche nach Schutz, nach Sicherheit, ich brauche Schutz!

                              ausgenutzt - meine Grenzen missachtet, man nutzt das, was man kriegen kann, was der andere bereit zu geben ist; gibt es nichts mehr, wird man fallen gelassen

                              ausgebeutet - ausweiden, man nimmt sich, was man kriegen kann, mehr als der andere geben kann und man nimmt billigend in Kauf, dass der Ausgebeutete Schaden nimmt
                              Und etwas später noch:

                              abhängig - Ich bin abhängig von anderen Menschen.
                              Das ist nicht schlimm!
                              - abhängig zu sein, bedeutet bindungsfähig zu sein -
                              Was die meisten Autisten verbindet, ist, sich nicht adäquat wehren zu können.

                              Ich kann mich auch nicht wehren, ich weiß nicht, wie das geht.

                              Deswegen bin ich so ein leichtes Opfer.

                              Und ich fürchte, ich werde immer so ein leichtes Opfer bleiben.

                              Heute ging es dann weiter...

                              Wieder sammelte sich tiefe Traurigkeit in mir.

                              Daraus entwickelten sich Gefühle von verletzt sein. Daraus entwickelten sich Gedanken.

                              Dass diese langjährige Freundin (Kumpel) mir die Freundschaft gekündigt hat, tat weh, noch mehr allerdings tat mir weh, wie sie es gemacht hat. Eine kurze Mail, ein paar unwahre Sätze und die Ankündigung, alles zu löschen, was ich an Fragen oder Antworten hätte geben können.

                              Das ist feige! So handeln Feiglinge!

                              Aber mir tut es weh, sehr weh. Ist ja nicht das erste Mal, dass sich Menschen genau so von mir trennen. Aber es tut jedes Mal so weh, als wäre es das erste Mal.

                              Warum ist das bei mir so?

                              Antwort:
                              Weil mein Verstand zwar inzwischen erwachsen geworden ist, aber mein Gemüt kindlich geblieben ist (als kindlich bezeichnet man alle Gefühlsausdrücke, die bis zum 12. Lebensjahr passen).

                              Ich habe tatsächlich ein kindliches Gemüt. Ich musste aber erst einmal nachlesen, was Gemüt bedeutet.

                              Mit Gemüt wird die durch die Gesamtheit der Gefühls- und Willenserregungen erworbene Einheit und Bestimmtheit des Seelenlebens bezeichnet.[1][2][3] Das Gemüt wird dabei, vergleichbar den Emotionen oder der Sinnlichkeit, als Gegenpol zur Intelligenz bzw. zum Verstand gesehen. Mit Gemütszustand wird die akute seelische und emotionale Situation eines Menschen bezeichnet, Gemütsschwankungen beziehen sich auf psychische Instabilität.
                              Quelle: Gemüt ? Wikipedia

                              Mein kindliches Gemüt erklärt zumindest meine große Naivität, die wieder herum zum Autismus gehört.

                              Ich dachte immer, dass meine große Naivität schlecht, negativ sei, weil ich bisher überwiegend von Menschen umgeben war, die kein kindliches Gemüt hatten und haben, sondern eher eines, wie ein Fleischerhund (lustiger Vergleich), also gar keins.

                              Leider leben die einzigen Verwandten, die ebenso naiv sind und die mich lieben und akzeptieren, wie ich bin, über 1000 Kilometer weit weg.
                              Sicher, wir schreiben uns, wir telefonieren und wir fahren dieses Jahr auch wieder hin, aber das ist mir nicht genug.

                              Ich habe ja schon mal geschrieben, dass ich auf Hilfen angewiesen bin. Ich habe das bisher auch nicht als schlimm empfunden, doch jetzt sieht das irgendwie anders aus.
                              Da mein Partner oft nicht gut mit mir umgeht, ich aber auf seine Hilfen angewiesen bin, befinde ich mich in einer echt doofen Situation.

                              Das ist so, wie, wenn alte Leute auf Hilfe angewiesen sind, weil sie vielleicht nicht mehr alleine aus dem Bett kommen und die Pflegekraft, die sich um diese alten Leute kümmert, kommt zwar in die Wohnung, aber macht sich erst mal einen Kaffee, raucht, nimmt sich noch ein Stück Kuchen und die alte Dame macht sich in der Zwischenzeit in die Hose, weil sie nicht aus dem Bett konnte.
                              Dann kommt die Pflegekraft und brüllt die alte Dame noch an, weil sie nicht aufhalten konnte... usw.

                              Die alte Dame kann die Pflegekraft auch nicht einfach entlassen, weil sie ja nicht alleine aus dem Bett kommt und so ähnlich kann man sich das hier auch vorstellen. Ich kann mich von meinem Partner nicht einfach so trennen, da ich bei vielen Dingen auf Hilfe angewiesen bin.

                              Allerdings bin ich auch darauf angewiesen, dass man gut mit mir umgeht und das ist hier eben nicht allzu oft der Fall.

                              Ich wünsche mir einen neuen Partner, einen ganz lieben Mann...

                              So habe ich meinen Wunsch angefangen aufzuschreiben. Natürlich noch etwas differenzierter und besser beschrieben. Letztes Mal hat das auch geklappt, da habe ich mir eine Person gewünscht und diesen Wunsch aufgeschrieben und dann habe ich nicht mehr daran gedacht und ein paar Wochen später ist diese Person tatsächlich in mein Leben getreten und nun schreiben wir uns und ich habe schon viel von ihr gelernt.

                              Das ist auch ein Teil meiner naiven Ansicht der Dinge und wie die so passieren.

                              Ja, das mag man für dumm halten, aber ich entscheide, ob ich es auch für dumm halte oder nicht.

                              Gerade kommt mir noch ein Gedanke...

                              Als Kind habe ich mit Playmobil viel draußen gespielt. Dabei habe ich lange Jahre immer das selbe gespielt. Ich bin in den Wald gegangen und habe eine ca. 2x2m große Fläche vom Laub befreit. Dieses "Grundstück" habe ich dann umzäunt, ein Häuschen gebaut, richtig mit Betten drin und einer Tür zum auf- und zumachen, einen kleinen Stall, einen Brunnen und eine Feuerstelle gebaut. Das alles nur aus den Materialien, die ich im Wald gefunden habe und für die Größe von Playmobilmännchen.
                              Gelebt haben dort ein Mann mit seinem Sohn und seinem Pferd und ein Gewehr hatte der Mann noch.

                              Lange Jahre danach habe ich gedacht, dieses Spiel würde mein späteres Außenleben beschreiben, aber jetzt denke ich, dass es eine Voraussicht dessen war, wie ich mich innerlich entwickeln würde. Denn diesen Zustand habe ich jetzt, einen inneren Erwachsenen (der Verstand, männlich) und ein kindliches Gemüt (ein kleiner Junge).

                              Also muss jetzt nur noch der Erwachsene den kleinen Jungen an die Hand nehmen, für ihn sorgen, ihn beschützen und vor allem lieben?

                              Dann wäre ich wieder ganz bei mir und der Kreis schließt sich.

                              Warum ich das aber scheinbar schon mit 7/8 Jahren gewusst habe, weiß ich nicht. Vielleicht ja ein Zufall, obwohl ich nicht an Zufälle glaube.

                              Condor

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                                Findest du keine Wohngemeinschaft mit Gleichgesinnten? Oder mit netten Leuten?

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