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Himmelhochjauchzend und zu Tode getrübt

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    Himmelhochjauchzend und zu Tode getrübt

    Hallo zusammen!

    Ich möchte hier nun einen Faden beginnen, in dem ich Erlebtes festhalte und meine Sorgen/Ängste/Gefühle mitteile, um mit anderen darüber reden zu können. Ich könnte das auch mit der Familie oder Freunden. Aber ich habe das als Aufgabe für mich ausgemacht, dass ich mein Leben mit mir ausmache, da es mein Leben ist. Natürlich ist das nichts schlimmes, wenn ich mich mit den anderen darüber unterhalte, aber wenn die wüssten, was bei mir so alles abgeht, dann hätten die mehr Sorgen mich frei zu lassen.....

    ... naja, jedenfalls war heute wieder so ein typischer Himmelhochjauchzend und zu Tode getrübt Tag. Ich steh auf, alles ist super, hab nen schönen Plan vor mir liegen, was ich heute alles mache. Der Tag beginnt mit 11.00 Nachhilfe in Mathe. Dann gabs Mittagessen, anschließend bin ich ne Karte holen für ne Freundin, die heute Geburtstag hat. Heute Abend war ja schließlich Party angesagt in einem 10 km entfernten Ort. Nun ja, die Vorfreude war riesig, hätte es doch der Einstieg in mein freies Erwachsenleben sein sollen, den ich heute parallel feiern wollte (für mich).

    Es begann super. Ich fand beim Kiosk bei uns im Ort ne schöne Karte, mal was schönes rein, schreib was liebes, bin total aufgelöst von positiven Emotionen, alles ist auf einmal so toll, die Ängste wie unterdrückt... ich fühl mich wie "lahmgelegt" oder glücksgesteuert, war es doch der glücklichste Tag in meinem "Erwachsenleben" (mehr dazu und zu meiner Vergangenheit folgt). Dann ging es los in den anderen Ort, schnell noch n Geschenkgutschein von einem Modehaus besorgt (wieder etwas selbstständig erledigt ) und dann machte ich mich auf zum vereinbarten Treffpunkt.

    War übermäßig früh da, noch niemand da. Dachte ich gut, warteste halt, hatten ja eh 20.00 vereinbart. Um 20.00 immer noch nichts weit und breit zu sehen. Ich geh ins Lokal, frag, ob schon jemand da ist, nein hieß es. Nun gut, wollte ich mich großmütig zeigen da es ja der schönste Tag im Erwachsenleben war bisher, und wartete und wartete. Leider hatte ich Tage zuvor mein Handy verloren sodass ich unerreichbar war. Nach ner halben Stunde ging ich in ein benachbartes Lokal, wo wir uns erst verabredet hatten, vielleicht haben sie dort doch ein tisch gefunden, nix. Ich wartete wieder ne halbe Stunde und ging noch mal ins erste Lokal, aber immer noch nichts. Dann saß ich mich auf einen Sessel vor dem Lokal und versank in mich, in meinen Monologen und den Ängsten.

    Nachdem ich mich ein wenig besänftigt hatte machte ich mich auf den Heimweg. Getragen von Monologen und Gedanken, hatte ich einen Denkfehler und dachte die Ampel sei grün, ich springe immer wie ein Hirsch über die Straße, damit ich schnell weg bin - bremst gerade so vor mir ein Auto und ich dacht mir bloß huch.. was war das denn für einer.. ich hätte im Krankenhaus liegen können und ich hab einen Verkehrsteilnehmer zu Tode erschreckt!!! Und mir macht das nichts aus, ich lauf seelenruhig monologführend weiter.. manchmal verstehe ich mich echt nicht mehr.

    Dann nahm ich mir den Bus, stieg ein und fuhr nach Hause, wo mich ein Mädel beobachtete, und wir dann ein wenig Blickkontakt führten und als ich ausstieg sie mir nachgesehen hat.... hat der Tag damit zwar ein schönes Ende genommen.. aber manchmal frag ich mich, warum gerade die schönsten Momente immer von so "Zwischenfällen" geplagt werden? Bei mir ist das IMMER so, wenn es mir besser geht... irgendwas kommt dann immer dazwischen... mittlerweile hab ich mich aber dran gewöhnt und nimms nicht mehr persönlich, weil das aufregen auch nichts bringt... allerdings mach ich mir schon meine Gedanken, was mit mir los ist..... bin ich vielleicht doch depressiv? Ehrlich gesagt kann ich mir das gar niht vorstellen...

    ... aber ich lebe mehr in meinen Monologen und Fragen in mir als das ich mich traue mich auszuleben.... ich weiß zwar das ich bin.. und andere sehe ich auch.. aber die meisten (vor allem frauen) sehe ich nur verschwommen, weil ich mich selbst nicht richtig wahrnehmen will.... hab nämlich ein schiefes lachen (chromosomenschaden und deswegen dachte ich das auch ich nen schaden hab und nicht das recht habe wie ein normaler Mensch zu sein), das nur auf einer seite richtig runter geht und ich hab mich deswegen 19 Jahre (1 Jahr bin ich jetzt in Threapie weil ich offener werden will) verweigert, zu sein wie ich bin... und zudem eine arge Menschenphobie mit Situationsangst, dass ich nicht nur alleine von Menschen Angst hatte sondern auch vor sturen Lebenszenen weil die Menschen ja was über mein Lachen sagen könnten und ich deshalb bestätigt werde, kein Recht zu haben, das leben leben zu dürfen

    #2
    Das befindet sich alles gerade in meinem Kopf und zerreist mich innerlich:

    Ich will meine sprachliche Ausdrucksschwäche sofort normal haben.
    Ich will meine schlechte Ausstrahlung jetzt vergessen und strahlen wie ein Honigkuchenpferd.
    Ich will jetzt eine Freundin.
    Ich will jetzt mein erstes Mal.
    Ich will jetzt Spaß.
    Ich will jetzt meine Vergangenheit rauswerfen.
    Ich will jetzt einen klaren Kopf haben.
    Ich will jetzt einen Neustart.

    Ich will mich nicht von meinem Lachen verabschieden.
    Ich will mich nicht von meinem alten Ich verabschieden.
    Ich will mich nicht sein lassen wie ich bin.
    Ich will nicht einsehen, dass ich auf einmal ein ganz normaler Mensch bin.
    Ich will nicht verstehen, dasss auf einmal alles gut sein soll.
    Ich will nicht verstehen, dass mir gar nicht mehr so viel zum Sein fehlt.
    Ich will nicht meine Emotionen zeigen.

    Ich habe Angst einzusehen, dass die Situation nicht böse ist.
    Ich habe Angst einzusehen, dass ich doch ein nicht schlecht aussehender junger Mann bin, der auch Frauen in seinem Leben haben darf.
    Ich habe Angst einzusehen, wie schön mein Leben trotz meinem Lachen sein kann.
    Ich habe Angst, dass ich wegen meiner Stimme nicht so wahrgenommen werde wie ich eigentlich bin.
    Ich habe Angst zu sein, weil mich die Menschheit bedroht, da alle ein normales Lachen haben nur ich nicht.
    Ich habe Angst, einzusehen, dass das Leben nichts Böses von mir will.
    Ich habe Angst, jede Sekunde meines Lebens zu genießen.
    Ich habe Angst, von anderen schlecht gemacht zu werden.
    Ich habe Angst, mein Lebensweg zu gehen, weil es mir schwerfällt, auf fremde Leute zuzugehen.

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      #3
      Hallo "Lebenswert", ich weiss zwar nicht, was ich Dir wirklich sinnvolles raten könnte, aber ich fühle genau, was Du meinst und wie es Dir geht. Kann Dich wirklich total gut verstehen und wünsche Dir, dass Du ganz bald den Schlüssel zu dem Schatz findest, der definitiv in DIR steckt.
      Alles was Du schreibst dass Du es nicht willst, würde ich aber gedanklich mal umbauen, in Dinge die Du gerne möchtest und mich darauf konzentrieren.

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        #4
        hallo lebenswert,

        das ist ja eine ganze menge an dingen, die dich grad beschäftigen. in deiner langen liste befinden sich m.e. dinge, die du beeinflussen kannst, aber auch solche, die du wirst hinnehmen müssen. mein eindruck ist, dass es für dich hilfreich sein könnte, wenn du dir selbst sicherer sein könntest und daran lässt sich durchaus arbeiten.

        allerdings scheint es mir auch so, als würde sich gewisse aussagen in deiner liste widersprechen. du willst einerseits einen neustart, aber andererseits soll doch alles so bleiben, wie es ist ...... oder habe ich da einfach etwas falsch verstanden?

        wenn es dein wunsch ist, dich mit dir auseinander zu setzen bist du hier im forum auf jeden fall richtig.

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          #5
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            #6
            Meine Vergangenheit Teil 1

            Also ich möchte mal von ganz vorne beginnen. Lebe seit der Geburt an mit dem Chromosomenschaden auf dieser Erde. Das sind jetzt 20 Jahre. Die Anfänge waren okay, alles lief einigermaßen, auch wenn ich mir noch keine tieferen Gedanken über den Sinn des Lebens gemacht habe. Die Grundschulzeit war okay, hatte einige Freunde.. nur leider hab ich da schon angefangen, Kontakte abzubrechen, aber unbewusst, warum das kann ich heute nicht sagen. Wahrscheinlich muss es damals schon Ereignisse gegeben haben, weil ich mich damals als Person nicht akzeptierte, dass ich Dinge auf mich bezogen habe und dementsprechend diese Dinge als Lebenswertung abgespeichert habe.

            Aus dieser Grundhaltung heraus hätte ich es dann so oder so schwerer und der Grundstein war gesetzt für eine vermieste Jugendzeit. Authentisches Freuen gabs gar nicht, kannte ich nicht mehr, höchstens wenn ich mal wieder viel Alkohol im Blut hatte, dann konnte ich die Gedanken einigermaßen blockieren, was ich auf die Dauer aber auch nicht will, denn ich möchte jetzt meinen wahren Schatz finden und nach ihm leben und ihn nicht immer wieder verstauben lassen. Dann ging es 2001 auf die Gesamtschule, auch da konzentrierte ich mich noch nicht so aufs Aussehen und mein Lachen war mir egal, ich war einfach. Dann kam es immer öfters dazu, dass mich einige aus der "Gangsta Clique" in der Schule immer wieder mich angegriffen haben und mich geschlagen haben, dass ich bis heute nicht richtig weggesteckt habe, weil ich daraufhin immer Angst hatte, in die Schule zu gehen, weil mich könnte man ja wieder schlagen.

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              #7
              Meine Vergangenheit Teil 2

              Und das waren auch so die Schlüsselereiginisse, wo ich begann, zu denken, vielleicht ist das wegen meinem Lachen, dass ich so behandelt werde? Vielleicht mag man mich wegen meinem Lachen nicht? Und da die Angst meine Gedanken regierten, hat sich diese Einstellung niht lange bitten lassen und sich sofort in meinem Kopf festgesetzt. Da war das Kind geboren. Der verzogene Lebenswert. Ich war von klein auf immer selbstbewusst und ich bin auch schlau. Aber ich hab nicht die Kraft und Die Lust dazu, es in der Öffentlichkeit zu zeigen. Ich wünsche es mir, aber das ständige Wünschen und Sehnen nach einem normalen Leben raubt mir auch tierisch Kraft sodass ich oft ans Aufhören denke und doch lieber in meinem oberflächlichen Muster bleibe.

              Ich bewundere mich dafür, dass ich soweit gekommen bin in meinem Leben, ohne wirklich respektvoll selbstachtend ehrlich zu mir zu sein, deswegen muss ich die Erfolge höher einschätzen, weil ich mich immer durchgekämpft habe. Seit der Einstellung dass man mich wegen dem Lachen nicht mag, ist vieles hinunter gegangen. Ich hab mir oft selbstvorwürfe gemacht, saß immer in meinem Zimmer, der Computer wurde mein bester Freund... und ich war glücklich. Kaum zu glauben aber wahr, ich war glücklich. Das hat sich seit dem Wunsch nach einer Freundin vor 2 Jahren total gedreht. Ich wurde unglücklich, weil ich endlich das Leben auskosten will, und ich weiß, was mich da draußen erwartet. Dass das Leben von einem nichts Böses will. Und das auch die Menschen mir nicht Böse sind. Aber das glauben zu wollen, nachdem die negativen Eindrücke überwiegen, fällt mir verdammt schwer.

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                #8
                Meine Vergangenheit Teil 3

                Ich war schon immer ein introvertierter Bursche und werde es auch immer bleiben. Viele in der Gesellschaft sagen mir immer ... komm doch mal öfters aus dir raus. Da scheiß ich drauf. Ich bin so wie ich bin. Ich leb mein Leben erst, wenn ich es bewusst verstanden habe. Wenn ich mich zurecht "gelegt" habe und alte Schädlinge beseitigt habe. Ich sehe die Fortschritte, aber mir fällt es immer noch schwer. Ich merke langsam wie mein Leben tiefer wird und das Lachen als was normales, etwas von mir sehe und mich deswegen nicht mehr demütige oder bestrafe. Ich habe mir wegen meinem Lachen verboten, eine Freundin zu haben, weil kein Mädel jemanden mit schiefem Lachen möchte.

                Vor 4 Jahren war es dann ganz schlimm, hab die Pausen immer alleine verbracht, trieb mich immer irgendwo rum, dass mich bloß keiner sieht. Doch damals hab ich angefangen, mir Gedanken darüber zu machen, und bewusst zu werden, dass das kein Leben sein kann. Das war als ich den Realschulabschluss nachgeholt habe, da ich erst den Hauptschulabschluss gemacht habe, um irgendwas in der Tasche zu haben. Nunja. Dann hatte ich den Abschluss in der Tasche und ich entschloss mich dazu, nun noch das Fachabitur draufzusetzen. Das erste Jahr hab ich geschafft mehr oder weniger gut. Im vergangenen Jahr dann verliebte ich mich erstmals richtig heftig mit dem tollen Gefühl.

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                  #9
                  Meine Vergangenheit Teil 4

                  Doch leider konnte ich die Zeichen nicht richtig deuten und hatte kaum Selbstvertrauen, dass daraus nichts wurde und ich mir bis heute Vorwürfe mache, so gehandelt zu haben, weil sie wirklich genau so war, wie ich sein wollte (von der Art her) bzw. ich bin. Deswegen ist sie mir aufgefallen. Und deswegen hab ich sie so sehr gemocht. Auf der Klassenfahrt war das. Damals hat sie mich sogar gefragt ob sie nicht mal meine Fotos ansehen könnte. Und ich Depp sag nein. Diese zwei Zeilen beschäftigen mich noch heute. Es fällt mir schwer, sie zu vergessen, es klappt besser.

                  Nachdem Korb der mir sehr wehgetan hat hab ich dann offensiv angefangen an mir zu arbeiten mit einem Therapeuthen. Ich bin ein sehr selbstreflektierender Mensch, der immer viel an sich arbeitet aber vergisst, dass er Bedürfnisse hat, die man befriedigen darf und soll... und da orientiere ich mich automatisch immer an den anderen Jungs, weil die alle normal sind und alle ne Freundin haben dürfen... und weil ich ein schlechtes Lachen habe und deswegen schlechter bin darf ich niemals eine Freundin haben.... das war auch son Gedanke, der mich aufgefressen hat, da die Medienwelt mich total verstümmelt hat.

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                    #10
                    Meine Vergangenheit Teil 5

                    Aber da ich jetzt Erwachsen sein will, hab ich mich von der Medienwelt abgegrenzt und lasse mir von den Medien nicht mehr vorzuschreiben wie das perfekte Traumpaar aussehen soll. Ich seh so aus wie ich aussehe mit all meinen Macken und Special Effects und wer damit nicht klar kommt auf den scheiß ich. Ich habe die Tage meine Einstellungen hinterfragt und dabei ist heraus gekommen, dass ich total oberflächlich war, wegen dem Lachen und jetzt 20 Jahre in Oberflächlichkeit gelebt habe. Ich habe Oberflächlichkeit ein Leben lang verteufelt und es gehasst und jetzt stell ich fest, dass ich 20 Jahre lang in Oberflächlichkeiten gelebt habe? Das ist wie ein Schlag ins Gesicht, mit dem man erstmal umgehen muss. Wenn man 20 Jahre glaubt, nicht übers Aussehen zu gehen, aber hinterher festzustellen, dass man das ist, was man nicht geglaubt hat....

                    ... mittlerweile komm ich mit mir besser klar, ich hab auch einen inneren Freund geboren, Jaysus Guantanamo hab ich ihn genannt, nach der Aktion von gestern kam mir dieser Name in den Sinn. Und es war mein Schutzengel. Vielleicht war diese Aktion auch eine gewollte Provokation meines Schutzengels, der mir zeigen wollte, Du kannst jetzt endlich Dein Leben leben und dem Vertrauen, weil ich immer bei Dir bin und in den Gefährlichen Situationen immer auf dich aufpassen werde und das ein Zeichen der inneren Kompetenz war?

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                      #11
                      Meine Vergangenheit Teil 6

                      Zudem habe ich mir gedacht, dass ich andere Menschen nicht bewerte. Aber ich habe sie bewertet. Ich habe die Menschen als Bedrohung für mich gesehen, weil ich mich selbst runter gemacht habe wegen meinem Lachen und überall wo ich auftauche herrscht Bedrohung. Überall wenn Menschen lachen, denke ich sie lachen über mich und die Aggressionen und Wut über mich wachsen. Ich kann das leben leben. Ich kann für mich sorgen. Nur ich will das nicht sehen. Ich will das nicht wissen. Ich will irgendwo weiter in der Bequemlichkeit liegen bleiben und andere machen lassen. Ich weiß dass man sich davon nichts kaufen kann. Und ich weiß, dass mein Lachen nicht so schlimm ist. Aber ich soll plötzlich ein normaler Mensch sein von dieser Erde und alles auf einmal können sollen nur weil ich aufgedeckt habe, dass ich Oberflächlichkeiten gelebt habe?

                      Ich habe aus Selbstschutz in der Vergangenheit enorm hohe Anforderungen an mich und meine Umwelt gestellt. Ich muss immer ein bisschen besser werden... und das hat mich auch fertig gemacht. Ich habe mir verboten, was zu machen, was mir Spaß macht, weil auf mich zu sehr Rücksicht genommen wurde wegen dem Chromosomenschaden, bin ich in der Entwicklung ein wenig hinterher und fühle mich gerade wie ein 17 jähriger. Auf der einen Seite hat das junggeblieben sein natürlich seine Vorteile... aber wenn man denkt etwas nicht zu können obwohl man jetzt was machen will... dann lässt das einen gegen sich auflaufen und wenn dazu noch die erlernte Rücksicht kommt,...

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                        #12
                        lieber lebenswert,

                        die bisherige beschreibung deines lebens ist ziemlich faszinierend. einen kleinen einspruch möchte ich aber bitte machen dürfen. längst nicht "alle" haben freundinnen. wenn ich richtig informiert bin, wird die gruppe der allein lebenden menschen stetig grösser. aber das nur so am rande.

                        das du sehr selbstreflektiert bist, bestätige ich dir nach deinen berichten gerne und aus voller überzeugung.

                        aber du schreibst auch, dass du eine menge neuer erkenntnisse gemacht hast. in meinen augen ist das ein erster schritt zur veränderung. aber eben nur der erste schritt. aus meiner erfahrung müssen sich solche dinge erstmal setzen, resp. man muss sich eine weile damit beschäftigen um herauszufinden, wie man es auf die reihe kriegt, diese völlig neuen dinge in das leben einbinden zu können.

                        und vielleicht darf ich zum schluss noch etwas fragen, weil mich das wirklich beschäftigt. ich habe selbst 2 kinder, die nur wenig älter sind als du. in all deinen berichten kommen eltern nicht vor. das irritiert mich ein bisschen.

                        zu deinem schulischen werdegang möchte ich dich ganz herzlich beglückwünschen und mich würde sehr interessieren, in welcher sparte du dein fachabitur machst.

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                          #13
                          Dass die Eltern nicht drin vor kommen, liegt ganz gewiss daran, dass es MEIN Leben ist und nicht das der Eltern. Denn die kann man nicht als Schuldigen oder als "Sündenbock" nehmen für meine Gedanken. Das hab ich mir schon selbst zuzuschreiben. Man kann ihnen auch nicht vorwerfen, dass sie was falsch gemacht haben... es ist nunmal so wie es ist und das muss man akzeptieren. Es sind trotzdem noch meine Eltern. Wobei ich mich sehr von meiner Mum distanziert habe und sie verabscheut habe eine Zeit lang, weil sie mich nicht so gefördert hat, wie ich es eigentlich hätte werden sollen. Denn sie hat wegen meinem Syndrom sehr viel Rücksicht auf mich genommen und mir zu viele Freiheiten gewährt, weshalb ich ein bisschen verlernt hab, die Grenzen zu akzeptieren...

                          ... und ich mische mich nicht gerne in die Leben anderer ein. Jeder hat sein Leben zu leben und sich nicht in das Leben anderer einzumischen. Das war meine Einstellung (unbewusst) schon seit frühester Kindheit, jeder muss damit klar kommen. Zwar mache ich mir Gedanken darüber, über die Leben anderer und will auch ständig helfen, damit die Lebensqualität besser wird... aber mittlerweile habe ich eingesehen, dass es besser ist, sich auf das eigene Leben und die eigenen Probleme zu konzentrieren, als es sich zur Aufgabe zu machen, die Probleme der anderen zu lösen...

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                            #14
                            Was mich auch tierisch ankotzt, ist, dass es offensichtlich gar kein Interesse mehr an ernsthaften Beziehungen gibt. Ich habe mir den Kreis gezogen, nur ernsthafte Beziehungen führen zu wollen. Aber mittlerweile hab ich so rausgehört, dass es heute mehr ein B(r)ettspiel ist, als das Wort Liebe zu praktizieren. Ich bin ein Mensch, der sich gerne auf etwas ernsthaftes einlassen würde, nur sehe ich die Situation ein bisschen verzweifelt und verzerrt, weil die meisten "Männer" heute Blender sind und nur das eine wollen. Klar möchte ich auch das eine. Aber ich mach mich nicht an eine Frau ran, um dann wieder abzuhauen, nach dem was ich bekommen habe.

                            Ich wünsche mir eine ehrliche und ernsthafte Beziehung zu einem Menschen, der mich akzeptiert wie ich bin, der genauso eine ernsthafte Beziehung führen will und nicht hinter meinem Rücken "aus Spaß" mit anderen rumpoppt, denn dann kann mans gleich sein lassen, weil das für mich keine ernsthafte Beziehung ist. Und das ist auch was mich aufregt. Dass die Frauen die meisten Männer unter einem Kamm scheren und sagen "der will doch eh nur das eine". Dabei gibt es auch noch Männer, die ernsthaftes Interesse an einer "klassischen" Liebesbeziehung haben. Ich nenne das absichtilch ernsthafte Beziehung, weil ich kein Bäumchen-Wechsel-Dich-Spielchen spielen will.

                            Wer mir kommt mit Schluss/Zurück/Schluss/Zurück hat das nicht verstanden. Ich ersehe es als Grundvoraussetzung, dass man dem Partner bereit ist zu vertrauen, ihn nicht ständing kontrolliert, ihn so lässt wie er ist und man sagen kann, jawohl, es gibt "normale" Menschen, mit denen man normal leben kann und die nicht ständig Brett spiele spielen wollen... das kotzt mich so dermaßen an. Ich mein, ich könnte auch zum Brettspieler werden. Ich könnte das. Aber das ist nicht meine Moral. Es frustet mich zwar, dass es mir schwer fällt, Mädels zu finden, die genauso ticken wie ich... aber ich sehe das nicht mehr als Hauptaufgabe und Mädels sind nicht der Grundstein für das eigene Lebensglück, wie so mancher Mann denkt und meint, die Frau wäre an allem Schuld! So ein Blödsinn!

                            Was meine Angst ist, ist, so zu werden, um das zu bekommen, "was ich will", aber ich will nicht zum ONS-König avancieren, denn mein Ziel ist nach wie vor eine ernsthafte Beziehung, nur den Gegenpart dazu zu finden, der das Spiel der "ernsthaften Beziehung" mitspielt, ist gewiss nicht ganz einfach, weil ich das Gefühl hab, dass die Frauen auch oft sehr gern lieber das Spielchen spielen als sich was "ernstes" zu geben... ich sehe Frauen nicht als "Spielzeug" mit denen man machen kann was man will... Frauen haben genauso ein Recht zu leben wie Männer auch! Und deswegen muss man sie weder als was besseres dastellen oder sie abwertend behandeln...

                            Auf der anderen Seite komm ich mir auch ein bisschen komisch vor, wenn Frau auf mich zu kommt und meint, interesse an einer Ernsthaften Beziehung zu haben. Stimmt das dann meistens oder hat sie lust auf Brettspielchen? Oder schreibe ich das nur, weil ich so verzweifelt bin und doch auch gern in der Lage sein Würde, endlich im Brettspiel mitspielen zu dürfen? Auf der anderen Seite will ich das nicht, weil es auf Frauen keinen guten Eindruck macht, wenn man ständig ONS hat.., macht den Eindruck, dass er nicht lange bei einer bleiben kann und darauf hab ich auch kein Bock mir wegen bisschen Spaß den Eindruck zu vermiesen.

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                              #15
                              das ist völlig in ordnung und nachvollziehbar.

                              dann also zurück zu deinem leben! wie bereits gesagt, bist du für dein alter m.e. sehr selbstreflektiert und ich finde es wirklich faszinierend wie offen und tiefgründig du dich mit deinem bisherigen leben auseinandersetzt.

                              alles in allem gab es da sehr viel unschönes. aber nach deinem eigenen entschluss soll es ab jetzt anders werden. und ich denke, dass du mit dem schreiben hier einen ganz wichtigen schritt dafür unternimmst.

                              aber ..... eine frage sei mir noch erlaubt

                              wo siehst du denn deine persönlichen stärken und fähigkeiten?

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