Ankündigung

Einklappen
Keine Ankündigung bisher.

Bonnys Diskutiereckchen

Einklappen
X
 
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

    Hm... Was meine persönliche Erfahrung mit "Daueropfern" angeht, kommt mir der Gedanke: Vielleicht kommt es ja auf die "Gesamtbilanz der Schwere" an. Also darauf, ob der Weg, den man geht, einem selbst das Leben zwar leicht aber dafür einem anderen schwer "macht" (in Anführungszeichen, weil derjenige ja mitspielt). Was erst zum Tragen kommt, wenn der andere nicht mehr bereit ist die unausgeglichene Bilanz hinzunehmen und die "Kostenseite" alleine auszugleichen.

    Aber das kommt ja nur im "Beziehungskontext" zum Tragen und nicht wenn es darum geht, ob man sich nun beispielsweise Schwiegrmutterbesuche "schwer macht", weil man vorher unbedingt alle Fenster putzen und jedes Staubkörnchen elimiieren muss (um mal ein Beispiel aus meiner Erfahrung zu nennen ), obwohl man sich im Alltag daran nicht stört, wenn nicht alles perfekt ist.

    Kommentar


      Zitat von Bonny123 Beitrag anzeigen
      Mir fallen ja manche Dinge sehr schwer. Wenn ich sie dann doch getan habe, fällt mir auf, dass es ganz einfach war, also meist rückwirkend. Dann frage ich mich, warum ich es mir so schwer gemacht habe.
      Ich könnte jetzt nicht sagen, dass das was mit Opferhaltung zu tun hat.
      Wenn doch, klärt mich dann mal bitte jemand auf?
      Da würde ich vermuten, es liegt nicht an der Opfer- sondern an der Erwartungshaltung. Woher kommt die Erwartung, dass etwas "schwerer" sein wird als es dann im nachhinein betrachtet wirklich war? Fehlende Erfahrung damit und dadurch "Überschätzung" der Aufgabe? Hatte ich früher beim Brotbacken, da habe ich mich lange vor gedrückt und dann war es jedesmal ein Staatsakt mit Zutaten nach Rezeptliste zusammensuchen und genauem Abwiegen. Heute geht das in nullkommanix frei Schnauze.

      Kommentar


        Urteile über niemanden, in dessen Schuhen Du nicht gelaufen bist

        Kommentar


          Zitat von FirstSunshine Beitrag anzeigen
          Da würde ich vermuten, es liegt nicht an der Opfer- sondern an der Erwartungshaltung. Woher kommt die Erwartung, dass etwas "schwerer" sein wird als es dann im nachhinein betrachtet wirklich war? Fehlende Erfahrung damit und dadurch "Überschätzung" der Aufgabe? Hatte ich früher beim Brotbacken, da habe ich mich lange vor gedrückt und dann war es jedesmal ein Staatsakt mit Zutaten nach Rezeptliste zusammensuchen und genauem Abwiegen. Heute geht das in nullkommanix frei Schnauze.
          Beispiel:

          Ich plage mich mit manchem herum, z.B. ob ich jetzt jemand anrufe oder doch nicht.
          Da brauch ich oft Tage dazu, anstatt mir zu sagen, du möchtest ja anrufen und schlussendlich machst du es doch, dann tu es doch gleich, anstatt erst tausendmal hin- und herzuüberlegen.

          Kommentar


            Hm... Hast Du eine Idee, was dahinter stecken könnte? Beispielsweise Überlegungen wie "vielleicht ist es demjemigen gerade ungünstig und ich will ja nicht stören" oder "nachher fängt der wieder mit DEM Thema an, das nervt mich jedesmal".

            Kommentar


              Beides nicht.
              Ich bin mir nicht sicher; vielleicht, dass ich mich hinterher ärgere? Dass ich zu impulsiv bin?

              Kommentar


                Meinst Du, Du hast Angst im Gespräch "impulsiv" was zu sagen, worüber Du dich nachher ärgerst oder wäre der spontane Anruf eine impulsive Handlung?

                Kommentar


                  Könnte es sein Bonny, das du einfach nur Entscheidungsunfreudig bist?

                  Eigentlich möchte ich ja schon, aber andererseits, ich weiß nicht so recht, doch nicht so richtig.....

                  Kommentar


                    Sunny, der spontane Anruf wäre impulsiv.
                    Und nein, Faszinosum, ich bin nicht entscheidungsunfreudig.

                    Früher war ich noch impulsiver als heute. Ich wollte mir das abgewöhnen, nicht so schnell und oft unüberlegt handeln; herausgekommen ist dann das dabei.
                    Mach ich jetzt besser eine Kehrtwende und werde wieder impulsiver?

                    Meine Frage zielte jetzt aber nicht nur auf mich ab, sondern mich interessiert, ob das bei euch auch mal öfter so ist.

                    Kommentar


                      Also ich komme da ja eher aus der anderen Richtung, weg vom "kontrollierten" Handeln, nachdem ich alles fein abgewogen habe, hin zum Vertrauen in den Impuls. Insofern bin ich da vielleicht der falsche Ratgeber, weil ich "pro-impulsiv" eingestellt bin.

                      Wie würde für Dich ein "gesunder Kompromiss" zwischen "zu" impusliv und "zu" zögerlch liegen? Kannst Du Dir einen Optimalzustand vorstellen (also nur die Vorstellung, völlg ungebremst von der Frage, ob Du glaubst, ihn erreichen zu können)?

                      Kommentar


                        Ich muss grad lachen, Kompromisse sind so gar nicht meins. "Echt" bin ich , wenn ich impulsiv handele, obwohl ich zugeben muss, dass da mancher Schuss auch schon nach hinten losgegangen ist.
                        Aber ich fühle mich besser.
                        Bei meinen Überlegungen oder Bemühungen quäle ich mich nur herum. Wenn ich mir abends sage, nein, du isst jetzt nicht noch eine Handvoll Nüsse (wobei die doch soo gesund sind, aber eben kalorienreich), dann quäle ich mich 3 Std. rum, und wenn ich ins Bett gehe, hab ich sie doch gegessen. Dann kann ich sie ja auch gleich essen, dann erspare ich mir die Quälerei und die arme Seele hat ihre Ruhe.

                        Kommentar


                          Zitat von Bonny123
                          "Echt" bin ich , wenn ich impulsiv handele,
                          Ja, ... nur bist du immer "echt", auch wenn du nicht impulsiv, nicht verdrießlich, wenn du aufgedreht oder hipphipphurraig bist. Wie auch immer du in einem bestimmten Moment drauf bist, bist du immer nur du selbst und damit "echt".

                          Dass es bei dir (und nicht nur bei dir allein) "auf und ab" geht und in welcher Form oder mit welchen Begleit-Gefühlen und in welchem Gemütszustäand es auf und ab geht, hängt davon ab, wer von deinen inneren Persönlichkeitsanteilen ( deinen Launen, deinen inneren Schweinehunden, deinen inneren Kindern, deinen Dämonen, deinen Ich-Zuständen, deinen Ich-Anteilen, deinen erworbenen sozialen Rollen, ... egal wie du sie nennst) gerade am Werk ist und dich in seinem Sinn und zu seinem Zweck beeinflusst ... dich momentan sozusagen "führt".

                          Siehe dein Beispiel mit den Nüssen: du willst Nüsse essen, hast Lust darauf und freust dich vielleicht auf den Biss. Doch nein, einer in dir will dich (aus welchen Motiven auch immer) zuerst einmal leiden sehen, dir Schuldgefühle einflöten, dir die Nüsse madig machen usw. Du leidest quasi unter seinem EInfluß und - wenn du überlegst - leidest du - da er ein Teil von dir ist - unter deinem eigenen Einfluss - verallgemeinert ausgedrückt "unter einer alten Angst". Du reagierst entsprechend einem alten Verhaltensmuster.

                          Diese erwähnten Persönlichkeitsanteile gibt es nicht wirklich, sie sind nur ein bildhaftes Denkmodell (eine Metapher) um deine intrinsischen Widerstände und emotionalen Verfilzungen zu diesem oder jenem besser verständlich darzustellen.

                          Wenn du in in einer bestimmten Phase bist (bspw. ein Tief), hast du als Erwachsene wie jeder mental gesunde Mensch die Fähigkeit durch Selbstreflexion wieder aus eigener Kraft und nach eigenem Willen aus diesem Zustand herauszukommen. Das kann durchaus ein paar Stunden oder mehr als einen Tag dauern. Da du Depressionspatientin bist/warst, ist es nicht ungewöhnlich, dass es bei dir je nach Zustand länger dauern kann. (wie du selbst weisst und wie wir deine selbst geschilderten Phasen hier in deinem Faden verfolgen konnten)


                          Wenn jemand nicht mehr aus eigener Kraft aus einem unguten Zustand herauskommt - wenn er unkontrollierbar plötzlich hineinrutscht - wenn der Zustand den ganzen Menschen "ergreift" (nicht nur die Psyche, sondern auch den Organismus) und ihn quasi handlungs- und reflexionsunfähig macht - hat dieser Mensch ein Problem mit seinen Persönlichkeitsanteilen. Er kann seine Rollen, seine Zustände und Gemütsschwankungen nicht mehr kontrollieren. Seine Rollenflexibilität ist flöten. Er hat sich selbst nicht mehr im Griff. In Bezug auf seine Persönlichkeitsanteile "ist er nicht mehr Herr in seinem eigenen Haus". Er hat - diagnostisch formuliert - ein egostate disorder und braucht Hilfe.

                          Nichtsdestoweniger ist dieser Mensch "echt".

                          Viele Menschen "ähneln" sich und sind doch nicht "identisch". Sie denken und handeln nach einem mehr oder weniger gleichen Muster (sowas wie ein kulturell und sozial erworbener Konformismus) ... und doch sind sie verschieden und jeder für sich echt.

                          Dies alles nur um zu erklären, dass wir alle ausnahmslos "echt" sind und entsprechend handeln - was nicht mit "authentisch" zu verwechseln ist.

                          Mach dir also keinen Kopp und iss deine Nüsse, will sagen: lebe.
                          Ahem ... oder fang endlich damit an.

                          Kommentar


                            Danke, Shepherd, für deine ausführliche Darstellung deiner Sichtweise.
                            Liest sich für mich verdammt gut, ist sicher auch gut durchführbar, dieses "lebe"!
                            Wenn es nur um Nüsse geht oder, wie heute Abend, um Zitronenkuchen, den ich übrigens nicht gegessen habe, ist das problemlos.
                            Es gibt allerdings andere Verhaltensweisen in Punkto "lebe!", bei deren Durchführung ich z.B. gerade von dir aufs Schärfste kritisiert worden bin, obwohl ich mich ausgerechnet dabei authentisch verhalten habe. Du erinnerst dich sicher.
                            Das hieße ja dann, ich muss unterscheiden: ist es mit einer einmalig durchgeführten impulsiven Handlung getan, abgehakt, oder handelt es sich um ein Verhalten, das zwar auch aus einem Impuls heraus geschieht, das für mich authentisch ist, das aber zumindest von anderen nicht toleriert wird.
                            Welches ist die Entscheidungsbasis, ob ich impulsiv und authentisch handele oder ob ich Kontrolle ausübe und sage, das geht nicht, so leid es mir tut und so gerne ich es tun würde, ich muss mich quälen, bis der Impuls vorbei ist?

                            Kommentar


                              Wenn du den Text aufmerksam liest, wirst du feststellen, dass ich nirgends bewertet habe, beziehungsweise geschrieben oder Betont hätte, "was GUT ist und was NICHT GUT ist.
                              Mein Beispiel und die Ausführung sind grundsätzliche "Dinge". Jeder Mensch denkt und handelt "grundsätzlich echt".
                              >>> Ob das zu seinem Besten oder zu seinem Schaden ist, steht auf einem anderen Blatt. Das ist eine Bewertungs-Sache, eine Abwägung, ein Abgleich oder Vergleich, quasi eine Betrachtung dessen, was "es ihn kostet und was für ihn dabei herauskommt" - die Betrachtung des Preisleistungsverhältnisses: kann ich mir das leisten? und wenn ja, bringt es mir das, was ich glaube? und wenn ja, nützt mir das, von dem ich glaube, dass es mir was bringt auch? muss ich es haben, ist es lebenswichtig, oder "will" ich es nur haben? Brauche ich es überhaupt, oder glaube ich das nur?

                              Ein paar Nüsse werden dich gewiss nicht umbringen. Andere "Dinge" könnten das schon, zumindest würden sie deine seelischen Befindlichkeiten erheblich stören ... und die sind Zeit deines Lebens schon genug durcheinander gewirbelt worden ... und auch das (das Gewirbel) kann zu einem Bedürfnis werden und in einer Opferrolle von eigenen Gnaden münden.

                              Die Schlüsselfrage am Ende ist meist die: "Was kostet es mich" ... nicht an Geld oder sonstigen Materialien, sondern an Kraft und Glauben an mich selbst (Selbstwert, Selbstwirksamkeit). Was kostet es mich beispielsweise an Würde mir selbst gegenüber (Selbstachtung)? Was kostet es mich an Glaubwürdigkeit mir selbt gegenüber? Wieviel muss ich von mir selbst verleugnen, wie arg muss ich mich verbiegen, ... um mir das leisten zu können?

                              Der Mensch von heute rechnet mehrheitlich anders. Er "nimmt zuerst" und fragt danach erst, was es kostet. Besonders im Westen glaubt eine Mehrheit, "auf alles was sie will ein verbrieftes Recht zu haben ... weil sie Menschen sind". Sie "nehmen" und wenn sie es nicht bezahlen können, rauben sie es oder nehmen es auf Kredt, ... so wie die meisten Menschen auf Kredit leben, beziehungsweise bei ihrer Seele in dem Miesen sind.

                              Wie gesagt, werden ein paar Nüsse dich nicht umbringen. Bei anderen Dingen, von denen es oft vollmundig heisst, dass "man sie ausleben sollte", wäre es sinnvoll dich zu ernsthaft zu fragen, ob du sie dir "leisten" kannst und ob das, was sie dir im Endeffekt bringen und nützen auch wirklich umfänglich gut für dich ist.

                              Diese oder ähnliche Reflexionen bremsen den Impuls schon ein wenig ...

                              Kommentar


                                Alles klar, ich hab dich verstanden, danke.

                                Kommentar

                                Lädt...
                                X