Liebe Bonny,
Soweit ich mich erinnere, war Dein Mann eher zögerlich, als es darum ging, über seine Erkrankung Bescheid zu wissen und Behandlung anzunehmen.
Wir leben in einer Gesellschaft, in der für viele Menschen der Zugang zu teurer medizinischer Diagnostik und Behandlung besteht. Durch diese Möglichkeit etwas zu wissen oder zu tun wird jede Situation zu einer, zu der man sich verhalten muß. Das erzeugt Druck, weil man Entscheidungen fällen muß, die man vielleicht garnicht fällen will.
Das gilt für Pränataldiagnostik genauso wie für Krebsfrüherkennung und für Bluthochdruckbehandlung.
Ich vermute, daß viele deswegen nicht oder erst sehr spät zum Arzt gehen, auch wenn es schon Anzeichen gibt, daß sie schwer erkrankt sind. Solange sie nicht wissen, daß sie z.B. Krebs haben, müssen sie nicht entscheiden, ob sie sich behandeln lassen wollen. Dabei geht es nicht nur um die mit Chirurgie, Bestrahlung oder Chemotherapie erzielbaren Erfolge, sondern auch die Neben- und die Langzeitwirkungen solcher Behandlungen.
In den Niederlanden gibt es die Möglichkeit, sich beim Sterben helfen zu lassen, wenn das Leid unerträglich und nicht zu lindern ist oder wenn jemand sagt, sein Leben sei abgeschlossen. Ich gehöre zu den Kämpfern, aber die Vorstellung im Notfall nicht weiterleben zu müssen empfinde ich als tröstlich.
Ich habe sehr mit mir gerungen, ob ich so egoistisch sein darf, meine Organe nicht zu spenden - aber ich habe so viel für andere gelebt und geleistet und bin so wenig in Ruhe gelassen worden, daß ich wenigstens in Ruhe sterben will.
Liebe Grüße
Freundin der Weisheit
Zitat von Bonny123
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Wir leben in einer Gesellschaft, in der für viele Menschen der Zugang zu teurer medizinischer Diagnostik und Behandlung besteht. Durch diese Möglichkeit etwas zu wissen oder zu tun wird jede Situation zu einer, zu der man sich verhalten muß. Das erzeugt Druck, weil man Entscheidungen fällen muß, die man vielleicht garnicht fällen will.
Das gilt für Pränataldiagnostik genauso wie für Krebsfrüherkennung und für Bluthochdruckbehandlung.
Ich vermute, daß viele deswegen nicht oder erst sehr spät zum Arzt gehen, auch wenn es schon Anzeichen gibt, daß sie schwer erkrankt sind. Solange sie nicht wissen, daß sie z.B. Krebs haben, müssen sie nicht entscheiden, ob sie sich behandeln lassen wollen. Dabei geht es nicht nur um die mit Chirurgie, Bestrahlung oder Chemotherapie erzielbaren Erfolge, sondern auch die Neben- und die Langzeitwirkungen solcher Behandlungen.
In den Niederlanden gibt es die Möglichkeit, sich beim Sterben helfen zu lassen, wenn das Leid unerträglich und nicht zu lindern ist oder wenn jemand sagt, sein Leben sei abgeschlossen. Ich gehöre zu den Kämpfern, aber die Vorstellung im Notfall nicht weiterleben zu müssen empfinde ich als tröstlich.
Ich habe sehr mit mir gerungen, ob ich so egoistisch sein darf, meine Organe nicht zu spenden - aber ich habe so viel für andere gelebt und geleistet und bin so wenig in Ruhe gelassen worden, daß ich wenigstens in Ruhe sterben will.
Liebe Grüße
Freundin der Weisheit

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