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    #46
    "Älterer Herr" klingt irgendwie doof. Habe ich so gesagt, weil, wie soll ich ihn beschreiben. Er ist einfach ein Mensch, Mitte 80, freundlich, offen und interessiert. Bezüglich des Älterwerdens könnten seine Frau und er ein Vorbild für mich sein. Menschen, die immer "noch" etwas Neues anfangen, sich auf neue Menschen und Themen einlassen. Wobei: das Wörtchen "noch" scheint es bei diesem Paar nicht zu geben.

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      #47
      Liebe Mikie,

      ich bewundere Dich für Deinen Mut, sowohl was das Vorspielen als auch das Gespräch über Deine Angststörung!
      Zu beidem gehört viel Mut.

      Das Gefühl, sich vielleicht doch zu weit vorgewagt zu haben, zuviel erzählt zu haben, kennen ich und andere hier auch.
      Teilweise beruht es vielleicht auf schlechten Erfahrungen oder auf Ängsten, die einen vor weiteren Verletzungen schützen sollen. Manche der Ängste sind vielleicht garnicht die eigenen, sondern die von Eltern oder anderen Personen abgeschauten. In etwa: "Darüber spricht man nicht. Was sollen denn die Nachbarn denken...?" Bloß nicht zeigen, daß man verletzlich, fehlbar, nicht perfekt ist.

      Ich habe die Erfahrung gemacht, daß die eigene Offenheit dazu führen kann, daß sich das Gegenüber auch öffnet. Trotzdem gibt es Situationen und Umfelder in denen ich bestimmte Themen nicht oder nur indirekt diskutiere. Insbsondere dann, wenn ich die entsprechenden Personen schon mehrfach brutal oder verständnislos habe (re)agieren sehen. In solchen Fällen versuche ich ein Gespräch zu führen, in dem ich mich nicht "oute", sondern höchstens Erfahrungen von Freunden oder Bekannten beschreibe.

      Liebe Grüße,

      Freundin der Weisheit

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        #48
        Liebe Freundin der Weisheit,

        vielen Dank für deine Worte. Ich selbst bewundere mich gerade nicht. Gerade wird mir klar, wie lange ich schon daran arbeite und ich wahrscheinlich immer wieder den Ängsten entgegentreten muss. Das ist auf Dauer sooo anstrengend. Und mit festen Zusagen bin ich sehr vorsichtig, weil ich mir selbst nicht sicher bin, ob ich sie einhalten kann. Es ist einfach ätzend. Ich weiß auch nicht mehr, was ich noch tun kann, um mich zu heilen. Außer evt. die Medikamente hochzusetzen, aber dagegen sträube ich mich (noch).

        Und überall kann ich natürlich nicht mit offenen Karten spielen. Das ist schon klar. Gestern ist es mir rausgerutscht und ich denke, es war in dem Zusammenhang in Ordnung. Aber gut fühle ich mich damit gerade nicht.

        Liebe Grüße, mikie

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          #49
          mikie,
          wenn es gestern in dem Zusammenhang "in Ordnung" für Dich war, dann versuche doch, dies sozusagen als Geschenk anzunehmen und Dich mit diesem Geschenk wohlzufühlen...Alles andere zu seiner Zeit :)

          Liebe Grüße
          Kalua

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            #50
            Ja Kalua, da erinnerst du mich daran, dass es der Augenblick ist, der zählt (hier: der Nachmittag). Und der war in Ordnung.

            Punkt.

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              #51
              Ich denike viel zu viel im Voraus. Was wäre möglich, wenn...

              Und komme zu dem Schluss, es ist nicht möglich, weil...

              Manchmal habe ich den Eindruck, dass ich nicht erwachsen bin. Ich hätte am liebsten immer eine Vertrauensperson an der Hand, die mir sagt, es kann nichts passieren.

              Nicht immer , aber in besonderen Situationen eben.

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                #52
                Gerade habe ich an anderer Stelle (mal wieder) gelesen, dass sich Ängste sehr gut behandeln lassen. Nur mich scheinen sie auf ewig begleiten zu wollen. Seit 2007 hatte ich eine Gesprächstherapie, bei ein und demselben Arzt, mir ist einiges klarer geworden aber verschwunden sind die Ängste nicht. Jetzt habe ich diese Gespräche erstmal auf Eis gelegt, ich habe keine Lust mehr, denn entscheidend ist nichts geschehen. Vielleicht gibt es andere Möglichkeiten? Ob ich mich an die Krankenkasse wende bezüglich anderer Möglichkeiten?

                Ich bin doch nicht blöd, aber meine Ängste bremsen mich immer wieder aus. Hat von Euch jemand seine Ängste erfolgreich besiegt, und wenn ja, wie?

                Liebe Grüße, mikie

                Kommentar


                  #53
                  Hallo mikie.

                  Ich hatte als Jugendliche mal eine Verhaltenstherapie gemacht, weil ich schon damals eine Angststörung hatte. Geholfen hat diese mir nicht, weil das fehlte, was du beschreibst: Klarheit, das Verständnis dafür, warum man Angst entwickelt hat und woher sie ursprünglich kommen.
                  Später hatte ich auch einige Jahre tiefenpsychologische Gesprächstherapie. Ich muss sagen, dass es, je nach Ursache, schon ziemlich lange dauern kann, bis sich da etwas auftut. Vor allem habe ich die Erfahrung gemacht, dass das, was sich eröffnet, noch lange nicht emotional bei mir angekommen ist. So kann ich über vieles sehr wohl berichten und auch mein Verhalten mit früheren Erfahrungen in Zusammenhang bringen. Ich verstehe, warum ich etwas tue oder warum ich mich so fühle. Darüber zu sprechen und es zu verstehen genügte für mich allerdings nicht. Ich würde sagen, eine gesunde Mischung macht es aus, das heißt einerseits zu verstehen (im besten Fall dann auch wieder Zugang zu meinen Emotionen zu haben), andererseits Situationen, vor denen ich mich fürchte, mit diesem Wissen ganz bewusst anzugehen.
                  Zu wissen, warum ich mich so klein, unwichtig, schlecht in dieser Welt fühlte, zu verstehen warum, half mir zu verstehen, warum ich Menschen mied, nie den Kopf hob, heute noch Probleme mit Blickkontakt habe, warum ich Angst vorm Telefonieren hatte oder davor, einfach rauszugehen. Zu verstehen, dass ich nicht klein, unwichtig und schlecht bin, dass sich dieses Selbstbild aufgrund bestimmter Umstände entwickelt hat und vor allem einen zunehmend positiven, selbstliebenden Zugang zu mir selbst zu finden, mit dem ich mich immer seltener selbst verurteile, bot für mich persönlich das Fundament mich ganz gezielt Situationen zu stellen, um nachzufühlen, wie es mir mit dieser oder jenen neuen Erkenntnis, möge sie auch noch so winzig erscheinen, in dieser sonst beängstigenden Situation ging. Das wiederum ist Verhaltenstherapie. Man muss bedenken, dass dieses Verhalten, welches aus einer Angst resultiert, erlernt und über Jahre/ Jahrzehnte hinweg stabilisiert und verfestigt wurde. Es geht also nur Stück für Stück, das heißt in diesem Fall mit ein wenig mehr Offenheit, mit ein wenig Mut oder auch einfach nur Neugier eine beängstigende Situation aufzusuchen, zu zu lassen und möglichst häufig zu erfahren, dass die Befürchtungen, die man hat, unbegründet sind. Diese Umstände kann man selbstverständlich ganz bewusst planen und herbeiführen und somit mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ein positives Erlebnis herbei führen.
                  Ich habe es nun an mir selbst beschrieben, vielleicht kannst du nachvollziehen, was ich meine und es passt etwas für dich.
                  Mit anderen Worten: einen Bauplan lesen und verstehen zaubert mir kein Regal her Man muss es selbst bauen und sich dabei vielleicht auch ein paar Mal auf den Daumen hauen. Vor allem dauert es beim ersten Mal seine Zeit, beim zweiten, dritten, vierten Regal wird es leichter. Beim hundertsten denkst du nicht mal mehr darüber nach, sondern tust es einfach

                  Alles Gute
                  Jannes

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                    #54
                    Liebe Jannes,

                    das ist gerade erhellend für mich, dass du beschreibst, dass eine Therapie ein langer Prozess ist. Auch ich habe inzwischen gelernt, mein Verhalten mit früheren Erlebnissen in Zusammenhang zu bringen. Aber dass es sooo lange dauert..., dabei dachte ich, ich bin geduldig.

                    Schwerpunkt meiner Ängste sind die Versuche, beruflich wieder Fuß zu fassen und leider immer wieder der Umgang mit meiner Herkunftsfamilie, der mit Angst und Wut besetzt ist. Momentan kommen diffuse Zukunftsängste hinzu, da ich mir einerseits nicht vorstellen kann, es beruflich erneut zu versuchen und genauso wenig, "nur" zuhause zu sein. Ich weiß nicht, ob ich wirklich nicht arbeiten will, oder ob ich nicht will, weil ich die letzten beiden Arbeitsstellen wegen großer Angst und Panik aufgegeben habe. Wobei ich nicht vergessen darf, dass sie einem "Haifischbecken" glichen, und wohl nur jemand mit einer ausgeprägten Konfliktfähigkeit gegenüber Kollegen und Vorgesetzten sich dort durchsetzen kann.

                    Jetzt bin ich fünfzig, und ich würde gern noch etwas bewirken in meinem Leben. Vermutlich lautet meine Aufgabe jetzt: Zielfindung.

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                      #55
                      Zitat von mikie
                      Ich denike viel zu viel im Voraus. Was wäre möglich, wenn...

                      Und komme zu dem Schluss, es ist nicht möglich, weil...
                      Um im Voraus zu denken, braucht man seine Phantasie. Die Vernunft kommt nur selten, oder überhaupt nicht zum Zug, ... weil Mensch seinen Vorstellungen (von seiner Zukunft, von seinen Plänen, von seinem Handeln usw.) zuviel Raum gibt und sich relativ schnell darin "verlieren" kann ... weil seine Vorstellungen vielleicht "schön und vielversprechend" sind ... oder sehr wenig Raum gibt, weil sie "schrecklich und unerwünscht" sind.

                      Im Voraus denken ist in Vorstellungen denken, wobei das "Wunschdenken" bei den meisten am häufigsten ist. Die Ent-Täuschung folgt oft auf dem Fuß und gebiert nicht selten neue Glaubenssätze.

                      Erfahrungen, verbunden mit daraus "gelernen" Glaubenssätzen und Verhaltenweisen tragen dazu bei, dass sich Vorstellungen hochschaukeln und der Träumer mitunter in starke Gemütsstimmungen versetzen - sowohl angenehme als auch niederdrückende.

                      Findest du dich darin vielleicht ansatzweise wieder ?



                      Zitat von mikie
                      Gerade habe ich an anderer Stelle (mal wieder) gelesen, dass sich Ängste sehr gut behandeln lassen. Nur mich scheinen sie auf ewig begleiten zu wollen. Seit 2007 hatte ich eine Gesprächstherapie, bei ein und demselben Arzt, mir ist einiges klarer geworden aber verschwunden sind die Ängste nicht. Jetzt habe ich diese Gespräche erstmal auf Eis gelegt, ich habe keine Lust mehr, denn entscheidend ist nichts geschehen. Vielleicht gibt es andere Möglichkeiten? Ob ich mich an die Krankenkasse wende bezüglich anderer Möglichkeiten?
                      Ängste (und Zwänge) werden heute häufig mit einer Format-Kombination aus den gängigen Therapie-Schulen behandelt (integrative Therapie), weil bei unterschiedlichen Klienten die eine oder andere "Methode" nicht zwingend funktioniert, bzw. fruchtbar ist.
                      In der Regel stehen hinter Ängsten leichtere (oder schwerere) Traumata, wobei diese traumatischen Prägungen in den Augen von Aussenstehenden manchmal "banal" und "unwichtig" erscheinen mögen, bei den Betroffene(n) haben sie jedoch nachhaltigen "Schaden" angerichtet.

                      Ich bin doch nicht blöd, aber meine Ängste bremsen mich immer wieder aus. Hat von Euch jemand seine Ängste erfolgreich besiegt, und wenn ja, wie?
                      Ängste "besiegt" man eventuell verhaltentherapeutisch. Auflösen geht schmerzfreier und ist weniger anstrengend im Rahmen einer integrativen Therapie - am besten ambulant, weil der Klient/Patient dadurch die Möglichkeit hat, seine Fortschritte und neuen Erfahrungen im Alltag zu "testen".
                      In einer stationären Therapie ist er zwar in einem geschützten Rahmen, lernt jedoch meist nicht oder nur sehr schwer, ausserhalb dieses geschützten Rahmens wieder seinen Mann oder seine Frau zu stehen.

                      Zielfindung ist immer gut und wichtig. Auf dem Weg zum Ziel lernt man am meisten, ... wenn man will.

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                        #56
                        Hallo Sheperd,

                        ansatzweise finde ich mich darin wieder, ja. Ängste vor etwas entstehen ja bekannterweise dadurch, dass ich das, was in Zukunft vor mir liegt, negativ bewerte. Und ob es das ist oder nicht, stellt sich erst heraus, wenn ich die Unternehmung trotzdem angehe. Aber erst mal macht es das Leben schwerer. Hilfreich bei solch einem Katastrophendenken ist für mich, mir die Katastrophe in allen Einzelheiten auszumalen und im Anschluss daran die Lösungsmöglichkeiten. Und dann den wahrscheinlichen Ausgang. Ich weiß gar nicht mehr, wer mir mal den Tipp gegeben hat, hat mir aber schon mehrmals geholfen. Das eher euphorische Vorwärtsdenken kenne ich auch, kommt aber momentan nicht vor.

                        Dein Hinweis mit der integrativen Therapie trifft es. Bei meinem Arzt habe ich den Eindruck, er sitzt mit seinem weißen Kittel in einem Elfenbeinturm. Er hat mir geholfen, mich zu verstehen, und ich weiß, wo meine Defizite liegen. Das ist schon mal gut. Nur, was fange ich damit an, wie weiter? Durch meine Selbsthilfearbeit und die Psychoedukationsgruppe weiß ich, dass es Möglichkeiten gibt. Von anderen Betroffenen, von anderen Psychologen, Pädagogen... denen ich begegne. Ich bin dabei, Informationen zu sammeln und habe auch schon eine Idee, was für mich in Frage kommen könnte bezüglich der beruflichen Problematik. Da bleibe ich am Ball.

                        Liebe Grüße, mikie

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                          #57
                          Zitat von mikie
                          Er hat mir geholfen, mich zu verstehen, und ich weiß, wo meine Defizite liegen. Das ist schon mal gut. Nur, was fange ich damit an, wie weiter?
                          Das ist ein "häufiger Stillstand" in einer Beratung, denn eine Therapie war es ja offensichtlich nicht, sonst hätte dein Arzt wohl auch Interventionen vorgeschlagen und bei (mit) dir Prozesse in Bewegung gebracht.

                          Wenn er "Arzt" ist, hat er nicht auch zwingend eine zusätzliche/weiterführende psychotherapeutische Ausbildung und entsprechende Erfahrung. Er beschränkt seine "seelsorgerische" Tätigkeit auf psychologische Beratung und verschreibt ggf. eine Auszeit oder diverse Medikamente.

                          Die "Elfenbeinturm-Beziehung" zu einem Klienten ist eine denkbar schlechte Voraussetzung um ein solides Vertrauensverhältnis (unverzichtbar in einer Therapie) herzustellen.
                          Ganz nebenbei ist es ein Recht des Klienten, diese empfundene Haltung des Therapeuten zur Sprache zu bringen. Therapie geschieht auf Augenhöhe, nicht vom Sockel herab ... oder mit Distanz (bspw.: Ich helfe dir gern, aber komm mir nicht zu nahe)

                          ... wegen großer Angst und Panik ...
                          *unterstrichen von mir*
                          Dann scheinen mir deine Ängste doch ein "wenig" tiefer zu sitzen und nachhaltig wirksamer zu sein. Natürlich hat der/die Betroffene (oder ein Anteil von ihm) Interesse daran, diese Zustände so gut wie möglich "nach außen hin zu unterdrücken und zu verbergen" ... aus einer weiteren Angst vor ...? Allerdings leistet er/sie sich damit selbst keinen sehr guten Dienst.

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                            #58
                            Zitat von Jannes Beitrag anzeigen
                            Zu wissen, warum ich mich so klein, unwichtig, schlecht in dieser Welt fühlte, zu verstehen warum, half mir zu verstehen, warum ich Menschen mied, nie den Kopf hob, heute noch Probleme mit Blickkontakt habe, warum ich Angst vorm Telefonieren hatte oder davor, einfach rauszugehen. Zu verstehen, dass ich nicht klein, unwichtig und schlecht bin, dass sich dieses Selbstbild aufgrund bestimmter Umstände entwickelt hat und vor allem einen zunehmend positiven, selbstliebenden Zugang zu mir selbst zu finden, mit dem ich mich immer seltener selbst verurteile, bot für mich persönlich das Fundament mich ganz gezielt Situationen zu stellen, um nachzufühlen, wie es mir mit dieser oder jenen neuen Erkenntnis, möge sie auch noch so winzig erscheinen, in dieser sonst beängstigenden Situation ging. Das wiederum ist Verhaltenstherapie. Man muss bedenken, dass dieses Verhalten, welches aus einer Angst resultiert, erlernt und über Jahre/ Jahrzehnte hinweg stabilisiert und verfestigt wurde. Es geht also nur Stück für Stück, das heißt in diesem Fall mit ein wenig mehr Offenheit, mit ein wenig Mut oder auch einfach nur Neugier eine beängstigende Situation aufzusuchen, zu zu lassen und möglichst häufig zu erfahren, dass die Befürchtungen, die man hat, unbegründet sind. Diese Umstände kann man selbstverständlich ganz bewusst planen und herbeiführen und somit mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ein positives Erlebnis herbei führen.
                            Ich habe es nun an mir selbst beschrieben, vielleicht kannst du nachvollziehen, was ich meine und es passt etwas für dich.
                            Mit anderen Worten: einen Bauplan lesen und verstehen zaubert mir kein Regal her Man muss es selbst bauen und sich dabei vielleicht auch ein paar Mal auf den Daumen hauen. Vor allem dauert es beim ersten Mal seine Zeit, beim zweiten, dritten, vierten Regal wird es leichter. Beim hundertsten denkst du nicht mal mehr darüber nach, sondern tust es einfach

                            Alles Gute
                            Jannes
                            Liebe Jannes,
                            das ist wirklich sehr gut geschildert, da erkenne ich vieles.
                            Du kannst es wunderbar in Worte fassen, was ich nur im Kopf herum schwirren habe.

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                              #59
                              Zitat von mikie Beitrag anzeigen
                              Schwerpunkt meiner Ängste sind die Versuche, beruflich wieder Fuß zu fassen und leider immer wieder der Umgang mit meiner Herkunftsfamilie, der mit Angst und Wut besetzt ist. Momentan kommen diffuse Zukunftsängste hinzu, da ich mir einerseits nicht vorstellen kann, es beruflich erneut zu versuchen und genauso wenig, "nur" zuhause zu sein. Ich weiß nicht, ob ich wirklich nicht arbeiten will, oder ob ich nicht will, weil ich die letzten beiden Arbeitsstellen wegen großer Angst und Panik aufgegeben habe. Wobei ich nicht vergessen darf, dass sie einem "Haifischbecken" glichen, und wohl nur jemand mit einer ausgeprägten Konfliktfähigkeit gegenüber Kollegen und Vorgesetzten sich dort durchsetzen kann.

                              Jetzt bin ich fünfzig, und ich würde gern noch etwas bewirken in meinem Leben. Vermutlich lautet meine Aufgabe jetzt: Zielfindung.
                              Liebe Mikie,

                              diese diffusen Zukunftsängste sind vielleicht durchaus begründet. Geht es doch täglich in den Nachrichten um die unbezahlbare Rente und solche Dinge. Wir werden doch geradezu mit solchen Ängsten überschüttet.

                              Und deine Abneigung gegen die Arbeit in einem Haifischbecken kann ich sehr gut verstehen. Unsere heutige Ellbogengesellschaft ist nicht jedermanns Sache, eigentlich könnte man mit etwas gutem Willen ganz sicherlich einen Bezug zwischen unserem jetzigen "herrlichen" Lebensstil und der Zunahme von Angststörungen und Burnout finden. Wir leben unser Leben auf der Überholspur und rasen mit Höchstgeschwindigkeit nach nirgendwo (wir wissen nämlich gar nicht wo es endet ). Alle die dabei nicht mithalten können, haben eben eine "Störung", sind nicht belastbar oder einfach nur faul (so zumindest wird es uns eingeredet u.a. von den Medien).

                              Setz dich nicht so sehr unter Druck. Du hast dein eigenes Tempo und bist offenbar kein Ellbogenmensch. Mit der Zeit wird sich das Richtige ergeben, wenn du dich selbst vom Druck befreist. Wenn deine Gedanken nur um das Thema Arbeit und Zukunft kreisen, siehst du vielleicht den Wald vor lauter Bäumen nicht .

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                                #60
                                Zitat von Shepherd Beitrag anzeigen
                                Wenn er "Arzt" ist, hat er nicht auch zwingend eine zusätzliche/weiterführende psychotherapeutische Ausbildung und entsprechende Erfahrung. Er beschränkt seine "seelsorgerische" Tätigkeit auf psychologische Beratung und verschreibt ggf. eine Auszeit oder diverse Medikamente.
                                Mein Hausarzt ist ein Dr. med. und ein Diplom-Psychotherapeut. Er ist auf der Liste der von den Krankenkassen zugelassen Psychotherapeuten aufgeführt. Von daher habe ich an seiner Qualifikation keinen Zweifel. Zuerst habe ich eine kognitive Verhaltenstherpie gemacht. Das hörte irgendwann auf und ich hatte das Angebot, regelmäßig Gesprächstermine nutzen zu können.

                                Chrysothemis, du sprichst mir aus der Seele. Ja, diese diffusen Zukunftsängste haben vermutlich ihre Berechtigung. Tatsächlich denke ich dabei auch an die Rente.

                                Das Arbeitsleben, so wie ich es jüngst kennengelernt habe, lädt zum Aussteigen ein. Wer tut sich so etwas freiwillig an? Andererseits glaube ich, dass ich Arbeit brauche. Allein und untätig zuhause sitzen - das bekommt mir gar nicht. In meinen selbstgewählten Zusammenhängen bzw. dem angetragenen Ehrenamt bekomme ich auch manchmal Ängste, aber die konnte ich bisher immer händeln und sind dann wieder weg. Von daher habe ich berechtigte Hoffnung, auch im beruflichen einen passenden Rahmen für mich zu finden. Und dabei lasse ich mir Zeit.

                                Liebe Grüße, mikie

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