Hmmmmmm.... Das könnte ich jetzt auch essen!
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Gast -
Hi Tar Retaw,Zitat von Tar Retaw Beitrag anzeigenBoaaah - hast Du sehr sehr lange auf der Lauer gelegen? (und Fingerchen und Näschen eingefroren?)
nix eingefroren
Sprung und Landung stammen noch aus dem November des letzten Jahres, als ich auf meinem Lieblings-Waldweg ein wenig qi-gongte... ich fühlte mich dabei ständig beobachtet.
Als meine Übungs-Sequenz zu Ende war, habe ich den kleiner Spanner entdeckt und "eingefangen"...
Würde mich nicht wundern, wenn die Eichhörnchen dort demnächst qi-gongen...
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Herrjeh, gerade bin ich total begeistert von diesem Menschen und seinem Vortrag, und möchte es gern teilen ... Aber wohin damit?
Ach egal, ich packs einfach mal in meinen Faden....
Ohne Gefühl geht gar nichts - Prof. Dr. Gerald Hüther - Theatertage '09
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Traumsequenzen
„Du bist aber früh auf“, krächzt Rabenkrähe und setzt sich zu mir an den Tisch.
Neugierig schaut sie in meine Kaffeetasse.
„Hm-mmmm….“ brumme ich sie an, „ich habe so schlecht geträumt, dass ich lieber aufgewacht bin…..“
„Ach, konntest du das Ende des Traums nicht abwarten?“, fragt Rabenkrähe und tippelt näher an mich heran.
Sie legt den Kopf ein wenig schief und schaut mich aufmerksam an.
„Ja, das ist es wohl. Das Ende hätte mir nicht gefallen!“
„Erzähle!“
„Ich habe von einer Seele geträumt, die sich dauernd neue Krankheiten ausdachte.
Ein paar harmlose, ein paar schmerzhafte, ein paar langwierige und auch ein paar sehr komplizierte hatte sie im Laufe der Zeit schon ausprobiert. Sie übte sich im Ausdenken, Ertragen und Meistern ihrer Kreationen. Und im darüber Jammern, sich dagegen behandeln zu lassen, im Meckern darüber, dass es kein Arzt wirklich schaffte, sie wieder gesund zu bekommen, hatte sie es weit gebracht.
Sie erzählte auch anderen davon, denn das gab ihr Wichtigkeit und Bedeutung. Wie ein Ersatz von Berührung anderer schöner Dinge oder Menschen berührte sie andere mit ihren Krankheitsgeschichten. Und die Reaktion der Menschen, die sie mochten, schien wiederum sie zu berühren. Sie hatte im Laufe der Zeit Meisterschaft darin erworben.
Das schien ihr aber irgendwann nicht mehr zu genügen. Irgendwas fehlte. So der letzte Kick. Das musste doch zu steigern sein. So kam sie auf die Idee, eine lebensbedrohliche Krankheit zu kreieren. Das würde ihr und den Menschen um sie herum bestimmt gefallen. Sie liebte Krimis, und jetzt war sie kurz davor, ihre Rest-Lebendigkeit auf den Markt zu schmeißen und ihr Drama zu verfeinern. Ihr treues Publikum würde bestimmt Schnapp-Atmung bekommen. Ja, die Faszination dieser Idee nahm täglich zu.“
Vom Erzählen ist mir ganz trocken in der Schnute, und ich hole mir noch einen frischen Kaffee.
„War das schon die Stelle, an der du keine Lust am Träumen mehr hattest und aufgewacht bist?“ fragt Rabenkrähe und scheint zu gähnen…
Ich nehme erst mal einen heißen Schluck Kaffee…..
„Nein. War ja mein Traum. Hab den um eine Variante verfeinert“, sage ich, mir noch einen Schluck gönnend.
„Nämlich?, fragt Rabenkrähe.
„Na ja, während des Träumens hatte ich mich gefragt, ob es neben der Bedeutung von Berühren und Berührtwerden noch einen anderen Hintergrund, einen anderen Sinn geben könnte. Mir fiel keiner ein. Und da habe ich die Traum-Seele danach gefragt.“
„Und?“ fragt Rabenkrähe. Jetzt erscheint sie mir um einiges munterer…
„Sie hat eine Weile gebraucht, damit rauszurücken“, antworte ich ihr.
„Sie hatte in ihrem Leben eine ihr sehr innig verbundene Seele in Krankheit und Sterben begleitet, und der Prozess und der Verlust waren der Gau für sie, das größte anzunehmende Unglück. Das zu wiederholen, am eigenen Leib zu erfahren, das sollte ein Liebesdienst für die verstorbene Seele sein. Ihr auf diese Weise noch einmal nah zu sein, sich selbst von dem berühren zu lassen, was nicht verhindert werden konnte, das sollte ihrem Rest-Leben noch Sinn verleihen!“
„Wie verrückt“, flüsterte Rabenkrähe, „hat sie denn keine andere Idee, wie sie der verstorbenen Seele Ehre erweisen kann?“
„Wohl nicht“, antworte ich ihr unter Tränen, denn die Seele, deren Sterben und Tod ich nicht verhindern konnte, ist mir gerade wie zum Greifen nah...
„Hm…. Wie erweist du Verstorbenen Ehre?“ frage ich nach ….
„Mit einem eigenen prallvollen Leben natürlich! Auf- und Abwind genießen, kraftvolle Flügelschläge, wieder gleiten lassen, den wilden und den ruhigen Flug genießen…. Und ab und zu ein extatisches Krächzen in Richtung des Gegangenen. Das erfreut den Lebenden und den Gegangenen gleichermaßen …
Im vorweg genommenen Sterben und Leiden liegt keine Ehre…. - Warum wisst ihr Menschen das nicht?! Was fasziniert euch bloß so am Leiden?“
Boah, geht mir die olle Krähe manchmal auf den Geist! (vor allem, wenn ich spüre, dass sie mich erwischt). Und ich habe eine leise Idee, wie ich den Traum hätte weiter träumen können…
Was heißt denn „können“? - Ph, ist doch mein Traum...
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Sehr schönes Bild, das mich berührtZitat von Pitti Beitrag anzeigen(...)
„Hm…. Wie erweist du Verstorbenen Ehre?“ frage ich nach ….
„Mit einem eigenen prallvollen Leben natürlich! Auf- und Abwind genießen, kraftvolle Flügelschläge, wieder gleiten lassen, den wilden und den ruhigen Flug genießen…. Und ab und zu ein extatisches Krächzen in Richtung des Gegangenen. Das erfreut den Lebenden und den Gegangenen gleichermaßen … (...)
Danke.
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Diesesspricht Bände.Zitat von Pitti Beitrag anzeigen(wieder) im Lot
Schön, wenn wieder alles palletti ist.
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Kein Bock auf Kiefer
Meine Bücher-Regale sind übervoll... bis ich vorhin ein geuschtes ... äh ... gesuchtes Buch gefunden habe, menno....
Im Keller stehen noch Kiefer-Regale... müsste nur eins davon abbauen, raufwuchten, entstauben (vielleicht noch mal anschleifen, ölen?), aufbauen, einräumen ... und schon wäre das Problem behoben; meine Bücher hätten mehr Platz zum Atmen. Wobei die Worte "müsste nur" und "schon wäre" .... gehen mir gerade so was von quer.... So dalli-dalli/ruck-zuck ist das ja nun auch nicht gewuppt! Oh neeee..... Kein Bock zu nix gerade....
Was ist mit "selber atmen", und erst mal eine Runde draußen drehen?. Reingehorcht: Jau - das geht.... Fotoapparat geschnappt und erst mal raus...
Grauer Himmel und nur ein paar wenige Grad über Null, na, so ganz toll ist das ja nun auch nicht....
Schön wäre Sonne, Frühlings-Wärme.... Ja, ja, ich weiß, wie's schön wäre, wenn's schön wäre... Is' aber nicht.... Wohin mit mir und meinen klammen, frostigen Gedanken? Ich hole mal mein Rad....
Ich radle zum kleinen Fluss hier ganz in der Nähe... auf die sanfte Strömung schauen bringt mich meistens wieder in bessere Stimmung ....
Am etwas erhöhten Flussufer angekommen, bin ich enttäuscht: Boah, was eine dunkelbraune Brühe....
Kann ich heute noch mal was anderes als nur nölen?
Ich schaue auf den Fluss und atme ein paar Male ganz bewusst ganz tief.... Mache nach einer Weile einfach die Augen zu....
Meine Gedanken und meine Augen sind mir heute einfach zu bäh-lastig.... Das wird nichts mit mir heute, nichts kann mich scheinbar gerade so richtig aufhellen....
Ich gebe auf.
Ich muss nichts. Nicht mal bessere Laune haben.
Atmen und hier sein .... atmen.... ein.... aus ....
Langsam, wie in Zeitlupe, laufe ich innerlich leer....
Nach einer Weile steigt mir ein intensiver Duft in die Nase .... Hm.... geschlagenes Holz...
Augen wieder auf und dem Geruch gefolgt....
Ein Stückchen weiter sehe ich es: Aufeinandergestapelte Kiefer-Stämme.... Boah, der Duft lockt mich näher....

Ich mag die Stämme berühren, fühle Rauhes und auch Glattes.... Struppig wirkt sie, die Rinde– wie meine Gedanken vorhin – schuppig, wie ein altes Reptil.... und doch schimmert etwas Rosiges durch die Baumhaut.

Ich sehe auf die geraden Schnitte, die Ringe, Jahresringe... und entdecke Muster darin. Manche wirken wie Sterne, manche wie Gesichter. Und da, da schaut etwas wie eine Feder aus den Ringen... Faszinierend... Ist es eine Feder, oder ein Vogel, der die Jahresringe durchfliegt?

Ob das Muster Einfluss hatte auf die Stämme? Oder hat das Erleben der Stämme Einfluss genommen auf die Muster?
Wieder und wieder berühre ich die Stämme und die Schnittflächen....
Fragen tauchen in mir auf:
Was sind meine Muster in meinem Inneren?
Berühren die Muster mein Erleben oder macht mein Erleben erst die Muster?
Ich hebe einen Kiefernzweig auf und berühre auch bewusst die Nadeln. Ganz weich scheinen sie mir.

Und dort liegen auch Zapfen. Ich nehme mir einen auf und schaue ihn mir an. Die Schuppen des Stammes wiederholen sich auch im Zapfen....

Die Muster in unseren Jahresringen.... wiederholen sie sich auch auf unserer Haut und auf unseren "Früchten"? .... Hm.... bestimmt....
Ich muss an Bernstein denken, Bernstein, Brennstein, Amber, Tränen der Götter, das Wundharz der Bäume.... Es heißt, erst durch den Transport ins Wasser und immensen Druck entstehen die "Steine". Organisch sind sie, empfindlich. Sie reagieren auf Säure, brennen sogar.
Und Heilkräfte sollen sie haben. Die Energie von Feuer und Wasser sollen sie beinhalten.... Vereinigung der Gegensätze in einem "Stein", geformt von jahrtausende langem Druck unter Ablagerungen im Wasser. Und vom Wasser auch wieder an Land geschwemmt, wie ausgespuckt.
"Amber", was für ein schönes Wort. Allein der Klang trägt etwas Wärmendes in sich.
Ich mag mir die nächsten Tage mal einen Bernstein besorgen. Hm.... als Schmeichelstein? Als Donut? Mal schauen, was ich finde....
Kiefernholz.... Jahrelang gewachsen, geschlagen. Da liegt es für die weitere Bearbeitung. Ob wohl Möbel daraus gefertigt werden?
Meine Kiefer-Regale im Keller fallen mir wieder ein. Sie würden meine Bücher tragen, wenn ich sie lasse. Wenn ich sie aus dem Keller (dem Vergessen?) in mein Wohnzimmer hole....
Und anstatt mir die Mühe zu machen, sie raufzuholen, und es mir schöner zu machen, gehe ich ins Mitgefühl mit U., lasse mich von ihrer Angst berühren, suche in meinem Innern nach Lösung und Erleichterung für U. - und fahre mich Stück für Stück weiter runter.
U. wiederum berührt und beeindruckt das scheinbar ü-ber-haupt nicht! Sie scheint von ihrem ur-eigenen Angstfilm so fasziniert, dass sie ihn wieder und wieder ausschmückt und verfeinert.... und mittlerweile x Menschen damit beschäftigt – oh Gott: Mich eingeschlossen.
Und ich? - Ich scheine von U. So fasziniert, dass ich mich nur noch halb-lau und schlecht gelaunt um meinen eigenen Kram kümmere. Was wäre denn die Frage hier? - Warum ich so viel Enerie in die Lösung ihrer Probleme investiere, anstatt meinen eigenen Keller aufzuräumen.... Ja. Oh.
Wie war das mit "kein Bock"?
Da ist er doch.
Und was für ein Prachtexemplar!
Ich mag jetzt Energie für meinen eigenen Keller aufbringen. Räumen, Abbauen, Säubern, Hoch-wuchten und wieder aufbauen.
Und die Zeit dafür? - Es dauert einfach so lange, wie es dauert.
Mal sehen, wieviel des "Guten und Besseren" für mich selbst ich aushalte.
Ich fange noch heute damit an.

Können diese Augen lügen?
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