Zitat von Shepherd
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Ich glaube vielmehr, daß, wenn immer noch mehr "und und und" käme, er einfach die Empathie ausschalten und den Giraffenschrei einsetzen würde. Und das wäre ein entschiedenes, und unter Umständen auch lautes, wütendes: Ich möchte das Gespräch hier beenden. Schluß und Punkt. Unter Umständen auch unter Einsatz einer Körpersprache von Entschlossenheit, um den Menschen bei der Türe hinauszukomplimentieren.
Das ist ja gerade dieses riesige GKF-Mißverständnis, Wut wäre "nicht erlaubt", wütend zu sein wäre "schlecht", "wölfisch". Überhaupt nicht: Wut gibt eine unheimliche Kraft, um mich um mich zu kümmern.
Ich bin gerade erst letzte Woche im Geschäft gestanden und habe einem Menschen, der ohne Termin hier stand und gefordert hat, daß ich jetzt sofort mein Geschäft alleine lasse, damit ich ihm einen Wasserschaden in meinem Lager zeigen kann, mit unheimlicher Wut im Bauch erklärt, daß ich in keinster Weise daran denke, das zu tun. Daß es zwar sehr unglücklich ist, wenn er jetzt schon eine halbe Stunde darauf wartet, daß endlich meine Verstärkung kommt, so daß ich weg kann, aber daß nicht mein Problem ist, daß er unangemeldet und in der Annahme, hier seien eh immer genug Menschen, hier auftaucht. Mein Geschäft ist mein Geschäft, und ich sperre das zu Ladenöffnungszeiten nicht seinetwegen zu, und zwar schon überhaupt nicht, wenn er mir erklärt, ich sei dazu verpflichtet.
Und nach 5 Minuten, in denen ich immer entschiedener und wütender wurde, hatte ich seinen Respekt. Die Wut hat ihm klar gemacht: Mir ist es ernst, und ich werde das, was mir wichtig ist, mit Zähnen und Klauen verteidigen. Ich hätte ihn bei der Tür rausgeschmissen, wenn er nicht verstanden hätte, und das hat er wohl erkannt.
Dafür ist Wut gut, und zwar auch als Giraffe.
(Wobei ich zugebe: Ich war zu diesem Zeitpunkt keine eindeutige Giraffe. Aber ich war auch kein Wolf. Ich war einfach nur wütend und determiniert. Erwähnte ich schon einmal, daß Wut das Gefühl ist, daß ich am besten kann, daß ich eine richtige Furie sein kann
)Kleines OT Ende, wobei ich finde, so OT ist es gar nicht, sich bewußt zu machen, daß die Wut unser Freund ist, und uns dabei hilft, unsere Grenzen zu wahren und uns für uns selbst einzusetzen. Daß es nur darum geht, unsere Wut "sozialverträglich" auszudrücken. Und das übe ich halt jetzt die nächsten 40 Jahre ...

)
andere zu enttäuschen und die enttäuschung auszuhalten ist für mich persönlich auch absolut die hölle - allerdings diesen schritt vor sich zu haben, rauszuschieben, auch! übrig bleibt die frage: meine enttäuschung oder deine enttäuschung, welche lösung bringt beiden seiten etwas?
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