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    #46
    Zitat von solipsist Beitrag anzeigen
    Ich persönlich denke, dass es keinen übergeordneten Sinn des Lebens gibt. Jeder kann selbst für sich entscheiden, was seinem Leben Sinn gibt, falls er überhaupt einen speziellen Lebenssinn braucht.

    Mein eigener Lebenssinn könnte darin bestehen, das Leben auf diesem äußerst ungewöhnlichen Planeten zu entdecken und zu erkunden. Manchmal liege ich nachts im Bett wach und bin absolut verblüfft über diesen merkwürdigen Ort, an dem wir alle leben. Und dann überkommt mich eine große Neugier auf das Leben und auf die Erde. Ich könnte also sagen: mein Lebenssinn ist meine Neugier, meine Lust auf Wissen und auf Entdeckungen immer neuer Facetten des Lebens und unseres Planeten.

    Außerdem habe ich eine Neigung zum Altruismus, auch wenn ich (leider) momentan zu wenig tue. Aber ich möchte zumindest weitgehend auf Hass und Aggressionen verzichten und in meinem unmittelbaren sozialen Umfeld freundlich und wertschätzend sein (was mir auch nicht immer gelingt, aber ich strebe es an).

    Der Sinn des Lebens, unser hiersein, auf diesem Planeten ist mE wie wir mit Energie umgehen. Diese Energie in unserem Sinne fried- und liebevoll lenken zu lernen.
    Und damit meine ich nicht unbedingt und ausschließlich den Strom aus der Steckdose.

    Achtsam mit unseren Gedanken und Gefühlen umzugehen.
    Wir sind und erleben was wir denken.
    Wer sich auf dieses Abenteuer, die Macht der Gedanken einläßt, und sieht wie es funktioniert, hat für sich die Frage nach dem warum gelöst.

    Ein schöner Text den ich persönlich für lesenswert halte, wer neugierig genug ist und Lust hat:
    http://www.sethforum.de/texte/Seths_..._Universum.pdf

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      #47
      Hallo Solipsist,

      Zitat von solipsist Beitrag anzeigen
      Ich persönlich denke, dass es keinen übergeordneten Sinn des Lebens gibt. Jeder kann selbst für sich entscheiden, was seinem Leben Sinn gibt, falls er überhaupt einen speziellen Lebenssinn braucht.

      Was macht Dich da so sicher ? Wenn jeder für sich schaut, wieso gibt es dann Gott .... auch nochmal interessant, dass Gott für viele verschiedene Bedeutungen haben. Ich bin nicht gläubig .... oder falsch ausgedrückt, nicht an den Gott glaubend, ob es nun Gott oder Allah ist ....
      Ich finde, man kann gar nicht sagen, es gibt sinn oder es gibt keinen Sinn, denn niemand kann sich sicher sein, dass es so oder so ist. Und wie ich das hier schreibe, ist es so, dass ich das gar nicht schreiben kann, weil ich nicht weiß, ob es nun so ist, oder nicht ..........


      Mein eigener Lebenssinn könnte darin bestehen, das Leben auf diesem äußerst ungewöhnlichen Planeten zu entdecken und zu erkunden. Manchmal liege ich nachts im Bett wach und bin absolut verblüfft über diesen merkwürdigen Ort, an dem wir alle leben. Und dann überkommt mich eine große Neugier auf das Leben und auf die Erde. Ich könnte also sagen: mein Lebenssinn ist meine Neugier, meine Lust auf Wissen und auf Entdeckungen immer neuer Facetten des Lebens und unseres Planeten.

      Schön, dass Du deine Neugier nie verloren hast.

      Außerdem habe ich eine Neigung zum Altruismus, auch wenn ich (leider) momentan zu wenig tue. Aber ich möchte zumindest weitgehend auf Hass und Aggressionen verzichten und in meinem unmittelbaren sozialen Umfeld freundlich und wertschätzend sein (was mir auch nicht immer gelingt, aber ich strebe es an).

      Altruismus ... Frage, gibt es den wirklich ? Ist es nicht so, dass jemand, der scheinbar selbstlos handelt nicht auch so handelt, weil ihn eine doch für sich wichtige Antriebsfeder ihn treibt ..... und sei es, weil sich der Altruistische besser fühlt, wenn er helfen kann oder konnte ... oder etwas für ihn Gutes tun konnte.

      Kaktus

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        #48
        Hallo Faszisosum,

        Wir sind und erleben was wir denken.
        Ich finde das nicht so einfach ... uns machen also Erleben und Denken aus ? Was verursacht jetzt was ? ... Das Denken die Gefühle ? Oder die Gefühle das Denken ? Ein Teufelskreis scheint mit ....

        Ich hab einen Haufen Ratgeberbücher gelesen, die das Denken in den Mittelpunkt stellen .... und muss sagen, dass mir das nicht sehr geholfen hat. Anderen wohl. Scheinbar ist das auch eine Erkenntnis dass man diese Aussagen nicht über alle stülpen kann ?

        Denkbahnen im Gehirn, die die Gefühle beeinfluss ... probiert, nicht funktioniert. Also ein Indiz, dass schon auch organisches an Denk- und Gefühlsprozessen beteiligt sind ? Und es nicht so einfach ist, das Gehirn durch Denken so zu beeinflussen, dass es anders arbeitet ?

        @FirstSunshine keine Sorge - ich antworte noch - muss auch noch meine Gedanken ordnen, weil eins ins andere zu greifen scheint .... und nicht alles fassbar .....

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          #49
          Zitat von Kaktus2 Beitrag anzeigen
          Was macht Dich da so sicher ?
          Nun, ich begann meinen ersten Satz mit "Ich persönlich denke...". Drückt das denn wirklich aus, dass ich mir da "so sicher" bin, im Sinne einer allgemeingültigen Antwort? Meine Absicht war, meine persönliche Sicht schildern zu wollen, mehr nicht. Und ich hatte die Frage so verstanden, dass die Forumsteilnehmer dazu eingeladen seien, ihre persönliche Sichtweise zu schildern.

          Ob es Altruismus wirklich gibt? Was würdest du denn sagen, ab wann Altruismus denn wirklich echt ist? Nur dann, wenn man keine innere Antriebsfeder für sein Tun und seine "altruistische" Neigung hat? Besteht nicht letztlich für jegliche Empfindung und jegliches Handeln eine innere Antriebsfeder?

          Ja, vielleicht gibt es keinen echten Altruismus, dann verspüre ich sozusagen "unechten" Altruismus, der mir aber dennoch ein Gefühl der Sinnhaftigkeit im Leben gibt.

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            #50
            Zitat von solipsist Beitrag anzeigen
            Nun, ich begann meinen ersten Satz mit "Ich persönlich denke...". Drückt das denn wirklich aus, dass ich mir da "so sicher" bin, im Sinne einer allgemeingültigen Antwort? Meine Absicht war, meine persönliche Sicht schildern zu wollen, mehr nicht. Und ich hatte die Frage so verstanden, dass die Forumsteilnehmer dazu eingeladen seien, ihre persönliche Sichtweise zu schildern.

            Ich wollte mit der Frage nicht ausdrücken, dass du falsch liegst und ich dir irgendwas überstülpen will .... natürlich war jeder eingeladen mit seiner Sichtweise .... warum fühlst du dich von der Frage denn angegriffen, extra als Frage formuliert ...... tut mir leid, wenn ich dir da auf die Füße getreten bin .... ich selbst bin mir in meinen Gedanken nicht sicher. Mal so, mal so ... mal gar nicht .....
            An manchen Tagen kann ich es aber nicht leiden, wenn mir jemand unterstellt, ich wüßte nicht, von was ich schreibe .... (betrifft jetzt nicht dich, ich werde später nochmal drauf eingehen)



            Ob es Altruismus wirklich gibt? Was würdest du denn sagen, ab wann Altruismus denn wirklich echt ist? Nur dann, wenn man keine innere Antriebsfeder für sein Tun und seine "altruistische" Neigung hat? Besteht nicht letztlich für jegliche Empfindung und jegliches Handeln eine innere Antriebsfeder?
            Ja, ab wann Altruismus beginnt ... ich weiss es nicht. Bin oft geneigt dazu, dass es ihn nicht gibt .... wie es vieles nicht gibt .......
            laut Definition soll es ja selbstloses Handeln sein .... gibt es das wirklich ?

            Ohne Antriebsfeder kein Handeln .... selbstlose Antriebsfeder ????

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              #51
              Zitat von Kaktus2 Beitrag anzeigen
              warum fühlst du dich von der Frage denn angegriffen, extra als Frage formuliert ...... tut mir leid, wenn ich dir da auf die Füße getreten bin ....
              Aber ich fühlte mich eigentlich gar nicht angegriffen. In dem Fall nur missverstanden. Und da du ja konkret nachgefragt hattest, was mich so sicher machen würde, habe ich das als Antwort geschrieben.
              Zuletzt geändert von solipsist; 30.06.2016, 15:34.

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                #52
                Hallo Kaktus

                Zitat von Kaktus2 Beitrag anzeigen
                Ich finde das nicht so einfach ... uns machen also Erleben und Denken aus ? Was verursacht jetzt was ? ... Das Denken die Gefühle ? Oder die Gefühle das Denken ? Ein Teufelskreis scheint mit ....
                mE folgt das Denken den Gefühlen.
                Egal was ich höre oder sehe, als erstes kommt für mich ein Gefühl hoch.
                Angenehme Gefühle. Unangenehme Gefühle. Ein Alltags-Gefühl bei Aufgaben von denen ich weiß, das kenn ich kann ich, also kein Problem.
                Ein Gefühl aktiviert Gedanken, welche Erinnerungen hochholt an „Bekanntes“. Es macht sozusagen Schubläden auf.
                Nun kommt es auf meine Gedanken an, wie ich die Situation, die gegeben ist, handhabe.
                Und somit meine „eingefahrenen“ Mustergedanken zum Einsatz kommen. (Schubladendenken)


                Ich hab einen Haufen Ratgeberbücher gelesen, die das Denken in den Mittelpunkt stellen .... und muss sagen, dass mir das nicht sehr geholfen hat. Anderen wohl. Scheinbar ist das auch eine Erkenntnis dass man diese Aussagen nicht über alle stülpen kann ?
                Dann bist du für dich noch nicht an das richtige Buch/Tipp gekommen.
                Aber eines vorweg. Es wird sich kaum nur durch lesen und kurzes ausprobieren, eine einleuchtende Erkenntnis, welches Konzeptes dahinter steck, einstellen.

                Denkbahnen im Gehirn, die die Gefühle beeinfluss ... probiert, nicht funktioniert.
                Wie hast du es versucht zu verändern, zu beeinflussen?

                Also ein Indiz, dass schon auch organisches an Denk- und Gefühlsprozessen beteiligt sind ? Und es nicht so einfach ist, das Gehirn durch Denken so zu beeinflussen, dass es anders arbeitet ?
                Dein Gehirn arbeitet, was du im zu arbeiten gibst. Du denkst, was auch immer, und nach genau diesen Angaben macht ES seinen Job.
                Somit ist der Input entscheidend. Was reinkommt, kommt raus.
                Der entscheidende Punkt ist, das DU bestimmst, was DU denkst, besser gesagt denken willst. Bewusst denken willst!

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                  #53
                  Die meisten unserer Gedanken sind ein Abfallprodukt unseres Gehirns - das glaube ich mittlerweile und mich entlastet es, wenn ich meine Gedanken nicht immer ernst nehme ... manchmal auch "interessant, dass ich das denke".

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                    #54
                    Zitat von Kaktus2 Beitrag anzeigen
                    ..., dass ich Derealisationen habe, bei denen dann plötzlich die Umgebung unreal anfühl, ja sogar mein ICH scheint sich aufzulösen. Und dann sehe ich die Menschen, die von A nach B rennen und einfach funktionieren - das wirkt dann so grotesk auf mich. Komisch jedenfalls.
                    Liebe Kaktus, ich habe mich jetzt durch den Faden gelesen... darf ich noch einmal auf den Anfang zurückkommen? ( Solange das nicht gegen eine Regel hier verstößt..)

                    Mich hat Deine Aussage sehr bewegt und ich frage mich, ob Dir dieser Zustand Angst macht, oder ob es einfach nur seltsam für Dich ist?

                    Ich kenne so einen Zustand, aber ich freue mich jedes Mal, wenn ich es dorthin schaffe und ihn eine Zeit lang halten kann. Für mich bedeutet es, dass ich in diesem Zustand meine "Kopfgeschichten" - Vergangenheit und Zukunft - nicht mehr wahrnehme, sondern wirklich nur im Moment lebe. Für mich eine absolute Befreiung.

                    Auch die Bewertungen , mich selbst oder die Anderen, sind in diesen Momenten nicht existent. Deswegen sehe ich diesen Zustand auch nicht als De-Realisation, sondern eher als "objektive" Wahrnehmungen. Die Bewertungen entstehen ja aus unseren eigenen Erfahrungen und Sehnsüchten, entweder aus der Vergangenheit oder in die Zukunft gerichtet. Und die sind eben dann gerade nicht da.

                    In meinem Kopf ist dann nur Stille und Ruhe, herrlich!


                    Interessiert mich sehr, was Du davon hältst... und ob das vielleicht eine Perspektive für Dich wäre.

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                      #55
                      Liebe FirstSunshine,

                      Ich denke der Ausdruck "Erkennen" trifft es nicht genau. Es ist eher der Eindruck, die Welt als Einzige so zu sehen wie ich sie sehe, als Einzige "in anderen Zusammenhängen" zu denken - und das so abweichend von den anderen, dass sie mir unwirklich erscheinen (oder ich mir selbst?).
                      Ok. Ich kenne Menschen, die dasselbe empfinden (Derealisationen z.B.) wie ich .... es gibt Menschen, die das nicht haben. Und es gibt Menschen, die Stimmen hören - für sie real, für andere nicht da ... für mich auch nicht da z.B.
                      Es gibt einen Rap-Text von JAW:

                      Meine Fans sind wie ich, ich bin wie meine Fans.
                      Was wollt ihr von mir? Es gibt 1000 Menschen wie mich.
                      Vielleicht auch Millionen, vielleicht auch Milliarden.
                      Vielleicht trägt die ganze Welt Teile von mir in sich.

                      Die Frage "Wer bin ich" beschäftigt mich auch phasenweise immer wieder. Fragen sich nicht alle Menschen irgendwann mal "was kommt tatsächlich von innen und was ist nur meine Reaktion auf äußere Reize?" oder "was mache ich nur, weil es alle so machen und was würde ich tun, wenn es gewisse Prägungen und Konventionen nicht gäbe?" Zur Zeit hab ich da grad eine Ruhephase - aber wer weiß, ob das Thema nicht wieder aufkommt. Mir hat es manchmal den Boden unter den Füßen weggerissen, wenn ich gemerkt habe, da stimmt was nicht (nur was?) und ALLES in Frage gestellt habe, woran ich bisher "geglaubt" habe. Mein Selbstbild ist ja auch Teil des gesamten Menschenbildes und auch mit meinem Weltbild verwoben. Was, wenn da nun gar nix, was mir bisher als Tatsache erschien, mehr verlässlich scheint?
                      Ja, das fragt sich wohl jeder .... spätestens auch in der Pubertät ... bei mir war das damals irgendwie nicht so. Warum weiß ich nicht.
                      Inwieweit hat es dir denn da den Boden weggerissen ? Dieses ALLES in Frage stellen ist irgendwie gefährlich .... aber manche meinen, dass das der Weg ist. Und man lernt dadurch ja auch. Stell Dir vor, ein Mensch stellt sich nie in Frage ... also wenn er gut eingebunden ist mag das gehen, aber stell Dir vor, es ist jemand, der immer von allem und v.a. von sich überzeugt ist .....

                      Bewertungen sind subjektiv und es ist nicht sicher, ob sie treffen. Siehe die Geschichte vom chinesischen Bauern. Es wird nur der wahrnehmbare Ausschnitt bewertet und es wird gnadenlos verallgemeinert. "Gut" oder "schlecht" sind ja nur Oberbegriffe, mit denen man einen komplexen Sachverhalt, der bereits in eine Schublade gesteckt wurde, in ein einzelnes Wort presst. Und was ist schlimm? Schlimm, wenn jemand vom Auto überfahren wird und im Rollstuhl landet - sofern er mit seinem Schicksal hadert. Ist es immer noch schlimm, wenn derjenige sein Leben so gestalten kann, dass er den Rollstuhl nicht als Einschränkung empfindet und glücklich und zufrieden lebt? Ist der Autofahrer, der in einem Moment der Unachtsamkeit ohne jede böse Absicht einen Menschen angfahren hat, ein größerer "Verbrecher", weil sein Opfer an diesem Unfall ganz fürchterlich zu nagen hat, als der, der den lebensfrohen Menschen angefahren hat, der durch den Unfall seine Lebensfreude nicht verloren hat? Woran macht man fest wie "schlimm" etwas ist oder wie "böse" der Verursacher? An den Motiven? An den Folgen? An den Reaktionen der anderen? Bewertung ist so fragil.
                      Ja, Bewertung ist so fragil .... Wie würdest du denn differenzierter Bewerten .... außer gut oder schlecht, toll, oder schlecht/böse ....
                      Warum soll ein Mensch, der so ein Schicksal erlitt, nicht traurig oder wütend sein ? Er fühlt dann wenigstens was. Klar kann man auch alles als richtig und gut bewerten. Wenn man dann eine weile in der rosaroten Wolke gelebt hat, bemerkt man vielleicht, dass es nichts besonderes mehr ist ... alles ist halt einfach irgendwie ... was ich damit sagen will: Ist es nicht so, dass man positive Gefühle nicht erst erleben kann, wenn man die Referenz dazu hat - negative Gefühle und umgekehrt ?

                      Solche "Schubladen-Bewertungen" empfinde ich als Ablenkung. Wenn ich mich auf das Sein (und in erster Linie auf mein eigenes) konzentriere, dann geht das tiefer. Das hängt natürlich mit meinem persönlichen Sinn des Lebens und meiner Existenz zusammen. Ich versuche mal, das mit dem Ausdruck "Selbsterkenntnis und Entwicklung als/zur Investition ins Leben" zusammen zu fassen. Wenn ich Situationen nicht unter dem Bewertungsaspekt sondern in Bezug auf (meine) Bedürfnisse betrachte, dann bringt mich das weiter. Ich kann ein Ereignis, das Du schlimm nennst, so für mich aufdröseln. Schlimm finde ich, dass ein Bedürfnis offensichtlich nicht erfüllt wurde. Welches Bedürfnis steckt dahinter? Was kann ich tun, um mein Bedürfnis "trotzdem" zu erfüllen, ohne mich über die momentane Nichterfüllung "aufzuregen" und mich mit Zeit und Energie, die ich in diese Aufregung stecke, davon abzuhalten?
                      Den Zusammenhang zwischen Bewertung und Bedürfnis hab ich jetzt noch nicht so begriffen .... bzw. muss ich nicht bewerten, um Bedürfnisse zu haben ? Ich finde es gut, wenn mir jemand Aufmerksamkeit schenkt ... daher ist es mein Bedürfnis mit Aufmerksamkeit mich gut zu fühlen (ob nun negative oder positive Aufmerksamkeit) (nur als Beispiel)

                      Wenn mich also aufregt, dass jemand "Mist labert" und beispielsweise immer wieder mit den gleichen Allgemeinplätzen ankommt, die mich kein bisschen weiterbringen, dann bewerte ich ihn als Störenfried in der Unterhaltung. Das "Geschwätz" triggert mich. Ich bin versucht, ihn zum Schweigen zu bringen. Ich verwende meine Energie "gegen" ihn, um die Situation zu ändern. Wenn ich mich aber auf mich konzentriere und feststelle, dass schlicht mein Bedürfnis nach neuen Informationen nicht erfüllt wird und mich an sich ärgert, dass derjenige einfach keine neuen Informationen hat - dann kann ich ihn ganz gelassen "sein" lassen. Er ist nun mal so. Er ist wie ein Buch, das nicht ändern kann, was auf seinen Seiten steht. Und dann kann ich diese menschliche Informationsquelle genauso behandeln wie jedes Buch, das Bekanntes enthält: ich lege es einfach zur Seite und richte meine Aufmerksamkeit auf ein erfolgversprechenderes. Es ist ein Buch, nicht mehr und nicht weniger. Kein "Störenfried", der nur geschrieben wurde, um mich zu ärgern und meine Zeit zu verschwenden. Ich spare Zeit, Energie und Nerven, wenn ich mich auf mein Bedürfnis konzentriere anstatt auf die Bewertung von Dingen oder Personenen, die dieses Bedürfnis nicht befriedigen.
                      Der stein des anstoßes war nur der letzte Satz, was mir unterstellte, ich wüßte nicht, wovon ich schreibe unterschrieben mit einem Alibi-Schäm-Smilie ..... ja, vielleicht war das Bedürfnis des anderen seinen Senf einfach dazuzugeben und gehört zu werden .... aber es läßt sich nicht verhindern, dass Bedürfnisse dann auch mal nicht zusammen passen.
                      Ich kenne den Unterschied zwischen Leere und vielleicht (zuviel) Gefühl .... letzteres ist extrem anstrengend ... ersteres bedeutet aber auch lebendig tot zu sein .... gut, andere sagen, man muss die Mitte suchen ... aber ist die Mitte nicht auch tot langweilig ? Du siehst, ich bin in vielem selbst nicht sicher oder vielleicht sogar widersprüchlich.

                      Bei Kriegen wird es natürlich schwerer, sich nur auf sein Bedürfnis zu konzentrieren und sich nicht vom (Bewertung: überflüssigen, unnötigen) Leiden und dem (Bewertung: gefühllosen, dummen, brutalen, schlechten) Verursacher des Leids "ablenken" zu lassen. Das Bedürfnis bei mir wäre wohl "Wirksamkeit zugunsten einer friedlichen Welt" - ich kann aber nicht bewirken, dass ein bestimmter Krieg endet oder dass Menschen nicht verletzt, getötet und vertrieben werden oder dass Kinder, die so ein Geschehen gar nicht einordnen können, so etwas mit ansehen müssen und geprägt werden. Ich kann aber auch nicht wissen, ob nicht eines der Kinder wegen genau dieses Anblicks zu einem Erwachsenen wird, der den Willen und den Einfluss entwickelt, erfolgreich für Frieden zu werben. Womöglich war der Sinn dieses einen Kriegs, den Menschen hervorzubringen, der weitere verhindern kann. Ich kann also trotz des Mitgefühls für die Betroffenen und den Wunsch, das möge einfach nciht stattfinden, darauf vertrauen, dass ein Sinn darin liegt, den ich nur einfach nicht sehe. Und ich kann mir überlegen, welche Möglichkeiten ich habe, mein Bedürfnis zu befriedigen. Ich könnte zum Beispiel für Menschen, die durch Krieg in Not geraten sind, etwas tun, um ihr Leid (das mir nicht gefälllt) zu lindern - aber nicht als Kampf aus dem Zorn über die Umstände heraus sondern aus ruhiger Überzeugung. Zorn gib Antrieb. Das weiß ich sehr genau. Aber er kann auch verhindern, dass man sich in Ruhe über das Ziel und die passende Strategie klar wir, bevor man loslegt, und seine Energie dann wenig "nutzbringend" einsetzt. Die Energie ist dann aufgebraucht, das Ziel nicht erreicht und der Zorn darüber kommt zum ursprünglichen noch dazu. Dann doch lieber gelassen und befriedigend.
                      Ja, das Thema Krieg ist da schon schwieriger. Krieg mit Krieg zu lösen, liest sich schon wenig erfolgversprechend, es sei denn ein Gegner ist so übermächtig .... dass der andere niedergeht.
                      Das thema Krieg hab ich gebracht, weil ich den Zustand der Bewertungslosigkeit kenne und zwar nicht nur dann und wann, oder manchmal, oder hin und wieder, sondern auch täglich .... das war eine sehr schlimme Zeit, in der ich (wie du richtig erkannt hast) nicht mehr lebensfähig war. Und genau da war auch die ICH-Auflösung am stärksten.
                      Krieg .... er war einfach ... der Holocaust - er war/ist einfach ... mache werden jetzt erschrecken wenn ich das schreibe, aber genauso war es ....
                      Oder - immer stammwähler gewesen .... mit einem mal war eine Entscheidung nicht mehr möglich ........ wenn das ein Dauerzustand wird, stirbt man. (davon bin ich überzeugt)

                      Weiß nicht. Klingt meine Antwort, als ob ich's verstanden hätte?
                      Ja, auf jeden Fall !

                      Kaktus

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                        #56
                        Hallo Faszinosum,

                        Zitat von Faszinosum Beitrag anzeigen
                        Hallo Kaktus



                        mE folgt das Denken den Gefühlen.

                        das habe ich eben anders erlebt und bin immer erstaunt, dass alle das Gegenteil behaupten ... frei nach dem Motto: 1 Geisterfahrer ? 100erte !!!!

                        Egal was ich höre oder sehe, als erstes kommt für mich ein Gefühl hoch.
                        Angenehme Gefühle. Unangenehme Gefühle. Ein Alltags-Gefühl bei Aufgaben von denen ich weiß, das kenn ich kann ich, also kein Problem.
                        Ein Gefühl aktiviert Gedanken, welche Erinnerungen hochholt an „Bekanntes“. Es macht sozusagen Schubläden auf.
                        Nun kommt es auf meine Gedanken an, wie ich die Situation, die gegeben ist, handhabe.
                        Und somit meine „eingefahrenen“ Mustergedanken zum Einsatz kommen. (Schubladendenken)

                        Bei Panikattacken hatte ich immer das andere Gefühl ... Leere im Kopf, und körperlich schreckliche Zustände ... bis mir jemand sagte, das sind Panikattacken. Versuch Gedanken auszumachen .... hm, großes Fragezeichen. Körperlich war meiner meinung nach zuerst da ... danach kam der Gedanke ich sterbe"

                        Spazierengehen muss mir doch gut tun ... aber es änderte sich nichts .... es ging mir körperlich schlecht, danach kam der Gedanke, das Leitungswasser könnte vergiftet sein, oder ich könnte an Nierenversagen sterben oder oder ....


                        Dann bist du für dich noch nicht an das richtige Buch/Tipp gekommen.

                        Das denke ich nicht (mehr). Ich werde meine 100 000 Ratgeberbücher verkaufen ... oder verschenken. Ich weiß noch nicht.
                        Aber eines vorweg. Es wird sich kaum nur durch lesen und kurzes ausprobieren, eine einleuchtende Erkenntnis, welches Konzeptes dahinter steck, einstellen.


                        Wie hast du es versucht zu verändern, zu beeinflussen?

                        Hab versucht immer zu denken, dass ich nicht sterbe, dass ich mir alles einbilde, dass es nicht real ist ... gedanklich immer versucht gegenzusteuern. Innerliche Stoppschilder, Imaginationen ... keine Chance ... ich kenne Leute, denen hat das geholfen. Ich war sogar in einem buddhistischen Zentrum. Ich hab meditiert .... Muskelrelaxation, affirmationen .... autogenes Training. Keine Änderung .... trotz monatelanger Anwendung. Ich war sogar bereit mich am Gehirn operieren zu lassen.



                        Dein Gehirn arbeitet, was du im zu arbeiten gibst. Du denkst, was auch immer, und nach genau diesen Angaben macht ES seinen Job.
                        Somit ist der Input entscheidend. Was reinkommt, kommt raus.
                        Der entscheidende Punkt ist, das DU bestimmst, was DU denkst, besser gesagt denken willst. Bewusst denken willst!

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                          #57
                          Zitat von spark Beitrag anzeigen
                          Liebe Kaktus, ich habe mich jetzt durch den Faden gelesen... darf ich noch einmal auf den Anfang zurückkommen? ( Solange das nicht gegen eine Regel hier verstößt..)

                          Mich hat Deine Aussage sehr bewegt und ich frage mich, ob Dir dieser Zustand Angst macht, oder ob es einfach nur seltsam für Dich ist?

                          Ich kenne so einen Zustand, aber ich freue mich jedes Mal, wenn ich es dorthin schaffe und ihn eine Zeit lang halten kann. Für mich bedeutet es, dass ich in diesem Zustand meine "Kopfgeschichten" - Vergangenheit und Zukunft - nicht mehr wahrnehme, sondern wirklich nur im Moment lebe. Für mich eine absolute Befreiung.

                          Auch die Bewertungen , mich selbst oder die Anderen, sind in diesen Momenten nicht existent. Deswegen sehe ich diesen Zustand auch nicht als De-Realisation, sondern eher als "objektive" Wahrnehmungen. Die Bewertungen entstehen ja aus unseren eigenen Erfahrungen und Sehnsüchten, entweder aus der Vergangenheit oder in die Zukunft gerichtet. Und die sind eben dann gerade nicht da.

                          In meinem Kopf ist dann nur Stille und Ruhe, herrlich!


                          Interessiert mich sehr, was Du davon hältst... und ob das vielleicht eine Perspektive für Dich wäre.
                          Hallo spark,

                          ja, interessant .... absolute Ruhe finde ich ebenso schlimm (über längeren Zeitraum) wie totales Chaos und extreme Gefühlszustände. Mit Ruhe läßt sich gut verschnaufen, aber ist dir nicht langweilig, wenn es zu lange dauert ? Und wie kannst du mit absoluter Ruhe etwas für dich sinngebendes, befriedigendes ja begeisterndes finden ? Ich glaube, dass man Gedanken und bewertungen braucht um etwas Begeisterndes oder wie solipsist schrieb Neugier für sich zu empfinden ... ja überhaupt zu empfinden.
                          Interessant auch, dass du den Zustand als objektive wahrnehmung bzeichnest. Für mich löste sich damit die Objektivität und die Realität auf. Sie war quasi nicht mehr existent.

                          Danke für Dein schreiben.

                          Kaktus

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                            #58
                            Hallo Kaktus
                            Zitat von Kaktus2 Beitrag anzeigen
                            Hallo Faszinosum,..........
                            Eine derartige Lebenslage ist eine Ausnahmesituation, in der man umgehend Hilfe braucht und haben will.

                            Da steht ein Monster von Angst im Vordergrund und gewaltiger Druck, dass etwas funktionieren muss um da wieder rauszukommen.
                            Der Auslöser will gefunden werden.
                            Wichtig ist, rauszubekommen, was die Lunte, die Zündschnur angezündet hat damit nach x-Zeitraum die Bombe hat explodieren können.

                            Dies alles ist in der Anfangsphase, wenn man seine ersten Versuche in der Gedankenveränderungsarbeit ausprobiert, kontraproduktiv.
                            Dabei bedarf es einer gewissen Gelassenheit und Vertrauen in sich selbst, welches man sich ja auch erst erarbeiten muss. Der eine mehr, der andere weniger.

                            Vielleicht bist du ja irgendwann einmal, wenn es deine Situation zulässt, doch noch neugierig, dich damit zu beschäftigen.
                            Es lohnt sich in vielerlei Hinsicht, ich spreche aus Erfahrung.

                            Wünsche dir alles Liebe und Gute!

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                              #59
                              Zitat von Gerlinde Beitrag anzeigen
                              Die meisten unserer Gedanken sind ein Abfallprodukt unseres Gehirns - das glaube ich mittlerweile und mich entlastet es, wenn ich meine Gedanken nicht immer ernst nehme ... manchmal auch "interessant, dass ich das denke".
                              Viele unsere Gedanken gehören in den Müll!!
                              Wer sie ungeachtet durch die gehirnwindungen jagt oder dümpeln läßt erzeugt Abfallprodukte, welche aber nicht von alleine da hingekommen sind.

                              Sie werden nur unhinterfragt aufgenommen, gehortet, gepflegt und sich selbst überlassen.

                              Irgendwann kommen sie zum Tragen, mitunter treten sie auch als fiese getarnte Gang auf.
                              Diese drücken sich dann in den Ereignissen aus, welche wir im Leben nicht haben wollen.

                              Verdrängtes und nicht beachtetes verschafft sich unweigerlich früher oder später einmal Gehör.

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                                #60
                                Zitat von Kaktus2 Beitrag anzeigen
                                Hallo spark,

                                ja, interessant .... absolute Ruhe finde ich ebenso schlimm (über längeren Zeitraum) wie totales Chaos und extreme Gefühlszustände. Mit Ruhe läßt sich gut verschnaufen, aber ist dir nicht langweilig, wenn es zu lange dauert ? Und wie kannst du mit absoluter Ruhe etwas für dich sinngebendes, befriedigendes ja begeisterndes finden ? Ich glaube, dass man Gedanken und bewertungen braucht um etwas Begeisterndes oder wie solipsist schrieb Neugier für sich zu empfinden ... ja überhaupt zu empfinden.
                                Vergessen zu erwähnen habe ich den inneren Frieden, der sich dann einstellt und das Fehlen jeglicher Bedürfnisse.
                                Aus diesem Zustand heraus kommen Impulse und Gedanken, die wirklich neu sind und die nicht aus meinen alten Geschichten - oder Schubladen stammen.
                                Diesen Zustand kann ich (leider) nie lange halten, wenn ich eine Minute schaffe, bin ich glücklich. Dafür kann ich es aber mehrmals am Tag erreichen.
                                Die Impulse, die entstehen, wirken im meinem "Alltagsbewusstsein" und deshalb habe ich weniger Langeweile als zu Zeiten, als ich das noch nicht kannte. Mein Schubladendenken hat sich verringert, ich entdecke neue Perspektiven...

                                Bis hierher bin ich übrigens nur aufgrund meiner Neugier mir selbst und Anderen gegenüber gekommen..

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