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Kindheitserinnerungen der positiven Art.

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    #46
    Also ich gehöre auch zu den Müttern, die angesichts der eigenen positiven Erinnerungen an eine wunderbare "Straßenkindheit" versuchen, sich am Riemen zu reißen und den Kindern Freiheiten zu lassen.

    Innerhalb eines bestimmten Radius (unsere Siedlung, deutlich größer als Rufweite) dürfen sie sich frei bewegen, und da weiß ich nicht immer, auf welchem Baum sie gerade rumklettern oder in wessen Garten sie Trampolin springen. Sie sind auch immer allein zur Schule gegangen bzw. fahren jetzt mit dem Rad, und zwar auch bei Regen, wo 50 Prozent der anderen Kids mit dem Auto gebracht werden (neuerdings auch bei Wind). Sie haben beide kein Handy und oft auch keine Uhr; meine Tochter orientiert sich da auch noch an den Kirchenglocken, meinen Sohn muss ich gelegentlich irgendwo suchen.

    Aber mit dem allein im Dunkeln nach Hause gehen war ich schon immer vorsichtig, und das möchte meine Tochter mittlerweile selbst nicht mehr so gern. Wenn sie zu mehreren sind ja, aber nicht ganz allein. Das akzeptiere ich auch so und gehe ihr dann entgegen, oder sie fährt bei einer Freundin mit (denn da dürfen viele auch tagsüber noch nicht allein rumlaufen, und das mit 11 Jahren ...).
    Wobei uns als Kindern die Gefahr, dass einen jemand ins Auto lockt, durchaus auch kommuniziert wurde, denn das gab es in den 80er Jahren ja auch schon. (Ob die Gefahr, dass man tagsüber auf offener Straße von mehreren jungen Männern "mit südländischem Aussehen" angegriffen und ausgeraubt wird, wie letztens im Nachbarort geschehen, damals schon gegeben war, weiß ich nicht, aber das wäre jetzt auch ein anderes Thema.)

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      #47
      Zitat von Laurina Beitrag anzeigen
      das möchte meine Tochter mittlerweile selbst nicht mehr so gern. Wenn sie zu mehreren sind ja, aber nicht ganz allein. Das akzeptiere ich auch so
      Ich glaube, das wird für Deine Tochter mal eine positive Kindheitserinnerung, auch wenn sie sie nicht als "bestimmtes Ereignis" erinnert: das Geühl selbst ausprobieren und entscheiden zu können, wobei man sich mehr oder weniger wohl fühlt und in diesem Gefühl dann respektiert zu werden. Es ist dann eine "gefühlte" Überzeugung, die auf eigener Erfahrung beruht, und keine Angst, die man übernommen hat, ohne zu ergründen, ob sie für einen selbst auch "gilt" - nur weil eine erwachsene Bezugsperson Angst vor etwas hat.

      Erinnerungen sind sehr subjektiv. Ich bin mal während eins Schulausflug mit einer Klassenkameradin zusammen im Wald "verschütt" gegangen. Wir sind durch den Wad geirrt, sind nach Stunden auf "unbekannte Zivilisation" gestoßen und haben uns von dort aus bis zum Treffpunkt durchgefragt. Wir waren müde, durstig und erschöpft. In meiner Erinnerung blieb das gute Gefühl hängen, den Rückweg ohne Lehrer gefunden zu haben, das das Gefühl, ganz alleine im Wald herumzuirren und vielleicht nie wieder raus zu finden, völlig "überlagert" hat. Ja, es war schlimm, aber danach war auch "alles wieder gut". Meine Klasenkameradin würde dieses Erlebnis wohl heute noch als negative Erinnerung beschreiben, weil sie in der "Panik" im Wald rettungslos verloren zu sein "steckengeblieben" ist und die Auflösung der unangenehmen Situation überhaupt nicht spüren konnte.

      Für mich steht auf der Liste der positiven Kindheitserinnerungen:

      Im Wald verirrt und nicht "gerettet" worden!

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        #48
        Zitat von FirstSunshine Beitrag anzeigen
        Für mich steht auf der Liste der positiven Kindheitserinnerungen:
        Im Wald verirrt und nicht "gerettet" worden!
        Oh ja, das erinnert mich an ein Erlebnis, das spannend, zwischendurch vermutlich auch gefährlich war, einen guten Ausgang genommen hat, und bei mir unter der Rubrik "Erinnerungen einer Heldin" abgespeichert wurde ...

        Meine Mutter, meine drei Jahre jüngere Schwester und ich waren im Wochenendhaus von Freunden zu Besuch. Meine Schwester und ich wollten (und durften) einen Ausflug zu einem nahegelegenen Aussichtsturm machen. Auf dem Hinweg sind wir auf Sicht quer durch die Weinberge gestapft und wir haben uns unterwegs Markierungen (Steine, Pfeile aus Zweigen ...) für den Heimweg gemacht. Wir hätten auch einen etwas längeren befestigten Rückweg nehmen können, aber wir suchten ja das Abenteuer, und für echte Abenteurer gehört es sich nicht, eingetretene Wanderwege zu benutzen. Wir hatten den Aussichtsturm gerade erreicht, als das Abenteuer (in Form eines gewaltigen Donnerwetters mit Platzregen und Hagel) uns gefunden hat. In dem Versuch, möglichst schnell ins Trockene zurück zu kommen, haben wir uns (natürlich) verlaufen. Meine kleine Schwester (wenn ich mich richtig erinnere war sie damals gerade noch nicht in der Schule) heulte (natürlich), wie ein Schlosshund und um ihr Mut zu machen, habe ich aus voller Kehle Wanderlieder gesungen, während ich sie durch die immer matschiger werdenen Weinberge gezerrt habe. Unser Gesang war es dann auch, der unserer Mutter bei stark eingeschränkter Sicht (nach dem Regen war es plötzlich so nebelig, dass man keine fünf Meter weit mehr sehen konnte) half, uns zu finden. Zur Feier des Tages gab es Nudeln mit roter Soße und heiße Schokolade in rauen Mengen ...

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          #49
          Ich kann mich an einen eigenen Kindergeburtstag erinnern, der war zu Grundschulzeiten und es waren so viele Kinder gekommen, dass wir eine Schnitzeljagd machen konnten... wir waren allerdings so gut im Verstecken der Pfeile, dass die Gruppe, die uns suchen sollte, sich völlig verlaufen und uns natürlich nicht gefunden hatte. Wir waren dann schon zu Hause und haben auf die Verfolger gewartet und als sie nach über einer Stunde immer noch nicht da waren, haben wir sie dann mit meinen Eltern gesucht.

          Die waren allerdings sauer auf uns, als wir sie endlich im Wald fanden, weil sie unsere ausgelegten Pfeile nicht gefunden hatten.

          Insgesamt waren Kindergeburtstage zu meiner Zeit, also in den 70iger und 80iger Jahren wesentlich einfacher, als zu Zeiten meines Sohnes Anfang 2000er Jahre. Während es zu meiner Zeit einfach nur Kuchen und Orangensprudel gab, musste zum Kindergeburtstag meines Sohnes schon viel mehr auf die Beine gestellt werden... einfach nur Geburtstag feiern, ging nicht. Es war zu der Zeit sogar gerade Mode, dass die Kinder, die zu dem Geburtstagskind kamen, hinterher eine Geburtstagstüte mit Süßigkeiten, Stiften und Ähnlichem von diversen bekannten Kinderserien erwarteten und wer keine gute Tüte mit nach Hause brachte, da ließen die Eltern ihre Kinder nicht mehr hin... gruselige Zeit.

          Ich habe das damals aber ganz geschickt gemacht und aus dem ganzen mit den Tüten eine Schatzsuche auf eigenem großen Grundstück gemacht und es gab nur ein bisschen Süßes und dazu einen Fallschirm... der war in einer Plastikkugel, die hat man hochgeworfen und dann öffnete sich die Kugel und der Fallschirm kam heraus und das ganze segelte zu Boden... die Kinder waren alle total begeistert und haben damit ganz lange gespielt. Und mit unserem damaligen Hund haben sie gespielt. Und da war ein Junge bei, der war allergisch gegen alles (aber wenn ihr die Mutter gesehen hättet, wäret ihr auch allergisch geworden... ) und ich bekam eine lange Erklärung, was ihr armer Sohn denn alles nicht dürfte... natürlich auch nicht den Hund anfassen. Die Mutter war dann irgendwie, wie soll ich das sagen, peinlich berührt, als ich ihr gleich erzählte, dass ich alles, was es zu Essen gab, auch passend ohne die Allergene für ihren einen Sohn gemacht hatte (der eine eigene Brotbox dabei hatte, die er aber voll wieder mitgenommen hat), der Bruder hatte nichts, da ich im Vorfeld gefragt hatte, ob bei den Kindern Allergien bestünden. Für mich war das völlig normal, der Kleine sollte ja genauso mitessen könne, wie alle anderen auch.

          Der Kleine war es dann auch, der sich zuerst traute, unserem damaligen Hundi den Ball aus dem Maul zu nehmen und wieder weg zu werfen und dass, ohne dass er den Hund dabei berührte. Von da an, war er der King des Tages...

          Was ich damals auch seltsam fand, war, dass man die Kinder, mit denen mein Sohn spielte oder Geburtstag feiern wollte, nicht allein bekam, da kamen immer die Geschwister mit. Das war zu meiner Zeit anders, da kamen immer nur die Kinder, die man auch eingeladen hatte.

          Und leider kam damals bei meinem Sohn auch eine Mutter mit und leider hat mein Sohn dann genau diesen Sohn dieser Mutter dann gebissen, weil ihr Sohn nicht von seinem Kettcar runter ging und es später sogar demoliert hat (was wir aber erst hinterher gesehen hatten). Wenn Autisten, mein Sohn ist ja auch Aspie, anfangs noch nicht so gut sprechen können, dann greifen sie manchmal zu drastischen Mitteln, wie z.B. beißen, um sich Gehör zu verschaffen oder um sich durchzusetzen. - Also ihr Sohn war jetzt nicht schwer verletzt, es hat nicht mal geblutet, aber sie erwartete, dass ich meinen Sohn vor allen anderen Kindern runter putzen sollte, aber das habe ich nicht gemacht, weil ich den Vorfall nicht mit eigenen Augen gesehen hatte und vorher hatte mein Sohn noch nie jemanden gebissen... ich glaube, dass war damals der Anfang vom Ende dieser Freundschaft... Ich habe nicht drum getrauert.

          Irgendwie war das bei meinen Kindergeburtstagen einfacher. Es gab auch nur Kuchen und nicht noch Abendbrot... bei meinem Sohn war es Gang und Gebe, dass die Kinder erst Kuchen (möglichst viele verschiedene Sorten mit möglichst vielen Gummibärchen und Smarties und was nicht noch alles oben drauf, was ich nur wenig gemacht habe, weil mein Sohn das alles nicht mochte) und dann Abends noch fett Chicken Nuggets und Unmengen an Pommes aufzutischen. Ich hoffe, wenn ich mal Enkelkinder habe, ist es wieder besser.

          Mit unserem Sohn war es dann später so, dass er nur noch 1-2 Mitschüler zu seinem Geburtstag einlud und damit und mit den Eltern (bei besonderen Kindern hat man oft die Eltern dabei) konnten wir dann auch größere Sachen machen, wie z.B. in den Wildpark gehen und dort eine Schatzsuche machen oder nach Legoland fahren oder einen Indoorspielplatz besuchen usw. Das ist dann ganz klar der Vorteil mit einem autistischen Kind, es werden nur wenige Kinder eingeladen.

          Wie ist das Heute so? Hat jemand von euch noch kleinere Kinder?

          Condor

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