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Februar 2016: Indirekte/Unklare Kommunikation

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    Februar 2016: Indirekte/Unklare Kommunikation

    Ich erlaube mir, das Thema, das ich seit einiger Zeit mal gerne erörtern würde, zum Thema des Monats zu machen.

    Bekanntlich (?) bin ich ja ein Kommunikations-Freak, seit der Entdeckung der Gewaltfreien Kommunikation eröffnet sich mir das Wunder der Art und Weise, wie Menschen miteinander kommunizieren, immer wieder neu. Und eher selten als ein positives Wunder

    Was mir immer wieder begegnet und mich immer wieder neu erstaunt ist, wie oft wir wählen, auf eine Art und Weise zu kommunizieren, die genau das NICHT klar ausdrückt, worum es uns geht - sondern irgendwelche Nebendinger.

    Ich möchte mit einem eigenen Beispiel hier aus dem Forum beginnen, allerdings mit einem "fiktiven" - weil ich es geschafft habe, nicht so zu kommunizieren, wie es mein erster Impuls gewesen wäre. Aber ich weiß ganz genau: Wäre diese Situation IRL passiert, ohne den Abstand zwischen innerer und äußerer Reaktion, sprich hätte ich unmittelbar verbal reagiert, hätte ich u.U. genau so eine indirekt-unklare Kommunikation gewählt.

    "Stein des Anstoßes" war die folgende, kurze Frage von Bonny. Und gleich vorweg: Ich hoffe, Bonny, das ist für Dich jetzt kein Problem, daß ich hier ein wenig indirekt "über" Dich schreibe. Letztlich sagt das, was ich schreibe, ja mehr über mich als über Dich aus, Du hattest ja nur eine Frage gestellt.

    Zitat von Bonny123 Beitrag anzeigen
    Mal abgesehen von den Zahlen: Welche Auswirkungen hast du bemerkt durch die gesteigerte Schrittzahl bzw. durch wesentlich mehr Bewegung?
    als Antwort auf diesen Beitrag von mir.

    Mein erster Impuls, als ich diese Frage las, war, total übertrieben etwas in der Art von "du, meine Warzen sind alle verschwunden, ich sehe viel besser - vorher war ich stark kurzsichtig, und plötzlich kann ich ein Buch auf 2 km Entfernung lesen, ..." zu antworten.

    Im Geist habe ich durchaus an so einer "witzigen" Antwort gebastelt, gleichzeitig aber schon bemerkt, die entspringt nicht reiner, harmloser Spiellust. Da steckt Aggression dahinter. Und im Forum gibt es ja dieses Hindernis, daß Antworten Zeit braucht, weil es sich nicht so schnell tippt, wie es sich spricht, also habe ich diese Antwort mal nicht getippt.

    Abends im Bett dachte ich wieder an Bonnys Frage, habe meine "witzige" Reaktion mal weggeschoben und stattdessen mal hingespürt zur Aggression, und da tauchte Frust und Überdruß auf, formuliert als "geh bitte, darum geht es doch gar nicht". Aha. "Darum geht es doch gar nicht", was heißt das genau? Es heißt, darum geht es mir nicht. Genau. Meine Motivation für mein Posting, auf das hinauf Bonny ihre Frage gestellt hatte, war nicht, zu klären, inwieweit Bewegung mir gut tut, oder warum ich mich mehr bewegen wollte - ich wollte in etwas Anderem gesehen werden, etwas anderes teilen, nämlich die verspielte Freude meines Zahlenspiel-Statistikschweins. Es ging um eine kindliche Freude, in die ich aber viel Zeit und Aufwand investieren kann, die ich teilen wollte - jenseits der Sinnhaftigkeit.

    Als ich das formuliert hatte, konnte ich auch sehen: Ok, Bonnys Frage signalisierte mir tatsächlich nicht, daß sie diesen Teil, um den es mir ging, gesehen hatte. Aber: Ich war ja durchaus schon in genau dem gesehen worden, worin ich gesehen werden wollte, hatte schon drei Antworten bekommen, die mir signalisierten "he, ich sehe dich, und ich kann das nachvollziehen", worüber ich mich auch schon sehr gefreut hatte - d.h. grundsätzlich war mein Bedürfnis ja schon erfüllt worden. Und ich weiß ja, daß nicht alle Menschen diese Art der Freude nachvollziehen können, ich hatte ja sogar schon geantwortet

    Zitat von MissPig Beitrag anzeigen
    Danke Euch! Und: Jöh, es gibt mehr begeisterte Statistiker - ich denke nämlich latent oft, daß ich schon einen ganz besonderen Vogel habe
    Genau. Und dieser Gedanke von mir hatte dazu geführt, daß noch etwas in mir abgelaufen war, als ich Bonnys Frage gelesen hatte: Ich hatte ein Urteil darin gelesen. Ich hatte gelesen "jaja, netter Kinderkram, aber sag mir mal, was der Sinn von dem Ganzen ist". Sicherheitshalber hatte ich auch noch das, was ich über Bonny "weiß" (Hier wechsle ich mal in die direkte Anrede, Bonny, es tut mir nämlich durchaus leid, daß ich da jetzt so "über Dich" schreibe, statt mit Dir zu reden!), daß Dir nämlich das Leben gerade so einiges hinknallt, das sich Deiner Einflußmöglichkeit entzieht, wo "Kontrolle" und "Erfolge" sich sehr relativieren, dazugepackt um zu interpretieren, daß Du, Bonny, Anderen gerade die harmlose Freude vermiesen willst und auf den Boden der Realität zurückholen willst. Ist es nicht spannend zu erfahren, wie Andere eine Frage interpretieren können?

    Jedenfalls: Das steht alles nicht da, das alles hatte ich in diese Frage hineingeschrieben. Aber das alles war so blitzschnell abgelaufen, daß ich den Satz las und sofort meine emotionale Reaktion des Überdrusses da war, die mich dazu verleiten wollte, "der bösen Fragerin" eine blöde Antwort reinzuwürgen.

    Nachdem ich all das, was da blitzschnell abgelaufen war, entschlüsselt hatte, war der Überdruß weg: Es war ja keine Basis mehr da. Ja, ok, diese Frage zielte auf etwas Anderes als das, was ich teilen wollte - aber das ist ja kein Verbrechen, ich habe ja keine Deutungshoheit über das, was wen in welcher Hinsicht zu interessieren hat. Ich hatte meines eh schon bekommen - alles gut.

    Und so konnte ich am nächsten Tag die Frage einfach aufrichtig beantworten, ohne irgendeinen bösen Hintergedanken, was sich auch für mich viel besser anfühlte, als "witzig" zu werden und damit die Frage nicht ernstzunehmen. Weil es nämlich durchaus eines meiner Anliegen ist, Menschen in ihren Anliegen ernstzunehmen.

    ABER:

    IRL hätte ich u.U. die blöde Antwort gegeben, weil ich selbst gar nicht genau gewußt hätte, was gerade in mir abläuft. Ich hätte diesen Überdruß gespürt und auf den hinaus u.U. genau so etwas gesagt.

    Und wer weiß, wie dieses Gespräch dann gelaufen wäre? Vermutlich hätte mein Gegenüber sehr wohl den Subtext meines Überdrusses wahrgenommen - aber auch nur indirekt auf den reagiert? Also nicht mit "hast du jetzt einen Vogel, kannst du mir keine klare Antwort geben" - worauf wir das vermutlich geklärt hätten.

    Aber wenn dieser Mechanismus des "wir blödeln über Unangenehmes hinweg" gut eingespielt ist, wäre vielleicht ein scheinbar einverstandenes Zurückblödeln gekommen, das dann aber eine subtile Spitze gegen mich enthalten hätte. Und wir beide hätten wahrgenommen, irgendwie ist die Stimmung gerade gekippt, da stimmt etwas nicht, aber keine hätte es angesprochen, und das, was eigentlich da war, dieses

    "He, ich wollte etwas von mir teilen, was mir durchaus kostbar ist, bitte sieh genau das!"

    wäre nie angesprochen worden. Dabei ist das doch etwas Kostbares, zu sagen "schau, das bin auch ich, ich hätte gerne, daß du diesen Teil von mir auch kennenlernst". Und im Grunde finde ich, daß genau diese Aspekte Verbindung schaffen, wo wir auch mal zeigen "he, ich brauche gerade etwas, kannst du mir das geben?"

    Ja, das war jetzt also ein ganz frischer Moment, wo ich wieder mal bemerkt habe: Wahnsinn, wie oft wir nicht das sagen, was wir meinen. Aus den unterschiedlichsten Gründen. In diesem Fall: Mangelnde Zeit, um selbst überhaupt wahrzunehmen, worum es geht - und auch eine gewisse Abwehrtendenz, ja nicht verletzlich zu werden oder es gar zu zeigen.

    Und zu bemerken, was für einen riesigen Unterschied in der Reaktion es gemacht hat, mir die Zeit zu nehmen zu entschlüsseln, WARUM ich eigentlich reagieren wollte, wie ich es tat - und wie die komplette Grundlage dafür, all meine negative Energie, nach diesem Ergründen weg war, das ist für mich ein - positives - Wunder.

    Ja, mit diesem Beispiel eröffne ich mal dieses Thema das Monats.

    Meine Anregung mit diesem Thema geht dahin, daß, wer Lust hat, mal selbst beobachtet: Wie oft passiert es mir eigentlich, daß ich nicht das sage, was ich wirklich meine. Zu bemerken ja oft daran, daß nachher ein unzufriedenes Gefühl zurückbleibt.

    Und vielleicht hinzuspüren - worum wäre es denn eigentlich gegangen? Oder auch hier gemeinsam danach zu suchen, wie hätte die direkte Kommunikation denn klingen können?

    Ich selbst habe auch noch so einige Beispiele.

    #2
    Jetzt ich!
    Ach du liebe Zeit! Was habe ich mit meiner harmlosen Frage ausgelöst? Das wäre mir nie in den Sinn gekommen, und hättest du seltsam reagiert, ich hätte es gar nicht verstanden.
    Ich selbst mache oft den Fehler, dass ich zu knapp schreibe, weil ich davon ausgehe, dass die Lesenden sicher wissen, was ich meine und wie ich es meine. Dass das nicht so ist, habe ich gerade eben gelesen.
    Nein, MissPig, es macht mir nichts aus, dass du mich als Beispiel genommen hast. Ich hatte es noch nie mit Zahlen, war in Mathe immer schlecht und käme auch nie auf die Idee, mir einen Schrittzähler zuzulegen, es sei denn, ein Arzt würde mir sagen, dass ich pro Tag mindestens soundsoviel Schritte laufen müsste.
    Auf diesem Hintergrund habe ich meine Frage gestellt, weil ich weiß, dass ich mich zu wenig bewege und mir eine Antwort erhoffte in der Richtung, dass du dich wesentlich besser fühlst, und zwar nicht wegen des Erreichens dieser Zahl, sondern wegen der Bewegung. Das wäre dann für mich eine Motivation gewesen.
    Jetzt weiß ich Bescheid und sehe dich auch in deiner Zahlenspielerei, die ein Teil von dir ist, aber nicht von mir, weshalb ich sie auch nicht entsprechend gewürdigt habe.
    Andererseits: Ich schreibe ja hier doch schon relativ viel; wenn ich jetzt noch anfange, einzelne Sätze samt ihrem Hintergrund , einer eventuellen Fehlinterpretation des vorher Geschriebenen zu posten, dann werden das ganze Aufsätze, die kein Mensch mehr liest.
    Oder?

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      #3
      Bonny, etwas ketzerisch:
      Du würdest viel weniger Kommentare schreiben, weil Du für lange Erörtungen wesentlich mehr Zeit benötigen würdest.Und dann keine Lust mehr hättest.......

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        #4
        Tamina, das glaube ich nicht.
        Normalerweise würde ich jetzt aufhören nach diesem Satz. Aaaaaaber: der Kontext fehlt.
        Aaaaalso:
        Mir geht es mit Buchstaben so wie MissPig mit Zahlen. Ich liebe Buchstaben, vor allem, wenn sie zu Wörtern und Sätzen zusammengesetzt werden. Ich spiele gerne mit Buchstaben (Scrabble), löse gerne Kreuzworträtsel, lese gerne, schreibe gerne. Ich stelle gerne Wörter um, einfach nur des Spaßes wegen.
        Ich nehme an, dass das aus meiner Grundschulzeit stammt (da seht ihr mal, wie weit man bei einem Beitrag zurückgehen kann). Ich hatte eine Grundschullehrerin, die bei uns ihre 1. Stelle hatte und in Deutsch offensichtlich besser unterrichtete als in Rechnen. Ich kann mich noch genau ans Lesen- und Schreibenlernen erinnern, an die Zahlen nicht.
        Meine Schwester dagegen war in Mathe ein absolutes As, was auch dazu führte, dass ich - verursacht durch ihre Erklärungen - im Abi in Mathe eine 3 bekam. Das war eine Sensation! Eigentlich hätte die Note wesentlich tiefer liegen müssen.
        Ich hoffe jetzt, dass ich meinen Anfangssatz "Das glaube ich nicht" verständlich und nachvollziehbar kommuniziert habe.

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          #5
          Zitat von Bonny123 Beitrag anzeigen
          Andererseits: Ich schreibe ja hier doch schon relativ viel; wenn ich jetzt noch anfange, einzelne Sätze samt ihrem Hintergrund , einer eventuellen Fehlinterpretation des vorher Geschriebenen zu posten, dann werden das ganze Aufsätze, die kein Mensch mehr liest.
          Oder?
          Vielleicht würde es dann weniger Missverständnisse geben?

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            #6
            Das stimmt. (ohne weitere Erläuterungen )

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              #7
              Zitat von Tamina Beitrag anzeigen
              Bonny, etwas ketzerisch:
              Du würdest viel weniger Kommentare schreiben, weil Du für lange Erörtungen wesentlich mehr Zeit benötigen würdest.Und dann keine Lust mehr hättest.......

              Da hab ich dann tatsächlich von mir auf Dich geschlossen

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                #8
                Liebe Bonny,

                danke für die Antwort, wo ich mir echt dachte: Ach schau - diesen Grund für Deine Frage hatte ich echt nicht vermutet, weil ich überhaupt nicht auf die Idee gekommen wäre, daß Du bei all dem, was bei Dir gerade abgeht, auf der Suche nach Motivation für Bewegung bist. Und ich dachte mir "ach, vielleicht haben die tanzenden Zellen sie ja motiviert"

                Zu dem hier

                Zitat von Bonny123 Beitrag anzeigen
                Andererseits: Ich schreibe ja hier doch schon relativ viel; wenn ich jetzt noch anfange, einzelne Sätze samt ihrem Hintergrund , einer eventuellen Fehlinterpretation des vorher Geschriebenen zu posten, dann werden das ganze Aufsätze, die kein Mensch mehr liest.
                Oder?
                würde ich noch gerne etwas sagen, auch im Kontext dessen, was bei mir einer der Gründe für meine negativen Gefühle waren.

                Zunächst: Nein, ich finde auch nicht, daß es nötig (oder auch nur möglich) ist, immer, bevor ich mich in irgendeiner Form, oder hier im Forum äußere, sämtlichen möglichen Fehlinterpretationen vorzubeugen, indem ich lange und breit meine Motivation und Hintergründe offenlege.

                Kleiner humoristischer Einschub: Unser GFK-Trainer verwendet gerne das Beispiel: Natürlich kann ich am Eßtisch die ausführlichen 4 Schritte von Beobachtung, Gefühl, Bedürfnis und Bitte verwenden und sagen: "Wenn ich diesen Kartoffelsalat esse, merke ich daß ich unzufrieden bin, weil ich Essen gerne genieße und für mich dazu bei einem Kartoffelsalat Pfeffer gehört. Würdest Du mir bitte den Pfeffer reichen." Aber solange ich nicht vermute, daß die Kurzform "Würdest Du mir bitte den Pfeffer reichen" zu einem Konflikt führt, kann ich mir die ersten drei Schritte auch sparen, im Normalfall werden die Anderen die Beweggründe schon richtig interpretieren

                Zurück zum Thema: Also nein, es ist unmöglich und unnötig, auch im Forum, jedes Mal vorherzusehen, wie ein teppertes Schwein eine harmlose Frage interpretiert, und daher sicherheitshalber einen Roman vorne weg zu schreiben.

                Und trotzdem behaupte ich, daß es hilfreich sein kann, präsent zu haben, daß wenn sich ein Mensch äußert, er meistens eine Absicht damit verfolgt, ihm etwas wichtig ist. Und etwas, was den meisten Menschen - mir zumindest - sehr wichtig ist, ist ganz allgemein, in meinen Anliegen verstanden und respektiert zu werden.

                Gerade im Forum: Wenn ich einen Thread mit einem Thema eröffne, habe ich ein bestimmtes Thema, das mir gerade wichtig ist. Und ich reagiere generell enttäuscht, wenn dann der Faden - ich sag's als Interpretation: - "gekapert" wird und das Thema, das mir so wichtig war, daß ich mich eine halbe Stunde/Stunde lang hingesetzt und formuliert habe, untergeht, weil Andere einfach assoziativ drauflos schreiben und meinem Anliegen damit den Raum nehmen.

                Mir selbst ist es im Forum ein durchaus hoher Wert darauf zu achten, fremde Fäden nicht für meine eigenen Anliegen zu "mißbrauchen"; für mich ist das ein Zeichen von Respekt zu sehen: He, hier wollte jemand etwas, es geht nicht überall um mich und meine vielleicht sogar nur entfernt verwandten Assoziationen zu diesem Text.

                Von daher glaube ich, daß wenn in meinem Beispiel am Anfang dieses Threads vor Deiner Frage ein einfacher Satz in der Art von "Ich weiß, das paßt nicht ganz zu Deinem Anliegen, aber mich interessiert in diesem Zusammenhang: ..." gestanden wäre, mein "ich werde nicht gesehen"-Schwein nicht so dermaßen aufgejault hätte.

                Nein, ich meine das nicht als Vorwurf und behaupte auch nicht, man oder Du MUSS so kommunizieren. Ich stelle nur fest, was für mich Zeichen von Respekt sind, Zeichen dafür, daß ich gesehen werde, die für mich funktionieren.

                Und lege in diesem Zusammenhang auch offen, daß ich tatsächlich enttäuscht wäre, wenn in diesem Faden nur noch munter drauf los geblödelt würde und ich den Eindruck hätte, da war kein Raum mehr für mein Thema. Tatsächlich könnte ich besser mit einem Faden leben, den ich eröffne, wo sich niemand meldet, und ich dann halt akzeptiere "ok, interessiert hier halt niemanden so wie mich", als mit einem Faden, der sich dann munter füllt, aber immer weiter weg von meinem Thema, so daß ich nicht weiß, ob mein Thema nicht einfach nur unter vielen weiteren Worten untergegangen ist.

                Auch das ist kein Vorwurf. Es ist ein Versuch, klar auszudrücken, was mir wichtig ist.

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                  #9
                  Zitat von MissPig Beitrag anzeigen

                  Kleiner humoristischer Einschub: Unser GFK-Trainer verwendet gerne das Beispiel: Natürlich kann ich am Eßtisch die ausführlichen 4 Schritte von Beobachtung, Gefühl, Bedürfnis und Bitte verwenden und sagen: "Wenn ich diesen Kartoffelsalat esse, merke ich daß ich unzufrieden bin, weil ich Essen gerne genieße und für mich dazu bei einem Kartoffelsalat Pfeffer gehört. Würdest Du mir bitte den Pfeffer reichen." Aber solange ich nicht vermute, daß die Kurzform "Würdest Du mir bitte den Pfeffer reichen" zu einem Konflikt führt, kann ich mir die ersten drei Schritte auch sparen, im Normalfall werden die Anderen die Beweggründe schon richtig interpretieren
                  Ich muss echt sagen, dass mich dieser Satz "Wenn ich diesen Kartoffelsalat esse..." ziemlich auf die Palme bringen würde - ICH würde darin ziemlich gepfefferte indirekte Vorwürfe hören wie z. B. "dein Kartoffelsalat macht mich unzufrieden" oder "ich kann dein Essen mal wieder nicht geniessen" - also ich würde darauf wirklich "anspringen". Liegt das nur an mir? Bin ich da so schräg gepolt? Oder ginge das auch anderen so?
                  Ein einfaches. "Kannst du mir den Pfeffer rübergeben?" würde mir nix ausmachen.

                  Ich hoffe, ich bin mit diesem Beispiel gut genug an deinem Anliegen dran, Miss Pig?! Ich bin ein wenig verunsichert durch deinen Beitrag.

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                    #10
                    Zitat von MissPig Beitrag anzeigen
                    Liebe Bonny,

                    danke für die Antwort, wo ich mir echt dachte: Ach schau - diesen Grund für Deine Frage hatte ich echt nicht vermutet, weil ich überhaupt nicht auf die Idee gekommen wäre, daß Du bei all dem, was bei Dir gerade abgeht, auf der Suche nach Motivation für Bewegung bist. Und ich dachte mir "ach, vielleicht haben die tanzenden Zellen sie ja motiviert"
                    Das mag damit zusammenhängen, dass du mich nicht gut genug kennst, was du auch gar nicht kannst, genau wie jede/r andere hier.
                    Selbst wenn eine Menge bei mir abgeht, abgegangen ist, ich bin ein äußerst wissbegieriger Mensch und wohl eine der wenigen, die hier alles liest.
                    Denn ich habe festgestellt, dass ich selbst bei Themen, die mich eigentlich nicht so interessieren, eine Menge mitnehmen kann für mich selbst, mein Weiterkommen oder einfach auch nur für mein Allgemeinwissen.
                    Und so habe ich dann gemeint, mit meiner Frage etwas erfahren zu können, was mich vielleicht zu mehr Bewegung inspirieren könnte; ich wollte dabei nicht vom Thema ablenken und dich schon gar nicht verärgern.
                    Andererseits ist es so, je mehr ich schreibe, desto mehr gebe ich auch von mir preis und mache mich damit angreifbar. Darauf bin ich schon öfter in PNs aufmerksam gemacht worden.
                    Dennoch hat mir dieses Beispiel gezeigt, dass ich an meiner Kommunikation arbeiten muss und auf jeden Fall nahe am Fadenthema bleiben muss. Dazu gehört dann auch, wenn dies nicht möglich ist, dass ich mal einfach meine Finger von der Tastatur lasse.
                    Ist ein kleines Va banque-Spiel, fasse ich mich kurz, ist das deutlich genug, oder ist ggf. doch eine längere Erklärung notwendig, wozu auch gehört, dass ich mir die Beiträge anderer sehr genau durchlese und nicht nur quer.

                    Auf jeden Fall finde ich dieses Thema spannend, es hat mich dazu gebracht, meine Schreibe zu überdenken.
                    Mal sehen, was die anderen User dazu meinen, also jetzt nicht zu mir, sondern generell zum Thema.

                    Kommentar


                      #11
                      Hallo,

                      es ist unmöglich und unnötig, auch im Forum, jedes Mal vorherzusehen, wie ein teppertes Schwein eine harmlose Frage interpretiert,
                      Das hat meiner Meinung nach nichts mit einem depperten Schwein zu tun, sondern einfach damit, dass es sehr unterschiedliche Menschen und unterschiedliche Interpretationen gibt.
                      Ich würde auch nicht so weit gehen, so eine vermeintlich falsche Interpretation als gut oder schlecht bzw richtig oder falsch anzusehen - für den, der sie macht, scheint sie erst mal stimmig zu sein.
                      Muss deshalb nicht an der Kommunikation liegen, sondern kann auch einfach an der Andersartigkeit von Menschen liegen.

                      Und lege in diesem Zusammenhang auch offen, daß ich tatsächlich enttäuscht wäre, wenn in diesem Faden nur noch munter drauf los geblödelt würde und ich den Eindruck hätte, da war kein Raum mehr für mein Thema.
                      Ja, so was fände ich auch respektlos bzw daran merke ich dann auch, wie unterschiedlich Menschen sind hinsichtlich den Themen, die ihnen wichtig sind oder nicht, welche Einstellung sie evtl haben und ob mir das gefällt oder nicht.

                      sky

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                        #12
                        Liebe MissPig,

                        ich finde das Thema hochinteressant und danke Dir, dass Du es eröffnet hast!

                        In queenies Beitrag aus einem anderen Faden fiel mir dieser Abschnitt auf, weil er meiner Meinung nach einen sehr wichtigen Grund benennt, warum Menschen unklar kommunizieren (ohen dass ihnen der bewusst sein muss):

                        Zitat von queenie Beitrag anzeigen
                        Ich stelle immer wieder (auch aus eigener Innenschau) fest, dass manche Menschen ihre eigenen Bedürfnisse gar nicht erkennen und so dementsprechend unklar und diffus diese mitteilen. Bei den Gründen dafür kann ich wiederum nur für mich sprechen: ich befürchte, "weiß", dass man mir eh nicht helfen wird, meine Bedürfnisse zu erfüllen. Spreche ich aber dieses Bedürfnis nicht so präzise aus, kann ich bei Nichterfüllung durch den anderen immer sagen "Na ja, der hat mich halt nicht verstanden.". So schiebe ich den Schwarzen peter immer schön von mir weg und keiner kann mir dasd Gegenteil nachweisen, weil ich ja selber an keiner Stelle konkret geworden bin.

                        Ich weiß, das ist jetzt nicht so DIE brüllerneue Erkenntnis, aber ich wollte es einfach mal mitteilen - auch, weil mir dieser Punkt bislang bei dem, was ich gelesen habe, zu wenig im Vordergrund stand.
                        Liebe Grüße
                        Freundin der Weisheit

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                          #13
                          Zitat von MissPig Beitrag anzeigen

                          Und lege in diesem Zusammenhang auch offen, daß ich tatsächlich enttäuscht wäre, wenn in diesem Faden nur noch munter drauf los geblödelt würde und ich den Eindruck hätte, da war kein Raum mehr für mein Thema. Tatsächlich könnte ich besser mit einem Faden leben, den ich eröffne, wo sich niemand meldet, und ich dann halt akzeptiere "ok, interessiert hier halt niemanden so wie mich", als mit einem Faden, der sich dann munter füllt, aber immer weiter weg von meinem Thema, so daß ich nicht weiß, ob mein Thema nicht einfach nur unter vielen weiteren Worten untergegangen ist.
                          Meine ersten Gedanken dazu. Ich habe deine Eröffnung des Themas gelesen, mir gedacht...wie spannend ... aber da muss ich erst einmal darüber nachdenken.
                          Würde der Faden dann unkommentiert in der Versenkung verschwinden, würde ich nichts mehr dazu schreiben, weil ich ihn entweder nicht mehr finden würde, oder mir denken würde, das Thema ist schon abgehakt.

                          Durch das "Geblödel" bleibt mir der Faden und das Thema präsent - und die Wahrscheinlichkeit, dass ich meine Gedanken noch ordne und etwas zum Thema schreibe, wird bei mir dadurch eher größer. Mich persönlich stört das "Geblödel" also nicht.
                          Auf der anderen Seite ist die Gefahr natürlich da, dass man sich auf den Spaß einlässt und das eigentliche Thema hinten runter fällt. Ich würde vermutlich in so einem Fall noch mal nachhaken, sprich, sobald der Spaß vorbei ist, noch mal auf mein Thema zurückkommen.

                          Zitat von MissPig Beitrag anzeigen
                          Und etwas, was den meisten Menschen - mir zumindest - sehr wichtig ist, ist ganz allgemein, in meinen Anliegen verstanden und respektiert zu werden.
                          Mir persönlich ist es auch wichtig, dass ich in meinem Anliegen respektiert werde, aber von allen Menschen "verstanden" werden, das setze ich nicht voraus. Denn dafür müssten ja alle Menschen ihren Fokus gerade dort haben, wo ich ihn habe.
                          Und wenn ich mir manche Fäden betrachte, gab es dort deshalb weil man sich erst nicht "verstanden" hat, eine sehr interessante Diskussion.

                          Ich finde es genau da spannend und fruchtbar wenn man sich um gegenseitiges Verständnis bemüht und nicht nur seine eigenen Gedanken stur wiederholt. Was das angeht ist unser Forum schon ziemlich gut, wobei es natürlich auch noch besser geht.

                          Mir stellt sich bei Schreibern die sich sehr kurz halten öfter die Frage, wie das wohl jetzt gemeint war. Wenn es mich sehr interessiert, frage ich nach. Aber meistens lasse ich es stehen und wende mich den Beiträgen zu, die für mich klarer sind. Das werden vermutlich viele tun die aus Zeitgründen nicht alles lesen können.

                          Zitat von MissPig Beitrag anzeigen
                          Und ich reagiere generell enttäuscht, wenn dann der Faden - ich sag's als Interpretation: - "gekapert" wird und das Thema, das mir so wichtig war, daß ich mich eine halbe Stunde/Stunde lang hingesetzt und formuliert habe, untergeht, weil Andere einfach assoziativ drauflos schreiben und meinem Anliegen damit den Raum nehmen.
                          Das geht nun in Richtung Wertschätzung. Darf ich dir sagen dass deine Ansichten bei mir nicht "untergehen", auch wenn andere assoziativ drauf losschreiben? Wenn ich mich bei deinen Beiträgen nicht äußere, dann weil ich nichts "neues" zum Thema beizutragen habe sondern speziell bei dir oft zustimmend nicke und mir denke, sie hat genau das gesagt was ich auch geschrieben hätte. Nur ihre Wortwahl ist eine völlig andere.

                          Wenn man reine Zustimmung für einen bestimmten Beitrag in eine laufende Diskussion wirft, dann empfinden die, die anderer Meinung sind, das gerne als Angriff aus dem Hintergrund. Deshalb lasse ich das im Normalfall.

                          So, das schrammt jetzt auch scharf am eigentlichen Thema vorbei, aber ich finde es wichtig. Es wäre in meinen Augen sehr schade, würdest du weil du das Gefühl hast nicht gesehen zu werden, hier nicht mehr schreiben.

                          Kommentar


                            #14
                            Zitat von MissPig Beitrag anzeigen
                            Was mir immer wieder begegnet und mich immer wieder neu erstaunt ist, wie oft wir wählen, auf eine Art und Weise zu kommunizieren, die genau das NICHT klar ausdrückt, worum es uns geht - sondern irgendwelche Nebendinger.
                            Ich finde das gar nicht so erstaunlich. Du hast es ja selbst schon geschrieben und auch die Antwort von Freundin der Weisheit bzw. Queenie greift das auf: Oft genug weiß man (in dem Moment) ja gar nicht, um was es einem (wirklich) geht. Und reagiert viel zu schnell.

                            Eine Bekannte von mir nimmt sich oft an die drei Minuten Zeit, bis sie auf eine Frage antwortet. Eben so lange, bis sie die passende Antwort in sich findet. Eine andere Bekannte kommentierte dieses Verhalten mal folgendermaßen: "Bis sie antwortet, habe ich schon wieder vergessen, was ich eigentlich gefragt hatte."

                            In mir weckt das eher den Wunsch, mir auch so viel Zeit zu nehmen. Nicht immer, das wäre mir dann doch zu nervig oder anstrengend, aber eben dann, wenn es drauf ankommt. Und um dahinzukommen wäre es vielleicht tatsächlich gut, das grundsätzlich bei jeder Antwort zu tun, einfach, um alte Gewohnheiten abzulegen.
                            Andererseits könnte ich mir vorstellen, dass man dann bei manchen Leuten gar nicht mehr zu Wort kommt, weil die gar nicht so lange abwarten, bis man seine Antwort gefunden hat.
                            Obwohl - wenn man eine direkte Frage gestellt bekommt, müsste es eigentlich gehen. Wenn man sich in eine Diskussion einmischen will, wird es wohl eher schwierig werden.


                            Zitat von MissPig Beitrag anzeigen
                            Meine Anregung mit diesem Thema geht dahin, daß, wer Lust hat, mal selbst beobachtet: Wie oft passiert es mir eigentlich, daß ich nicht das sage, was ich wirklich meine. Zu bemerken ja oft daran, daß nachher ein unzufriedenes Gefühl zurückbleibt.
                            Ziemlich oft passiert mir das. Und doch will mir schon den ganzen Tag lang kein Beispiel dafür einfallen. Zumindest keins, dass ich öffentlich diskutieren will.
                            Trotzdem danke für deine Anregung, ich werde die nächste Zeit einfach mal verstärkt darauf achten.

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                              #15
                              Zitat von hobbes Beitrag anzeigen
                              ...Ziemlich oft passiert mir das. Und doch will mir schon den ganzen Tag lang kein Beispiel dafür einfallen. Zumindest keins, dass ich öffentlich diskutieren will.
                              Trotzdem danke für deine Anregung, ich werde die nächste Zeit einfach mal verstärkt darauf achten.
                              Genauso geht es mir auch.

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