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Was versteht ihr unter "fromm"?

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    #16
    Mir geht es eher wie FirstSunshine.

    Zitat von FirstSunshine Beitrag anzeigen
    Witzig, gerade die Frommen sind für mich nicht die, die sich stur an den Wortlaut der Regeln halten, sondern die, die tatsächlich den Sinn dahinter leben wollen. ...
    Kennt ihr noch das Kindergebet:
    "Lieber Gott, mach mich fromm, dass ich in den Himmel komm." ?

    Heute vielfach belächelt, sagt dieses Gebet etwas darüber aus, wie man "Glauben" definieren kann. Dass man es nämlich nicht aus eigener Leistung schaffen kann, "fromm" zu werden, sondern dass Gott das leistet.

    Für mich ist "Frömmigkeit" nicht negativ besetzt. Aber ich trenne den Begriff ganz klar von Frömmelei, Heiligtuerei und so weiter.

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      #17
      Zitat von Baghheera
      Heute vielfach belächelt, sagt dieses Gebet etwas darüber aus, wie man "Glauben" definieren kann. Dass man es nämlich nicht aus eigener Leistung schaffen kann, "fromm" zu werden, sondern dass Gott das leistet.
      Ja, und auch das ist ein Glaube...

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        #18
        Wie es hier bereits anklang, gibt es einen entscheidenden Unterschied zwischen frommen und frömmelnden Menschen. Erstere sind bei mir persönlich mit weisen Frauen und Männern assoziiert, die sich als Seelsorger und Ratgeber bemühen das Gebot der Nächstenliebe zu leben, das u. a. in der christlichen Religion zu finden ist. Frömmelnde Personen hingegen verbinde ich mit Bigotterie und narzisstischer Gutmenschlichkeit, die in erster Linie darauf ausgelegt ist, sich selbst in ein gewünschtes Licht zu setzen.

        Fromme Menschen sind mAn nicht unbedingt religiös. Es können auch einfach Menschen sein, die an einen Gott glauben und versuchen das Gute in die Welt zu bringen, was nicht unbedingt an eine bestimmte Religion gekoppelt ist. Ich denke hier an den Pantheismus, dem ich mich selbst zurechne. Auch in diesem gibt es fromme Menschen.

        Fromm sein, das ist für mich im Wesentlich das Streben nach Einheit mit dem Willen eines angenommenen Gottes, bzw. einer Art Lebenskraft oder Universalinstanz.

        Lieben Gruß!
        Frau Mond

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          #19
          Der Begriff "fromm" ist für mich religiös belegt.

          Zitat von FrauMond Beitrag anzeigen
          Fromm sein, das ist für mich im Wesentlich das Streben nach Einheit mit dem Willen eines angenommenen Gottes, bzw. einer Art Lebenskraft oder Universalinstanz.
          Hierfür würde ich den Begriff "Wertschätzung" verwenden.

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            #20
            Fromme Menschen sind mAn nicht unbedingt religiös. Es können auch einfach Menschen sein, die an einen Gott glauben und versuchen das Gute in die Welt zu bringen, was nicht unbedingt an eine bestimmte Religion gekoppelt ist. Ich denke hier an den Pantheismus, dem ich mich selbst zurechne. Auch in diesem gibt es fromme Menschen.
            Liebe FrauMond, etwas habe ich nicht verstanden. Oder hast Du eine spezielle Definition für religiös?
            Wo ist der Unterschied zwischen religiösen Menschen und Menschen, die an einen Gott oder an viele Götter glauben?
            Wenn jemand an den "Weiß-ich-was" glaubt, ist das für mich eine Religion, was ich nicht grundsätzlich als negativ empfinde.

            Ansonsten stimme ich Dir zu. Natürlich können auch Menschen, die dem Pantheismus anhängen, fromm sein.

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              #21
              Zitat von Faszinosum Beitrag anzeigen
              Der Begriff "fromm" ist für mich religiös belegt.



              Hierfür würde ich den Begriff "Wertschätzung" verwenden.
              Passt m.E. überhaupt nicht, da rein passiv. FrauMond hat jedoch von Streben nach etwas geschrieben. D.h. aktiv sein!

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                #22
                Zitat von LiLeLo Beitrag anzeigen
                Zitat von Faszinosum

                Der Begriff "fromm" ist für mich religiös belegt.



                Hierfür würde ich den Begriff "Wertschätzung" verwenden
                Passt m.E. überhaupt nicht, da rein passiv. FrauMond hat jedoch von Streben nach etwas geschrieben. D.h. aktiv sein!
                Wikipedia
                Wertschätzung
                Positive Bewertung eines anderen Menschen
                Wertschätzung bezeichnet die positive Bewertung eines anderen Menschen. Sie gründet auf eine innere allgemeine Haltung anderen gegenüber. Wertschätzung betrifft einen Menschen als Ganzes, sein Wesen. Sie ist eher unabhängig von Taten oder Leistung, auch wenn solche die subjektive Einschätzung über eine Person und damit die Wertschätzung beeinflussen.

                Wertschätzung ist verbunden mit Respekt, Wohlwollen und drückt sich aus in Zugewandtheit, Interesse, Aufmerksamkeit, Freundlichkeit. „Er erfreute sich allgemein hoher Wertschätzung“ meint umgangssprachlich: Er ist geachtet /respektiert. Es gibt eine Korrelation zwischen Wertschätzung und Selbstwert: Menschen mit hohem Selbstwert haben öfter eine wertschätzende Haltung anderen gegenüber, werden öfter von anderen wertgeschätzt, wohingegen Personen die zum aktiven Mobbing neigen, häufig ein eher geringes Selbstvertrauen damit kompensieren.

                Empfangene und gegebene Wertschätzung vergrößern das Selbstwertgefühl sowohl beim Empfänger als auch beim Geber. Wertgeschätzte Personen sind, wenn sie ein offenes Wesen haben und kontaktfreudig sind, oft auch beliebt.
                Fett von mir
                Durch Wertschätzung bin ich mehr als aktiv an allem beteiligt. Denn aufgrund dieser, meiner Wertschätzung, handle ich. Ich lebe diese meine Wert(e)schätzung der Schöpfung gegenüber, vor.

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                  #23
                  Hallo!

                  Faszinosum, das kann man natürlich auch so nennen, sicher. Fromm geht für mich jedoch über reine Wertschätzung hinaus. Es hat zusätzlich noch Prämissen, die einem ureigenen, höchstpersönlichem, schöpfungsorientierten Wertesystem entspringen und unmittelbar mit dem gekoppelt ist, was der Betreffende in seinem persönlichen Glauben mit Gott/Göttern verbindet.

                  spark:

                  Wo ist der Unterschied zwischen religiösen Menschen und Menschen, die an einen Gott oder an viele Götter glauben?
                  Wenn jemand an den "Weiß-ich-was" glaubt, ist das für mich eine Religion, was ich nicht grundsätzlich als negativ empfinde.
                  Religion ist etwas Institutionelles. Ein vorgegebenes Wertesystem, an dem sich die Gläubigen ausrichten. In aller Regel verbunden mit bestimmten Riten, wie z. B. dem Besuch der Messe, dem Zelebrieren diverser Feiertage usw. - entsprechende Kultplätze sind auch vorhanden (Kirche, Tempel etc.)

                  Ein reiner (Gott/Götter)-Glaube kann auch ohne all das existieren und sich nach ureigenen Wertvorstellungen ausrichten. Somit kann Glaube unabhängig von institutionaler Religion existieren.

                  Extrembeispiel: Der Psychotiker, der glaubt, dass der Nachrichtensprecher ihm geheime Botschaften übermittelt - und nur ihm. Sowas geht auch weniger pathologisch.

                  Liebe Grüße in die Runde!
                  *gut gelaunte* GartenMondin

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                    #24
                    Zitat von FrauMond
                    Religion ist etwas Institutionelles. Ein vorgegebenes Wertesystem, an dem sich die Gläubigen ausrichten. In aller Regel verbunden mit bestimmten Riten, wie z. B. dem Besuch der Messe, dem Zelebrieren diverser Feiertage usw. - entsprechende Kultplätze sind auch vorhanden (Kirche, Tempel etc.)
                    Einspruch! Es gibt einige Religionen, die institutionalisiert wurden, was aber nicht zwingend ist, um einen Glauben als Religion zu bezeichnen. Denn wie Du sagst:
                    Zitat von FrauMond
                    Ein reiner (Gott/Götter)-Glaube kann auch ohne all das existieren und sich nach ureigenen Wertvorstellungen ausrichten. Somit kann Glaube unabhängig von institutionaler Religion existieren.
                    Deswegen bleibt es trotzdem eine Religion, nur eben keine institutionalisierte. Und derjenige, der die Wertvorstellungen dieser seiner nicht-institutionalisierten Religion lebt, ist in meinen Augen auch fromm. Auch, wenn das manchmal seltsame Blüten treiben kann, bleibt es für mich eine Religion.

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                      #25
                      Zitat von spark Beitrag anzeigen
                      ... Ansonsten stimme ich Dir zu. Natürlich können auch Menschen, die dem Pantheismus anhängen, fromm sein.
                      Sehe ich auch so. Unsere Begriffe von "religiös" oder "fromm" stehen noch stark mit unseren jahrhundertelangen Diskussionen über das Christentum in Verbindung.
                      Vielleicht wäre es ja auch mal Zeit für neue Worte. * grübel *

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                        #26
                        Früher habe ich mit dem Wort "fromm" eher "frömmelnd" assoziiert, manchmal auf "bigott", wobei ich z.B. an Wilhelm Buschs "Fromme Helene" gedacht habe.

                        Aber dann hat sich mal eine spätere Freundin von mir mit den Worten beschrieben: "ich bin fromm und aufmüpfig" und es passte perfekt! Sie war fromm im Sinne von "zutiefst gläubig" und "tief im Glauben verwurzelt", aber zugleich niemand, der einfach nur Vorgegebenes akzeptierte, sondern vielmehr revolutionierend tätig war. Durch ihr Beispiel hat das Wort "fromm" für mich eine enorme Aufwertung erfahren

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                          #27
                          Fromm beinhaltet für mich meist, mit der Lehre der offiziellen Kirche übereinstimmend und danach lebend, selbst wenn man nicht komplett dahinter steht.
                          Frömmelnd ist dann noch eine Stufe stärker ins Negative, nämlich wirklich nur so tun als ob.
                          Beides ist nicht meins.
                          In der Beziehung bin ich auch zu aufmüpfig.

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                            #28
                            Bonny, was verstehst Du unter der "offiziellen" Kirche?

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                              #29
                              Die Vorgaben, die vom Vatikan gemacht werden und im Religionsunterricht (kath.) weitervermittelt werden sollen, also z.B. keine Empfängnisverhütung durch die Pille, kein vorehelicher Geschlechtsverkehr, Glauben an die leibliche Aufnahme Mariens in den Himmel, keine Sakramente für Geschiedene usw.)

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                                #30
                                D.h., die "offizielle" Kirche für Dich persönlich ist katholisch. Für Andere kann die offizielle Kirche eine andere sein?

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