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    Welche Gesellschaftsform ?

    Wir leben in einer Demokratie, die sich prinzipiell nach den geltenden Menschenrechten richtet, was immer auch diese Gesellschaftsform an Vorzügen und Nachteilen bietet.

    George Bernard Shaw sagte (und ich schließe mich dem an): "Demokratie ist ein Verfahren, das garantiert, dass wir nicht besser regiert werden, als wir es verdienen."

    Ephraim Kishon meinte: " Die Demokratie ist bekanntlich das beste politische System, weil man es ungestraft beschimpfen kann."

    Wie seht ihr das?
    Wie sähe die nahezu ideale, wenn nicht sogar perfekte Gesellschaftsform aus, die ihr euch vorstellen könntet ... immer im Rahmen der realistisch machbaren.

    lG

    #2
    Zitat von Shepherd Beitrag anzeigen
    Ephraim Kishon meinte: " Die Demokratie ist bekanntlich das beste politische System, weil man es ungestraft beschimpfen kann."

    Wie seht ihr das?
    Wie sähe die nahezu ideale, wenn nicht sogar perfekte Gesellschaftsform aus, die ihr euch vorstellen könntet ... immer im Rahmen der realistisch machbaren.
    Ich finde, dass Kishon recht hat. Auch wenn man die Staatsform Demokratie schlecht finden kann, so ermöglicht sie es einem doch, dieses Gefühl der Ablehnung straffrei zu artikulieren, was sie meiner Ansicht nach automatisch zu einem doch recht guten politischen System macht. Für mich persönlich ist das eigentlich ein wesentlicher Lackmustest für ein politisches System: erlaubt es mir und den anderen Menschen, das System zu kritisieren und zu beschimpfen? Oder habe ich bei Kritik mit ernsthaften Konsequenzen zu rechnen?

    Des weiteren ist für mich der Umgang mit Minderheiten ein wichtiges Kriterium. I wieweit dürfen auch Minderheiten nach eigenen Bedürfnissen leben? Gibt es Ausgrenzung und Diskriminierung (womöglich staatlich sogar erwünscht), oder sorgt das politische System für die Einhaltung der Menschenrechte für alle Menschen, unabhängig von religiöser, politischer oder sexueller Orientierung, nationaler Herkunft, Sprache, Hautfarbe, etc?

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      #3
      Ich empfinde die Demokratie auch als gutes politisches System. Doch nicht dann, wenn sich der Einfluss des Volkes auf eine einmalige Wahl alle paar Jahre beschränkt.
      Eine Demokratie so, wie sie in der Schweiz eingeführt ist, finde ich besser. Dort müssen Politiker egal welcher Partei sie sind, das, was das Volk entschieden hat, umsetzen.
      Bei uns ist es leider oft so, dass viel versprochen wird und wenig davon umgesetzt wird. Oder das Wahlversprechen sogar gebrochen werden.
      Zudem wünsche ich mir oft die konsequentere Umsetzung bereits bestehender Gesetze. Das funktioniert bei uns auch nicht immer zufriedenstellend.
      Trotz allem bin ich mir bewusst darüber, dass unser System trotz allen Mängeln noch vergleichsweise gut ist und dem Durchschnittsbürger (mit einigen Ausnahmen) ein gutes Leben ermöglicht.

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        #4
        Zitat von Shepherd Beitrag anzeigen
        Wir leben in einer Demokratie, die sich prinzipiell nach den geltenden Menschenrechten richtet, was immer auch diese Gesellschaftsform an Vorzügen und Nachteilen bietet.

        George Bernard Shaw sagte (und ich schließe mich dem an): "Demokratie ist ein Verfahren, das garantiert, dass wir nicht besser regiert werden, als wir es verdienen."

        Ephraim Kishon meinte: " Die Demokratie ist bekanntlich das beste politische System, weil man es ungestraft beschimpfen kann."

        Wie seht ihr das?

        Wie sähe die nahezu ideale, wenn nicht sogar perfekte Gesellschaftsform aus, die ihr euch vorstellen könntet ... immer im Rahmen der realistisch machbaren.

        lG
        Fett von mir

        Wir bekommen das, zu was/wozu wir uns entschieden haben.
        Im Kleinen wie im Großen.

        Alte Leier, ich weiß. Aber solange wir dieses Prinzip nicht verstehen, oder anerkennen wollen/können, werden wir weiterhin unbewusst rumdümpeln, Zufallserfolge verbuchen, unzufrieden sein und anderen die Schuld aufdrücken. Und das in allen Bereichen des Lebens.

        Die perfekte Gesellschaftsform wird es so nicht geben, da jeder auf seiner Reise ist und sich immer wieder mit jenen kurz oder auch länger zusammen schließt, die genau das selbe aktuelle Ziel verfolgen.

        Vertrauen aufbauen, Vertrauen etablieren, Vertrauen leben würde eine neue Gesellschaftsform ergeben.

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          #5
          Zitat von Nordhimmel Beitrag anzeigen
          Eine Demokratie so, wie sie in der Schweiz eingeführt ist, finde ich besser. Dort müssen Politiker egal welcher Partei sie sind, das, was das Volk entschieden hat, umsetzen.
          Der grosse Vorteil ist, dass man als Bürger ein Stück weit mitentscheiden kann. Wobei man realistischerweise sagen muss, dass sich die Mitsprache eigentlich auf "Ja" oder "Nein" beschränkt, über das was im Parlament oder den Hinterzimmern oft mit Lobbygruppen ausgehandelt wurde. Jedoch allein schon die Möglichkeit eines Referendums, wirkt mässigend auf die Akteure und erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass ein breiter(er) Kompromiss ausgehandelt wird.
          Leider wird dieses Instrument der direkten Demokratie von den Populisten auch als Plattform missbraucht, z.B. um in Wahljahren Stimmung zu machen. Das führt dann zu so exotischen Diskussionen und Initiativen über Minaret- und Kopftuchverbote; als ob das hierzulande ein echtes Thema wäre.

          Als wichtigen Punkt eines funktionierenden demokratischen Systems möchte ich noch die gegenseitige Kontrolle erwähnen. Keine Behörde und kein Politiker kann schalten und walten wie er will, sondern alles wird von einer anderen Stelle kontrolliert. Den Gemeinden schaut der Kanton auf die Finger, den Kantonen der Bund, dem Bund die Finanzkontrolle und das Parlament, usw. Selbst die Exekutive, der Bundesrat, ist bei uns ja eine Kollegialbehörde bestehend aus sieben Personen aus allen grossen Parteien. Trotzdem können unliebsame Entscheidungen nicht einfach weiterdelegiert werden, weil die Zuständigkeiten und Kompetenzen klar geregelt sind.
          Vorteil dieses Systems, eratische Entscheidungen wie sie derzeit aus den USA kommen, sind eher nicht zu erwarten. Nachteil, visionäre Lösungen haben ebenfalls keine Chance und wenn es mal schnell gehen muss, haben wir ein echtes Problem. Auch dringend notwendige Reformen haben es schwer, weil die aktuellen Profiteure des Systems immer die Möglichkeit haben, das Ganze zu Fall zu bringen (siehe steigende Gesundheitskosten, Schulreformen, Altersvorsorge, Umweltschutz, Beziehungen zur EU, etc.)

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            #6
            Zitat von Shepherd Beitrag anzeigen
            George Bernard Shaw sagte (und ich schließe mich dem an): "Demokratie ist ein Verfahren, das garantiert, dass wir nicht besser regiert werden, als wir es verdienen."
            und was können wir, deiner Meinung nach, tun um besseres zu verdienen?

            Ich persönlich halte die Demokratie, oberflächlich betrachtet, für etwas gutes, aber auch für Augenwischerei, leben wir wirklich in einer Demokratie, wissen wir was Demokratie wirklich ist, oder wäre.

            Ich denke nein.


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              #7
              Zitat von viva58 Beitrag anzeigen

              und was können wir, deiner Meinung nach, tun um besseres zu verdienen?
              Wer ist mit "wir" eigentlich gemeint - mal provokant gefragt?
              Sind das ein paar TL-Forumel, die ihre Meinung (lokal oder weltweit??) verbreiten beziehungsweise durchsetzen wollen, oder sind damit "alle Menschen" gemeint?
              Reden wir von Deutschland und seinen Einwohnern, oder auch noch von der Schweiz, Oesterreich, vielleicht sogar der EU? Wer ist "wir"?
              Echt: hätte hylozoik (hier) nicht das Land Buthan erwähnt, wer (von uns) hätte auf Anhieb und ohne nachzuschlagen gewusst, dass es dieses Land überhaupt gibt?

              In einer Demokratie wird die Herrschaft grundsätzlich durch das Volk gewährleistet ... freie Wahlen der Volksvertreter usw - im Prinzip sind das Bürger wie "wir" ... und schon sind wir wieder beim "wir".

              Wie gehen wir mit den Volksvertreters um, wie behandeln wir sie? Behandeln wir sie wie gleiche Bürger und/oder wie uns als ebenbürtige Menschen, oder lassen wir sie einfach nur gewähren
              Sind wir, leben wir mit ihnen (den von "uns" gewählten Volksvertretern) überhaupt auf Augenhöhe?
              Oder geben wir ihnen ohne es nachdrücklich zu hinterfragen "das Recht" über uns zu stehen anstatt eigentlich neben uns, sozusagen an unserer Seite?

              Wenn ich den "Brauch" ( die kollektive Umgangsform) betrachte, behandeln wir unsere von uns gewählten Volksvertreter noch immer wie anno Tobak als Fürsten und Könige, räumen ihnen "Reche" ein und gestehen ihnen Vorzüge zu, die wir uns selbst für uns selbst meist nicht leisten können ... aber mehrheitlich doch auch gerne beanspruchen und erhalten würden. Wir erregen uns und tun es kund (am Stammtisch, im Forum, auf Rednerpulten, in Internet usw.), tun aber nichts um das, was wir bemängeln und/oder fordern zu erhalten. Wieso? Weil uns dieselben Vorzüge offenbar nicht zustehen, oder weil wir sie als "gleichwertige Bürger" nicht unangefochten beanspruchen können, ... dürfen.
              Wenn wir unser Verhalten etwas genauer betrachten, agieren wir als gleichberechtigte Mitbürger noch immer wie unsere Vorfahren in feudalistischen Zeiten.

              Wir leben in einer von uns getragenen Feudal-Demokratie und wähnen uns als freie Bürger mit Mitbestimmung. Das bringt uns in die komfortable Lage, die Schuld immer bei anderen suchen zu können ... weil wir ja "direkt" nicht verantwortlich sind.

              Ist Demokratie nicht vielleicht nur eine etwas "moderner" aufgepeppte feudalistische Einrichtung, in der der Bürger auch mal laut furzen kann, ohne dafür der Majestäts-Lästerung bezichtigt zu werdenl?

              Wenn wir Besseres verdienen, oder präziser "ernten" wollen, müssen wir uns zwangsläufig mit um das kümmern, was wir so gerne anderen (unseren Volksvertretern) überlassen. Damit wären wir in der Verantwortung mit drin, anstatt wie bisher außen vor zu bleiben ... um ziemlich unreflektiert und oft wahllos an dem zu meckern, was wir alle ausnahmslos mittragen ... und dadurch zwingend wie in einem Teufelsreigen immer weiter neue Unzufriedenheiten generieren.

              WIR sind zwar die Demokratie, aber wir lassen uns offenbar noch immer lieber "führen". ("führen" soll jetzt nicht als Anspielung verstanden werden)



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                #8
                Wenn du die Demokratie in Mitteleuropa doch recht skeptisch siehst: was wäre denn deine bevorzugte Regierungsform?

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                  #9
                  Meine Idee ist sicher nicht neu und - zugegebenermaßen - von mir im Detail nicht ausgearbeitet.

                  Ich stelle mir als übergeordnetes Team (nicht Regierung) eine Gruppe von Verwalter(inne)n vor, die von einem dafür zeitlich begrenzten Gremium aus rechtschaffenen Menschen ausgewählt werden. Das erste ausgewählte und die ihm nachfolgenden Team(s) bestünde(n) aus zertifizierten und nachweislich unabhängigen Fachleuten der Naturwissenschaften, Rechtswesen, Gesundheitswesen, Wirtschaft, Finanzen, Bildung und Soziales usw. usf. und würde die Belange eines Staates und seiner Bürger nach geltenden Gesetzen und sozialen Maßstäben "verwalten".

                  Auf lokaler und Kreisebene würden für den Anfang (oder auch weiterhin) vom Volk gewählte Vertreter ihren Zuständigkeitsbereich vor dem "Verwaltungs-Team" und vor ihren Bürgern vertreten. Um niemand auszuschließen und um eine weitgehend umfassende Wahl zu gewährleisten, wäre Wahlpflicht unabdinglich.

                  Parteien und Lobbys könnten (als Clubs ) weiter bestehen. Ihr wesen und ihre Mitglieder hätten als Partei oder Lobby keinen direkten Einfluss auf die "Verwaltung des Staates und seiner Menschen" und sie müssten sich als Organisationen (wie beispielsweise die Kirchen) selbst tragen. Die Mitgliedschaft in einer Partei, einer Lobby oder einer sonstwie gearteten Vereinigung würde dem Mitglied keinerlei besonderen Vorzüge in der Beeinflussung der Führung des Staates verleihen. (wer jemand kennt, der jemand kennt usw.)

                  Das verwaltende Team stünde unter Selbstkontrolle und die Mitglieder wären ohne Sonderrechte, quasi grundsätzlich kündbare und ersetzbare, auf ihre Qualitäten als Verwalter jederzeit überprüfbare "Angestellte Fachkräfte aus dem Volk". Sie würden nicht auf Empfehlung (Pöstchenschieberei), sondern aufgrund ihrer zertifizierten Qualitäten als Fachkraft eingestellt.

                  Soweit erstmal in groben Zügen, wobei ich mir bewusst bin, dass die Schwäche der Idee in der Frage liegt, WER das erste übergeordnete Verwaltungsteam zusammenstellen beziehungsweise auswählen würde.

                  Ich könnte mir vorstellen, dass unter einer solchen oder ähnlichen Verwaltung beispielsweise das Bedingungslose Grundeinkommen (für ausnahmslos alle, auch für die Verwaltungsmitglieder) oder die Gratismedizin für ausnahmslos alle möglich wäre.

                  Da der Verwaltungsapparat und die Neuausstattung des gesamten Staates personalintensiv sein würde, könnte ich mir auch vorstellen, dass die Arbeitslosenzahl (es gäbe quasi für jeden etwas zu tun) drastisch sinken würde.

                  Wie gesagt nur eine (möglicherweise absurde) Idee.

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                    #10
                    Ihr habt hier interessante Ideen eingebracht.
                    Eigentlich habe ich über diese Frage der Gesellschaftsform noch nicht nachgedacht.
                    Mir fällt bei diesem Thema leider immer der Spruch ein " Geld regiert die Welt", den ich tatsächlich in weiten Teilen als richtig empfinde.
                    Unsere Abgeordneten würden sicherlich zum Teil volksnäher agieren, wenn nicht die 'reiche' Wirtschaftslobby meist die Richtung vorgeben würde.

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                      #11
                      Zitat von Tamina Beitrag anzeigen
                      Unsere Abgeordneten würden sicherlich zum Teil volksnäher agieren, wenn nicht die 'reiche' Wirtschaftslobby meist die Richtung vorgeben würde.
                      Wenn das kleine Wörtchen "wenn" nicht währ.

                      ... und Richtungen kannst du ändern, oder eine andere wählen ... deshalb gibt es ja mehrere.

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                        #12
                        Ich denke, eine gute Gesellschaftsform ist Individualismus in persönlicher Eigenverantwortung. In Eigenmacht. Wo jedes Wesen als gleich viel wert gesehen, gedacht wird. Ich denke, eine Gesellschaft wird, ist gut, wo jede,r Mensch den,die innere,n liebevolle,n Erwachsene,n in Sich, für Sich, entwickelt. Das halte Ich für das Allerwichtigste in einer menschlichen Gesellschaft.

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                          #13
                          Zitat von Shepherd Beitrag anzeigen
                          Auf lokaler und Kreisebene würden für den Anfang (oder auch weiterhin) vom Volk gewählte Vertreter ihren Zuständigkeitsbereich vor dem "Verwaltungs-Team" und vor ihren Bürgern vertreten. Um niemand auszuschließen und um eine weitgehend umfassende Wahl zu gewährleisten, wäre Wahlpflicht unabdinglich.
                          Ich halte das Recht (oder auch die Pflicht) zur Mitbestimmung für essentiell. Ich halte es aber auch für wichtig, dass Menschen WISSEN aus welchen Gründen sie sich in dieser oder jener Angelegenheit so oder anders entscheiden. Ungebildete Menschen sind für meinen Geschmack zu leicht bei irgendwelchen ominösen Gefühlen zu packen und zu beeinflussen. Vielleicht könnte man das Recht, verschiedene (regionale) Fragen mitzuentscheiden, von der erfolgreichen Teilnahme an themenbezogenen Fortbildungen abhängig machen.

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                            #14
                            Zitat von Tintenweberin Beitrag anzeigen
                            Vielleicht könnte man das Recht, verschiedene (regionale) Fragen mitzuentscheiden, von der erfolgreichen Teilnahme an themenbezogenen Fortbildungen abhängig machen.
                            das klingt ein bisschen Arg nach Erst und Zweitklass-Menschen.

                            Ich glaube, oder erlebe es so, dass ungebildete, wenn man sie mal so nennen darf, gar nicht zur Abstimmung gehen, aber auch Gebildete gehen nicht immer.
                            In unserem Haus war ich die einzige die am 4. März ging und hier hat es einige normal gebildete.

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                              #15
                              Kurz gesagt, es wird immer jemanden geben müssen, der bestimmt wer was darf oder kann oder überhaupt Gehör findet.
                              Wie Zertifikate zustande kommen, welchen Inhalt sie haben und erfüllt werden müssen..jene, die keine Zertifizierung vorweisen können, aus welchen Gründen auch immer...?...wo bleiben die?....
                              irgendjemand wird immer Richtlinien aufstellen(müssen).




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