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Ziemlich ratlos?!

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    Ziemlich ratlos?!

    Hallo an alle,

    vor einiger Zeit hatte ich ja schon einmal meine Probleme beschrieben und sie unter dem Thread "Computersucht Trennung" gestellt. Es hatte auch manch gute Ratschläge gegeben auch wenn keiner speziell diese Erfahrung gemacht hatte.(Mein Mann verbringt mittlerweile seine ganze Freizeit vor dem PC und spielt kostenlos im Internet, wobei er auch viel mit anderen chattet, die Kinder und ich sind Begleitwerk im Hintergrund, die er nicht mehr richtig wahrnimmt).
    Wir haben schon Ehetherapie und beide eine Einzeltherapie gemacht, mit dem Erfolg, dass es phasenweise besser wurde, aber seit gut einem halben Jahr ist es wieder wie zuvor. Ich habe mich auf Anraten auch viel mit dem Thema Co-Abhängigkeit beschäftigt und festgestellt, dass da einiges auf mich sicher zutrifft.
    Aber ich habe seit einigen Tag das Gefühl, das Gummiband ist zerrissen. Ich will und kann nicht mehr auf ihn zugehen. Sobald ich ihn sehe, krampft sich mein Bauch zusammen und ich bin immer kurz davor ihm alles zu sagen, was ich schon hundertmal in der Badewanne im Auto im Wald zu mir selbst gesagt. habe. Ich möchte und kann so nicht mehr mit Dir weiterleben, diesen Satz habe ich ihm vor kurzem gesagt und ich merke, dass er dann zuckt, aber eine wirkliche Antwort kommt nicht zurück.
    Ausser die Aussage, daß er sich zurückziehen muss, weil ich zu anstrengend bin, weil immer alles nach meinen Vorstellungen gehen muss. Dieses Thema haben wir bis zum Erbrechen in der Ehetherapie durchgekaut, ohne Erfolg. Ich weiß tatsächlich nicht, wie er sich ein Zusammenleben in einer Beziehung vorstellt, was er sich wünscht, ich glaube er weiß es selber nicht und möchte mich für seine Unzufriedenheit verantwortlich machen. Sobald er abends nach Hause kommt, fühle ich mich beengt. Er schaltete sofort den PC ein und ist dann so in sein Spiel involviert, daß er z.B. nicht die Türe öffnen kann, weil er ansonsten mit seiner Spielfigur "kaputtgeht."
    Wir sitzen keinen Abend zusammen auf der Couch oder liegen im Bett, er lebt in dieser anderen Welt. Wenn ich das hier schreibe, merke ich auch, dass es da nichts mehr zu raten gibt, es gibt nur einen Weg, raus aus dieser Beziehung, die voller Frust, Schmerz und Enttäuschung ist. Unserer älterer Sohn, er ist fast 13 Jahre, ist oft sauer auf seinen Vater, der ihm fast nie eine richtige Antwort gibt, da er nur in seinen Bildschirm schaut.
    Letzte Woche habe ich gesagt, daß ich das Gefühl habe, alle diese Leute aus seinem Spiel im Wohnzimmer sitzen zu haben. Es ist für mich einfach unerträglich, ich weiß, dass er sich nicht ändert, diese Hoffnung habe ich nicht mehr. Ich wünschte mir nur von Herzen die Kraft, meine Sachen zu packen und zu gehen. Die kann mir keiner geben, das weiß ich, aber manchmal wünschte ich es mir so!!!

    Traurige und verzweifelte Grüße

    von Usara

    #2
    Hallo Usara!

    Ich wünsche dir diese Kraft, die dir ermöglicht zu gehen. Für dich und deine Kinder scheint es der richtige Weg zu sein.

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      #3
      Hallo Danny-Mo,

      vielen Dank für Deine lieben Zeilen, ich habe einfach eine tiefsitzende existentielle Angst.

      Ich habe Angst, finanziell nicht zurechtzukommen, da wir keine Reichtümer besitzen und es für uns alle recht knapp werden würde. Ich habe zwar seit dem 01. September eine Halbtagsstelle aber erstmals befristet für ein Jahr.

      Ich habe keine Angst, alleine mit meinen Kindern zu leben, was unseren Alltag betrifft, das habe ich bis jetzt auch so gut wie alleine bewerktstelligt, wir sind ein gutes Team.
      Manchmal stelle ich mir vor, wie es wäre, wenn ich genügend Geld hätte, was ich dann täte und wie es mir dabei ginge.
      Ich würde mir schon morgen eine Wohnung suchen und bei dieser Vorstellung habe ich ein ganz warmes und zuversichtliches Gefühl im Bauch.

      Bei meinem jetztigen Kontostand stellt sich dieses Empfinden leider nicht ein, es ist erstmals wieder ein Problem, das ich lösen muss, um das größte Problem, meine kaputte Beziehung, zu beenden. Das macht mich manchmal so kraftlos und mutlos. Oft denke ich einfach durchzuhalten, bis die Kinder alt genug sind. Aber in unserer Wohnsituation, 3 Zimmerwohnung, gibt es keine Rückzugsmöglichkeit. Da ist auch das Aushalten noch räumlich erschwert.

      Das Wohnzimmer grenzt an das Schlafzimmer. Ich gehe früher zu Bett und in der Stille der Nacht höre ich meinen Mann tippen. Eifrig und viel. Auch hier wird mir allabendlich vor "Ohren" geführt, das seine Redebereitschaft da ist, aber nicht mir mir. Es verletzt mich noch nicht einmal mehr, ich stelle es fest. Ich denke, mein Mann wird diese Situation unendlich lange aushalten, er blendet uns aus und genießt trotzdem zwangsläufig die Vorzüge eines Familienlebens, nicht alleine zu sein und versorgt zu werden. Sein Part ist das Geldverdienen, sagt er, das allein erschöpft ihn so sehr, dass er sich dann entspannen muß, natürlich am PC.

      Ich habe echt keine Lust mehr!!

      Liebe Grüße

      Usara

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        #4
        Liebe Usara,

        hier schreibt Morgenfrau.

        Ich habe Dein Posting verfolgt und verstehe Dich sehr gut.

        Als ich mich von meinem Ex-Mann (in diesem Fall andere Gründe) trennte,
        ging ich mit meinen beiden Töchtern (damals 7 und 8 Jahre) zu meinen Eltern. Dort lebten wir 10 Jahre, weil ich ganztags berufstätig war, bis die Kinder ihre Schulzeit durch hatten. Es war für mich eine schwere Zeit, weil ich keinen Unterhalt bekam, aber das alleinige Sorgerecht.

        Meine Eltern hatten sehr viel Platz, Haus auf dem Lande, und ich habe diese Zeit nie bereut.

        Deine extentiellen Ängste kann ich sehr gut nachvollziehen, aber es gibt immer einen Weg.

        In Deiner jetzigen Situation kannst Du unmöglich verbleiben, das hast Du und Deine Kinder schon selber festgestellt.

        Nimm jede Hilfe an, die Du bekommen kannst.

        Ich wünsche Dir ganz viel Kraft, diese Veränderung durch zu stehen.

        Liebe Grüße
        Morgenfrau.

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          #5
          Hallo Usara!

          Daß du Angst hast, ist durchaus nachvollziehbar. Aber finanziell gibt es viele Auffangmöglichkeiten. Du wirst ja das Kindergeld bekommen. Dein Mann muß unterhalt bezahlen. Du hast deinen Halbtagsjob (und denk nicht jetzt schon an das Ende des Vertrages ) Das Sozialamt ist für manche wohl eher abschreckend, aber es ist nun mal auch ein Geldgeber.

          Laß dich doch mal von einer Beratungsstelle informieren. Du wirst sehen, daß deine Ängste in dem Ausmaß, wie du sie hast, nicht berechtigt sind

          Kommentar


            #6
            Zitat von Danny-Mo Beitrag anzeigen
            Hallo Usara!

            Daß du Angst hast, ist durchaus nachvollziehbar. Aber finanziell gibt es viele Auffangmöglichkeiten. Du wirst ja das Kindergeld bekommen. Dein Mann muß unterhalt bezahlen. Du hast deinen Halbtagsjob (und denk nicht jetzt schon an das Ende des Vertrages ) Das Sozialamt ist für manche wohl eher abschreckend, aber es ist nun mal auch ein Geldgeber.

            Laß dich doch mal von einer Beratungsstelle informieren. Du wirst sehen, daß deine Ängste in dem Ausmaß, wie du sie hast, nicht berechtigt sind
            Hallo Usara,

            dem kann ich mich nur anschliessen!
            Warum willst du warten, bis die Kinder grösser sind? Dann bist du kaputt! Den Kindern geht es doch auch nicht gut damit?!
            Ich hab eine Freundin, die hat den Schritt mit drei Kindern gewagt, sie hat es geschafft! Ich glaub, wenn man wirklich will, dann geht es auch! Du hast doch nichts mehr zu verlieren, eher zu gewinnen! Er wird und will sich ja nicht ändern!

            Ich wünsche dir viel Kraft, Mut und Durchhaltvermögen!

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              #7
              Worauf warten..?

              Hallo Usara,

              was den finanziellen Aspekt angeht, kann ich mich den bisherigen Beiträgen nur anschließen: informiere dich so gut es geht über die möglichen "Quellen".

              Das nimmt dir dann auch ein paar Ängste: Je mehr Tatsachen du für deine Planungen zur Verfügung hast, umso besser. Das verdrängt dann die Vermutungen und die Unsicherheit, die die Angst auslösen. Lieber genau wissen, dass wenig da sein wird, als befürchten, dass es ZU wenig sein wird.

              Und aus meiner persönlichen Erfahrung noch einen eindringlichen Apell im Namen der Kinder: Sie werden nie "alt genug" für diesen Schritt werden. Sie sind es längst. Jede Sekunde in einem finanziell abgesicherten "unglücklichen" Elternhaus ist schlimmer als die möglichen Entbehrungen in einer emotional "sicheren" stabilen Umgebung. Die Kinder spüren genau, wie es dir geht - und leiden mit dir.

              Ich liebe meine Mama sehr, aber eins nehme ich ihr krumm: warum ist sie nicht früher gegangen und hat mich mitgenommen?! Nein, sie hat gewartet bis ich "alt genug" war. Sie hat den Schritt erst gemacht, als ich erwachsen war und "auf eigenen Füßen" stand. Und sie hat in dieser Zeit mindestens genauso gelitten wie ich. Für mich. Völlig sinnlos. Sie hat mir damit nichts gutes getan, auch wenn genau das ihre Absicht war.

              Ich weiß nicht wie alt deine Kinder sind, aber zumindest dein Ältester kann die Situation einschätzen. Rede wenn möglich mit ihnen allen. Gib ihnen die Fakten, die du hast (sobald du sie hast) und frag sie, welche Alternative sie bevorzugen. Einen Vater "haben" sie im Moment sowieso nicht, also was haben sie zu verlieren?

              Ein Satz hat mit immer Kraft gegeben, mich im Leben zu entscheiden: Hör auf dein Herz!

              Dein Herz wird dir immer raten, was gut für dich ist und dich niemals belügen. Dein Verstand ist nur dazu da, das zu erreichen, was dein Herz dir rät.

              Dein Bauchgefühl ist dein Wegweiser. Fühle, was es sagt. Zur Situation und deinen Alternativen, nicht zu dem, was dein Verstand dir an Bedenken "in den Weg stellt"! Hindernisse, vor denen du stehst, sind leichter zu überwinden als Hindernisse in deiner Vorstellung.

              Wenn wir dich hier auf deinem Weg in die "Freiheit" unterstützen können, lass es uns wissen!

              Liebe Grüße
              Sunshine

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                #8
                Liebe Usara!

                Ich weiß genau was Du durchmachst. Es ist dieses hin- hergerissen sein. Mir geht es zur Zeit genauso. Ich hadere auch mit dem Gedanken ob ich mich trennen soll oder nicht. Und auch ich habe Angst vor dem was auf mich zukommt.
                Ich verstehe auch Deine finanziellen Ängste. Frage Dich doch mal, ob es sich lohnt sein Leben herzuschenken, herzugeben nur aus Angst vor finanziellen Ängsten?
                Du wirst belohnt mit einem neuen Leben, das Du selber lenken kannst. Kein Mann an Deiner Seite, der Dich in all Deinen Entscheidungen bremst, der Dich im Voranschreiten bremst, der Euch die Luft zum atmen nimmt.

                Hast Du schonmal überlegt eventuell mit einer anderen Mutter eine WG zu gründen? Dann könntet ihr Euch gegenseitig unterstützen was die Kinder angeht und Du wärst nicht wirklich alleine!?

                Ich wünsche Dir alles Gute, viel Kraft und viel Geduld für die nächste Zeit. Egal wie Du Dich entscheidest.

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                  #9
                  Entschlusskraft

                  Liebe Usara,
                  du weißt natürlich längst, dass es nur eine Lösung gibt. Aber du hast nicht den Mut, diese überfällige Entscheidung zu treffen. Dazu sage ich dir einen alten Therapeutensatz: Wenn jemand sich noch nicht entscheiden kannn, ist der Leidensdruck noch nicht hoch genug.
                  Nun kannst du dir ja überlegen, welches Leiden du dir noch in masochistischer Weise antun willst, bevor du endlich die gleiche Entscheidung fällst, die du auch jetzt schon fällen könntest.
                  Unter den diversen guten praktischen Ratschlägen, die du erhalten hast, finde ich den mit der Mütter-WG besonders bedenkenswert. Und außerdem kannst du zu einer speziellen Frauenberatungsstelle gehen, wo man dir einen Anwalt nennt, der per einstweiliger Verfügung deinen Ehemann zu sofortiger Unterhaltszahlung verpflichtet. Außerdem zahlt dir nach meinen Kenntnisstand das Sozialamt schon Unterhaltsvorschuss und holt sich das von deinem Mann zurück.

                  Ich gebe dir noch zwei Zitate mit aus dem kleinen Büchlein, dass ich mir in Zeiten großer seelischer Not angelegt habe:
                  "Mein Glück beginnt, wenn ich mich für mich entscheide. Ich muss nicht das Leben eines anderen führen, sondern mein eigenes.
                  Ich bin nicht zuerst für andere verantwortlich, sondern für mich, und nicht andere sind für mich verantwortlich, sondern ich selbst bin es."
                  Ulrich Beer (bekannter Paarberater)
                  "Wir sollten nicht von der Autonomie und Freiheit träumen, sondern den Sprung wagen und überprüfen, was danach kommt. Es übersteigt das Vorstellungsvermögen. Man muss vom Dreimeterbrett ins Wasser springen, um zu erleben, dass die Angst davor unbegründet ist." Peter Lauster

                  Sei mutig! Spring vom Dreimeterturm!
                  Liebe Mut machende Grüße von
                  D'rStier

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                    #10
                    Hallo an Euch alle,

                    erst einmal Danke für die vielen trostreichen und verständnisvollen Zeilen, die Anregungen und Ideen, die ihr mir geschickt habt.

                    Ja, @D'rStier, Du hast Recht, ich weiß, aber kann mich nicht einer vom Turm schubsen?
                    Und was Sunshine beschreibt kenne ich aus eigener Erfahrung. Meine Mutter hat sich auch "unseretwegen" erst von meinem Vater getrennt, als ich bereits 18 Jahre alt war und mein Bruder 13. Ich habe ihr das auch damals sehr verübelt, da mein Vater Alkoholiker war und ist und wir drei von ihm übelst tyrannisiert wurden, auch körperlich. Ich habe mich immer schützend vor meine Mutter gestellt und mir manchmal gewünscht mein Vater käme nie wieder. Dass ich jetzt auch überlege der Kinder wegen bei meinem Mann zu bleiben ist einerseits aus meiner eigenen Erfahrung her absurd, aber andereseits für mich auch nachvollziehbar. Mein Mann ist was die Gewaltbereitschaft anbetrifft, das absolute Gegenteil von meinem Vater. Ließe ich ihn in Ruhe vor seinem PC hocken, gäbe es aller Warscheinlichkeit nach so gut wie nie Streit. Er käme ab und an aus seinem Loch, um evtl. was mit uns zu unternehmen, und sich dann wieder wochenlang zurückzuziehen. Ich kann tun und lassen was ich will, ich gehe weg und unternehme Dinge die mir Freude machen. Das ist eine trügerische Ruhe, ich bin nicht durch Schläge oder verbale Gewalt gezwungen, mich oder die Kinder zu schützen, wenn ich ihn verlasse, geschieht das aus dem Grund, daß ich seine Abgewandtheit von uns nicht mehr ertragen kann, eine regelrechte Allergie dagegen entwickelt habe.

                    Ich habe gelernt, viele Dinge aushalten zu müssen, ich bin sicher, daß die Situation in der ich lebe, für viele schon nach wenigen Wochen nicht mehr tragbar wäre. Aber ich bin von Zuhause her tatsächlich Schlimmeres gewohnt, obwohl ich den Rückzug meines Mannes doch auch als etwas Agressives erlebe, eine stille Art der Gewalt. Es ist immer dieselbe Frage, die mich quält:

                    "Steht es mir zu, einen Mann zu verlassen, der mir nichts tut und meine Kinder in eine unsichere Zukunft zu schicken?" Ich weiß, das hat sehr viel mit meinem eigenen Selbstwert und Schuldgefühlen zu tun, aber dennoch ist es ein Gedanke, der sich immer wieder wie ein Giftpfeil in meine Brust setzt.

                    "Er hat doch für sie gesorgt und sie konnte doch tun und lassen was sie wollte," diese Sätze geistern dann wie Anklagen in meinem Kopf umher oder sie lauten:
                    "Sie hat ihn aus absolut egoistischen Motiven sitzengelassen, wollte was Besseres, hat sich nicht zufrieden gegeben, jetzt hat sie den Mist!"

                    Das sind so meine inneren Stimmen die in meinem Kopf losehen, wenn mein Bauch jammert, "geh und pack Deine Sachen und fange ein anderes Leben an."

                    Dazu kommt, dass wir seit 27 Jahren zusammen sind und ich mit meinem Mann zusammengezogen bin, als meine Mutter meinen Vater verlassen hat. Er hat die Alkoholexzesse meines Vaters miterlebt und als furchtbar empfunden und mich immer wieder getröstet und aufgefangen. Und dieser Mann hat nun also auch ein Suchtproblem, dass sich nur anders darstellt. Im Grunde geht das schon seit vielen Jahren so, sein innerer und äußerlicher Rückzug waren immer schon problematisch, nur kann ich das nicht mehr kompensieren, meine Kraft ist erschöpft, meine Gedanken kreisen immer um das Thema, wie komme ich da heraus. Ich weiß, indem ich gehe, aber das genau ist der Punkt, meine Füsse können irgendwie nicht. Ich fühle mich so hilflos und ärgere mich auch über mich selber, dass ich diesen letzten Schritt nicht hinkriege!!

                    Liebe Grüße

                    von Usara

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                      #11
                      Hallo Usara,

                      ... ich habe jetzt alles gelesen und kann dich sehr gut verstehen.

                      Ich wollte auch nie einen Mann, der mich schlägt.

                      ABER ... es gibt auch "seelische Gewalt" ... und die trifft noch härter.

                      Das sind meine momentanen Gedanken dazu.

                      liebe Grüße
                      Switch

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                        #12
                        Vorbilder

                        Hallo Usara,

                        ich kann nachvollziehen, welche Gedankengänge dich in deiner Situation festhalten. All das hat meine Mutter auch gesagt. Die Angst vor dem Unverständnis der anderen, die Angst vor der ungewissen Zukunft, die ANngst eine falsche Entscheidung zu treffen - auf Kosten deiner Kinder...

                        Switch hat allerdings recht: was dein Mann dir und den Kindern (bewusst oder nicht) antut, ist seelische Gewalt.

                        Vergiss das Geschwätz der Leute. Sie kennen deine Situation nicht. Wie sollten sie da ein qualifiziertes Urteil abgeben?

                        Stell dir vor, dass es auch Stimmen gibt, die sagen "Dieses feige Stück! Hat den Hintern nicht hochgekriegt, ist aus Bequemlichkeit bei ihm geblieben. Ohne Rücksicht auf die eigenen Kinder. Die hat sie sogar noch als faule Ausrede benutzt. So eine Rabenmutter!"

                        Du kannst es nicht allen recht machen. Und das ist auch gar nicht deine Aufgabe. Du allein trägst die entscheidende Stimme in dir. Berücksichtige die Stimmen deiner Kinder, doch höre auf dich selbst. Vertraue auf dein Bauchgefühl! Du hast jedes Recht, das zu tun, was du für das Beste für dich und die Kinder hältst.

                        Überleg dir, was deine Kinder aus ihren Erfahrungen heraus in ihr Leben und in die nächste Generation tragen werden. Welches Bild von Familie und Eltern sie entwickeln und wie sich das auswirken wird.

                        Ich male mal den Teufel an die Wand: eines deiner Kinder wird einen gewalttätigen Partner heiraten und sagen: Es könnte schlimmer sein. Ok, er schlägt uns ab und zu. Aber er meint es ja nicht so. Er ist halt krank. Und er gibt uns wenigstens Aufmerksamkeit. Er nimmt uns wahr und reagiert auf uns. Mein Vater hat uns immer ignoriert. Das hab ich doch auch ausgehalten, dann sind ein paar blaue Flecke doch kein Grund zu gehen und den Kindern den Vater wegzunehmen. Manchmal geht er sogar mit ihnen in den Zoo...

                        Sag mir, wie - dann schubse ich dich. Wenn du das willst!

                        LG
                        Sunshine

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                          #13
                          hm, Usara, kennst du "Liebe dich selbst und es ist egal, wen du heiratest"?

                          Dir ist sicher bewusst, dass der einzige Mensch, den wir ändern können, wir selbst sind. Hast du diesen Weg für dich ausgeschöpft?

                          Vielleicht ist jetzt die grosse Lernchance, die dir das Leben anbietet, allein zu leben, und dich mit den Kindern allein durchzuschlagen, ohne jegliche Co-Abhängigkeit. Vielleicht ist es auch die Chance, ganz innerlich in dich gegründet zu werden mit einem (innerlich meist abwesenden) Partner an der Seite.

                          Wissen kannst das nur du. Aber vielleicht gibt es nicht nur:
                          bleiben und leiden oder gehen und frei sein, vielleicht gibt es auch bleiben und frei werden...

                          Einfach meine Gedanken dazu

                          ashira

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                            #14
                            hallo @sunshine,
                            da gibt es ein kleines Missverständnis, es sind nicht die Stimmen oder Meinungen anderer Leute, die mich beeinflussen, es sind meine eigenen Worte, die sich da melden, wenn der Bauch die Koffer gepackt hat, meine verinnerlichten Werte sozusagen. Aber Du hast recht, mit dem Beispiel, "er hat sie nur ganz wenig gehauen," oder "ab und an ist er mit ihnen in den Zoo gegangen".

                            So sage ich auch immer, dass mein Mann für vieles Verständnis hat und mir keine Vorschriften macht, aber der Preis, den ich dafür zahle, ist ein hoher. Innerhalb der gemeinesamen Wohnung fast keine Gemeinsamkeiten, ich würde mich tatsächlich schon über einen Abend mit ihm gemeinsam auf der Couch hockend freuen.

                            Du darfst mich schubsen, wenn ich wüßte wie, könnte ich es ja vielleicht selber?

                            Ja und @ ashira,"Liebe dich selbst und es ist egal wen Du heiratest", ist das ein Buch oder nur ein Spruch? Ich verstehe es folgendermaßen verstehe:

                            Wenn ich mich selber liebe, werde ich wohl niemanden heiraten, der mich so behandelt. Das mit der Selbstliebe ist auch mein großer Knackpunkt, das ist der eigene Wert, den man sich gibt bzw. nicht gibt.
                            Mein Vater hat mich sehr oft entwertet, das war das Schlimmste überhaupt, mein Mann hat das nie getan, zumindest nie mit Worten. Er hat mich nie vor anderen Leuten niedergemacht, ich glaube, das war für mich eine ganz neue Erfahrung. Und da er mein erster Mann war, habe ich ihn, denke ich, immer unbewußt mit meinem Vater verglichen. Und gegen den hat er um Längen besser abgeschnitten. Aber mit Erschrecken stelle ich fest, dass die Beiden mehr gemeinsam haben, als mir je zuvor bewußt geworden ist. Sucht und Mißachtung dem Partner gegenüber.
                            @Switch, ja Du hast recht, seelische Gewalt kann härter treffen, sie ist erst einmal nicht so offensichtlich, aber es tut furchtbar weh! Diese Frage stelle ich mir sehr oft: Warum lasse ich mich so lange schon so behandeln. Warum schöpfte ich immer wieder Hoffnung, die jedesmal wieder enttäuscht wurde? Es tut ja so gut, nach trüben Zeiten ein Kopfstreicheln zu fühlen, es könnte ja mehr werden!" Wird es aber nicht und wieder ist man geködert, ein Fisch an der Angel, der wieder zappelnd ins Wasser geworfen wird. Erschreckend, was ich mir bieten lasse!
                            Liebe Grüße

                            von Usara

                            Kommentar


                              #15
                              @Usara: "Liebe dich selbst und es ist egal, wen du heiratest" ist ein sehr empfehlenswertes Buch. Gibt´s inzwischen auch als Taschenbuch.

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