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Immer wieder gegen die gleiche Wand

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    #16
    ...und immer wieder die gleche Wand

    Hallo an alle

    bin neu hier und habe die ersten Beiträge gelesen. Auch mich erstaunt es, daß sich die Geschichten so ähneln. Und auch ich hatte/habe das gleiche Problem.

    Doch ich denke, auf einem guten Weg zu sein.

    Als erstes habe ich mir klargemacht, daß die Aufgabe meiner Eltern, mich zu erziehen, vorbei ist. Damit entfällt auch, daß ich mich abhängig von Lob und Zuspruch durch sie mache. Sie waren dafür zuständig, als ich noch Kind war, jetzt bin ich erwachsen, alt genug, um auf eigenen Füßen zu stehen und mein eigenes Leben zu leben. Dazu gehört auch, daß ich mir, wenn ich es denn überhaupt brauche, mein Lob woanders hole und nicht von meinen Eltern.

    Als zweites habe ich für mich anerkannt, daß auch meine Eltern ihr eigenes Leben leben. Sie leben es so, wie sie es wollen. Das hat mit ihren eigenen Äußerungen darüber überhaupt nichts zu tun. Wenn sie es lieber anders hätten, würden sie dafür sorgen. Aber sie fühlen sich scheinbar wohl in ihrer Rolle und in ihrem derzeitigen Gefüge.
    Dieses anzuerkennen war für mich sehr schwer.

    Der dritte Schritt war der allerschwerste für mich. Ich habe es geschafft, meine Eltern "trotz allem", was früher war, zu würdigen. Und ich tu es immer noch.
    Sie haben alles getan, was sie aus ihrer Sicht konnten und was sie für richtig hielten. Und auch das, was "damals normal" war. Es waren damals andere Zeiten als jetzt.
    Das Wichtigste, was ich von ihnen bekommen habe, ist mein biologisches Leben. Und sie haben es geschafft, mich erwachsen zu kriegen. Nun bin ich selbst dran.


    Jetzt kann ich mir selbst aussuchen, wer mir Zuspruch erteilt, wer mich lobt, mit wem ich zusammen sein wil u.v.a.m.

    Warum sollte ich mir das immer wieder antun und mir meine End-Täuschung abholen? Ich weiß es doch vorher, daß sie nichts positives von mir hören wollen. Also lasse ich es.
    Die Gespräche zwischen uns sind seit langer Zeit auf Smalltalk eingestellt. Jegliche Provokationsversuche, mich aus der Reserve zu locken, blocke ich ab, mal mehr mal weniger geschickt. Aber es funktioniert.
    Und ich spüre, daß es beide Seiten erleichtert.


    Ich wünsche euch allen alles Gute und viel Kraft auf eurem Weg

    Liebe Grüße
    susi


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      #17
      Liebe sunrise,
      ich glaube viele von uns kennen solche oder ähnliche erlebnisse mit unseren eltern. und gerade da ist es oft besonders schmerzhaft, wenn die erhoffte anerkennung nicht kommt.
      ohne deine mutter zu kennen oder für sie parteilich zu sein: vielleicht gibt sie alles was sie hat, was sie kann, wovon sie glaubt dass es gut ist. aber nicht das hat, was für dich wichtig ist. und so dann missverständnisse und verletzungen passieren. vielleicht geht es dir besser, wenn du sie einfach läßt: in ihrer unzulänglichkeit und ihrer eigenen gefühlslage, für die sie letztendlich ja auch verantwortlich ist.
      ich lese aus deinen zeilen, dass du grund hast, stolz auf dich zu sein. Belohn dich dafür mit was wundervollem, was immer es auch ist. somit bist du aus der abhängikeit, dass "Sie" stolz auf dich ist. Ich fühle deinen stolz und freu mich für dich, wenn du ihn genießen kannst.
      Alles Liebe
      Eveline Seiler

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        #18
        Ich bin gerade sehr aufgewühlt... mir ist gerade die Idee gekommen, eine Achtsamkeitsübung von @murmelito zu diesem Thema mal einzusetzen. Die mit dem indisch klingenden Namen (fällt mir jetzt gerade nicht ein). Letztendlich geht es dabei um Empathie mit dem gehassten Gegenüber, um Akzeptanz, Respekt und am Ende Loslassen. Nur wenn wir es schaffen uns und unseren Grusel-Eltern zu verzeihen, können wir uns auch wirklich von ihnen lösen und mit uns selber in Liebe leben.

        Und soll ich Euch was sagen....? Ich hab irre Schiß vor der Übung! Was, wenn es funktioniert?

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          #19
          @all

          Ich weiß nicht wie ich es sagen soll...?

          Ich komme nur vorran, wenn ich einen Fuß vor den anderen setzte.
          Wenn ich jetzt zurück schaue sehe ich, welche Schritte ich gemacht habe.

          Da war der Schritt zur Therapie der erste.
          Der zweite war, dass ich im Nachhinein nach der Ursache gesucht habe.
          Der dritte Schritt war, meiner Wute zum Ausbruch verholfen habe.
          Der vierte, geschiet im Moment, mir diese Erleichterung anzusehen, wie sie auf mich wirkt und wie leicht das Leben sein kann, wenn man keine Last mehr mit sich herum schleppt.
          Der fünfte Schritt ist dann vielleicht, weiß ich noch nicht genau, die Versönung mit meinen Eltern.
          Da schon mehrmals die Versönung von mir aus ging, werde ich dieses mal nix tun, warten bis von der anderen Seite etwas kommt.

          Vielleicht kommt es aber ganz anders...keine Ahnung.
          ..take it esye...oder so

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            #20
            Hallo Rübenigel,
            ich muss Dir sagen ,ich habe diese Zeit hinter mir...habe meine ganze Kindheit aufgearbeitet...auch mit anderen darüber gesprochen...
            Es war eine intensive zeit...zuerst kamen starke Gefühle von Wut und teilweise auch Hass in mir hoch,doch danach habe ich auch versucht meine Eltern zu verstehen,warum si so gehandelt haben...
            und heraus kam...wie Susi schon sagte:Es war eine andere Zeit...sie konnten nicht anders,weil sie es von ihren Eltern auch nicht anders gelernt hatten....
            Im Grunde genommen sind sie selber arm dran....Gott sei Dank ist unsere Generation schon ein Stück weiter in Sachen Selbstfindung...
            und die nächste Generation,da bin ich teilweise sprachlos,beschäftigt sich schon in ihrer Jugend damit,wo ich persönlich erst mit 33 Jahren anfing...

            Am Ende ist dieser Prozess sehr,sehr befreiend!!!

            liebe Grüße,Melina
            achja....: mein (Stief)vater fragt mich jedesmal,warum ich immer noch keinen Mann gefunden habe + verheiratet bin...ich verkneife mir dann jedesmal die Antwort..

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