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Immer wieder gegen die gleiche Wand

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    Immer wieder gegen die gleiche Wand

    Hallo!!

    Kennt ihr das, wenn ihr - speziell bei euren Eltern- immer wieder gegen die gleiche Wand lauft???

    Habs grade wieder getan.
    Ich war heute seeeehr stolz auf etwas, was ich heute geschafft habe.
    Warum auch immer habe ich mich darauf gefreut, das meiner Mutter mit-zu-teilen. Von stolzen Momenten habe ich ihr in letzter Zeit gar nichts mehr erzählt. Und so dachte ich auch "na, ob sie sich mit mir freut? Ob das mal nicht wieder gründlich schief geht...?"

    Tja, es kam wie´s kommen musste. Ich habe sie angerufen, ganz stolz und hocherfreut- gleich die Frage, ob sie mich später noch mal anrufen könne (1 Stunde ca.). Gut, das kann Zufall gewesen sein.
    Dann ihr Anruf. 20 Minuten erzählt sie pausenlos, ununterbrochen von sich. Ich hätte auch viel zu erzählen gehabt, aber davon wollte sie offensichtlich nichts hören.
    Da war ich dann schon nicht mehr so mutig und habe ihr indirekt, aber klar mitgeteilt, dass ich etwas tolles geschafft habe (das weiß sie auch, dass das für mich etwas besonderes ist und findet es angeblich immer sooo bedauerlich, dass ich Probleme damit hatte/habe). Ihre Reaktion- ohne Pause sofort etwas gefunden, wo ich etwas schlecht gemacht habe, damit abgelenkt- und schon war ich wieder klein und tottraurig.

    Nun versuche ich, mir meinen Stolz und meinen Tag nicht von ihr vermiesen zu lassen, was gar nicht einfach ist, denn es ist ein altes Muster, in die man ja sooooo schnell wieder reinrutscht.

    Außerdem bin ich stinksauer!!!!!!!!!!!!!!!!!!

    Hab mal wieder gelernt. Wann reicht es endlich, zu kapieren, dass meine Mutter meinen Stolz auf mich nicht mit mir teilen will/kann??????????????????

    Wieso muss man wieder und wieder und wieder und wieder gegen die gleiche Wand rennen, selbst, wen man es doch längst kapiert hat, wie der Hase läuft??????????????????

    Wahhhhhhhhhhhhh!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! !!!!!!!!!!!

    Geht euch das auch manchmal so? Ich kann es einfach nicht glauben!!!!!
    Aber ist das nicht auch echt traurig- eine Mutter, die den Stolz ihrer Tochter nicht teilen kann/will und umgehend versucht, diese wieder klein und unfähig zu machen????

    Das musste ich jetzt mal loswerden.

    sunrise

    #2
    Liebe sunrise,

    ich hab grad bei unserem Coaching-Projekt zum Thema "Mach den Mund auf" geschrieben und jetzt Deinen Beitrag gelesen.

    Was würdest Du davon halten Deine Mama anzurufen und ihr einfach zu sagen wie es Dir geht????????? Du Mama, ich ärgere mich über Dich weil....

    Okay, es kostet einiges an Mut, aber ich glaube Dir würde es nachher besser gehen, was meinst Du?

    Ich finde es auch noch sehr wichtig bei dem heutigen Thema zu bleiben und nicht ins "immer" zu verfallen (was natürlich auch nicht einfach ist).


    Hier noch ein Beispiel von mir:

    Vor zwei Wochen hab ich meinem Papa mitgeteilt,was ich wirklich fühl und denk und wie es mir geht mit ihm....Es hat mich unwahrscheinlich Überwindung gekostet und ich hab ihm einfach gesagt, daß mir das jetzt nicht leicht fällt.

    Was dabei herausgekommen ist? Es hat sich viel getan, er hat mich zum ersten Mal "gesehen" weil ich ihn schauen hab lassen.....

    Es war eine schwere Geburt (die noch nicht ganz vorüber ist), aber das war es tausend Mal wert!

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      #3
      Hallo ihr Zwei,
      ich habe lange das gleiche Lied gesungen...

      Ich bin erstaunt, wie sich die Bilder gleichen.
      Vielleicht haben wir lange nicht bemerkt, dass wir nicht alleine sind mit unserem Problem.
      Konnten sicher nicht wirklich darüber reden.
      Alles braucht seine Zeit.


      Und so denke ich, ist es jetzt Zeit, das zu tun was wirklich nötig ist.

      Frage:
      Wofür war das gut, das es so war?
      Antwort:
      Um uns vor Augen zu führen, das wir kein Selbstvertrauen hatten!
      Wir haben um Anerkennung gebettelt, nicht bekommen, und wieder gebettelt!

      Packen wir es an, wenn nicht jetzt, wann dann?

      LG Softvelvet

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        #4
        Hmm...

        tut wirklich gut, zu lesen, dass andere mit genau denselben Problemen kämpfen.
        Wünsche Euch und mir ganz viel Kraft, auf unsere Mitte zu hören und dann auch wirklich den Mut zu haben, das zu lassen, was uns nicht guttut, aber auch, die alten Enttäuschungen zu überwinden und zu sehen, was uns unsere Eltern doch noch geben können und wollen!
        Peace!

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          #5
          Interessant zu lesen, dass es anderen genauso geht. Wir wollen alle von unseren Eltern Anerkennung als eigene, erwachsene Person und hecheln dem lange hinterher.

          Mit meiner Mutter (die Bezeichnung "geozentrische Depressive" passt auch auf sie - wie sich Geschichten gleichen können, ich bin immer wieder überrascht....) hab ich es lang versucht, bei jeder Sache, die ich gut gemacht hab, auf die ich stolz war hat sie das Haar in der Suppe gefunden (bzw. sich solange vor die Suppe gesetzt und mit dem Kopf geschüttelt bis eines drinnen war...) Dann hab ich nichts mehr über mich erzählt (ich wollte mir nicht mehr immer wieder den Kopf an der Wand blutig stossen...) dann hab ich ihr gesagt warum, sie hat abgestritten, dass es so ist, dass SIE so ist (ihr Selbstbild von sich weicht sehr von ihrem Fremdbild ab)

          Ich hab eine Freundin, die hat es geschafft - frei nach dem Motto "Wenn ich nicht am Boden liege, kann sie auch nicht auf mir herumtrampeln" sie hat es tatsächlich geschafft, dass ihre Mutter sie mit sowas nicht mehr treffen kann und siehe da, die Mutter hat auch ihr Verhalten geändert, sobald sie gemerkt hat, dass sie damit keinen Erfolg mehr hat.

          Wer hat das noch hinbekommen - und wie ?
          lg, Miura

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            #6
            Liebe Forumsteilnehmer,

            hier schreibt Morgenfrau.

            Bei mir kommt an, dass eine Euch nahestehende Person "immer ein Haar in der Suppe findet", wenn ich nur möchte, sie sollte sich mit mir freuen.

            Jetzt überlege ich, warum ich a). ein Lob von der Peron möchte
            und b). warum diese Person so negativ reagiert.

            Ich bin nicht frei in meiner Entwicklung, wenn ich das Lob von dieser Person
            als Erwachsene brauche.

            Wenn die Person negativ reagiert, hat sie doch selber ein Problem, möglicherweise Neid?, Eifersucht? Pessimismus? Unzufriedenheit mit sich selbst?

            Ich finde diese Selbstoffenbarung der nahestehenden Person doch ganz interessant. Wenn ich sie nun fragen würde: "Warum findest Du "immer ein Haar in der Suppe", anstatt Dich einfach mit mir zu freuen? Nur das würde ich mir von Dir wünschen, wir teilen ein Gefühl.

            Ja, was würde sich dann für eine Diskussion entwickeln.

            Ganz liebe Grüße
            Morgenfrau.

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              #7
              Hallo Morgenfrau,

              es ist tatsächlich so, das meine Mutter so unzufrieden ist mit ihrem Leben,
              neidisch auf jeden Menschen der etwas Glück hat.
              Dabei merkt sie ihr eigenes Glück überhaupt nicht.
              Sie kann es nicht sehen, weil sie sich selbst nicht betrachtet,
              nur das um sie herum.

              Ich suche nach Worten, die ich meiner Mutter sagen könnte,
              wenn sie das nöchste mal bei mir anruft.

              So was wie...
              " warum rufst du mich an, hast wieder lange Weile und brauchst einen Pausenclouwn"?
              Ich bin dafür nicht die richtige Person, such dir dafür jemand anderes!

              Das ist jedenfalls der Tenor, der in mir hoch kommt, wenn ich an den nächsten Anruf von ihr denke.

              ...und erstens kommt es anders, zweitens als man denkt!

              Eben hat das Telefon geklingelt, meine Mutter war dran!
              Ich habe aber zuerst mit ihrem Mann gesprochen, weil er heute Geburtstag hat, der 80.!
              Ein nettes Gespräch mit ihm, dann meine Mutter.
              Sie ist wieder Krank, hat den Urlaub versaut, und den Geburtstag.

              Ich habe ihr gesagt was ich denke, dass sie nur deshalb immer krank wird, weil sie sich nicht freuen kann.
              Habe ihr auch gesagt, das ich keinen Bock mehr auf ihre Anrufe habe, mir das nicht mehr anhören will.
              Ich würde ihr immer nur Vorwürfe machen, war ihr Reaktion.
              Dann, es hat sich erledigt sagt sie, sie wird nicht mehr anrufen, und hat aufgelegt!

              Es ist raus, meine Hände zittern noch vor Aufregung,
              ich fühle mich gut, und bin froh es getan, geschafft zu haben.

              Allen hier einen schönen Sonntag

              LG Softvelvet

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                #8
                Nachtrag:

                Das ist ein Grund zu feiern, und genau das werde ich heute tun!

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                  #9
                  Hallo an euch alle!!

                  Wao, wahnsinn, was da für Energien hochkommen bei uns allen!!
                  Ich glaube auch, dass es oft noch um unerfüllte Kindheitsbedürfnisse geht, die da hochkommen. Ja, die Hoffnung stirbt zuletzt!!

                  Ich habe lange, lange, lange und oft mit meiner Mutter über unsere Unstimmigkeiten gesprochen. Ich kann mich auch nicht beklagen, dass sie sich nicht darauf eingelassen hätte.
                  Allerdings fingen wir meist an, über eine Sache zu reden, wegen der ich wütend auf sie war. Am Ende waren wir dann bei zehn Dingen. Ich wurde immer wütender, meine Mutter immer trauriger und resignierter. Es hat uns beiden nichts gebracht.

                  Ich bin es gewöhnt, dass mindestens jeder zweite Anruf, wenn nicht jeder irgendetwas enthalten hat, was mich wütend gemacht hat/macht. Ich nehme es jetzt als Chance für mich, mir meine Wut genau aunzugucken- wo sie herkommt, was ich mir gewünscht hätte und wie ich mir das selber geben kann. Denn ich weiß, wenn ich mich von ihr nicht verunsichern/aus der Ruhe bringen lasse/ wenn ich mir meinen Stolz durch ihre Reaktion nicht nehmen lasse, dann kann sie es auch nicht.
                  Ein weiter Weg............

                  Ich habe das Glück, dass auch meine Mutter langsam, aber immer mehr an sich arbeitet. Trotzdem will ich endlich aufhören, auf irgendetwas zu hoffen oder gar zu warten.
                  Sie war auch zu sehr mit sich beschäftigt, hat sich unterbewusst wohl ein Baby gewünscht, dass immer bei ihr bleibt, sie immer braucht und (für ihr Gefühl) damit in ihrem Selbstwert bestätigt.
                  Nun, das war ich nicht, das bin ich nicht und das werde ich niemals sein.
                  Seit ich gewachsen bin, noch in ihrem Bauch bin ich immer selbstständiger und unabhängiger geworden.
                  Sie hätte es uns wesentlich leichter gemacht, wenn sie dazu gestanden hätte, dass auch sie Schwächen hatte, denn dann wäre es wesentlich einfacher für mich zu sehen, dass es nicht an mir liegt, dass sie mich oft einfach nicht wahrnimmt. Dann kann ich sehen, dass es ihre Schwäche ist.
                  Ein Mensch mit Stärken und Schwächen, (genauso wertvoll wie alle anderen Menschen auch)- das ist es doch, was uns Menschen ausmacht, oder nicht?

                  Naja, manchmal kommt es dann anders als man denkt- wir haben vorhin telefoniert- sie hat wieder etwas gesagt, was mich sowieso immer auf die Palme bringt- da ist das Fass dann übergelaufen und ich hab ihr all meine Wut mitgeteilt. Sie hat mich gesehen, mich gehört, hat sich sehen lassen, hat sich entschuldigt- zum ersten Mal in dieser Form. Hat mich gebeten, es mir nicht zu übel zu nehmen und gesagt, dass sie nach wie vor an sich arbeitet---- so kann es auch gehen....!


                  Ich finde, da sollte man einfach nach seinem Gefühl gehen- wenn man die Schnauze voll hat, den Kontakt abbricht und damit auch zufrieden ist, dann finde ich das gut! Familie bedeutet für mich nicht länger, sich quälen lassen zu müssen.
                  Zuletzt geändert von ; 15.07.2007, 19:29. Grund: .

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                    #10
                    Hallo Sunrise,

                    wenn ich mir im Nachhinein das Szenarion noch mal verinnerliche,
                    dann denke ich, es sollte so sein, so und nicht anders.

                    Ich habe heute Vormittag am Rechner gesessen und geschrieben.
                    Hier im Forum und gesagt, dass ich noch nicht weiß, welche Worte ich benutzen sollte!

                    Ich weiß dass ich richtig ausgerastet bin, und dabei fallen Worte,
                    die nicht unbedingt der Sache dienlich sind.

                    Aber, warum ruft sie an, genau zu der Zeit?
                    Ich habe gedacht, die beinden sind im Uralub und garnicht da.
                    Ich habe nicht im Traum daran gedacht, dass es heute schon soweit ist.
                    Ich war völlig überrascht von der Situation.

                    Ich wollte mir die richtigen Worte zurecht legen, so, das es bei ihr ankommt,
                    was da zwischen ihr und mir abgeht.

                    Und nun denke ich, dass ich es wieder nicht geschafft hätte, sie mich
                    mit ihrer Mitleidstour wieder fertig gemacht hätte.
                    Ich mich schlecht gefühlt hätte...usw...

                    Es war einfach perfekt, damit ich das Thema aus dem Kopf bekomme.
                    Kurz und heftig, ende!


                    Und jetzt werde ich die Geschichte für mich begraben.
                    Wenn sie was will, soll sie sich melden, ich will nichts mehr.
                    Nur gut, das wir weit auseinander wohnen...das beruhigt mich.


                    Gute Nacht und schöne Träume

                    LG Softvelvet

                    Kommentar


                      #11
                      Auch ich bin erleichtert, jetzt mit Euch hier im Faden zu "sitzen", in holder Gemeinsamkeit. Was habe ich die Telefonate und Treffen mit meiner Mutter gehasst... und gefürchtet. Danach stundenlang in der Ecke gesessen und geheult, weil sie mich wieder nicht wahrgenommen hat (eine positive Unterstützung habe ich schon früh nicht mehr erwartet). Was hätte ich darum gegeben, wenn sie einmal gesagt hätte: "Ich habe gehört, was du gesagt hast. Wie fühlst du dich jetzt?" Stattdessen: "Ich hab so lange nichts mehr von dir gehört... *vorwurfsvoller Unterton*... Wie geht es dir? *Antwort nicht abwartend*... MIR geht es ja so.... aber DAS ist ja noch gar nichts...." Und dann stundenlange Monologe, selbstbemitleidend und Vorwürfe verteilend.

                      Ich habe viel zu spät gelernt "Stop" zu sagen. Und irgendwann habe ich es dann endgültig getan. Seitdem habe ich keinen Kontakt mehr zu ihr. Und wenn ich es auch bedauere, daß sie ihren Enkel nicht kennengelernt hat (und es wahrscheinlich auch nicht wird) und daß sie einsam ist... ich danke Gott für jeden Tag, den ich DIESE Sorte Leid und Schmerz nicht mehr jeden Tag spüren muß, den ich 30 Jahre lang gespürt habe.

                      Erst jetzt, wo wir uns nicht mehr sprechen, kann ich alte Wunden heilen, kann ihr und mir vergeben und liebevolle Gedanken für sie haben und ihr alles gute wünschen. Für einen direkten Kontakt bin ich noch nicht gewappnet... da bin ich noch zu sehr "ihr Kind".

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                        #12
                        Liebe @Softvelvet und liebe @Rübbenigel!

                        Ich finde es toll, dass ihr den Mut hattet, toll dass ihr klar gemacht habt, dass ihr so keinen Kontakt wollt!!! (Auch wenn der Anlass natürlich mehr als traurig und/oder ärgerlich ist).

                        Ich habe gezögert, meinen Beitrag mit den positiven Zeilen und dem Happy-End (bis zum nächsten Mal ) direkt hinter deinen, @Softvelvet, Beitrag zu setzen. Könnte ziemlich blöd aussehen und mißverständlich wirken...
                        Ich will dir sagen, dass ich es wahnsinnigtoll finde, dass du es geschafft hast, deiner Mutter so klar deine Meinung zu sagen und deine Grenzen so deutlich zu machen!!! Als ich deine Postings gelesen habe, habe ich dich bewundert dafür, dass du es geschafft hast, diesen Schritt zu gehen und vor allem, dass du es geschafft hast, die Schuldgefühle von dir fern zu halten und stolz auf dich zu sein.
                        Bei meinem Posting war ich in dem Moment so mit mir beschäftigt (woher kenn ich das nur ), dass ich erst mal nur von meiner Erleichterung und Freunde geschrieben habe.
                        Aber ich will unbedingt, dass du weißt, dass ich deine Postings anerkennend gelesen habe und es toll finde, dass du gegen alle Schuldgefühle für dich sorgst!!!

                        Viele Grüße und weiterhin viel Kraft, dir treu zu bleiben wünscht dir
                        sunrise

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                          #13
                          Hallo alle zusammen,

                          ich danke auch für die unterstützenden Worte von euch.
                          Alles braucht seine Zeit, und zuerst muss ich mir selbst vergeben,
                          weil ich so lange gebraucht habe.

                          Diese Abhängigkeit von den Eltern ist ungesund.
                          Aber unsere Eltern wussten nicht was sie tun.

                          Ich habe immer Mitgefühl gehabt, weil sie Kinder waren,
                          als der Krieg ausbrach.
                          Sie hatten kein Kindheit, keinen Spaß und kaum was zu essen.
                          Meine Mutter ist ein Flüchtlingskind. Sie war 11Jahre, als sie vertrieben wurden.

                          Sie hat ihren Frust darüber nie verarbeitet, und auf uns alle abgeladen.

                          Wenn du schreibst Sunrise, das du keinen Kontakt mehr hast,
                          deine Mutter den Enkel nicht mal kennt, dann zeigt es nur,
                          wie schwerwiegend ihr Problem mit sich selbst ist.

                          Aber damit muss die Generation alleine fertig werden.
                          Es gibt Therapeuten, aber sie gehen nicht hin, und wenn doch,
                          dann so wie meine Mutter.
                          Sie erzählt sie von ihren Kummer,
                          aber der Therapeut bekommt keinen Zugang zu ihr,
                          weil sie ihn nicht zulässt.
                          So ist keine Heilung möglich.

                          Ich denke auch, dass meine Mutter jetzt erstmal ihre Wunden leckt,
                          und dann zum Gegenschlag ausholt.

                          Ich werde einen bitter bösen Brief bekommen, den ich ungeöffnet zurück schicke.
                          Ich lass mich nicht mehr vergiften!


                          Ich wünsche allen einen schönen Wochenstart
                          LG Softvelvet

                          Kommentar


                            #14
                            Zitat von Softvelvet Beitrag anzeigen

                            Ich denke auch, dass meine Mutter jetzt erstmal ihre Wunden leckt,
                            und dann zum Gegenschlag ausholt.

                            Ich werde einen bitter bösen Brief bekommen, den ich ungeöffnet zurück schicke.
                            Ich lass mich nicht mehr vergiften!
                            Gewalt erzeugt Gegengewalt.

                            Es gibt auch gewaltfreien Widerstand, gewaltfreie Abgrenzung.

                            Und es gibt die innere Loslösung - die Arbeit an sich selbst und seinem eigenen Aggressionspotential.

                            Kommentar


                              #15
                              Ja klar gibt es auch andere Lösungen, Ashira!

                              Jeder muss den Weg gehen, den er für richtig hält!

                              Bin ich verantwortlich dafür, dass meine Mutter die Schuld bei allen anderen sieht, nur nicht bei sich selbst?

                              So wie ich mich mit der Thematik auseinander setzte, ermöglicht für mich den Lösungsweg.
                              Ich habe es vor 2 Jahren auf eine andere, liebevollere Weise versucht.
                              Ich habe ihr einen Brief geschrieben, alles erzählt was mich bewegt, was mich schmerzt.
                              Ich habe ihr auch geschrieben, das ich sie lieb habe und sie meine Mutter ist und bleibt.
                              Ergebnis war, dass sie mich sofort angerufen hat, und ihren Müll wieder bei mir abzuladen.
                              Ich war so ein "ungezogenes" Kind, sie wusste sich keinen Rat und hat abgestritten Dinge getan und gesagt zu haben.
                              "Ungezogen" bedeutet, sie hat mich nicht richtig erzogen!
                              denn ich erziehe mich nicht selbst!
                              Ich bin Schuld, dass sie so viel Mühe hatte!

                              Ich habe geheult am Telefon, wusste nicht weiter, und mich wieder schuldig gefühlt.
                              Alles Sch...sie will nicht an sich arbeiten, ist zu alt um noch irgend etwas zu verstehen.
                              Verlangt das allumfassende Mitgefühl, will aber nichts dafür her geben.

                              Ich wünsche ihr nichts Schlechtes, dafür sorgt sie selbst.
                              Das Gute was ich ihr wünsche ist, dass sie in sich geht, nach der Ursache ihres Kummers sucht, so wie ich es auch tun musste.


                              Ich habe lange genug auch die andere Wange hin gehalten...

                              Kann es sein Ashira, dass du nicht erkennst, was ich tue?

                              Suche das Unscheinbare hinter dem "Scheinbaren"

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