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mutters emotionale erpressung

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    Tja, der Seelenmülleimer für meine Mutter zu sein, war die einzige Aufmerksamkeit und Zuwendung, die ich von ihr bekam.

    Da nimmt man halt lange das an und hofft, dass irgendwann mal was anderes kommt.

    Es kommt aber nix anderes.

    Irgendwann ist das Maß so voll, das man die Kröte schluckt und irgendwie ging es mir dann besser.

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      hallo Peter und Co ,

      also ich freu mich sehr über den lebendigen austausch hier gerade, wenn Peter gerne einen eigenen faden aufmachen will, ist das was anderes. ich fänd es schön, wenn ihr zu diesem thema, mutters emotionale erpressung, hier weiterschreibt!

      liebe grüße, Fortuna

      und noch eins zu den geschwistern: ich glaube, dass jeder von uns eine bestimmte rolle in der familie erfüllen "darf". auch wenn unsere geschwister die gleichen eltern wie wir haben, so hatten sie z.t. ganz andere voraussetzungen! ich konnte es mir "leisten", rebellisch zu sein, ich hatte immer viel aufmerksamkeit und unterstützung. wenn ich gebrüllt hab, hat es auch jemand gehört...das sah bei meinem bruder ganz anders aus. er versuchte, aufmerksamkeit zu bekommen, in dem er meine sachen kaputtmachte. was passierte war, dass ich ärger bekam, weil ich als große gefälligst vernünftig sein sollte. er wurde nie richtig beachtet. dann wurde er (als kind) öfter krank, war im krankenhaus...hat auch nicht richtige funktioniert...also wurde er der liebe, der einfach immer in der nähe meiner eltern war und ihnen jeden wunsch von den lippen ablas. das klappte gut, als ich ans andere ende der republik zog und eben einfach weg war...kein wunder, ist der verlust für meine eltern jetzt besonders groß...
      er hat durch seine krebserkrankung endlich die aufmerksamkeit bekommen, die er sich immer so sehnlichst wünschte. daran glaub ich ganz fest!

      ja, wir "wunscherfüller- und seelentröster-kinder" tragen schwer daran, diese last abzustreifen.

      diese woche wurde mir in der therapie bewusst, dass ich niemals in meinem leben gelernt habe, um etwas zu bitten. jemand zu sagen: ich brauch dich, sei bitte für mich da. hilf mir. und vor allem es NOCH MAL zu tun, wenn der andere nein sagt, oder sich nicht festlegen will...ich hab die letzen jahre gelernt, dass ich mir alles wünschen darf und dass es besser ist, zu sagen was ich will...das geht in die richtige richtung...
      ich sollte meinen gegenüber aber auch meine enttäuschung zeigen, wenn mich jemand versetzt, jemand mir nicht zuhört oder mich übergeht o.ä. es ist sehr einfach, aus dem kontakt zu gehen oder zu sagen: DU machst das falsch, das ist nicht nett von DIR...

      dahinter steckt natürlich die angst, verlassen zu werden. weil unsere eltern damals solch verhalten nicht toleriert haben. meine mutter wollte eine fröhliche tochter, die für sie da ist. sie war nicht für mich da, jedenfalls nicht so, wie ich es gebraucht hätte. schwäche und verletztheit wurde oft ausgelacht, da hab ich diese gefühle tief in mir vergraben. die jetzt hervorzuholen und auszuhalten, erfordert viel mut und kraft. ja, es werden auch andere menschen nicht liebevoll damit umgehen, damit muss ich rechnen. aber von denen bin ich nicht abhängig, so wie ich es damals war. und viele werden positiv darauf reagieren. trauen wir uns...

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        Zitat von Fortuna Beitrag anzeigen
        und noch eins zu den geschwistern: ich glaube, dass jeder von uns eine bestimmte rolle in der familie erfüllen "darf".
        Ganz sicher!

        Meine Schwester hatte die Rolle des „schwarzen Schafes“, bis hin zu Kleptomanie. Sie hat eine Menge Aufmerksamkeit bekommen durch ihr Verhalten, eigentlich unangenehme Aufmerksamkeit, da sie überwacht und dauernd getadelt wurde, aber anscheinend besser als nichts .. ..

        Und meine Eltern schienen geradezu darin aufzublühen sich Sorgen um sie zu machen.
        Fjäril

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          Ich lese hier aus einem etwas anderen Blickwinkel mit. Aber ich hoffe Du hast nichts dagegen Fortuna.
          Ich lese es als die Mutter. Ich bin nie auf den Gedanken gekommen dass Mütter (ich) emotional erpressen. Dabei liegt es so nahe.
          Und aus der Mutterliebe heraus immer mit dem Gedanken "ich meine es doch nur gut". Aber das kann auch Schaden anrichten.
          Und gerade deshalb bin ich dankbar hier lesen zu dürfen. Ich bin sicher, solche Ausmaße hat es nicht in meiner Familie, aber ein Blick von "außen" kann nicht schaden.

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            Schön, dass Du es aus einem anderen Blickwinkel siehst, Verena. Es sind ja auch nicht alle Mütter so.

            Oftmal liegt es daran, denke ich, dass Mütter, die so etwas machen, nicht loslassen können, bzw. an ihren Kindern klammern. Sie haben ja sonst nichts. Der Auslöser kann eine Scheidung, tot des Partners, oder eine schlechte Ehe sein und sie finden sich damit nicht ab. (Mit Sicherheit gibt es auch andere Gründe) Dann fangen sie an, sich an das Kind zu klammern und wollen es nicht ihren eigenen Weg gehen lassen. Wenn dann die Zeit kommt, wo die Kinder, Jugendlichen, oder junge Erwachsene ihren eigenen Weg gehen wollen, haben sie Probleme, das Kind loszulassen. Ist es doch schon wieder ein Verlust.

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              Zitat von Verena Beitrag anzeigen
              Ich lese es als die Mutter. Ich bin nie auf den Gedanken gekommen dass Mütter (ich) emotional erpressen. Dabei liegt es so nahe.
              Und aus der Mutterliebe heraus immer mit dem Gedanken "ich meine es doch nur gut". Aber das kann auch Schaden anrichten.
              liebe Verena
              ich denke, dass es den meisten müttern und auch den erwachsenen "kindern"
              sehr gut tun würde, diesen ganzen faden zu lesen. es würden wohl mit
              sicherheit so einige lichter aufgehen..!

              man sollte den faden ausdrucken und verteilen...
              liebe grüsse vom frosch

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                ach fröschken...freu*

                Verena, ich freu mich dass du dich zu wort gemeldet hast. mir geht es hier nicht darum, irgendjemand zu verurteilen, letztendlich sind wir nur glied in einer kette, die von generation zu generation weitergegeben wird, wenn wir nicht anfangen, uns zu trauen, hinzugucken... wird sich nie was ändern...und dafür sind alle blickwinkel wichtig!

                weißte...das gegenteil von gut ist gut gemeint...

                meine mutter wollte ganz bestimmt, dass wir die besten freundinnen werden. und ein ganz liebes kind. dass mir nichts passiert. alles, was sie selber nicht von ihrer mutter bekommen hat. uns sie hat es schon so viel besser mit uns gemacht, als ihre mutter das hinbekommen hat...

                gerade "beobachte" ich den umgang eines kollegen mit seinem erwachsenen sohn...DIE sind ungezwungen miteinander, locker, herzlich, da ist nichts gekünsteltes, steifes...

                tja, das schaffen meine mutter und ich in diesem leben nicht mehr...manchmal denk ich, kann man sich dem schmerz "stellen", die eigene kindheit war nix, mit den eigenen kindern klappt es auch nicht...irgendwie alles...bescheiden...für mich wichtig ist, dass ich mir nicht aus mitleid deswegen alles mögliche anziehe, was mir dann wieder nicht gut tut. ein teufelskreis!

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                  Zitat von Fortuna Beitrag anzeigen
                  ach fröschken...freu*
                  herzliche frosch-grüsse!

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                    moinsen zusammen,

                    sonntag hatte meine mutter mich wieder angerufen...mit dünnem stimmchen: ich will ja wenigstens deine stimme mal wieder hören...( ja, richtig, die von meinem bruder kann sie nicht mehr hören...botschaft angekommen)...
                    ich hatte an dem morgen recht dünne nerven, da ich die ganze woche hart gearbeitet hatte und den tag davor extrem viel mit einer kollegin streiten musste...ich mich also ganz erwachsen freudlos freundlich durch das telefonat gehangelt...als ich meine mutter nach einer familienfeierlichkeit befragte, meinte sie: ach, wir hatten die hoffnung, du kommst noch...worauf ich etwas hochging und meinte: wie, hab ich doch gesagt, ich kann nicht. mal eben 1500 km bahn fahren für ein bisschen kuchen essen, davon abgesehen dass ich voll arbeite und meine diplomarbeit schreibe..."ja, trotzdem...."
                    wie stellst du dir das eigentlich vor? hörst du mir zu, wenn ich dir erzähle, was ich um die ohren habe? jaja...so war es doch nicht gemeint. nun, von mir schon. als sie dann auch noch meinte, ich solle doch mal die frau meines bruders anrufen, platzte mir wieder der kragen: sag mal, hab ich dir gerade nicht gesagt, dass bei mir absolut oberkante ist, warum willst du dass ich sie anrufe, ich kann mich nicht um sie kümmern. ich kenne sie gar nicht, ich hab sie zweimal gesehen! "äh ja, aber sie ist doch die frau deines bruders!" ja, richtig, und es nervt mich, dass du mir jedesmal sagst, dass ich sie anrufen soll, was soll das denn? boah, echt. das musste sowas von gesagt werden. war sehr stolz auf mich!
                    und ich bin nicht aus dem kontakt. meine mutter hat mich dann schleunigst an meinen vater weitergereicht, dem ich nur ganz trocken erklärte, sorry, musste gerade echt mal meine mutter anfauchen, bin echt geladen. er hatte verständnis und versucht, für mich da zu sein und mir zuzuhören, er kann es immerhin ein bisschen besser als meine mutter... erstaunt war er darüber gar nicht, darüber hatte ich mich kurz gewundert...aber naja, streit ist für die beiden einfach total normal...trotzdem ist es wohl wichtig, dinge die einem wichtig sind, und die einen nerven, anzusprechen. einfach mal zu fragen, was zur hölle willst du damit von mir eigentlich? was soll das? da liegt ja ein himmelweiter unterschied, zwischen sinnlosem abwertendem gezoffe und genervter nachfrage und setzen von grenzen.

                    ich lern das schon noch...letztendlich bin ich total froh, dass ich das endlich mal losgeworden bin.

                    liebe grüße

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                      Jawoll - und weiter gehts!

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                        Ziemlich cool und mutig - offen, ehrlich und geradeaus. Respekt

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                          danke schön, aber das hatte weniger mit mut als mit blanken nerven zu tun

                          ich hatte mich gestern mit einer freundin unterhalten, die meinte, wenn ein familienmitglied stirbt, wird die ganze konstellation neu gemischt...genau das gefühl hab ich auch, der platz meines bruders ist leer...und meine eltern wollen ihn mit seiner frau nun füllen.

                          sie ist ja quasi auch die ideale mischung aus bessere tochter als ich, weil greifbar und gern mit meinen eltern zusammen, und teil ihres sohnes...es könnte so schön sein, wenn ich da mitspielte, wir tauschen ihn gegen sie aus und alles geht weiter...ok, das sind jetzt sehr böse gedanken vielleicht...

                          aber ich will mir sogenannte böse gedanken endlich mal erlauben...ich denke oft, ich kann mit trauer und verlust nicht gut umgehen...aber wer sagt, was richtig und falsch ist? ich mag es nicht, jemand zu ersetzen. ich kann eine lücke aushalten. wenn andere schnell für ersatz sorgen, sollen sie das tun. der gedanke, quasi meinen bruder durch seine frau zu ersetzen, ist mir zu absurd...

                          die karten werden neu gemischt...aktiv will ich nichts dazu beitragen...ic h glaub ich bleib dabei, mir alles aus einem schritt entfernung anzugucken. . mich in nichts verwickeln zu lassen, was mir nicht behagt. ich muss gar nichts...

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                            Und was ist, wenn sie irgendwann vielleicht einen neuen Partner mitbringt?

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                              Neu gemischt kann auch heißen, dass andere näher zusammenrücken.

                              Aber was und wie es kommen wird, wissen wir nicht.

                              Ich mache es bereits in meiner Familie so wie Fortuna, ich beobachte von aussen. Dennoch stehe ich viel mehr im Außen bei meiner Familie als Fortuna.
                              Ich habe nämlich gar keinen Kontakt mehr.
                              Letztens habe ich gehört, dass eine Tante von mir einen Unfall hatte und im Koma liegt. Hatte aber nie viel Nähe zu ihr und deswegen beobachte ich einfach weiter, bis was passiert, was mich wirklich betrifft.
                              Und dann werde ich sehen, wie ich damit umgehe.

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                                Zitat von Vanillene Beitrag anzeigen
                                Und was ist, wenn sie irgendwann vielleicht einen neuen Partner mitbringt?
                                wovon ich einfach mal ausgehe! was ich ihr auch wünsche. DANN bin ich richtig gespannt, wie meine eltern das finden werden. sie sind nicht für ihre großzügigkeit und wärme und gelassenheit bekannt, meine eltern... UND ich höre mir dann kein geschimpfe oder gehetze an, dass weiß ich aber ganz genau.

                                jepp, Margit, andere rücken zusammen oder auseinander. und wenn nur einer anfängt, sich zu bewegen, kommen alle in wallung...da rückt einem einer auf die pelle, da verschwindet einer...da bricht die brücke, dort entsteht eine neue...aber ich bin ja kein blatt im wind...ich kann reagieren...ich denke, ich werde nächstes jahr eine eigene familienaufstellung dazu machen. ich hab keine angst mehr, was da raus kommen könnte...

                                schönen sonntag!

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