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mutters emotionale erpressung

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    Meine Mutter versucht schon immer und auf alle erdenklichen Arten und Weisen, sich "freizukaufen". Das war schon immer ihre Methode, vorzugsweise mit riesigen Schokoladentafeln ihre "Schuld" bei allen, Familie, Nachbarn, Freunden, zurückzuzahlen.

    Meine Eltern versuchen mittlerweile, Geschenke zu finden, die mir gefallen könnten. Nachdem ich mich ein paar Mal, als ich noch jünger war, beschwert habe. Mir kamen die Geschenke so von 13 aufwärts immer so lieblos vor. Es waren nützliche Dinge, meist nicht mal verpackt. Heiligabend macht Spaß, wenn man mit 14 erwartungsvoll ins Wohnzimmer stürmt, nachdem die Eltern ein Trara gemacht haben, so: "Warts mal ab, warts mal ab", und man hat sich viele Sachen gewünscht, wie z.B. ein Haustier, oder ein Computerspiel, oder einen Kleidungsgutschein (enorm wichtig für junge Mädchen), und man weiß dazu noch, dass das Problem bei uns nie war, dass meine Eltern sich nichts hätten leisten können, und dann steht in der Ecke so ein Gebilde, über dem eine alte Wolldecke hängt, und man denkt: Juchu, vielleicht ein Mäusekäfig? (wollte immer eine Maus damals)..oder vielleicht...moment..was schaut da unter der Decke hervor? Rollen? Und dann, Überraschung, ein neuer DREHSTUHL!! Uiuiuiui. Danke, Mama und Papa. Super. Jetzt kann ich mich den ganzen Abend drehen. Das ist ja toll. Aber das war noch nicht alles, denn auf dem Drehstuhl liegt noch - ein neues Telefon! Kein Handy oder sowas, daran hatte ich kein Interesse, nein, so ein normales schwarzes Telefon für mein Zimmer mit Schnur. Ausgesucht hatte ich mir im Laden ein grasgrünes Telefon, das lustig geformt war, aber das war ja viel zu unpraktisch und hatte keine Weckfunktion und nur einen Klingelton (Dinge, die ich nie genutzt hab und die mir egal waren).

    Ich will wirklich nicht undankbar erscheinen, aber es war meinen Eltern immer egal, was ich mir wünschte, und sie haben sich zwar immer Gedanken gemacht, aber mich dabei nicht berücksichtigt.

    Ich wollte nie große Geschenke, ich wollte nur Geschenke, die zeigen, dass sie an mich gedacht hatten, an MICH, nicht daran, was praktisch wäre oder so...und ich konnte es nie fassen, kann ich bis heute nicht, dass sie es meist beim besten Willen nicht schaffen, nach über 20 Jahren, Dinge auszuwählen, die mir gefallen.
    Mit 16, 17 habe ich dann gesagt, lasst es einfach, schenkt mir gar nichts mehr. Ich will nichts mehr haben.
    Und ich hatte auch keine Lust mehr, unter dem Baum herumzukriechen und Geschenke mit meinem Namen zu suchen, oder mich darüber freuen zu müssen, um keinem den Abend zu verderben. Ich war es so leid, weil ich diese Lieblosigkeit irgendwie nicht mehr ertragen habe.

    Außerdem haben meine Eltern in dem Alter von mir erwartet, ebenfalls teure Geschenke von mir zu bekommen. Sie haben es zwar nie so gesagt, aber deutliche Enttäuschung gezeigt manchmal, wenn es "nur" ein Buch, eine DVD oder eine Kleinigkeit war. Tut mir leid, eine 17jährige kann sich keine Musicalkarten leisten, natürlich in bester Lage und mit Anfahrt und Übernachtung.
    Mit 18 schenkte ich ihnen einen Gutschein für ein teures Restaurant im Wert von 60 Euro. Das war das einzige Mal, wo ich wohl ihren Geschmack getroffen hab.

    Im Grunde wars immer nur ein Herausfinden, ob man es dieses Jahr "wert" war, ein schönes Geschenk zu kriegen, oder ob es eben nur wieder ein praktisches Gerät sein würde, oder Geld überwiesen.

    Nachdem ich mich dann mit 21 noch mal beschwert hatte, dass es immer so lieblos zugehen würde (mittlerweile beschenkte ich nur noch meinen Bruder gern), haben meine Eltern sich lustige Verpackungen ausgedacht. Nun durfte ich also meinen Gutschein für überwiesenes Geld aus einer Rolle Klopapier ausrollen. Ich brauche wohl nicht zu erwähnen, wie sehr mich das gefreut hat. Wenigstens war es eine unbenutzte Rolle.

    Tja. Ich kann sie nicht dazu zwingen, sich Mühe zu geben für sowas, aber ich hab eben mittlerweile darauf auch wenig Lust. Ihnen werde ich wohl ewig wie das undankbare Gör erscheinen, aber sie haben scheinbar nie verstanden, worum es mir mit den Geschenken wirklich geht. Nicht um den Geldwert, sondern einfach darum, dass man sich Gedanken gemacht hat und dem anderen GERNE schenkt.

    Dieses Gefühl ist selten bis nie rübergekommen. Als ich Kind war, ja. Aber später nicht mehr.

    Letzte Weihnachten war es etwas anders, da hatte meine Mutter ein paar hübsche Kleinigkeiten ausgesucht für mich und ich für sie und ich glaub, das war das beste Weihnachten, was ich seit Jahren hatte. Wir haben uns gut unterhalten, amüsiert, und die Geschenke standen, Gott sei Dank, deutlich im Hintergrund.

    So, viel Blabla, sorry. Der Kaffee verleitet so zum Schreiben. Schönen dritten Dezember euch :)

    PS: Ich hab sowas wie Wichteln immer geliebt. Am besten von fremden Menschen. Die geben sich nämlich garantiert Mühe, weil sie nicht wissen, wer ihr Päckchen bekommt. Und umgekehrt gilt das auch, hab immer gerne Wichtelpäckchen gepackt.

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      wie unterschiedlich es dann doch wieder bei uns allen ist...

      Zum Schenken eine Assoziation, die mir nach laengerer Zeit mal wieder kam: ich hatte manchmal den Eindruck, dass sich meine Mutter von ihren Schuldgefuehlen "freikaufen" wollte, indem sie mir einen Gegenstand schenkte, der ihr selbst sehr viel bedeutete. Ich konnte mich dann nur schwer darueber freuen
      liebe Freundin der Weisheit, boah, gruselig...ich glaub, sowas ist mir noch nicht passiert...also von wegen, irgendein familienerbstück oder so bekommen...(nachdenk* was übersehen*? neeee...)...war schon schwer genug, kinderfotos von mir zu bekommen, wobei ich nicht damit rechnete, dass meine mutter mir gleich das ganze familienalbum schickt...ich hatte um ein paar abzüge gebeten. und es dann gerne angenommen. ihre entscheidung. das wäre schön, ab und an solche dinge zu bekommen, anstatt neuer handtücher und bügeleisen...

      liebe Mary Jane,

      Ich will wirklich nicht undankbar erscheinen, aber es war meinen Eltern immer egal, was ich mir wünschte, und sie haben sich zwar immer Gedanken gemacht, aber mich dabei nicht berücksichtigt.
      genau das kenn ich auch...das kind hat wünsche, aber die eltern wissen besser, was gut ist. meine eltern schenkten mir auf wunsch mal eine (billige) nähmaschine, die ging irgendwann kaputt. neulich fragte meine mutter ,ob ich noch nähe, als ich meinte, die hab ich weggeworfen wegen kaputt, meinte sie nur: nähmaschinen gehen nicht kaputt, jaja...

      bis auf das obligatorische weihnachtspäckchen schenken wir uns inzwischen nichts mehr. und damit leb ich sehr gut. fällt mir gerade so auf. doch was erreicht im lauf der zeit was haben wir uns früher über geschenke gestritten...(das bügeleisen hab ich mit 20 gekriegt, als ich mir einen schlafsack zum verreisen wünschte...meine mutter ist ja so ein aussteuer-fixierter typ...mein vater hat mir dann einen billigen schlafsack besorgt und sich gefreut meiner mutter einen auswischen zu können...abgründe!...hatte ich schon erzählt, dass meine mutter ihrer schwester damals die aussteuer geklaut hatte als sie auszog? irre, alles...)

      liebe Cosmo, dein geschenk deiner mutter find ich ja toll. freut mich!

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        Haha, diese Aussteuergeschichten sind bei uns auch hoch im Kurs.

        Hab mir schon den Mund fusselig geredet, dass sie mir NIEMALS, auf gar keinen Fall, Tischdecken, Besteck und ähnliches schenken soll, ich werde es eh nicht benutzen, ich bin Studentin und keine Ehefrau im Krieg oder so, die ihren Mann bekochen muss, es ist mir egal, ob mein Geschirr farblich passt oder nicht und es gibt Dinge, die mich wirklich mehr interessieren als Haushalt.

        Aber sie hat mir Geschirrtücher geschickt und ich muss zugeben, sehr dankbar darüber gewesen zu sein. Jetzt, wo ich einen eigenen Haushalt habe, freue ich mich doch über das eine oder andere, was vorher undenkbar gewesen wäre.

        Sie hat auch immer stolz erzählt, zu Weihnachten einen schönen Silberlöffel bekommen zu haben und das nächste Weihnachten die passende Gabel usw...da dacht ich nur: Uah, wie ätzend ;)

        Haha, über ein Bügeleisen würde ich mich mittlerweile auch freuen ;) Wäre zwar nicht so toll, wie ein nettes, persönliches Geschenk, aber gebrauchen könnte ichs manchmal.

        Seit ich 15 bin ca., verlief es bei uns so, dass mein Bruder und ich höllisch aufpassen, was wir sagen. Auf keinen Fall bei nebensächlichen Dingen erwähnen, sie würden einem gefallen - sonst kriegt man sie zu Weihnachten. "Schau mal, das Tischtuch da, das gefällt mir wirklich gut...Aber: Das würde ich NIE NIE HABEN WOLLEN!!! SO GUT gefällt es mir auch wieder nicht.." Beim Lesen packt mich leichte Scham. Voll die Wohlstandsprobleme...aber is ja nur ein Symptom eines irgendwie gestörten Elternhauses...

        Hm, hab das in einem Buch gelesen, das von einer Essgestörten geschrieben war, dass ihre Eltern sie immer okkupiert haben. Ihr immer erzählt haben, was sie lieber will und was nützlicher und praktischer ist. Genauso wars hier auch. Ich bin spontan was kaufen gegangen von meinem Geld, was mir gefiel. Z.B. einen Ghettoblaster ohne Anzeige, welches Lied gespielt wird. Aber mir wars egal, ich liebte dieses Ding. Und zuhause dann endlose Diskussionen, Streits und Tränen, was ich DA gemacht hätte, das sei unpraktisch, bei diesem und jenem Laden gäbe es was Besseres, und ich soll es zurückbringen, was ich anfangs noch gemacht hab, später dann aber nicht mehr.
        Oder im Grundschulalter, da kaufte ich mir eine digitale Armbanduhr für zehn Mark, ich hatte es satt, "hochwertige" Armbanduhren von Quelle kaufen zu müssen, mit riesigem, analogem Ziffernblatt mit bunten Zahlen und so uncool und so, ich wollte auch eine Digitaluhr. Aber nein, als meine Eltern sie entdeckten, wurde ich ausgequetscht darüber und musste sie dann unter Tränen und Geschrei zurückbringen. War mir das peinlich.

        Ich mein, ich hab die ja nicht geklaut. Das war von meinem Taschengeld und ich konnte immer gut mit Geld umgehen, so wars ja auch nicht...

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          liebe Mary Jane,

          Beim Lesen packt mich leichte Scham. Voll die Wohlstandsprobleme...aber is ja nur ein Symptom eines irgendwie gestörten Elternhauses...
          weißte, und genau deshalb hab ich jahrzehntelang gedacht, ist doch alles super...bis ich keine luft mehr bekam (panikattacken)...neee, sind nur wohlstandsprobleme, ICH komm klar ,ich hab keine wirklichen probleme..wie denn auch, ich weiß ja gar nicht, wer ich bin und was ich will, weil ich mir diese fragen nie stellen durfte, weil meine eltern immer alles besser wussten...

          jaja, ich wurde nicht ernst genommen und ich wurde verprügelt, hach, anderen ging es doch noch viel schlimmer (um es mit den worten meiner mutter zu sagen: andere hatten es noch viel schlimmer und lieben ihre eltern TROTZDEM und kommen sie öfter besuchen als du...!)...immerhin haben meine eltern sich nicht scheiden lassen....IMMERHIN? crazy...
          und genug zu essen hatten wir auch...

          ach ja, essgestört war (bin, bleibt man ja ein leben lang. hab ich heute im griff) ich auch. wenn mensch schon sonst nichts im griff haben darf, dann doch wenigstens den eigenen körper...und wenn man damit de eigenen mutter auch noch eins auswischen kann, weil die einem immer vorjammerte, dass wir kinder ihre figur ruiniert haben und sie seit den geburten essen nur noch anschauen muss, dann wird sie schon dick...darauf erstmal ein stück frust-torte...
          neee, meine eltern haben nichts gesagt, als ich mit 16 anfing, mich von einem vollkonrbrötchen und einem apfel und colalight am tag zu ernähren...hatte ja schließlich dann und wann fressattacken...die haben NICHTS gesagt...meine klassenkameradinnen haben mich neben die dünnste der klasse gestellt und gemeint, guck, du bist NOCH dünner...quatsch...mein damaliger freund fands cool, der stand auf knochengerüste...

          ich hab viele tränen darum geweint die letzten jahre...ich hab angst, genau so zu werden. ich finde es ganz wichtig, es nicht zu bagatelisieren. e hat was mit uns gemacht. wir dürfen darum trauern. die stärken, die wir daraus entwickelt haben, für uns nutzen. es bringt nichts, unsere eltern dafür zu hassen. es war so. es ist traurig. und heute leben wir unser eigenes leben und wir machen das beste daraus...als ich neulich mit meinen verwandten über meine eltern gelästert und gelacht habe, dachte ich mir, auch eine art, damit umzugehen. es mit humor zu nehmen, ziemlich schwarzem humor...

          ich glaube, wir müssen uns damit auseinandersetzen. damit es sich verändert. damit wir davon frei werden können. ob wir in den abgrund schauen oder nicht, er ist da. da bau ich mir doch ein kleines treppchen und stell eine kerze auf, um es mir ab und an dort gemütlich machen zu können. in diesem teil von mir...

          hui, wo bin ich denn jetzt gelandet?

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            Liebe Fortuna du bist auf dem besten Wege nicht so zu werden wie deine Mutter, denn du machst dir soviel bewusst und bist bereit an dir zu arbeiten. Glückwunsch!
            Ich bin auch beim Aufbau eines emotionalen elternunabhängigen Lebens (äh kann man das so verstehen?)

            Liebe Grüße von nebenan

            Cosmo

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              Zitat von cosmo Beitrag anzeigen
              Liebe Fortuna du bist auf dem besten Wege nicht so zu werden wie deine Mutter, denn du machst dir soviel bewusst und bist bereit an dir zu arbeiten. Glückwunsch!
              Ich bin auch beim Aufbau eines emotionalen elternunabhängigen Lebens (äh kann man das so verstehen?)

              Liebe Grüße von nebenan

              Cosmo
              ganz lieben dank, Cosmo, das tut gut!

              das ist ein wunderschöner satz: ich bau mir ein emotionales! elternunabhängiges leben auf....

              wird mir nämlich immer bewusster, meine emotionen waren nie gewollt! bis vor wenigen monaten hat man mich damit noch total "gekriegt": boah, jetzt bist du aber emotional...früher: hurghsss, ogott, mensch reiß dich mal am riemen und sei nicht so eine zumutung!
              heute: ja und? ich bin keine maschine, sondern ein mensch mit gefühlen und das ist gut so!

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                Jo wir schaffen das !!!

                Ganz liebe Grüße
                hoffentlich bis bald mal wieder auch gern reality

                Cosmo

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                  Ja, ich glaub, wir alle werden nicht wie unsere Mütter. Vielleicht liegt es am Zeitalter oder der Tatsache, dass man solchen Problemen mehr Aufmerksamkeit schenkt, es ist kein komplizierter Psychoquark mehr, mit dem "normale Menschen" nichts am Hut haben, sondern betrifft so viele und es gibt mittlerweile auch so viel Literatur drüber..

                  Sicher bin ich kein sehr reifer Mensch, sicherlich habe ich einen Haufen Probleme, Komplexe und wäre jetzt auch keine gute Mutter. Aber ich wäre jetzt bereits eine bessere Mutter, als meine Mutter je war. Warum ich das mit Bestimmtheit sagen kann? Weiß ich nicht. Hab ich einfach im Gefühl. Ich hab diese Blockaden nicht, die sie hat, ich könnte viel lockerer mit einem Kind umgehen, lockerer und liebevoller. Meine Mutter hatte immer Angst, von ihren Kindern erdrückt zu werden und wollte das unbedingt vermeiden, musste sie immer zurückdrängen, damit sie selber wichtig bleibt...als Bild könnte man einen Baum nehmen, an dem andere Pflanzen wachsen, der Baum saugt mit aller Kraft alles Wasser auf und drängt sich an die Sonne, kontrolliert somit das Wachstum aller anderen...ich wüsste dagegen, dass mein Kind mich "benutzen" wird, dass ich es bedingungslos lieben würde, SOLLTE ich mich dafür entscheiden, und dass ich mich erst selbst glücklich machen muss (deswegen will ich auch noch kein Kind), ehe ich an Kinder überhaupt denke.

                  Meine Mutter wollte ein gefügiges Publikum, einen kleinen Hofstaat, der sie bewundert, endlich die Bewunderung, die sie von ihrer Mutter nie erhalten hatte. Die kleine, perfekte Familie, die ihr Geborgenheit und Sicherheit vermitteln sollte und wo sie regieren würde...und regiert hat sie dann auch.

                  Unvorstellbar, aus so einem Grund Kinder zu kriegen. Ich weiß im Gegensatz zu ihr auch, dass mein Kind ein Kind sein wird, und dass es Dummheiten machen wird und darf, das für es wichtige Erfahrungen sind, und ich es NIEMALS deswegen verstoßen oder ignorieren werde, immer die nachgiebige Seite sein werde, immer wieder auf es zugehen, egal, wie es reagiert (aber ohne zu erdrücken), weil ich niemanden brauche, der perfekt funktioniert und mir beweist, was für tolle Erziehungsarbeit ich doch geleistet hab und weil ich es einfach für unmenschlich halte, sein Kind zu ignorieren und zu verstoßen, weil es nicht so lebt, wie man gerne hätte.

                  Tja...aber ... vielleicht sind es auch alles nur gute Vorsätze...letztendlich hab ich ja kein Kind. Und mir macht es auch diebische Freude, meiner Mutter beim Runterschlingen von Unmengen an Süßigkeiten zuzusehen und mir selber zu sagen, dass ich das alles nicht brauche. Aber mal ehrlich: Ich brauchs auch nicht. Braucht doch keiner.

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                    mamas weihnachtspäckchen ist gestern angekommen...seitdem grummelt es in mir, obwohl es gerade so viel schönes in meinem leben gibt...

                    ok, also wieder einen tee, den ich nicht mag, ein duschgel, wo ich ihr schon oft gesagt hab, auf billigparfüm-duschgels steh ich nicht...und unmassen an selbstgebackenen plätzchen...und eine selten hässliche kerze...und die krönung: eine karte, mit frohe weihnachten wünscht dir deine familie...meld dich doch auch mal wieder...!"

                    "lass mir doch meine freude..." aber es ist wirklich nicht schön, was soll ich damit? hab heut schon die hälfte mit zur arbeit genommen, da wird es schon abnehmer geben...das schöne geld könnte sinnvoller angelegt werden, aber echt! ich kann es nicht lassen... ich werde ihr schreiben, dass sie, wenn sie mir unbedingt was schenken will, dann nächstes mal ein los der aktion mensch kaufen soll oder so, aber dieser krimskrams bereitet mir kopfschmerzen! schlechte laune! magengrummen! WILL ICH NICHT!!!

                    und dann dieses lapidare, meld dich doch auch mal wieder....MEIN letzter brief war 2 seiten lang und ich hab mich mit ihrer emotionalen erpressung auseinandergesetzt...KEIN ton dazu...meld dich doch mal wieder...
                    ich glaub, ich werd auch so eine vorgefertigte karte kaufen und meinen servus druntersetzen...was soll man da noch sagen?

                    ich bin es so müde...neee, die freude kann ich ihr nicht lassen. die belastet MICH!

                    und bei euch so- der vorweihnachts-familien-wahn?

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                      Liebe Fortuna,

                      ich habe diesen Faden noch nicht vollständig lesen können, aber gerade der letzte Eintrag von Dir hat mich an etwas erinnert was ich mache wenn ich "tolle und brauchbare" Geschenke bekomme(ob von Familie oder Bekannte). Entweder wandern sie in den Müll oder in einer der "Für Schrottwichteln" / "Für Flohmarkt" / "Für Menschen die kein Geschenk verdient haben und trotzdem eins bekommen" Kiste. Denn von dort aus kann man diese Sachen gut weiterverschenken und gut ist.

                      Diese emotionale Erpressung kenne ich gut von meiner Mutter, möchte aber vorerst nicht davon erzählen, sondern eher daran erinnern was auf den ersten Seiten dieses Fadens steht: Schreib eine Karte mit: Danke für das tolle Weihnachtsgeschenk (ja ich weis diese Worte möchtest Du jetzt höchstwarscheinlich nicht wählen) frohe Weihnachten und ein schönes neues Jahr. Also, alles emotionale rauslassen.

                      Klar, sie meint es "nur" gut, das meinen alle Mütter. Aber sie sind in ihren Gedankengängen schon so festgefahren, dass sie es nicht unbedingt verstehen, wenn man ihnen sagt: "Hey das und das mag ich nicht. Weißt Du auch eigentlich!"

                      Es gibt sehr oft die Situation in der ich am liebsten meine Mutter schütteln würde, jedoch halte ich mich dann immer an den Gedanken fest: Das ist gerade jemand ganz anderes, jemand den ich bestimmt schonmal gesehen habe aber nicht persönlich kenne... Eine vielleicht seltsame Art, jedoch funktioniert es. Vielleicht wäre das was für Dich?

                      Viele Grüße

                      Kommentar


                        liebe fortuna!

                        ich wäre wohl auch "sauer" ... oder traurig, eher hilflos - weil da ja gar nichts beim anderen ankommt. als wäre sie ein roboter, der ständig sein altes programm abspult. wie ne gummiwand.

                        eben beim wäsche aufhängen hab ich darüber nachgedacht, dass es leichter wäre, wenn man seine erwartungen auf ein minimum runterschrauben könnte. akzeptieren & annehmen was ist ... aaaargh

                        ich weiß nicht, wie es bei dir ist - ich sehe da kein päckchen, sondern eine art wiederholung alter verletzungen ...

                        hm, wie würde jemand damit umgehen, der bereits "eltern-emotional-unabhängig" ist? das päckchen betrachten wie einen gruß aus einer fernen galaxie? ein wenig ist es ja wie eine parallelwelt, in der es andere sitten & gebräuche gibt. dort schreibt man "meld dich doch auch mal wieder", das ist da usus.

                        mit liebe und verständnis? so wie man seiner katze auch nicht übelnimmt, wenn sie einem eine tote maus vor die füße legt, weil es in ihrer natur liegt.

                        hilft es dir, zu kucken, welche ungestillten bedürfnisse bei dir angesprochen werden?

                        fühl dich gedrückt!

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                          Zitat von Aurora_ Beitrag anzeigen
                          Liebe Fortuna,

                          ich habe diesen Faden noch nicht vollständig lesen können, aber gerade der letzte Eintrag von Dir hat mich an etwas erinnert was ich mache wenn ich "tolle und brauchbare" Geschenke bekomme(ob von Familie oder Bekannte). Entweder wandern sie in den Müll oder in einer der "Für Schrottwichteln" / "Für Flohmarkt" / "Für Menschen die kein Geschenk verdient haben und trotzdem eins bekommen" Kiste. Denn von dort aus kann man diese Sachen gut weiterverschenken und gut ist.
                          liebe Aurora, das ist keine schlechte idee...mit der kiste mit geschenken für menschen, die keine verdient haben... das gefällt mir...
                          ...

                          Es gibt sehr oft die Situation in der ich am liebsten meine Mutter schütteln würde, jedoch halte ich mich dann immer an den Gedanken fest: Das ist gerade jemand ganz anderes, jemand den ich bestimmt schonmal gesehen habe aber nicht persönlich kenne... Eine vielleicht seltsame Art, jedoch funktioniert es. Vielleicht wäre das was für Dich?
                          du machst mich neugierig... jemand anderes? wer? und was funktioniert? ob das seltsam ist, ist mir wurscht, wenn es funktioniert?! ich hab aber echt ein problem damit, das geld für sachen ausgegeben wird, die keiner will...wofür soll das gut sein...?
                          Viele Grüße
                          dank dir und liebe grüße! bin gespannt auf mehr von dir dazu!

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                            Zitat von nekton Beitrag anzeigen
                            liebe fortuna!

                            ich wäre wohl auch "sauer" ... oder traurig, eher hilflos - weil da ja gar nichts beim anderen ankommt. als wäre sie ein roboter, der ständig sein altes programm abspult. wie ne gummiwand.
                            jo, genau so, liebe Nekton...! ich red oder schreib mir nen wolf...
                            ...

                            hm, wie würde jemand damit umgehen, der bereits "eltern-emotional-unabhängig" ist? das päckchen betrachten wie einen gruß aus einer fernen galaxie? ein wenig ist es ja wie eine parallelwelt, in der es andere sitten & gebräuche gibt. dort schreibt man "meld dich doch auch mal wieder", das ist da usus.

                            mit liebe und verständnis? so wie man seiner katze auch nicht übelnimmt, wenn sie einem eine tote maus vor die füße legt, weil es in ihrer natur liegt.
                            schöner vergleich...
                            hilft es dir, zu kucken, welche ungestillten bedürfnisse bei dir angesprochen werden?
                            mein ungestilltes bedürfnis? gesehen, gehört werden. ist ja nicht so, dass es mir leicht fällt, zu sagen, du, die sachen die du mir schickst mag ich nicht. bitte lass es doch einfach.
                            und dann kriegt man zu hören: ach lass mir doch die freude...da knapps ich dran rum...wenn ich mir das auch mal erlaube? was für ein "schattenwesen" ist das, was da bei mir gerade "bockt"?
                            die verständnisvolle, die sofort auf solche ansagen reagiert und erschrocken ist, wenn jemand anders mit ihr unzufrieden ist? die bis dato noch nie auf die idee gekommen ist zu sagen, ok, du magst es nicht, aber du könntest damit leben, wenn ich es aber so will? dann werde ich mal versuchen mich durchzusetzen...interessante übung...solange der andere nur so ein bisschen muckt...hmmm....was ist eine grenze? wer "gewinnt"...? ich will nicht gewinnen. könnte ich damit leben, dass ein anderer etwas für mich tut, obwohl er es nicht mag? puuuhuuuu....
                            ..ich will nur etwas sagen und gehört werden. ok...ist es das uralte bedürfnis, was nie in dieser familie erfüllt wurde?
                            SIE kann das nicht...
                            kann es wirklich nicht...
                            hmmm...
                            kann ich damit leben, es akzeptieren? seufzend diese bad-taste-kiste einrichten? wäre wohl das einfachste...seufz...

                            ich drück dich auch....dank dir...

                            fühl dich gedrückt!

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                              so, das kauf-weihnachts-kärtchen mit dem üblichen satz: frohe weihanchten und guten rutsch wünscht euch Fortuna. danke fürs päckchen. ist fertig...

                              ganz komisch. ganz neu. ok. probier ich mal aus...ich gehe also mal nicht in vorleistung. hmhmhmmm....DAS fühlt sich noch sehr komisch an, könnte aber ein weg sein...einen versuch ist es wert...

                              hab gestern mit meinem bruder telefoniert. der hat meine mutter in dieser hinsicht sehr gut "im griff".
                              der macht es so, dass er meiner mutter ganz konkrete ansagen macht was sie ihm schenken darf/soll/kann. zu sagen, lass es, funktioniert nicht. heutw was sagen ist bis nächstes jahr vergessen. merke: ich werde meiner mutter nächsten november ganz genau sagen, welche dinge ich in meinem päckchen haben will. ich probier ja gerne neues aus.

                              raus aus der opferrolle...

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                                @Fortuna:

                                das klingt sehr vernuenftig und nimmt hoffentlich einiges von dem Druck. Immerhin hat Dein Bruder schon erfolgreich einen Praezedenzfall geschaffen. Ich wuensche Dir viel Erfolg mit der neuen Strategie!

                                Ich bringe meinen Eltern und meinem Bruder nur selbstgemachte Suessigkeiten mit - sie wollen nicht, dass ich auf Geschenkejagd gehe, weil ich superviel um die Ohren habe. Ich werde mir vor Ort in einigen Buchlaeden ein paar schoene Titel aussuchen. Mein Bruderr wird uns alle zum Essen einladen, weil er die Geschenkesucherei satt hat. Also kleinformatiges Schenken - das wird hoffentlich entspannt.

                                Freundin der Weisheit

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