Meine Mutter versucht schon immer und auf alle erdenklichen Arten und Weisen, sich "freizukaufen". Das war schon immer ihre Methode, vorzugsweise mit riesigen Schokoladentafeln ihre "Schuld" bei allen, Familie, Nachbarn, Freunden, zurückzuzahlen.
Meine Eltern versuchen mittlerweile, Geschenke zu finden, die mir gefallen könnten. Nachdem ich mich ein paar Mal, als ich noch jünger war, beschwert habe. Mir kamen die Geschenke so von 13 aufwärts immer so lieblos vor. Es waren nützliche Dinge, meist nicht mal verpackt. Heiligabend macht Spaß, wenn man mit 14 erwartungsvoll ins Wohnzimmer stürmt, nachdem die Eltern ein Trara gemacht haben, so: "Warts mal ab, warts mal ab", und man hat sich viele Sachen gewünscht, wie z.B. ein Haustier, oder ein Computerspiel, oder einen Kleidungsgutschein (enorm wichtig für junge Mädchen), und man weiß dazu noch, dass das Problem bei uns nie war, dass meine Eltern sich nichts hätten leisten können, und dann steht in der Ecke so ein Gebilde, über dem eine alte Wolldecke hängt, und man denkt: Juchu, vielleicht ein Mäusekäfig? (wollte immer eine Maus damals)..oder vielleicht...moment..was schaut da unter der Decke hervor? Rollen? Und dann, Überraschung, ein neuer DREHSTUHL!! Uiuiuiui. Danke, Mama und Papa. Super. Jetzt kann ich mich den ganzen Abend drehen. Das ist ja toll. Aber das war noch nicht alles, denn auf dem Drehstuhl liegt noch - ein neues Telefon! Kein Handy oder sowas, daran hatte ich kein Interesse, nein, so ein normales schwarzes Telefon für mein Zimmer mit Schnur. Ausgesucht hatte ich mir im Laden ein grasgrünes Telefon, das lustig geformt war, aber das war ja viel zu unpraktisch und hatte keine Weckfunktion und nur einen Klingelton (Dinge, die ich nie genutzt hab und die mir egal waren).
Ich will wirklich nicht undankbar erscheinen, aber es war meinen Eltern immer egal, was ich mir wünschte, und sie haben sich zwar immer Gedanken gemacht, aber mich dabei nicht berücksichtigt.
Ich wollte nie große Geschenke, ich wollte nur Geschenke, die zeigen, dass sie an mich gedacht hatten, an MICH, nicht daran, was praktisch wäre oder so...und ich konnte es nie fassen, kann ich bis heute nicht, dass sie es meist beim besten Willen nicht schaffen, nach über 20 Jahren, Dinge auszuwählen, die mir gefallen.
Mit 16, 17 habe ich dann gesagt, lasst es einfach, schenkt mir gar nichts mehr. Ich will nichts mehr haben.
Und ich hatte auch keine Lust mehr, unter dem Baum herumzukriechen und Geschenke mit meinem Namen zu suchen, oder mich darüber freuen zu müssen, um keinem den Abend zu verderben. Ich war es so leid, weil ich diese Lieblosigkeit irgendwie nicht mehr ertragen habe.
Außerdem haben meine Eltern in dem Alter von mir erwartet, ebenfalls teure Geschenke von mir zu bekommen. Sie haben es zwar nie so gesagt, aber deutliche Enttäuschung gezeigt manchmal, wenn es "nur" ein Buch, eine DVD oder eine Kleinigkeit war. Tut mir leid, eine 17jährige kann sich keine Musicalkarten leisten, natürlich in bester Lage und mit Anfahrt und Übernachtung.
Mit 18 schenkte ich ihnen einen Gutschein für ein teures Restaurant im Wert von 60 Euro. Das war das einzige Mal, wo ich wohl ihren Geschmack getroffen hab.
Im Grunde wars immer nur ein Herausfinden, ob man es dieses Jahr "wert" war, ein schönes Geschenk zu kriegen, oder ob es eben nur wieder ein praktisches Gerät sein würde, oder Geld überwiesen.
Nachdem ich mich dann mit 21 noch mal beschwert hatte, dass es immer so lieblos zugehen würde (mittlerweile beschenkte ich nur noch meinen Bruder gern), haben meine Eltern sich lustige Verpackungen ausgedacht. Nun durfte ich also meinen Gutschein für überwiesenes Geld aus einer Rolle Klopapier ausrollen. Ich brauche wohl nicht zu erwähnen, wie sehr mich das gefreut hat.
Wenigstens war es eine unbenutzte Rolle.
Tja. Ich kann sie nicht dazu zwingen, sich Mühe zu geben für sowas, aber ich hab eben mittlerweile darauf auch wenig Lust. Ihnen werde ich wohl ewig wie das undankbare Gör erscheinen, aber sie haben scheinbar nie verstanden, worum es mir mit den Geschenken wirklich geht. Nicht um den Geldwert, sondern einfach darum, dass man sich Gedanken gemacht hat und dem anderen GERNE schenkt.
Dieses Gefühl ist selten bis nie rübergekommen. Als ich Kind war, ja. Aber später nicht mehr.
Letzte Weihnachten war es etwas anders, da hatte meine Mutter ein paar hübsche Kleinigkeiten ausgesucht für mich und ich für sie und ich glaub, das war das beste Weihnachten, was ich seit Jahren hatte. Wir haben uns gut unterhalten, amüsiert, und die Geschenke standen, Gott sei Dank, deutlich im Hintergrund.
So, viel Blabla, sorry. Der Kaffee verleitet so zum Schreiben. Schönen dritten Dezember euch :)
PS: Ich hab sowas wie Wichteln immer geliebt. Am besten von fremden Menschen. Die geben sich nämlich garantiert Mühe, weil sie nicht wissen, wer ihr Päckchen bekommt. Und umgekehrt gilt das auch, hab immer gerne Wichtelpäckchen gepackt.
Meine Eltern versuchen mittlerweile, Geschenke zu finden, die mir gefallen könnten. Nachdem ich mich ein paar Mal, als ich noch jünger war, beschwert habe. Mir kamen die Geschenke so von 13 aufwärts immer so lieblos vor. Es waren nützliche Dinge, meist nicht mal verpackt. Heiligabend macht Spaß, wenn man mit 14 erwartungsvoll ins Wohnzimmer stürmt, nachdem die Eltern ein Trara gemacht haben, so: "Warts mal ab, warts mal ab", und man hat sich viele Sachen gewünscht, wie z.B. ein Haustier, oder ein Computerspiel, oder einen Kleidungsgutschein (enorm wichtig für junge Mädchen), und man weiß dazu noch, dass das Problem bei uns nie war, dass meine Eltern sich nichts hätten leisten können, und dann steht in der Ecke so ein Gebilde, über dem eine alte Wolldecke hängt, und man denkt: Juchu, vielleicht ein Mäusekäfig? (wollte immer eine Maus damals)..oder vielleicht...moment..was schaut da unter der Decke hervor? Rollen? Und dann, Überraschung, ein neuer DREHSTUHL!! Uiuiuiui. Danke, Mama und Papa. Super. Jetzt kann ich mich den ganzen Abend drehen. Das ist ja toll. Aber das war noch nicht alles, denn auf dem Drehstuhl liegt noch - ein neues Telefon! Kein Handy oder sowas, daran hatte ich kein Interesse, nein, so ein normales schwarzes Telefon für mein Zimmer mit Schnur. Ausgesucht hatte ich mir im Laden ein grasgrünes Telefon, das lustig geformt war, aber das war ja viel zu unpraktisch und hatte keine Weckfunktion und nur einen Klingelton (Dinge, die ich nie genutzt hab und die mir egal waren).
Ich will wirklich nicht undankbar erscheinen, aber es war meinen Eltern immer egal, was ich mir wünschte, und sie haben sich zwar immer Gedanken gemacht, aber mich dabei nicht berücksichtigt.
Ich wollte nie große Geschenke, ich wollte nur Geschenke, die zeigen, dass sie an mich gedacht hatten, an MICH, nicht daran, was praktisch wäre oder so...und ich konnte es nie fassen, kann ich bis heute nicht, dass sie es meist beim besten Willen nicht schaffen, nach über 20 Jahren, Dinge auszuwählen, die mir gefallen.
Mit 16, 17 habe ich dann gesagt, lasst es einfach, schenkt mir gar nichts mehr. Ich will nichts mehr haben.
Und ich hatte auch keine Lust mehr, unter dem Baum herumzukriechen und Geschenke mit meinem Namen zu suchen, oder mich darüber freuen zu müssen, um keinem den Abend zu verderben. Ich war es so leid, weil ich diese Lieblosigkeit irgendwie nicht mehr ertragen habe.
Außerdem haben meine Eltern in dem Alter von mir erwartet, ebenfalls teure Geschenke von mir zu bekommen. Sie haben es zwar nie so gesagt, aber deutliche Enttäuschung gezeigt manchmal, wenn es "nur" ein Buch, eine DVD oder eine Kleinigkeit war. Tut mir leid, eine 17jährige kann sich keine Musicalkarten leisten, natürlich in bester Lage und mit Anfahrt und Übernachtung.
Mit 18 schenkte ich ihnen einen Gutschein für ein teures Restaurant im Wert von 60 Euro. Das war das einzige Mal, wo ich wohl ihren Geschmack getroffen hab.
Im Grunde wars immer nur ein Herausfinden, ob man es dieses Jahr "wert" war, ein schönes Geschenk zu kriegen, oder ob es eben nur wieder ein praktisches Gerät sein würde, oder Geld überwiesen.
Nachdem ich mich dann mit 21 noch mal beschwert hatte, dass es immer so lieblos zugehen würde (mittlerweile beschenkte ich nur noch meinen Bruder gern), haben meine Eltern sich lustige Verpackungen ausgedacht. Nun durfte ich also meinen Gutschein für überwiesenes Geld aus einer Rolle Klopapier ausrollen. Ich brauche wohl nicht zu erwähnen, wie sehr mich das gefreut hat.
Wenigstens war es eine unbenutzte Rolle. Tja. Ich kann sie nicht dazu zwingen, sich Mühe zu geben für sowas, aber ich hab eben mittlerweile darauf auch wenig Lust. Ihnen werde ich wohl ewig wie das undankbare Gör erscheinen, aber sie haben scheinbar nie verstanden, worum es mir mit den Geschenken wirklich geht. Nicht um den Geldwert, sondern einfach darum, dass man sich Gedanken gemacht hat und dem anderen GERNE schenkt.
Dieses Gefühl ist selten bis nie rübergekommen. Als ich Kind war, ja. Aber später nicht mehr.
Letzte Weihnachten war es etwas anders, da hatte meine Mutter ein paar hübsche Kleinigkeiten ausgesucht für mich und ich für sie und ich glaub, das war das beste Weihnachten, was ich seit Jahren hatte. Wir haben uns gut unterhalten, amüsiert, und die Geschenke standen, Gott sei Dank, deutlich im Hintergrund.
So, viel Blabla, sorry. Der Kaffee verleitet so zum Schreiben. Schönen dritten Dezember euch :)
PS: Ich hab sowas wie Wichteln immer geliebt. Am besten von fremden Menschen. Die geben sich nämlich garantiert Mühe, weil sie nicht wissen, wer ihr Päckchen bekommt. Und umgekehrt gilt das auch, hab immer gerne Wichtelpäckchen gepackt.

was haben wir uns früher über geschenke gestritten...(das bügeleisen hab ich mit 20 gekriegt, als ich mir einen schlafsack zum verreisen wünschte...meine mutter ist ja so ein aussteuer-fixierter typ...mein vater hat mir dann einen billigen schlafsack besorgt und sich gefreut meiner mutter einen auswischen zu können...abgründe!...hatte ich schon erzählt, dass meine mutter ihrer schwester damals die aussteuer geklaut hatte als sie auszog? irre, alles...)
Aber: Das würde ich NIE NIE HABEN WOLLEN!!! SO GUT gefällt es mir auch wieder nicht.." Beim Lesen packt mich leichte Scham. Voll die Wohlstandsprobleme...aber is ja nur ein Symptom eines irgendwie gestörten Elternhauses...

Jo wir schaffen das !!!
das gefällt mir...
jemand anderes? wer? und was funktioniert? ob das seltsam ist, ist mir wurscht, wenn es funktioniert?! ich hab aber echt ein problem damit, das geld für sachen ausgegeben wird, die keiner will...wofür soll das gut sein...?
Kommentar