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wann hat man eine Trennung überwunden?

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    wann hat man eine Trennung überwunden?

    Ich bin im Februar 08 von meinem Mann verlassen worden und habe seit Mai eine eigene Wohnung.
    Gerade wenn ich meine es geht mir etwas besser beschäftige ich mich wieder mit dem Vergangenen. Die Gedanken beeinträchtigen meinen Schlaf. Habe mir schon angewöhnt ( und wenn es erst 6 Uhr ist ) aufzustehen. Dann kann ich mich beschäftigen und das Grübeln tritt in den Hintergrund.Vielleicht bin ich auch zu ungeduldig.
    Leider habe ich keine Arbeit sodass ich viel Zeit habe. Das alleine Wohnen macht mir auch zu schaffen. Ich lebe das erstemal in meinem Leben mit fast 58 alleine. Ich kann nicht sagen das ich keine Menschen habe zu denen ich gehen kann. Das ist aber nicht die Lösung......
    Wie gehe ich damit um? Bin ich zu ungeduldig?
    Liebe Grüße Akinom

    #2
    Liebe Akinom,

    ich dachte damals ein Trauerjahr würde reichen. Ich hatte so die Vorstellung, da sich ja innerhalb eines Jahres viel ändert, ich auch Änderungen hervorrufen kann, wird das die notwendige Zeit sein.

    Real waren es dann 3 Jahre. Heute bin ich auf dem Punkt, wo ich nicht mehr in Phantasien verfalle - es hätte doch gehen können.
    Wir haben allerdings auch ein Kind gemeinsam.
    Heute kann ich über grundsätzliche Dinge ohne belastende Emotionen mit ihm reden. Ja kann ihm sogar zuhören, wenn er über gemeinsame Bekannte oder seinen Urlaub redet.
    Bis zu diesem Punkt habe ich aber viel gelitten, viel an mir gearbeitet.

    Es braucht Zeit - mehr als man möchte - aber ein Abschluss ist möglich!!

    Alles Liebe
    ami

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      #3
      Liebe Akinom,

      ja wenn ich das wüsste, ich würde es dir sofort sagen.
      Leider gibt es kein Patentrezept, keine Regeln die besagen wenn man so und so lange zusammen war, dauert es so und so lange bis man drüber weg ist. Das ist Quatsch.
      Als Faustregel würde ich sagen, es dauert so lange bis es einem (fast) egal ist und es nicht mehr weh tut und das braucht Zeit - je nach Mensch.

      Ich bin seit 1 1/2 Jahren alleine, die Trennung war deftig und ich habe ein gutes halbes Jahr wie im Wachkoma verbracht, dabei waren wir gar nicht so lange zusammen gewesen. Dann erst allmählich habe ich mich wieder aufgerappelt und bin auch immer wieder in diese großen Einsamkeitslöcher gefallen. Ich habe auch seit dem keinen Partner mehr gehabt, weil ich ich gar niemanden an mich ranlassen wollte und konnte.

      Ablenken, unter Menschen gehen war eine zeitlang undenkbar, andere Leute tun sich leicht mit solchen Ratschlägen. Ich wollte nur noch nach Hause mich verkriechen. Aber auch das muss jeder für sich herausfinden. Wenn es einem gut tut, etwas zu unternehmen, ist es okay.

      Es lässt nach. Die Bilder wenn manchmal noch hockkommen, tun nicht mehr weh und auch der Drang wieder unter Leute zu gehen wächst und ich habe Spaß dabei. Ich besuche ab und an die VHS, habe viele Bücher über das Thema gelesen, mich mal nem Wandertrupp angeschlossen und kann behaupten, langsam bin ich drüber weg. Der Wunsch nach einem neuen Partner ist zwar da, aber nicht primär, es kommt wie es kommt.

      Es ist alles eine neue Situation für dich und die Umstellung braucht Zeit, das Verarbeiten braucht Zeit, das zurechtkommen braucht Zeit. Gib sie dir und mach dir keine Sorgen.

      Und wenn dir die Decke auf den Kopf fällt, du bist in diesem Forum gut aufgehoben.


      Alles Gute
      Thea

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        #4
        Zitat von Mooie
        liebe akinom,

        ja ich glaube du solltest dir länger zeit lassen mit der verarbeitung dieser trennung. verständlicherweise verlierst du über deine ehe, z.b. deren dauer nicht sehr viele worte. in deinem alter könnte ich mir gut vorstellen, dass du sehr viele jahre an der seite deines mannes verbracht hast.

        der mensch ist nun mal ein gewohnheitstier. wenn eine beziehung lange dauerte und alles plötzlich von einem tag zum nächsten vom partner zerschlagen wird, ist das eine sehr bittere pille, die du zu schlucken hast. diese lapidare lebensweisheit, dass die zeit ALLE wunden heilt, finde ich zwar auch nicht besonders berauschend, aber ich bin überzeugt, dass viel wahres dran ist.

        dein leben hat sich durch die trennung von grund auf geändert. es gibt massenweise dinge, die nun plötzlich ganz anders sind. das einzig vernünftige, was du meiner meinung nach tun kannst, ist zu versuchen die aspekte zu sehen, die sich für dich zum positiven verändert haben und deinen blick ganz bewusst darauf zu richten.

        aber richte dich innerlich darauf ein, dass es noch eine ganze weile dauern wird, bis du diesen schlag verwunden hast. ich wünsche dir, dass du die gelegenheit nutzt dir hier in diesem forum das eine oder andere von der seele zu schreiben.
        verständlicherweise verlierst du über deine ehe, z.b. deren dauer nicht sehr viele worte. in deinem alter könnte ich mir gut vorstellen, dass du sehr viele jahre an der seite deines mannes verbracht hast.
        Hallo Mooie,
        es waren 27 Jahre, davon 23 Jahre verheiratet. Das ist schon eine verdammt lange Zeit

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          #5
          Ein bisschen Theorie

          Hallo akinom,

          ich habe zwar keine persönliche Trennungserfahrung, die ich dir weitergeben könnte, aber ich habe mich vor einiger Zeit mit diesem Thema befasst. Mein Freund hatte nach 20 Jahren seine Partnerin verlassen - und ich war der Trennungsgrund. Sie hat fürchterlich gelitten und ich wollte nicht noch mehr Öl ins Feuer gießen sondern gerne verstehen, wie wir es ihr wenigstens nicht noch schwerer machen konnten.

          Ich habe mir damals ein Buch vom Pal-Verlag besorgt (Titel: Wenn der Partner geht, Autor: Doris Wolf) und da sind sehr schön verschiedene Phasen der Verarbeitung und auch Tipps, wie man sie am besten durchsteht, aufgeführt.

          Wenn ich mich recht entsinne, fängt es an mit der Verleugnung ("das wird schon wieder, er kommt zurück"), dann kommen Verzweiflung, Hilflosigkeit, Selbstzweifel/Minderwertigkeitsgefühle und Wut - auf sich selbst, (sofern vorhanden) auf die Konkurrenz und auf den Ex-Partner. In der Phase rebelliert oft auch der Körper.

          Die nächste Stufe ist die Neuorientierung: sich vom alten Lebenskonzept lösen und sich weiter entwickeln und schließlich das neue Lebenskonzept, in dem man ohne Bitterkeit zurückschauen und wieder Vertrauen in einen neuen Partner setzen kann.

          Ich glaube bis zum "neuen Leben" hatte die Autorin im Schnitt 3 Jahre angesetzt, aber das hängt natürlich immer vom Einzelnen ab. Und natürlich von der "Härte" der Trennung ("Hab ich kommen sehen" oder "eiskalte Überraschung").

          Ich hatte das Buch schon eine Weile nicht mehr zur Hand, aber falls du es dir selbst nicht zulegen möchtest, kann ich es ja mal rauskramen und versuchen, dir ein paar hilfreiche Infos zusammen zu stellen.

          Ich vermute aufgrund des Trennungszeitpunktes, dass du irgendwo zwischen Verleugnung und Gefühlschaos steckst. Deshalb fühl dich erst mal feste gedrückt! Lass dich nicht unterkriegen.

          Liebe Grüße
          Sunshine

          PS: Bitte sieh mir nach, wenn ich etwas auf mich warten lasse: meine Kleine kriegt gerade Zähne und ich zuwenig Schlaf, da kann ich nicht immer so ins Forum, wie ich möchte.

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            #6
            Liebe akinom,

            die Seele hat ihre eigene "Zeitrechnung", die mit unseren menschlichen Maßstäben nicht zu messen ist.

            Insbesondere nach so vielen Jahren Ehe wird es einfach seine Zeit dauern.

            Sei geduldig mit Dir selbst und sei vor allem gut und liebevoll zu Dir.

            Ich grüße Dich herzlichst.

            Wilson

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              #7
              Hallo Sushine,
              Das Buch "Wenn der Partner geht" habe ich mir gekauft. Es ist hilfreich, obwohl ich feststelle das ich zwischen den letzten Phasen schwanke.

              Danke euch allen für die lieben Worte.Ich freue mich über jeden Trost und die Anregungen. Werde es mal mit Autogenen Training versuchen. Ich wache morgens oft mit total verspannten Schultern auf. Als ob Backsteine auf mir lasten.
              Liebe Grüße Akinom

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                #8
                Zitat von akinom Beitrag anzeigen
                . Ich wache morgens oft mit total verspannten Schultern auf. Als ob Backsteine auf mir lasten.
                Hallo Akinom,

                hast Du vll eine Freundin, die Dir dann und wann die Schultern nach unten drücken und da halten kann, während Du entspannt sitzst oder besser noch liegst? Das könnte zusätzlich noch das seelische Material, das da drin sitzt, etwas lösen. Du kannst dabei dann einfach blubbern, was Dir in den Sinn kommt, oder Du genießt es einfach.

                Viel Kraft
                Anna

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                  #9
                  Es ist möglich, dass du meine Antwort blöd findest, da ich erst 27 bin, aber ich habe vor zwei Jahren eine Trennung hinter mir. Wir wohnten seit Jahren zusammen, waren verlobt usw. Nun ja, heute bin ich fast dankbar, denn ich sehe Menschen, z.B. meine Mutter, die mit 49 Jahren noch NIE alleine gelebt hat und auch Ansgt davor hat und sich deshalb lieber alles gefallen lässt.
                  Ich will mich nicht mir dir vergleichen, nch vielen Jahren Ehe ist das noch was anderes, aber ich denke du solltest versuchen das Positive kennen zu lernen: Was war es immer, was du machen wolltest und es nicht gemacht hast wegen der Partnerschaft? Und wenn es ne rote Wandfarbe ist. Neue Lebensabschnitte sind oft schwer, aber sie bieten auch immer wieder Neues! Und Neues kann auch Gutes sein!

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                    #10
                    Hallo Akinom,

                    ich bin im Mai nach 24 gemeinsamen Jahren von meinem Mann verlassen worden. Da ich totale Panikattacken bekommen habe, habe ich mir Antidepressiva verschreiben lassen. Bin auch bei einer psychologischen Psychotherapeutin. Es geht mir inzwischen etwas besser. Habe zwei Zimmer renoviert, um an anderes Bild zu bekommen. Das Alleinsein macht mir sehr zu schaffen. Kann auch nicht gut schlafen und grübel viel.

                    Liebe Grüße
                    uslady

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                      #11
                      Hallo akinom,
                      zuerst mal, ich kann Dich gut verstehen und fühle mit Dir!

                      Auch wenn vielleicht Vieles schon gesagt wurde, aber diese schlimme Phase macht fast jeder durch, der eine Scheidung hinter sich hat. Sensible haben daran mehr zu "knabbern" als robustere Naturen.

                      Widme Dich, wenn Du schon dazu in der Lage bist z.B. Deinem Äußeren, verändere Dich nach Deinen Wünschen, damit Dir im Spiegel ein attraktiver "neuer" Mensch (man sieht ja meist auch mitgenommen aus, denke ich) entgegenblickt. Das stärkt für's Erste schon mal Dein Selbstbewußtsein, das ja auch darunter leidet. Erneurung tut Dir wahrscheinlich in dieser Situation gut.

                      Am Anfang fallen solche früher einfachen Dinge schwer. Jetzt muß man sich dazu zwingen, damit es nach einiger Zeit immer leichter fällt. Man braucht neue, gute Gewohnheiten, die dazu führen, dass man irgendwann beginnt sich wohler zu fühlen.

                      Du hast die neue Entwicklung in Deinen eigenen Händen, die Schritte, die Du zu gehen hast, kannst nur Du gehen. Je bewußter Du sie gehst desto schneller wirst Du diese schlimme Phase hinter Dir lassen. Vielleicht hilft es zu sagen: "Jetzt erst recht".

                      aurora b.
                      Zuletzt geändert von ; 30.08.2008, 08:10.

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                        #12
                        Hallo Akinom,

                        meine Trennung ist nun ca. 10 J. her, anfangs dachte ich, 2 Jahre höchstens, dann bin ich drüber weg, aber es dauerte doch länger. Ich wollte mit ihm alt werden, wir hatten schon soviel durchgestanden... Manche Verletzungen heilen sehr langsam, - aber mir hat das Buch von Doris Wolf sehr viel gegeben! Ausserdem war ich ein Jahr lang in einer Frauengruppe (nur 9 Frauen, sehr schön) mit 2 Therapeutinnen, da ging es um Trennung und Scheidung. Auch da hab ich viel loslassen können!

                        Ich wünsche dir, dass du deinen Weg findest und es dir jeden Tag besser und besser geht! Sei einfach gut zu dir!

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                          #13
                          hallo Tänzerin,
                          es ist ja wirklich witzig. Mein Schlafzimmer hat eine rote Wand hinter dem Bett.
                          Das war die erste Idee als ich an Farbe für meine Wohnung gedacht habe.
                          Mit dem was Neues hast du ja recht. Mich überfällt leider immer noch manchmal eine lähmende Traurigkeit. Aber es wird besser.

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                            #14
                            Hallo akinom,

                            habe mich vor einigen Jahren von meinem Mann getrennt und damals relativ schnell gemerkt, dass ich die Trennung gut überstehe. Habe mich davor schon angefangen immer mehr zurückzuziehen und deshalb fiel es mir nicht schwer.
                            Hatte danach eine sehr intensive Beziehung von kurzer Dauer. Und obwohl wir nur kurze Zeit zusammen waren, habe ich sehr unter dieser Trennung gelitten. Ich habe viele Jahre gebraucht, um mir wieder selbst zu vertrauen, da ich total überrascht wurde von den Trennungsabsichten. Selbst heute noch, obwohl ich jetzt in einer guten Beziehung bin, merke ich, dass es noch immer in mir drin ist.
                            Ich möchte dir einfach ganz viel Kraft schicken und dich ermutigen, dir so viel Zeit zu geben, wie du brauchst.

                            Viele Grüsse Augenblick

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                              #15
                              Hatte danach eine sehr intensive Beziehung von kurzer Dauer. Und obwohl wir nur kurze Zeit zusammen waren, habe ich sehr unter dieser Trennung gelitten.
                              So ging es mir auch, für mich kam aber im Nachhinein die Erkenntnis, dass die neuerliche Trennung eigentlich nur so schlimm war, weil die vorige eben nicht überwunden war. Es war eine Wiederholung des alten Trennungsschmerzes!

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