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Elternliebe - Kinderliebe

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    #16
    Für mich kommt es darauf an, was es eigentlich zu verzeihen gibt.

    Eltern, die Liebe nicht zeigen können, oder Eltern die ihre Kinder missbrauchen,
    emotional oder körperlich. Da ist doch schon mal ein großer Unterschied.

    Das kommt bei mir auch aus den Beiträgen rüber, und ich kann da nicht alles über einen Kamm scheren.

    Eloisa

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      #17
      Zitat von Mirko Beitrag anzeigen
      Wenn man von seinen Eltern schlecht behandelt wurde, ist das absolut legitim NICHT zu verzeien, dann sollte man aber auch den Kontakt für immer abbrechen, denn was nützt es einen, wenn die alten Wunden immer wieder aufbrechen bzw. wenn sich die Verletzungen immer wiederholen ? (Dann geben wir diesen Personen Macht über uns.)
      das ist viel einfacher gesagt als getan. ich habe den kontakt zu meinem vater abgebrochen und zu meiner mutter nicht.
      der kontakt zu ihr ist aber alles andere als leicht, weil sie ebenso verantwortlich für ihr tun war, weil sie ebenso getrunken hat, weil sie weggesehen hat, nicht wahrhaben wollte oder was auch immer und heute meine kindheit bagatellisiert von "es war nicht so schlimm" bis "es ist nicht passiert"... . manchmal denke ich, wofür das alles, warum nicht auch da den kontakt beenden (gibt auch immermal längere pausen)...
      ich weiss warum: ich hab kaum noch familie. meine großeltern sind schon tod.
      zu den verwandten meines vaters habe ich auch keinen kontakt mehr. ich habe angst dort meinem vater zu begegnen und möchte mich da auch nicht outen. ich hab keine ahnung was sie wissen, weiss aber durch frühere gespräche, dass ihnen durchaus bewußt war, dass es mir und meinen bruder nicht gut ging. ich hab keine ahnung warum sie dann zugesehen statt gehandelt haben und ich hab keine ahnung wieviel sie noch wissen.
      ich hab außer meiner mutter nur noch meinen bruder. mein bruder hat ebenfalls keinen kontakt mehr zu meinem vater und dass hauptsächlich meinetwegen (bzw. wegen dingen die ich ihm vor ein paar jahren eröffnet habe, die er nicht wußte und wegen seiner eigenen erlebnissen in unserer kindheit).
      ich weiß, wie sehr er leidet unter unseren familienverhältnissen und ich weiß wie schlimm es wäre, wenn er zwischen mir und meiner mutter stehen würde, denn er hat ja sonst auch niemanden mehr außer mir und wir hatten diese situation auch schon zeitweise. es ist praktisch kaum zu bewältigen ist, diese welten auseinander zu halten.

      bevor ich mich jetzt weiter in einzelheiten verstricke: ich gebe dir theoretisch recht, aber nicht praktisch.

      @eloisa: du hast es auf den punkt gebracht. danke.

      liebe grüße
      Josie

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        #18
        [quote=Mirko;32011]@Rübenigel:

        "Verzeihen" ist immer so leicht gesagt, aber warum sollte man verzeihen ?
        Für den Anderen oder für die Familie ? Nein
        Für sich selbst ? Ja

        Verzeihen bedeutet nicht, gutzuheißen, was geschehen ist, sondern nur, nicht länger bereit zu sein aufgrund von Taten anderer Schmerzen zu erleiden. Zu vergeben und unser Herz von Bitterkeit zu befreien, so uns selbst zu helfen.
        PapaDia

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          #19
          Hallo,

          @Eloisa
          Ja, das ist wichtig zu unterscheiden! Denn wenn die Eltern wenigsten eine Grundversorgung den Kinder zur Verfügung gestellt haben und sich Mühe gegeben haben. Dann ist das schon eine große Verantwortung, die sie übernommen haben. Und LIEBE, tja die haben wohl die meißten von uns nicht auf die Weise erfahren, wie sie sich es gewüscht hätten. Dazu brauchen Kinder Vorbilder. Und das sind nun mal in erster Linie die Eltern. Und die prägen uns ja in der wichtigsten Zeit unseres Lebens.

          Das ist es eigentlich, was ich so ungerecht empfinde. Erst wurde ich 10-20 Jahre negative geprägt. Dann bin ich erwachsen und soll für alles Verantwortung übernehmen. Ich war da erstmal nur am rudern. Bin mit 16 gleich beim Psychologen gelandet, für die nächsten Jahre. Sonst hätte ich das wohl alles nie bewälitgen können. Und trotzdem sind die Muster so tief drin.

          Gestern habe ich erst wieder in einem Buch gelesen, daß das Leben, das ich jetzt führe, ich selbst gewählt habe. Das mein jetziges Leben eine Folge aller meiner Entscheidungen in der Vergangenheit ist. Das stimmt schon! Dennoch konnte ich manche Dinge nicht beeinflussen und natürlich würde ich manches heute anders machen wenn ich damals gewußt hätte daß....

          Aber es beruhigt mich, daß es den meißten so geht.

          Man muß den Eltern nicht verzeihen. Man muß aber auch nicht ein lebenlang einen Groll auf sie haben.

          Ich weiß, daß meine Eltern mich lieben. Das weiß ich ganz sicher.
          Ich kenne ihre Geschichte und verstehe nun besser. Dennoch hätte ich an ihrer Stelle ganz anders gehandelt.
          Nur als Kind habe ich sehr gelitten. Mein Leben begann eigentlich erst ca. ab meinem 30 igsten Lebensjarhr.
          Wir dürfen auch nicht vergessen, daß es vor 50 Jahren noch nicht üblich war, daß man Therapien macht und sich so sehr um seine Weiterentwicklung kümmert. Es war verpönt und man hat vieles unter den Teppich gekehrt und war leider unwissend.

          Ich bin froh, daß ich durch meinen Arzt damals gleich zum Therapeuten geschickt wurde obwohl ich damals die einzige war in meinem Freundeskreis, die eine Therapie machte. Und ich ging sehr offen damit. Da kam mir leider nur Wortlosigkeit und Abwertung entgegen. (Viele von Ihnen machten 15 Jahre später selbst eine Therapie. )

          Ich habe meine Eltern dort zurückgelassen, wo sie sein wollen. Wir sprechen nicht die gleiche Sprache.

          Tja, so ist das Leben!
          Ich war sehr alleine und habe mich durchgeboxt und hatte einen Engel an meiner Seite. Ich besinne mich lieber auf das JETZT. Ich habe keine Lust mehr über die Vergangenheit zu lamentieren. Ich habe mein bestes gegeben. Ich kucke auf das was ich habe. Denn ich habe mir auch einiges erarbeitet im Leben.

          Loslassen ist hier wirklich angebracht.

          Und natürlich weine ich noch in mein Kissen. Aber nicht an meinem Geburtstag wenn mal wieder niemand anruft. Sondern am am Geburtstag meiner Eltern, der am 2. und 3. April ist. Da denke ich an die beiden und stelle sie mir vor. Denn ich habe meine Eltern noch nie zusammen gesehen. Und es tut mir sehr weh, daß ich sie nicht anrufen kann.

          Viele Grüße, Mag

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