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Elternliebe - Kinderliebe

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    Elternliebe - Kinderliebe

    Hallo Forumels!

    Ich bin gerade durch einen Beitrag von Eámanë in einem anderen Faden auf dieses Thema, das mich immer mal wieder beschäftigt, gestoßen worden:

    Eltern lieben immer...????

    Ich denke und empfinde es nicht so, das man sich die Vergangenheit in der Form schön reden müssen sollte: Natürlich haben meine Eltern mich geliebt, sie konnten es nur nicht zeigen, waren selbst...., hatten Probleme mit....

    Nein: MEINE Eltern glaubten wenn überhaupt vielleicht mich zu lieben und orientierten sich dabei an ihren eigenen Erfahrungen. Aber sie waren nicht dazu in der Lage. Und sind es bis heute nicht, denn sie lieben sich selbst ja auch bis heute nicht. Und mit den Auswirkungen muss ich mich heute auseinandersetzen.

    Es fühlt sich für mich falsch an, das was mir gefehlt hat auch noch als "von mir als Kind aus Unverständnis falsch verstanden/empfunden" zu definieren, nur damit ich damit umgehen kann. Denn das ist einer der schlechten Glaubenssätze der mir noch heute anhängt, mich massiv behindert und : "Das ist doch gar nicht wahr, wie du das siehst, du bildest dir das ein, du hast kein Recht so zu fühlen". Für mich ist einfach Fakt, dass ein Kind Zärtlichkeit, Annahme, Motivation, Leitung und Nachsicht (und noch einiges mehr, was in der Gesamtheit "geliebt werden" bedeutet) einfach benötigt wie essen und trinken, um gesund aufzuwachsen. Fehlt etwas davon, sind Mangelerscheinungen die Folge, körperlich, geistig oder seelisch. Und die kann man nicht dadurch heilen, dass man sie "wegversteht", der entstandene Mangel ist da und bleibt auch da, wie ein Knochenbruch der zwar heilen kann, aber niemals weg ist. ...

    Frage ist, wie gehe ich mich dem kaputten Knochen um? Ich muss eben entsprechend vorsichtig sein, lernen, wie ich mich bewege und mit der Einschränkung lebe und Lebensqualität finde.
    Ich spürte spontan eine Erleichterung bei diesem Text.

    Ja... genau... DAS ist es. Ich habe nie gespürt, dass meine Mutter mich geliebt hat. Es ist so einfach, wieder in mein altes Muster zu verfallen: "Das ist jetzt wieder eine Deiner Wahrnehmungsstörungen... in Wirklichkeit liebt sie dich/hat sie dich geliebt... sie konnte es nur nicht zeigen." Die "andere" Wirklichkeit zu ertragen, dass sie mich tatsächlich nicht geliebt hat (im Sinne von bestärken, unterstützen, annehmen, wertschätzen, respektieren, warme herzliche Gefühle für mich empfinden, Nähe, Kontakt, Verbindung...) tut weh. Sie hat mich versorgt: mit Essen, Aufgaben, den Möglichkeiten Sport und Musik zu machen und der Erlaubnis eine höhere Schulbildung zu bekommen (wobei das in jedem Fall erst einmal IHR Bedürfnis befriedigte, nicht meins). Das war es aber auch schon. MEIN Kind zu lieben, bedeutet für mich definitiv etwas anderes als das, was ich bekommen habe.

    Wie gehe ich heute mit diesem emotionalen Knochenbruch um? Was mache ich, wenn ein Wetterwechsel ansteht und ich Schmerzen an der alten Bruchstelle verspüre (Danke für Deinen Vergleich, @Eámanë)? Ich versuche, behutsam und achtsam mit mir umzugehen, gönne mir vielleicht eine Schonzeit/Auszeit, um meine Wunde noch einmal zu lecken. Dann besinne ich mich darauf, dass es GESTERN war und beginne mich wieder auf das HEUTE zu fokussieren.

    Oft wird uns gesagt, dass wir unseren Eltern ihre Fehler verzeihen sollen... (ich kommentiere das hier mal noch nicht, weil ich total neugierig auf EURE Antworten bin ). Seht Ihr das auch so? Und wie stellt Ihr das an? Habt Ihr Rituale... oder habt Ihr vielleicht sogar mit ihnen darüber gesprochen? Welche Erfahrungen habt Ihr mit Euren emotionalen Knochenbrüchen gemacht, wie habt Ihr sie versorgt, was machen sie heute mit Euch... beeinflussen sie Euch noch in Eurem Verhalten?

    ...

    Herzliche Grüße, Rübenigel

    P.S.: ... der Faden heißt ja "Elternliebe - Kinderliebe"... zu letzterem später weiter

    #2
    Hallo Rübenigel,

    ich habe auf Eámanë Beitrag ja schon geantwortet, aber schreib hier gerne auch dazu, auch wenn es sich mitunter wohl überschneidet.

    Dieses
    Oft wird uns gesagt, dass wir unseren Eltern ihre Fehler verzeihen sollen...
    halte ich für einen schweren Stein der inmitten des Weges zu einer liebervollen Beziehung steht.

    Was bedeutet das denn "etwas verzeihen zu sollen"? Eigentlich doch nur, dass man etwas falsch macht, falsch fühlt, nicht brav ist - also das versteh ich darunter!
    Vielleicht gibt es Menschen die es zu einer guten Verbindung zu sich selbst und ihren Eltern schaffen indem sie versuchen zu verzeihen, für mich hieß der Weg: "Versuch wütend zu sein!" Ich musste erstmal all das ausgraben was ich als Kind nicht empfinden konnte um überhaupt zu lernen was hieß die Tochter meiner Mutter zu sein. Und was heißt heute klar und wach durch die Welt zu gehen. Und wenn verzeihen nur aufgedeckelt wird auf lauter unverarbeiteten Mangel und Verlust erschwert er eine gesunde Beziehung nur unnötig.

    Kurz zur Liebe: Für mich ist es zweierlei, einen Menschen zu lieben und einem Menschen das Gefühl zu geben das er geliebt wird. Ich trenne dass, denn ich selbst liebe auch Menschen denen ich das nicht im geringsten zeige. Mein Bruder ist da ein gutes Beispiel. Liebe ich ihn deswegen etwa nicht, sind meine Gefühle etwa falsch, nur weil ich ihn nicht all das warmherzige spüren lasse, dass da durchaus zwischen uns sein könnte, wäre nicht soviel passiert, das mich Angst vor ihm haben lässt? Doch, ich liebe ihn - zeigen kann ich es ihm aber nicht.

    Wir sind es gewohnt Ursache und Wirkung direkt in Bezug zu stellen: "Ich fühle mich nicht geliebt = Ich werde nicht geliebt!" Aber das traurigste ist doch, dass wir selbst wenn wir aus der tiefsten Liebe die wir je spürten heraus etwas tun, einem anderen enormen Schaden zufügen können. Was ist denn mit all den Eltern die wollten das ihre Kinder nicht den selben Schmerz durchleben müssen wie sie selbst durchlebt haben? Und was ist mit den Kindern, haben Kinder die von ihren Eltern geliebt werden denn nicht auch das Recht zu sagen: "Meine Mutter /Mein Vater hat meine Bedürfnisse nicht erfüllt, ich habe mich nicht geliebt gefüllt. Mir hat etwas gefehlt!"

    Müssen Eltern wirklich lieblose tyrannen sein um ein Kind zu vernachlässigen? Diese Frage zeigt für mich die andere seite der Medaille rund um das Thema: "Meine Eltern haben keine liebe für mich emfpunden."

    Ich will beides, die Freiheit zu empfinden was ich empfinde, klar zu sehen was mir fehlte und die bewusste Entscheidung es mir heute selbst zu gönnen und meiner Mutter nicht ihre Gefühle absprechen, nicht über das Urteilen was sie fühlte oder nicht. Sie hat mir nicht das gegeben was ich gebraucht habe, das ändert sich nicht, egal ob sie mich liebt(e) oder nicht. Einzig die Ursache könnte eine veränderte sein, ihre Beweggründe. Aber das ist ihr Bier, nicht meins. Sie muss damit leben, nicht ich, denn mir reicht es zu wissen - an mir lag es nicht!

    Liebe Grüße,
    Teresa

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      #3
      Hallo zusamen

      Ich kann zwar nur subjektiv über dieses Thema urteilen, jedoch geht es mir nahe, da ich in meinem Freundens- und Bekanntenkreis einige unglückliche Beispiele mitbekomme. Ich höre ihnen gern zu wenn sie darüber sprechen und auch fühle ich, dass sie mir ihre Geschichte gern erzählen. Es gibt darunter schlimme Geschichten, die mich wortlos machen aber auch diejenigen, die einfach von „sich ungeliebt fühlen“ erzählen stimmen mich traurig.

      Einige Freunde fragen mich auch nach meiner Geschichte von einer glücklichen Kindheit und fühlen sich sehr wohl in der Nähe meiner Familie.

      Mein Freund hat seinen Eltern bis heute nicht verziehen. Er sträubt sich dagegen. Er wurde als Kind oftmals vernachlässigt, manipuliert, geschlagen und hat die Umarmungen seiner Mutter immer gescheut, da sie nicht von langer Dauer waren und wenig später in Aggressionen übergehen konnten. Sein Vater war nicht fähig, etwas zu unternehmen und verliess die Familie. Mein Partner hat einen leidenschaftlichen Groll seiner Mutter gegenüber, auch noch nach ihrem Tod. Ich glaube, dass ihn das mehr in seinen Entscheidungen und im Verhalten beeinflusst als er sich eingestehen will.

      Auch sehe ich bei meinem Vater, dass ihn die lieblose, strenge Kindheit mit ca. 60 Jahren eingeholt hat. Im Alter leidet er an Ängsten (Kindheitsbilder erscheinen ihm im Traum oder Erinnerungen quälen ihn) und Depressionen. Ich muss dazu sagen, dass es meinen Vater sehr schwer getroffen hat, als er erkannt hat, dass er depressiv ist. Menschen aus seiner Generation betrachten die Krankheiten oftmals mit grossen Vorurteilen. Er musste lernen, damit umzugehen und hat sich geschämt. Schliesslich war er bis anhin ein stolzer und erfolgreicher Geschäftsmann, Vater und Ehemann. Er fing dann auch an zu trinken. Heute, nach ein paar Jahren ist er clean und es geht ihm ziemlich gut. Ich bin stolz auf ihn, weil er sich auch noch mit 60 Jahren so stark verändern konnte.

      Da ich selbst Zuneigung und Liebe gerne offen zeige indem ich es klar sage und meine Freunde und Bekannte auch in den Arm nehme, kann ich mir nicht vorstellen, dass man zwar lieben, es aber nicht zeigen kann. Für mich gehört das zusammen. Auf das Fühlen folgt das Zeigen. Vielleicht ist der Grund der, dass ich nie gelernt habe, mich diesbezüglich zurückzuhalten. Ich konnte das Vertrauen gegenüber meinen Eltern unbeschwert entwickeln und zurückgeben.

      Meine Eltern und mein Freund sind gute Beispiele dafür, dass man aus diesem anerzogenen gefühlskalten, strengen Kreislauf herausbrechen kann und die Zuneigung frei und von ganzem Herzen geniessen kann.

      Einen schönen Feierabend wünscht euch

      Heaven

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        #4
        Zitat von Rübenigel Beitrag anzeigen

        Wie gehe ich heute mit diesem emotionalen Knochenbruch um? Was mache ich, wenn ein Wetterwechsel ansteht und ich Schmerzen an der alten Bruchstelle verspüre (Danke für Deinen Vergleich, @Eámanë)? Ich versuche, behutsam und achtsam mit mir umzugehen, gönne mir vielleicht eine Schonzeit/Auszeit, um meine Wunde noch einmal zu lecken. Dann besinne ich mich darauf, dass es GESTERN war und beginne mich wieder auf das HEUTE zu fokussieren.
        Auch ich versuche in dieser Form damit klar zu kommen. Allerdings ist dies sehr anstrengend für mich, weil meine Gedanken so sehr fliegen. Am schwersten fällt es mir momentan (weil gerade jetzt klar wird, welchen Schaden die Versumnisse meiner Eltern angerichtet haben), meine Gedanken über die verpassten Chancen zu stoppen.
        Aber ich habe festgestellt, vor allem bei der Lektüre von "Die Chaosprinzessin", dass ich früher sehr gut klar gekommen bin, weil ich ohne zu wissen intuitiv die richtige Systeme und Vorkehrungen getroffen habe.
        So seltsam das klingen mag, (ups, ich gerate glaube ich off-topic, gleich vorbei) mein System brach zusammen, weil ich keine Hilfe bekam.

        Und das ist wieder die Schleife zurück: auch meine Mutter bat ich sehr oft um Hilfe, vor allem für ihre Enkelin - die erfolgte zu selten und immer nur nach Kräfte raubender Bettelei.

        Ich denke, Rübi, wir sind genau auf dem richtigen Weg: unsere Wunden anzuerkennen und dafür zu sorgen, dass unsere Kinder DIESE Wunden nicht auch noch bekommen und weitergeben. Sie so zu lieben und zu respektieren, wie wir es uns für uns selbst gewünscht haben.
        Das ist das "Heilmittel" für mich. Denn nur wenn ich weiß WAS mich WARUM verletzt hat, kann ich aufmerksam dafür sorgen, nicht aus alten Verhaltensmustern heraus die gleichen Sachen zu machen. Trotzdem kommt es manchmal vor, aber immer weniger, je mehr ich mir erlaube, die fehlende Liebe darin zu erkennen.

        Leider macht die gesellschaftliche Struktur das aus meiner Sicht sehr schwer, die Rechte seiner Kinder zu wahren und durchzusetzen. Auch das gehört für mich zum Liebe zeigen: über den eigenen Schatten springen.

        Wir sind gut!

        Alles Liebe
        Eámanë

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          #5
          Meine Mutter hat mich geliebt, aber trotzdem konnte sie mir nicht geben was ich braucht.

          Weil sie es selbst nie bekommen hat, weil sie keine Zeit hatte sondern nur um unsere Existenz gekämpft hat, weil sie selbst krank ist, aber ich würde ihr deswegen nie unterstellen mich nicht geliebt zu haben/nicht zu lieben. Selbst jetzt in unserer Situation würde ich nicht behaupten, dass sie mich nicht liebt.

          Lockenkopf

          Ps. Ich frage mich gerade ob ich sie liebe?

          Kommentar


            #6
            Die einzigen Berührungen, die ich von meinen Eltern erfahren habe, waren ziemlich schmerzhaft. Vielleicht bin ich auch deswegen hart zu mir selbst, weil ich es gar nicht anders kenne...(?)
            Auch sage ich mir oft selbst die Sätze, die ich mir immer anhören mußte.

            Ich verspüre eigentlich keine Wut mehr, wenn ich an meine Eltern denke. Eigentlich sind sie mir total egal. Es ist gefühlslos, wenn ich an meine Zeit bei denen denke.

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              #7
              Zitat von Danny-Mo Beitrag anzeigen
              Die einzigen Berührungen, die ich von meinen Eltern erfahren habe, waren ziemlich schmerzhaft.
              Es fällt einem ein wenig schwer das zu glauben, aber warum solltest Du nicht das schildern was Du erlebt hast.

              Vielleicht bist Du hart zu Dir selbst, und ich könnte mir vorstellen das es besser ist Dich nicht zum Feind zu haben.
              Andererseits habe ich angesichts Deiner Beiträge und Kommentare den Eindruck das Du ein sehr fühlender großzügiger und sensibler Mensch bist.
              Das wird man aber nur, wenn man auch Liebe erfahren hat!?

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                #8
                Spannendes Thema!

                Aber (mal ganz provokativ) - habt Ihr nicht zu hohe Erwartungen? Gibt es "perfekte" Eltern, die einem Kind all das geben, was es braucht? Da wir ja alle "nur" Menschen sind, glaube ich das nicht.

                Vielleicht habe ich aber auch nur eine andere Vorstellung von "wegverstehen". Oder vielleicht liegt es daran, dass ich mich von meinen Eltern geliebt fühlte/fühle. Sie hätten mich besser motivieren, mir öfter mal zuhören können - das haben sie nicht getan. Deshalb lieben sie mich trotzdem. Da geht es mir wohl besser als dem Durschnitt, wenn ich mich hier so "umlese".

                Zitat von Rübenigel Beitrag anzeigen
                Oft wird uns gesagt, dass wir unseren Eltern ihre Fehler verzeihen sollen...
                Da fällt mir eher meine ältere Schwester ein, als meine Eltern . In irgendeinem Buch (ich weiß leider nicht mehr welches) habe ich gelesen, dass man sich mit der (virtuellen) Person an ein (virtuelles) Lagerfeuer setzen soll. Ich erzähle, wie es mir früher mit ihr und ihrer Art ging. Sie erzählt, wie ihr zumute war. Das habe ich ausprobiert und erstaunlicherweise fühlte ich mich danach frei und erleichtert. Das hätte ich nicht gedacht, ich dachte eher "jaja, wieder so eine unnütze Übung". Seither ist mein Verhältnis zu ihr viel schöner, leichter, einfacher.

                Die Menschen sind doch nun mal so, wie sie sind. Und nicht so, wie ich sie gerne hätte. Ändern kann ich sie ja doch nicht.

                Ich kann mir auch nicht vorstellen, einem Kind genau das zu geben, was es braucht. Wie soll das gehen? Was ist, wenn ich meinem Kind Freiraum geben möchte und 20 Jahre später sagt es "Du hast mich nicht unterstützt". Was ist, wenn ich nachfrage, motiviere, mich kümmere und 20 Jahre später sagt es "Du hast mir nicht zugetraut es allein zu schaffen". Habe ich dann Fehler gemacht? Habe ich es dann nicht geliebt?

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                  #9
                  Ich gehöre ja zu denen, die hier immer wieder sagen,
                  dass meine Eltern mich geliebt haben,
                  aber es nicht auf eine Art zeigen konnten,
                  die ich als Kind verstehen konnte.

                  Ja genau. Genau so sehe ich das.

                  Und so folgerichtig die Ausführungen von Rübenigel und Eámanë klingen,
                  genauso wenig stimmen die für mich.

                  Und wenn ich es genau nehme:
                  meine Eltern haben ihre Liebe gezeigt:
                  meine Mutter, indem sie uns Kindern ein blitzsauberes Heim gegeben hat,
                  wo eben mittags immer das Essen auf dem Tisch stand, wenn wir aus der Schule gekommen sind.
                  Mein Vater, indem er für uns alle geschuftet hat.

                  Oder die Möglichkeit für uns, auf eine höhere Schule zu gehen und anschliessend zu studieren?

                  Das ist Tat gewordene Liebe!
                  Was denn sonst.

                  Und die fehlenden Umarmungen etc.?
                  Natürlich verzeihen, was denn sonst?

                  Und zwar im Sinne von Louise L. Hay (und vielen anderen):
                  nicht gutheissen sondern einfach loslassen!

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                    #10
                    Mir ging es genau wie Martin und ich gehe genauso damit um.
                    Ich habe meinen Eltern verziehen, dass sie mir nicht das geben konnten was ich gebraucht hätte.
                    Meine Eltern sind, wie viele eurer Eltern auch, eine Kriegsgeneration.
                    Um die Liebe meiner Eltern zu verstehen war dieser Tatbestand das Wichtigste.
                    Meine Eltern haben erlebt was es heißt Hunger zu haben.
                    Nicht wie wir Hunger kennen...das ist vegleichsweise ein Magengrummeln.
                    Es ging um´s nackte Überleben.
                    Meine Mutter war mit 5 Geschwistern Kind einer Bäckerfamilie.
                    Im Krieg wurden sie ausgebombt.
                    Essen beschaffen, das war ihr Alltag als sie Kind war.
                    Wie kann sie etwas anderes gelernt haben als uns Kindern etwas zu essen zu geben, wenn wir sie besuchen?
                    So sehr ich selber immer wieder ein Problem mit dieser Art von Liebesbeweis habe, so sehr bedanke ich mich bei ihr und zeige ihr, dass ich das zu schätzen weiß.
                    Das ist unser Muster. Aus dem komme ich nicht heraus, weil meine Mutter keine andere Sprache der Liebe kennt, als fürsorglich mit materiellen Dingen sein.
                    Natürlich würde ich es mir anders wünschen...aber warum soll ich sie mit ihren 77 Jahren noch mit solchen Themen konfrontieren.
                    Das Risiko, dass sie ihre ganze Lebensenergie in etwas investiert hat, das gar nicht gebraucht wurde, möchte ich nicht eingehen.
                    Ich nehme ihre Fürsorge an und fühle mich geliebt.
                    Auch wenn es nicht das ist, was ich mir wünsche.
                    Ich hoffe, dass sie meine Art Liebe zu geben, mit Umarmung und Anteilnahme an ihrem Leben, genauso erkennt. Wenn es nicht so ist, kann ich es auch nicht verändern.
                    Die Sprache meines kürzlich verstorbenen Vaters kann ich leider überhaupt nicht sehen oder verstehen und ich habe mich von ihm nicht geliebt gefühlt.
                    Und trotzdem habe ich ihn in den letzten Jahren liebevoll sehen können. Es war ein sehr gutes Gefühl, endlich aufzuhören, seine auf sich bezogene Art, auf mich zu beziehen und daraus zu schließen, dass er mich nicht liebt.
                    Daher denke ich, wenn ich die Sprache des anderen verstehe, kann ich mich geliebt fühlen, auc wenn es nicht das ist, was ich mir wünschen oder brauchen würde.
                    Franziska.

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                      #11
                      Hola in die Runde
                      Was mir geholfen hat war, daß alle Gefühle, die ich meinen Eltern gegenüber habe, ihre DA SEINS BERECHTIGUNG haben. Alles darf ich fühlen. Das tat gut!

                      Ich habe soviele Jahre und Energie verschwendet um meine Eltern davon zu überzeugen, daß sie mich lieben bzw. anerkennen. Aber irgendwann habe ich einfach damit aufgehört. = Energieverschwendung (ich bin ja garnicht bei ihnen aufgewachsen. Sie waren immer weg und fremd)

                      Gutheissen tue ich nichts.
                      Die Auswirkungen sind mir bewußt.
                      Das einzige was mich noch interessiert, ist mein Glück.

                      Ich habe noch niemand getroffen, der gänzlich geheilt wurde von seinem Schmerz.

                      P.S. Komischerweise ging es mir in Spanien sehr gut. Es tat mir soo gut weg zu gehen.
                      Buenas noches
                      Margarita

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                        #12
                        Zitat von Rübenigel Beitrag anzeigen
                        Oft wird uns gesagt, dass wir unseren Eltern ihre Fehler verzeihen sollen... (ich kommentiere das hier mal noch nicht, weil ich total neugierig auf EURE Antworten bin ). Seht Ihr das auch so?
                        Es gibt Fehler, die kann ich nicht verzeihen... .

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                          #13
                          Zitat von Hubert1 Beitrag anzeigen
                          Es fällt einem ein wenig schwer das zu glauben, aber warum solltest Du nicht das schildern was Du erlebt hast.

                          Vielleicht bist Du hart zu Dir selbst, und ich könnte mir vorstellen das es besser ist Dich nicht zum Feind zu haben.
                          Andererseits habe ich angesichts Deiner Beiträge und Kommentare den Eindruck das Du ein sehr fühlender großzügiger und sensibler Mensch bist.
                          Das wird man aber nur, wenn man auch Liebe erfahren hat!?
                          Ich würde am liebsten auch nicht glauben, daß es so war. Und wenn ich heute mal so zurückblicke, gab es einige, die mich nicht zum Feind haben wollten und sich deswegen zu meinen Freunden gemacht haben.

                          Ich hatte einfach nur Angst vor meinen Eltern, nur Angst. Und draußen, da mußte ich wohl meine Wut rauslassen. Ich weiß nicht, warum ich so war...
                          Ich habe nur irgendwann verstanden, daß es falsch war. Eine Lehrerin hatte mir dabei geholfen und schließlich meine erste Liebe

                          Kommentar


                            #14
                            Hallöchen,

                            Zitat von Franziska Beitrag anzeigen
                            Mir ging es genau wie Martin und ich gehe genauso damit um.
                            Ich habe meinen Eltern verziehen, dass sie mir nicht das geben konnten was ich gebraucht hätte.
                            ...
                            Daher denke ich, wenn ich die Sprache des anderen verstehe, kann ich mich geliebt fühlen, auc wenn es nicht das ist, was ich mir wünschen oder brauchen würde.
                            Dies beschreibt genau auch das, was ich denke und fühle. Es war bei weitem nicht alles perfekt früher und ich wollte ganz oft andere Eltern.
                            Aber mit meiner heutigen Erfahrung kommt mir oft die Frage "Wie hätte ich mich damals an Stelle meiner Eltern verhalten?". Kids, Stress, lange Arbeitszeiten, nebenbei Fortbildung, Haushalt.. Ich hatte ja schon während meines Studiums ohne Kids zu tun, dass ich es schaffe und alles auf die Reihe bekomme... und im Grunde fallen mir auch viele Sachen ein, die meine Eltern für mich und meine Brüder auf sich genommen haben. Na, und klar wollten sie, dass was aus uns was wird, und wir nicht auf der Straße landen. Ich will damit nicht alles rechtfertigen. Aber ich kann und möchte verzeihen und meinen Frieden mit mir und ihnen schließen.

                            Grüßle, Silvi
                            Zuletzt geändert von Kruemelchen; 08.02.2008, 18:22. Grund: kleine änderung

                            Kommentar


                              #15
                              @Rübenigel:

                              "Verzeihen" ist immer so leicht gesagt, aber warum sollte man verzeihen ?
                              Für den Anderen oder für die Familie ? Nein
                              Für sich selbst ? Ja

                              Wenn man von seinen Eltern schlecht behandelt wurde, ist das absolut legitim NICHT zu verzeien, dann sollte man aber auch den Kontakt für immer abbrechen, denn was nützt es einen, wenn die alten Wunden immer wieder aufbrechen bzw. wenn sich die Verletzungen immer wiederholen ? (Dann geben wir diesen Personen Macht über uns.)

                              Man sollte verzeihen, aber für sich und die Person/Eltern die Sie verletzt haben, müssen es nicht wissen.

                              Ein schönes Buch zu diesem Thema ist von Fred Luskin, "Die Kunst zu verzeihen".

                              Liebe Grüsse

                              Kommentar

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