Ankündigung

Einklappen
Keine Ankündigung bisher.

Versteht es einer von euch ? Was denkt ihr ?

Einklappen
X
 
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

    Weil es schöner wäre, global gesehen, wenn die Menschen nicht bis in ihre persönlichen Abgründe steigen müssten, um danach wieder heraus zu klettern... aber ja, ich weiß, es bedarf den Krieg, um den Frieden zu schätzen, im Großen, wie im Kleinen.

    Kommentar


      Wie willst Du Deine persönliche Entwicklung "optimieren", wenn Du Dich selber nicht kennst bis in den letzten Winkel und Abgründe, wo die Stolperfallen lauern?
      Mir hat diese Forschungsarbeit immer Freude gemacht, auch wenn dabei Tränen geflossen sind. Es war und ist für mich eine Abenteuerreise.

      Kommentar


        Zitat von spark Beitrag anzeigen
        Wie willst Du Deine persönliche Entwicklung "optimieren", wenn Du Dich selber nicht kennst bis in den letzten Winkel und Abgründe, wo die Stolperfallen lauern?
        Die meisten Winkel und Abgründe kenne ich, in jahrzehntelanger Schwerstarbeit heraus gefunden.


        Zitat von spark Beitrag anzeigen
        Mir hat diese Forschungsarbeit immer Freude gemacht, auch wenn dabei Tränen geflossen sind. Es war und ist für mich eine Abenteuerreise.
        Freude? Forschung?

        Dann warst du vermutlich doch nicht ganz unten...

        Forschung ist schön. Doch die Arbeit, von der ich hier schreibe, hat mit Forschung nichts zu tun, sondern mit dem Übergang vom Überleben zum Leben.

        Macht ja nix.

        Kommentar


          Zitat von Condor2 Beitrag anzeigen
          Die meisten Winkel und Abgründe kenne ich, in jahrzehntelanger Schwerstarbeit heraus gefunden.
          So ist es bei mir auch gewesen

          Zitat von Condor2 Beitrag anzeigen
          Freude? Forschung?

          Dann warst du vermutlich doch nicht ganz unten...
          Das kannst Du mir ruhig glauben, ich war ganz unten und schön war es dort nicht....

          Ich bin dann mit therapeutischer Begleitung noch einmal in diese Tiefen gegangen und auch das war nicht angenehm.

          Aber immer, wenn ich wieder ein Stückchen auftauchen konnte, habe ich große Freude gehabt, weil ich wusste und spürte, dass ich etwas Gutes für mich (und auch für meinen Sohn) getan hatte.

          Die Erleichterung, wenn ein therapeutischer Prozess wieder einen Fortschritt gebracht hatte, machte es mir leicht, mich immer wieder aufs Neue (wenn auch mit Angst und Aufregung) auf diese "Abenteuer" einzulassen und auch Neugier darauf zu entwickeln.

          Jeder Jeck ist anders, Condor.

          Kommentar


            Zitat von spark Beitrag anzeigen
            Die Erleichterung, wenn ein therapeutischer Prozess wieder einen Fortschritt gebracht hatte, machte es mir leicht, mich immer wieder aufs Neue (wenn auch mit Angst und Aufregung) auf diese "Abenteuer" einzulassen und auch Neugier darauf zu entwickeln.

            Jeder Jeck ist anders, Condor.
            Da hast du wohl Recht.

            Kommentar


              Zitat von Condor2 Beitrag anzeigen
              Hi lolavie,


              Von Außen betrachtet, sieht manches anders aus.


              Das ist eine klare Aussage. Warum handelst du nicht danach? (siehe unten, wegen dem Rückwärtsfrühstück)


              Es ist unwichtig, was er will oder warum er etwas tut oder nicht tut. Es ist nur wichtig, was du ertragen kannst und was du willst.


              Dein Körper will dir ja auch nicht schaden, nur an etwas erinnern.


              Und warum zögerst du noch?


              Guck mal, das macht dein Körper, um dir bei einer oder mehreren Entscheidungen zu helfen. Dein Körper will dir nicht schaden, aber ich fürchte, dass dein Körper zu "mehr" greifen wird, wenn du nicht handelst. Dein Körper fühlt genau das selbe, was du fühlst und er weiß genau, was für dich gut und was nicht gut ist. Dein Körper will, dass es dir gut geht und er hat leider nur die Möglichkeiten von Schmerz und Krankheit, um mit dir in Kontakt zu kommen. Diese nutzt er aber konsequent, obwohl dein Körper schon recht geduldig ist, immerhin macht er das Freund-Problem schon 9 Jahre mit dir mit...

              Es kann helfen, wenn du mit deinem Körper beginnst zu reden... sag ihm, wie es dir geht und warum es so schwer ist, dieses Freund-Problem zu lösen. Vielleicht hat er Verständnis...

              Deine eine Baustelle ist der "Dauer-Ex-und-wieder-Freund" und deine andere Baustelle ist die Operation.

              Welche du davon zuerst angehst, bleibt dir überlassen, ich persönlich würde mit dem Freund-Problem anfangen.

              Condor
              Hab jetzt ein wenig quer gelesen und schließe mich da Condors Worten an. Die Seele ist belastet und der Körper reagiert, zuerst noch schwach, dann werden die Symptome immer stärker solange bis man endlich das dahinter liegende Problem löst und Nägel mit Köpfen macht.
              Eine Op schafft da nur vorübergehend Abhilfe, wenn das eigentliche Problem nicht gelöst wird.
              Manchmal kann auch eine Familienaufstellung bei einem (Psychologen!!!) dabei helfen eine Situation zu "heilen". Dazu kann man ganz alleine gehen. Alle anderen Personen werden durch Stellvertreter ersetzt, die dann untereinander agieren. Du bist dabei nur Zuseher und im daran anschließenden Gespräch mit dem Psychologen wirst Du die Lage richtig einschätzen können. Diese Stellvertreter-Interaktionen bewirken dann was bei allen echten Beteiligten, sodass die Familiensituation geheilt wird.

              Zuerst würde ich es damit probieren, dann sehen wie sich alles entwickelt hat in der Familie und wenn Du dann den Wassersack noch immer hast, kann man immer noch operieren. Ich glaub aber, dass Dir das erspart bleibt.

              Kommentar


                Guten Abend zusammen,

                ich muss da jetzt einfach mal loswerden, es belastet mich nun seit vielen Wochen sehr stark und bedrückt mich und macht mich regelrecht fertig, mehr als alles andere...mehr als mein "bester Freund" und mehr als meine Krankheit.

                Ich weiß nicht, ob ich das schon mal erwähnt habe, aber ich habe einen sehr lieben Chef und ich hab auch einen ziemlichen guten Draht zu ihm, man kann schon sagen, es ist ein recht freundschaftliches Verhätnis...ich sage manchmal, dass ich ihn wie ne Art 2. Vater sehe...natürlich distanzierter, ist logisch, aber dafür, dass er "NUR" mein Chef ist, hab ich schon sehr viel für ihn übrig ( Er ist 58, nur so als Randinfo ).

                Nun...als ich bei ihm angefangen habe, hat er mir schon nach relativ kurzer Zeit erzählt, dass er Prostatakrebs hat.
                Bei einer OP vor 3 Jahren ( glaub ich ) wurde ihm die Prostata komplett entfernt.
                Letztes Jahr dann kam raus, dass seine Werte aber nicht in Ordnung sind, deshalb ging er einige Zeit zur Strahlentherapie, es blieb aber alles unverändert.
                Darauf folgten dann viele Untersuchungen und Behandlungen mit Tablette usw.
                Es sieht nun so aus ( Ich kann das ganze nun nur sehr laienhaft schildern, ich hab zum medizinischen Bereich ja nun gar keinen Bezug ) : An seiner Wirbelsäule hat sich wohl eine MEtastase gebildet.
                Er hat nun gegen Ende August eine schwere OP vor sich...die müssen irgendwie an seine Wirbelsäule und irgendwas hat er auch geschildert, dass ihm eine ganze Reihe von Lymphknoten entfernt werden ( Ich entschuldige mich noch mal für die schlechte Erklärung).
                Im Grunde ist es so, dass er nicht mehr richtig gesund wird, das geht nicht mehr komplett weg, aber diese OP dient wohl als eine Art Schadensbegrenzung, wenn denn alles gut läuft und da liegt der Knackpunkt.
                So weit ich weiß, wollten die Ärzte zunöchst gar nicht operieren, warum jetzt letztendlich doch, weiß ich nicht.
                Jedenfalls nimmt mich das alles sehr stark mit, ich weine fast jeden Abend deshalb und bete auch immer stark, dass alles gut geht.

                Die Tochter meiner Lieblingsarbeitskollegin arbeitet bei einem Cateringservice und gestern hat sie auf einem 60 jährigen Geburtstag gekellnert und mein Chef und seine Frau waren auch dort.
                Er war wohl relativ betrunken und ihr fiel auf, dass die Stimmung allgemein sehr schlecht war und er verabschiedete sich zum Schluss auch von allen sehr lange und umarmte alle...diese Info bedrückt mich jetzt wieder noch ein Stückchen mehr.
                Ich muss dazu sagen, dass zu allem Überfluss auch noch sein Bruder vor wenigen Wochen an Krebs gestorben ist, das hat ihn natürlich auch sehr mitgenommen...aber dennoch hört sich das alles in meinen laienhaften Ohren nicht gut an.

                Ich wünschte so sehr, ich könnte irgend etwas für ihn tun, ihm irgendwie helfen, vielleicht die ein oder andere Last mehr abnehmen...irgendwas einfach.


                Ich musste das jetzt mal raus lassen.

                LG

                Kommentar


                  Wenn er dir sehr viel bedeutet, dann würde ich mich schon mal so langsam von ihm verabschieden und so viel Zeit mit ihm verbringen, wie es geht.

                  Und wenn du ihm helfen willst, dann biete ihm doch deine Hilfe ganz direkt an.

                  Das klingt jetzt vielleicht hart, aber ich würde es so machen und meinen Gefühlen folgen, so traurig es auch ist.

                  Condor

                  Kommentar


                    Hallo lolavie,

                    das ist wirklich eine schwere Situation. Ich kann dir das ganz gut nachempfinden, weil ich es ähnlich mit einem meiner Chefs erlebt habe. Er war zwar kein zweiter Vater für mich, aber einer der wenigen Menschen, die ich wirklich als Vorbild angesehen habe.

                    Außerdem musste ich in kurzer Zeit einen sehr nahestehenden Menschen durch Krebs verlieren - das nachdem ich eine weitere Person in kurzer Zeit durch Krebs verloren hatte, die ich ebenfalls sehr hoch angesehen habe.

                    Was ich daraus gelernt habe ist: was kommt, das kommt. Wenn Metastasen da sind, kann man nur noch versuchen, sie durch OP und durch Chemo oder Strahlung zu minimieren... Es ist ebenfalls wichtig, die Lymphdrüsen zu entfernen, auch das ist eine Tortur und muss irgendwie ertragen werden. Es ist für die Betroffenen sehr schwer und jeder / jede geht damit anders um. Die eine Person habe ich nach der Diagnose kaum mehr gesehen, weil er sich nur noch auf seine engere Familie fokussiert hat, mit den anderen hatte ich eine weitere vertrauensvolle Zusammenarbeit. Dem einen war wichtig, zu wissen, dass man ihn nicht vergessen wird.

                    Da sehe ich das so wie Condor: frag direkt, was ok ist und was nicht. Mein Ex-Chef war sehr humorvoll. Über die Schiene habe ich ihn noch oft zum Lachen gebracht.

                    Ich hoffe sehr, dass er die OP gut übersteht. Jeder Krebs ist anders und man kann keine Prognosen treffen. Man kann nur hoffen, dass es noch möglichst lange möglichst gut geht. Ich wünsche allen Beteiligten ganz viel Kraft dafür (mein neuer Chef ist lange nicht so führungskompetent wir der frühere, aber wir kommen inzwischen auch miteinander klar).

                    LG

                    Sabine

                    Kommentar


                      Naja, ich meinte ja auch nicht GENAU wie ein Vater...Er ist schon sehr fürsorglich, deshalb vielleicht der Vergleich...
                      Es geht schon auch so in die Richtung Vorbildfunktion, er ist mir halt schon ans Herz gewachsen.
                      Einer der sympathischsten Menschen, die ich kenne.

                      Und verabschieden so einfach werde ich mich nicht.
                      Er ist ein Kämpfer und ich glaube an ihn und daran, dass er noch bleibt.

                      Das mit dem Hilfe anbieten hab ich auch schon öfter getan und werde es morgen auch wieder tun. :)

                      LG

                      Kommentar


                        Zitat von lolavie Beitrag anzeigen
                        Und verabschieden so einfach werde ich mich nicht.
                        Einfach ist das nicht, aber besser als plötzlich mit leeren Händen dazustehen...

                        Aber mach wie du willst und meinst... aber Bedenken hattest du ja schon... wo kamen die her? Aus dem Bauchgefühl? Dann waren sie wohl richtig...

                        Kommentar


                          Hallo lolavie.

                          Ich schleiche jetzt schon eine Weile um das Thema herum.

                          Es erinnert mich an den "Abschied" von einer Freundin, die wir an den Krebs verloren haben und ich frage mich, ob ich Dir irgendwas von meinen Erkenntnissen aus der Zeit vermitteln kann oder ob Dein Fall doch ganz anders liegt oder ob Du sowieso selbst drauf kommen wirst, wenn Du es erlebst.

                          Zitat von lolavie Beitrag anzeigen
                          Und verabschieden so einfach werde ich mich nicht.
                          Er ist ein Kämpfer und ich glaube an ihn und daran, dass er noch bleibt.
                          Den Glauben daran zu bewahren, dass er noch lange mit der Krankheit leben kann, bevor sie seine Lebensqualität beeinträchtigt und ihn "holt", halte ich für wichtig.

                          So wie Du die Lage schilderst ist klar, dass seine Zeit abläuft, aber das muss nicht unbedingt schnell passieren.

                          Er ist weiterhin der nette Kerl, den Du magst, mit diesen und jenen Eigenschaften, Vorzügen und Macken. Er ist nicht plötzlich nur noch "der Mann, der sterben wird". Manchmal habe ich ganz vergessen, dass meine Freundin sterben wird und wir haben einfach "gelebt" ohne dass uns etwas, das in der Zukunft passieren wird, im Erleben der Situation belastet hätte.

                          Ich wünsche Dir, dass Du Deinen Chef auch so sehen und mit ihm "leben" kannst, ohne Dich zu fragen "wie lange noch?" oder "ist das das letzte Mal, dass wir..."

                          Zitat von lolavie Beitrag anzeigen
                          Das mit dem Hilfe anbieten hab ich auch schon öfter getan und werde es morgen auch wieder tun. :)
                          Ich weiß nicht, wie "eng" oder pesönlich Euer Verhältnis ist, aber ich schlage vor, die Frage "Wie möchten Sie /möchtest Du, dass ich mit der Situation umgehe?" in Erwägung ziehen. Nicht unterstellen, dass er Hilfe braucht. Vielleicht "braucht" er - wie meine Freundin damals - einfach jemanden, der auch mal die "gebotene Ernsthaftigkeit" angesichts einer absehbar tödlichen Krankheit außer Acht lässt und Witze mit ihm reißt oder sich mit ihm ausmalt, wie sich eine Situation in 10 Jahren abspielen könnte.

                          Ich weiß nicht, wie wir es hinbekommen haben, ihre letzten Wochen einigermaßen enspannt miteinander zu verbringen, vielleicht entsteht das einfach in der Situation und Du wirst es auch "können", wenn es soweit ist.

                          Ach, ich weiß auch nicht, ob das jetzt irgendeinen Sinn für Dich ergibt und Du was damit anfangen kannst.

                          Kommentar


                            Ich glaube, du gehst mit der Situation schon sehr gut um. Das Problem ist der Schmerz, der einen befällt, die Trauer, dass etwas sehr Schönes zu Ende gehen muss. Und es ist total richtig, zu hoffen. Das habe ich bei meinem Vater auch und habe mir täglich überlegt, wie ich ihm eine Freude machen kann. Und er hat mich sehnsüchtig mit meinen verrückten Ideen erwartet, auch wenn das eine oder andere für ihn dann doch langweilig war ;)

                            Nun ist der Chef nicht der Vater. Und klar, Mitleid ist ganz doof. Also schon fragen was er braucht, und wie man die Arbeit gut gestalten kann. Entweder in den Prozessen oder in der Kommunikation.

                            Verabschieden kann auch heißen, einfach im Reinen zu sein, weil man "alles Wichtige" gesagt hat. Ich glaube, das hast du bereits. Falls was fehlen sollte -> nachholen.

                            Und nicht vergessen: es kann auch sein, dass jemandem morgen ein Blumentopf auf den Kopf fällt und er uns verlassen muss. Darüber denken wir selten nach. Es ist nicht immer eine Krankheit, die uns die Lieben raubt....

                            Naja, und falls er sich gegen jede Behandlung entscheiden würde, wäre es auch irgendwie ok. Aber er will wohl kämpfen und das finde ich gut. Ich hoffe sehr, dass die Ärzte es schaffen werden, noch eine Weile eine Lebensqualität zu erzielen, die für ihn als irgendwie gut zu bezeichnen ist. Trotz der Belastung um das Wissen der Krankheit.

                            Kommentar


                              Haaaallooooo, ich bin auch mal wieder hier


                              Zitat von Condor2 Beitrag anzeigen
                              Einfach ist das nicht, aber besser als plötzlich mit leeren Händen dazustehen...

                              Aber mach wie du willst und meinst... aber Bedenken hattest du ja schon... wo kamen die her? Aus dem Bauchgefühl? Dann waren sie wohl richtig...
                              Nun...es war an sich kein richtiges Bauchgefühl...die Tochter meiner Kollegin hat es nur so dramatisch geschildert (muss aber dazu sagen, dass die beiden sowieso eine dramatische Ader haben) und gepaart mit den Sorgen, die ich mir ohnehin schon machen, hatte ich letzte Woche Sonntag einfach ne absolute Downphase und musste mich mitteilen und das mal raus lassen...

                              Nun gut, so wie ich ihn erlebt habe in den letzten Tagen, scheint er aber recht positiv gestimmt zu sein und hat mit seinem Leben keinesfalls abgeschlossen ( Dazu gleich weiter unten mehr, ich hab nämlich NEUIGKEITEN)


                              Zitat von FirstSunshine Beitrag anzeigen
                              Hallo lolavie.

                              Ich schleiche jetzt schon eine Weile um das Thema herum.

                              Es erinnert mich an den "Abschied" von einer Freundin, die wir an den Krebs verloren haben und ich frage mich, ob ich Dir irgendwas von meinen Erkenntnissen aus der Zeit vermitteln kann oder ob Dein Fall doch ganz anders liegt oder ob Du sowieso selbst drauf kommen wirst, wenn Du es erlebst.



                              Den Glauben daran zu bewahren, dass er noch lange mit der Krankheit leben kann, bevor sie seine Lebensqualität beeinträchtigt und ihn "holt", halte ich für wichtig.

                              So wie Du die Lage schilderst ist klar, dass seine Zeit abläuft, aber das muss nicht unbedingt schnell passieren.

                              Er ist weiterhin der nette Kerl, den Du magst, mit diesen und jenen Eigenschaften, Vorzügen und Macken. Er ist nicht plötzlich nur noch "der Mann, der sterben wird". Manchmal habe ich ganz vergessen, dass meine Freundin sterben wird und wir haben einfach "gelebt" ohne dass uns etwas, das in der Zukunft passieren wird, im Erleben der Situation belastet hätte.

                              Ich wünsche Dir, dass Du Deinen Chef auch so sehen und mit ihm "leben" kannst, ohne Dich zu fragen "wie lange noch?" oder "ist das das letzte Mal, dass wir..."



                              Ich weiß nicht, wie "eng" oder pesönlich Euer Verhältnis ist, aber ich schlage vor, die Frage "Wie möchten Sie /möchtest Du, dass ich mit der Situation umgehe?" in Erwägung ziehen. Nicht unterstellen, dass er Hilfe braucht. Vielleicht "braucht" er - wie meine Freundin damals - einfach jemanden, der auch mal die "gebotene Ernsthaftigkeit" angesichts einer absehbar tödlichen Krankheit außer Acht lässt und Witze mit ihm reißt oder sich mit ihm ausmalt, wie sich eine Situation in 10 Jahren abspielen könnte.

                              Ich weiß nicht, wie wir es hinbekommen haben, ihre letzten Wochen einigermaßen enspannt miteinander zu verbringen, vielleicht entsteht das einfach in der Situation und Du wirst es auch "können", wenn es soweit ist.

                              Ach, ich weiß auch nicht, ob das jetzt irgendeinen Sinn für Dich ergibt und Du was damit anfangen kannst.
                              Jeder Beitrag hier und jeder, der mich an seinen Erfahrungen teilhaben lässt (egal, um welches Thema es geht), ist für mich immer in irgendeiner Weise etwas wert.
                              Es ist immer schön zu lesen, was andere zu berichten haben und Erfahrungen mit jedem einzelnen zu teilen.
                              Und so wie du es geschildert hast, mache ich es auch...wir machen nach wie vor unsere ganz normalen Späße, drücken uns unsere Sprüche und versuchen aus ALLEM das Beste zu machen.
                              Danke für deinen Beitrag, hat mich auch sehr bewegt.

                              Zitat von Sabine_nrw Beitrag anzeigen
                              Ich glaube, du gehst mit der Situation schon sehr gut um. Das Problem ist der Schmerz, der einen befällt, die Trauer, dass etwas sehr Schönes zu Ende gehen muss. Und es ist total richtig, zu hoffen. Das habe ich bei meinem Vater auch und habe mir täglich überlegt, wie ich ihm eine Freude machen kann. Und er hat mich sehnsüchtig mit meinen verrückten Ideen erwartet, auch wenn das eine oder andere für ihn dann doch langweilig war ;)

                              Nun ist der Chef nicht der Vater. Und klar, Mitleid ist ganz doof. Also schon fragen was er braucht, und wie man die Arbeit gut gestalten kann. Entweder in den Prozessen oder in der Kommunikation.

                              Verabschieden kann auch heißen, einfach im Reinen zu sein, weil man "alles Wichtige" gesagt hat. Ich glaube, das hast du bereits. Falls was fehlen sollte -> nachholen.

                              Und nicht vergessen: es kann auch sein, dass jemandem morgen ein Blumentopf auf den Kopf fällt und er uns verlassen muss. Darüber denken wir selten nach. Es ist nicht immer eine Krankheit, die uns die Lieben raubt....

                              Naja, und falls er sich gegen jede Behandlung entscheiden würde, wäre es auch irgendwie ok. Aber er will wohl kämpfen und das finde ich gut. Ich hoffe sehr, dass die Ärzte es schaffen werden, noch eine Weile eine Lebensqualität zu erzielen, die für ihn als irgendwie gut zu bezeichnen ist. Trotz der Belastung um das Wissen der Krankheit.
                              Das hoffe ich natürlich auch ganz fest.

                              Wie weiter oben schon beschrieben, habe ich absolut nicht das Gefühl, dass er schon mit allem abgeschlossen hat, aber ihm ist klar, dass er kürzer treten muss und nun zu meinen Neuigkeiten :

                              Kurze Info vorher : Mein Chef besitzt 2 Läden, einen noch in der Nachbarstadt, wo ich auch ab und zu mal arbeite...in letzter Zeit aber eher selten, weil ich größtenteils den Laden hier vor Ort schmeiße.
                              Man könnte sagen, ich bin die Geschäftsführung, wenn man so will.

                              Heute saßen wir eine Weile zusammen.
                              Irgendwann sagte ich dann "Herr O., ich bin jetzt schon fast 2 Jahre bei Ihnen, die Zeit rennt"
                              Er sagte "Wow, 2 Jahre sind das schon ? Die Zeit rennt wirklich..."
                              Kurzes Schweigen... "Sagen Sie mal...Wie sieht es denn aus, ich denke die Zeit ist langsam reif...wollen Sie den Laden nicht übernehmen ?"
                              Ich war ziemlich platt, weil ich seit nem Jahr schon davon rede, dass ich das gerne mal machen würde, aber nicht weiß, wie er das sieht und ob er den Laden nicht an jemanden mit mehr Erafhrung in dem Bereich verkaufen möchte, hab dann eigentlich so mehr oder weniger schon meinen Ausstieg geplant, wenn er den Laden verkauft, weil ich den Laden so wie er jetzt ist über alles liebe ( Ja, ich hab wirklich Gefühle für ein Geschäft ) und einen anderen Vorgesetzten, der in sämtliche Richtungen umdenken, umbauen und Änderungen vornehmen würde wohl nicht akzeptieren könnte...z:B. haben wir durchgehend geöffnet von morgens 07:30 bis abends 18 Uhr...i.d.R. lerne ich nur Leute kennen, die sagen "Ich würde den Laden zumindest über Mittag ne Stunde schließen"
                              Mir gefällt sein ganzes Konzept aber sehr und ich hätte gerne, dass alles bleibt, wie es ist.
                              Man muss dabei auch bedenken, dass er es, als er den Laden vor 7 Jahren übernommen hat, zunächst nicht ganz leicht hatte...die Vorbesitzerin hatte den Laden mit ihrer unprofessionellen, undfreundlichen Art und eben so was wie über Mittag schließen total runtergewirtschaftet.
                              ER hat es aber geschafft, dass der Laden mehr als gut läuft.
                              Wir haben feste Kunden und auch Menschen, die neu zu uns rein finden, kommen immer häufiger dann auch öfter, weil eben Kompetenz und Freundlichkeit bei uns an erster Stelle steht.
                              Demnach war mir klar : Entweder ich übernehme das Baby irgendwann ODER ich höre auf.

                              Zunächst war ich dann etwas geschockt, eben auch mit dem Gedanken im Hinterkopf, dass er krank ist und fragte völlig entgeistert "Sie wollen aufhören ?"
                              Er antwortete, dass er den anderen Laden in der Nachbarstadt behalten wolle, weil er dort mehr personal hat und dieser eben trotzdem problemlos weiter laufen würde, auch wenn er zwischendurch mal ausfällt, es mit beiden Läden aber schwierig würde und dass er den Laden, weil ihm sehr viel dran liegt, aber nicht an irgendwen verkaufen möchte.
                              Er möchte, dass er in guten Händen ist und würde auch weiterhin als Aushilfskraft mal einspringen.


                              Das Ganze ist eine sehr große Ehre für mich, damit geht ein großer Wunsch in Erfüllung...So lange ich dort arbeite, wuchs der Wunsch diesen Laden irgendwann mal mein Eigen nennen zu dürfen in mir heran...Wenn ich ihn morgens aufschließe und die Kassen starte, die Windspiele draußen bereit stelle, erfüllt es mich immer mit großem Stolz.
                              Jede Verantwortung, die ich bekomme, macht mich glücklich...ich liebe es an stressigen Tagen sogar 11 Stunden ohne Pause durch zu arbeiten...Wenn ich morgens ankomme, halte ich macnhmal einen Moment inne und schaue mir den Laden einfach nur mal einen Moment von außen an und denke "Hoffentlich gehörst du eines Tages mir"
                              Ja, das klingt kitschig, vllt. sogar lächerlich, aber so ist es.

                              Das einzige Problem : Ich muss ihn natürlich kaufen.
                              Ich habe aber kein Geld...ich komme ganz gut klar jeden Monat, aber ich könnte niemals spontan sagen "So den kaufe ich jetzt"
                              Er will mir zunächst mal nen Preisvorschlag machen, dann muss ich schauen...
                              Ich habe nicht damit gerechnet, dass das Thema nun so schnell auf den Tisch kommt...ich hatte eher vermutet, dass er den Laden in der Nachbarstadt verkauft und bis er in den Ruhestand geht, bei uns bleibt und ich dann halt übernehme...ich wollte noch einen BWL Kurs belegen...da war noch einiges geplant.
                              Aber ich weiß, dass ich diesen Laden will.
                              Ich hoffe,dass er mir vllt. noch ein Jahr Zeit gibt, aber auch wenn das nicht der Fall sein sollte, wird mir irgendwas einfallen...kampflos gebe ich ihn nicht in fremde Hände.

                              So...nun bin ich wieder auf sämtliche Reaktionen gespannt

                              LG

                              Kommentar


                                Hallo lolavie,

                                na, das sind ja Neuigkeiten! Da sag ich mal herzlichen Glückwunsch, Frau Geschäftsführerin!

                                Den Laden zu kaufen ist aber so eine Sache für sich...

                                Wirft er denn Gewinn ab? Und zwar mehr, als dass er dich lediglich ernähren könnte?

                                Könntest du bei deiner Bank einen Kredit aufnehmen mit dem Laden als Sicherheit?

                                Oder du redest noch mal mit deinem Chef, ob er mit einem Mietkauf einverstanden wäre, schaust du hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Mietkauf

                                Wenn es dein Traum ist, dann würde ich sagen, versuch es. Wenn es dann doch schief gehen sollte, dann ist das eben so, kannst du was draus lernen.

                                Condor

                                Kommentar

                                Lädt...
                                X