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Hochsensibilität

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    Hochsensibilität

    Hallo zusammen,

    es gibt hier zwar schon ein paar alte Fäden zum Thema Hochsensibilität, aber ich eröffne jetzt einen neuen.

    Neulich ist mir ein interessanter Gedanke gekommen, was den Unterschied zwischen einer hochsensiblen und einer "normal" sensiblen Person ausmachen könnte.

    Eine wichtige Rolle scheint dabei die räumliche Ausdehnung der Aufmerksamkeit zu spielen. Je weiter weg von uns etwas geschieht, desto weniger braucht es uns in der Regel zu kümmern. Entsprechend nimmt die Aufmerksamkeit mit zunehmender Distanz ab. Bei Hochsensiblen scheint jedoch der Radius sehr viel grösser zu sein als bei Normalsensiblen, die sich primär mal für Ereignisse in ihrer unmittelbaren Umgebung interessieren.

    Da jedoch die Aufmerksamkeit im Alltag eine beschränkte Ressource ist und Hochsensible einen viel grösseren Bereich scannen, bleibt einerseits unter dem Strich weniger Aufmerksamkeit für einen selbst übrig und Ereignisse, die weiter weg stattfinden, nehmen einen übergrossen Stellenwert ein.
    Grafisch könnte man das so darstellen:



    Das könnte erklären, weshalb Hochsensible sich schlechter abgrenzen können, viel mehr Energie aufwenden im Alltag und oft auch ein weniger stark ausgeprägtes Selbstbewusstsein haben, als jene, die sich auf ein näheres Umfeld beschränken.
    Gleichzeitig kann dieses Modell auch erklären, weshalb Meditation so entspannend wirkt, weil man sich dabei ausschliesslich auf sich selbst und seinen Atem konzentriert.

    Hier im Forum sind ja einige hochsensible Leute anzutreffen. Könnt ihr mit dieser Idee etwas anfangen?

    Mir hilft es jedenfalls, meinen aktuellen Aufmerksamkeitsbereich tatsächlich immer wieder bewusst zu machen und aktiv zu verkleinern. Dann spielt das Geräusch des Kühlschranks am anderen Ende des Raumes plötzlich keine Rolle mehr.




    #2
    Bitte ignorieren, falls das den Rahmen sprengt: jenseits von "hochsensibel" ist ja das eigentliche Problem vielleicht das:
    Zitat von Serafin Beitrag anzeigen
    ...sich schlechter abgrenzen können, viel mehr Energie aufwenden im Alltag...
    Und vor diesem Hintergrund fielen mir noch zwei weitere "Energielecks" ein:

    Zu weiter Fokus, aber nicht in der Wahrnehmung: Manche Menschen denken die Dinge weiter als andere (ob das immer sinnvoll ist, ist eine ganz andere Frage) und verlieren dabei viel Energie. Ich habe das Bild eines Schachspielers: einer denkt immer zwei Züge voraus (also fokussierter), der andere 5. Das bedeutet, dass letzterer einen viel größeren Möglichkeitsraum jongliert, geistig aufrecht erhält. Wie ein Hochleistungscomputer, der ständig Wahrscheinlichkeiten neu berechnet.

    Zu enger Fokus, scheint im Widerspruch zu Deinem Modell: es entsteht durch eine zu intensive Konzentration, in der man sich auch verlieren kann. Eine Art Verschmelzung beispielsweise mit dem Gegenüber, wo der Rest der Welt völlig verschwindet (inkl. man selber). Manche Leute sprechen ja auch z. B. von einem Energievampir.

    Deine Lösung
    Zitat von Serafin Beitrag anzeigen
    ... Aufmerksamkeitsbereich tatsächlich immer wieder bewusst zu machen und aktiv zu verkleinern. ...
    würde ich erweitern: statt "verkleinern" einfach "anpassen"?

    Kannst Du damit was anfangen?

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      #3
      Deine Theorie mit der Ausdehnung finde ich interessant. Ich greife diese Theorie auf und ergänze sie dahingehend, dass es in der Ausdehnung und Intensität der Aufmerksamkeit individuell unterschiedliche Fokusse gibt.

      Hier ist ein ganz wichtiger Punkt der psycho-soziale Fokus. Das meint ein seismografisches Gespür für das Innenleben und Emotionen anderer und Stimmungen und Atmosphäre. Und hierbei handelt es sich um einen sehr energiezehrenden Bereich. (Ich denke, Nomadas Gedankengang geht in eine ähnliche Richtung, wobei ich dies aber als etwas Grundsätzliches verstehe und nicht nur Energievampire.)
      Demnach würde ich die flache ausgedehnte Linie dreidimensional zackiger zeichnen, so wie ein unregelmäßig gezackter Stern, wenn ich´s denn könnte .

      Und ich stimme Dir zu. Auch mir hilft Meditation, meinen Radius enger um mich herum zu ziehen, um wieder aufzutanken.
      Zuletzt geändert von Mistral1; 07.10.2018, 11:01.

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        #4
        Zitat von Nomada Beitrag anzeigen
        Zu weiter Fokus, aber nicht in der Wahrnehmung: Manche Menschen denken die Dinge weiter als andere (ob das immer sinnvoll ist, ist eine ganz andere Frage) und verlieren dabei viel Energie. Ich habe das Bild eines Schachspielers: einer denkt immer zwei Züge voraus (also fokussierter), der andere 5. Das bedeutet, dass letzterer einen viel größeren Möglichkeitsraum jongliert, geistig aufrecht erhält. Wie ein Hochleistungscomputer, der ständig Wahrscheinlichkeiten neu berechnet.
        Vielen Dank, Nomada! Ja, das sehe ich auch so. Dieses Modell der Aufmerksamkeit kan analog zur räumlichen Ausdehnung auch um eine zeitliche Dimension erweitert werden. Während die einen recht gut im gegenwärtigen Moment sind, neigen andere dazu, weit voraus zu planen und ewig über Vergangenes nachzudenken oder zu grübeln, was viel Energie verschlingt.

        Zitat von Nomada Beitrag anzeigen
        Zu enger Fokus, scheint im Widerspruch zu Deinem Modell: es entsteht durch eine zu intensive Konzentration, in der man sich auch verlieren kann. Eine Art Verschmelzung beispielsweise mit dem Gegenüber, wo der Rest der Welt völlig verschwindet (inkl. man selber). Manche Leute sprechen ja auch z. B. von einem Energievampir.
        Ein zu enger Fokus ist tatsächlich auch nicht optimal und kann zu einem ausgeprägten Egoismus führen, bei der man sich nur noch um den eigenen Nabel dreht und einem der Rest der Welt egal ist.
        "Anpassen" statt "verkleinern" trifft es tatsächlich besser, denn es geht ja um ein gesundes Gleichgewicht.

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          #5
          Deine Theorie mit der Ausdehnung finde ich interessant. Ich greife diese Theorie auf und ergänze sie dahingehend, dass es in der Ausdehnung und Intensität der Aufmerksamkeit individuell unterschiedliche Fokusse gibt.

          Hier ist ein ganz wichtiger Punkt der psycho-soziale Fokus. Das meint ein seismografisches Gespür für das Innenleben und Emotionen anderer und Stimmungen und Atmosphäre. Und hierbei handelt es sich um einen sehr energiezehrenden Bereich. (Ich denke, Nomadas Gedankengang geht in eine ähnliche Richtung, wobei ich dies aber als etwas Grundsätzliches verstehe und nicht nur Energievampire.)
          Demnach würde ich die flache ausgedehnte Linie dreidimensional zackiger zeichnen, so wie ein unregelmäßig gezackter Stern, wenn ich´s denn könnte .

          Und ich stimme Dir zu. Auch mir hilft Meditation, meinen Radius enger um mich herum zu ziehen, um wieder aufzutanken.

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            #6
            Oh, doppelt gemoppelt.

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              #7
              Zitat von Mistral1 Beitrag anzeigen
              Deine Theorie mit der Ausdehnung finde ich interessant. Ich greife diese Theorie auf und ergänze sie dahingehend, dass es in der Ausdehnung und Intensität der Aufmerksamkeit individuell unterschiedliche Fokusse gibt.

              Hier ist ein ganz wichtiger Punkt der psycho-soziale Fokus. Das meint ein seismografisches Gespür für das Innenleben und Emotionen anderer und Stimmungen und Atmosphäre. Und hierbei handelt es sich um einen sehr energiezehrenden Bereich. (Ich denke, Nomadas Gedankengang geht in eine ähnliche Richtung, wobei ich dies aber als etwas Grundsätzliches verstehe und nicht nur Energievampire.)
              Demnach würde ich die flache ausgedehnte Linie dreidimensional zackiger zeichnen, so wie ein unregelmäßig gezackter Stern, wenn ich´s denn könnte .
              Danke Mistral - spannende Gedanken!
              Stimmt, andere Menschen ziehen naturgemäss eine höhere Aufmerksamkeit auf sich. Dabei ist die räumliche Ausdehnung ja nicht mal entscheidend, sondern wie nahe sie einem emotional stehen. Daran habe ich noch gar nicht gedacht.
              Vielleicht könnte man das so darstellen?


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                #8
                lieber Serafin,

                die räumliche ausdehnung bei HSP kann unter umständen auch mit einer frühkindlichen traumatisierung zusammenhängen, bei der die grenzen der menschen "durchlässig" geworden sind. im folgenden video wird das m.E. gut erklärt: https://www.youtube.com/watch?v=fEtau-EiGDo

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                  #9
                  Liebe Fortuna,

                  danke für den Link. Ich denke, das sind dann aber schon sehr gravierende Störungen, welche weit über die "normale" Hochsensibilität hinaus gehen.
                  Hochsensibilität ist ja ein natürliches Phänomen, welches auch im Tierreich zu finden ist. Das sind diejenigen 10-15% der Individuen, die in der Wildnis einen Fressfeind als erstes entdecken und so der Gruppe das Überleben sichern. Das war auch in der Menschheitsgeschichte so. Nur sind heute in unserer zivilisierten Welt die Fressfeinde rar geworden, die sich eben schnell mal einen Homo Sapiens als Snack genehmigen wollen. Ich möchte nicht behaupten, dass man als tumber Proll ein glücklicheres Leben führt, aber man kann es problemlos bis zum Präsidenten schaffen.

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                    #10
                    hej Serafin,

                    wobei es so aussieht, als ob diese störungen die hochsensibilität fördern ...

                    schön wärs, wenn die fressfeinde weniger geworden wären. die sehen heute nur anders aus. die klauen einem heimlich das brot samt teller ....

                    ich würd mir auch sehr wünschen, wär ich doch der baum, den es nicht juckt, wenn die wutz sich dran reibt ...

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                      #11
                      Zitat von Fortuna Beitrag anzeigen
                      ich würd mir auch sehr wünschen, wär ich doch der baum, den es nicht juckt, wenn die wutz sich dran reibt ...
                      Man bräuchte wie einen Schalter, denn die Hochsensibilität ist ja auch eine wunderbare Gabe.

                      Hier bin ich auf ein tolles Video gestossen, wo es genau um diese Balance geht und wie man als HSP das Beste daraus macht im Beruf.
                      https://www.youtube.com/watch?v=17eT5NYlLKc
                      Richtig spannend wird es ab 21:45!

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                        #12
                        Folgendes möchte ich noch nachtragen, um meinen Gedankengang abzuschließen, auch wenn die Diskussion mittlerweile die Basics verlassen hat.

                        Serafin, Deine 3D Grafik ist Oberliga, meine Ergänzung eher Bolzplatz in 2D.
                        Ich finde, Dein Bild veranschaulicht Deine Gedanken sehr gut, gerade durch das Männeken und die beiden Linien.

                        Meine Idee war, die – ich nenne sie mal - individuellen Hotspots einzubeziehen, die beeinflussen und Auswirkungen haben (Fähigkeiten/Beeinträchtigungen) und deutlich zu machen, dass Hochsensibilität nicht grundsätzlich das ganze Spektrum aller umgebenden Einflüsse/Reize umfasst. Aber wie das darzustellen wäre, weiß ich auch nicht so recht. Und verpaddeln will ich mich auch nicht, indem ich zuviel auf einmal will und die Grafik überfrachte.




                        Hier ein Link mit einer kurzen Info zum Thema Hochsensibilität und Energielöcher (und wie man sie stopfen kann)
                        https://www.youtube.com/watch?v=9-Y4lr4opUc

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                          #13
                          Vielen Dank, Mistral! Ich glaube, ich verstehe deine Ergänzung. Worauf man gerade hochsensibel reagiert, ist ja sehr individuell und auch von der Tagesform und Vorgeschichte abhängig.

                          Habt ihr bestimmte Methoden, die sich bewährt haben, wenn ihr merkt, dass eurer Fokus zu breit ist?
                          Mir helfen in diesem Fall alle körperlichen Tätigkeiten, Yoga, Tai-Chi oder auch Töne summen. Oder auch den ganzen Körper mit den Fingern abzuklopfen.

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                            #14
                            Ein interessanter Ansatz, das mit der räumlichen Ausdehnung. Ich sehe die Wahrnehmung der Hochsensiblen aber doch ein wenig anders. Ich glaube eher, dass bei HSP ein Filter fehlt der verhindert, dass zu viele Eindrücke auf einen niederprasseln. Das ist wie bei einem Wasserkessel. Die haben beim Ausguss so einen Filter, der den Kalk abfängt (wer so viel Kalk im Wasser hat wie wir, weiss ein Lied davon zu singen). Ohne diesen Filter landet der Kalk im Teewasser. Und so sehe ich das bei Hochsensiblen. Die Eindrücke werden ungefiltert aufgenommen und das ist schnell einmal zu viel, was verarbeitet werden muss.

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                              #15
                              Zitat von Lady Nivea Beitrag anzeigen
                              Ohne diesen Filter landet der Kalk im Teewasser. Und so sehe ich das bei Hochsensiblen. Die Eindrücke werden ungefiltert aufgenommen und das ist schnell einmal zu viel, was verarbeitet werden muss.
                              dann ist das ein neurologisches Problem was vielleicht medikamentös eingestellt werden kann,
                              naja wenns einem stört.

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