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Einem Kind Schreiben selbst beibringen

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    Einem Kind Schreiben selbst beibringen

    Hallo Zusammen,

    meine Tochter wird bald 5 Jahre alt und ist ganz versessen darauf Schreiben zu lernen. Wir hatten so eine Phase vor einem Jahr schon einmal, dann war wieder anderes wichtiger, aber jetzt scheint sie es "ernst" zu meinen.

    Damals wollte sie "alle Buchstaben kennenlernen" und wir haben das "ABC-Lied" geübt (und dabei mit den Fingern auf ein geschriebenes Alphabet gezeigt), ich habe ihr Buchstaben und Worte (in großen Druckbuchstaben) vorgeschrieben und sie hat sie abgemalt. Buchstabiert hat sie in Silben.

    Inzwischen sind "wir" soweit, dass sie einen Buchstaben als solchen und auch seinen Klang in einem Wort benennen kann. Sie spricht auch Worte Laut für Laut vor sich hin uns schreibt die dann auf. Oder sie "liest" Worte in Großbuchstaben. Das heißt, sie spricht die Laute nacheinander, immer schneller, bis sie "hört" was sie da sagt, also bis sie das Wort erkennt.

    Und jetzt wird es für mich "pädagogisch schwierig".

    Erstens stolpere ich immer wieder über Laute, die verschieden klingen können oder unterschiedliche Buchstaben, die gleich klingen. Ein "f" ist halt nicht immer ein "f" und ein "w" auch nicht, z.B. Wasser - Vase - Vogel. Heute wird in der Grundschule, so wie ich es verstanden habe, "in Lauten" buchstabiert. Also nicht Te-A-Es-Es-E sondern T-A-S-S-E. Was machen die nur mit dem verflixten F-V-Problem?

    Und dann noch die ganzen Dehnungsregeln. Mal hab ich ein zusätzliches "E" (Beet) oder ein "H" (Reh). Wie erkläre ich die Verwendung von Buchstaben, die man nicht eindeutig hören kann? Mein Kind ist immer ganz frustriert, wenn sie augerechnet so ein Wort "probiert" und es dann nicht stimmt.

    Und dann noch dieses blöde Englisch überall in der Kinderwelt. Lass nen Anfänger mal "LITTLEST PET SHOP" lesen oder "LIGHTNING MC QUEEN" oder "POWERDRINK FÜR KIDS". *seufz*

    Von der "neuen" deutschen Rechtschreibung sprech ich jetzt mal gar nicht, ich schreibe bisher wie ich's für richtig halte und dachte, ich hätte noch ein paar Jahre bis ich mich damit ernsthaft befassen muss.


    Hat das hier schon jemand durch und kann mir Tipps geben? Bzw. sind hier Grundschullehrerinnen unterwegs, die mir gerne ans Herz legen würden, womit ich ihnen die spätere Arbeit erschweren würde, und was ich jetzt (bitteschön!) tunlichst richtig machen sollte ? Ist es besser ein "BEHT" oder ein "RE/E" zu loben und ihr irgendwann später mal zu sagen, dass es halt doch nicht so ganz der Rechtschreibung entspricht oder sollte ich solche Fehler sofort korrigieren, damit sie es sich nicht falsch einprägt?

    Kann mir jemand sagen, welche Bücher in Großbuchstaben (sowas gibt es ja zum Glück) tatsächlich für Anfänger in diesem Alter geeignet sind? Sie sollten kaum Erklärungsbedarf zu Dehnungslauten, englische oder französische Begriffe (also keine Balett-Geschichten bitte) oder sowas beinhalten und nicht auf dem Niveau "Ball - Hund - Maus - Haus" liegen sondern tatsächlich "einfach formulierte" aber für eine 4-jährige sinnvolle Texte enthalten. Kleinbuchstaben mag ich noch nicht einführen. Sie weiß zwar, dass es die gibt, aber akzeptiert, dass sie die erst später lernen wird.

    Oder hat jemand einen Tipp, wo ich online "kindgerechte" Texte finde, die ich dann selbst in Großbuchstaben formatieren und ausdrucken kann?

    Bin dankbar für alle Hinweise.

    #2
    Das ist meines Erachtens ein recht schwieriges Thema - auf verschiedenen Ebenen. Ich habe in unserer Ecke erlebt, dass Grundschulen in Nachbarstädten verschieden unterrichten. Kennst du niemanden, vielleicht aus dem Kindergarten, der ältere Geschwisterkinder auf der zukünftigen Schule deines Kindes hat?

    Und auch wenn du danach nicht gefragt hast: Ich kenne Kinder, die schon vor der Schule lesen und schreiben konnten und gelangweilt im eigentlichen Unterricht abgeschaltet hatten - sie konnten ja schon alles, während sie darauf warten mußten, dass auch noch die letzten Mitschüler gelernt haben, was sie schon längst wußten...

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      #3
      Hallo Elandi,

      danke für die schnelle Antwort.

      Ich habe schon mit Grundschuleltern gesprochen, aber die fangen bei uns wohl mit Kleinbuchstaben an und gehen erst später bei der Groß- und Kleinschreibung näher auf die Großbuchstaben ein. Schätze das ist Absicht, da die meisten am Schulanfang schon die Großbuchstaben beherrschen und es für alle "neu und spannend" sein soll.

      Eine Mutter will mal die alten Übungshefte ihres Sohnes rauskramen, damit ich schauen kann, in welcher Reihenfolge bestimmte Laute gelehrt bzw. vertieft werden, und ob sie noch "Lesematerial" dazu hat. Allerdings sind Schulbücher hier bei uns "Leihbücher" und gehen am Ende des Schuljahres an die Schule zurück. Und leider kann man das "Gesprochene" des Lehrers nirgends nachlesen - deshalb meine Hoffnung, dass sich hier "Wissende" rumtreiben.

      Die Schwierigkeit der möglichen Unterforderung in der Schule ist mir schon bewusst. Bei unserer Kleinen stand - auf Anraten des Kinderarztes - eine zeitlang eine Einschulung mit 5 Jahren ("Kann-Regelung") zur Debatte und ich habe mich eingehend damit befasst. Ich hatte das Langeweileproblem nämlich selbst ganz extrem - und zum Glück einen Super-Lehrer, der es bemerkt und mich mit Zusatzaufgaben zugeschüttet hat. Wir haben uns wegen der "sozialen" und "emotionalen" Komponente trotzdem für den normalen Schuleintritt entschieden, möchten sie aber, wenn sie sich für ein Thema interessiert, nicht "ausbremsen", sondern sie so gut es geht unterstützen.

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        #4
        Hallo FirstSunshine,

        ich finde es klasse, dass du so ein kleines "Motivationspaket" hast. Was gibt es schöneres und spannenderes, als sich ganz ohne Pädagogik und Lernen-müssen in die Welt der Buchstaben, Worte, Bücher hineinzubewegen?

        Ich konnte mit knapp fünf Jahren aus fremden (= noch nie vorgelesenen) Kinderbüchern vorlesen. Warum ich das schon konnte? Na, weil mich eine außerordentliche intrinsische Motivation zum Lesen angetrieben hatte:

        Vor 35 Jahren kam in den drei Fernsehprogrammen, die es bei uns gab, genau eine Stunde Kinderprogramm am Tag. Nur war meine Mama immer so beschäftigt, dass sie "vergaß", mich daran zu erinnern. Also lernte ich, selber in der Tageszeitung ins Fernsehprogramm zu kucken: "Heidi", "Biene Maja", "Wickie" und "Pinocchio" waren meine ersten Wörter. Weil meine Mama immer noch "vergaß", rechtzeitig den Fernseher einzuschalten, lernte ich die Uhr gleich noch dazu...
        Als der Anfang mal gemacht war, ergab buchstäblich ein Wort das andere.

        Meine Mutter hat sich nicht großartig mit Pädagogik beschäftigt, sondern einfach so gut wie möglich meine Fragen beantwortet. Am meisten hat sie mich vielleicht gefördert, in dem sie mir Buchstaben zum spielen zur Verfügung gestellt hat: Erst als Magnetbuchstaben, später dann als sog. Setzkasten. Ansonsten habe ich einfach gelesen, was mir in die Finger kam.

        Daher mein Vorschlag: Pack das Scrabble aus oder mach eine Tüte Buchstabensuppe auf und lass die Kleine spielen. Ich unterstelle, dass ein Kind, das gerne mit Wörtern spielt, sich die richtige Schreibwese früh genug "erlesen" wird.

        Zu Elandis Einwand, dass später der Schulunterricht langweilig werden könnte: Wenn man schneller lernt als die anderen in der Klasse, dann hat man dieses Problem auch ganz schnell, wenn man gleichzeitig mit den anderen startet.

        Liebe FirstSunshine, entspann dich. Es gibt kein schöneres und wirksameres Lernen, als etwas selbst und auf seine eigene Art und Weise zu entdecken. (Gilt übrigens auch für Erwachsene.)

        Viel Spaß beim Entdecken und entdecken lassen,
        Sobini

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          #5
          Liebe Sunshine,

          was die neue Rechtschreibung betrifft, da solltest du schon ganz zu Anfang darauf achten, es "richtig" zu machen... denn sonst verwirrst du dein Kind sehr, wenn es in der Schule dann Wörter und Regeln anders lernt als zuvor bei dir. Und ganz ehrlich... die neue Rechtschreibung ist sehr simpel, wenn man sich da mal die Regeln anguckt. Für Kinder ist zum Beispiel "Foto" viel leichter zu erlernen als "Photo". Ebenso z.B. "Majonäse" statt "Mayonnaise" usw.

          Was den Unterschied zwischen F und V betrifft, so kann man das nur durch Auswendiglernen der entsprechenden Wörter lernen, zumindest bei Kindern. Wir Erwachsenen nutzen ja auch keine Regel, wann F oder V geschrieben wird, sondern wir wissen es auswendig aus dem Kopf welches Wort mit F und welches mit V geschrieben wird. Ähnlich ist es mit H und CH. Dass "Dach" mit CH geschrieben wird, leuchtet Kindern anfangs nicht ein... denn in "Geheimnis" ist ja auch kein CH, obwohl man das H hört. Das kann man als Kind also nur durch Wiederholung lernen... und sich möglichst häufig mit entsprechenden Wörtern beschäftigen, damit die richtige Schreibweise irgendwann automatisch im Gedächtnis abgespeichert ist.

          Erzähle einfach deiner Tochter von den Buchstaben, die man verwechseln kann. Zeige ihr, welche ähnlich klingen, und welche manchmal den Laut ändern. Erzähle ihr auch von den Dehnungen... z.B. vom Dehnungs-H oder vom Doppel-E wie in "See". Und sage ihr ganz ehrlich, dass man das bei einigen Wörtern nicht von vornherein wissen kann, wie sie geschrieben werden, sondern dass man die Schreibweise manchmal nur auswendig lernen kann.

          Mein Tipp: Lasse deine Tochter beim Üben zunächst nur Texte vorlesen und schreiben, wo es eindeutig ist, wie es geschrieben werden muss. Erst dann übe mit ihr einige Wörter (z.B. mit Wort-Karten oder Wort-Spielen), bei denen die Schreibweise oder die Laute nicht eindeutig sind, so dass sie die Möglichkeit hat, sich die richtige Schreibweise oder Aussprache einzuprägen... also frage nicht gleich "Wie wird 'Dach' geschrieben?", sondern erzähle und zeige ihr, wie es geschrieben wird und wo bei "Dach" die Schwierigkeit liegt, BEVOR du sie dazu abfragst. Und beim nächsten Mal erst schaust du, welche der uneindeutigen Wörter sie sich gemerkt hat. Ihr Frust wird dann gleich um einiges kleiner sein, eben weil sie diese Wörter schon mal gesehen/gelesen hat und sie sich das hat u.U. einprägen können. Das klappt nicht immer gleich auf Anhieb, aber wenn du ihr die schwierigen Wörter erst erklärst/zeigst, darauf hinweist, wo die Schwierigkeit bei diesem Wort liegen, dann wird sie sich beim nächsten Mal freuen, wenn sie die Schreibweise korrekt wiedergeben kann... sie sich das Wort also gemerkt hat. Der Rest wird sich dann von ganz allein ergeben.

          Bei meinen Nachhilfeschülern (ab 1. Klasse) habe ich so ganz gute Erfahrungen gemacht.

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            #6
            Tut mir leid, ich habe leider keine Hinweise für Dich. Ich finde das Thema aber sehr spannend, denn als mein Neffe lesen lernte, habe ich an und an mit ihm Hausaufgaben gemacht und er hat mich vor genau die gleichen Probleme gestellt. Ich weiß noch, das ich mich bei seinen Fragen ziemlich hilflos fühlte, es aber auch sehr spannend fand unsere Sprache mit ihren Tücken, die für mich so alltäglich sind, auf diese Weise noch einmal neu kennenzulernen.

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              #7
              Liebe First Sunshine,
              Lehrerin bin ich zwar nicht, aber ich kann erzählen, wie ich das als Mutter gehandhabt habe.
              Ich habe die Schreibversuche der Kinder immer gelobt, habe die Rechtschreibung nicht verbessert. Ich dachte, das wird dann Aufgabe der Schule sein, zu Hause soll das Kind erst mal sein dürfen wie es ist.
              Meine Kinder sind beide vorzeitig eingeschult, sind aber vom Geburtsdatum auch nicht weit hinter dem Termin.
              Sie sind damit in der Grundschulzeit bestens zurecht gekommen, hatten viel Energie und waren stolz darauf, dies zu meistern.
              In der Pubertät war es für eins meiner Kinder dann schwierig, den Anschluss an die Klassenkameraden zu halten, nicht in Bezug auf die Schulleistungen, sondern auf Interessen und Freundschaften.
              Eins meiner Kinder hat eine perfekte Rechtschreibung entwickelt, das andere nicht.

              Liebe Grüße
              nurjenny

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                #8
                Hmmmm,

                ... allem voran: firstsunshine, ich freu mich sehr, dass du wieder im forum aktiv bist!!!!

                bei diesem thema hab ich ein seltsames gefühl.... ja, ich kenn in meiner umgebung einige kinder, die vor schulbeginn lesen und schreiben konnten. ich kenn ein kind, dass am ersten schultag plötzlich lesen konnte (wir vermuten, es hatte einfach gespeichert: in der schule lerne ich lesen... wahrscheinlich hätte es vorher schon lesen können, hat aber intuitiv auf den ersten schultag gewartet) - und ich lache immer noch ob dem Kindergartenkind, das nach ein paar Wochen Kindergarten beim Ausflug die Namen der Pferde "wusste" - hä?? woher denn??? Und er ganz vorwurfsvoll: "Könnt ihr denn nicht lesen, die Namen der Pferde stehen doch am Stall!" Tatsächlich... aber niemand hatte mitbekommen, wie und wann er lesen gelernt hatte.... (und niemand der Erwachsenen hatte entdeckt, dass die Pferdenamen am Stall angeschrieben waren...)

                aber ich kenne es nicht, dass eltern es bewusst fördern und quasi vor-unterricht betreiben. ich kann es gar nicht wirklich benennen, was mein unbehagen auslöst. vielleicht wird da das bild von eltern ausgelöst in mir, die ständig den lehrern vorschreiben wollen, wie sie es besser machen könnten. die einen sind überzeugt: mit ein bisschen mehr strenge hätte lehrer x nicht so probleme mit seiner klasse, die anderen erzählen, dass lehrer x doch wirklich mal sich eingehender mit jedem kind beschäftigen sollte, dann wäre es für alle einfacher und die dritten finden, dass der gleiche lehrer doch endlich mal ein wenig lockerer sein sollte, dann wären die kinder mehr bei der sache. ja, und dann kommt noch elternpaar 4, die grad auf nem vortrag waren von neuen pädagogischen methoden und die finden, der lehrer müsse sich endlich mal updaten - abgesehen von eltern 5, die sowieso finden, das ganze schulsystem sei nicht kindgerecht... DAS ist jetzt mein film, das ist mir bewusst - du schreibst überhaupt nix von "besser wie die lehrer" oder so. eigentlich rätsle ich grad mehr darüber, warum ich ein ungutes gefühl habe, wenn ich deine fragen nach methoden etc lese, als dass ich nach einer antwort für dich suche.

                vielleicht passt das jetzt auch überhaupt nicht hierher, dann überles es einfach.

                herzlicher gruss dir - aus dem schnee...

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                  #9
                  Hallo Zusammen,

                  vielen lieben Dank für die vielen Anregungen und Infos.

                  @Sobini:

                  ja, ich find's auch Klasse, dass ich so ne neugierige Stupsnase habe, die gerne neues ausprobiert.

                  Ich habe damals mit "Fix und Foxi" und anderen Comics aus der Sammlung meines Onkels lesen gelernt. Erst mal Worte wie "Bumm" und "Peng" und dann immer mehr. Vorher hat meine Mama mit mir "Buchstaben gemalt", daran kann ich mich aber nicht erinnern, das hat sie mir erzählt.

                  Den Weg Deiner Mama finde ich nicht schlecht. Wir haben auch eine Magnettafel mit den Buchstaben (in der korrekten Reihenfolge) und wenn meine Kleine sich nicht mehr an einen Buchstaben erinnert, singt sie daran das ABC-Lied "daran entlang", bis der richtige kommt. Sie legt allerdings keine Worte, ich glaube es ist das Schreiben an sich, das sie gerade fasziniert.

                  Ich glaube es ist "meins", dass ich das "Fragen so gut wie möglich" beantworten" eben besser machen will als ich mir gerade selbst zutraue. Meine Kleine kommt oft zu mir und fragt oder möchte mit mir zusammen "schreiben spielen" und ich möchte ihr gerne etwas (= Grundlagen, geeignete Bücher) an die Hand geben mit dem sie dann alleine "weiterwursten" kann - eben weil ich auch glaube, dass ein "selbständiges" Erfolgserlebnis das schönste ist. Nur bin ich mir eben gerade unsicher, was "geeignet" ist. Ich will sie ja nicht überfordern und damit frusten. Lernen soll Spaß machen!

                  Das mit dem "Entspannen" ist so ne Sache. Das lerne ICH gerade. Ich arbeite daran...

                  @Vespi:

                  Hurra, jemand mit Erfahrung!

                  Ich werde mir also erst mal die Rechtschreibregeln suchen und selbst üben.

                  Hm... Ich hab den Eindruck, ich komme zu "lehrerhaft" rüber. Ich frage mein Kind nicht ab. Sie will schreiben, nennt mir dann irgendein Wort oder einen Satz und wir "basteln" uns das dann gemeinsam anhand der Laute zusammen. Manchmal sind das eben nicht die "schlichten" Worte, die ein Pädagoge für Leseanfänger aussuchen würde, sondern die mit den "doofen Ausnahmen". Deshalb würde ich gerne, wenn so eine Ausnahme kommt die passende Regel nennen können - und irgendwann bleibt das dann schon in ihrem Köpfchen hängen. Manchmal kommt sie auch mit einem Zettel an und zeigt mir ein Wort, das sie selbst geschrieben hat. Ganz süß fand ich "laisä". Da habe ich ihr ihr dann (nach einem dicken Lob, dass sie das Wort ganz toll gehört und auch genau so geschrieben hat) erklärt, dass "ai" und "ei" gleich klingen und "e" und "ä" ähnlich und dass "ei" und "e" häufiger sind und sie immer erst mal das nehmen kann - wenn es eine der seltenen Ausnahmen ist, sag ich ihr das dann. So würde ich das gerne mit anderen "Regeln" auch halten. Und sie war trotzdem frustriert, dass es nicht "perfekt" war - obwohl ich es für einen der ersten Versuche ganz und gar super finde!

                  Ich dachte, es würde die Sache vereinfachen, wenn ich für sie die von Dir erwähnten "Texte, wo es eindeutig ist, wie es geschrieben werden muss" finde, in Großbuchstaben formatiere und ausdrucke.

                  @ hobbes:

                  Schön, dass Du mir die "Unsicherheit" nachempfinden kannst. Meine Kleine zeigt mir zur Zeit oft auf, wo ich Dinge einfach für selbstverständlich hinnehme und mir nie Gedanken gemacht habe, wie genau etwas funktioniert oder was etwas eigentlich "ist". Letzte Woche durfte ich - Internet sei Dank - eine Schemazeichnung auftreiben, die darstellt, warum Seife durch das Rohr des Spenders HOCH läuft, wenn man doch oben drauf (also nach UNTEN) drückt und nachschlagen, was genau das Karbid in einer Karbid-Lampe ist. *seufz*

                  @Jenny:

                  Danke für Deine Erfahrungen.

                  Ich gehe davon aus, dass sie in (knapp) zwei Jahren, wenn sie in die Schule kommt, "perfekt" lesen und Schreiben kann, nur will ich ihr den Weg dahin nicht unnötig schwer machen. Und die Schreibweise wird sie bis dahin auch (einfach durch üben und lesen) so verinnerlicht haben, dass es schwer werden wird, "falsch gelerntes" nochmal umzulernen. Deshalb möchte ich das jetzt schon "so gut wie möglich" erklären. "Pädagogen" wissen wie das geht, ich nicht.

                  Das Thema "Anschlussprobleme in der Pubertät" ist mit ein Grund, dass wir uns gegen eine frühe Einschulung entschieden haben. Mein Kind ist eher klein und schmächtig, da besteht die Gefahr, dass der Entwicklungsunterschied ins Gewicht fällt. Klar kann sich das noch verwachsen, wenn sie einen Schub macht, aber das Risiko, dass sie irgendwann ihre Freundinnen "verliert", weil die sich schon für Jungs und Farbtöpfe und Körbchengröße interessieren, während sie noch munter Fußball spielt und im Wald auf Bäumen rumturnt, und dann in ihrer Klasse "allein dasteht" finde ich zu groß.

                  @Tanzende:

                  danke für Dein liebes "Willkommen zurück".

                  Ich glaube ich kann Dein "ungutes Gefühl" nachvollziehen. Ich spüre ja selbst den Zwiespalt von "erklären" und "dressieren" und möchte meinem Kind gerne die Grundlagen so vermitteln, dass "selbst weiterlernen" Spaß macht ohne es in ein "Vorschul-Lern-Programm" ausarten zu lassen. Es ist ja ein Thema, das sie sich selbst ausgesucht hat und ich möchte ihr den Spaß daran nicht durch "schlecht durchdachte Unterstützung" vermiesen.

                  Ich glaube, ich möchte einfach sicher sein, dass ich alle Infos zusammen habe, um mich sicher zu fühlen, ihr das "Notwendige" (und nicht mehr und nicht weniger) mit auf IHREN Weg zu geben.

                  Und ich möchte eben nicht, dass sie eines Tages mit einem "meine Mama sagt aber, das machen wir so und so" beim Deutschlehrer in "Ungnade" fällt - nur weil ich mich nicht rechtzeitig informiert habe, wie es "in der Schule gemacht wird". Ich glaube, in der Schule wird durchaus ein "Buchstaben-Lern-Schema" verwendet, das den Kindern die Sache einfach macht und den Spaß am Lernen "lässt". Das geht bei uns halt nicht. Wir fangen mit "Begriffen aus dem Leben" an, die nicht ins Schema passen und ich würde gerne anhand von "geeigneter Lektüre" ein bisschen "lenken" und den Anfang so leicht machen, dass sie darauf (immer noch mit Freude an der Sache) aufbauen kann.

                  Bei der Geschichte mit den Pferdenamen musste ich herzlich lachen. Mein Kind hat es beim Sprechen so ähnlich gemacht. Ich habe ihr schon als Baby auf Spaziergängen alles, was uns so begegnet ist "benannt" (z.B. da kommt eine Frau auf dem Fahrrad, dort schwimmt eine Ente, da hat ein weißes Auto auf dem Gehweg geparkt) und viel vorgelesen, aber mein Kind hat monatelang nur Mama, Papa und die Namen unserer Katzen gesprochen, während Gleichaltrige schon längst einen größeren Wortschatz hatten. Eines Tages beim "Kleinkind-Treff" kam dann ein Junge mit einem Spielzeugauto in der Hand auf sie zu und sagte voller Überzeugung "brumm brumm". Sie lief weg, er hinterher, wieder "brumm brumm", gleiches Spiel, immer wieder. Irgendwann hat sie sich zu ihm umgedreht mit einem unbeschreiblichen Gesichtsausdruck (verwundert, genervt, ...?) auf das Fahrzeug gezeigt, deutlich betont gesagt "rotes Auto!", dann hat sie die ganze Fahrzeugkiste ausgeräumt und ihm jedes Teil hingehalten "grüner Traktor", "blauer Laster", "Anhänger", ... Ich war echt platt!

                  @alle:

                  Ich will Euch die Infos, die ich aus anderer Quelle bekommen habe, nicht vorenthalten:

                  Gestern abend hat (was für ein Zufall ) eine alte Freundin der Familie angerufen, die früher Grundschüler unterrichtet hat. Als ich ihr den "aktuellen Stand" erzählt und nach Tipps für das weitere Vorgehen gefragt habe, hat sie gelacht und gefragt: "Und welche Klasse soll das Kind dann überspringen?" "Lautieren", also das Wort als Zusammensetzung von Lauten zu erkennen, diese aufzusagen (und aufzuschreiben oder sich "vorlesen") wäre schon "das halbe Lesen". Der größte Teil Stoff der ersten Klasse besteht daraus, anhand von Bildern und kleinen Geschichten einzelne Buchstaben vorzustellen und mit dieser "kleinen Auswahl" kurze Worte zu bilden. Darüber sind wir hinaus. Das Alphabet, also die Buchstaben in die richtige Reihenfolge zu bringen, kommt erst in der zweiten Klasse dran, da jüngere Kinder noch gar nicht so "schematisch" denken können. Haha!

                  Was sie mir "unbedingt" ans Herz gelegt hat, ist der richtige "Schreibschwung", also z.B. ein "U" von links oben nach rechts oben durchzuziehen und auf keinen Fall auf der anderen Seite anzufangen. Das lässt sich später nur sehr schwer wieder umlernen. Dafür habe ih im Internet auch "Übungsblätter "gefunden, in denen mit Startpunkt und Pfeilen jeder Buchstabe dargestellt ist.

                  So, und jetzt fühle ich mich - dank Euch! - schon sehr viel "sicherer" in Bezug auf weitere Fragen meiner Tochter. Und fast möchte ich wetten, dass sie das ganz genau spürt und die nächsten drei Wochen ü-ber-haupt kein Interesse mehr am Schreiben zeigt.

                  Herzlichen Dank Euch allen!

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