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Die Vergesslichkeit

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    #16
    Was machst du denn beruflich, missy?
    Ich habe dafür auch noch keine Lösung gefunden...Außer: Soviele Ruhephasen wie möglich freischaufeln, die man dann auch gerne zu zweit etc. genießen kann. Aber selbst das ist leichter gesagt als getan.

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      #17
      Ich bin Mediengestalerin in einem kleinen Zeitungsverlag.

      Klar SOLLTE man sich so viele Ruhephasen wie möglich schaffen. Nur was macht man, wenn das nicht geht? Und was ist, wenn man zwar Ruhe HAT, sie aber in sich nicht findet, bzw. gar nicht mehr runterkommen kann und Ruhe dann in dem Moment sogar als unangenehm empfindet?

      Denn, ja, da gebe ich dir recht, Ruhe gönnen, Auszeiten nehmen, all das ist leichter gesagt als getan. Und inzwischen beschleicht mich immer mehr das Gefühl, dass all die Leute, die mit solchen Floskeln um sich werfen, auch keine konkreten Vorschläge haben, WIE man denn nun diese Auszeiten nimmt. Denn auch wenn die Werbung uns dauernd erzählt, dass wahlweise mit einer Tasse Tee, einer Creme oder einem Aromaöl die Entspannung ganz von alleine kommt, hat mir all das noch nie geholfen.

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        #18
        Ich weiß, was du meinst. Man liegt in der Wanne, hat ein Feuerwerk an Entspannung vorbereitet und die Gedanken kreisen (Habe ich nichts vergessen, was muss ich danach noch tun, was steht morgen an...). Da fällt mir nur der Gedankenstopp ein, also im Kopf ein Stoppschild aufzustellen und zwar jedes Mal, wenn diese Gedanken kommen. Alternativ kann man die Gedanken auch weiterziehen lassen wie Wolken am Himmel. Das hilft mir vor allem vorm Einschlafen.

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          #19
          Dann würde mein Er-Leben nur noch aus Stoppschildern bestehen. Und auch das mit den Wolken, die vorbeiziehen, klappt bei mir nicht.
          Wobei ich ehrlich gestanden vielleicht auch einfach etwas nicht richtig mache. Denn ich muss mich dann so sehr darauf konzentrieren, diese Wolken zu visualisieren, dass kein Raum mehr für andere Gedanken da ist. Ich kann halt nur eine Sache gleichzeitig machen...

          Ich habe mich heute noch mit einer befreundeten Ärztin über das Thema unterhalten. Ihr geht es ähnlich wie mir, Gedanken sind da und lassen sich nicht abstellen. Sie meinte, dass das nun mal zu ihrem (und somit vermutlich auch wohl zu meinem) Naturell gehören würde. Auf die Frage, was sie denn dagegen tun würde, meinte sie nur "Gar nichts. Wenn's zu viel wird, kriege ich Kopfschmerzen und dann muss ich sehen, dass ich irgendwie wieder etwas Ruhe und Erholung bekomme."

          Ehrlich gestanden hat mich das schon ein wenig erschreckt, hatte ich doch immer die Idee, dass es IRGENDWO da draußen sicher das passende Rezept für mich geben würde, ich muss es halt nur noch suchen. Aber nach dem Gespräch mit der Ärztin beschleicht mich das Gefühl, dass es dieses Rezept am Ende überhaupt nicht gibt...

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            #20
            Doch, das klappt, Missy. Du musst dich nur tief genug in dich hineinsinken lassen.

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              #21
              Zitat von Bonny123 Beitrag anzeigen
              Doch, das klappt, Missy. Du musst dich nur tief genug in dich hineinsinken lassen.
              Ja. Und KEIN Stopschild aufstellen !! Das hieße "dagegen ankämpfen". Die Gedanken kommen ... und gehen. Sie sind da und können nicht ABGESTELLT oder GESTOPPT werden.
              Wie Bonny sagt, soweit du kannst in dich hineinsinken ... und die Gedanken die kommen und die Geräusche, die du hörst ... einfach an dir vorbeiziehen lassen.

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                #22
                Du kannst natürlich nicht erwarten, dass es wunderbar klappt, wenn man darin keine Übung hat. Ich habe anfangs auch unendlich viele Stoppschilder aufgestellt, nach jedem schien es augenblicklich weiter zu gehen. Man muss da sehr hartnäckig bleiben, genauso bei den Wolken. Immer und immer wieder den Gedankenfluss unterbrechen, auch diese neue "Verhaltensweise" muss gelernt werden und muss sich einspielen.

                Ich finde heute habe ich wieder mal den Vogel abgeschossen diesmal hab ich mich total in die Nesseln gesetzt.
                Wir trafen uns heute mit ein paar Freunden zum Brunch, wir hatten uns einige Zeit nicht gesehen. Es ging um unseren Hauskauf und wie es diesbezüglich und bezüglich anderer Neuigkeiten bei den anderen aussieht. Nach dem Thema Hochzeit kamen wir aufs Thema Kinder und die eine Freundin fragte uns nun dahingehend aus. Ich gab die Frage an sie und ihren Mann zurück. Mein Freund versuchte das Thema irgendwie umzulenken und erzählte wild auf irgendwas drauf los, was mir in dem Moment aber nicht auffiel. Ehrlich gesagt wollte ich eigentlich nur wissen, wann die beiden denn heiraten. Was ich dabei vergaß: sie sind längst verheiratet. Das an sich wäre nicht schlimm, aber die beiden bezogen meine Frage nach Neuigkeiten dann eben logischerweise nicht auf eine eventuelle Hochzeit, sondern auf den Kinderwunsch. Da begann die Freundin plötzlich zu weinen und sagte, sie wäre schwanger gewesen und hätte ihr Kind vor kurzem verloren Einfach schrecklick. Ich habe mich richtig schäbig gefühlt und hätte gleich mit heulen können. Hinterher habe ich mit meinem Freund nochmal drüber gesprochen und er konnte nicht verstehen, warum ich das gefragt hätte. Wir hatten uns vor ca. nem halben Jahr das letzte Mal gesehen und da ging es genau um dieses Thema und dass sie es ewig schon probieren und es nicht klappt. Wieso wusste ich das denn nicht mehr? Und ich weiß natürlich auch, dass sie verheiratet sind! Ich war hinterher wieder so wütend auf mich, habe mich auch nochmal bei ihr dafür entschuldigt. Sie meinte, sie wäre eigentlich schon drüber weg, aber offensichtlich wohl doch nicht. Und mein bohrendes Fragen muss dann sehr aufdringlich gewesen sein.

                Oh mann....

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                  #23
                  Jannes, ich interpretiere mal ganz laienhaft:

                  Du warst in dem Augenblick so darauf fokussiert, die Thematik in Bezug auf euch nicht beantworten zu wollen, dass du alles andere völlig ausgeblendet hast.
                  Dadurchkam es zu diesem "Vergessen".

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                    #24
                    @ Jannes

                    Vielleicht war deine Vergesslichkeit so etwas wie eine Fehlleistung, ein Stubser deines Unbewussten, dich nächstes Mal besser auf ein solches oder ähnliches Treffen vorzubereiten, dich sozusagen schon im Vorfeld darauf einzustimmen ?

                    Die Gründe für eine solche Vergesslichkeit, wie sie dir passiert ist, kann viele Gründe haben. Einige der Gründe - wenn man sie denn sucht und findet - haben die Qualität, uns auf Mängel in unserem zwischenmenschlichen Verhalten hinzuweisen: Gleichgültigkeit/Indifferenz, Teilnahmslosigkeit, oder übersteigerte Gegenteile davon.
                    Manchmal ist es lediglich der Drang, auf sich aufmerksam zu machen oder dem Gegenüber eine Retourkutsche zu verpassen - wiewohl diese Retourkutsche nicht immer böswillig oder hämisch gedacht sein muss.

                    Im Eifer des Gefechtes übersieht/überhört man dann all zu oft die "Ausbügelungsversuche" und befleßigt sich, noch einmal kräftig ins Fettnäpfchen nach zu treten.

                    Ich weiss jetzt nicht wie eure Diskussion verlief, nur könnte deine Taktik "die Frage nach Kinder an deine Freundin weitergegeben zu haben", darauf beruhen, dass genau dieses Thema dir im Moment lästig war, weil u.U. gesundheitlich noch nicht fit genug bist, um Kinderkriegen in Betracht zu ziehen - und im Hintergrund spielte vielleicht auch ein kleiner Schmerz mit, der dich veranlasste (nicht gewollt, sondern ubewusst), deine Freundin daran zu erinnern, doch vor ihrer Haustür zu bleiben, ...

                    Das sind Vermutungen und Möglichkeiten, die jedoch gar nicht auf dich zutreffen müssen.

                    Vergesslichkeit kann auch eine Art von Selbstschutz sein.

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                      #25
                      Bei mir bezieht sich das Thema Vergesslichkeit hauptsächlich auf mein Kurzzeitgedächtnis.
                      Ich frage bestimmte Dinge innerhalb von 10 Minuten 5x.
                      Dazwischen stelle ich auch die Frage: "Hab ich dich eben gefragt, ob...?"
                      Das ist wirklich schlimm geworden bei mir.
                      Meist handelt es sich um Dinge, die ich für absolut wichtig halte (die Medikamenteneinnahme meines Mannes), vielleicht frage ich deshalb so oft, weil mir mein Gedächtnis sagt, dass er das auf gar keinen Fall vergessen darf.
                      Wieso ich dann aber ständig vergesse, dass ich ihn schon 3x gefragt hatte, weiß ich auch nicht.

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                        #26
                        @ Bonny: Mir war die Fragerei nicht unangenehm, ich fand vielmehr, dass es bei den beiden nunmal Zeit wird und war natürlich gespannt und habe daher den Ball immer wieder in ihre Richtung gespielt.

                        Folgendes von Sheperd trifft es jedoch ganz gut:
                        Zitat von Shepherd Beitrag anzeigen

                        Vielleicht war deine Vergesslichkeit so etwas wie eine Fehlleistung, ein Stubser deines Unbewussten, dich nächstes Mal besser auf ein solches oder ähnliches Treffen vorzubereiten, dich sozusagen schon im Vorfeld darauf einzustimmen ?

                        Die Gründe für eine solche Vergesslichkeit, wie sie dir passiert ist, kann viele Gründe haben. Einige der Gründe - wenn man sie denn sucht und findet - haben die Qualität, uns auf Mängel in unserem zwischenmenschlichen Verhalten hinzuweisen: Gleichgültigkeit/Indifferenz, Teilnahmslosigkeit, oder übersteigerte Gegenteile davon.
                        Damit wären wir wieder beim Thema Aufmerksamkeit. Ich stelle mir oft nach Treffen oder Gesprächen die Frage: Worum gings jetzt eigentlich nochmal?! Was haben wir alles besprochen?
                        Ich versuche inzwischen mich auch in eine angemessene Aufnahmefähigkeit zu versetzen. Wenn ich merke, ich drifte ab, sage ich mir, dass ich bewusst zuhören muss und wiederhole auch manches in Gedanken oder stelle gezielt Nachfragen, um mich auch gedanklich wirklich damit beschäftigen zu müssen.
                        Manchmal passiert es mir auch im Unterricht, dass ich eine Frage stelle, rufe jemanden auf, der etwas erzählt und antwortet und ich merke, wie ich nur nicke und ganz woanders bin. Ich habe in dieser Situation bisher aber immer die Kurve gekriegt.
                        Sich einstimmen auf ein Gespräch - das kann ich vielleicht leisten, wenn ich mich mit Freunden wie am Wochenende treffe. Aber ich schaffe es nicht mich auf jedes geführte Gespräch am Tag vorher "einzustimmen" oder mir wenigstens zu sagen "Aufmerksamkeit!". Wie könnte man sich sonst vorbereiten? Man könnte sich überlegen, was es evt. Neues im Leben derjenigen gibt und sich im Vorfeld schon selbst Fragen stellen (Wie sieht es jetzt eigentlich beruflich bei demjenigen aus? Hat er noch seine alte Stelle? Is er damit glücklich?...)

                        Ich bin schon der Meinung mich für die Welt meiner Mitmenschen zu interessieren, ich bin aber auch viel bei mir selbst und meinen Gedanken, manchmal hat da nichts anderes Platz. Wenn mein Unterbewusstsein mir damit etwas zeigen will, dann wohl, dass ich entweder wirklich ein Defizit in diesem Bereich habe, oder ich schlicht und ergreifend egozentrisch bin und mich die Dinge der anderen wenig interessieren und ich daher abschalte. Das kann ich so allerdings nicht unterschreiben - wenn ich merke, ich habe wieder mal nur genickt und nicht zugehört, frage ich auch nach (bei Menschen, die mich kennen und die sich nicht auf den Schlips getreten fühlen), weil ich es doch wissen möchte! Bei Dingen, die mich selbst beschäftigen und die ich interessant finde ist das natürlich wieder anders. Da bin und bleibe ich auch dabei und habe auch keine Probleme.

                        @Bonny: Deine Erklärung scheint plausibel zu sein. Dein wiederholtes Nachfragen kann vielleicht wirklich ein Absichern deinerseits sein, weil du ständig die Relevanz der Medikamente für deinen Mann im Hinterkopf hast. An sich hast du nicht vergessen, ihn zu erinnern. Du hast es ja bereits getan, dein Gedächtnis hat also erst einmal seine Funktion erfüllt. Abgehakt, Aufgabe erledigt (und "vergessen"). Im Hinterkopf ist allerdings das Wissen: die Einnahme der Medikamente ist wichtig! Daher erfolgt erneutes Nachfragen. Noch dazu wart/ seid ihr ja in einer immens belastenden und stressigen Situation.

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