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Die Kunst, sich wertzuschätzen

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    Die Kunst, sich wertzuschätzen

    Hallo zusammen,

    ich möchte euch gern ein bemerkenswertes Buch vorstellen.

    Viele hier interessieren sich ja für Persönlichkeitsentwicklung und arbeiten zum Teil auch schon längere Zeit an sich selbst. Dabei stellt man fest, dass man in einigen Bereichen recht gut voran kommt, dass sich aber immer auch wieder blinde Flecken zeigen und Bereiche, die man überhaupt nicht auf dem Radar hatte.

    Der Autor, selber Pädagoge und Psychotherapeut, geht die Sache nun systematisch an. Ursache vieler Probleme sind alte Programme, die in der frühen Kindheit entstanden sind. Z.B. das Gefühl nicht willkommen zu sein, seinen Eltern nicht zu genügen, oder nicht genügend mit Liebe und Geborgenheit versorgt worden zu sein. Diese Verletzungen oder Traumata versucht man darauf mit Gegenprogrammen zu kompensieren, z.B. indem man sich anpasst und versucht, immer perfekter zu werden, stets den inneren Kritiker im Nacken spürend. Oder indem man sich Liebe und Anerkennung durch Helfen zu erkaufen versucht. Oder indem die Wut, die nicht ausgedrückt werden kann, sich schliesslich gegen einen selbst richtet. Oder indem man Sicherheit im Aussen sucht, usw.

    All diese Strategien sind nachvollziehbar, können aber den inneren Schmerz niemals zum Verschwinden bringen. Stattdessen treiben sie einen immer weiter an und man fühlt sich wie im Hamsterrad.

    Abhilfe schaffen hingegen neue Programme, welche die alten Verletzungen, Traumata und Glaubenssätze nach und nach ablösen. So lässt sich z.B. daran arbeiten, sich rückblickend doch noch willkommen zu fühlen. Auch sich selbst das Gefühl geben, jederzeit gut genug zu sein und mit Liebe, Geborgenheit und Sicherheit in seinem Inneren ausreichend versorgt zu sein.

    Dass dies tatsächlich funktioniert, habe ich selber vor einer Weile erfahren dürfen, als das ursprüngliche Gefühl, nicht willkommen zu sein auf diesem Planeten sich durch intensive Auseinandersetzung mit dem Thema und Vergebungsarbeit mit den Eltern um 180° gedreht hat, hin zu einem tragfähigen, warmen Gefühl des Willkommenseins. Und das permanent.

    Es lohnt sich, all diese Programme in seinem Inneren aufzudecken, bilden sie doch so etwas wie unsere Basis und sind wesentlich dafür verantwortlich, wie glücklich wir uns fühlen und wie leicht das Leben fliesst.
    Letztlich geht es um die Frage, ist das Glas halb voll oder halb leer?! Wie wir diese Frage beantworten, hängt ganz zentral von unseren frühesten Prägungen ab und den kompensatorischen Mustern, die wir daraus entwickelt haben.

    Um all diese Probleme systematisch an der Basis anzugehen und zu heilen; dafür ist dieses Buch der richtige Begleiter. Vielleicht braucht es dann auf dem Weg noch zusätzliche Unterstützung in Form einer Therapie oder eines Coachings, aber das wird sich weisen.

    Ich selber arbeite ja schon lange an meinen Themen, staune aber, wie viel sich in kurzer Zeit bereits zum Positiven verändert hat, seit ich mit diesem Buch arbeite.

    Allen, die an sich arbeiten wollen, kann ich es deshalb sehr empfehlen!

    Hier die Angaben zum Buch:
    • "Die Kunst, sich wertzuschätzen" von Heinz-Peter Röhr
    • Patmos Verlag
    • ISBN: 978-3-8436-0391-1


    Und zuletzt noch eine persönliche Bitte - bestellt dieses Buch nicht einfach bequem bei A....., sondern schaut bei eurem lokalen Buchhändler vorbei! Die sind gerade in diesen verrückten Zeiten froh um jede Bestellung!
    Danke!

    #2
    Klingt spannend - danke für den Tip! (und ich gestehe: ich bin begeisterte Bibliotheksnutzerin )

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      #3
      Lustig, auf die Idee mit der Bibliothek bin ich gar nicht gekommen, obwohl ich dort sonst Stammgast bin. Und tatsächlich ist es im Sortiment!

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        #4
        Ein seit jeher wichtiges Thema für mich, da ich schon mein Leben lang damit hadere, mich nicht wirklich wertschätzen zu können. Ausgelöst wurde dieses Phänomen vermutlich, weil meine Eltern (insbesondere meine Mutter) während meiner Jugendzeit regelmäßig betont hatten, für wie unfähig sie mich gehalten hatten. Sprüche wie "Aus dir wird nie etwas" oder "Was soll aus dir nur werden, du wirst höchstens mal Straßenkehrer" oder "lass mal lieber, das wird doch sowieso nichts" waren an der Tagesordnung. Und obwohl ich seit Jahren versuche, mit meiner Ratio dagegen anzukämpfen, steckt in mir ein tief sitzendes Problem der fehlenden Selbstwertschätzung, das mich wie eine Art emotionaler Tinnitus beeinträchtigt.

        Das Buch werde ich mir wohl in der Bibliothek besorgen (ganz sicher nicht bei Amazon, denn da bestelle ich so gut wie nie. Ich bevorzuge immer den stationären Handel). Mal sehen, ob es mir irgendwie dabei helfen kann, zu etwas mehr Eigenwertschätzung zu kommen.

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          #5
          Ein sehr erfahrener Mann mit Suchtkranken, man kann ihn auf Youtube sehen und hören.

          https://www.youtube.com/watch?v=MVAhzGIDKpU

          allerdings glaube ich persönlich nicht, dass man allein mit einem Buch aus der Falle des fehlenden Selbstwertes herausfinden wird, aber es kann ja für manche ein wichtiger Schritt auf dem Weg sein.

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            #6
            Zitat von solipsist Beitrag anzeigen
            Ausgelöst wurde dieses Phänomen vermutlich, weil meine Eltern (insbesondere meine Mutter) während meiner Jugendzeit regelmäßig betont hatten, für wie unfähig sie mich gehalten hatten. Sprüche wie "Aus dir wird nie etwas" oder "Was soll aus dir nur werden, du wirst höchstens mal Straßenkehrer" oder "lass mal lieber, das wird doch sowieso nichts" waren an der Tagesordnung.
            Puh, heftig!
            Ja, es ist wirklich verrückt, wie solche Verletzungen auch Jahrzehnte später immer noch ihre schädliche Wirkung entfalten können! Genau deshalb finde ich es auch so wichtig, an diesen Themen zu arbeiten.

            Interessant dabei ist ja, dass bei einem Kind in dieser von dir geschilderten Situation, solipsist, das geschilderte Problem nur die Spitze des Eisberges ist. Zu dieser dauernden Abwertung der eigenen Fähigkeiten damals gesellt sich wahrscheinlich auch noch ein Gefühl des Mangels an bedingungsloser Liebe und Zuneigung durch die Eltern. Zudem ergänzt vielleicht durch das Gefühl, damals nicht willkommen gewesen zu sein. Sich wahrscheinlich auch schuldig zu fühlen für die "Misere" der Eltern. Auch seine eigenen Wünsche und Gefühle komplett unterdrücken zu müssen und sich dafür durch übermässige Anpassung (braves Kind, helfen, überzogene Perfektionsansprüche an sich selbst) die Liebe der Eltern quasi zu "erkaufen", ist ein gängiges Muster in dieser Situation!
            Das ist also ein sehr vielschichtiges Thema und doch hängt alles zusammen.

            Zitat von viva58 Beitrag anzeigen
            allerdings glaube ich persönlich nicht, dass man allein mit einem Buch aus der Falle des fehlenden Selbstwertes herausfinden wird, aber es kann ja für manche ein wichtiger Schritt auf dem Weg sein.
            Ich denke auch, dass sich allein mit Hilfe eines Buches das Problem nicht vollständig wird lösen können. Das trifft aber auch auf jede Therapie zu, wenn nur punktuelle Themen dieses ganzen Komplexes bearbeitet werden, was meiner Erfahrung nach leider eher die Regel als die Ausnahme ist.

            Ich glaube, der Wert dieses Buches besteht darin, dass man eine umfassende Auslegeordnung all dieser prägenden, und in den meisten Fällen unbewussten Programme macht, und sich mal einen Überblick über die ganze Situation verschafft. Wie danach daran gearbeitet wird - da gibt es verschiedene Wege, sei es in einer Psychotherapie oder einem Coaching, sei es über Traumatherapie, Schattenarbeit, Somatic Experiencing, Vergebungsarbeit, oder was einem halt gerade entspricht.

            Auch der rein verstandesmässige Ansatz kann zu einer Verbesserung führen, indem die ganze Situation in diesem grösseren Kontext betrachtet wird. Dann stellt sich wahrscheinlich heraus, dass gar kein "Verschulden" des Kindes vorliegt, sondern dass die Probleme ausschliesslich bei den Eltern liegen, die vielleicht einfach unreflektiert ihre eigenen Verletzungen und Umstände auf das Kind projiziert haben. In diesem Lichte betrachtet ist dann auch eine Aussöhnung mit den Eltern möglich, selbst wenn diese bereits verstorben sind, was schon zu einer wesentlichen Erleichterung führt.

            Ob man jemals vollständig frei wird von diesen frühen Verletzungen, kann ich nicht sagen. Aber jedes noch so kleine Puzzleteil kann einen Beitrag dazu leisten.


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              #7
              Zitat von Serafin Beitrag anzeigen
              Zudem ergänzt vielleicht durch das Gefühl, damals nicht willkommen gewesen zu sein. Sich wahrscheinlich auch schuldig zu fühlen für die "Misere" der Eltern. Auch seine eigenen Wünsche und Gefühle komplett unterdrücken zu müssen und sich dafür durch übermässige Anpassung (braves Kind, helfen, überzogene Perfektionsansprüche an sich selbst) die Liebe der Eltern quasi zu "erkaufen", ist ein gängiges Muster in dieser Situation!
              Ja, stimmt, ich erinnere mich.... unterschwellig hatte ich damals Schuldgefühle, weil meine Mutter wegen mir so viel Kummer hatte. Sie hatte diese Gefühle übrigens dadurch geschürt, indem sie oft wegen mir in Tränen ausgebrochen war. Und für mich als Kind hat es nichts Schlimmeres gegeben als die weinende Mutter, die wegen mir geweint hatte.

              Besonders stark wurden immer meine schulischen Leistungen gewichtet, wobei für meine Mutter jede schlechte Zensur ein erneuter Beweis für meine Unfähigkeit gewesen war. Jede Note schlechter als eine Drei führte zu stundenlangem Weinen, und mir wurde signalisiert: "Es ist alles so aussichtslos mit dir. Wo soll das nur alles hinführen, du wirst nie auf eigenen Beinen stehen, wir machen uns solche Sorgen um deine Zukunft..." und so weiter.

              Wie du schon schreibst, bin ich ein äußerst angepasstes und braves Kind gewesen, das immer Angst hatte, etwas falsch zu machen oder die Mutter zu enttäuschen. Doch je mehr ich mich angepasst und ruhig verhalten hatte, umso stärker habe ich andererseits die Befürchtungen meiner Mutter bestärkt, dass ich nichts kann und nichts tauge.

              Diese Mechanismen beeinträchtigen mich bis heute, ohne dass sie mir normalerweise wirklich bewusst sind.

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                #8
                Das ist ja wirklich brutal! Und absolut verständlich deine Reaktion damals. Das war ja wie der einzig mögliche Umgang damit, weil alles andere hätte die Sache nur noch schlimmer gemacht.

                Ich bin dann sehr gespannt, ob dir vielleicht das Buch hilft, einen Überblick über den ganzen Themenkomplex zu gewinnen. Weil dann eröffnen sich auch neue Betrachtungsweisen, jetzt als Erwachsener im Rückblick gesehen.

                Gut möglich nämlich, dass deine Mutter gar nicht dich gemeint hat, sondern nur ihre eigenen Ängste 1:1 auf dich projiziert hat. So würde es mich nicht erstaunen, wenn sie selbst in ihrer Kindheit dieses Schicksal auch erlitten hätte. Die Angst zu versagen und "es" nicht zu schaffen, sitzt dann wie ein Stachel im Fleisch und triggert auch bei den eigenen Kindern sofort wieder diese Ängste, wenn sie mit einer "schlechten" Schulnote nach Hause kommen. Das sind ja keine rationalen Entscheidungen, sondern Gefühle der Angst, der Überforderung und der Alternativlosigkeit.

                Vielleicht kannst du auf der Metaebene mal die Situation der Mutter und die Familienkonstellation betrachten. Gut möglich, dass durch diesen anderen Blickwinkel ein erheblicher Teil des Druckes von dir abfällt, wenn sich herausstellt, dass das Problem in Wahrheit gar nichts mit dir zu tun hatte.
                Indem man erkennt, dass keine bösen Absichten dahinter lagen, sondern die Eltern vielleicht auch nur Opfer ihrer eigenen Umstände waren, eröffnen sich Möglichkeit für Vergebungsarbeit.
                Das kannst du gut in einem virtuellen Zwiegespräch erörtern.

                Kennst du den "Heissen Stuhl"?
                Stell dazu zwei Stühle gegenüber auf. Einen für dich und einen für deine Mutter. Dann setzt du dich abwechselnd darauf und sprichst für die entsprechende Person. Nun geht es darum, das Thema zu besprechen, wobei zu Beginn ruhig auch die Fetzen fliegen dürfen. Das Ziel muss aber sein, zuletzt für beide Seiten eine gute Lösung zu finden.
                Vielleicht kommt ihr so weit, dass ihr euch gegenseitig und auch euch selbst! verzeihen könnt. Dann kann das Thema heilen.
                Damit kann sich wirklich die Wahrnehmung um 180° drehen, wenn man erkennt, dass das alles vielleicht sogar aus Liebe geschehen ist.

                Ich drücke dir die Daumen!

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                  #9
                  Mein Vorschlag:
                  Falls hier eine längere Diskussion stattfindet, würde ich den Faden lieber verschieben ins 'Interne'.

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                    #10
                    Zitat von Tamina Beitrag anzeigen
                    Mein Vorschlag:
                    Falls hier eine längere Diskussion stattfindet, würde ich den Faden lieber verschieben ins 'Interne'.
                    Stimmt, das ist doch sehr persönlich. Danke für den Hinweis, Tamina.

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                      #11
                      Zitat von Tamina Beitrag anzeigen
                      Mein Vorschlag:
                      Falls hier eine längere Diskussion stattfindet, würde ich den Faden lieber verschieben ins 'Interne'.
                      Ich find das eine gute Idee

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                        #12
                        Ihr Lieben, dann eröffnet bitte dort einen neuen Faden und verweist auf diesen.

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                          #13
                          Ok, hier geht es weiter:

                          ➡️
                          Zuletzt geändert von Serafin; 24.09.2020, 22:04.

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