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    #46
    Ja, ich denke, jetzt verstehe ich, was Du meinst. Was Du als "Ausdehung des Wahrnehmungbereiches" bezeichnest, kenne ich als "das Feld der Aufmerksamkeit öffnen." Aber das ist nur Wortklauberei – ich glaube, wir meinen beide dasselbe.

    Während Du hier Erweiterung in Bezug zur Wahrnehmung beschreibst, füge ich noch hinzu, dass der innere Raum eine Erweiterung erfahren kann.

    Da für mich in dem Zitat der eher resignative, negative Aspekt des Schweigens im Vordergrund steht, ist für mich die Erweiterung des inneren Raumes im Hinblick auf eine psychische Verarbeitung von Bedeutung. In einem so verstandenen erweiterten inneren Raum kann sich dann Negatives bzw. können sich negative Erfahrungen quasi verdünnen, also nicht mehr ihre konzentrierte, ich will mal sagen `ätzende-giftige´ Wirkung haben.
    Das eine ließe sich vielleicht als weiträumige Form der Aufmerksamkeit bezeichnen und das andere als fokussierte Aufmerksamkeit.

    Deine Erläuterung und Beschreibung/Erfahrung zur Stille als Fokuspunkt reicht weit ins Spirituelle und Mystische und mündet in einen Zustand der Ekstase als Außersichsein, in etwas größerem Aufgehen und in einen Zustand der Enstase als Insichruhen.

    Dein Hinweis auf Gedankenstille vs Gedankenleere zeigt mir, dass mir Gedankenleere, wo man sich "passiv und stumpf treiben lässt " ( ) bekannt ist und dass ich sie auch durchaus zu schätzen weiß. Einfach abschalten, sich treiben lassen, nichts tun, nichts denken.

    Du hast einmal an anderer Stelle beschrieben, welche besonderen und tiefgreifenden Erfahrungen Du mit Meditation gemacht hast.
    Ich stelle nach all den Jahren meiner Meditationspraxis immer wieder fest, dass ich lernende Anfängerin bin und dass ich manchmal mehr lerne als anfange und dass ich das Anfangen immer wieder neu lerne.
    Ergo greife ich Deine Hinweise, wie es still im Kopf wird und die Gedanken schweigen, auf. Vielen Dank, und Deine Erläuterungen weiß ich zu schätzen – sie haben entwirrt und nicht verwirrt.

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      #47
      Liebe Mistral,

      Was meinst Du mit `Elemente und Designs?´

      Wieder eine gute Frage, das ist z.B. so ein Klang der dann zu einer Melodie wird. Wenn ich meditiere ist es immer nur ganz kurz still, mir scheint es so, dass dann mein Unterbewustsein anspringt und dann werden z.B. Buchstaben zu Elemente und designen Gebäude oder Melodien.
      Wenn ich mit einem Problem in die Meditation gehe, entwickeln sich aber auch mal Lösungen des Problems.
      Manchmal habe ich genug Zeit um 2 Meditationen hintereinander zu "schwingen* lach"
      Dann schaffe ich es auch etwas länger in der Stille ( ich möchte lieber sagen in der Harmonie) zu verweilen.

      Ich hoffe du kannst es etwas nachfühlen.
      Momentan bin ich nicht gut im erklären, es geht zu viel durcheinander an der Arbeit, im Privaten und in der Welt überhaupt.
      Wenn der Tag 48 Stunden hätte, es were immer noch nicht genug um all das zu verarbeiten.

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        #48
        Zitat von Möglichkeiten !? Beitrag anzeigen

        Was meinst Du mit `Elemente und Designs?´
        (...) mir scheint es so, dass dann mein Unterbewustsein anspringt und dann werden z.B. Buchstaben zu Elemente und designen Gebäude oder Melodien. (...)
        Also:
        Dein Unterbewusstsein ist aktiv.
        Dann werden Buchstaben (= ABC ) zu Elementen ( = Erde, Feuer, Wasser, Luft )
        und die designen Gebäude ( = Rosamunde Pilcher Cottage ) oder Musik (= Herbert G´s `Mensch´)


        Zitat von Möglichkeiten !? Beitrag anzeigen
        Ich hoffe du kannst es etwas nachfühlen.
        Äähm, bedaure, nein.

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          #49
          Mir ist gerade eine andere Idee gekommen und mir mein eventueller Denkfehler klargeworden:

          Mit "Elementen" meinst Du vielleicht psychische Elemente oder auch psychische Inhalte, die dann Bilder ("Gebäude" ) und Musik (H.G´s Mensch) "designen" bzw. aufkommen lassen.
          Das kann ich nachvollziehen.

          Und mit den "Buchstaben" meinst Du vielleicht Bruchstücke und Teile von Erinnerungen, Gefühlen?, die dann die psychischen "Elemente" aktivieren.

          (Du siehst mein Interesse und Bemühen. )

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            #50
            Zitat von Mistral1 Beitrag anzeigen
            In einem so verstandenen erweiterten inneren Raum kann sich dann Negatives bzw. können sich negative Erfahrungen quasi verdünnen, also nicht mehr ihre konzentrierte, ich will mal sagen `ätzende-giftige´ Wirkung haben.
            Das eine ließe sich vielleicht als weiträumige Form der Aufmerksamkeit bezeichnen und das andere als fokussierte Aufmerksamkeit.
            Ein spannender Gedanke mit dem sich erweiternden inneren Raum! Das nehme ich gern auf.

            Zitat von Mistral1 Beitrag anzeigen
            Deine Erläuterung und Beschreibung/Erfahrung zur Stille als Fokuspunkt reicht weit ins Spirituelle und Mystische und mündet in einen Zustand der Ekstase als Außersichsein, in etwas größerem Aufgehen und in einen Zustand der Enstase als Insichruhen.
            Dass sich tatsächlich etwas bewegt, merke ich vor allem daran, dass der Wunsch, aktiv etwas zu verändern in der Welt, mehr und mehr nachlässt. Vom TUN mehr ins SEIN kommen! Und zwar nicht als resignierte Haltung, sondern als klare und bewusste Entscheidung, den natürlichen Fluss der Dinge nicht zu behindern.
            Zuerst ist mir das in der Fotografie aufgefallen, wo ich schon seit je her darauf verzichte, irgendwelche Szenen zu arrangieren, sondern sie so möglichst so abzulichten versuche, wie ich sie antreffe. Ganz im Gegensatz zu allen meinen Fotografie-Freunden, die sofort anfangen, störende Dinge aus dem Bild zu räumen.
            Mehr und mehr spüre ich die Haltung des Nicht-verändern-wollens auch in Alltag (wenn auch längst nicht überall). Ausschlaggebend waren mehrere Ereignisse, bei denen mir klar wurde, dass "gut gemeint" nicht gleich "gut" ist.
            Spannend finde ich, dass diese Haltung offenbar auch im Daoismus als Wu Wei praktiziert wird, wenn ich das richtig verstanden habe.

            Zitat von Mistral1 Beitrag anzeigen
            Dein Hinweis auf Gedankenstille vs Gedankenleere zeigt mir, dass mir Gedankenleere, wo man sich "passiv und stumpf treiben lässt " ( ) bekannt ist und dass ich sie auch durchaus zu schätzen weiß. Einfach abschalten, sich treiben lassen, nichts tun, nichts denken.
            Eckhart Tolle beschreibt das Tagträumen als sinngemäss "sich unter das Denken fallen lassen", während das Gewahrsein in der Stille einen über das Denken hinaus hebt. Das eine ist nicht besser als das andere und beide Zustände haben ihre Berechtigung. Man sollte sie einfach unterscheiden können und meditieren nicht mit tagträumen verwechseln.

            Zitat von Mistral1 Beitrag anzeigen
            Ich stelle nach all den Jahren meiner Meditationspraxis immer wieder fest, dass ich lernende Anfängerin bin und dass ich manchmal mehr lerne als anfange und dass ich das Anfangen immer wieder neu lerne.
            So geht es mir auch. Wobei ich mich gern von meiner Neugier leiten lasse und diesen oder jenen Meditationszweig erkunde, so wie er sich mir gerade präsentiert. Manchmal entpuppt sich ein Weg als Sackgasse, dann aber wieder entdecke ich eine Perle, wie z.B. das innere Lächeln, oder die Sache mit den beiden Punkten über den Ohren, welche die Gedanken im Kopf zum Schweigen bringen. Mich reizt es, das Neue wie ein Pionier selber zu entdecken und bin weniger der Typ, der sich mit einem traditionellen Weg zufrieden gibt.
            Das merke ich jeweils daran, dass ich meine Erfahrungen nicht in passende Worte fassen kann und mit dem gängigen Vokabular der "Szene" nicht vertraut bin. Obwohl es oft dasselbe ist.

            Zitat von Möglichkeiten !? Beitrag anzeigen
            Was meinst Du mit `Elemente und Designs?´
            Vielleicht dass sich wie aus einer Buchstabensuppe spontan Wörter formen, die einen Sinn ergeben und eine Frage beantworten?
            Oder dass sich aus den zur Verfügung stehenden Schnipseln ein passendes Bild formt?

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              #51
              Zitat von Mistral1 Beitrag anzeigen
              Mir ist gerade eine andere Idee gekommen und mir mein eventueller Denkfehler klargeworden:

              Mit "Elementen" meinst Du vielleicht psychische Elemente oder auch psychische Inhalte, die dann Bilder ("Gebäude" ) und Musik (H.G´s Mensch) "designen" bzw. aufkommen lassen.
              Das kann ich nachvollziehen.

              Und mit den "Buchstaben" meinst Du vielleicht Bruchstücke und Teile von Erinnerungen, Gefühlen?, die dann die psychischen "Elemente" aktivieren.

              (Du siehst mein Interesse und Bemühen. )
              oh jaaa Mistral1, du bist immer nahe an den Gefühlen der Menschen denen du antwortest oder Fragen stellst.
              Und die Art wie du es machst, finde ich sehr,sehr angenehm.

              So wie du es jetzt beschreibst, so ist es in Etwa.
              Bewegte Stillleben irgendwie, denn wenn es sich zu schnell bewegt, kann ich es stoppen/anhalten.
              Manchmal kann ich es auch rückwärts laufen lassen
              am liebsten lasse ich es einfach drehen oder stelle es auf den Kopf.

              Serafin beschreibt es auch sehr gut, wenn es sich um Buchstaben/Wörter dreht. Allerdingst selbst die Fragen entwickeln sich erst ... ich gehe selten mit einer konkreten Frage in die Meditation.



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                #52
                Ich wusste, Serafin, von Deinen beeindruckenden Meditationserfahrungen, und auch, was Du, liebe Möglichkeiten!?, beschreibst, klingt außergewöhnlich. Es kommt mir so vor, als wäre ich mit dem kleinen Einmaleins zugange, während Ihr Euch mit Quantenphysik beschäftigt.

                Nach einem sehr anstrengenden und stressigen 2020 mit zudem noch Corona-Ausnahmesituation, hatte ich `Schock-Stress-Atmung´. Nun bin ich aber wieder in der Lage, tief und flüssig (ohne Verkürzung und staccato) zu atmen, und ich bin wieder oder noch? () bei den Meditation-Grundlagen.

                Und das hat mich wieder zu dem Aspekt von Meditation gebracht, dass durch sie eine Erweiterung des Horizonts stattfindet und damit auch eine Ausdehung des inneren Raums, so dass er auch Unangenehmes in erträglicher Dosis aufnehmen kann.
                Mal gucken, wenn ich Zeit habe, schreibe ich dazu etwas im Chakra-Faden, denn dort halte ich es thematisch für passender.


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                  #53



                  „Wohin reitet der Herr?« »Ich weiß es nicht«, sagte ich, »nur weg von hier, nur weg von hier. Immerfort weg von hier, nur so kann ich mein Ziel erreichen.« »Du kennst also dein Ziel«, fragte er. »Ja«, antwortete ich, »ich sagte es doch: ›Weg-von-hier‹ – das ist mein Ziel.« »Du hast keinen Essvorrat mit«, sagte er. »Ich brauche keinen«, sagte ich, »die Reise ist so lang, dass ich verhungern muss, wenn ich auf dem Weg nichts bekomme. Kein Essvorrat kann mich retten. Es ist ja zum Glück eine wahrhaft ungeheure Reise.«“ (Kafka)

                  Wer bist du, wenn du niemand sein musst?



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                    #54




                    "Die großen Augenblicke im guten wie im bösen Sinne sind die, in denen wir getan haben, was wir uns nie zugetraut hätten."
                    (Marie von Ebner-Eschenbach)


                    Was sind in diesem Sinne meine großen Augenblicke, in denen ich getan habe, was ich mir selbst nie zugetraut hätte?



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                      #55
                      Wow, ein tolles Bild, das zum Nachdenken anregt!
                      Es hat für mich irgendwie etwas Beklemmendes. Eine unendlich lange Treppe, jeder Schritt hallt nach. Kein Mensch zu sehen weit und breit. Nur ab und zu hört man gedämpft einen Fernseher quäken. Gitterstäbe, welche die Freiheit begrenzen - nicht nur im Aussen, sondern auch im Kopf.

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                        #56
                        Zitat von Serafin Beitrag anzeigen
                        Wow, ein tolles Bild, das zum Nachdenken anregt!(...)
                        Danke

                        Es gibt nur diese Stufen, kein Entrinnen. Stufen – schier endlos, hinauf oder hinab eine Frage der Perspektive. - Gefangen im Auf und Ab. -
                        Oben eine schemenhafte Gestalt auf der Treppe.

                        "Jeder lebt hinter einem Gitter, das er mit sich herumträgt. "(Kafka)



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