Ankündigung

Einklappen
Keine Ankündigung bisher.

über das Schreiben

Einklappen
X
 
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

    über das Schreiben


    Schreibflash .
    Soooo ist das also.
    Bisher kannte ich das nur von kleineren Geschichten, dieses sich aufdrängen und nicht mit dem Schreiben aufhören können, weil alles herauswill, jetzt sofort, und manchmal schneller, als ich schreiben kann, so dass ich kaum hinterher komme.
    Manchmal finde ich das ja schon anstrengend. Heute nicht. Ich platze fast vor einem innerlichen Grinsen, noch dazu, weil ich andauernd "Cecilia" singe/höre. Das passt.

    Uh oh, habe ich gestern gedacht, was machen die denn nur, die Figuren? Also, die machen jedenfalls überhaupt gar nicht das, was ich dachte, dass sie tun sollten. Aber es fühlt sich total gut an. So befreiend. So als ob es noch unzählige Möglichkeiten geben könnte. So, als wäre es eine verdammt aufregende Sache, das weiter zu erkunden.
    Ich glaube, meine Vorstellung davon, in welche Schublade diese Geschichte passen sollte, war völlig verkehrt.
    Vielleicht war es diese Vorstellung, die mich vom Schreiben abgehalten hat. Wie soll das auch was werden, wenn ich die Geschichte in etwas hineinzwängen will, was gar nicht zu ihr passt?
    Ich hab zum ersten Mal das Gefühl, dass ich dieses Buch tatsächlich zu Ende schreiben könnte. Auch wenn es noch so viele Lücken gibt, bei denen ich nicht die leiseste Ahnung habe, wie sie aufzufüllen sind.

    Und ich wollte das jetzt hier aufschreiben, damit ich nicht morgen aufwache und feststelle, dass ich alles nur geträumt habe. Damit ich, wenn der große Zweifel wieder über mich herfällt, hier nachlesen kann. Damit vielleicht ein Funke an andere Zweifler überspringt.

    Und damit es einen Platz gibt, an dem wir über das Schreiben schreiben können .


    Zitat von Chaja Beitrag anzeigen
    Ich vermute, wenn ein Autor in der Lage ist, etwas Echtes, Empfundenes, Erlebtes, also etwas Nährendes in einer schönen bzw. passenden Form "anzurichten" (ein guter Koch versucht auch, seine Gestaltung dem Lebensmittel abzulauschen und nicht den Salat in die Form eines Fisches zu zwingen), kann er sowohl seine eigene Seele damit nähren als auch andere.
    Irgendwie kommen mir bei dem Begriff "Nahrung" ständig andere Menschen in den Sinn. Aber klar, ich sollte auch für mich selber sorgen.
    Wie ist das bei Dir - Nahrung für Dich, für andere, für Dich und andere?


    Zitat von Nordhimmel Beitrag anzeigen
    Eine Geschichte ist für mich immer auch eine Reise in mein Inneres.
    Das geht mir auch so. Mir ist es jetzt schon einige Male passiert, dass ich eine etwas ältere Geschichte von mir zur Hand genommen habe und dachte: "Woher wusste ich das damals eigentlich schon? Und wenn ich es wusste, warum habe ich damals nicht schon ... gemacht?"

    Zitat von Nordhimmel Beitrag anzeigen
    Es dauerte nicht mal allzu lange, nur etwa ein Jahr.
    Wir haben unterschiedliche Vorstellungen von "nicht allzu lange" . Wie war das denn, konntest Du Dich dann überhaupt von Deinen Figuren losreißen?
    Jedenfalls finde ich es klasse, dass Du es durchgehalten und geschafft hast. War es leicht? Oder schwer?

    #2
    Hallo Nordhimmel,

    das tolle Gefühl, das man hat,
    wenn man eine größere Sache erfolgreich zu Ende gebracht hat,
    kenne ich auch.

    Es ist wirklich gigantisch.

    Zu deinem Roman:

    Woher weißt du,
    dass dein Roman für eine Veröffentlichung nicht taugt?

    Wie viele Leute kennen deinen Roman?

    LG,
    success.
    Ich weiß es nicht, sprich, ich habe den Roman nie einem Verlag angeboten. Doch ich selbst würde ihn so nicht rausgeben wollen. Er müßte überarbeitet werden. Dafür habe ich aber weder Lust noch Zeit, da ich schon lange an neuen Projekten arbeite.

    Gelesen wurde er von meiner Tochter und einigen guten Freunden. Insgesamt etwa 10 Leute. Die Resonanz war positiv, was mich natürlich gefreut hat.

    Kommentar


      #3
      Danke für deine Rückmeldung,

      Nordhimmel.

      LG,
      success.

      Kommentar


        #4
        Zitat von hobbes Beitrag anzeigen

        Uh oh, habe ich gestern gedacht, was machen die denn nur, die Figuren?
        Schmunzelt, das erinnert mich jetzt an eine Aussage meiner Tochter. Die schreibt ebenfalls gerne. Hat auch schon einen ganzen Roman fertig und zwei weitere in Arbeit. Sie jammerte einmal sehr, weil sie ständig darauf wartete das ihre beiden Hauptfiguren sich endlich treffen. Die ließen sich aber viel Zeit damit. Sie weiß am Anfang fast gar nichts von ihrer Geschichte. Die entwickelt sich bei ihr wirklich erst beim Schreiben.
        Bei mir ist es ein Mix. Ich habe eine Idee. Meistens auch schon eine Kernaussage, manchmal sogar das Ende im Kopf. Doch auch bei mir entwickelt sich vieles dann im Verlaufe völlig anders als ursprünglich gedacht.

        Zitat von hobbes Beitrag anzeigen
        Wir haben unterschiedliche Vorstellungen von "nicht allzu lange" . Wie war das denn, konntest Du Dich dann überhaupt von Deinen Figuren losreißen?
        Ja in diesem Fall war es sogar so, das ich das Buch beendete weil ich den Kopf frei haben wollte für eine neue Idee die mich faszinierte. Sprich, ein neues Buch. Die Frage die sich mir zum Schluss stellte war, will ich wirklich so ein fürchterlich kitschiges Happy End oder will ich das nicht. Ich habe mich dann für das Happy End entschieden weil das einfach am schnellsten ging. Witzig ist, eine Freundin die es gelesen hat meinte, sie habe sich die Tränen verdrücken müssen. Also, kann es so verkehrt nicht gewesen sein


        Zitat von hobbes Beitrag anzeigen
        Jedenfalls finde ich es klasse, dass Du es durchgehalten und geschafft hast. War es leicht? Oder schwer?
        Hmmm. Das ist schwierig zu beantworten. Einerseits war es total einfach. Die Geschichte faszinierte mich und ich war gedanklich extrem viel mit ihr beschäftigt. Die Figuren lebten ein Stück weit für mich. Das machte sie so real, das sie einfach zu beschreiben waren. In der Geschichte habe ich teilweise meine Gefühle umgesetzt die ich an bestimmten Tagen hatte. Nur eben auf die Geschichte bezogen. Das merkt man beim lesen. Es gibt Teile die berühren mich auch heute noch wenn ich es lese.

        Schwer war es für mich, ein doch schon recht großes Werk zu Ende zu bringen. Da fehlt es mir mit Sicherheit noch am technischen Können. Aber ich habe bei neuen Projekten gemerkt das auch das einfacher wird mit der Übung.

        Kommentar


          #5
          Hallo Ihr Lieben,

          Zitat von hobbes Beitrag anzeigen
          Und damit es einen Platz gibt, an dem wir über das Schreiben schreiben können
          Was für ein schöner neuer Faden, liebe Hobbes!! Danke dafür!

          Und ganz besonderen Dank für Deinen Eingangsbeitrag! Ich werde beim nächsten Mal genauer darauf eingehen und auch auf das was Du, liebe Nordhimmel, geschrieben hast.

          Nur eines vorweg:

          Zitat von hobbes Beitrag anzeigen
          Damit vielleicht ein Funke an andere Zweifler überspringt.
          Es macht mir auf jeden Fall Mut, von Euch beiden zu lesen! Und Eure Berichte vom Schreiben haben dazu beigetragen, dass ich heute meinen Schreibtisch wieder "ausgegraben" habe. Gewöhnlich landet auf meinem Tisch nämlich alles, was ich demnächt erledigen will: Rechnungen, die bezahlt und Papiere, die in irgendwelche Ordner abgeheftet werden müssen, Kleidungsstücke, deren Knöpfe lose sind, Bilder, für die ich erst noch einen Platz finden möchte etc. Heute nun habe ich alles von dort verbannt, was diesen Schreibplatz blockiert. Auch das dahinter verlaufende Fensterbrett, auf dem ich immer allerlei Krempel deponiert habe, hat eine vollständige Umgestaltung erfahren: Jetzt liegt ein dunkelrotes Tuch darauf, auf dem nur ganz wenige, ausgewählte Lieblingsstücke ihren Platz haben. Es ist richtig schön geworden!

          Soweit für heute.
          Ganz liebe Grüße von Eurer Chaja

          Kommentar


            #6
            Es ist so schön, euch beim Schreiben über die Schulter zu schauen und zu spüren, wie bei mir die Lust wächst, an mein aktuelles Projekt zurückzukehren. Seit die erste Miri-Geschichte (und unser erstes "richtiges" Buch) raus ist, war ich in erster Linie damit beschäftigt, ein schönes übersichtliches Arbeitszimmer aus meinem Chaos zu graben und diverse Kurse für Selbsterfahrung und Kreativitätstraining wahr zu machen. Ich gelobe jedoch bei meiner Autorinnenehre, dass ich spätestens ab September wieder täglich tausend Wörter schreibe (und dabei herausfinde, wie die Geschichte von Miri, Ian, Sturmtänzer und ihren skeptischen Freunden weitergeht) ...

            Kommentar


              #7
              Hallo Ihr Lieben,

              Zitat von hobbes Beitrag anzeigen

              Schreibflash .
              Soooo ist das also.
              Bisher kannte ich das nur von kleineren Geschichten, dieses sich aufdrängen und nicht mit dem Schreiben aufhören können, weil alles herauswill, jetzt sofort, und manchmal schneller, als ich schreiben kann, so dass ich kaum hinterher komme.
              Wie schön zu lesen, liebe Hobbes! Freut mich sehr für Dich!
              Ja, das kenne ich auch, dass ich nicht hinterherkomme. Mir passiert es allerdings dann auch regelmäßig, dass ich einen Lückentext produziere, weil ich nicht schnell genug schreiben kann. Ich weiß, dass ich die Sätze einmal vollständig gedacht habe, aber wenn ich die Worte nicht gleich auf dem Blatt habe, sind sie weg und ich muss zusehen, dass ich die Fortsetzung mitbekomme.

              Uh oh, habe ich gestern gedacht, was machen die denn nur, die Figuren? Also, die machen jedenfalls überhaupt gar nicht das, was ich dachte, dass sie tun sollten. Aber es fühlt sich total gut an. So befreiend. So als ob es noch unzählige Möglichkeiten geben könnte. So, als wäre es eine verdammt aufregende Sache, das weiter zu erkunden.
              Ich glaube, meine Vorstellung davon, in welche Schublade diese Geschichte passen sollte, war völlig verkehrt.
              Vielleicht war es diese Vorstellung, die mich vom Schreiben abgehalten hat. Wie soll das auch was werden, wenn ich die Geschichte in etwas hineinzwängen will, was gar nicht zu ihr passt?
              Ich hab zum ersten Mal das Gefühl, dass ich dieses Buch tatsächlich zu Ende schreiben könnte. Auch wenn es noch so viele Lücken gibt, bei denen ich nicht die leiseste Ahnung habe, wie sie aufzufüllen sind.
              Das klingt ganz wunderbar! Wer möchte auch Protagonisten haben, die so wenig Eigeninitiative zeigen, dass sie sich ihr ganzes Leben von einem Autor vorgeben lassen? Apropos: Kennst Du den Film "Stranger than Fiction", in dem der Protagonist plötzlich entdeckt, dass er die Hauptfigur eines Romans ist, dem ein tragisches Ende vorbestimmt ist? Er wehrt sich mit aller Kraft, macht lauter Dinge, die ihm viel mehr Spaß machen, als das, was seine Autorin ihm als Hobbies aufdrücken wollte ... und mehr verrate ich nicht

              Irgendwie kommen mir bei dem Begriff "Nahrung" ständig andere Menschen in den Sinn. Aber klar, ich sollte auch für mich selber sorgen.
              Wie ist das bei Dir - Nahrung für Dich, für andere, für Dich und andere?
              Diesen Nahrungsaspekt habe ich für mich persönlich zum ausschlaggebenden Qualitätskriterium gewählt: Wenn der Text weder mir noch anderen etwas gibt (uns "nährt"), taugt er in meinen Augen nichts. Von diesen Texten gibt es größere Massen, publizierte und unpublizierte. Mit in diesem Sinne "substanzlosen" Texten mag ich meine Zeit nicht vertun, weder schreibend noch lesend. Das heißt aber nicht, dass ein Text für mich einen bestimmten Grad von Weisheit, Ernsthaftigkeit, Tiefgründigkeit etc. aufweisen müsste, denn Texte könnnen eben auf ganz unterschiedliche Weise nähren. Manchmal brauche ich stille Texte, manchmal warme, manchmal spannende, manchmal traurige, manchmal Begeisterung transportierende, manchmal witzige, manchmal besinnliche usw. usf.

              Was das Für-mich einerseits und das Für-andere andererseits angeht, so hatte ich dabei nicht unbedingt nur meine eigenen Schreibprojekte im Kopf. Beispielsweise sind viele der Texte, die ich hier im Forum geschrieben habe, mehr für mich selbst gedacht, während ich die übrigen hauptsächlich für andere in ihren Fäden geschrieben habe. Mit dem Für-andere-Schreiben muss ich immer aufpassen, denn ich weiß, dass ich mich auf diesem Gebiet leicht verausgabe und dann hinterher selbst zusehen muss, wie ich wieder Energie gewinne und die Leere aus mir verdränge. Seit meinem Depressionstief ist Energie nichts, was ich in Hülle und Fülle zur Verfügung hätte und einfach davon verteilen könnte. Zum Kraftschöpfen muss ich in der Regel alleine sein, und auch das Schreiben ganz für mich gibt mir Kraft.

              Das geht mir auch so. Mir ist es jetzt schon einige Male passiert, dass ich eine etwas ältere Geschichte von mir zur Hand genommen habe und dachte: "Woher wusste ich das damals eigentlich schon? Und wenn ich es wusste, warum habe ich damals nicht schon ... gemacht?"
              Staunst Du auch immer wieder über die roten Fäden in Deinem Leben? Es gibt Themen, die einfach immer wieder auftauchen und Fragen, die man sich immer wieder aufs Neue beantworten muss....

              Liebe Nordhimmel,

              Zitat von Nordhimmel Beitrag anzeigen
              Ich weiß es nicht, sprich, ich habe den Roman nie einem Verlag angeboten. Doch ich selbst würde ihn so nicht rausgeben wollen. Er müßte überarbeitet werden. Dafür habe ich aber weder Lust noch Zeit, da ich schon lange an neuen Projekten arbeite.
              Du scheinst dafür viele Projekte im Kopf zu haben! Und Deine Tochter ist von Dir "angesteckt" worden?

              Zitat von Nordhimmel Beitrag anzeigen
              Bei mir ist es ein Mix. Ich habe eine Idee. Meistens auch schon eine Kernaussage, manchmal sogar das Ende im Kopf. Doch auch bei mir entwickelt sich vieles dann im Verlaufe völlig anders als ursprünglich gedacht.
              Wie wichtig sind Dir die "Kernaussagen"? Oder anders gefragt: Möchtest Du mit Deinen Texten etwas Bestimmtes zeigen?

              Ja in diesem Fall war es sogar so, das ich das Buch beendete weil ich den Kopf frei haben wollte für eine neue Idee die mich faszinierte. Sprich, ein neues Buch. Die Frage die sich mir zum Schluss stellte war, will ich wirklich so ein fürchterlich kitschiges Happy End oder will ich das nicht. Ich habe mich dann für das Happy End entschieden weil das einfach am schnellsten ging. Witzig ist, eine Freundin die es gelesen hat meinte, sie habe sich die Tränen verdrücken müssen. Also, kann es so verkehrt nicht gewesen sein
              Wenn das Happy End am schnellsten ging, wollte vielleicht die Geschichte selbst "happy" enden?

              Die Figuren lebten ein Stück weit für mich. Das machte sie so real, das sie einfach zu beschreiben waren. In der Geschichte habe ich teilweise meine Gefühle umgesetzt die ich an bestimmten Tagen hatte.
              Wie hat sich das umgedreht auf Dein Leben ausgewirkt? Ich merke nämlich immer, dass ich, wenn ich mich gedanklich in ein solches Projekt vertiefe, auch zwischen den Schreibphasen nicht so gut im Hier und Jetzt sein kann. Das macht mir mitunter Angst, zumal ich dann ganz woanders bin als meine Kinder, mein Mann, meine Freude...

              Es gibt Teile die berühren mich auch heute noch wenn ich es lese.
              Das ist schön zu lesen!

              Liebe Tintenweberin,

              Zitat von Tintenweberin Beitrag anzeigen
              Ich gelobe jedoch bei meiner Autorinnenehre, dass ich spätestens ab September wieder täglich tausend Wörter schreibe (und dabei herausfinde, wie die Geschichte von Miri, Ian, Sturmtänzer und ihren skeptischen Freunden weitergeht) ...
              Setzt Du Dir in der dunkleren Jahreshälfte immer ein solches quantitatives Ziel? Schreibst Du dann tatsächlich jeden Tag eintausend Wörter? Wow! Das dürften dann etwa anderthalb bis zwei DIN-A4-Seiten sein, oder? Hast Du bevorzugte Tageszeiten zum Schreiben?

              Wie geht es Euch anderen damit? Schreibt Ihr lieber abends oder morgens oder spielt die Tageszeit gar keine Rolle? Welche Rahmenbedingungen schafft Ihr Euch zum Schreiben?

              Viele liebe Grüße von Eurer Chaja

              Kommentar


                #8
                Zitat von Chaja Beitrag anzeigen
                Setzt Du Dir in der dunkleren Jahreshälfte immer ein solches quantitatives Ziel? Schreibst Du dann tatsächlich jeden Tag eintausend Wörter? Wow! Das dürften dann etwa anderthalb bis zwei DIN-A4-Seiten sein, oder? Hast Du bevorzugte Tageszeiten zum Schreiben?
                Da ich mir heute Abend eigentlich schon frei gegeben habe (ich lese gerade einen ganz tollen Roman von einer Kollegin aus einem Autorenforum), beantworte ich nur noch die Fragen, die du direkt an mich gerichtet hast, liebe Chaja. In deinem Text sind allerdings so viel mehr Denkanstöße, dass ich in den nächsten Tagen unbedingt noch ein bisschen mehr dazu schreiben will.

                Eigentlich habe ich immer auch quantitative Ziele. Da wir (mehr oder weniger) regelmäßig neue Kurzromane aus der Siegelwelt herausgeben wollen und keine weiteren Autoren finden, die mitschreiben, muss ich halt "ran". Eigentlich ist das kein Problem, Ideen habe ich mehr als genug, aber ich schreibe halt ziemlich langsam. Für tausend Wörter brauche ich in der Regel eineinhalb bis zwei Stunden. In einem 60-Seiten-Kurzroman stecken etwa 15.000 Wörter, und da ich als Blankpager ohne Plot "einfach drauf los" schreibe, passiert es mir gar nicht selten, dass ich vorne zwei oder drei Kapitel "mal eben" nochmal neu schreiben muss, weil mir um die Mitte herum für hinten noch etwas besseres eingefallen ist, zu dem dann die vorderen Kapitel nicht mehr passen ...

                Normalerweise stehe ich an Schultagen um halb fünf auf, damit ich auf jeden Fall noch eine Stunde schreiben kann. Das ist mit Abstand meine beste Schreibzeit und die will ich mir auf jeden Fall auch wieder freischaufeln. Im Moment leidet das Schreiben ein bisschen unter den vielen anderen Projekten (Aufbau der Tintenweberei, Entrümpelung und Neugestaltung meines Arbeitszimmers und Fitness-Training), die ich mir seit Frühjahr an Land gezogen habe.

                Kommentar


                  #9
                  Zitat von Chaja Beitrag anzeigen
                  Es macht mir auf jeden Fall Mut, von Euch beiden zu lesen! Und Eure Berichte vom Schreiben haben dazu beigetragen, dass ich heute meinen Schreibtisch wieder "ausgegraben" habe. Jetzt liegt ein dunkelrotes Tuch darauf, auf dem nur ganz wenige, ausgewählte Lieblingsstücke ihren Platz haben. Es ist richtig schön geworden!
                  Schreibst du deine Texte auf Papier mit der Hand? Da hätte ich z.b. ein Problem. Das ginge mir nicht schnell genug.

                  Kommentar


                    #10
                    Zitat von Tintenweberin Beitrag anzeigen
                    Es ist so schön, euch beim Schreiben über die Schulter zu schauen und zu spüren, wie bei mir die Lust wächst, an mein aktuelles Projekt zurückzukehren. Seit die erste Miri-Geschichte (und unser erstes "richtiges" Buch) raus ist, war ich in erster Linie damit beschäftigt, ein schönes übersichtliches Arbeitszimmer aus meinem Chaos zu graben und diverse Kurse für Selbsterfahrung und Kreativitätstraining wahr zu machen. Ich gelobe jedoch bei meiner Autorinnenehre, dass ich spätestens ab September wieder täglich tausend Wörter schreibe (und dabei herausfinde, wie die Geschichte von Miri, Ian, Sturmtänzer und ihren skeptischen Freunden weitergeht) ...
                    Daran seh ich schon mal deutlich das ich momentan zum Beruf "Autorin" nicht tauge. Ich habe beim Schreiben keinerlei Disziplin. Manchmal schreib ich jeden Tag, teilweise auch ganz schön viel. Doch dann gibt es wieder Wochen wo ich kein einziges Wort schreibe

                    Kommentar


                      #11
                      Zitat von Chaja Beitrag anzeigen
                      Zum Kraftschöpfen muss ich in der Regel alleine sein, und auch das Schreiben ganz für mich gibt mir Kraft.
                      Spannend diese Aussage. Bei mir ist das unterschiedlich. Je nach Thematik. Manchmal bin ich erfrischt und kraftvoll nach dem Schreiben, es kann aber auch vorkommen das es mich runterzieht. Das ist nun zwar OT, aber gibt dir ein intensives Gespräch mit einem Freund oder einer Freundin nicht auch Kraft?


                      Zitat von Chaja Beitrag anzeigen
                      Du scheinst dafür viele Projekte im Kopf zu haben! Und Deine Tochter ist von Dir "angesteckt" worden?
                      Meine Tochter hat immer gerne Geschichten geschrieben. Schon in der Grundschule. Mit etwa 13 Jahren begann sie ihr erstes Buch. Mit ca. 16 war sie fertig. Und ERST dann erzählte sie mir davon. Bis zu diesem Zeitpunkt wusste sie auch nicht, das ich längere Sachen schreibe. Das habe ich ihr erst da erzählt. Für mich war das Schreiben sehr lange etwas sehr privates. Meine Texte gab ich niemandem zum lesen. Das hat sich erst in den letzten 5 Jahren geändert.


                      Zitat von Chaja Beitrag anzeigen
                      Wie wichtig sind Dir die "Kernaussagen"? Oder anders gefragt: Möchtest Du mit Deinen Texten etwas Bestimmtes zeigen?
                      Ein Buch ist für mich nur dann gut, wenn es mich auf irgendeine Art und Weise ins Nachdenken gebracht hat. Klar möchte ich eine Aussage in meinen Texten haben. Einfach nur schöne Worte aneinanderreihen, würde mich langweilen. Die Faszination am Schreiben liegt für mich ja auch darin andere Menschen zu be-rühren. Eine Welt zu erschaffen in die andere eintauchen und die sie mitreisst, beschäftigt, aufwühlt und lachen und weinen lässt.

                      Zitat von Chaja Beitrag anzeigen
                      Wenn das Happy End am schnellsten ging, wollte vielleicht die Geschichte selbst "happy" enden?
                      Das es keine Tragödie wird, war von Anfang an klar. Es war als ein "etwas anderer" Liebesroman geplant. Doch so zuckersüsses Hollywood-Zeugs mag ich eigentlich gar nicht. Und doch, ist das Ende so geworden

                      Zitat von Chaja Beitrag anzeigen
                      Wie hat sich das umgedreht auf Dein Leben ausgewirkt? Ich merke nämlich immer, dass ich, wenn ich mich gedanklich in ein solches Projekt vertiefe, auch zwischen den Schreibphasen nicht so gut im Hier und Jetzt sein kann. Das macht mir mitunter Angst, zumal ich dann ganz woanders bin als meine Kinder, mein Mann, meine Freude...
                      Hmmm ich bin nie so weit weg, dass ich meinen Alltag nicht mehr geregelt bekomme. Und das ich gedanklich manchmal in meinen Phantasiewelten bin, das ist in meinem Umfeld bekannt und akzeptiert. Wo genau liegt deine Angst?

                      Zitat von Chaja Beitrag anzeigen
                      Wie geht es Euch anderen damit? Schreibt Ihr lieber abends oder morgens oder spielt die Tageszeit gar keine Rolle? Welche Rahmenbedingungen schafft Ihr Euch zum Schreiben?
                      Ich habe überhaupt keine festen Zeiten. Meine Texte schreibe ich direkt in ein Textverarbeitungsprogramm. Oft habe ich den Text auf und mache dann etwas anderes, wie z.B in Foren schreiben, und warte bis ich meine Gedanken so weit sortiert habe, das es weitergeht.

                      Kommentar


                        #12
                        Hallo ihr Lieben,

                        ihr habt so viel spannende Dinge geschrieben, wenn ich da mit dem Antworten anfange, bin ich vermutlich die nächste zwei Stunden beschäftigt .
                        Und das geht gerade gar nicht, weil mich meine Geschichte momentan immer noch fest im Griff hat.
                        Nur so viel, dieses: "Wenn Du zum großen Ziel X willst, aber keine Ahnung hast, wie hinkommen, dann hol Dir einfach irgendwas davon, so ein Xstel ins Leben und vertrau darauf, dass sich daraus der nächste Schritt ergibt."
                        Also, das funktioniert auch in Geschichten, habe ich gestern freudig überrascht festgestellt .

                        Bis später, ich komme ganz sicher wieder hierher zurück ...

                        Kommentar


                          #13
                          Ihr Lieben,

                          habt vielen Dank für Eure Antworten! Ich hatte gar nicht damit gerechnet, dass Ihr so schnell dazu kommen würdet!

                          Zitat von Tintenweberin Beitrag anzeigen
                          Eigentlich habe ich immer auch quantitative Ziele. Da wir (mehr oder weniger) regelmäßig neue Kurzromane aus der Siegelwelt herausgeben wollen und keine weiteren Autoren finden, die mitschreiben, muss ich halt "ran". Eigentlich ist das kein Problem, Ideen habe ich mehr als genug, aber ich schreibe halt ziemlich langsam. Für tausend Wörter brauche ich in der Regel eineinhalb bis zwei Stunden. In einem 60-Seiten-Kurzroman stecken etwa 15.000 Wörter, und da ich als Blankpager ohne Plot "einfach drauf los" schreibe, passiert es mir gar nicht selten, dass ich vorne zwei oder drei Kapitel "mal eben" nochmal neu schreiben muss, weil mir um die Mitte herum für hinten noch etwas besseres eingefallen ist, zu dem dann die vorderen Kapitel nicht mehr passen ...
                          Vielen Dank für diese spannenden Einblicke in Deinen Autoren-Alltag, liebe Tintenweberin! Wenn tausend Wörter in eineinhalb bis zwei Stunde für Dich allerdings "langsames" auszeichnen, muss ich wohl noch darüber nachgrübeln, wie man mein Tempo nennen könnte: "schneckisch" vielleicht?

                          Normalerweise stehe ich an Schultagen um halb fünf auf, damit ich auf jeden Fall noch eine Stunde schreiben kann. Das ist mit Abstand meine beste Schreibzeit und die will ich mir auf jeden Fall auch wieder freischaufeln.
                          Ich stelle auch immer wieder fest, dass der Morgen, wenn's ums Schreiben geht, für mich eine sehr gute Zeit ist. Und das, obwohl ich keineswegs ein natürlicher Frühaufsteher bin! Bei mit ist es allerdings 5:20 wenn ich aufstehe, um noch eine Stunde Schreibzeit zu haben, aber das ist für mich allemal morgendlich genug

                          Liebe Nordhimmel,

                          Zitat von Nordhimmel Beitrag anzeigen
                          Schreibst du deine Texte auf Papier mit der Hand? Da hätte ich z.b. ein Problem. Das ginge mir nicht schnell genug.
                          Es kommt darauf an. Meine "Morgenseiten" schreibe ich prinzipiell mit der Hand und bei Gedichten komme ich so auch am besten weiter. Alles andere tippe ich auch direkt in mein Laptop. Aber ich mag es, einen bestimmten Platz zum Schreiben zu haben und mich nicht wie ein "Schreibnomade" fühlen zu müssen, der morgens auf seinem Schreibtisch kaputte Strümpfe vorfindet, zum Mittagessen vom Küchentisch vertrieben wird, und abends das Sofa für den fernsehguckenden Teil der Familie räumen muss.

                          Zitat von Nordhimmel Beitrag anzeigen
                          Zitat von Chaja
                          Zum Kraftschöpfen muss ich in der Regel alleine sein, und auch das Schreiben ganz für mich gibt mir Kraft.
                          Spannend diese Aussage. Bei mir ist das unterschiedlich. Je nach Thematik. Manchmal bin ich erfrischt und kraftvoll nach dem Schreiben, es kann aber auch vorkommen das es mich runterzieht. Das ist nun zwar OT, aber gibt dir ein intensives Gespräch mit einem Freund oder einer Freundin nicht auch Kraft?
                          Hmm, manchmal... Das hängt weniger mit meinen Freunden und den Gesprächen zusammen als mit der Tatsache, dass ich beruflich den ganzen Tag lang mündlich kommuniziere. Und wenn ich dann nach Hause kommen, will ich meine Kinder und meinen Mann ja auch nicht anschweigen. Abends tausche ich mich dann, wenn überhaupt, lieber nur noch schriftlich aus. Meine Freizeit nutze ich hauptsächlich, um endlich mal mit mir alleine zu sein.

                          Meine Tochter hat immer gerne Geschichten geschrieben. Schon in der Grundschule. Mit etwa 13 Jahren begann sie ihr erstes Buch. Mit ca. 16 war sie fertig. Und ERST dann erzählte sie mir davon. Bis zu diesem Zeitpunkt wusste sie auch nicht, das ich längere Sachen schreibe. Das habe ich ihr erst da erzählt. Für mich war das Schreiben sehr lange etwas sehr privates. Meine Texte gab ich niemandem zum lesen. Das hat sich erst in den letzten 5 Jahren geändert.
                          Es ist wirklich spannend, dass Ihr so lange Parallelschreiberinnen wart, ohne es zu wissen! Habt Ihr sonst irgendwie Geschichten miteinander geteilt, z.B. durch Geschichtenerzählen oder -vorlesen?

                          Ein Buch ist für mich nur dann gut, wenn es mich auf irgendeine Art und Weise ins Nachdenken gebracht hat. Klar möchte ich eine Aussage in meinen Texten haben. Einfach nur schöne Worte aneinanderreihen, würde mich langweilen. Die Faszination am Schreiben liegt für mich ja auch darin andere Menschen zu be-rühren. Eine Welt zu erschaffen in die andere eintauchen und die sie mitreisst, beschäftigt, aufwühlt und lachen und weinen lässt.
                          Das heißt aber auch, dass Deine Texte - obwohl Du sie bislang nur einem ausgewählten Kreis zu lesen gibst - doch irgendwie für andere Leser "gedacht" sind?

                          Das es keine Tragödie wird, war von Anfang an klar. Es war als ein "etwas anderer" Liebesroman geplant. Doch so zuckersüsses Hollywood-Zeugs mag ich eigentlich gar nicht. Und doch, ist das Ende so geworden
                          Spannend, was sich so ergibt!

                          Hmmm ich bin nie so weit weg, dass ich meinen Alltag nicht mehr geregelt bekomme. Und das ich gedanklich manchmal in meinen Phantasiewelten bin, das ist in meinem Umfeld bekannt und akzeptiert. Wo genau liegt deine Angst?
                          Hmm, das ist nicht so leicht zu erklären und führt hier vielleicht etwas zu weit. Deswegen ein Versuch in aller Kürze: Ich habe immer wieder die Erfahrung gemacht, dass ich auf unterschiedlichen Ebenen dazu neige, aus mir oder meiner Gegenwart "herauszugleiten". Ich muss mich gewissermaßen mit dem praktischen Leben vertäuen, damit ich nicht so sehr aus mir und meiner Gegenwart in Phantasiewelten oder nichtköperliche Zustände abdrifte. Es ist nicht so, dass ich dann meinen Alltag nicht mehr gebacken bekäme, aber ich bin dann, trotz aller Erledigungen, nicht wirklich präsent. Ich möchte aber nicht die Ewig-Abwesende sein...
                          Ich habe überhaupt keine festen Zeiten. Meine Texte schreibe ich direkt in ein Textverarbeitungsprogramm. Oft habe ich den Text auf und mache dann etwas anderes, wie z.B in Foren schreiben, und warte bis ich meine Gedanken so weit sortiert habe, das es weitergeht.
                          Du kannst offenbar gut zwischen verschiedenen Bereichen hin- und herwechseln. Das bewundere ich sehr! Ich brauche immer eine gewisse Zeit, um mich wieder in eine Sache einzufinden und wieder an den Punkt zu gelangen, an dem ich aufgehört habe.

                          Liebe Hobbes,

                          Zitat von hobbes Beitrag anzeigen
                          ihr habt so viel spannende Dinge geschrieben, wenn ich da mit dem Antworten anfange, bin ich vermutlich die nächste zwei Stunden beschäftigt .
                          Und das geht gerade gar nicht, weil mich meine Geschichte momentan immer noch fest im Griff hat..
                          Das klingt doch hervorragend! Die Geschichte wird Dich mit ihrem festen Griff bestimmt dazu kriegen, dass aus Dir eine richtige Autorin wird! Denn weißt Du: Sie plant schon lange, mal eine echte, eigene Autorin zu formen und hat sich bisher nur nie getraut. Sie hat bei sich gedacht, dass es ein lächerlicher Wunsch ist, eine eigene Autorin zu gestalten. Schließlich wünschen sich viele Geschichten irgendwann mal, einen eigenen Autor entstehen zu lassen, der sie ausführt, weiterdenkt, sich entwickeln lässt. Aber wievielen gelingt das schon? Es hat eben nicht jede Geschichte die Kraft, aus einem ganz normalen Menschen einen dienstwilligen Schreiberling zu machen, der sie selbst auch zu Ende erzählt! Deswegen: Kompliment an Deine Geschichte! Sie ist auf dem richtigen Weg!

                          Nur so viel, dieses: "Wenn Du zum großen Ziel X willst, aber keine Ahnung hast, wie hinkommen, dann hol Dir einfach irgendwas davon, so ein Xstel ins Leben und vertrau darauf, dass sich daraus der nächste Schritt ergibt."
                          Also, das funktioniert auch in Geschichten, habe ich gestern freudig überrascht festgestellt .
                          Vielen Dank für diese Erinnerung!

                          Seid alle herzlich gegrüßt von
                          Eurer Chaja

                          Kommentar


                            #14
                            Zitat von hobbes Beitrag anzeigen

                            Und das geht gerade gar nicht, weil mich meine Geschichte momentan immer noch fest im Griff hat.
                            Bis später, ich komme ganz sicher wieder hierher zurück ...
                            Das scheint ja eine richtig lange Geschichte zu werden. Ich freu mich schon auf deinen Bericht.

                            Kommentar


                              #15
                              Zitat von Nordhimmel Beitrag anzeigen
                              Meine Tochter hat immer gerne Geschichten geschrieben. Schon in der Grundschule. Mit etwa 13 Jahren begann sie ihr erstes Buch. Mit ca. 16 war sie fertig. Und ERST dann erzählte sie mir davon. Bis zu diesem Zeitpunkt wusste sie auch nicht, das ich längere Sachen schreibe. Das habe ich ihr erst da erzählt.
                              Zitat von Chaja Beitrag anzeigen
                              Es ist wirklich spannend, dass Ihr so lange Parallelschreiberinnen wart, ohne es zu wissen! Habt Ihr sonst irgendwie Geschichten miteinander geteilt, z.B. durch Geschichtenerzählen oder -vorlesen?
                              Ich habe viel vorgelesen, auch als die Kinder schon gut lesen konnten. Das waren Bücher mit denen sie selbst noch überfordert gewesen wären, z.b. ein 700 Seiten Wälzer. Und meine Tochter hat mir schon immer wieder mal Kurzgeschichten gezeigt, die sie geschrieben hat. Nur den Roman hat sie mir verschwiegen. Das ich ihr meine Schreiberling-Aktivitäten nicht gezeigt habe, hatte zwei Gründe. Erstens ist das was ich schreibe für ein Kind nur bedingt geeignet und zweitens war sie sehr stolz auf ihre Geschichten. Ich wollte ihr das komplett lassen und ihr nicht das Gefühl geben ich gehe in Konkurrenz mit ihr.
                              Zitat von Nordhimmel Beitrag anzeigen
                              Ein Buch ist für mich nur dann gut, wenn es mich auf irgendeine Art und Weise ins Nachdenken gebracht hat. Klar möchte ich eine Aussage in meinen Texten haben. Einfach nur schöne Worte aneinanderreihen, würde mich langweilen. Die Faszination am Schreiben liegt für mich ja auch darin andere Menschen zu be-rühren. Eine Welt zu erschaffen in die andere eintauchen und die sie mitreisst, beschäftigt, aufwühlt und lachen und weinen lässt.
                              Zitat von Chaja Beitrag anzeigen
                              Das heißt aber auch, dass Deine Texte - obwohl Du sie bislang nur einem ausgewählten Kreis zu lesen gibst - doch irgendwie für andere Leser "gedacht" sind?
                              Da hat sich meine Ansicht im Laufe meines Lebens immer wieder verändert. Ich habe auch als Kind schon Geschichten geschrieben. Eine hab ich sogar noch. Da muss ich ca. 10 Jahre alte gewesen sein. Während meiner Studienzeit habe ich ein Kinderbuch begonnen das ich nie beendet habe. Damals habe ich schon über eine Veröffentlichung nachgedacht. Aber auf eher träumerische Art.
                              Dann habe ich jahrelang nur Tagebuch geschrieben.
                              Erst vor ca. 10 Jahren fing ich wieder an mit Kurzgeschichten. Und habe da erkannt, dass ich sehr viel von mir zeige. Damals war klar, die sieht niemand
                              Auf der anderen Seite war mein Anspruch an mich selbst schon immer der, dass ich etwas schreiben möchte was Menschen gerne lesen und sie berührt. Wahrscheinlich weil ich das von einem guten Buch erwarte.
                              Mittlerweile sehe ich es auch entspannter das ich mich in meinen Texten zeige für die, die gut zwischen den Zeilen lesen können.
                              Heute ist es ja relativ einfach geworden sich den Wunsch nach einem eigenen Buch zu erfüllen wenn man nicht unbedingt Geld damit verdienen will. Vielleicht gönne ich mir das irgendwann einmal.
                              Zitat von Chaja Beitrag anzeigen
                              Aber ich mag es, einen bestimmten Platz zum Schreiben zu haben und mich nicht wie ein "Schreibnomade" fühlen zu müssen...
                              Gut so gesehen habe ich auch einen festen Platz, meinen Schreibtisch. Dort erledige ich alles was ich mit dem Computer mache.

                              Zitat von Chaja Beitrag anzeigen
                              ...Ich möchte aber nicht die Ewig-Abwesende sein...
                              Da bringst du mich auf einen Gedanken. Ich habe, als die Kinder klein waren nichts geschrieben und eine Zeitlang sogar für meine Verhältnisse sehr wenig gelesen. Manchmal hat mich das gewundert. Vielleicht war das mit ein Grund obwohl es mir damals nicht bewusst wurde. Ich wollte ja auch nicht "abwesend" sein.
                              Wie hältst du das eigentlich so Chaja. Wem zeigst du deine Gedichte und Geschichten? Welches Feedback wünscht du dir? Ist es dir wichtig das deine Werke auch anderen gefallen?

                              Kommentar

                              Lädt...
                              X