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Persönlicher Umgang mit unserem Sozialsystem

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    Persönlicher Umgang mit unserem Sozialsystem

    @Shepherd

    Wenn man nichts mehr hat, wird "jeder Job", egal welcher, lebenswichtig und erstrebenswert.
    Da regt sich Widerspruch in mir. Nichts mehr haben bedeutet heute nicht, gar nichts mehr zu haben. Die Grundversorgung ist gesichert. Dieses Glück haben wir in Deutschland, auch wenn es wenig ist. Es kommt nur darauf an, ob damit jemand eine gewisse Zeit lang zufrieden sein kann.

    Aus dem heraus einen Job anzunehmen bzw. zu tun, der einem regelrecht widerspricht, daher dann krank macht, halte ich aus eigener Erfahrung heraus sogar für gefährlich! Das haben mir auch andere bestätigt. Die äußere und innere Anerkennung und Zufriedenheit bleibt aus. Aber die ist lebensnotwendig. Selbst befriedigende ehrenamtliche Tätigkeit macht Menschen glücklicher (und gesünder), als "das zusätzliche Polster" und Unglücklichsein.

    Herzliche Grüße!

    #2
    @ Waldwiese

    Da regt sich Widerspruch auch in mir.
    Die Grundversorgung ist gesichert.
    ... und ist für sehr viele "erniedrigender" als ein Übergangsjob, mit dem man sich zumindest eine Zeit lang "über Wasser" halten kann und das beruhigende Gefühl hat, für "sich selbst sorgen" zu können, anstatt dem Steuerzahler für seine Grundgütigkeit danken zu müssen.
    einen Job anzunehmen bzw. zu tun, der einem regelrecht widerspricht, daher dann krank macht,...
    Wenn ein Job einem "widerspricht", sollte man zuerst sich selbst hinterfragen und dann erst, was an dem Job auszusetzen ist, zumal er die Möglichkeit bietet, besser zu leben als von der Fürsorge.
    Besonders arbeitslose Fachleute und Spezialisten oder hochmotivierte Studienabgänger "leiden" daruner, dass "sie" nicht so gefragt und unentbehrlich sind, wie sie geglaubt haben. Die Putzfrau, der Lagerhelfer oder egal welche Hilfskraft haben da bessere Chances. Auch deren Beruf ist wichtig und nützlich und will ordentlich gemacht werden.
    Wenn jeder nur seinen Wunsch- oder Traumjob hätte oder ausführen könnte, gäbe es eine Menge anderer Jobs gar nicht mehr.

    Man muß bloß wissen, für was man sich nicht zu "schade" ist und die unrealistischen "Vorstellungen" von "guten" oder irgendwelchen Traumjobs dorthin entsorgen, wo sie hingehören. Die Zeiten sind "im Moment" nicht so sehr dafür geeignet, um Träumen nachzuhängen und sich mehr und mehr von der alltäglichen Wirklichkeit zu entfernen.

    Die "Grundversorgung" gibts auch hier und ist sogar relativ großzügig. Das Leben mit der Grundversorgung ist jedoch mindestens genauso frustrierend, birgt außerdem die "Nebenerscheinung" der kontinuierlichen Abstumpfung und füttert die latenten Minderwertigkeitsgefühle. Depressionen, Suizid und diverse Abhängigkeiten sind keine seltenen Begleiterscheinungen.
    Bewegung ist angesagt und nicht Stillstand

    lieben Gruß

    p.s.: micvankick: Wie gehts dir im Moment?

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      #3
      ... und ist für sehr viele "erniedrigender" als ein Übergangsjob, mit dem man sich zumindest eine Zeit lang "über Wasser" halten kann und das beruhigende Gefühl hat, für "sich selbst sorgen" zu können, anstatt dem Steuerzahler für seine Grundgütigkeit danken zu müssen.
      Wozu braucht man dieses Gefühl?
      Um sich selbst auf die Schulter zu klopfen, wie toll man doch ist? Niemandem "dankbar" sein zu müssen?
      Was mindert es meinen Wert, wenn ich mal in diese Lage käme? Da kommt man schneller hin, als man denkt! OHNE "Schuld".
      Warum sollte sich z.B. jemand besch.. fühlen und vorkommen, wenn er mal lange krank wurde und darum dem Steuerzahler auf der Tasche liegt?
      Mir haben schon gewaltig viele auf der Tasche gelegen, na und? So lange es nur die sind und nicht Kriege sonstwo, oder hohe Diäten von Politikern, ganzen Wasserköpfen an Bürokraten....Die Hartz IV Leute sind die mit dem geringsten Umfang an Belastung "für den Steuerzahler". Da belasten andere weitaus mehr!

      Für die Armleuchter soll sich der kleine Mann schon wieder knechten, indem er jeden Dreck annimmt, worin er nicht mal gut sein kann? Weil es nicht seinen Neigungen, Gaben und Talenten entspricht?
      DAS ist rausgeworfenes Geld. Leute da einzusetzen, wo sie nichts bringen (können).

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        #4
        Zitat von Waldwiese Beitrag anzeigen
        Wozu braucht man dieses Gefühl?
        Um sich selbst auf die Schulter zu klopfen, wie toll man doch ist? Niemandem "dankbar" sein zu müssen?
        Das nennt man dann wohl überheblich und/oder zynisch über ein Thema hinweg fliegen. Aber eines stimmt, wenn auch nicht in dem Tonfall und Zusammenhang, mit denen du es dargestellt hast. Der - wie du sagst - "unverschuldet" Arme oder Langzeitarbeitslose mit einem Minimal-Hartz-IV braucht tatsächlich etwas, um "sich auf die Schulter zu klopfen", weil er sonst auf Dauer den Rest Glauben an sich selbst verliert. Er braucht auch Erfolgserlebnisse wie jeder von uns und wenn sie noch so klein sind und er sich dafür bewusst "unter Wert" verkaufen muß. Ich ziehe den Hut vor so jemand, der alles in Bewegung setzt, um seine und die Lage seiner Familie verbessern zu können, und besondes jenen unter ihnen, denen der Sozialsumpf bis zur Halskrause steht. Da geht es nicht mehr um wohlfeile und zynische Kommentare, sondern um die Existenz.

        Du hast in einem anderen Thema eine sehr gute Formulierung gebraucht, die von ihrem Inhalt her auch in diesem Thema die Sache auf den Punkt bringt. Genau so, wenn nicht noch bedeutend schimmer und depressiver fühlen sich zahlreiche von denen, deren Kinder sich nicht mit falschem Stolz satt essen können und auf all das verzichten müssen, womit die meisten anderen prahlen.
        ...Und dreht sich immer im Kreis.(...) dieses saublöde Gefühl, aber das bahnt sich ... automatisch seine Wege, wühlt und wühlt. Und dann kämpfe ich mit dem Verstand gegen das Bedürfnis an, mich von allem zurückzuziehen. Kostet Kraft, und meist bleibt das Gefühl eh Sieger. (...)Ich fühle mich zurückgesetzt. Entweder irgendwann ist der letzte Tropfen im Fass und ich explodiere oder... naja, der berühmte Rückzug forever. Aber es gräbt und gräbt....
        Er (oder sie) möchte auch raus aus der Scheisse. Er will kein Versager sein, denn genau das ist es, was ihm von den Steuerzahlern, nicht von den großen, sondern von den kleinen Steuerzahlern entweder offen oder versteckt vorgehalten wird: "du liegst uns auf der Tasche", heißt es, oder "Penner. Den Job versauen und dann auf unsere Kosten stempeln gehn". Die Erniedrigungen kommen makabrerweise allermeist von denen, die morgen selbst in diese Lage kommen können. Die "Armleuchter" kümmert das herzlich wenig.
        Was mindert es meinen Wert, wenn ich mal in diese Lage käme?
        Du kannst nicht von dir auf andere schließen und damit alles gold reden.
        Warum sollte sich z.B. jemand besch.. fühlen und vorkommen, wenn er mal lange krank wurde und darum dem Steuerzahler auf der Tasche liegt
        Von krank feiern war keine Rede, sondern von Einkommenslosigkeit und Fürsorge und Erniedrigung, von Depressionen, Abhängigkeiten, von allzu menschlichen Zuständen ...

        Die Hartz IV Leute sind die mit dem geringsten Umfang an Belastung "für den Steuerzahler". Da belasten andere weitaus mehr!
        Stimmt. Nur dass "die anderen" (wahrscheinlich meinst du deine Armleuchter) in der Regel Reserven haben, von denen die sogenannten "Sozialfälle" nicht einmal mehr träumen.

        Für die Armleuchter soll sich der kleine Mann schon wieder knechten, indem er jeden Dreck annimmt, worin er nicht mal gut sein kann? Weil es nicht seinen Neigungen, Gaben und Talenten entspricht?
        Sorry, aber das klingt wie abgedroschenes stereotypisches Gewerkschaftergewäsch, wenn sie sich nach der Manif am Thresen auf ein, zwei(undzwanzig) Bierchen treffen und Parolen schwingen. Davon ist noch kein Arbeitsloser satt geworden, allenfalls der Redner, weil er offensichtlich noch einen Job hat und sein Bier.
        DAS ist rausgeworfenes Geld. Leute da einzusetzen, wo sie nichts bringen (können).
        Das steht hier auch nicht zur Debatte.

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          #5
          Und das, was du vorher geschrieben hast, fandest du nicht zynisch und anmaßend? Ich schon.

          Man muß bloß wissen, für was man sich nicht zu "schade" ist und die unrealistischen "Vorstellungen" von "guten" oder irgendwelchen Traumjobs dorthin entsorgen, wo sie hingehören. Die Zeiten sind "im Moment" nicht so sehr dafür geeignet, um Träumen nachzuhängen und sich mehr und mehr von der alltäglichen Wirklichkeit zu entfernen.
          Oder was meinst du, wo mein Ton in der Antwort herrührt? Weil mir mal einfach so war?
          Es war eine Ohrfeige für jene Leute, die ihre Berufe lieben, die sie mal erlernten. Und oft nicht vom Papa geschenkt, sondern mit Nebenjobs zurm Durchschlagen und schaffen. Nur um danach irgend etwas zu tun, woran sie keinerlei Freude haben? Und sich alles vorweg hätten sparen können?
          Ich kenne auch genügend Menschen, die sich jahrzehntelang krumm gelegt haben um eine Firma aufzubauen, klasse Ideen hatten und dann "krank gefeiert" (wie du das nennst) haben oder anderweitig Pech hatten, die alles andere als froh drüber sind, mit dem Rasenmäher durch den Park zu fahren oder Schnipsel aufzupicken. Dass sie jetzt "keinem auf der Tasche" liegen ist denen sowas von egal. Die sind auch depressiv und zutiefst unglücklich, aber eben aus ganz anderen Gründen.

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            #6
            Zitat von Waldwiese Beitrag anzeigen
            Und das, was du vorher geschrieben hast, fandest du nicht zynisch und anmaßend? Ich schon.
            Zitat: Man muß bloß wissen, für was man sich nicht zu "schade" ist und die unrealistischen "Vorstellungen" von "guten" oder irgendwelchen Traumjobs dorthin entsorgen, wo sie hingehören. Die Zeiten sind "im Moment" nicht so sehr dafür geeignet, um Träumen nachzuhängen und sich mehr und mehr von der alltäglichen Wirklichkeit zu entfernen.
            Sogar wenn ich den Text - so wie er da aus dem Konzept gerissen steht - lese, kann ich keinen Zynismus entdecken.

            Oder was meinst du, wo mein Ton in der Antwort herrührt? Weil mir mal einfach so war?
            Keine Ahnung welche Glöckchen mein Text bei dir zum Klingeln brachten.


            Es war eine Ohrfeige für jene Leute, die ihre Berufe lieben, die sie mal erlernten. Und oft nicht vom Papa geschenkt, sondern mit Nebenjobs zurm Durchschlagen und schaffen.
            Keine Ohrfeige, aber Klartext. Nur allzu oft geht es diesen Menschen wie unserem Themenstarter und dann stehen sie vor der Alternative: mit einem geliebten Job arbeitslos, oder was ? Wievielen meinst du geht es wie micvankick, die sich krampfhaft und ohne richtiges Ziel nach einem Alternativ-guten-Job umschauen und sich darin so verbeissen und verheddern, dass sie nach neuerlichem Mißerfolg oder ohne genaue Vorstellung einer wirklichen Alternative vollkommen aus dem Ruder laufen.

            Nur um danach irgend etwas zu tun, woran sie keinerlei Freude haben? Und sich alles vorweg hätten sparen können?
            Was würdest du diesen Menschen denn vorschlagen, außer Trost, den man nicht aufs Butterbrot schmieren kann.

            Du setzt vieles voraus, was so nicht zwingend stimmen muss. Wieso sollte zum Beispiel ein arbeitsloser Buchhalter laut deiner Meinung partout keine Freude daran haben dürfen, als Lagerhelfer oder als Parkwächter zu arbeiten ? Wieso sollte eine arbeitslose Sekretärin laut deiner Meinung partout keine Freude daran haben dürfen, in einem Kinderhort als ungelernte Kraft zu arbeiten? Du magst Beispiele für deine Behauptung haben, kannst aber nicht von denen auf alle anderen schließen.

            Ich kenne auch genügend Menschen, die sich jahrzehntelang krumm gelegt haben um eine Firma aufzubauen, klasse Ideen hatten und dann "krank gefeiert" (wie du das nennst) haben oder anderweitig Pech hatten, die alles andere als froh drüber sind, mit dem Rasenmäher durch den Park zu fahren oder Schnipsel aufzupicken. Dass sie jetzt "keinem auf der Tasche" liegen ist denen sowas von egal. Die sind auch depressiv und zutiefst unglücklich, aber eben aus ganz anderen Gründen.
            "Krank feiern" mag dir in den falschen Hals gerutscht sein, ist aber in deiner Sprache ein geläufiger Ausdruck, der nicht unbedingt das aussagt, was du mir unterjubeln willst. Dann nimm einfach "krank werden", mehr hatte ich nicht gemeint.
            Warum sind diese Leute zutiefst unglücklich ? Weil sie (entsprechend deinen Worten) auch "Armleuchter" werden wollten ? (DAS war Zynismus !) Wenn sie es nur dadurch sind, weil sie noch immer ihrem Pech nachhängen, dann haben sie vielleicht die falschen Freunde und bekamen nur Trost und verbales Mitleid anstatt Achtung und Respekt für das, was sie tun und was sie als Mensch sind.

            Ich kann deine Aufregung sehr gut verstehen. Allein, nur mit dem Ausdruck verbaler Solidarität und Anteilnahme und mit Sprüchen gegen die bösen Armleuchter ist den Betroffenen nicht im Geringsten geholfen. Sie wollen wirkliche Hilfe ... und stehen wie der einsame durstige Rufer in der Wüste, dem man dann auch noch freundschaftlich sagt: "ich kann mir vorstellen, das dir jetzt ein Glas Wasser gut tun würde".

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              #7
              Das ist und bleibt deine Meinung, Shepherd. Die mag für dich und ein paar andere gelten. Es gibt aber noch Menschen, die das anders sehen. Und die dann als wirklichkeitsfremd abzustempelm, ihnen unrealistisches Denken vorzuwerfen, sich „zu schade“ für andere Jobs fühlend, ist mehr als nur anmaßend. Es ist eine Beleidigung. Wo nimmst du das Recht dazu her?
              Du hast bewertet. Jene, die eine andere Meinung als du haben.
              Du trittst vors Schienbein und regst dich dann darüber auf, dass dir der andere eine Ohrfeige gibt? Das sind mir die Liebsten.
              Was hast du erwartet? Zustimmung? (Stell dir vor, es gibt noch welche die anders denken als du.) Oder Verständnis? (Für was, dafür dass du beleidigst?)


              Zur Sache: es ist garantiert vernünftig sich Gegebenheiten anzupassen. Es ist bestimmt vernünftig, in solchen Zeiten nicht unverrückbar Idealen hinterher zu rennen. Das muss aber von Fall zu Fall und konkret betrachtet werden, nicht allgemeingültig.

              Es gab schon zu allen Zeiten Menschen, die sich nicht dem Mainstream angepasst haben, die nicht alles hingenommen haben, sondern andere Wege suchten (und fanden), und das war gut so. Die Entscheidung muss man aber jedem selber überlassen. Rat ist dann keiner mehr, wenn der andere durch Vorverurteilung in „meine Richtung geschoben wird“. Das erinnert mich im übrigen an „wohlmeinende Mütter“ die hernach sagen: siehste, hab ich's dir nicht gleich gesagt!


              Es macht sowohl das eine wie das andere krank. Es ist eine traurige Zeit, wo man teilweise gezwungen ist Jobs anzunehmen, die einem absolut nicht liegen. Ja, es geht im Leben nicht alles glatt und danach, was man sich wünscht, und manchmal muss man vorübergehend Zugeständnisse machen, ein wenig abwarten, bis sich günstigere Gelegenheiten bieten. Von vornherein jedoch eine Seite völlig auszuschließen ist ebenso grundfalsch.

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                #8
                Ist zwar völlig offtopisch, aber es juckt mich trotzdem gewaltig...

                Kannst du mir ein Land oder eine Zeit nennen, in der so viele Menschen so gut versorgt waren (gemessen am Versorgungsstand der Weltbevölkerung) wie sie es heute in Deutschland sind?

                Ich will hier kein Loblied auf die Republik anstimmen, denn ich weiß selbst, dass vieles im Argen liegt und durchaus verbesserungsbedürftig ist. Aber ich bin der Meinung, dass es unseren Staat enorm verbessert, wenn jeder und jede einzelne in seinem oder ihrem bescheidenen Rahmen, das bestmögliche tut und nicht darauf wartet, dass irgendwer hoch oben endlich das Richtige tut...

                Just my two cents
                von der Tintenweberin

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                  #9
                  Zitat von Waldwiese Beitrag anzeigen
                  Das ist und bleibt deine Meinung, Shepherd. Die mag für dich und ein paar andere gelten.
                  Ja.
                  Es gibt aber noch Menschen, die das anders sehen. Und die dann als wirklichkeitsfremd abzustempelm, ihnen unrealistisches Denken vorzuwerfen, sich „zu schade“ für andere Jobs fühlend, ist mehr als nur anmaßend. Es ist eine Beleidigung. Wo nimmst du das Recht dazu her?
                  Ich zitiere mich mal selbst:
                  Die Zeiten sind "im Moment" nicht so sehr dafür geeignet, um Träumen nachzuhängen und sich mehr und mehr von der alltäglichen Wirklichkeit zu entfernen.
                  Beleidigt und als wirklichkeitsfremd abgestempelt habe ich niemand . Ich habe auch niemand unrealistisches Denken vorgeworfen. Das ist deine subjektive Empfindung, das sind deine persönlichen Emotionen, die beim Lesen hochkommen. Es waren jedenfalls nicht meine Worte ! Ich habe allenfalls eine kontradiktorische Meinung geäussert und dazu habe ich das Recht.
                  Du hast bewertet. Jene, die eine andere Meinung als du haben.
                  Nein. Ich habe differenziert.
                  Du trittst vors Schienbein und regst dich dann darüber auf, dass dir der andere eine Ohrfeige gibt? Das sind mir die Liebsten.
                  Ich trete weder vors Schienbein, noch empfinde ich eine andere Meinung als die meine als Ohrfeige. Derjenige, der glaubt, sich vors Schienbein getreten zu fühlen, sollte sich vielleicht mal selbst ein paar Fragen stellen.
                  Was hast du erwartet? Zustimmung? (Stell dir vor, es gibt noch welche die anders denken als du.) Oder Verständnis? (Für was, dafür dass du beleidigst?)
                  Ich erwarte nicht, dass man mit mir einverstanden ist. Ich erwarte nicht einmal, dass man versucht, das gedanklich nachzuvollziehen, was ich sage. Ich lasse es aber nicht ungesagt.

                  Zur Sache: es ist garantiert vernünftig sich Gegebenheiten anzupassen. Es ist bestimmt vernünftig, in solchen Zeiten nicht unverrückbar Idealen hinterher zu rennen. Das muss aber von Fall zu Fall und konkret betrachtet werden, nicht allgemeingültig.

                  Es gab schon zu allen Zeiten Menschen, die sich nicht dem Mainstream angepasst haben, die nicht alles hingenommen haben, sondern andere Wege suchten (und fanden), und das war gut so. Die Entscheidung muss man aber jedem selber überlassen.
                  Na also: geht doch.

                  Rat ist dann keiner mehr, wenn der andere durch Vorverurteilung in „meine Richtung geschoben wird“. Das erinnert mich im übrigen an „wohlmeinende Mütter“ die hernach sagen: siehste, hab ich's dir nicht gleich gesagt!
                  Wie gesagt, habe ich nicht beraten, sondern differenziert. ...... und niemand in "meine Richtung geschoben".
                  Das kann wiederum nur jemand behaupten, der "seine" Richtung als absolut empfindet.

                  Es macht sowohl das eine wie das andere krank. Es ist eine traurige Zeit, wo man teilweise gezwungen ist Jobs anzunehmen, die einem absolut nicht liegen. Ja, es geht im Leben nicht alles glatt und danach, was man sich wünscht, und manchmal muss man vorübergehend Zugeständnisse machen, ein wenig abwarten, bis sich günstigere Gelegenheiten bieten.
                  Danke für die Bestätigung. Wo also liegt das Problem ?

                  Von vornherein jedoch eine Seite völlig auszuschließen ist ebenso grundfalsch.
                  Stimmt, ...zumindest ist es nicht "grundfalsch". Wo habe ich denn "eine Seite völlig ausgeschlossen" ?
                  Zuletzt geändert von Shepherd; 22.05.2010, 12:05. Grund: text

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                    #10
                    Warum sollte sich z.B. jemand besch.. fühlen und vorkommen, wenn er mal lange krank wurde und darum dem Steuerzahler auf der Tasche liegt?
                    Oh doch, man bekommt es auch jeden Tag vor Augen geführt und führt es sich selbst vor Augen, was für ein Looser man ist. Und nichts als Dreck. Ein Schmarotzer. RTL zeigte an einem Abend einen Beitrag von Kindern von Hartz4-Familien, die auch unschuldig reingerutscht waren u.a. auch Krankheit und keine 2 Sendungen später musste das Bild des Arbeitslosen wieder zurecht gerückt werden und den Menschen gezeigt werden, dass Hartzer lediglich faule Schweine sind.
                    Und soll ich dir was sagen ? ich denk nicht nur, dass ich die Sozialleistungen nicht verdient habe ... oft wird der Vergleich mit den 3. Welt-Ländern angestrengt, und das schmerzt dann noch zusätzlich ... sondern auch eine Reha kostet Geld, und eine Prognose ist nicht abgebbar ... ja, ich habe ein Diplom, aber ich kam mit dem ganzen Druck höher, schneller, weiter und alles muss auf Anhieb funktionieren und wehe nicht, Verlust Verlust Verlust nicht klar ... die Noten konnten alle nicht stimmen.
                    Das war sogar als Gebäudereiniger so ... ordentlich sauber machen ? Nee, nee, dazu hatte man keine Zeit. Man wird sogar so geschult.
                    Und ja, meine Wenigkeit fühlt sich als Looser und ja, ich habe Angst ... wenn es wieder darum geht, in den 1. Arbeitsmarkt zu kommen ... höllische Angst.

                    Ich habe schon öfter den Gedanken gehabt auf die Straße zu ziehen, meinen ganzen Kram wegzuwerfen (Besitz belastet), einfach weil ich zu kaputt war und um diesem Jagdspiel zu entgehen.

                    Gruß, wölfin

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                      #11
                      Zitat von steppenwolf Beitrag anzeigen
                      Ich habe schon öfter den Gedanken gehabt auf die Straße zu ziehen, meinen ganzen Kram wegzuwerfen (Besitz belastet), einfach weil ich zu kaputt war und um diesem Jagdspiel zu entgehen.
                      Vielleicht ist es ja nur eine verrückte Idee, aber es könnte auch funktionieren...

                      Ein Mensch, der an dem Punkt ist, den Steppenwolf weiter oben beschrieben hat, könnte vielleicht eine kostenlose Mitwohngelegenheit gegen Mithilfe im Haus oder Garten suchen.

                      Ich hatte fünf Jahre lang einen Mitbewohner, den ich lediglich aus einem Online-Spiel kannte und der sich eines Abends sehr spät mit der Bemerkung aus dem Spiel verabschiedete, dass wir uns nächstens vermutlich nicht mehr hier treffen könnten, weil er auf die Straße ziehen müsste. Zuerst war es nicht viel mehr als eine fixe Idee, aber sechs Wochen später ist er dann tatsächlich in das leere Zimmer in meinem Häuschen gezogen. Es kostet nicht viel mehr, zu zweit in einem Haus zu wohnen und wenn er Geld hatte, hat er sich immer auch an den Nebenkosten beteiligt. Wichtiger war für mich allerdings, dass jemand da war, der sich die Hunde kümmern konnte, wenn ich länger in der Schule bleiben musste oder übers Wochenende weg wollte...

                      Inzwischen wohnt er mit seiner Freundin und meiner alten Hündin ziemlich weit weg und obwohl ich den dreien alles Glück der Welt gönne, vermisse ich ihn immer noch recht oft...

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                        #12
                        Wow, das nenn ich mal Nächstenliebe!!

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                          #13
                          heftige und saucoole geschichte!! :)

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