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Mein Leben als Autist

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    Hallo Chrysothemis,

    ich hoffe einfach, dass er sich noch Zeit damit lässt, denn a)möchte ich lieber den Zeitpunkt der Trennung bestimmen und b)möchte ich darauf vorbereitet sein, denn ich möchte dann auch so weit sein, dass ich möglichst wenig Schaden nehme.

    Nichts und wirklich nichts ist für einen Autisten schlimmer, als eine plötzliche Veränderung! - Und das gilt leider für alles im Leben.

    Jeder Autist reagiert etwas anders auf plötzliche Veränderungen:
    Manche ziehen sich total in sich zurück und lassen niemanden mehr an sich heran, andere schreien, schlagen sich selbst oder flippen total aus, indem sie mit Möbeln um sich werfen oder andere schlagen oder sich nur noch ihren Stereotypen hingeben oder sogar Selbstmordversuche unternehmen...

    Ich habe mir gestern Abend meine eigenen 10 Gebote aufgeschrieben.

    Condor

    Kommentar


      Zitat von Condor Beitrag anzeigen
      Hallo Chrysothemis,

      ich hoffe einfach, dass er sich noch Zeit damit lässt, denn a)möchte ich lieber den Zeitpunkt der Trennung bestimmen und b)möchte ich darauf vorbereitet sein, denn ich möchte dann auch so weit sein, dass ich möglichst wenig Schaden nehme.

      Nichts und wirklich nichts ist für einen Autisten schlimmer, als eine plötzliche Veränderung! - Und das gilt leider für alles im Leben.

      Jeder Autist reagiert etwas anders auf plötzliche Veränderungen:
      Manche ziehen sich total in sich zurück und lassen niemanden mehr an sich heran, andere schreien, schlagen sich selbst oder flippen total aus, indem sie mit Möbeln um sich werfen oder andere schlagen oder sich nur noch ihren Stereotypen hingeben oder sogar Selbstmordversuche unternehmen...

      Ich habe mir gestern Abend meine eigenen 10 Gebote aufgeschrieben.

      Condor
      Hallo Condor,

      dann bereite dich doch schon mal darauf vor, zumindest gedanklich.
      Wie würde dein Leben allein mit deinem Sohn aussehen? Wäre es nicht befreiend, sich keine Sorgen mehr machen zu müssen, mit welcher Laune der Partner wieder nach Hause kommt? Wie sähe es mit Unterstützung durch deine Eltern aus, falls er sich trennt?

      Stelle dir dabei einfach vor, er würde morgen ausziehen. Was müßtest du dann vorbereiten, um klar zu kommen?

      Kommentar


        Und umgekehrt? Du verlässt die Person, die dich dauernd verletzt, mehr oder weniger jetzt?

        Wäre das auch eine plötzliche Veränderung?

        Was musst du vorbereiten, damit du dich trennen kannst?

        Kommentar


          Das habe ich alles schon 100 Mal vorgestellt, aber es endet nur im Chaos. Was ihr nicht begreifen könnt, ist, dass ich nicht allein leben kann. Punkt.

          Ich mach jetzt hier einen Cut, weil das Thema im Moment nicht so wichtig für mich ist und mich wieder mehr in Depressionen und Angstzustände versetzt.

          ____________________________________ <-- Das ist der Cut.

          Ich hatte mir vor gut einem Jahr ein Buch gekauft, welches ich angelesen hatte und dann wieder weg gelegt hatte, weil es noch nicht an der Zeit war, es zu lesen.
          Vor ein paar Wochen habe ich es wieder heraus geholt und weiter gelesen, weil es jetzt an der Zeit ist, es zu lesen.



          Das NWP Programm ist keine Diät, es geht ums Denken.

          Das mache ich jetzt und das gut mir auch schon ganz gut, soweit.

          Alles andere lege ich sozusagen auf Eis. Es wird die Zeit kommen, wo das aktuell wird, aber jetzt ist das nicht.

          Condor

          Kommentar


            Keine Sorge, ich habe den Cut gesehen.
            Ich möchte dich aber auf die Art und Weise hinweisen ("Das habe ich alles schon 100 Mal vorgestellt, aber es endet nur im Chaos. Was ihr nicht begreifen könnt, ist, dass ich nicht allein leben kann. Punkt."), denn sie verletzt mich. Ich kann begreifen, da bin ich mir sogar ziemlich sicher. Und ich bin mir auch ziemlich sicher, daß ich nur helfen wollte.

            Vielleicht solltest du, um andere nicht zu verletzen und dich selbst nicht zu verletzen, einfach direkt schreiben, welche Reaktion du dir wünschst, z.B. bitte tröstet mich oder bitte stimmt mir zu.

            Kommentar


              Ich wollte einfach, dass du es nochmal schreibst, egal, ob wir es verstehen oder nicht. Du wägst ab, Alleinsein gegen Verletzwerden und nimmst das für dich kleinere Übel. Auch wenn es vielleicht nicht gut für dich ist, ist das richtig so, denn du entscheidest. Vielleicht kommt ja wirklich der richtige Moment. Insofern verstehe ich dich sehr wohl. Vielleicht gibt es ja auch noch ein Aufeinanderzugehen. Wer weiß. Keine Ahnung.

              Aber das wußtest du ja nicht und ich habe dich verletzt, das tut mir leid. Ich versuche in Zukunft, anders zu fragen.

              ----------

              Ja, abnehmen, Sport treiben... alles mögliche ist eine Sache der Motivation und des Denkens. Ich mache gerade ein Knietraining, weil ich vom Fahrrad geflogen bin und es einen leichten Detsch bekommen hat (geht aber vieles schon wieder gut). Ich glaube, das Buch ist gut für dich, ich drück die Daumen, dass du dran bleiben kannst.

              Kommentar


                Eure Antworten verwirren mich...

                @Chrysothemis
                Es lag nicht in meiner Absicht, dich zu verletzen, ich habe es nur so geschrieben, wie ich es empfinde. Vielleicht versuchst du es noch mal zu lesen, ohne meine Worte zu interpretieren.

                Vielleicht solltest du, um andere nicht zu verletzen und dich selbst nicht zu verletzen, einfach direkt schreiben, welche Reaktion du dir wünschst, z.B. bitte tröstet mich oder bitte stimmt mir zu.
                Es kann immer vorkommen, dass man andere unbewusst oder nicht beabsichtigt verletzt, so ist das als Mensch.
                Und auf keinen Fall werde ich schreiben bzw. jemandem vorschreiben, welche Reaktionen ich mir wünsche, das ist doch total unnatürlich.

                Menschen sind verschieden, da kommen somit auch immer verschiedene Meinungen zusammen, das ist doch normal.


                @Sabine_nrw
                Ich wollte einfach, dass du es nochmal schreibst
                Warum? Das verstehe ich nicht.

                Du wägst ab, Alleinsein gegen Verletzwerden und nimmst das für dich kleinere Übel.
                Das stimmt so nicht ganz, ich wähle, was mir mehr bringt, womit ich mehr lernen kann.
                Für eine begrenzte Zeit kann ich allein sein, aber nicht für länger, da gehe ich zu Grunde (ohne Partner zu leben ist für mich lebensbedrohlich).

                Auch wenn es vielleicht nicht gut für dich ist
                Es ist in sofern gut, da ich noch etwas lernen kann.

                Vielleicht gibt es ja auch noch ein Aufeinanderzugehen.
                Nein. Dafür müsste ich genauso werden, wie er. Danke, ich verzichte.

                Aber das wußtest du ja nicht und ich habe dich verletzt,
                Was wusste ich nicht?
                Und nein, du hast mich nicht verletzt.

                Condor

                Kommentar


                  Hallo Condor,

                  du kanntest meine Motivation nicht. Ich wollte gerne, dass du es schreibst, damit du etwas für dich lernen kannst. Manchmal funktioniert lernen so, nicht immer, und du hättest auch nichts schreiben können und irgendetwas denken können, das wäre auch ok, denn es hätte auch mit dem zu tun, was du lernen kannst.

                  Aber da steht es nun und ich versteh es auch. Insbesondere mit deinen Ergänzungen jetzt. Das mit dem kleineren Übel: es klingt für mich nach: lieber diesen Partner als keinen Partner. Die Frage ist, ob das gut sein muss oder kann, aber du hast ja bereits für dich entschieden. Also ist die Frage falsch. Es ist gut, weil du etwas lernen möchtest. Weißt du, was das ist? Oder sind die Lernziele eher unbestimmt?

                  Schön, dass ich dich nicht verletzt habe, das ist gut zu lesen.

                  Alles Gute für dich.

                  Sabine

                  Kommentar


                    Hallo Sabine_nrw,

                    Zitat von Sabine_nrw Beitrag anzeigen
                    du kanntest meine Motivation nicht. Ich wollte gerne, dass du es schreibst, damit du etwas für dich lernen kannst. Manchmal funktioniert lernen so, nicht immer, und du hättest auch nichts schreiben können und irgendetwas denken können, das wäre auch ok, denn es hätte auch mit dem zu tun, was du lernen kannst.
                    So eine Motivation ist mir fremd und ich mag sie auch nicht.

                    Ich habe meine eigenen Methoden, nach denen ich lerne und den meisten Menschen ist das zu hart.

                    Ich rede den ganzen Tag mit mir selbst (typisch autistisch) und wiederhole dabei ständig irgendetwas. Das ist ok, das tu ich für mich.

                    Deine Motivation empfinde ich als eine Falle, eine Lüge, so, als wolltest du mich hereinlegen. Ich sage nicht, dass es so ist, nur, dass ich es so empfinde.

                    Zitat von Sabine_nrw Beitrag anzeigen
                    Es ist gut, weil du etwas lernen möchtest. Weißt du, was das ist? Oder sind die Lernziele eher unbestimmt?
                    Zum einen, das schrieb ich ne Seite vorher:
                    Ich will kein Opfer mehr meines Partners sein!
                    Weißt du, Sabine, ich habe narzisstische Eltern, einen narzisstischen Partner und eine narzisstische Ex-Kumpel-Freundin...

                    Ich will aus diesem ganzen Narzissten-Elend raus, aber nicht so raus, dass ich nichts gelernt habe und mein nächster Partner womöglich wieder ein Narzisst ist.

                    Bei meinen Eltern habe ich gerade gelernt, dass auch die sich, im Bezug auf mich, nicht verändert haben. Sie bemühen sich zwar, aber hier und da scheint der alte Hass immer wieder durch. Aber, was meine Eltern betrifft, da habe ich gelernt, mit um zu gehen, ohne weiteren Schaden zu nehmen, ja sogar mir das von ihnen zu nehmen, was sie geben können, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben. Es war hart genug, zu erkennen, dass sie mich nicht lieben, weil sie einfach nicht lieben können.

                    Bei meinem Partner komme ich Stück für Stück weiter. Manchmal scheint es zwar auch aussichtslos, aber ich komm ja immer wieder auf die Füße.

                    Heute habe ich eine sehr informative Seite für mich entdeckt und bei einigen Zeilen kamen mir echt die Tränen, weil es eben so bitter für mich ist. Aber ich habe auch Gutes und Hoffnungsvolles gelesen und das gibt mir Kraft, weiter zu machen.

                    Die Seite:
                    Töchter narzisstischer Mütter - Home

                    Condor

                    Kommentar


                      Hallo Condor,

                      nein, ein Falle war das nicht, auch keine Lüge. Es ist möglicherweise die andere (nicht-autistische (?)) Sichtweise, deren Merkwürdigkeiten dich dazu führen, zu glauben, ich wolle dich manipulieren (?). Das ist mir aber fern, deine eigene Betroffenheit ist das einzige, was zählt. Ich mühe mich, sie zu verstehen.

                      Oh Schreck, ich befürchte, ich hatte eine narzistische Mutter und habe womöglich eine narzistische Schwester. Naja, sie sag(t)en nicht, dass sie sterben woll(t)en ... aber vieles stimmt überein.

                      Das muss jetzt erstmal sacken.

                      Der schwierigste Bereich ist für mich der Mangel an Empathie.

                      Hast du Geschwister? Gab es bei euch ein goldenes Kind?

                      Ich bin schon vor langen Jahren auf eine ziemliche Distanz zu meiner Mutter und auch zu meiner Schwester gegangen. Mit meiner Schwester kann ich auch heute nur mit viel Distanz umgehen (nicht so oft sehen, sie nicht so nah ran lassen...) Das war / ist offensichtlich gut so. Dafür bin ich keine Sekunde ohne Selbstreflexion und eine meiner härtesten Kritikerinnen... So etwas ist auch nicht immer einfach, aber ist schon ok. Danke für den link.

                      Aber hier geht es nicht um mich.

                      Hm. So richtig lese ich keine Empfehlung, wie man damit umgehen soll. Ich würde dir von Herzen gönnen, dass du jemanden findest, der keine "Spielchen" mit dir spielt, um sich selber zu erhöhen. Jemand der dich auf Augenhöhe sieht.

                      Liebe Grüße

                      Sabine

                      Kommentar


                        Hallo Sabine_nrw,

                        Zitat von Sabine_nrw Beitrag anzeigen
                        nein, ein Falle war das nicht, auch keine Lüge. Es ist möglicherweise die andere (nicht-autistische (?)) Sichtweise, deren Merkwürdigkeiten dich dazu führen, zu glauben, ich wolle dich manipulieren (?). Das ist mir aber fern, deine eigene Betroffenheit ist das einzige, was zählt. Ich mühe mich, sie zu verstehen.
                        Ich schreibe von Lüge und Falle und du interpretierst daraus Manipulation. Interessant, aber weder von mir so empfunden, noch für mich nachvollziehbar.
                        Vielleicht versuchst du es mal ohne Interpretation. Ich verstehe das meiste wortwörtlich, zwischen den Zeilen gibt es nichts zu lesen. Aber mach dir nichts draus, das ist einer der Unterschiede und einer der größten Probleme, die zwischen NTs und Autisten bestehen.

                        Zitat von Sabine_nrw Beitrag anzeigen
                        Oh Schreck, ich befürchte, ich hatte eine narzistische Mutter und habe womöglich eine narzistische Schwester. Naja, sie sag(t)en nicht, dass sie sterben woll(t)en ... aber vieles stimmt überein.
                        Ich wäre dir sehr dankbar, wenn du nicht so schreibst, wie du sprichst, also, mache bitte keine Andeutungen, ich werde sie vermutlich eh nicht verstehen.

                        Zitat von Sabine_nrw Beitrag anzeigen
                        Das muss jetzt erstmal sacken.
                        Nimm dir Zeit.

                        Zitat von Sabine_nrw Beitrag anzeigen
                        Der schwierigste Bereich ist für mich der Mangel an Empathie.
                        Ja, sie werden nie begreifen, was sie getan haben und werden nie mitfühlen.
                        Mit meinem Partner habe ich das letzten Urlaub gemacht, als wir im Auto fuhren. Ich habe kurz meine Augen geschlossen und als ich sie wieder öffnete, mit seinen Augen gesehen: Ein Baum ist ein Baum, eine Straße ist eine Straße, ein Haus ist ein Haus und eine Wiese ist eine Wiese und nicht mehr und nicht weniger. - Da war es mir verständlich, warum er so ist, wie er ist.

                        Zitat von Sabine_nrw Beitrag anzeigen
                        Hast du Geschwister? Gab es bei euch ein goldenes Kind?
                        Ja, eine Schwester, einige Jahre älter als ich. Sie durfte alles, sie bekam, was sie wollte... einige Beispiele gefällig?
                        - unser Vater hat sie zur Disko hin und wieder nach Hause gefahren, ich durfte immer selbst sehen, wie ich hin und zurück komme (man könnte auch sagen, dass sie billigend in Kauf genommen hatten, dass mir etwas Schlimmes hätte passieren können, wenn ich mit dem Fahrrad einsam durch die Nacht fahre )
                        - sie bekam jegliches Tier, welches sie wollte und wenn sie es nicht mehr wollte, bekam nicht etwa ich das Tier, nein, es wurde verkauft und ich bekam trotzdem kein Tier
                        - sie durfte jedes Instrument lernen, welches sie wollte, mir wurde der Zugang zu einem Instrument erst erlaubt, als ich eigentlich zu alt dafür war
                        - unsere Oma hat sie überall mit hingenommen, mich nie
                        - ich wurde ständig mit ihr verglichen, weil sie doch so hübsch und schlank war
                        - wenn meine Mutter und ich in der Stadt waren und jemanden trafen, den sie schon lange nicht mehr gesehen hatte, dann wurde zuerst nach ihr gefragt und lange über sie und über mich geredet, obwohl ich doch direkt daneben stand
                        - ich wurde von beiden Elternteilen geschlagen, sie nie

                        usw.

                        Zitat von Sabine_nrw Beitrag anzeigen
                        Ich bin schon vor langen Jahren auf eine ziemliche Distanz zu meiner Mutter und auch zu meiner Schwester gegangen. Mit meiner Schwester kann ich auch heute nur mit viel Distanz umgehen (nicht so oft sehen, sie nicht so nah ran lassen...) Das war / ist offensichtlich gut so. Dafür bin ich keine Sekunde ohne Selbstreflexion und eine meiner härtesten Kritikerinnen... So etwas ist auch nicht immer einfach, aber ist schon ok.
                        Ich hatte vor einigen Jahren einen 3jährigen Kontaktabbruch erwirkt, der zumindest das gebracht hat, dass sie mich nicht mehr quälen, wenn wir uns sehen. Wie schon gesagt, sie bemühen sich sehr, aber manchmal scheint der Hass eben doch durch...
                        Meine Schwester will mit mir keinen Kontakt. Sie gibt mir die Schuld daran, dass sich unsere Eltern mehr Gedanken über mich, als über sie gemacht haben...

                        Zitat von Sabine_nrw Beitrag anzeigen
                        Danke für den link.
                        Bitte.


                        Zitat von Sabine_nrw Beitrag anzeigen
                        Aber hier geht es nicht um mich.
                        Warum nicht?


                        Zitat von Sabine_nrw Beitrag anzeigen
                        Hm. So richtig lese ich keine Empfehlung, wie man damit umgehen soll.
                        Da gibt es keine Standartanleitung für, die wirst du selbst erarbeiten müssen. Der Vorteil liegt darin, dass du eine Menge auch über dich selbst erfahren wirst.

                        Zitat von Sabine_nrw Beitrag anzeigen
                        Ich würde dir von Herzen gönnen, dass du jemanden findest, der keine "Spielchen" mit dir spielt, um sich selber zu erhöhen. Jemand der dich auf Augenhöhe sieht.
                        Danke.

                        Hast du so jemanden?

                        Condor

                        Kommentar


                          Hallo Condor,

                          leider kann ich nicht wirklich anders schreiben als ich denke. Ich werde versuchen, zu verhindern, das, was dich nicht betrifft, weg zu lassen. Es geht in diesem Faden um dich (und nicht um mich - auch wenn ich immer versuchen werde, auf meine Erfahrungen zurück zu greifen), denn es ist dein Faden. Ich kann aber irgendwie nicht anders, das betrifft auch die Interpretation Ich halte sie auch nicht immer für ganz falsch, weil man manchmal das, was einen selbst betrifft, nicht wahrnehmen kann oder will. Und dann kann es für den anderen hilfreich sein, sich oder einen Teil von sich zu erkennen. Bei dir ist das offensichtlich anders. Ich werde versuchen, sie (die Interpretationen) zu vermeiden.

                          Deine Beispiele versteh ich gut, so ähnlich war es bei uns auch. Und meine Schwester (älter) empfindet es auch so, dass ich mehr geliebt wurde als sie. Mein Vater hat einigermaßen ausgeglichen - und vor allem meine Oma. Insofern sind meine "heutigen Schäden" (wie immer man das nennen soll) irgendwie nicht zu groß, aber damals habe ich sehr gelitten (weiß nicht mehr, wie lange, aber schon recht lange).

                          Ich war in der Schule sauschlecht, weil meine Mutter gleich stark meckerte , egal ob ich mit einer zwei oder mit einer fünf nach hause kam. Ich war nie gut genug. Da war ich lieber faul und schlecht, dann hatte ich wenigstens mehr Freizeit. Das Ziel, nur einser zu schreiben, war für mich nicht vorhanden (aber für sie).

                          Für meine Mutter war das das Schlimmste überhaupt, ihr Kind war faul und sie fühlte sich damit im schlechten Licht. Schließlich hatte sie die intelligentesten (und in jeder Hinsicht nach außen als ihre Erfolgsgeschichte zu verkaufenden) Kinder schlechthin zu haben, um mit ihnen anzugeben. Meine Eltern leben inzwischen beide nicht mehr, meine Schwester versuche ich mitzutragen, so gut ich kann, denn ich liebe sie trotz allem (so wie sie ist, auf ihre Weise. Muss nur aufpassen, dass ich mich dabei nicht aus den Augen verliere). Die Distanz brauche ich, um das Mittragen in den Phasen, wo sie mich wirklich braucht, auch schaffen zu können. Es ist nicht immer einfach, abzuschätzen, wann sie mich wirklich braucht ...

                          [...]

                          Naja, ich habe gelernt: gestern war gestern, heute ist heute. Ich war stark und hart (gegen andere und gegen mich), manchmal zu hart. Aber heute bin ich ziemlich gut in der Balance, noch nicht lange, und das kann sich wieder ändern, aber ich habe es geschafft. Dann können es andere auch schaffen, prinzipiell, aber der Weg ist steinig (und für jeden anders).

                          Ich habe mit 15 einen Mann kennengelernt, mit dem ich heute noch zusammen bin (inzwischen verheiratet). Er war der erste Mensch nach meiner Oma, bei dem ich das Gefühl hatte, um meiner selbst willen geliebt zu werden. Er liebt meine Schrullen und ich seine (nicht immer, aber meistens). Das geht nicht immer nur harmonisch ab (aber allermeistens) und ich empfinde es als "auf Augenhöhe". Wir gehen achtsam miteinander um. Jeder geht seinen eigenen Zielen nach und wir haben gleichzeitig gemeinsame Ziele, die wir auch gemeinsam verfolgen. Manchmal gab es Zielkonfusionen, aber bisher haben wir diese immer in den Griff bekommen. Wenn ich Eigenschaften ablegen möchte, von denen ich denke, dass sie ihn verletzen, und ihm davon erzähle, sagt er erschreckt: "dann wärest du nicht mehr du selber". Das macht mich relativ gelassen, so zu sein wie ich bin.

                          Stacheleien gibt es trotzdem. Aber auf beiden Seiten. Austeilen und Einsteckenkönnen sind irgendwie ausgewogen.

                          Ich bin dir sehr dankbar, denn nun kann ich anders mit den Merkwürdigkeiten meiner Schwester umgehen, ich kann es besser akzeptieren, auch das Verhalten meiner Mutter.

                          Jetzt habe ich wieder sehr viel von mir geschrieben. Ich hoffe, dass ich dir damit helfen kann. Du hast ein Riesenpaket zu tragen, das ist alles sehr schwer. Ich finde es gut, wie du damit umgehst und wünsche dir von Herzen, dass alles, was du tust, genau das Richtige für dich ist.

                          Liebe Grüße

                          Sabine
                          Zuletzt geändert von Vespi; 14.08.2014, 15:36.

                          Kommentar


                            Hallo Sabine_nrw,

                            Zitat von Sabine_nrw Beitrag anzeigen
                            leider kann ich nicht wirklich anders schreiben als ich denke.
                            Das ist nicht das Problem, nur wenn du etwas andeutest und es nicht zu Ende führst, das ist ein Problem.


                            Zitat von Sabine_nrw Beitrag anzeigen
                            Es geht in diesem Faden um dich (und nicht um mich - auch wenn ich immer versuchen werde, auf meine Erfahrungen zurück zu greifen), denn es ist dein Faden.
                            Mir helfen eigene Erfahrungen mehr, als Hinweise zu dem, was ich tun sollte. Autisten lernen im Vorrübergehen.


                            Zitat von Sabine_nrw Beitrag anzeigen
                            Ich kann aber irgendwie nicht anders, das betrifft auch die Interpretation Ich halte sie auch nicht immer für ganz falsch, weil man manchmal das, was einen selbst betrifft, nicht wahrnehmen kann oder will. Und dann kann es für den anderen hilfreich sein, sich oder einen Teil von sich zu erkennen. Bei dir ist das offensichtlich anders. Ich werde versuchen, sie (die Interpretationen) zu vermeiden.
                            Das ist auf jeden Fall besser. Das ist eines der großen Probleme zwischen NTs und Autisten. Die NTs interpretieren, die Autisten können nichts damit anfangen.


                            Zitat von Sabine_nrw Beitrag anzeigen
                            Deine Beispiele versteh ich gut, so ähnlich war es bei uns auch. Und meine Schwester (älter) empfindet es auch so, dass ich mehr geliebt wurde als sie.
                            Meine Schwester und ich hatten beide das Gefühl, mehr geliebt worden zu sein. Trotzdem wurde sie eindeutig bevorzugt. Im Grunde ist aber auch das eine Lüge, denn meine Schwester wird nur dann mehr geliebt, wenn sie entsprechend funktioniert, tut sie dies nicht, wird klar, dass auch sie nicht mehr geliebt wurde, als ich.
                            Narzisstische Eltern können nicht lieben. Das ist Fakt.

                            Zitat von Sabine_nrw Beitrag anzeigen
                            Mein Vater hat einigermaßen ausgeglichen - und vor allem meine Oma. Insofern sind meine "heutigen Schäden" (wie immer man das nennen soll) irgendwie nicht zu groß, aber damals habe ich sehr gelitten (weiß nicht mehr, wie lange, aber schon recht lange).
                            Wir sind Überlebende.

                            Zitat von Sabine_nrw Beitrag anzeigen
                            Ich war in der Schule sauschlecht, weil meine Mutter gleich stark meckerte , egal ob ich mit einer zwei oder mit einer fünf nach hause kam. Ich war nie gut genug. Da war ich lieber faul und schlecht, dann hatte ich wenigstens mehr Freizeit. Das Ziel, nur einser zu schreiben, war für mich nicht vorhanden (aber für sie).
                            Das kenne ich sehr gut. Wenn meine Schwester mit einer 3 nach Hause kam, war sie immer noch der Engel. Wenn ich das gleiche tat, war ich der Versager... es ist ungerecht!


                            Zitat von Sabine_nrw Beitrag anzeigen
                            Für meine Mutter war das das Schlimmste überhaupt, ihr Kind war faul und sie fühlte sich damit im schlechten Licht. Schließlich hatte sie die intelligentesten (und in jeder Hinsicht nach außen als ihre Erfolgsgeschichte zu verkaufenden) Kinder schlechthin zu haben, um mit ihnen anzugeben.
                            Oh, ja nach Außen... aber glaub mir, es wird und wurde gesehen, was bei euch nicht stimmte, nur kann man nicht eingreifen, das habe ich selbst schon erleben müssen.


                            Zitat von Sabine_nrw Beitrag anzeigen
                            Meine Eltern leben inzwischen beide nicht mehr,
                            Hast du deine Verarbeitung vor ihrem Tod machen können?

                            Zitat von Sabine_nrw Beitrag anzeigen
                            meine Schwester versuche ich mitzutragen, so gut ich kann, denn ich liebe sie trotz allem (so wie sie ist, auf ihre Weise. Muss nur aufpassen, dass ich mich dabei nicht aus den Augen verliere). Die Distanz brauche ich, um das Mittragen in den Phasen, wo sie mich wirklich braucht, auch schaffen zu können. Es ist nicht immer einfach, abzuschätzen, wann sie mich wirklich braucht ...
                            Deine Schwester braucht dich? - Meine braucht mich angeblich nicht...

                            Zitat von Sabine_nrw Beitrag anzeigen
                            [...]
                            Willkommen im Club der angelblichen Versager.

                            Zitat von Sabine_nrw Beitrag anzeigen
                            [...]
                            Meine Schwester hat auch jedes Kilo, welches ich zugenommen habe, abgenommen.


                            Zitat von Sabine_nrw Beitrag anzeigen
                            Naja, ich habe gelernt: gestern war gestern, heute ist heute. Ich war stark und hart (gegen andere und gegen mich), manchmal zu hart. Aber heute bin ich ziemlich gut in der Balance, noch nicht lange, und das kann sich wieder ändern, aber ich habe es geschafft. Dann können es andere auch schaffen, prinzipiell, aber der Weg ist steinig (und für jeden anders).
                            Was hast du gemacht, um hierhin zu kommen?


                            Zitat von Sabine_nrw Beitrag anzeigen
                            Ich habe mit 15 einen Mann kennengelernt, mit dem ich heute noch zusammen bin (inzwischen verheiratet). Er war der erste Mensch nach meiner Oma, bei dem ich das Gefühl hatte, um meiner selbst willen geliebt zu werden. Er liebt meine Schrullen und ich seine (nicht immer, aber meistens).
                            Das klingt nach große, Glück!


                            Zitat von Sabine_nrw Beitrag anzeigen
                            Das geht nicht immer nur harmonisch ab (aber allermeistens) und ich empfinde es als "auf Augenhöhe". Wir gehen achtsam miteinander um.
                            Nichts ist wichtiger als das.

                            Zitat von Sabine_nrw Beitrag anzeigen
                            Jeder geht seinen eigenen Zielen nach und wir haben gleichzeitig gemeinsame Ziele, die wir auch gemeinsam verfolgen. Manchmal gab es Zielkonfusionen, aber bisher haben wir diese immer in den Griff bekommen. Wenn ich Eigenschaften ablegen möchte, von denen ich denke, dass sie ihn verletzen, und ihm davon erzähle, sagt er erschreckt: "dann wärest du nicht mehr du selber". Das macht mich relativ gelassen, so zu sein wie ich bin.
                            Das glaube ich dir.

                            Zitat von Sabine_nrw Beitrag anzeigen
                            Stacheleien gibt es trotzdem. Aber auf beiden Seiten. Austeilen und Einsteckenkönnen sind irgendwie ausgewogen.
                            Das ist normal.

                            Zitat von Sabine_nrw Beitrag anzeigen
                            Ich bin dir sehr dankbar,
                            Mir? - Versteh ich nicht.

                            Zitat von Sabine_nrw Beitrag anzeigen
                            denn nun kann ich anders mit den Merkwürdigkeiten meiner Schwester umgehen, ich kann es besser akzeptieren, auch das Verhalten meiner Mutter.
                            In wiefern?
                            Ich danke dir, dass du im Austausch mit mir bist.

                            Condor
                            Zuletzt geändert von Vespi; 14.08.2014, 15:38.

                            Kommentar


                              Hallo Condor,

                              wenn ich das mit dem Zitieren nur könnte...

                              Großes Glück... ja. Ganz großes Glück. Manchmal ist man sich dem nicht bewußt und man muss dran arbeiten, dass es nicht zu selbstverständlich wird (innehalten, danke sagen, kleine Freuden einbauen. Wir verabschieden uns immer mit guten Worten und zeigen, dass wir uns freuen, dass der andere nach hause kommt... solche Dinge. Es sind diese Regeln, die man immer liest, was man tun soll, um eine Beziehung aufrecht zu erhalten, an denen ist viel dran. Wir taten das schon, als wir die Regeln noch nicht als Regeln kannten... wir arbeiten also nichts ab sondern tun das aus uns heraus. Es fällt uns einfach, ich habe erst spät erkannt, dass ein solches Verhalten nicht selbstverständlich ist). Diese Beziehung ist sicher der Anker, (die Basis, die) der es mir ermöglichte, aus dem Gefühlstief durch die Missachtung meiner Mutter heraus zu kommen.

                              Wenn Narzissten nicht lieben können, würde es bedeuten, dass meine Schwester mich nicht lieben würde. Keine Ahnung, manchmal kommt es mir so vor, manchmal nicht. Wenn sie mit ihren Emotionen überfordert ist, braucht sie den Kontakt zu mir und sucht ihn dann auch. Das passiert oft wie ein Überfall. Dabei sind ihre Motivationen auch viele Anteile von Selbstmitleid. Ich weiss, dass es ihr dann nicht gut geht, und versuche, sie zu stützen, so gut ich kann. Einiges, derzeit ziemlich viele auch negative Ereignisse (Krankheit, Tod) sind auch wirklich schwierig in ihrem Leben (und Belastungen), aber sie steht durchschnittlich eher auf der Sonnenseite. Eigentlich sind es normale Schwierigkeiten (davon zugegebenermaßen im Moment ziemlich viele), die sie ziemlich aus der Fassung bringen. Das ist irgendwie auch ok, die eigene Betroffenheit ist ja so etwas ganz eigenes. Ich weiß, dass sie mich braucht, damit es ihr besser geht. Sie versucht natürlich öfters diese "ich bin besser als du Nummer" aber die hebele ich aus, indem ich nicht darauf eingehe. Ich frage "Wie geht es dir dabei" und reagiere darauf. Ich lass mich nicht von ihr bewerten. Ich empfehle ihr, genau zu überlegen, was sie will und dann entsprechend zu handeln. Ich rate ihr, genau das zu tun, was sie möchte, und nicht zu hadern, noch etwas anderes, was sie dann nicht tun kann, zu vermissen oder das Gefühl zu haben, es zu verpassen.

                              Ja, ich habe das alles weitestgehend vor dem Tod meiner Mutter verarbeitet. Es wäre fast auf einen völligen Kontaktabbruch hinaus gelaufen, aber mein Vater wusste es zu moderieren, so dass meine Mutter ihre Drohung, nie wieder mit mir zu sprechen, nicht wahr gemacht hat. Ich war damals völlig cool und überlegt. Danach war meine Mutter dankbar, dass sie weiterhin Kontakt hatte (hätte ja auch blöde ausgesehen "Und, was macht Ihre Tochter?" "Weiß ich nicht, sie redet nicht mit mir." --> kein gutes Ding für eine Mutter).

                              Ich war dann emotional ziemlich frei, zu tun, was ich wollte. Letztlich habe ich dann fast alle ihre Wünsche erfüllt, einige davon nach ihrem Tod. Nicht für sie, sondern für mich. Nicht rücksichtslos, ich bin schon kompromissbereit. Ich will oft einfach "alles" und sorge dann dafür, dass möglichst viel davon umgesetzt wird. Dabei kommen sehr individuelle und manchmal für andere schlecht nachvollziehbare Lösungen heraus. ("Das macht man doch nicht so") Aber der Erfolg gibt meinem Mann und mir recht, seit etwa 2 Jahren sind wir genau dort wo wir immer hin wollten. Ohne über Leichen gegangen zu sein, wir haben immer noch unsere Freunde und guten Kontakt mit der Familie. Manchmal ist mir das unheimlich... so viel Glück.

                              Ich versuche, den Ratschlag, den ich auch meiner Schwester gebe, selber zu beherzigen. Was mir außerdem noch hilft, ist zu wissen, dass meine Eltern sicher das Trauma des Krieges zu verarbeiten hatten. Es sind ihnen Erziehungsmethoden beigebracht worden, die sicher völlig falsch waren. Aber wie soll man solche Dinge hinterfragen, wenn einem in Kinder- und Jugentagen es als normal beigebracht wird, dass der Rohrstock eingesetzt wird, wenn Kinder nicht das tun, was sie sollen?

                              Ich glaube, dass es das ist, was mir geholfen hat, ich war schlecht in der Schule, weil ich es wollte, ich habe studiert, was mir gefallen hat (meine Eltern haben es unterstützt, schließlich wäre eine nichtstudierte Tochter zu wenig Status gewesen), ich habe den Mann geheiratet, den ich liebe (obwohl wir damals echt miteinander gerungen haben, weil jeder im Job "kämpfen" musste und unter so etwas eine Partnerschaft oft leiden kann und bei uns war das der Fall. Als wir die Falle darin merkten, haben wir dran gearbeitet und die Mängel beseitigt).

                              Mein Mann und ich haben verschiedene Lebensmodelle durch, nur Eltern sind wir nicht, das hat sich nicht ergeben und wir haben das "Schicksal" einfach angenommen. Hätten wir Kinder gehabt, hätten wir das hoffentlich auch gut geschafft. Letztlich bin ich irgendwie dankbar, dass ich nie in die Gefahr geraten konnte, so zu werden, wie meine Mutter. Jedenfalls war es immer spannend - so mit meinem Mann zusammen zu sein.

                              Das ist die Basis. So richtig in die Balance gekommen bin ich allerdings erst dadurch, dass ich mich auf das Abenteuer eines resp. mehrerer Coachings eingelassen habe. Meine Arbeitssituation änderte sich vor 3 Jahren durch neue und andere Chefs und ich drohte in einen Burnout zu rauschen. Mit den typischen Anzeichen: Überidentifizierung, Überarbeitung, mangelndes Lob... Ausbeutung der eigenen Person, mangelnder Selbstschutz. ...

                              Ich habe lange überlegt, was ich tun sollte, erst habe ich Bücher gelesen, dann habe ich NLP im Selbstverfahren ausprobiert, so richtig kam ich nicht zum weiter, es ging mir etwas besser, aber nicht wirklich gut. Dann fragte ich mich, ob ich besser eine Psychotherapie machen sollte, oder lieber ein Coaching, hatte gegen beides große Bedenken. Meine Freundinnen und Freunde (eine Ausnahme) sagten: "du kannst schon alles, aber wenn überhaupt, dann mach ein Coaching". Ich suchte Ewigkeiten nach jemandem, der mich auf seiner Homepage "ansprach" - und wagte den Einstieg, den ich heute als die wirklich beste Entscheidung meines Lebens ansehe (muss nicht für jeden richtig sein, es ist wirklich nur meine Erfahrung).

                              Ich habe dann erst gelernt, meine Leistungen zu sehen, bis dahin war die "das ist alles nicht gut genug" Attitüde meiner Mutter auch mein eigenes Credo. Unbewusst. In mehreren Schritten habe ich erst die ganz schlechte Situation im Job relativ gut gelöst. Und dann habe ich ein persönliches Coaching gewählt (dabei bleibt das Berufliche nicht draußen vor). Dabei kamen positive Eigenschaften zum Vorschein, die ich komplett aus meiner Wahnrnehmung heraus gedrängt hatte. Ich habe die Messlatte, immer alles perfekt, noch besser, noch mehr zu machen mit jeder Stufe, die ich besser wurde und mehr schaffte, noch höher gelegt... und habe mich unter großen Druck gesetzt. Ohne es zu merken. Erst die Coach hat es in meine Wahrnehmung gebracht. Die Außenwahrnehmung ist sehr wichtig. Ok, ich habe mir das "erkauft", aber diese beiden Frauen (eine Coach hat andere Priroritäten gesetzt und ich musste die Person wechseln) waren eben völlig unbeeinflusst.

                              Meinen Freundinnen und Freunden höre ich auch gern zu, ich suche ihren Ratschlag, aber sie sind eben auch befangen... Diese Mischung ist für mich sehr gut. Ich mache gerade eine Coachingpause und überlege, welche Ziele für mich jetzt richtig und gut sind. Was ist das Wichtigste, was ich noch erreichen möchte? (Als Zwischenziel habe ich einen Fotografieworkshop gewählt, ich möchte etwas mehr Kreativität in mein Leben bringen, im Moment läuft bei mir alles viel zu kognitiv ab).

                              Meine Ziele waren immer gut und richtig formuliert, aber leider nicht immer so ganz für mich passend. Ich wollte Eigenschaften haben, die ich nicht habe, und habe Eigenschaften, die ich definitiv habe, nicht gesehen. Das, was ich an mir als schlecht empfunden habe, sehe ich heute wenigstens zum Teil als Stärke. Wenn ich heute merke, dass ich zu sehr in die eine oder andere Richtung gezogen werde, versuche ich dagegen zu steuern. Wenn ich z.B. eine Pause brauche, nehme ich sie mir. Das geht nicht immer ganz so einfach (weilich eben auch auf andere Rücksicht nehmen möchte und auch manchmal Situationen berücksichtigen muss, weil ich dafür bezahlt werde) und holpert manchmal im Prozess. (ist ok, das muss so sein, geht nicht anders).

                              Was ich mache, ist ganz hartes und konsequentes Priorisieren. Eine Zeit lang habe ich das mit langen und strukturierten Tabellen gemacht, jetzt geht es so, ohne schriftliche Notizen. Einiges liegt noch im Argen ... z.B. das Thema "gesund bleiben, Vorsorge, Sport".

                              Was ich am Coaching gut finde, ist, dass man viele Methoden an die Hand bekommt, mit denen man sich entwickeln kann. Die Personen, die ich kenne, die in einer Psychotherapie sind, wühlen sehr viel in der Vergangenheit. Für mich sieht das so aus, als kämen sich nicht wirklich vorwärts, weil sie die Energie in das stecken, was zurück liegt, anstatt in das zu investieren, was vor ihnen liegt. Das hindert sie, sich zu "ent-wickeln". Hinzu kommt, dass diese Therapien von den Krankenkassen bezahlt werden und man damit "systemgenormt" behandelt wird. Wehe, etwas vom Doktor fest geschriebenes passt nicht zu dir und du sagst das auch noch... dann wirst du womöglich als therapieresistent eingestuft. Das ist nicht so einfach. Muss ja nicht immer so sein, aber Tendenzen sehe ich schon. Ich habe auch schon mal den Ratschlag gegeben, dass eine Psychotherapie vielleicht geeigneter sei als ein Coaching. Und wahrscheinlich gibt es auch Therapeuten, die im System flexibel handeln können. Man muss wirklich abwägen.

                              Meine Coach muss mit mir ringen, wenn sie mit mir Methoden angehen will, die nicht zu mir passen. Ich ringe auch mit ihr, denn ich weiß ja, dass sie gute Methoden hat. Wir passen die Methoden dann an, komplette Verweigerung gibt es von mir nicht. Auch da entstehen wieder "lustige" (ungewöhnliche) Dinge... Ich gebe zu, meine Aufarbeitung ist schon vor mehr als 10 Jahren passiert... vielleicht ist eine Psychotherapie besser, wenn man noch völlig im Nebel stochert. Ich spreche nur für mich.


                              Ich bin dir dankbar, dass du mir diese Betrachtungsweisen ermöglicht hast. Würdest du hier nicht schreiben, hätte ich diese Erkenntnisse in dieser Weise nicht gefunden. Dafür bin ich dir wirklich dankbar. Weiß nicht, wie ich das anders schreiben soll.

                              Alles Gute für dich

                              Sabine
                              Zuletzt geändert von Sabine_nrw; 27.07.2014, 12:04.

                              Kommentar


                                Hallo Sabine,

                                Zitat von Sabine_nrw Beitrag anzeigen
                                wenn ich das mit dem Zitieren nur könnte...
                                Nun, zuerst gehe ich auf den Button unten, der da heißt "Zitieren".

                                Dann kopiere ich mir die erste eckige Klammer, samt Inhalt mit Strg+c. Meist geht das besser, wenn ich zum nachfolgenden Text mit der Leertaste eine kleine Lücke mache.

                                Nun zerpflücke ich dein Posting in für mich wichtige Abschnitte, auf die ich antworten möchte.

                                Vor jedem Abschnitt drücke ich Strg+v und füge somit die eckige Klammer ein.

                                Am Ende deines Postings steht noch eine eckige Klammer mit /Quote drin. Diese kopiere ich nun wie vorher die andere eckige Klammer. Diese Klammer füge ich nun am Ende jedes Abschnittes ein.

                                Dann nur noch beim ersten Abschnitt die Leerzeichen wieder rausnehmen und fertig ist zietiert.

                                Jetzt kann ich unter jedem deiner Abschnitte antworten.

                                Zitat von Sabine_nrw Beitrag anzeigen
                                Großes Glück... ja. Ganz großes Glück. Manchmal ist man sich dem nicht bewußt und man muss dran arbeiten, dass es nicht zu selbstverständlich wird (innehalten, danke sagen, kleine Freuden einbauen. Wir verabschieden uns immer mit guten Worten und zeigen, dass wir uns freuen, dass der andere nach hause kommt... solche Dinge.
                                Das ist sehr schön, so hatte ich es mir hier auch vorgestellt. Aber es kam halt anders.


                                Zitat von Sabine_nrw Beitrag anzeigen
                                Wenn Narzissten nicht lieben können, würde es bedeuten, dass meine Schwester mich nicht lieben würde. Keine Ahnung, manchmal kommt es mir so vor, manchmal nicht.
                                Das ist korrekt, das kann sie auch nicht, wenn sie eine Narzisstin ist. Aber... sie kann, wie alle Narzissten, so tun als ob und meistens wären sie erbost, wenn unsereiner ihnen keine echte Liebe unterstellen würden. Mein Partner glaubt, dass es, außer ihn, keinen so guten Menschen gibt. Er glaubt das wirklich.
                                Aber, wer seine Familie terrorisiert, ist kein guter Mensch.

                                Du kannst das Getue aber schnell enttarnen, indem du lange und positiv über dich selbst sprichst, das können Narzissten nicht ab, da müssen sie sofort von sich erzählen. Dann merkst du, dass an dir kein wirkliches Interesse besteht, sondern es sich nur um den Narzissten drehen muss.


                                Zitat von Sabine_nrw Beitrag anzeigen
                                Einiges, derzeit ziemlich viele auch negative Ereignisse (Krankheit, Tod) sind auch wirklich schwierig in ihrem Leben (und Belastungen), aber sie steht durchschnittlich eher auf der Sonnenseite.
                                Naja, Menschen, die von einem Mist zum anderen kommen, sind es so gesehen gewöhnt, "Scheiße" zu erleben. Aber die, denen bisher kaum etwas passiert ist, trifft es dann umso härter. Bei meiner Schwester würde die Welt zusammen brechen, wenn der Sex mit ihrem Mann nicht mehr so dolle wäre. Das wäre für sie sogar ein Grund zur Scheidung...

                                Bin ich froh, dass ich diese Probleme nicht habe.

                                Zitat von Sabine_nrw Beitrag anzeigen
                                Ich weiß, dass sie mich braucht, damit es ihr besser geht. Sie versucht natürlich öfters diese "ich bin besser als du Nummer" aber die hebele ich aus, indem ich nicht darauf eingehe.
                                Narzissten brauchen den anderen immer, um sich besser zu fühlen. Es ist die Frage, ob du das weiter so mitmachen willst...

                                Ich werde froh sein, wenn das hier irgendwann zu Ende ist.

                                Zitat von Sabine_nrw Beitrag anzeigen
                                Danach war meine Mutter dankbar, dass sie weiterhin Kontakt hatte (hätte ja auch blöde ausgesehen "Und, was macht Ihre Tochter?" "Weiß ich nicht, sie redet nicht mit mir." --> kein gutes Ding für eine Mutter).
                                Wenn sie Narzisstin ist, war sie nicht dankbar, eher zufrieden, weil sie ihren Willen gekriegt hat.

                                Zitat von Sabine_nrw Beitrag anzeigen
                                Was mir außerdem noch hilft, ist zu wissen, dass meine Eltern sicher das Trauma des Krieges zu verarbeiten hatten. Es sind ihnen Erziehungsmethoden beigebracht worden, die sicher völlig falsch waren. Aber wie soll man solche Dinge hinterfragen, wenn einem in Kinder- und Jugentagen es als normal beigebracht wird, dass der Rohrstock eingesetzt wird, wenn Kinder nicht das tun, was sie sollen?
                                Ja und?
                                Soll das eine Rechtfertigung sein?
                                Soll ich jetzt sagen, weil ich so eine Scheiß-Kindheit hatte, soll es meinem Sohn genauso gehen?

                                Meine Eltern sind auch Kriegskinder, aber nicht alle aus dieser Generation sind so, wie meine Eltern. Es gibt auch welche, die haben mal nachgedacht, die haben mal hinter den Spiegel geschaut. - Das aber können meine Eltern nicht. Nicht, weil sie Kriegskinder sind, sondern weil sie Narzissten sind.

                                Zitat von Sabine_nrw Beitrag anzeigen
                                ich habe den Mann geheiratet, den ich liebe
                                Hatte ich auch, bis er nach der Hochzeitsnacht sein wahres Gesicht zeigte.


                                Zitat von Sabine_nrw Beitrag anzeigen
                                Meinen Freundinnen und Freunden höre ich auch gern zu,
                                Wenn ich Freunde hätte, würde ich das auch tun, aber für einen Autisten ist es eben besonders schwer, Freunde zu finden. Man sagt auch, dass dies mit zunehmendem Alter auch nicht leichter wird und... die Leute, die meine Freunde hätten werden können, sind entweder an meinen Defiziten durch meinen Autismus oder an meiner Vergangenheit gescheitert.


                                Zitat von Sabine_nrw Beitrag anzeigen
                                Was ich mache, ist ganz hartes und konsequentes Priorisieren. Eine Zeit lang habe ich das mit langen und strukturierten Tabellen gemacht, jetzt geht es so, ohne schriftliche Notizen. Einiges liegt noch im Argen ... z.B. das Thema "gesund bleiben, Vorsorge, Sport".
                                Klingt nach Folter, nein, nichts für mich, ich möchte lieber der Freund meiner Seele und meines Körpers werden.


                                Zitat von Sabine_nrw Beitrag anzeigen
                                Ich bin dir dankbar, dass du mir diese Betrachtungsweisen ermöglicht hast. Würdest du hier nicht schreiben, hätte ich diese Erkenntnisse in dieser Weise nicht gefunden. Dafür bin ich dir wirklich dankbar. Weiß nicht, wie ich das anders schreiben soll.
                                Wie du meinst, aber ich bin eben so.

                                Condor

                                PS: Ich bin ab Freitag ne Woche im Urlaub und werde nicht am Rechner sein.

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