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Erfolglose Freunde

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    #16
    Mir fallen da zwei 'Bilder' ein:

    Bild 1:

    Stell dir vor, du stehst auf einem Tisch und versuchst jemand anderen auf den Tisch zu ziehen. Es gelingt dir nicht, wenn der andere nicht will - aber er kann dich leicht herunter ziehen.

    Bild 2:

    Die Wege zweier Wanderer schneiden sich. Sie gehen ein Stück gemeinsam, vielleicht geht einer auch einen kleinen Umweg, weil sie sich so gut unterhalten. Aber irgendwann kommt der Punkt, wo sich ihre Wege trennen, da sie unterschiedliche Ziele haben.

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      #17
      Zitat von Sidonie
      Sie macht es einem wirklich nicht einfach, weil alles, alles tabu ist, lauter wunde Punkte, und ein offenes Wort ist nicht erwünscht. Ich habe mir aber fest vorgenommen, beim nächsten Treffen ehrlicher zu sein, und ihr eine echte Freundin zu sein, die ihr vielleicht damit auch weiterhilft. Wenn ich mich immer nur verstellen muss, fühle ich mich so unwohl.
      Liebe Sidonie,

      das halte ich für einen sehr sportlichen Ansatz. Bitte lass hören, wie es gelaufen ist.

      Ich kenne auch so eine Person und dachte, wenn sie nun einfach mal jemand als Mensch ernst und wichtig nehmen würde... dann käme der Mensch "hinter der Angst" zum Vorschein. Tja, das ist sowas von nach hinten losgegangen. Zuviele offene Worte schätze ich. Völlig fremdes Welt- und Menschenbild.

      Ich glaube inzwischen, dass es einfach Menschen gibt, die in ihrer Situation, ihrer Rolle und teils auch ihrem Elend so festgefahren sind, dass sie gar nicht mehr raus wollen. Sie sind in "ihrer Welt", ihrem Denken und ihren Vorurteilen so festgefahren, dass sie nichts anderes mehr wahrnehmen können. Und sie fühlen sich da sicher.

      Ich will damit nicht sagen "lass es", aber wenn du es so nicht schaffst, dein "unwohl fühlen" abzustreifen, fühle dich frei die Situation einfach zu verlassen und "hals" dir die Probleme dieser Person mit dem Leben nicht "auf".

      Liebe Grüße
      Sunshine

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        #18
        Sunshine, da hast Du recht. Das ist es genau, was ich fürchte. Man soll sich nicht einbilden, man könne einen Menschen ändern. Schließlich können sogar ausgebildete Psychologen oft nicht. Ich bin sicher, dass diese mindestens 30 bis 40 Prozent Patienten haben, an denen sie verzweifeln. Wie soll man das denn als ganz normaler Mensch schaffen? Man schafft es nur, den anderen zu verärgern und den Kontakt abzubrechen. Wenn ich es versuchen werde, mit der Freundin etwas ehrlicher zu werden, dann nur sehr, sehr vorsichtig und hoffentlich nicht "übergriffig".

        Miss Pig, hast Du den Kontakt für immer und ewig abgebrochen? (Hoffentlich ist das jetzt keine übergriffige Frage???)

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          #19
          Hey!

          Danke noch mal für die Antworten.

          Ich werde mal auf alle eingehen und versuchen, mich halbwegs kurz zu halten ;)
          Nachtrag: Was mir nicht gelungen ist. Sorry.

          Fortuna: Seh ich genauso mit der Freundschaft, scheinbar sind sich unsere Andreas ähnlich.
          Danke für den Hinweis auf den anderen Thread!

          Leider konnte ich "meine" Andrea nicht auf die lange Bank schieben, weil sie sich einfach immer wieder
          meldet. Mir kommt es oft vor, als ahne sie schon, wenn ich mich nicht melde, dass etwas im
          Busch sein könnte. Unsere Freundschaft stand ja schon mal kurz vorm Abbruch.
          Immer, wenn ich mich länger nicht gemeldet habe, überhäuft sie mich mit übernetten SMS in
          denen sie mich fragt, wie dies und jenes läuft und wie das und das war, aber wenn wir dann
          telefonieren, ist das alles plötzlich kein Thema mehr bzw. wird in 2 Minuten abgehandelt und dann erläutert
          sie mir wieder ewig ihr Leben.


          Arizona:

          Das ist das Problem. Die gleiche Augenhöhe fehlt völlig.
          Andrea ist lustigerweise auch mehr als 10 Jahre älter als ich und relativ konservativ eingestellt,
          ich dagegen suche Freundschaft zu jüngeren und flexibleren Leuten.
          Glaub nicht, dass Andrea wirklich zufrieden ist, aber es ist nicht meine Aufgabe, sie zu ändern.
          Wisst ihr, ich würde Andrea wirklich gerne helfen, aber ich hab mir an ihr schon sehr oft
          die Zähne ausgebissen und das Problem ist auch, dass man a) keinen Klartext reden soll, weil sie dann
          beleidigt und beleidigend wird, und b) Andrea einen versucht runterzuziehen.
          Das ist ja genau der Grund, warum ich ihr nichts erzähle, ich hab keinen Nerv, das dann noch
          gegen ihren Pessimismus zu verteidigen und mir anhören zu müssen mit nem abfälligen Lächeln,
          das wäre ja nichts oder gar, sie könnte es ja besser, wenn sie es denn tun würde, aber leider
          kann sie ja nicht konkret, denn sie hat ja dies und jenes. Und das und das (was ich mache oder
          gut finde) würde sie auch noch hinkriegen. In der Realität kriegt sie aber gar nichts hin.

          Als Beispiel: Ich raffe mich auf, geh regelmäßig Laufen, mach aber nur kleine Fortschritte, dennoch bin ich stolz und erzähle Andrea von meinem Erfolg. Andrea lächelt abfällig und sagt, sie könne ja sehr viel länger laufen und ob ich sie vera*schen wolle. Leider könne sie es mir aber nicht vorführen, sie habe ja Probleme mit dem Knie.
          Und wenn ich daraufhin sage, ich glaub das nicht so ganz, ist sie natürlich beleidigt. Wie kann ich es wagen an ihren (theoretischen) Fähigkeiten zu zweifeln.

          Zebra: Sehr guter Ansatz. Genau da liegt der Hund begraben. Das habe ich schon oft gedacht.
          Und stimmt, irgendwie ist es unehrlich gewesen, so lang an einer Freundschaft festzuhalten.
          Es ist halt so, dass ich mir erst letzten Herbst bewusst geworden bin, als welche Belastung ich
          Andrea empfinde. Und wie sie mich teilweise ausgenutzt hat.
          Vorher war immer nur so ein dumpfes Gefühl im Hintergrund, irgendwas stimmt nicht, irgendwas
          passt mir nicht, aber eigentlich ist alles okay.
          War ja auch so, dass Andrea, sobald es nur leicht kriselte, sofort anfing (lustigerweise
          entgegengesetzt zu ihrem Pessimismus), alles schön zu reden und demonstrativ immer wieder fragte
          mit einem leichten Unterton von Drohung in der Stimme: "Alles gut?" und wenn ich "Nein" sagte,
          musste ich mir ihr ewiges Gesülze wieder anhören.

          Vielleicht zum besseren Verständnis: Andrea ist eigentlich männlich, ich wollte nie was von "ihr",
          aber sie hat mich am Anfang eingewickelt und was sie in den ersten Monaten unserer Freundschaft
          abgezogen hat, war übelste Manipulation und teilweise auch konkrete Bedrohungen. Eigentlich war es
          eine Form von Hörigkeit.

          Ich konnte irgendwann nicht glauben, als ich aufgewacht bin, dass ich das mitgemacht habe.
          Vorher dachte ich immer, mir könne sowas nicht passieren.

          Tintenweberin: Netter Ansatz ;) Darauf bin ich auch schon gekommen, ich habe auch schon gedacht: Oh
          nein, ich bin Andrea ja hier und da ähnlich...das streite ich auch gar nicht ab, dennoch
          gibt es Unterschiede. Es stimmt, dass ich in Andrea das ablehne, was ich an mir ablehne.
          Ich mach aber nicht einfach den Kopf zu und stoße Hasstiraden aus, es war ein langer Prozess,
          da hinzukommen, wo ich jetzt bin, und mein neu gewonnener Optimismus bzw. die positiven
          Glaubenssätze müssen sich erst festigen. Ich bin ja selber noch sozusagen im Entstehen, in
          der Entwicklung, und wie soll z.B. ne Tonvase fest werden oder der Kleber trocknen, wenn ständig
          jemand dran zerrt und es wieder auseinandernehmen will?

          Wir suchen uns Freundschaften ja aus und ich glaub, niemand könnte Erfolg haben, wenn er sich ständig an Leidensgeschichten aufreiben würde von erfolglosen Jammerlappen. Also Leuten, die wirklich nur jammern wollen und andere runterziehen und zusammen lästern.
          Ich muss mir nicht das Elend der Welt aufhalsen, um zu wachsen, ich hab mit mir weitgehend genug zu tun und helfe gern, wenn es jemand will. Und das ist halt der springende Punkt. Ich seh nicht ein, meine Energie in ein schwarzes Loch fließen zu lassen. Ich erwarte keinen konkreten Dank, aber ich erwarte auch nicht, mit Füßen getreten zu werden. Das muss ich mir nicht geben.

          Zudem bin ich im realen Leben ja auch etwas anders. Ja, ich schreibe hier immer zuviel.
          Jetzt auch schon wieder. Ich hab ein bisschen die Befürchtung, meinen Standpunkt nicht hinzureichend
          klarmachen zu können. Aber ich bin schon kritikfähig und gewillt, mir die Dinge aus verschiedenen
          Blickwinkeln anzusehen. Wenn es gerechtfertigt ist. Ich kann nachvollziehen, welchen
          Eindruck ich hier erweckt habe, aber im realen Leben rede ich nicht so viel, wie ich hier schreibe,
          und kehre meine Überzeugungen selten nach außen, weil ich andere damit nicht ständig belästigen will
          und glaube, dass das überwiegend meine Sache ist.

          Ich mag Andrea jetzt auch nicht beschreiben, dass sie sympathisch erscheint, denn dazu grolle ich ihr
          noch zu sehr. Dazu hatte die Freundschaft zuviel Missbrauchscharakter.
          Es erscheint mir im Nachhinein sogar noch mehr so, als habe sie mich nur ausgenutzt.

          Ich könnte jetzt Sprüche bringen..aber dazu nur: Alles, was Andrea für mich getan hat, hat sie mir
          hinterher mal unter die Nase gerieben, wenn ich nicht spuren wollte. Und alles diente dem
          Zweck, sie besser dastehen zu lassen.
          In ihrer hinreißend offenen Art hat sie mir das sogar ins Gesicht gesagt.

          MissPig: Danke für deine Erfahrungen.

          Beim Lesen erscheint es mir, als wäre deine Andrea etwas vernünftiger drauf gewesen, aber ich kann
          mir vorstellen, dass der Kontakt zu ihr auch schwierig war.
          Es klingt aber so, als habe sie sich nicht ganz so sehr an dich geklammert.
          Aber ich kenn es so, mit dem Melden, dem Einschlafenlassen usw., dem Urlaub, das ist hier genauso.

          Sidonie:
          Sie macht es einem wirklich nicht einfach, weil alles, alles tabu ist, lauter wunde Punkte, und ein offenes Wort ist nicht erwünscht. Ich habe mir aber fest vorgenommen, beim nächsten Treffen ehrlicher zu sein, und ihr eine echte Freundin zu sein, die ihr vielleicht damit auch weiterhilft. Wenn ich mich immer nur verstellen muss, fühle ich mich so unwohl.
          Genau wie bei uns. Alles tabu. Ich hab versucht, ehrlich zu sein und zu helfen. Sehr oft.
          Wir haben mal 8 Stunden (!) am Stück geredet und ich versuchte, Andrea begreiflich zu machen, dass ihr
          Pessimismus vielleicht so nicht sein muss usw..
          Es hat nicht funktioniert, sie wollte daran festhalten und grinste triumphierend in sich rein, nach der Art
          "Mich änderst du nicht", während ich fertig mit den Nerven war. Es war, als rede man immer
          gegen eine Wand. Ich hätte am liebsten aufgeschrien: ICH will dich nicht ändern, ich hab nur keine
          Lust, angegriffen zu werden, weil du deinen Pessimismus als alleinige Weltanschauung darstellst
          und alle anderen als blinde Idioten, und ich will dir lediglich erklären, dass du dir vielleicht selbst
          schadest und dass du allein es mit dir 24 Stunden am Tag aushalten musst, nicht ich.

          Ich habe das Gefühl, dass meine Tante sich diese Freundin nur "hält", damit sie besser dasteht und damit es in ihrem Leben jemanden gibt, auf den sie runterschauen kann, denn selber hat sie kaum Freunde und ist Single und sehr unglücklich.
          Eigentlich "hielt" Andrea mich und nicht umgekehrt ;) Ich kann schwer Grenzen setzen und jemandem absagen, aber unglücklich bin ich nicht, weil ich so viel zu tun hab momentan und jetzt ja auch nicht mehr ausufernd über all meine Pläne reden will, sondern dabei bin, sie umzusetzen. Wie gesagt, ich glaube, Andrea braucht mich weitaus mehr als ich sie brauche. Ich hab nicht das Bedürfnis, jemandem zu erzählen: Ich hab heut schon Kaffee getrunken und n Ei gegessen...und n Apfel!

          ThomasW: Danke für die Bilder! Gefallen mir beide gut!

          Sunshine: Volle Zustimmung!

          So, kurzer Bericht. Ich hab Andrea jetzt mal ein paar Takte gesagt, denn Zebras Worte insbesondere
          haben mich durchaus zum Nachdenken gebracht. Es ist keine Basis für eine Beziehung, wenn man jemanden
          nur als Notnagel nimmt. Ja, es stimmt, ich hätte echt gern andere Freunde.

          Ich hab nun beschlossen, den Kontakt zu Andrea abzubrechen. Bisher ist sie beleidigt, wie erwartet.

          Ich weiß, dass Andrea hier nicht sehr schmeichelhaft beschrieben ist, aber ich sehe Andrea nicht als
          Monster, ich weiß, dass sie liebenswerte und tolle Seiten hat. Es ist trotzdem so, dass ich persönlich mit
          ihrer Art nicht mehr klarkomme und mit Andrea weiter befreundet zu sein und mich zu verstellen (ehrlich sein
          endet ja auch im Desaster bzw. werde ich daraufhin angegriffen), ist eine Form von Inkonsequenz, die ich nicht mehr
          bestehen lassen will.

          Ich lasse Andrea jetzt einfach ziehen, soll sie glücklich werden, wie sie will. Sie hat mehr verloren als ich, es war
          während der letzten Treffen schon so, dass sie davon sprach, wieviel ihr die Freundschaft bedeutet und ich dachte: "Au weia,
          ich wär froh, die wäre vorbei". Hab auch keine Lust, nur noch "Ja" und "Amen" zu allem zu sagen, was Andrea
          von sich gibt, obwohl ich überhaupt nicht dahinterstehe, was sie sagt und es ist ja auch echt nicht fair für sie,
          da habt ihr Recht, jemanden an ihrer Seite zu haben, der heimlich nicht sehr positiv über sie denkt.

          Ich glaub schon, dass ich sie so sein lassen kann, wie sie will, aber nur, wenn sie mir nicht zu nahe kommt.
          Missionieren wollte ich sie nicht aus eigenem Willen, ich missioniere Leute nicht, ich glaube man sollte alles
          vorleben, aber ich hatte schon das Gefühl, mich permanent verteidigen zu müssen gegen ihre Negativität.

          Jetzt öffne ich mich einfach für neue Leute, die auf meiner Ebene sind.

          Ich hoffe, es ist halbwegs klar geworden, dass ich Andrea nicht aus Überheblichkeit oder Spaß
          etwas abwertend beschrieben hab bzw . so über sie dachte, sondern hauptsächlich aus der
          Defensive heraus. Ich kann auch keine Neider brauchen, ich will einfach nur mein Leben leben
          und mich nicht ständig verteidigen müssen.

          Viele Grüße an alle!
          EatenFrog

          PS: Ich glaub mittlerweile, dass unser Temperament auch nie zusammenpassen würde. Ich bin sehr ruhig, in mich gekehrt, schweige oft ausufernd und gerne und lasse etwas auf mich wirken, neige aber auch mal zu Unsinn in jeder Form (Albernheiten und sowas), Andrea ist immer aufgekratzt und in Bewegung und nervös und muss jede Leere mit Reden füllen. Wenn sie das nicht kann, muss sie anderweitig auf sich aufmerksam machen, durch Hüsteln, Räuspern, Rascheln usw...wenn man sie dann nicht beachtet, ist sie verstimmt. Ich brauch soviel Aufmerksamkeit nicht.

          Und zum Redeschwall: Ich freu mich, wenn das hier alles jemand liest, oder auch nur Teile, aber ich finde, es ist ein Unterschied, einen Text online zu stellen, der auch ignoriert werden kann oder der zerpickt werden kann oder was auch immer, oder jemanden auf engstem Raum (Auto) aggressiv zuzuquatschen und wenn derjenige nicht so reagiert, wie man es sich wünscht, vor Wut halsbrecherisch zu fahren, um den anderen zu bedrängen. Als ein Beispiel.
          Ich kann ohne Andrea gut leben und brauche ihre Bestätigung nicht und mit der Ignoranz vieler Mitmenschen kann ich auch gut leben, ohne auszuticken.
          Zuletzt geändert von EatenFrog; 17.02.2009, 10:50.

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            #20
            Zitat von Sidonie Beitrag anzeigen
            Miss Pig, hast Du den Kontakt für immer und ewig abgebrochen? (Hoffentlich ist das jetzt keine übergriffige Frage???)
            Hallo Sidonie,

            nein, empfinde ich nicht als übergriffig - ich hab' die Geschichte ja freiwillig hier erzählt. Im Gegenteil, es freut mich, daß sie auch interessiert hat.

            Was ist schon immer und ewig? Aber, ja, ich für mich hatte abgebrochen mit der Intention, sie eher nicht mehr aufzunehmen. Ich bin damals ganz eindeutig geflohen vor etwas, von dem ich nicht wußte, wie ich es verändern soll zu etwas, was ich will.

            Heute ... ich hab' mich so verändert in den letzten zwei Jahren ... heute ist es so, daß einfach die aktive Verbindung nicht mehr da ist. Ich trage ihr Bild warm in meinem Herzen, aber mit dem Gefühl von: Das war damals. Ich weiß, was sie mir war. Damals war da ein Austausch. Heute brauche ich Anderes, oder zumindest glaube ich das.

            Natürlich ist das ein Bild von Freundschaft, daß sie "ewig" währt. Aber vielleicht muß das auch nicht so sein. Vielleicht gibt es auch Freundschaften, die gut sind für eine Zeit - und dann passen anderen Begleiter in unserem Leben einfach besser.

            Ich glaube, daß das bei ihr und mir so ist, und ich sehe für mich keinen Grund, tätig zu werden um mir das Gegenteil zu beweisen.

            lg,

            MP

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              #21
              hallo eaten frog,

              ich habe erst jetzt deinen letzten post gesehen. ich finde deine entscheidung sehr gut und überhaupt nicht verwerflich!!

              sie (bzw. er) wird seinen weg gehen, du hast da keine "schuld" oder was auch immer auf dich geladen, lass dir das nicht einreden.

              liebe grüße und viel energie für deine nächsten schritte
              zebra

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                #22
                Hallo eaten frog

                Auch ich kenne die Thematik. Einmal habe ich eine Freundschaft auslaufen lassen, weil ich bemkerte, dass ich mich nur noch bei der anderen Person meldete, wenn sonst grad niemand verfügbar war, also nutzte ich sie ja sozusagen aus.... und/aber der Grund war auch diese Einseitigkeit, ohne meine Kontaktaufnahme meldete sie sich nie.... Ist Jahre her und manchmal denke ich mit etwas Wehmut an sie aber fehlen tut sie dennoch nicht wirklich.

                Seit gut einem Jahr habe ich eine andere Person sehr strikt aus meinem Privatleben "verbannt". Wir hatten erst letzte Woche ein klärendes Gespräch, sie hatte gemerkt dass etwas nicht stimmte und ich konnte ihr nun sagen, dass mein Bedürfniss berufliches von privatem zu trennen so gross war, dass es mir einfach nicht mehr möglich war, sie in meine privaten Angelegenheiten mit einzubeziehen. Das war unheimlich befreiend für mich und ich bin sehr stolz, dass ich endlich mal meine Bedürfnisse nicht mehr hinten anstelle. Ihr ganzes Gejammere war ein echter Energie-Vampir für mich und abgrenzen tut da saugut

                Ansonsten möchte ich dir noch ein Schamanistisches Ritual in Kurzform mitgeben. Eine Gruppe versammelt sich im Kreis, die Person, die eine schwierige Situation erlebt hat darf genau 3x abjammern soviel sie will, die Anwesenden hören zu und bezeugen und würdigen damit das Erleidete, anschliessend schreitet die Person durch den Kreis (womit das Erlebte/Erleidete abgelegt wird). Damit ist das Gejammere rituell erledigt und muss nicht mehr wiederholt werden.

                So in etwa habe ich die Kurzform des Rituals im Kopf, ich finde es sehr schön, denn abjammern darf schon sein.....nur soll die Person dann auch etwas verändern, es zumindest versuchen oder eben nicht mehr weiterjammern dürfen... oder zumindest nicht mehr bei dir.

                Namasté, Filumi

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                  #23
                  Naja, und ich hab noch nicht grad viele andere Freunde und schon gar keine, mit denen es so vertraut ist wie mit Andrea.
                  Hi Eaten Frog,
                  solange Deine Energien und Kräfte sich in diesem Feld bewegen, sind sie dort gebunden und ziehen maximal Gleichartiges an.
                  Es gilt, dem Leben den eigenen Beitrag zu geben: löst man sich aus einem Feld, stehen die eigenen Kräfte frei und offen für Neues (hier könnten das Menschen sein, die auch Geben und nicht überwiegend Nehmen) zur Verfügung. Und können überhaupt Andersartige/s/ anlocken.
                  Jetzt sind sie "gut unter" und "beschäftigt".

                  Meine Erfahrung ist, dass man sich im Leben zweimal sehen kann ... Mir hat mal jemand gesagt: breche den Kontakt nicht ab, sondern unterbreche ihn .... die Erkenntnis dahinter ist sehr wertvoll: eingefahrene Verhaltensweisen können nur verändert werden, wenn die triggergebenden Situationen oder Handlungen ad hoc anders gehandhabt werden.

                  VG
                  liddy

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                    #24
                    Hallo eaten frog,

                    ich hab durch Zufall erst jetzt den Beitrag vom letzten Jahr gefunden

                    Sei froh, wenn Du von solchen Personen weder emotional oder finanziell abhängig bist.
                    Mein Ex ist der selbe Typ wie Deine Andrea und seit er beruflich versetzt wurde und wir uns trennten

                    • bin ich nicht mehr von Hartz IV abhängig
                    • bin nicht mehr von "Spenden" irgendwelcher Klöster und Kirchen abhängig
                    • wurde dank einem Hauptgewinn über Nacht schuldenfrei
                    • hab vor meinem 40. Burzeltag die Wohnung fertig abbezahlt
                    • muss jetzt nicht mehr mit Altenpflegeexamen nur monoton die Toiletten putzen und Zeitungen austragen (was man als Hartzi eben so tun darf )
                    • und seine (Rat-)Schläge gehen mir sowas den Bach runter, dass ich jeden Tag froh bin wenn er keinen Kontakt mehr mit mir pflegt

                    Letztendlich fürchtet er mich wie der Teufel das Weihwasser, weil ich seine blendende Fassade durchschau und er mir nichts vormachen kann Und dass ich jetzt auch noch nicht mehr von ihm abhängig bin geschieht ihm echt recht.

                    Liebe Grüße

                    Kräuterfreundin

                    Kommentar


                      #25
                      hm....hab etwas im faden nachgelesen....
                      und ich hatte auch mal so eine freundin.....
                      hm...
                      beim lesen kam mir der gedanke, ob solche vebindungen zweckgemeinschaften von zwei sich minderwertig fühlenden menschen sind....
                      der eine wertet sich mit dem glanz und der beliebtheit des anderen an seiner seite auf,
                      der andere wertet sich mit der "unfähigkeit und unbeliebtheit oder dem versagen des anderen auf"., weil er daneben immer "besser" erscheint.hm..jeder auf seine weise,..

                      Kommentar


                        #26
                        Wooouuuuw OS

                        was für eine Aussage!!!! Hammer

                        Zitat von Orange Seahorse Beitrag anzeigen
                        beim lesen kam mir der gedanke, ob solche vebindungen zweckgemeinschaften von zwei sich minderwertig fühlenden menschen sind....
                        Klar doch, fällt mir gerade wie Schuppen von den Augen und sei diese Zweckgemeinschaft blos dazu da, dass es noch jemanden gibt, der sich noch schlechter fühlt.... womit man sich selbst doch wieder ein klein bisschen besser fühlen darf

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                          #27
                          Ich habe zwei solcher Freundschaften auslaufen lassen und vermisse ehrlich keine der beiden. Wir werden uns bei einer Begegnung immer noch anschauen können, aber mehr miteinander verbrachte Zeit mag ich nicht mehr. Es stimmt allerdings Tintenweberin, dass ich mich gewissermaßen wie in einem Spiegel sehe; aber diese Selbsterkenntnis ist Motivation zur Veränderung. Als ich selbst so eine Andrea war, wurde ich auch ausgeklinkt, was auch schmerzhaft war, aber einen Prozess in Gang gebracht hat. Darüber bin ich jetzt froh.

                          Kommentar


                            #28
                            Hallo, ich kenne solche Andreas .

                            Und habe auch noch manche um mich herum. Und stelle fest, dass ich sie mittlerweile so lassen kann wie sie sind, AUSSER: sie treten mir mit irgend einem Thema zu nahe.

                            Zunächst einmal bemerkte ich, dass es auf mich Auswirkungen hat, mit solchen Andreas zusammen zu sein. Mich nervte es, wie dich. Ich kam in meinem Vorankommen nicht vorwärts und wurde immer von ihnen aufgehalten, verharrte oft in ihren Positionen, wobei ich jedoch Neid und Mißgunst bei mir ausschließen konnte. Ich konnte und kann jedem das gönnen, was er sich erarbeitet, geschaffen hat. Da hatte ich noch nie negative Gefühle. Wobei ich schon beneiden kann.

                            Irgendwie habe ich es durch meine Entwicklung und meinen Denkanstößen geschafft, dass meine Andreas mittlerweile sehr vorsichtig im Umgang mit mir geworden sind. Ich bin mutiger geworden, zu reagieren.

                            Ich dachte mal irgendwann, ich müßte von allen Menschen, die mir Energie aussaugen, verabschieden.

                            Jedoch glaube ich, dann wäre ich irgendwann ganz alleine

                            Jedoch schließt das nicht aus, dass ich mich auch von manchen Andreas ganz verabschiedet habe. Das muß nicht immer passieren. Und wenn man noch mit einer zusammen arbeitet, kann man das zumindest auf das Mindestmaß persönlichen Begegnen beschränken.

                            Und wenn mich heute diese Andreas aufsuchen, und sie sagen etwas, was Widerstand in mir auslöst, packe ich sie genau an diesem Punkt. Ich schaffe es wohl nicht immer, so gelassen zu sein, wie ich es mir wünsche, meine Stimme kriegt einen gefährlichen Unterton , naja, ganz so schlimm ist es nicht. Jedoch lerne ich jetzt noch, gelassener mit Stimmungen umzugehen.

                            LG
                            FrolleinMau
                            Zuletzt geändert von FrolleinMau; 15.03.2010, 14:10. Grund: Tippfehler

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                              #29
                              Zitat von FrolleinMau Beitrag anzeigen
                              Jedoch glaube ich, dann wäre ich irgendwann ganz alleine
                              Ja. Und das ist dann die Stelle, an der das Leben anfängt, richtig interessant zu werden...

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                                #30
                                Hallo, liebe Tintenweberin,

                                ich kenne das Alleinsein, diesen Weg wählte ich mir auch schon in meinen Irrungen und Wirrungen des Lebens.

                                Und das Schöne für mich war und ist, dass ich nie einsam war, mich allein fühlte. Ich weiß, dass ich mir alleine auch genügen kann, wenn ich es will. Selbst in unserem Haus, in dem wir gemeinsam leben, habe ich mir meinen Raum geschaffen, um mich alleine zu fühlen

                                Und aus diesen Erfahrungen und Gelebtem ergab sich dann der weitere Abzweig in meinem Leben, ich lernte einen Partner kennen weit entfernt von meinen vorherigen Beziehungsmustern und meine Söhne profitieren davon auch.

                                LG
                                FrolleinMau

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