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Der Sinn des Lebens

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    Der Sinn des Lebens

    Zitat aus einem anderen Faden von der Tintenweberin:
    "Ich bin jedoch fast sicher, dass es darum geht, dass nur ein Mensch, der dem "Gott" begegnet ist, der seinem "eigenen Wesen entspricht" zu einer liebevollen, angstfreien Beziehung fähig ist. Und diese Begegnung mit Gott kann - meiner Überzeugung nach - nur in der Suche nach dem Sinn des eigenen Lebens und in der Annahme der ganz persönlichen Lebensaufgabe stattfinden... "


    Die Suche nach dem Sinn des Lebens begleitet wohl jeden Menschen immer wieder mal. Auch ich habe in meinem Leben immer wieder darüber nachgedacht, mir Erklärungen zurechtgelegt, diese wieder fallen gelassen usw.
    In den letzten 2 Jahren habe häufiger gedacht, was macht das Leben für einen Sinn, wenn wir doch sowieso sterben. Nun bin ich an sich ein eher lebenslustiger Mensch, habe 2 Kinder für die es sich "lohnt" zu leben.
    Irgendwie kam mir so vor einem Monat der Gedanke, dass es vielleicht Quatsch ist, nach dem Sinn des Lebens zu suchen. Vielleicht geht es bei der Sinn-Suche ja nur um eine Befriedigung meiner Sinne - was ja o.k. ist, aber der Stellenwert des Lebenssinns ist vielleicht viel zu hoch.

    Ein anderer Ansatz hat in mir Gestalt angenommen. Es gibt ein Baumuster für den Menschen. Wenn ich mich entsprechend dem Baumuster verhalte, dann bin ich zufrieden. Meines lautet: Gott lieben, mich lieben, den Nächsten lieben. Eigentlich ist es ganz simpel.
    Es fühlt sich auf alle Fälle gut an, denn wenn ich z.B. mich liebe, versuche ich Dinge zu tun, die mir entsprechen, wenn ich den Nächsten liebe, will ich ihn nicht verletzen.

    Ich dachte bisher immer, man braucht so eine Art Sinn-Formel. Aber irgendwie hat es mich nie wirklich befriedigt, was ich so von anderen hörte. Und irgendwie macht es für mich auch keinen Sinn, den Lebenssinn an Kindern, Freunden oder anderen Menschen fest zu machen, denn die können von einem Moment auf den anderen aus meinem Leben verschwinden.

    Was meint ihr dazu? Was ist euer Lebenssinn? Braucht man einen?

    #2
    Puh, Du machst da einen Sack auf. So in aller Kürze: mich verfolgt das ebenfalls (vielleicht auch, weil ich nicht unbedingt vor Lebensfreude überquelle) und irgendwie suche ich auch eine Formel. Stattdessen finde ich immer wieder Impulse, denen ich mehr oder wenige folge. Zuletzt habe ich mal wieder etwas in Sergio Bambarens "Der Träumende Delphin" gefunden (wollte ich auch schon in den Einsamkeitsfaden stellen). Derzeit läuft es darauf hinaus, dass ich das mir gemäße Leben leben und dabei glücklich werden "soll".
    Braucht man ihn? Ich weiss es nicht, manchen ist zumindest keiner bewusst, denke ich. In der Art, sie haben den Auftrag zu leben und machen das beste draus?

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      #3
      Mmh, ich denke gerade: gehört das nicht eher in die Rubrik "Philosophie"?

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        #4
        Zitat von DasLeben Beitrag anzeigen
        Was meint ihr dazu? Was ist euer Lebenssinn? Braucht man einen?
        Ich denke schon, dass wir Menschen (na ja... - vielleicht auch nur einige Menschen) mit einem "Job" in dieses Leben kommen. Der Sinn ihres Lebens wäre es dann, herauszufinden, worum es bei diesem "Job" geht und ihn so gut wie möglich zu machen. Also... - bei mir ist es jedenfalls so und kann mir nicht vorstellen, einfach so "vor mich hin" zu leben und dabei einigermaßen glücklich zu sein...

        Ob ich diesen Lebenssinn wirklich brauche, weiß ich nicht. Ich habe mir schon oft gewünscht, ich könnte ihn einfach vergessen oder zurückgeben und ein ganz normales Leben führen. Mir ist es nicht möglich, mich längere Zeit in irgendwelche Umstände "einzufügen", die den "Zweck meines Daseins" nicht unterstützen. Ich habe es sogar schon mit heiraten probiert, aber selbst das hat nicht funktioniert. Irgendwann werde ich unruhig, unzufrieden, nörgelig und schließlich depressiv. Wenn ich dann endlich aus dem netten Schächtelchen, in dem ich mich eingerichtet hatte, ausgebrochen bin um auf "meinen Weg" zurück zu kehren, leide ich zwar auch wie ein Hund, weil ich (als sozial anerkannte erwachsene Frau) "wieder einmal versagt habe", aber dann fühle ich mich wenigstens wieder lebendig.

        die Tintenweberin

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          #5
          Meinen persönlichen Lebenssinn habe ich durch meine Familie und meine Berufung gefunden.

          Für das Schreiben und Geschichten erfinden brenne ich. Dann bin ich ganz bei mir, fühle mich besonders und von Kreativität durchflutet. Das ist das was ich den Rest meines Lebens machen möchte. Hinzu kommt, dass ich die Liebe zum Schreiben und zu Büchern weitergeben möchte, an meinen Sohn und seit kurzem auch durch einen Schreibkurs an einer Grundschule. Hier sehe ich mein besonderes Talent und meine Aufgabe.

          Sicherlich ist es nicht richtig, den einzigen Lebenssinn und -inhalt auf einen Partner oder seine Kinder zu projizieren. Aber letztendlich habe ich durch meinen Mann und vor allem durch meinen Sohn den wichtigsten Lebenssinn erfahren dürfen: Liebe zu geben und Liebe anzunehmen. Gerade durch Kinder erlebt man diese reine Liebe, die für mich persönlich überirdisch ist und die mich an wirkliche Wunder glauben lässt. Mit meinem Kind im Arm hatte ich zum ersten Mal in meinem Leben das Gefühl, es muss einen höhere Macht geben. Und auch wenn man irgendwann Abschied voneinander nehmen muss, die Liebe, die Gefühle und Erinnerungen verschwinden nicht.

          Was gibt es schöneres als die Liebe und die Phantasie. Beides macht uns meiner Meinung nach als Menschen einzigartig.

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            #6
            @ Nomada: Ich hatte mir auch überlegt, ob ich hier in der richtigen Rubrik gelandet bin.

            @ Tintenweberin: Wie stark glaubst Du, hängt die Sinn-Frage von unserer kulturellen Prägung ab. So sucht man in Deutschland nach der Bestimmung, in China würde man sich ganz anders verhalten...
            Ich kenne einige Menschen die lange Zeit (vielleicht ihr Leben lang) auf der Suche nach dieser Berufung sind und dann übersehen einfach nur zu leben.

            @ indian summer: Liebe Indian Summer, die Liebe, die Gefühle und die Erinnerung bleibt, wird aber schwächer und Du hast kein lebendiges Gegenüber mehr, dem Du diese Liebe schenken kannst. Das bedeutet, es kommt nichts mehr zurück. Genau in solch einem Moment fragte ich mich, was das alles für einen Sinn macht.

            Vielen Dank, für die Gedanken, die ihr hier herein bringt. Ich frage mich noch immer, ob ich einen Lebenssinn brauche. Ich finde diese Frage und die Auseinandersetzung damit für mich sehr spannend und freue mich auf weitere interessante Beiträge!

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              #7
              für mich persönlich liegt die antwort darauf allein im glauben daran, welches bild wir uns vom leben nach dem tod machen.
              Bisher habe ich leider niemanden kennen gelernt der tot ist und mir für mich, glaubhaft genug gesagt hat dass da etwas wäre und deshalb lähmt es mich auch seit langer Zeit, dass es "nachher" ja schon vobei sein könnte und ich es nicht geschafft habe es mir in der Zeit die mir blieb, richtig nett zu machen. Es kommt mir so vor, als ob die Meisten diesen Gedanken nie hätten, was ich einerseits beneide, ab andererseits oft sehr verschwenderisch finde und deshalb nie auf etwas warten kann.
              Für mich bestände ohne diese ständige Sorge, der Sinn des Lebens darin, mit so wenig Aufwand wie möglich, nicht auf Kosten von Anderen!!!, so glücklich wie möglich zu leben, so lange man die Zeit dazu hat und sich nicht durch gesellschaftlich nützlichen, weil Angstmachenden Themen, davon abbringen zu lassen.
              Weshalb kann ein Kind problemlos lernen, dass Menschen sich gegenseitig umbringen, nicht aber, wie sie das Gegenteil tun?
              Ich war vier Jahre alt, als sie mir damals zuhause bei Aktenzeichen XY genau erklärt und gezeigt haben, was passiert, wenn man auf dem Schulweg nicht aufpasst. Danke!
              Zuletzt geändert von mystery; 27.10.2008, 23:26.

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                #8
                Zitat von DasLeben Beitrag anzeigen
                @ Tintenweberin: Wie stark glaubst Du, hängt die Sinn-Frage von unserer kulturellen Prägung ab. So sucht man in Deutschland nach der Bestimmung, in China würde man sich ganz anders verhalten...
                Ich kenne einige Menschen die lange Zeit (vielleicht ihr Leben lang) auf der Suche nach dieser Berufung sind und dann übersehen einfach nur zu leben.
                Dieser Gedanke hat was, liebe DasLeben. Jetzt weiß ich endlich, warum ich mir für diese Runde ein Heimatland in Europa und nicht in Asien ausgesucht habe...

                Ich habe diese "Berufung" nicht suchen müssen, denn sie hat mich gefunden. Wenn ich dem Leben erlaube, mich zu führen, dann bringt es mich auch immer wieder dorthin, wo der "nächste Schritt" möglich ist. Was ich allerdings suchen musste (und worum ich gelegentlich immer noch ringe) ist die "Erlaubnis", den Ruf hören und meine Berufung ernst nehmen zu dürfen.

                die Tintenweberin

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                  #9
                  Zitat von mystery Beitrag anzeigen
                  Bisher habe ich leider niemanden kennen gelernt der tot ist und mir für mich, glaubhaft genug gesagt hat dass da etwas wäre und deshalb lähmt es mich auch seit langer Zeit, dass es "nachher" ja schon vobei sein könnte und ich es nicht geschafft habe es mir in der Zeit die mir blieb, richtig nett zu machen. Es kommt mir so vor, als ob die Meisten diesen Gedanken nie hätten, was ich einerseits beneide, ab andererseits oft sehr verschwenderisch finde und deshalb nie auf etwas warten kann.
                  Da mir auch niemand glaubwürdig versichern konnte, dass er genau weiß, was denn nun wirklich hinter der Schwelle auf mich wartet, habe ich einfach meine Lieblingsgeschichte über die andere Seite "für wahr" genommen. Wenn es am Ende dann doch ganz anders kommt, habe ich meine Zeit wenigstens nicht damit verschwendet, mich vor dem, was mich "drüben" erwartet, zu fürchten...

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                    #10
                    Zitat von Tintenweberin Beitrag anzeigen
                    Da mir auch niemand glaubwürdig versichern konnte, dass er genau weiß, was denn nun wirklich hinter der Schwelle auf mich wartet, habe ich einfach meine Lieblingsgeschichte über die andere Seite "für wahr" genommen. Wenn es am Ende dann doch ganz anders kommt, habe ich meine Zeit wenigstens nicht damit verschwendet, mich vor dem, was mich "drüben" erwartet, zu fürchten...
                    Das ist eine wunderbare Weise, diesen Teil Deines "Glaubens" zu beschreiben, "Gläubigen" sehr zu empfehlen.

                    Brune

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                      #11
                      Der Sinn des Lebens ist ganz klar das Leben, oder
                      andersrum gesagt, es gibt Fragen, die nichts bringen.
                      Als beinahe noch Kind bin ich auf diesen Trichter ge-
                      kommen. Da fragte ich mich, wieso ich ich bin, und
                      was aus mir geworden wäre, wenn meine Eltern es
                      zehn Minuten später getan hätten. Ich kam auf die
                      einzig schlüssige Antwort, dass die Frage Unsinn ist.
                      Der Sinn für den Einzelnen sollte darin bestehen,
                      Schmerz zu verhindern und Lust und Freude zu ge-
                      nießen. Dafür sind wir gemacht. Deshalb tun uns
                      manche Dinge weh, dass wir sie verhindern.
                      Ein psychisch gesunder Mensch fragt nicht nach dem
                      Sinn des Lebens: er fühlt ihn.

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                        #12
                        Zitat von expat Beitrag anzeigen
                        Ein psychisch gesunder Mensch fragt nicht nach dem
                        Sinn des Lebens: er fühlt ihn.
                        Willst du damit sagen, dass du bis jetzt der erste psychisch gesunde Mensch bist, der sich hier zu dieser Frage geäußert hat...

                        die Tintenweberin (ein bisschen grummeliger als gewöhnlich)

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                          #13
                          Ich kenne keinen psychisch ganz gesunden Menschen, Grummeltante.





















                          Du bist natürlich ausgenommen.

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                            #14
                            Zitat von DasLeben Beitrag anzeigen

                            @ indian summer: Liebe Indian Summer, die Liebe, die Gefühle und die Erinnerung bleibt, wird aber schwächer und Du hast kein lebendiges Gegenüber mehr, dem Du diese Liebe schenken kannst. Das bedeutet, es kommt nichts mehr zurück. Genau in solch einem Moment fragte ich mich, was das alles für einen Sinn macht.
                            Liebe DasLeben,

                            was wäre denn die Konsequenz? Beziehungslos durch das Leben zu treiben, aus Angst vor Verletzungen oder Verlust? Für mich wäre diese Art zu leben sinnlos.

                            Herzliche Grüße, Indy

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                              #15
                              Spontaner Gedanke: gibt es nur EINEN Sinn? Ich meine, kann sich das nicht mit der Zeit ändern? Irgendwie ist immer nur von dem einen die Rede (pro Mensch betrachtet) *grübel*

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