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Worte als Waffe
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Chrysothemis
Liebe Hilla,Zitat von Hilla123 Beitrag anzeigenLieber Chrysothemis!
Deine Frage finde ich total aktuell. Worte können mehr verletzen als Schuß- oder Stichwaffen.
Mein Bus erreicht gleich mein Ziel. Morgen mehr.
Liebe Grüße
Hilla
willst du noch etwas berichten?
Es gibt noch einen weiteren Aspekt. Wenn ich mit einem Messer angegriffen werde, kann ich Anzeige erstatten und werde als Opfer anerkannt. In den meisten Fällen von Verletzungen durch Worte, besteht diese Möglichkeit nicht. Da bekommt man nur zu hören: "Sei doch nicht so empfindlich".
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Chrysothemis
Schamgefühl im weitesten Sinne, oder?Zitat von Mistral1 Beitrag anzeigenEin Gesichtspunkt in diesem Zusammenhang – Worte als Waffe - ist die Scham. Werden durch Worte subjektive und/oder soziale Orientierungen beschädigt oder erschüttert, tritt Scham auf, was bedeutet, dass eine Grenze überschritten wurde. Eine Grenze, die ursprünglich dem Schutz der eigenen Identität und Individualität dient.
Hinzu kommt eine weitere Komponente, wodurch die Wirkung des Wortes als Waffe/ der verbalen Gewalt bezüglich des Schamgefühls verstärkt wird, und das ist Öffentlichkeit. Wenn es also Zeugen für die Worte gibt.
Langer Schreiberei kurzer Sinn: Worte können bspw. dann schwer verletzten, wenn sie das Schamgefühl treffen, es `Zeugen´ für die Worte gibt und sie das Selbstwertgefühl erschüttern.
Nehmen wir ein Beispiel. In einer Schulklasse wird ein Kind aufgerufen, es weiß die Antwort nicht und die Lehrperson äußert Unverständnis über das fehlende Wissen. Die Mitschüler wirken verstärkend, weil das Kind vor deren Augen "versagt" hat.
Es wirkt auch ganz anders, wenn ein Chef etwas unter vier Augen kritisiert oder vor versammelter Mannschaft.
Ich möchte aber noch mal anders fragen:
Wie seht ihr es, wenn Worte absichtlich als Waffe eingesetzt werden (also genauso absichtlich, wie wenn ich einen Schuß auf jemanden abgebe)?
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Hierzu eine kleine Anekdote (passend auch zu deiner letzten Frage: Menschen, die ganz bewusst Worte auf eine bestimmte Art und Weise als Waffen einsetzen):
Ich habe ein/ zwei Kolleginnen, die sehr kreativ darin sind, einem Dinge aufs Brot zu schmieren ohne es direkt aussprechen zu müssen und das am besten vor versammelter Mannschaft. Das können sie so gut, dass man immer noch ein wenig schwankt zwischen "Das galt eindeutig mir!" und "Das muss nicht zwangsweise etwas mit mir zu tun haben". Mit diesen "Waffen" lebe ich mittlerweile seit zwei Jahren. Meine anfängliche Reaktion darauf waren Beschwichtigungen in der Hoffnung, dass ein Entgegenkommen die erhitzten Gemüter beruhigen würde (das passt ein wenig zu deinem derzeitigen Thema, liebe Chrysothemis). Nachdem dies nicht klappte entschied ich mich die Füße still zu halten und es zu ignorieren. Die Füße still zu halten klappte ganz gut, allerdings nicht das Ignorieren! Denn es fraß mich auf und wurmte mich. Es runterzuschlucken machte es nicht besser, am Ende bin ich danach ein paar Mal aus der Situation aufs Klo geflohen, um dort zu verzweifeln. Vor den Zweien war mir aber wichtig nicht einzuknicken.
Etwas hat sich seit Beginn dieses Schuljahres bewegt. Ich war mir plötzlich sicher, mir nicht mehr die Butter vom Brot nehmen zu lassen. In den letzten Wochen passierte etwas Merkwürdiges: Wieder wurde durch eine der beiden über eine Sache hergezogen, sich mit allem Brimborium beschwert und gezehtert, aber die Kritik wurde nicht direkt an mich heran getragen, obwohl ich ihr quasi gegenüber saß. Ich konnte gelassen bleiben, aß in Ruhe weiter, schaute mir meine Zeitschrift an und unterhielt mich, natürlich mit einem wissenden Blick, mit meiner neuen Kollegin über Strickanleitungen. Das war einerseits erleichternd, weil ich es mir nicht mehr annahm, auch wenn es mich einige Kraft kostete. Andererseits war es (ich gebe es zu) auch eine Genugtuung, sie in ihrem Ärger, der IHR gehört (und da sind wir wieder dabei, Dinge/ Gefühle, die andere betreffen sich nicht an Land zu ziehen) sich selbst zu überlassen. Ich bemerkte das hämische Lächeln der anderen Kollegin, die diese Art der Kollegin sehr gut kennt, ihr aber zugetan ist und sich immer wie ein Fähnchen im Wind dreht. Als sie ihren Ärger allen lautstark kundgetan hatte, der sich natürlich davon löste und plötzlich quasi globale Ausmaße annahm ("was ist das denn hier für ein scheiß Laden, da will man sich mal was aufschreiben, hat aber nicht mal Notizzettel. Um alles muss man sich selber kümmern"), die anderen darauf eingestiegen waren und versuchten das Problem zu lösen, ihr immer wieder neue Angebote unterbreiteten und ich mich diesmal KEIN Stück eingebracht habe und mich ganz bewusst auf etwas Anderes konzentriert habe, legte ich ihr kommentarlos meinen Klebezettelstapel hin.
Das war diesmal meiner Meinung nach der einzige Aspekt des Problems, der mich möglicherweise betreffen könnte und bei dem ich ihr behilflich sein konnte. Den Blick der beiden hättest du sehen müssen
Natürlich weiß ich, dass das Thema nicht beendet ist, sie hat ein hervorragendes Gedächtnis, wenn es darum geht, jemandem etwas nachzutragen und es theatralisch in Szene zu setzen. Interessanterweise war das zu Hause sonst immer MEIN Part
Da scheine ich wohl rauszuwachsen.
Entscheidend ist aber tatsächlich der Boden, auf den so ein Keim fällt: zu Beginn völlig unsicher, unerfahren in allem und grundsätzlich mit keinem großem Selbstwertgefühl ausgestattet, hatte sie in mir ein dankbares Opfer gefunden. Es tat wirklich sehr lange sehr weh und ich glaubte eigentlich nicht, das mal zu überwinden. Aber diese zwei Menschen sind nicht die einzigen, die mir ein Feedback geben und so rückte sich allmählich ein anderes Bild meiner selbst und meiner Arbeit zurecht. Ich fühle mich nicht mehr ertappt, ich brauche mich für nichts zu schämen und muss mich nicht verstecken. Ich weiß, dass ich vieles richtig und gut mache. Ich weiß auch, dass ich Fehler mache, ich weiß aber auch, dass ich da nicht die Einzige bin
Und traue nicht mehr nur anderen ihre Fehler zu, sondern immer häufiger auch mir meine eigenen. Im Selbstwert ein Stück gestärkt und um Rückhalt wissend (ob das nun andere Menschen oder auch ich selbst bin) kommt jetzt so leicht da nichts mehr ran. Mein Haus hat einen Wetterschutzanstrich bekommen. Von mir aus kann es hageln, stürmen oder schneien! Ich muss es nur noch schaffen, das alles auch mit nach Hause zu nehmen, aber das ist eine andere Sache
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Hmmm, die "Sache" ist von der Struktur her "immer" ähnlich. An sich sind es "Spiele", die Erwachsene unter- und miteinander spielen. Wenn einer aus dem Spiel aussteigt, oder wenn einer sich nicht involvieren/vereinnahmen lässt (was dir mit deiner "Kollegin" vortrefflich gelungen ist) wird das Spiel unterbrochen. Dem, der im Spiel bleibt, fehlt nun der Gegner. Er ist allein mit seinem vielen Monopoli-Geld und seiner Schloss-Allee. Da sein "Gegner", bzw. sein "Mitspieler" weg ist, hat er niemand mehr, den er abzocken kann und er sitzt allein mit seinem Haufen Geld und mit seiner "Macht" da und kann nichts mehr damit anfangen. Er wurde durch den Ausstieg des Mitspielers isoliert und auf sich selbst zurückgeworfen. Er wird nunmehr entweder "gegen den Wind pinkeln müssen", will sagen: seine Wut, sein verspritztes "Gift" fliegt ihm zurück ins Gesicht, oder es verpufft ohne Wirkung. Es ist kein Abnehmer, kein Ziel mehr vorhanden.Zitat von JannesIch muss es nur noch schaffen, das alles auch mit nach Hause zu nehmen, aber das ist eine andere Sache
Auch das ist ein "Spiegeleffekt".
(Und du darfst dir erlauben, den Sieg zu genießen.)
Wenn du diese (hier angewandte) Gelassenheit (die auf (d)einem soliden Selbstwert und (d)einem genauso soliden Selbstvertrauen aufbaut) zuhause nicht vor der Haustür ablegst, sondern mit hinein nimmst, ... wird sich (auch) in diesem Teil deiner Welt, bzw. auch auf dieser Bühne deines Lebens etwas verändern.
Mit deiner Gelassenheit wird es für dich nicht mehr nötig sein, in (scheinbar zwanghafte) Rollen zu schlüpfen, von denen du (ohnehin) weisst, dass sie schmerzhaft sind und dein eigentliches Naturell bisher erfolgreich unterdrückt haben.
Du kannst diese Rollen (Neben- und Statistenrollen) ablegen und dich freuen, nunmehr die beste Besetzung für deine eigene Hauptrolle zu sein.
Hatte, ... PräteritumEntscheidend ist aber tatsächlich der Boden, auf den so ein Keim fällt: zu Beginn völlig unsicher, unerfahren in allem und grundsätzlich mit keinem großem Selbstwertgefühl ausgestattet, hatte sie in mir ein dankbares Opfer gefunden.
Du weisst, wie das mit dem Tropfen geht, der in den Teich fällt? Ein einziger kleiner Tropfen bewirkt endlos weite Kreise.
Viel Erfolg beim tröpfeln.
lG
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Ja durchaus freue ich mich darüber, ein kleiner SiegZitat von Shepherd Beitrag anzeigenWenn du diese (hier angewandte) Gelassenheit (die auf (d)einem soliden Selbstwert und (d)einem genauso soliden Selbstvertrauen aufbaut) zuhause nicht vor der Haustür ablegst, sondern mit hinein nimmst, ... wird sich (auch) in diesem Teil deiner Welt, bzw. auch auf dieser Bühne deines Lebens etwas verändern.
Mit deiner Gelassenheit wird es für dich nicht mehr nötig sein, in (scheinbar zwanghafte) Rollen zu schlüpfen, von denen du (ohnehin) weisst, dass sie schmerzhaft sind und dein eigentliches Naturell bisher erfolgreich unterdrückt haben.
Du kannst diese Rollen (Neben- und Statistenrollen) ablegen und dich freuen, nunmehr die beste Besetzung für deine eigene Hauptrolle zu sein.
Hatte, ... Präteritum
Du weisst, wie das mit dem Tropfen geht, der in den Teich fällt? Ein einziger kleiner Tropfen bewirkt endlos weite Kreise.
Viel Erfolg beim tröpfeln.
lG
In der Theorie klingt das völlig plausibel und logisch. Ich werde mich darin ausprobieren, kann mir aber schon lebhaft ausmalen, wie das wäre, wenn...! Allerdings passt das Gefühl noch nicht so richtig.
Auf Arbeit habe ich dafür zwei Jahre gebraucht, soviel zum Tröpfeln! Mal sehen, wie lange es hier daheim braucht.
Besten Dank!
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Übrigens: Danke für diesen herrlichen Vergleich! Demnächst muss ich wohl eher aufpassen, dass ich mich vor Lachen auf Arbeit nicht krümme, weil ich mir wegen ihres Theaters das bildlich vorstellen mussZitat von Shepherd Beitrag anzeigenEr ist allein mit seinem vielen Monopoli-Geld und seiner Schloss-Allee. Da sein "Gegner", bzw. sein "Mitspieler" weg ist, hat er niemand mehr, den er abzocken kann und er sitzt allein mit seinem Haufen Geld und mit seiner "Macht" da und kann nichts mehr damit anfangen. Er wurde durch den Ausstieg des Mitspielers isoliert und auf sich selbst zurückgeworfen. Er wird nunmehr entweder "gegen den Wind pinkeln müssen", will sagen: seine Wut, sein verspritztes "Gift" fliegt ihm zurück ins Gesicht, oder es verpufft ohne Wirkung. Es ist kein Abnehmer, kein Ziel mehr vorhanden.
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Chrysothemis
Schöne Vorstellung.Zitat von Jannes Beitrag anzeigenÜbrigens: Danke für diesen herrlichen Vergleich! Demnächst muss ich wohl eher aufpassen, dass ich mich vor Lachen auf Arbeit nicht krümme, weil ich mir wegen ihres Theaters das bildlich vorstellen muss
Deine Geschichte ist wirklich gut, ein gutes Beispiel. Die Kollegin fühlt sich also nur wohl, wenn sie jemanden zum Niedermachen hat. Was macht sie denn dann jetzt?
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Sie ist ein zutiefst unzufriedener Mensch, nörgelt permanent an etwas oder jemandem und ist dabei sehr aufbrausend. Es spielt keine Rolle, ob ich für sie präsent bin oder nicht, sie hängt im Akt des Meckerns und Nörgelns fest. Und im Grunde genommen atmet sie dort schon ihr eigenes Gift ein, denn entweder, die entsprechende Person ist für ihr Geheul taub, die anderen können sie nicht beschwichtigen oder es ist ihre generelle Unzufriedenheit und das Gefühl, dass sie niemand in ihrem Klagen hören will. Solche Szenen gibt es also weiterhin, nur bin ich emotional nicht mehr daran beteiligt. Vielleicht kann ich bald wirklich darüber lachen (natürlich ganz leise und in mich hineinZitat von Chrysothemis Beitrag anzeigenSchöne Vorstellung.
Deine Geschichte ist wirklich gut, ein gutes Beispiel. Die Kollegin fühlt sich also nur wohl, wenn sie jemanden zum Niedermachen hat. Was macht sie denn dann jetzt?
).
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Chrysothemis
Irgendwann lachst du vielleicht auch laut aus vollem HalsZitat von Jannes Beitrag anzeigenSie ist ein zutiefst unzufriedener Mensch, nörgelt permanent an etwas oder jemandem und ist dabei sehr aufbrausend. Es spielt keine Rolle, ob ich für sie präsent bin oder nicht, sie hängt im Akt des Meckerns und Nörgelns fest. Und im Grunde genommen atmet sie dort schon ihr eigenes Gift ein, denn entweder, die entsprechende Person ist für ihr Geheul taub, die anderen können sie nicht beschwichtigen oder es ist ihre generelle Unzufriedenheit und das Gefühl, dass sie niemand in ihrem Klagen hören will. Solche Szenen gibt es also weiterhin, nur bin ich emotional nicht mehr daran beteiligt. Vielleicht kann ich bald wirklich darüber lachen (natürlich ganz leise und in mich hinein
).
, das wird sie dann völlig schocken.
Ich finde teilweise auch Gespräche unter Kindern und Jugendlichen wirklich hart. Was ich da von meiner Tochter höre, wie in der Schule miteinander gesprochen wird. Bei Erwachsenen ist es da meistens subtiler, aber dennoch verfehlt es nicht seine Wirkung.
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@ShepherdZitat von Shepherd Beitrag anzeigenIch verstehe jetzt nicht so richtig, was du mir damit sagen willst, bzw. was es mit dem Thema an sich zu tun hat. ??
Ich wollte damit zum Ausdruck bringen, dass unbedacht oder auch wissentlich gewählte Worte sich wie tödliche Kugeln verhalten können. Nur wirken Worte nicht immer direkt wie Kugeln, sie können zeitverzögert wirken, was unberechenbar ist.
Da bin ich anderer Meinung - ich beziehe mich auf Worte. Mit Kugeln habe ich nämlich keine Erfahrung, ich verabscheue sie aber.Zitat von Shepherd Beitrag anzeigenDas Wort als solches ist also allenfalls ein Mittel, welches etwas Vorahndenes auslöst. Das Wort ist nicht die Ursache, die zum Tod führt. Eine Kugel hingegen ist Mittel, Ursache und Auslöser und zielt darauf ab, zu verletzen und zu töten.
In meinen Zeiten als Jugend- und Erwachsenenhilfe (so nannte man das damals) lernte ich viele Kinder, Jugendliche und Erwachsene kennen, die durch Worte immer wieder verletzt wurden, krank wurden, sich nicht mehr zu helfen wussten, psychosomatische Symptome wie Schwindel und Schmerzen entwickelten und sich im Worst Case aus dem Leben zurückzogen. Zum Beispiel durch Selbstmord.
Wo ist da der Unterschied zu einer Kugel? Falsche (absichtlich oder nicht) plazierte Worte können Selbstmord auslösen. Und das finde ich schlimm, sehr schlimm!
Nordhimmel, Du sprichst mir aus der Seele!Zitat von Nordhimmel Beitrag anzeigenEinspruch Euer Ehren
Was ist mit den "Worten" die man Kindern oft so mehr oder weniger nebenbei an den Kopf schleudert.
"Das wirst du nie lernen"
"Du bist einfach zu doof dazu"
"Du bist faul"
Du bist böse"
und die vielen weiteren Worte, die ganz gezielt dafür sorgen, dass das Selbstbewusstsein von Menschen untergraben wird. Sind sie nicht Ursache und irgendwann (als Trigger) auch Auslöser für Suizid?
Selbstverständlich kommt da meist noch "mehr" dazu, während im Normalfall "eine" Kugel reichen kann um zu töten.
Das stimmt. Doch Worte nisten sich ein und werden durch weitere Worte schwächer oder stärker. Rausoperieren geht leider nicht, denn bei empfangenen Worten, die weh tun, entwickelt sich im Laufe der Zeit eine Eigendynamik, die tödlich wirken kann.Zitat von Nordhimmel Beitrag anzeigenMan kann ja auch eine Kugel wieder rausoperieren, sofern man den Schuss erstmal überlebt
Ja, Chrysothemis, so sehe ich das auch.Zitat von Chrysothemis Beitrag anzeigenEs gibt noch einen weiteren Aspekt. Wenn ich mit einem Messer angegriffen werde, kann ich Anzeige erstatten und werde als Opfer anerkannt. In den meisten Fällen von Verletzungen durch Worte, besteht diese Möglichkeit nicht. Da bekommt man nur zu hören: "Sei doch nicht so empfindlich".
"Sei nicht so empfindlich." "Du bist wieder mal hysterisch." Worte, die wie Kugeln einprallen und nachhaltig tief verletzen können.
Ich habe in meinem Umfeld mehrere Selbstmorde erleben müssen. Es waren keine Kugeln, sondern Verletzungen durch Worte, die die Schwelle zum Selbstmord drastisch herabgesetzt haben.
Später im Beruf begegnete ich immer wieder den "Wort-Schießern" (mir fällt momentan kein besseres Wort ein), die absichtlich Kollegen oder Mitarbeitern mit Worten beschossen, sie beleidigten - zum Teil öffentlich, um ihren eigenen Vorteil daraus zu ziehen. Ich sah, wie manche dieser "beschossenen" Menschen krank und auch arbeitsunfähig wurden. Zwei von diesen Menschen sind mittlerweile verstorben.
Worte können schrecklicher wirken als Kugeln und ich verabscheue Schusswaffen oder Tötungswaffen jedweder Art!
Nachdenkliche Grüße
Eure Hilla
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Chrysothemis
Wort-Schießer ist gut.Zitat von Hilla123 Beitrag anzeigen
Später im Beruf begegnete ich immer wieder den "Wort-Schießern" (mir fällt momentan kein besseres Wort ein), die absichtlich Kollegen oder Mitarbeitern mit Worten beschossen, sie beleidigten - zum Teil öffentlich, um ihren eigenen Vorteil daraus zu ziehen. Ich sah, wie manche dieser "beschossenen" Menschen krank und auch arbeitsunfähig wurden. Zwei von diesen Menschen sind mittlerweile verstorben.
Worte können schrecklicher wirken als Kugeln und ich verabscheue Schusswaffen oder Tötungswaffen jedweder Art!
Nachdenkliche Grüße
Eure Hilla
Vermutlich fällt es uns nur schwer, die Motive dieser Menschen zu verstehen. Obwohl, vermutlich ist es nur, um sich selbst "besser" zu fühlen, seine eigene "Unzulänglichkeit" zu verbergen. Bei manchen auch, um sich vor anderen zu profilieren (gerade bei Jugendlichen). Ich frage mich, ob ihnen eigentlich klar ist, was sie anrichten können.
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Ja, Chrysothemis, das frage ich mich auch immer wieder.Zitat von Chrysothemis Beitrag anzeigenIch frage mich, ob ihnen eigentlich klar ist, was sie anrichten können.
Es mögen Jugendliche sein, die ihre Wort-Pfeile verschießen, doch es sind auch Erwachsene, die das tun.
Mir tut das weh das ansehen oder besser anhören zu müssen. Auf der Straße, in den Öffentlichen, auch auf Pausenhöfen von Schulen, die auch Gymnasien sind.
Ich frage mich, ob es bei Kindern und Jugendlichen daher kommt, dass diese Wort-Schießereien ihnen von den Erwachsenen vorgelebt werden. Sie lernen es in ihrem direkten Umfeld und machen es nach. Früher haben sie vermutlich aus Langeweile oder Geltungsdrang die Sitzkissen von Bussen zerschlitzt - Vattern hat ja genug Geld und einen Anwalt - heute ist es das Wort.
Bei Erwachsenen denke ich eher an die Suche nach Profilierung oder Macht oder der eigenen Hilfslosigkeit, was letztens auch für Kinder und Jugendliche gilt.
Dann das Internet. Chatten, Foren usw. Hier gilt nur das getippte Wort. Gestik und Mimik bleiben außen vor, obwohl sie einen Großteil der Kommunikation ausmachen. Missverständnisse sind vorprogrammiert und so kann aus einem einfachen Wort eine Kugel werden.
Liebe, nach wie vor nachdenkliche Grüße
Hilla
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Das alles hat sehr viel mit Macht zu tun.
Wir denken leider, wir hätten "Macht", wenn wir uns über andere stellen.
Der Satz: "Der Mensch beherrscht die Natur" wird oft mit Stolz ausgesprochen. Ich denke dann jedesmal:" wäre ein mit-einander nicht viel angenehmer für alle als ein unter-drücken?"
Wenn ich eine Pistole in der Nachttischschublade habe fühle ich mich mächtig. Und wenn ich andere mit Worten "beherrschen" kann, fühle ich mich auch mächtig.
Genau hier sehe ich den Zusammenhang. Beides sind "Methoden" um sich selbst ein gutes, (sicheres) Gefühl zu verschaffen auf Kosten von anderen. Das kommt (auch) daher, weil wir im ständigen Vergleich leben, auf Konkurrenzkampf gedrillt werden. Das geht meist in der Schule los. Dank unserer Regierung nun schon in der Kita.
Wenn ich mich selbst immer nur im Vergleich zu anderen sehe, bin ich klar darauf bedacht "gut abzuschneiden". Und da dient das Wort hervorragend. Unsere ganze Schule beruht ja nur auf Wörtern und Zahlen. Es wird angelerntes Wissen abgefragt und wer das "Wort" beherrscht, beherrscht die anderen. Er steht ganz oben auf der Rangliste.
Schmunzelt und so könnte man sagen, in früheren Zeiten war DER derjenige ganz oben auf der Rangliste, der die beste Waffe hatte. Er konnte den größten Fleischbrocken für die Gemeinschaft jagen.
Heute jagen wir bei Aldi, Lidl und Co und unsere Waffe ist das GELD. Um viel Geld zu "jagen" brauchen wir eine gute Ausbildung und in dieser Zeit lernen wir das Wort zu schätzen, als Waffe gegen die Konkurrenz um uns herum.
Und nun bin ich wieder bei meiner Aussage die ich schon im Schuss-Waffen-Faden machte. Verdammenswert ist nicht die Waffe an sich, weder die Schusswaffe noch das Wort, es kommt immer auf die ABSICHT desjenigen an, der sie (Schusswaffe sowie Wort) benutzt.
Schade ist das die "empfindsamen" Menschen als "empfindlich" abgewertet werden und somit immer noch der "vermeindlich stärkere" über die "vermeindlich schwächeren" herrscht. Dabei wäre es heutzutage genau anders rum nötig. Die Natur zeigt uns nämlich gerade, dass sie sich nicht vom Menschen be-herrschen lässt. Und die empfindsameren unter uns wissen das auch schon lange, weil sie es spüren.
Nun gerate ich aber langsam heftigst ins OT. Und somit beende ich hiermit mein "Wort" zum Sonntag welches ich in bester Absicht schrieb und ich hoffe, ich habe niemanden damit verletzt
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