Hallo Ihr Lieben,
ein interessantes Thema hast Du da angeschnitten, liebe A*star. Das Wort "konfliktscheu" ist allerdings eines, das ich - wie ich eben feststelle - nie verwende. Es unterstellt ja, dass jemand sich um einen Konflikt herumdrückt. Aber ist denn immer so klar, ob überhaupt ein Konflikt gegeben ist?
Ich nehme sehr oft wahr, dass es einerseits Menschen gibt, die aus allem und jedem einen Konflikt basteln können, und andererseits solche, die aus meiner Sicht von Konflikten umgeben sind und selbst keine wahrnehmen. Aber man kann wohl schwerlich jemandem vorwerfen, einen Konflikt zu meiden, den er überhaupt nicht als solchen wahrnimmt.
Deswegen würde ich "Konfliktscheu" nur mit echter Angst vor einem Konflikt, den man selbst als solchen sieht, verstehen. Und Angst kann wiederum sehr unterschiedliche Gründe haben.
Ich persönlich kann mich in fast allem dem anschließen, was Lib+2 bereits geschrieben hat. Bisher konnte ich mich Konflikten immer stellen, aber ich suche sie nicht. Spaß habe ich daran nicht, denn dem Kämpfen kann ich generell nichts abgewinnen. Ich tue es nur, wenn es sein muss. Aber mir geht es damit wie mit Sport: Es ist für mich persönlich ein Kraftaufwand, aus dem ich selbst im Verhältis zum Einsatz viel zu wenig Gewinn ziehe. Ich weiß, dass es vielen Menschen anders geht, dass sie aus dem Sport Kraft ziehen, daran Freude und Spaß haben etc.. Aber zu denen gehöre ich nunmal nicht.
Ich denke schon, dass das viel ausmacht. Und dass der familiäre Hintergrund und das, was man dort erfahren durfte, eine große Rolle spielen. Mein Mann z.B. kann das "Kämpfen" in gewissen Bereichen durchaus genießen, sei es in beruflichen Debatten oder auch bei Gesellschaftsspielen. Dann wird es für ihn interessant und erst so richtig lebendig. Er kommt aus einer Familie, in der viel spaßhaft debattiert wurde, man sich viel gegenseitig aufzieht, sich im Spaß Dinge vorwirft und den anderen mit nichte ernstgemeinten Argumenten zum Spaß in die Enge treibt.
Für mich ist das Kämpfen eher stressig. In meiner Familie ging immer alles sehr ruhig und friedlich zu. Wenn es zu Konflikten kam, waren die immer ernstgemeint, wurden dann ausgetragen und endeten in irgendeiner Form der Versöhnung oder Einigung.
Bei meinem Mann habe ich den Eindruck, dass es ihn stresst, wenn es zu harmonisch zugeht. Er erträgt auch idylllische Geschichten und Filme nicht, denn auf ihn wirkt Harmonie/Idylle immer irgendwie unecht, wie etwas Normal-Konflikthaltiges, das mit Idylle übertüncht wurde. Meine Erfahrung ist aber, dass das Normale das Harmonische ist, und der Konflikt sich störend darüberlegt. (Mit Harmonie meine ich hier natürlich unbedingt ECHTE Harmonie, keine gespielte, wie es sie ebenfalls in vielen Familien gibt).
Mit alledem will ich einfach nur sagen: Vielleicht hängt es einfach von unseren prägenden Erfahrungen ab, ob für uns das Konflikthaltige oder das Harmonische der Grundton des Lebens ist. Entsprechend unterschiedlich werden wir eine Abweichung davon empfinden: Für den Konflikt-Typ muss es entsprechend mehr "Konfliktscheue" geben, die alle zu sehr auf "Kuschelkurs" sind, sich unerträglicherweise mit "Samthandschuhen" anfassen und einen auf "Friede, Freude, Eierkuchen" machen. Für den Harmonietyp wird es dafür mehr "Harmonieunfähige" geben, die nervigerweise aus allem einen Konflikt machen, gleich größere Geschosse auffahren und einen damit zu einer unnötigen Kraftvergeudung zwingen.
Liebe Grüße,
Chaja
ein interessantes Thema hast Du da angeschnitten, liebe A*star. Das Wort "konfliktscheu" ist allerdings eines, das ich - wie ich eben feststelle - nie verwende. Es unterstellt ja, dass jemand sich um einen Konflikt herumdrückt. Aber ist denn immer so klar, ob überhaupt ein Konflikt gegeben ist?
Ich nehme sehr oft wahr, dass es einerseits Menschen gibt, die aus allem und jedem einen Konflikt basteln können, und andererseits solche, die aus meiner Sicht von Konflikten umgeben sind und selbst keine wahrnehmen. Aber man kann wohl schwerlich jemandem vorwerfen, einen Konflikt zu meiden, den er überhaupt nicht als solchen wahrnimmt.
Deswegen würde ich "Konfliktscheu" nur mit echter Angst vor einem Konflikt, den man selbst als solchen sieht, verstehen. Und Angst kann wiederum sehr unterschiedliche Gründe haben.
Ich persönlich kann mich in fast allem dem anschließen, was Lib+2 bereits geschrieben hat. Bisher konnte ich mich Konflikten immer stellen, aber ich suche sie nicht. Spaß habe ich daran nicht, denn dem Kämpfen kann ich generell nichts abgewinnen. Ich tue es nur, wenn es sein muss. Aber mir geht es damit wie mit Sport: Es ist für mich persönlich ein Kraftaufwand, aus dem ich selbst im Verhältis zum Einsatz viel zu wenig Gewinn ziehe. Ich weiß, dass es vielen Menschen anders geht, dass sie aus dem Sport Kraft ziehen, daran Freude und Spaß haben etc.. Aber zu denen gehöre ich nunmal nicht.
Zitat von Lib+2
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Für mich ist das Kämpfen eher stressig. In meiner Familie ging immer alles sehr ruhig und friedlich zu. Wenn es zu Konflikten kam, waren die immer ernstgemeint, wurden dann ausgetragen und endeten in irgendeiner Form der Versöhnung oder Einigung.
Bei meinem Mann habe ich den Eindruck, dass es ihn stresst, wenn es zu harmonisch zugeht. Er erträgt auch idylllische Geschichten und Filme nicht, denn auf ihn wirkt Harmonie/Idylle immer irgendwie unecht, wie etwas Normal-Konflikthaltiges, das mit Idylle übertüncht wurde. Meine Erfahrung ist aber, dass das Normale das Harmonische ist, und der Konflikt sich störend darüberlegt. (Mit Harmonie meine ich hier natürlich unbedingt ECHTE Harmonie, keine gespielte, wie es sie ebenfalls in vielen Familien gibt).
Mit alledem will ich einfach nur sagen: Vielleicht hängt es einfach von unseren prägenden Erfahrungen ab, ob für uns das Konflikthaltige oder das Harmonische der Grundton des Lebens ist. Entsprechend unterschiedlich werden wir eine Abweichung davon empfinden: Für den Konflikt-Typ muss es entsprechend mehr "Konfliktscheue" geben, die alle zu sehr auf "Kuschelkurs" sind, sich unerträglicherweise mit "Samthandschuhen" anfassen und einen auf "Friede, Freude, Eierkuchen" machen. Für den Harmonietyp wird es dafür mehr "Harmonieunfähige" geben, die nervigerweise aus allem einen Konflikt machen, gleich größere Geschosse auffahren und einen damit zu einer unnötigen Kraftvergeudung zwingen.
Liebe Grüße,
Chaja


, das bild gefällt mir. um darin zu bleiben: der hahn (schreib jetzt extra nicht streithahn...) könnt sich eine feine sandgrube machen und sich niedersetzen, und die maus auf einen baumstumpf hupfen... als ersten schritt... dann kann der wachstums-lernprozeß der maus ja beginnen...
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