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Kleinteiliges - ein Faden von Glühwürmchen

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    #31
    Hallo Glühwürmchen,

    vielen Dank für diesen tollen Faden und dass du deine Schätze mit uns teilst! Das sind ja richtig aufwendig ausgesägte Unikate! "Jigsaw" heisst übersetzt ja nicht umsonst "Laubsäge".

    Auch deine Mandalas gefallen mir ausgesprochen gut!
    Lustig, beim ersten fällt mir auf, dass das gleichzeitig eine optische Täuschung ist. Durch den Farbverlauf und die Anordnung im Kreis hat das Auge Mühe, richtig zu fokussieren, weshalb das Bild irgendwie zu pulsieren scheint.

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      #32
      Danke Serafin. Ja, daher kommt das Wort. Die Angelsachsen sagen auch heute noch "jigsaw puzzle", auch für Papp-Puzzle. Mit Holz hat das Ganze angefangen. Die meisten Quellen geben John Spilsbury (1739 - 1769), einen britischen Kartographen und Kupferstecher, als den Erfinder des Puzzles an. Es wurden aber inzwischen Hinweise darauf gefunden, daß ein deutscher Lehrer schon davor diese Idee hatte und ebenso wie Spilsbury Karten auf Holz geklebt und zersägt hat, als Lernhilfe für Schüler. Das wollen die Angelsachsen natürlich nicht zur Kenntnis nehmen. Shocking...kein Brite als Erfinder? Das geht ja garnicht!

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        #33
        Heute zeige ich Euch mal ein auf den ersten Blick total unscheinbares, harmloses Puzzle. Was sich aber bei genauerer Betrachtung als recht interessant erweist Es heißt "Im Zoo" und sieht erstmal nach einem deutschen Puzzle aus von der Firma "Köra", die kein Mensch kennt und zu der ich trotz vieler Recherchen noch nichts herausgefunden habe. Von der Bekleidung der Menschen her hatte ich es so in die 40-50er Jahre einsortiert...was sich auch als richtig erwies.



        Schaut man genauer hin, entdeckt man, daß es ziemlich merkwürdige Teileformen hier gibt:



        Das ist ein Zeichen dafür, daß dieses Puzzle während des Krieges gefertigt wurde. Es wurde eine Stanze verwendet, die eigentlich für größere Puzzle gedacht war, deshalb haut es mit den Randsteinen nicht so wirklich hin. Und es gibt noch einen weiteren Hinweis auf diese Herstellungszeit:



        Diese kleine Nummer in der Ecke ist eine sogenannt K-Nummer. Das war eine Papier-Genehmigungs-Nummer während des Krieges, die holländische Druckereien beantragen mußten, damit sie Zuteilungen für Papier bekamen. Man wollte damit verhindern, daß illegale Drucke stattfanden (z.B. Flugzettel) und es war später dann auch der Knappheit aller Ressourcen geschuldet.
        Mein holländischer Puzzle-Freund schrieb mir dazu:
        "Damals war es schwierig, die Genehmigung für Papier zu bekommen, eben für unwichtige Sachen wie Spielzeug. Liefern an Deutschland war eine Möglichkeit, vielleicht auch mit einer falsche Angabe von Anzahl, wieviele gedruckte waren, damit auch noch etwas übrig war für Niederländische Kunden...."

        Wie Ihr seht, verknüpft sich hier Puzzle-Geschichte mit Weltgeschichte, was sehr häufig vorkommt und was ich sehr spannend finde.

        Hier noch einmal das Puzzle in etwas größer, damit Ihr es genauer ansehen könnt:



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          #34
          Ich sehe gerade, daß ich die letzten beiden Beiträge schon wieder mit dem falschen Account geschrieben habe. Aber ich habe keine Zeit mehr, das jetzt noch einmal neu zu machen, deshalb bleibt es so und ich gelobe, daß ich in Zukunft wieder besser aufpassen werde, das nicht zu vermischen!

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            #35
            Liebes Glühwürmchen,

            ich finde das Thema total spannend! Vor allem die ganz unterschiedlichen und auch "besonderen" Formen der Puzzleteile - wusste gar nicht, dass es sowas gibt.

            Und faszinierend (und ja: teilweise auch berührend) finde ich die Geschichten und Hintergrundinfos dazu.

            Danke für's Teilen!

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              #36
              Deine Erläuterungen bzw. Hintergrundwissen lesen sich wirklich sehr interessant.
              Genau so wie die verschieden ausgesägten Puzzlestücke. Da bist Du ja richtig dedektivisch unterwegs.

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                #37
                Danke an Sunny und Tamina für die netten Worte. So lange es noch irgendwen interessiert, mach ich auch weiter und erzähle Euch noch ein bisschen was.

                Heute möchte ich Euch etwas zeigen, was nur bei guten Holzpuzzeln vorkommt und man auf den ersten Blick nicht sieht. Dazu zeige ich Euch ein schönes, älteres Holzpuzzle, von dem ich nicht viel weiß. Ich habe es von einer Österreicherin gekauft und nenne es "Wachau", weil es wahrscheinlich die Burg Dürnstein zeigt, die in der Wachau liegt. Es hat eine Weile gedauert, ehe ich das identifiziert hatte...das war mal wieder Detektivarbeit!



                Dieses Holzpuzzle hat 330 Teil und ist sehr schwer zu legen. Denn die Teile sind entlang des Farbverlaufes ausgesägt. Soll heißen: die Teile endet dort, wo eine neue Farbe anfängt. Das heißt, z.B. die Stelle, wo das Boot den See trifft, wurde bewußt für den Schnitt ausgesucht und somit hat man keinen Farbverlauf, sondern ein braunes und ein blaues Teil.



                Das macht das Puzzlen natürlich viel schwieriger. So etwas können nur geübte Säger und es ist ein Kennzeichen für ein Qualitätspuzzle. Dieses hier ist besonders hübsch, weil es sehr filigrane und unterschiedliche Teile hat. Ein kleines Säge-Kunstwerk sozusagen.

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                  #38
                  Hallo Glühwürmchen,

                  ja, es interessiert noch!

                  Auch, wenn ich nichts dazu zu sagen habe, lese ich hier gerne mit und freue mich an den Puzzles!

                  (Bisher kannte ich nur die aus Pappe. Habe ich früher gerne gelegt. Mein grösstes hatte 2000 Teile.)

                  Viele Grüße,
                  Martin

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                    #39
                    Heute zeige ich Euch mal ein sehr altes amerikanisches Papp-Puzzle (300 Teile). Es ist aus der Reihe "Jig of the week" und entstand 1932 - 33. Damals war in Amerika gerade eine Puzzle-Welle im Gange und es wurden Unmengen von Puzzles produziert und natürlich auch gelegt. Die "Jig of the week" kamen wöchentlich (immer samstags) heraus, wie der Name es schon sagt und wurden für 25 Cent verkauft. Das ganze ging nur 7 Monate lang, dann ebbte die Welle langsam ab und die Produktion wurde eingestellt. Wie sich dieses eine Puzzle nach Deutschland verlaufen hat, bleibt ein Rätsel. Aber ich finde es sehr interessant vom Motiv her.



                    Der Title ist: "Washington und Lafayette at Mount Vernon, 1748" nach einem Gemälde von 1859. Ich zeige Euch auch das Gemälde, da kann man die Details besser erkennen.



                    Washington kennt man ja. Dass der sein Anwesen auf dem Mount Vernon hatte, wußte ich z.B. nicht. Und den Marquis de Lafayette, einen reichen, jungen Franzosen, der nach Amerika gekommen war, um dort gegen die Engländer zu kämpfen, kannte ich nur vom Namen her. Wie dieser Mann entscheidenen Einfluß dort genommen hat und und die ganze interessante Lebensgeschichte von ihm habe ich erst nach dem Legen dieses Puzzles nachgelesen. Besonders schön finde ich die elegante Garderobe von den Damen und Herren. Hatte mir Washington immer viel bürgernaher vorgestellt und nicht so richtig realisiert, daß diese Leute ja auch sehr gehobene Oberschicht waren.
                    Berührt hat mich an der Lafayette- Geschichte, daß dieser später nach Frankreich zurück ging und sehr viel später im Gefängnis landete. Ich habe gelesen, daß seine Frau, die ihn dort nicht allein lassen wollte, freiwillig zu ihm ins Gefängnis zog.
                    Das ist Liebe, nicht?

                    Interessant auf dem Bild finde ich auch die dunkelhäutige Nanny im Hintergrund. Für mich ist das Puzzle so ein Zeitzeugnis und ein Grund, mich mit geschichtlichen Daten auseinander zu setzten. Und das gefällt mir am Puzzlen besonders gut! Ich hoffe, Ihr mögt das auch!







                    Zuletzt geändert von Glühwürmchen; 25.02.2019, 15:00.

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                      #40
                      @Martin: Puzzle von 2000 Teilen - da sitzt man eine Weile dran. Es kann dann sehr befriedigend sein, wenn man so ein großes fertig hat. Ich persönlich mag eher kleinere. So 200 - 300 Teile ist meine bevorzugte Größe. Die kann man besser handhaben und sie nehmen nicht so viel Platz weg.

                      Es gibt ja sehr große Puzzle (das größte serienmäßig hergestellte soll 48 000 Teile haben). Das wäre nichts für mich. Ist aber vielleicht eine gute Geduldsprobe. Irgendwo muß man so ein großes Puzzle ja liegen lassen, bis es fertig ist. Da braucht man schon eine große Wohnung, denke ich!

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                        #41
                        Und diese interessanten Einzelstücke findest Du auf dem Flohmarkt oder im Netz?

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                          #42
                          Hallo Tamina,

                          ist ganz unterschiedlich. Sowohl auf dem Flohmarkt, als auch im Netz, als auch (ganz manchmal) in Antik-Geschäften. Aber da die alten Puzzle meist keine Vorlage haben und auch keine genaue Teile-Anzahl (wenn die Original-Schachtel dabei ist, steht dann oft "ca 100 Teile" darauf...das hilft einem überhaupt nichts), kauft man fast immer die Katze im Sack. Deswegen kaufe ich auch manchmal ganz billige Puzzle mit unklaren Motiven und bin dann gespannt, ob es hopp oder topp ist. Ein Beispiel?
                          Wenn man sowas im Ebay für 1 € kauft...



                          und dann zum Schluß kommt so etwas dabei heraus:



                          ...dann freut man sich natürlich. Es fehlten zwei Teile, die habe ich mehr schlecht, als recht, ersetzt. Sowas ist das pure Schatzsuchen. Ein Aspekt an der Sache, der durchaus seinen Reiz hat.

                          Und um es noch einmal klar zu sagen: Gebrauchte Puzzle (auch antike aus Holz) haben in Deutschland kaum einen Wert. Man wird sie nicht wirklich wieder los zu einem adäquaten Preis. Da muß man schon einen Liebhaber finden, wie mich. Und davon gibt es nur ganz wenige hierzulande. Aus dem Grund kaufe ich auch keine teuren Puzzle. Manchmal sind sehr hübsche drin im Ebay für teuer Geld....aber ich kann widerstehen. Sage mir immer, daß die Puzzle, die für mich bestimmt sind, auch zu angemessenen Preisen zu mir kommen. Und bisher habe ich noch immer was schönes oder interessantes gefunden.

                          Ich habe eine Puzzle-Freundin, die kauft viel in England und gibt dort manchmal auch viel Geld aus, wenn sie etwas findet, was sie unbedingt haben muß. Oder eine andere Dame, die ausschließlich alte Karten-Puzzle von der Welt sammelt und diese, zugegebenermaßen wunderschönen, antiken Objekte, für wirklich viel, viel Geld in Amerika ersteigert.

                          Da sage ich immer, daß ich gegen die beiden ein Tante-Emma-Laden bin.
                          Ist aber egal...Hauptsache man hat Freude daran, oder? Und die habe ich! Auf jeden Fall!!!!

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                            #43
                            Ja, das kann ich mir gut vorstellen, dass Dich das Suchen und Finden solcher außergewöhnlichen Puzzles sehr erfreut. Ich sag ja, detektivische Arbeit.
                            Ich bin ganz Deiner Meinung, Hauptsache Du hast viel Freude dran, es muss doch nicht teuer sein. Wenn Du nicht so viel Geld investierst in ein Dir unbekanntes Puzzles, dann brauchst Du Dich nicht zu ärgern, wenn dann mal was fehlt. Denn im Netz kaufst Du ja die Katze im Sack

                            Du hast wirklich ein für mich außergewöhnliches Hobby - schön !



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                              #44
                              Man liest Deine Begeisterung mit, die aus allen Ecken und Enden und dazwischen hervorblitzt. Wenn also Puzzleteile fehlen, dann ergänzt Du die wie genau:

                              selber malen und sägen
                              ein zweites kaufen, was bestimmt sehr schwer ist.

                              wie muss man sich das vorstellen. Irgendwie schwierig! Ich habe bisher niemenden kennengelernt mit so einem Hobby und finde es total interessant das kennenzulernen.

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                                #45
                                Ich lasse als neugierige Mitleserin, die nichts zu dem Thema beitragen kann, aber viel Spaß daran hat, einfach mal einen Gruß und ein Dankeschön für die anregenden Gedanken hier ...

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