Hallo Ihr Lieben,
gestern habe ich etwas ganz besonders Schönes erlebt, und ich habe große Lust, Euch davon zu berichten.
Im Grunde lässt es sich mit ein paar knappen Worten benennen: Ich habe mein Fagott, auf dem ich einige Jahre lang nicht mehr gespielt habe, wieder herausgeholt. Das ist eigentlich alles, aber ich kann es dann doch mal wieder nicht lassen, noch etwas weitschweifiger zu werden:
Mit sechs Jahren habe ich zum ersten Mal den Wunsch geäußert, dieses Instrument zu erlernen. Wem "Peter und der Wolf" geläufig ist, dem sei gesagt: Ich fand den Großvater mit seinen fast schon grummelig-tiefen Fagott-Tönen irgendwie lustig.
Mit 14 habe ich auch tatsächlich angefangen, auf einem Leih-Instrument von der Schule, Fagott zu lernen. Ich hatte eine wunderbare Lehrerin, kam gut voran und hatte viel Spaß am Spielen und Üben.
Zwei Jahre später konnte ich ins Schulorchester einsteigen, war dort allerdings die einzige mit diesem Instrument und daher etwas auf mich alleine gestellt. Manchmal habe ich mich dort überfordert gefühlt, weil ich ja noch nicht lange spielte und trotzdem die wichtigsten Passagen des 1. und des 2. Fagotts übernehmen musste.
Jedenfalls hat diese Erfahrung dafür gesorgt, dass ich während des Studiums Angst hatte, mich einem Uni-Orchester vorzustellen. Die Perfektionistin in mir war der Meinung, dass ich mich mit einem Vorspiel nur blamieren könnte und alle anderen sicherlich besser wären auf ihren Instrumenten. Und das, obwohl ich inzwischen ein eigenes, qualitativ wesentlich besseres Instrument hatte, auf dem es viel leichter war, schöne Töne zu erzeugen. Schließllich habe ich dann immer weniger und später gar nicht mehr gespielt.
Kurz bevor ich mit meiner Tochter schwanger wurde, habe ich, ermutigt durch einen Oboe-spielenden Freund, einen erneuten Anlauf gewagt und wieder angefangen, Fagottunterricht zu nehmen. Seltsamerweise merkte ich damals, dass ich trotz guter Atemtechnikgrundlagen überhaupt nicht mehr tief atmen konnte. Meine neuer Lehrer gab sich alle Mühe mit mir, war aber irgendwann auch einfach ratlos.
Gestern ist mir bewusst geworden, dass die Atemblockade das erste Anzeichen meiner Depressionen gewesen sein muss. Es war noch lange nicht dieser massive Druck auf der Brust, den ich später depressionsbedingt verspürte, sondern nur eine leichte Reduktion des Atemvolumens. Beim Fagottspielen machte diese Einschränkung aber eine Menge aus. Faszinierend finde ich auch, dass diese Atemrestriktion bereits zu einer Zeit vorhanden war, in der es mir gefühlt rundherum gut ging. Die ersten leichten Stimmungsveränderungen waren erst ein knappes Jahr später zu spüren und anderhalb Jahre später war ich dann richtig depressiv. Aber darum soll es heute gar nicht weiter gehen.
Zwei Monate vor der Geburt meiner Tochter habe ich dann wieder mit dem Unterricht aufgehört und nachher nur noch sporadisch und schießlich gar nicht mehr gespielt.
Seitdem hatte ich diese Atembeschränkung im Kopf und dass ich ja dadurch gar nicht mehr richtig spielen könnte, selbst wenn ich wieder üben und Stunden nehmen würde. Das ist jetzt fast sechs Jahre her.
Gestern nun habe ich in einer Mischung aus anhaltender Urlaubsentspannung und Anregung durch eine schöne CD plötzlich große Lust verspürt, es wieder einmal zu versuchen. Ich habe also mein Fagott ausgepackt, angefangen zu spielen und - war völlig verblüfft, dass ich problemlos richtig tief atmen konnte.
Ihr glaubt nicht, was das für ein tolles Gefühl war! Ich habe gespielt und gespielt, bis ich nicht mehr konnte, und war danach ganz aufgedreht und albern vor lauter Glück. Ich bin hier herumgehüpft und konnte vor lauter Freude nicht einschlafen. Ich habe mich wieder so richtig in mein Instrument verliebt, in seinen warmen, weichen Klang, in seine humoristische Seite, und in das Körpergefühl, das ich dabei erlebe, wenn mein Atem diese "Verlängerung" erfährt und gewissermaßen in der Welt draußen einen Klangkörper erhält. Das hat etwas unglaublich Befreiendes an sich, seinen Atemstrom so bewusst zu spüren und in Töne umsetzen zu können. Es hat mich einfach unglaublich glücklich gemacht!
Davon wollte ich Euch erzählen.
Seid alle freudig gegrüßt von Eurer Chaja
gestern habe ich etwas ganz besonders Schönes erlebt, und ich habe große Lust, Euch davon zu berichten.
Im Grunde lässt es sich mit ein paar knappen Worten benennen: Ich habe mein Fagott, auf dem ich einige Jahre lang nicht mehr gespielt habe, wieder herausgeholt. Das ist eigentlich alles, aber ich kann es dann doch mal wieder nicht lassen, noch etwas weitschweifiger zu werden:
Mit sechs Jahren habe ich zum ersten Mal den Wunsch geäußert, dieses Instrument zu erlernen. Wem "Peter und der Wolf" geläufig ist, dem sei gesagt: Ich fand den Großvater mit seinen fast schon grummelig-tiefen Fagott-Tönen irgendwie lustig.
Mit 14 habe ich auch tatsächlich angefangen, auf einem Leih-Instrument von der Schule, Fagott zu lernen. Ich hatte eine wunderbare Lehrerin, kam gut voran und hatte viel Spaß am Spielen und Üben.
Zwei Jahre später konnte ich ins Schulorchester einsteigen, war dort allerdings die einzige mit diesem Instrument und daher etwas auf mich alleine gestellt. Manchmal habe ich mich dort überfordert gefühlt, weil ich ja noch nicht lange spielte und trotzdem die wichtigsten Passagen des 1. und des 2. Fagotts übernehmen musste.
Jedenfalls hat diese Erfahrung dafür gesorgt, dass ich während des Studiums Angst hatte, mich einem Uni-Orchester vorzustellen. Die Perfektionistin in mir war der Meinung, dass ich mich mit einem Vorspiel nur blamieren könnte und alle anderen sicherlich besser wären auf ihren Instrumenten. Und das, obwohl ich inzwischen ein eigenes, qualitativ wesentlich besseres Instrument hatte, auf dem es viel leichter war, schöne Töne zu erzeugen. Schließllich habe ich dann immer weniger und später gar nicht mehr gespielt.
Kurz bevor ich mit meiner Tochter schwanger wurde, habe ich, ermutigt durch einen Oboe-spielenden Freund, einen erneuten Anlauf gewagt und wieder angefangen, Fagottunterricht zu nehmen. Seltsamerweise merkte ich damals, dass ich trotz guter Atemtechnikgrundlagen überhaupt nicht mehr tief atmen konnte. Meine neuer Lehrer gab sich alle Mühe mit mir, war aber irgendwann auch einfach ratlos.
Gestern ist mir bewusst geworden, dass die Atemblockade das erste Anzeichen meiner Depressionen gewesen sein muss. Es war noch lange nicht dieser massive Druck auf der Brust, den ich später depressionsbedingt verspürte, sondern nur eine leichte Reduktion des Atemvolumens. Beim Fagottspielen machte diese Einschränkung aber eine Menge aus. Faszinierend finde ich auch, dass diese Atemrestriktion bereits zu einer Zeit vorhanden war, in der es mir gefühlt rundherum gut ging. Die ersten leichten Stimmungsveränderungen waren erst ein knappes Jahr später zu spüren und anderhalb Jahre später war ich dann richtig depressiv. Aber darum soll es heute gar nicht weiter gehen.
Zwei Monate vor der Geburt meiner Tochter habe ich dann wieder mit dem Unterricht aufgehört und nachher nur noch sporadisch und schießlich gar nicht mehr gespielt.
Seitdem hatte ich diese Atembeschränkung im Kopf und dass ich ja dadurch gar nicht mehr richtig spielen könnte, selbst wenn ich wieder üben und Stunden nehmen würde. Das ist jetzt fast sechs Jahre her.
Gestern nun habe ich in einer Mischung aus anhaltender Urlaubsentspannung und Anregung durch eine schöne CD plötzlich große Lust verspürt, es wieder einmal zu versuchen. Ich habe also mein Fagott ausgepackt, angefangen zu spielen und - war völlig verblüfft, dass ich problemlos richtig tief atmen konnte.
Ihr glaubt nicht, was das für ein tolles Gefühl war! Ich habe gespielt und gespielt, bis ich nicht mehr konnte, und war danach ganz aufgedreht und albern vor lauter Glück. Ich bin hier herumgehüpft und konnte vor lauter Freude nicht einschlafen. Ich habe mich wieder so richtig in mein Instrument verliebt, in seinen warmen, weichen Klang, in seine humoristische Seite, und in das Körpergefühl, das ich dabei erlebe, wenn mein Atem diese "Verlängerung" erfährt und gewissermaßen in der Welt draußen einen Klangkörper erhält. Das hat etwas unglaublich Befreiendes an sich, seinen Atemstrom so bewusst zu spüren und in Töne umsetzen zu können. Es hat mich einfach unglaublich glücklich gemacht!
Davon wollte ich Euch erzählen.
Seid alle freudig gegrüßt von Eurer Chaja

Ich kann richtig deine Freude spüren!

Im übrigen hat man oft viele tolle Instrumente, ohne von ihnen zu wissen. Ich habe z.B. eine sehr wohlklingende Salatschüssel, die fast schon einer Klangschale Konkurrenz machen kann. Auch meine Eisenpfanne hat einen schönen Klang. Manche Möbel sind ebenfalls musikalischer als man ahnt etc. etc....
Im übrigen hab ich geschwindelt, stelle ich gerade fest. Wie konnte ich nur das Keyboard vergessen? Auf dem kann ich aber auch nicht spielen, nur die Tonleitern(?), die ich mir mal zwecks Stimmübungen angeeignet habe. Aber - tada - da habe ich doch ein passendes Insrument: Meine Stimme.

Mit diesem Instrument kann kann ich mir Dich sehr gut vorstellen! Viel Spaß beim Spielen!
.... WAS ?? Schon sooo lange her ?
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