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    Oh man, ich weiß gar nicht, was zur Zeit los ist. So viele Dinge strömen auf mich ein, dass ich kaum noch weiß, wo mir der Kopf steht.

    Ihr seht, ich bin schon wieder daheim; ganz anders als geplant.

    Gestern fing alles so toll an. Wie verabredet haben wir - also meine damalige Mitpatientin und ich - uns um die Mittagszeit vor Ort , wo wir übernachtet haben, getroffen. Wir haben uns so sehr gefreut, uns wiederzusehen und hatten eine ganze Menge, die wir uns für den Tag vorgenommen hatten.

    Es war ein strahlender Herbsttag und so sind wir als erstes in die Nähe von den damaligen Kurort gefahren und haben einen Spaziergang zu einem Berggasthof gemacht, die Luft, das Wetter und überhaupt alles genossen. Dort oben konnten wir sogar ohne Jacken im Freien sitzen, hatten einen wunderbaren Ausblick und ein feines Essen.

    Anschließend haben wir einen Besuch in der Klinik gemacht. Das war total aufregend: da waren wir wochenlang dort und - na ja, wir beiden hatten doch Herzklopfen.

    Danach sind wir in der nächstgrößeren Ort und haben in einem sehr schönen Laden etwas zum Anziehen gekauft (wir haben nun beide dieselbe Jacke). Naja, dann gab es noch ein Ausflugsziel, das etwas weiter entfernt war und haben den Abend noch dort verbracht.

    Tja, und dann, totale Kehrtwendung heute morgen: ihr Mann war gekommen und sie hat erfahren, dass ihr Sohn verstorben ist in jungen Jahren. Ganz plötzlich.

    Mich hat das heute total mitgenommen, ich bin fix und fertig und froh, nun wieder daheim zu sein.

    Die Leute, die das Seminar geleitet haben, haben mir geraten, dass ich auf jeden Fall dabei bleiben soll. Darüber bin ich froh, denn so bin ich auch ein wenig aufgefangen worden, war nicht alleine.

    Ursprünglich wollten wir bis morgen bleiben, noch einen Ausflug machen.

    Ich hätte noch Gelegenheit gehabt, in ein anderes Zimmer zu anderen (mir bis dato unbekannten) Leuten umzuziehen. Das wollte ich überhaupt nicht mehr. Vor Ort war es zwar total neblig (gestern abend nach dem super-sonnigen Tag auch schon), jedoch wollte ich nicht mehr. Und ich für mich selber habe totales Glück auf der Heimfahrt gehabt, dass es dort am meisten neblig war, später "nur" noch Nebelschwaden, jedoch immer so, dass man gut gesehen hat und später sogar gar kein Nebel mehr.

    Momentan (und heute den ganzen Tag über) hatte ich 100 und 1000 Gedanken. Jetzt gerade frage ich mich, ob ich total übersteigert reagiere? Schließlich kenne ich ihren Sohn ja persönlich überhaupt nicht, nur kenne ich eben mehr die Geschichte (die ich hier natürlich nicht preisgeben möchte!).

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      Es tut mir sehr leid. Lass einfach alles zu, irgendwie. Ich kann gut verstehen, dass du nicht zu wildfremden Leuten wolltest.

      Du meine Güte. Was für eine Geschichte. Wie traurig.

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        Zum ersten Mal seitdem ich zuhause bin, laufen die Tränen. Dort bei der Veranstaltung kamen sie auch irgendwann. Ich tue mich eh irre schwer mit Tränen.

        Und gerade frage ich mich, wieso habe ich Tränen ... Ist es die Trauer mit meiner ehemaligen Mitpatientin/für sie? Oder spielen da noch ganz andere Dinge mit rein?

        Ich fühle mich mal wieder so was von falsch/verkehrt ... In letzter Zeit fühle ich mich so oft falsch und verkehrt. Unecht. Ist es etwas ganz anderes, das ich dann beweine??? Oder doch evtl. Mitgefühl? Ich selber kann es so überhaupt nicht einordnen. Da ist nur ein irrer Schmerz gerade.

        Ich bin auch gefragt worden, wer jetzt für mich da sein kann, wenn ich so traurig bin. Mir war es so peinlich, sagen zu müssen, dass ich es nicht weiß ...

        Ja, das ist einfach (schon lange) so in meinem Leben: da gibt es einfach niemanden, der für mich da ist (am Samstag abend sowieso: da sind doch alle (!!!) mit ihren eigenen Familien usw. beschäftigt.) Eine Person hat mich angerufen heute abend, was mir unendlich gut tat!!! Vor Ort hier gibt es niemanden.

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          Bitte versteht mich alle nicht falsch: es geht niemals mehr darum, einen Partner zu haben. Dafür tauge ich eh nicht, bin unfähig, viel zu sehr mit mir und anderen Dingen beschäftigt.

          Neulich habe ich es schon einmal geschrieben: ich bin so froh, dass ich niemanden liebe/mich niemand liebt (abgesehen natürlich von Eltern/Geschwister/Neffen und Nichten). Ich bin so froh, dass mich kein Mann (mehr!!!) liebt geschweige ich jemanden. Ich bin so froh, dass ich das alles wegdrücken kann! Es reicht mir schon, was ich mit mir zu tun habe!!!

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            Ich will nie nie nie mehr verliebt sein!!!! Wollte ich einfach noch so anmerken, da dieser Faden hier eh niemand mehr interessiert.

            Also "haue ich" ihn zu mit all meinen Emotionen/Gedanken und Gefühlen.

            Und ich bin heilfroh, dass niemand erkennt, wie blond und b... ich bin und ich mich deshalb niemals mehr darauf einlassen muss. Niemals verletzen lassen muss!!!

            Danke für's Zuhören heute allen (ob echten oder auch hier virtuellen Personen!).

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              Hm, wieso machst du das dann ständig zum Thema? Wenn keiner keinen liebt, ist´s doch eh egal...

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                Ich lass dir einfach mal etwas da, ohne weitere Worte.

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                  Deine Angst vor Verletzung ist derart groß, dass du jegliche Gefühle der Zuneigung ablehnst, um nicht verletzt zu werden.
                  Das erinnert mich an jemanden, der aus Angst, einen Hitzschlag zu bekommen, lieber erfroren ist.

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                    Nicht,dass du mich falsch verstehst, Träumerin; ich bin auch so ein "Liebesfreak" und schleppe die Verletzungen aus meiner Kinder- und Jugendzeit mit mir herum.

                    Der Unterschied besteht zwischen uns beiden lediglich darin, dass ich mir sage:

                    Mit Verletzungen und Verlassenwerden kann ich leben, ohne Liebe: nicht! Selbst wenn sie nur zeitweilig sein würde.

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                      Liebe Träumerin,

                      meiner Meinung nach hast du den Kontakt zu dir selber verloren. Selbstwahrnehmung ist schon schwer, Selbstliebe vielleicht? Ich kann sie aus deinen Schreiben nicht erkennen.

                      Nur weil andere dich nicht lieben, egal, ob sie das nun aus ihrer oder deiner Sicht sollen, dürfen oder wollen... "darfst" du dich aber selber lieben und das Leben genießen...

                      Sei nicht zu hart zu dir, sei zu dir, wie du zu deinen Nichten wärest. Was würdest du empfinden, wenn sie über sich so sprächen wie du über dich? Was würdest du ihnen raten?

                      Das Bild von Bonny finde ich zu-treffend.

                      Ich wünsche dir viel Wärme in deinem Herzen, vor allem für dich selber.

                      Sabine

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                        Zitat von Sabine_nrw Beitrag anzeigen

                        Nur weil andere dich nicht lieben, egal, ob sie das nun aus ihrer oder deiner Sicht sollen, dürfen oder wollen... "darfst" du dich aber selber lieben und das Leben genießen...

                        Sei nicht zu hart zu dir
                        Das hast du schön gesagt.

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                          Liebe Träumerin,

                          dass Du wiede weinen kannst, halte ich für ein gutes Zeichen! Bei mir hat es auch eine ganze Weile gedauert, bis ich wieder Tränen hatte. Und ab da habe ich sehr viel geweint. Wundere Dich also nicht, wenn die Tränen jetzt öfter fließen! Auf jeden Fall ist es gut, all die Trauer, die sich in Dir aufgestaut hatte, auf diesem Wege herauszulassen. Depressionen entstehen in gewisser Weise nicht nur durch die Unfähigkeit zur Agression, sondern auch durch die Unfähigkeit zu echter Trauer. Dass Du viel Wut nachzuholen hast, hast Du ja schon des längeren gespürt - und nun kommt auch noch die Trauer dran. Dabei ist es fast egal, ob Du beim Weinen aus Mitgefühl für andere oder für Dich weinst, Hauptsache die Trauer findet ihren Weg nach draußen. Mir kam es damals vor, als hätte ich ein Geröllfeld aus ungeweinten Tränen auf der Brust. Je öfter ich weinen konnte, desto mehr von diese Last wurde ich los. Es hat allerdings sehr lange gedauert, bis wirklich alles abgetragen war.

                          Ich habe eben geschrieben, es sei "fast" egal, worum Du weinst. Ich denke tatsächlich, dass das Weinen - egal weswegen - erst einmal das Wichtigste ist. Das "fast" bezog sich darauf, dass ich trotzdem der Meinung bin, dass es den Prozess bedeutend beschleunigen kann, wenn man sich - z.B. unterstützt durch einen Therapeuten - klarmacht, worum man eigentich trauert.

                          Ich finde es im übrigen nicht verwunderlich, dass Dich diese überraschende Todesnachricht so schmerzhaft mitbetroffen hat. Zum einen war die Situation dazu angetan: Eben noch wart Ihr beide fröhlich am Shoppen und plötzlich bricht über Deine Bekannte so etwas herein! Klar, dass Dich das ebenfalls stark tangiert. Zum anderen machen Depressionen meist ausgesprochen dünnhäutig: Man kann sich nicht mehr in ausreichender Weise abgrenzen, so dass jeder Fremdschmerz zum eigenen wird und eigene Verletzungen viel tiefer gehen.

                          Das merkst Du ja auch an anderen Stellen: Oft reicht ein einziges Wort, das ein anderer nicht einmal böse gemeint haben muss, sondern vielleicht einfach ungeschickt gewählt hat, um tiefgehende Verletzungen zu verursachen. Ich hatte damals oft ein bestimmtes Bild vor Augen; Ich kam mir nämlich vor, wie eine Orange mit einer hauchdünnen Schale, die mit einem Zestenreißer oder einer Reibe bearbeitet wird. Beide Geräte sind nach normaldicken Orangenschalen bemessen und kratzen nur an der Schale, ohne die Orange selbst zu verletzen. Da meine Schutzhaut aber so enorm dünn geworden war, haben mich Worte und Gesten, die mich im Normalfall nicht innnerlich berührt hätten, eben doch ganz massiv verletzt.

                          In diesem Zusammenhang sehe ich übrigens auch Deinen aktuell so starken Wunsch, nie wieder zu lieben und geliebt zu werden, um nicht wieder so stark verletzt werden zu können. Dieser Wunsch entsteht aus Selbstschutz heraus - wird aber später, wenn es Dir wieder besser gehen wird und die Dünnhäutigkeit nachlässt, zunehmend überflüssig werden. Also sag niemals nie

                          Diese Dünnhäutigkeit hat sich übrigens im Zuge meiner Psychotherapie etwas gebessert. Durchschlagende Veränderungen auf diesem Gebiet habe ich selbst durch die Akupukturbehandlung erfahren dürfen. Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) hat eine bestimmte Bezeichnung für diese Abgrenzungsenergie und hat ihre Wege gefunden, genau diese Kraft zu stärken. Ich war sehr überrascht, als ich an mir erlebte, wie stark man mit ein paar Nadeln diesen Bereich beeinflussen kann. Das hat mir das Leben bedeutend erleichtert, denn diese Dünnhäutigkeit ist auf Dauer extrem kräftezehrend.

                          Alles Liebe und Gute wünscht Dir
                          Deine Chaja

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                            Zitat von Nordhimmel Beitrag anzeigen
                            Ich lass dir einfach mal etwas da, ohne weitere Worte.
                            Lieben Dank dafür, liebe(r?) Nordhimmel.

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                              Zitat von Bonny123 Beitrag anzeigen
                              Deine Angst vor Verletzung ist derart groß, dass du jegliche Gefühle der Zuneigung ablehnst, um nicht verletzt zu werden.
                              Ja, ich habe Angst. Vor dem, was du mir geschrieben hast, liebe Bonny. Ich meine noch eine ganz andere Angst dahinter erkennen zu können!? Ich habe Angst, dass ich mich eines Tages doch tatsächlich wieder verlieben kann und dann (wieder) in jemanden, der für mich "unerreichbar" ist.

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                                Zitat von Sabine_nrw Beitrag anzeigen
                                Liebe Träumerin,

                                meiner Meinung nach hast du den Kontakt zu dir selber verloren. Selbstwahrnehmung ist schon schwer, Selbstliebe vielleicht? Ich kann sie aus deinen Schreiben nicht erkennen.

                                Sei nicht zu hart zu dir, sei zu dir, wie du zu deinen Nichten wärest. Was würdest du empfinden, wenn sie über sich so sprächen wie du über dich? Was würdest du ihnen raten?

                                Ich wünsche dir viel Wärme in deinem Herzen, vor allem für dich selber.

                                Sabine
                                Liebe Sabine,

                                ja, diesen Eindruck habe ich schon lange, dass ich den Kontakt zu mir verloren habe.

                                Zu meinen Nichten kann ich ganz anders sein als ich mit mir umgehe. Nie im Leben würde ich sie so verurteilen wie ich das mit mir mache. Wie oft fühle ich mich schlecht/unfähig/falsch ... Das belastet mich sehr. Ich habe den Eindruck, dass das in der letzten Zeit eher noch zu- als abgenommen hat. Obwohl ich versuche, die Übungen, die mir meine Therapeutin ans Herz legt, zu machen; da ist nur ein weiteres Problem dabei: wenn ich es nicht schaffe, dann mache ich mich schon wieder schlecht, denke, bei mir klappt das ja eh alles niemals.

                                Ich bin Meisterin im Mich-unter-Druck-setzen.

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