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Selbstliebe lernen - wie geht das?

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    Selbstliebe lernen - wie geht das?

    Wenn ich eines Tages sterbe – was würde ich wohl auf meinen Grabstein schreiben?
    Zur Zeit fiele mir ein: „Ungeliebt und schnell vergessen“
    Ja, das klingt hart – aber genauso sehe ich mich. Ich führe eine Abrechnung mit meinem bisherigen Verhalten durch. Versuche zu analysieren, warum ich heute dort stehe, wo ich angekommen bin. Und versuche zu ergründen, was denn in meinem Leben bisher so schief gelaufen ist.
    Warum bin ich der Einzelgänger ohne viele Freunde und meide inzwischen den Kontakt zu meinen Mitmenschen?
    Es ist die Angst vor Enttäuschung, vor weiterer Verletzung, des Mißverstehens von Worten und Taten. Ich bin lieber mit mir allein, obwohl ich dieses Alleinsein hasse und doch so gerne einen Menschen um mich hätte, der mich so nimmt, wie ich bin. Mit all meinen Fehlern und Schwächen – einen, dem ich nicht etwas beweisen muß. Einer, der nicht nur nimmt, sondern mir auch etwas zurückgibt.
    Ich umgebe mich lieber mit meinen beiden treuen Gefährten – die akzeptieren mich so wie ich bin. Die sortieren mich nicht in eine Schublade ein, sie lieben mich und ich liebe sie. Sie stellen keine Ansprüche an mich, machen mir nicht etwas vor. Aber sie können mir nicht das geben, was mir ein Artgenosse geben könnte. Sie sind auf die Kommunikationstechniken ihrer Spezies beschränkt. Dennoch sind sie mittlerweile der einzige Halt in meinen Leben. Das einzige, wofür es sich noch lohnt, weiterhin zu kämpfen und durchzuhalten.

    Ich habe diese Woche zur „Woche der Selbsterkenntnis“ erkoren. Mit einem Schlag wurde mir bewußt, warum ich bisher allein durchs Leben laufe. Es ist eine Erkenntnis, die starke seelische Schmerzen bei mir verursacht hat – viele Tränen, weil ich ihr so ohnmächtig gegenüber stehe. Ich, der rational denkende Mensch, habe nicht gemerkt, nach welchen Mustern ich mich verhalte. Ich, der ich die Logik in Person bin und nur nach Fakten urteile, habe mich jahrzehntelang von meinem Inneren einlullen lassen. Habe mich in ein emotionales Hamsterrad begeben, aus dem ich nicht mehr aussteigen konnte. Immer, wenn ich wieder mal Schiffbruch erlitten hatte mit einem potentiellen Partner, dann katapultierte es mich hinaus, um Luft zu holen. Dann ging ich komplett auf Rückzug, schwor mir, mich nie wieder verletzen zu lassen, mein Herz niemandem mehr zu öffnen. Aber bereits beim nächsten Versuch wiederholte sich alles.
    Sobald ich den Eindruck hatte, aus einer Freundschaft könnte mehr werden, erwachte mein Leistungsdrang. Ich wollte ja gefallen – und wenn man der Meinung ist, daß man mit seinem Äußeren nicht punkten kann, dann will man das auf andere Art kompensieren. Und woran war ich seit meiner Kindheit gewohnt? An Leistung!
    Ja, durch gute Leistungen machte ich ja immer schon auf mich aufmerksam: meine Mitschüler, meine Lehrer, meine Chefs, meine Bekannten. Aber irgendwie war mir meine Leistung zur Selbstverständlichkeit geworden in all den Jahren. Sie war nichts Besonderes für mich. Nichts, auf das ich übermäßig stolz sein konnte. Sie gehörte zu mir – man erwartete ja nichts anderes von mir.
    Und was in Ausbildung und Beruf funktionierte, konnte ja im Privaten nicht verkehrt sein. Damit könnte ich ja meine optischen Defizite prima kompensieren. Positive Aufmerksamkeit erhalten, Beachtung, Anerkennung – und das brauche ich so wie jeder andere Mensch. Aber es ist ein Trugschluß, wie ich wieder einmal erkennen mußte. Liebe kann man sich nicht verdienen, jedenfalls nicht durch Leistung. Nicht, indem man gibt und gibt und noch mehr gibt, wenn immer weniger vom Erhofften zurückkommt.
    Schade, daß ich erst jetzt merke, in welchem Zug ich bisher unterwegs war…

    Drei dieser Zugfahrten habe ich jetzt hinter mir, um zu erkennen, daß ich dadurch nie ans Ziel gelangen werde. Immerhin das habe ich jetzt erreicht. Ich weiß jetzt, daß ich im falschen Waggon saß. Und nach der Notbremsung wurde mein Innerstes jetzt nach außen befördert.

    Ich weiß, daß es mir an Selbstbewußtsein und Selbstwert mangelt. Warum das so ist? Tja, meine Umwelt zeigte mir stets, was sie von mir hält: ich bin dick und häßlich. Ich bekam abfällige Bemerkungen zu hören, wurde ausgelacht, war beim Schulsport immer die Niete (was ich dann über besonders gute Leistungen in Mathematik kompensierte). Ich wurde stets nach meinem Aussehen beurteilt. Leider bin ich zu sensibel, um mir einen dicken Schutzmantel anzuziehen. Und erst durch bestimmte Umstände in meinem näheren Lebensumfeld, hatte ich die Kraft, vor gut zwei Jahren meine Ernährung komplett umzustellen. Und so wurden bis heute aus ehemals über 162 kg nur noch 97 (was zwar immer noch mehr als normal ist).
    Ja, ich höre Euch schon sagen: super Leistung, hast du toll gemacht, Respekt…
    Nur leider hat das an meinem Denken nichts geändert. Ok, ich kann mich jetzt schon mal eher im Spiegel betrachten. Und auch die abfälligen Bemerkungen meiner Mitmenschen haben aufgehört. Aber ich selbst denke oftmals noch wie früher.
    Und wieder ist es nichts Besonderes für mich, was ich vollbracht habe. Und wieder habe ich mich über eine Art Leistung definiert und versuchte dadurch, mir die so stark herbeigesehnte Liebe zu verdienen. Und wieder einmal habe ich mein Ziel verfehlt.
    Ok, es geht mir körperlich mit meinem aktuellen Gewicht deutlich besser – ich bin ausdauernder, bewege mich lieber. Aber ein Fan des aktiven Sports werde ich deswegen dennoch nicht

    Dieses Leistungsdenken, dieser Anspruch, den ich an mich habe, der scheint der Dreh- und Angelpunkt meines Problems zu sein. Ich sehe mich zu kritisch, stelle meine Fehler und Schwächen in den Vordergrund. Lege Maßstäbe an mich an, die ich an keinen anderen Menschen je anlegen würde. Ich kenne mich zu gut – und doch überhaupt nicht.

    Zumindest habe ich – nicht zuletzt durch das Lesen in diesem Forum hier – herausgefunden, daß der Auslöser für mein Denken und das daraus resultierende Verhalten mangelnde Selbstliebe ist. Ich kann mich selbst nicht lieben, weil ich meinen eigenen Ansprüchen nicht genüge. Weil mir immer wieder gezeigt wurde, was an mir alles so negativ ist – das habe ich dann irgendwann zu meinem eigenen Denken gemacht. Und davon komme ich nicht los.
    Ich kann mich nicht vor den Spiegel stellen und sagen: ich bin gut, ich bin schön, ich bin intelligent, ich liebe mich selbst usw.
    Das glaube ich ja nicht und würde es nie verinnerlichen können.
    Wie sieht dann die Lösung meines Problems aus? Wie kann ich Selbstliebe lernen?

    #2
    hallo
    vll genau mit den kurzen Sätzen.
    ich bin gut
    ich bin schön
    ich bin Intelligent
    ich liebe mich selbst

    vor dem Spiegel
    dir fest in die Augen schauend
    deinem Verstand die Meinung sagen

    immer und immer wieder

    auch ich glaubte vieles nicht
    sagte mir ich dann doch nicht Dinge sagen oder fühlen die ich nicht glaube
    mir sagte man
    aber wie kannst du es glauben, wenn es dir keiner sagt
    wenn es kein anderer sagt, dann du
    sei du deine bester Freundin

    ich sollte mich schminken
    jeden Tag!!!
    ohje ist ja lästig immer dran zu denken
    warum bloß, mache ich sonst nur, wenn was besonderes ist

    aber du bist was besonderes jeden Tag !

    habe ich sooooo lange nicht geglaubt......

    habe mich beschäftigt mit Frauenliteratur
    zB "Liebe dich selbst...." Eva-Maria Zuhorst

    und ich habe mich geschminkt jeden Tag
    bekam Komplimente von meinem Chef und anderen

    fühlte mich jeden Tag ein Stück wohler...schöner
    mag mich dafür jeden Tag ein Stück mehr

    Zwar ist es noch nicht die große Liebe
    dafür bin ich noch nicht authentisch genug
    aber bin auf dem Weg

    du schaffst das auch

    alles Liebe
    Cosmo

    Kommentar


      #3
      Hallo Cosmo,
      schminken ist genau das richtige Thema:
      Das mache ich auch nur bei besonderen Anlässen. Ich bringe es morgens um kurz nach vier nicht, mir eine Kriegsbemalung anzupinseln. Und auch sog. Business-Kleidung ist mir ein Graus. Darin fühle ich mich nicht wohl.
      Ich möchte halt authentisch sein - und geschminkt komme ich mir immer so maskenhaft vor. Das bin nicht ich irgendwie - zumindest mein bisheriger Eindruck.

      Hm, Komplimente bekommt man immer irgendwie von den falschen Leuten, oder?

      Ja, ich werde versuchen, mir diese Denkweise anzugewöhnen und mich ein bißchen mehr darauf besinnen, was ich bin und was ich alles kann.
      Hört sich das gut an?

      LG
      Lucky Ronja

      Kommentar


        #4
        Liebe Ronja,

        schön, dass Du Deinen eigenen Faden hier eröffnet hast!

        Ja, die Selbstwert- und Selbstvertrauensproblematik ist natürlich ein weites Feld. Wenn man unter einem Mangel an Selbstvertrauen und Selbstwertgefühlen leidet, fühlt sich vieles aussichtslos an, da man immer wieder ähnliche Situationen erlebt. Man sieht andere, die damit keinerlei Probleme zu haben scheinen, und nimmt ihre Leichtigkeit oft als etwas nahezu "Angeborenes" wahr, etwas, das einem selbst eben fehlt wie ein Gen. Oder aber man ist sich der Ursachen in der eigenen Entwicklungsgeschichte bewusst und empfindet sich dementsprechend nun als "behindert", als eingeschränkt, beschnitten in den eigenen, ursprünglichen Möglichkeiten, die sich durch Einflüsse von außen nicht entfalten konnten. Es ist normal, das so zu empfinden, und ich weiß wie scheußlich hilflos man sich fühlen kann, wenn man die Sachlage so wahrnimmt.

        Aber man kann erstaunlich vieles nachholen im Leben, auch wenn es einem zu diesen späteren Zeitpunkten nicht leichter fällt.
        Es geht nicht mit einem Schlag. Es ist vor allem Übung und man muss sich mit dem Umstand arrangieren, dass es die kleinen Schritte sind, die einen vorwärts bringen. Aber es geht. Der Weg führt meines Erachtens über den Körper

        Mir hat, als ich in einer ähnlichen Lage war wie Du momentan, unter anderm ein Buch geholfen, dass ich Dir gerne mal in Kurzform wiedergeben möchte. Wenn Du so ein Logik-Mensch bist, hast Du es ja vermutlich gerne ein bisschen handfester, oder?
        Es handelt sich um folgenden Titel:

        Friederike Potreck-Rose / Gitta Jacob: Selbstzuwendung, Selbstakzeptanz, Selbstverstrauen – Psychotherapeutische Interventionen zum Aufbau von Selbstwertgefühl, Stuttgart: Klett-Cotta 2003 (5., aktualisierte Auflage 2008).

        Zum Hintergrund: Die Autorinnen sind beide Psychologische Psychotherapeuten mit Ausbildungen in Verhaltenstherapie, bei der einen ergänzt durch eine gestalttherapeutische Ausbildung, bei der anderen durch eine schematherapeutische. Beide arbeiten in freier Praxis und an einem Ausbildungsinstitut bzw. in einer Uni-Klinik.

        Zum Buch: Das Buch gliedert sich in einen Theorie- und einen Praxis-Teil: Die anfangs von den Autorinnen erläuterten Begriffsbestimmungen und allgemeinen Erläuterungen zum Selbstwert möchte ich hier beiseite lassen und gleich zum Kernpunkt kommen: es werden nämlich Vier Säulen des Selbstwertes benannt, von denen die ersten beiden intrapersonell sind, also im Individuum selbst liegen, die letzten beiden aber interpersonell, also im zwischenmenschlichen Bereich angesiedelt sind (Ich fand es hilfreich diesen großen Komplex mal in vier Aspekte zu untegliedern, um mir besser klarmachen zu können, woran es bei mir am ehesten hapert):

        1) Selbstakzeptanz: Positive Einstellung zu sich selbst als Person: Hierbei geht es darum, mit sich im Großen und Ganzen zufrieden/einverstanden zu sein, sich wertzuschätzen, eins mit sich zu sein, sich in sich selbst zuhause zu fühlen. Selbstakzeptanz hat auch viel mit körperlichen Aspekten zu tun, mit der Akzeptanz des eigenen Körpers, der individuellen Einschränkungen oder Bedürfnisse.
        2) Selbstvertrauen: Positive Einstellung zu eigenen Fähigkeiten und Leistungen: Hierbei geht es vor allem auch um Selbsteinschätzung: Was kann ich gut? Was mache ich gut? Was kann ich erreichen? Was kann ich durchhalten? Aber auch: Was kann ich lassen? und: Wo sind meine Grenzen?
        3) Soziale Kompetenz: Erleben von Kontaktfähigkeit: Dieser Bereich faßt verschiedenes zusammen: Mit Menschen gut umgehen können, sich schwierigen Situationen gewachsen fühlen, flexibel reagieren können, positive Resonanz spüren, aber auch Nähe und Distanz regulieren können, indem man Nähe zulässt oder Grenzen zieht.
        4) Soziales Netz: Eingebundensein in positive soziale Beziehungen: Hierhin gehören befriedigende Partnerschaften und Familienbeziehungen, Freunde haben, sich verlassen können und verlässlich sein sowie wichtig für andere sein und zwar so, wie man ist.

        Auf diesen vier Säulen ruht – den Autorinnen zufolge – das eigene Selbstwertgefühl. Allerdings muss, bevor diese Säulen zum Tragen kommen können, eine aktive Selbstzuwendung erfolgen, damit man sich überhaupt der eigenen vier Säulen voll bewusst werden kann. Diese Selbstzuwendung erfolgt in drei Stufen:

        1) Achtsam sein: Es geht dabei darum, sich selbst (und alles um sich herum) aufmerksam und unvoreingenommen zu beobachten, um sich wahrzunehmen und zu erfahren, ohne diese Wahrnehmung emotional oder intellektuell zu verzerren. Es geht eben nicht um eine Bewertung, sondern nur um die Wahrnehmung dessen, was ist. Im Praxis-Teil des Buches finden sich ganz einfache Achtsamkeitsübungen (wie sitze ich, gehe, atme usw...), die sich jeweils in bestimmte Schritte gliedern:
        a) Beobachtung, dessen was ist: wie sitze ich da? was machen meine Beine und Füße? wie halte ich meinen Rücken und meine Schultern? Was machen meine Hände? Ist diese Haltung eigentlich bequem? Bis die Haltung vollständig erkundet ist, soll nichts daran geändert werden.
        b) Experimentieren: erst im zweiten Schritt geht es darum, bewusst andere Haltungen auszuprobieren: wie kann ich noch dasitzen? Welche anderen Möglichkeiten habe ich?
        c) Wiederholung der ersten Haltung: mit der Rückkehr zur ersten Haltung soll noch einmal überprüft werden, wie diese sich im Vergleich anfühlt.
        d) Größere Entspannung: Schließlich versucht man, eine Sitzhaltung zu finden, die entspannter ist als die erste.
        Diese Übung lässt sich entsprechen verändert mit allen alltäglichen Haltungen und kleinen Tätigkeiten durchführen. Besonders aufschlussreich ist auch die Beobachtung des eigenen Atems. Später lässt sich die Achtsamkeit auf Sinneswahrnehmungen, Gefühle, Bedürfnisse, Verhaltensmuster etc... anwenden...

        2) Sich liebevoll begegnen: Wahrnehmen, was ist, alleine, verändert natürlich noch nichts. Man kann den Hunger spüren, ohne mit Essen zu reagieren usw... Es ist also unabdingbar, sich selbst liebevoll zu begegnen. Das kann man üben, indem man den eigenen "inneren Kritiker" näher kennenlernt, der einem diese Selbstliebe zu verbieten versucht, und ihm einen "liebevollen Begleiter" gegenüberstellt, der einen darin unterstützt: Man kann es sich regelrecht zur Aufgabe machen, sich selbst regelmäßig zu loben, zu ermutigen und überhöhte Ansprüche zu reduzieren...
        3) Für sich sorgen: im dritten Schritt (natürlich sind diese Schritte nicht immer ganz trennscharf) geht es darum, aktiv für sich zu sorgen: sich Dinge zu genehmigen und zuzugestehen, sich selbst etwas Gutes tun und nicht darauf zu warten, daß andere es für einen tun (Stichwort: Auf den Prinzen warten....), Hindernisse erkennen und zu beseitigen, die einem liebevollen Für-sich-sorgen im Weg stehen.

        Wenn diese drei Schritte getan wurden, kann man sich dem Aufbau der vier Säulen widmen, wobei es in erster Linie um Selbstakzeptanz und Selbstvertrauen geht, weil sich darüber die anderen beiden im zwischenmenchlichen Bereich mitregulieren lassen.

        1) Selbstakzeptanz läßt sich, den Autorinnen zufolge, gewinnen, indem man sich sein Wertesystem differenzierter bewusst macht, also etwa die Ursprünge klärt ("Mama hat immer gesagt: ich hab dich lieb, weil du so fleißig bist" oder ähnliches...) und dann aktiv umformuliert. Am besten eignen sich Umformulierungen von "Du sollst..."-Geboten in "Ich will...(will nicht)"-Sätze. Außerdem kann es hilfreich sein, sich die eigene Zeit- und Energie-Einteilung vor Augen zu führen (wieviel Prozent meiner Zeit und Energie verbringe ich täglich womit?), um die eigene Prioritätensetzung zu überprüfen. Anschließend lässt sich auch mit verändertem Rollen-Verhalten experimentieren: Wie reagiert meine Umwelt, wenn ich mal nicht gleich ja sage usw...
        2) Selbstvertrauen lässt sich gewinnen, indem man sich in Selbstregulation und Selbstkontrolle übt. Man kann etwa mit (realistischen!) Zielen arbeiten, sie festlegen, Schritte planen, Erfolgserwartung und Energieeinsatz festlegen, Selbstbelohnung planen und das Ergebnis genießen.

        Soweit zu diesem Buch.

        Wenn man über eine Selbstakzeptanz und ein Selbstvertrauen verfügt, die von innen her gewachsen sind, wird einen die Anwesenheit anderer nicht mehr daran hindern, man selbst zu sein, sei es im Lachen oder im Sagen dessen, was man meint, in der eigenen Köperhaltung, im Kleidungsstil und was sonst noch im Erscheinungbild zum Tragen kommt. Make-up empfinde ich persönlich z.B. als Strafe und habe auf diese Quälerei wirklich keine Lust .
        Nichts für ungut, liebe Cosmo
        Soweit für's erste. Alles Gute und bis bald sagt
        Chaja

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          #5
          Frage dein Spiegelbild wie sich das anhört/fühlt

          Ich meinte auch keine Kriegsbemalung (kommt der Ausdruck von deinen Eltern oder deiner Kindheit, könnten Glaubenssätze sein, die einem im Weg sind )
          Ich mache auch nur ein/zwei Striche, manchmal etwas Tusche für die Wimpern und schon gar nicht Lippenstift.

          Kommentar


            #6
            Zitat von Chaja Beitrag anzeigen

            Wenn man über eine Selbstakzeptanz und ein Selbstvertrauen verfügt, die von innen her gewachsen sind, wird einen die Anwesenheit anderer nicht mehr daran hindern, man selbst zu sein, sei es im Lachen oder im Sagen dessen, was man meint, in der eigenen Köperhaltung, im Kleidungsstil und was sonst noch im Erscheinungbild zum Tragen kommt. Make-up empfinde ich persönlich z.B. als Strafe und habe auf diese Quälerei wirklich keine Lust .
            Nichts für ungut, liebe Cosmo
            Soweit für's erste. Alles Gute und bis bald sagt
            Chaja
            Genau da ist ja der Hase im Pfeffer.......WENN.....dann unterstreiche ich deine letzten Sätze voll, aber manche tun sich eben schwer auf dem Weg dorthin.

            Ich mochte schon immer etwas Farbe in mein Gesicht, aber habe es lange Zeit nicht gemacht, weil mich der Glaubenssatz aus der Jugend verfolgte.
            Finde es aber voll okay, wenn Frau auch ohne sich authentisch fühlt

            Kommentar


              #7
              Liebe Cosmo

              Zitat von cosmo Beitrag anzeigen
              Genau da ist ja der Hase im Pfeffer.......WENN.....dann unterstreiche ich deine letzten Sätze voll, aber manche tun sich eben schwer auf dem Weg dorthin.
              Du hast völlig recht, um den Weg hin zu diesem Ziel geht es ja auch. Manchmal wär's natürlich schön, diesen anstrengenden Weg gar nicht erst gehen zu müssen, aber inzwischen muss ich sagen: Ohne diese Krise hätte ich viele Seiten meinerselbst nicht kennengelernt und viele Chancen nicht wahrgenommen geschweige denn genutzt. Insofern bin ich inzwischen dankbar dafür, dass es mir nicht immer nur einfach gut ging!

              Ich mochte schon immer etwas Farbe in mein Gesicht, aber habe es lange Zeit nicht gemacht, weil mich der Glaubenssatz aus der Jugend verfolgte.
              Finde es aber voll okay, wenn Frau auch ohne sich authentisch fühlt
              Und ich finde es umgekehrt genauso okay, wenn sich jemand damit gut fühlt. Ich habe diesen Punkt nur aufgegriffen, um zu zeigen, dass jeder auch selbst herausfinden muss, was ihm im einzelnen gut tut. Als ich tief in meinem Depressionsloch steckte, habe ich z.B. versucht, joggen zu gehen, weil Bewegung ja so gut tut. Es war überhaupt nicht mein Ding und ich wurde, obwohl der Serotoninspiegel sicherlich etwas nach oben getrieben wurde, entsetzlich traurig, weil ich mich mit dem, was ich tat, so fremd fühlte. Bei jedem Jogger, der mir begegnete, dachte ich: "Der arme Kerl! Der ist sicherlich auch depressiv, denn freiwillig macht das doch keiner!" - obwohl ich natürlich wusste, dass es Menschen gibt, die mit großer Freude laufen gehen. Kurz: es war nicht mein Ding, aber ich habe herausgefunden, dass mit lange Spaziergänge (am besten mit der Kamera) und Yoga ganz toll helfen. Man muss in diesen Zeiten wohl einfach ein bisschen herumprobieren.

              Liebe Grüße,
              Chaja

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                #8
                Danke für Eure aufschlußreichen und lieben Antworten!
                Ja, heute war ich mit meinen beiden Gefährten fast zwei Stunden lang zum Nordic Walking. Das habe ich letztes Jahr für mich entdeckt, es macht mir Spaß, es tut mir gut, mich in der Natur zu bewegen.
                Und statt wie üblich meinen trüben Gedanken dabei nachzuhängen, habe ich versucht, bewußt die Natur wahrzunehmen. Die Vögel zwitschern gehört, Kraniche ziehen gesehen.
                Nordic Walking powert mich aus und hebt irgendwie meine Stimmung - leider habe ich dafür nur am WE Zeit. Abends nach der Arbeit bin ich zu kaputt, um mich noch zu bewegen.
                Und statt heute beim Walken meine Gedanken an andere zu verschwenden (an eine bestimmte Person), habe ich mich mal gefragt, was ich alles kann und wie ich so bin.
                Und ich habe festgestellt, daß ich eine Menge kann - es sieht oder würdigt nur keiner. Jedenfalls nicht die Menschen, deren Meinung mir ja so wichtig ist. Ja ja, wieder das falsche Denken - ich merke es schon. Wieder der Zug, es anderen beweisen zu müssen, nach Anerkennung zu lechzen.

                Ein Punkt machte mich heute bei meiner Runde aber auch ziemlich nachdenklich: Ich weiß, daß ich mir etwas Gutes tun muß. Etwas, was mich glücklich macht. Ich überlegte lange und mir fiel nichts ein. Wenn mich jemand fragt, womit kannst Du Deine Freundin X glücklich machen, dann weiß ich sofort tausend Dinge. Für mich selbst gar nichts...
                Klar, allgemein hört man von anderen:
                Mach Dir ein schönes gemütliches Bad, kauf Dir was Schönes zum Anziehen, geh in ein Cafe, nimm Dir ein Buch, fahr in Urlaub.
                Tja, aber das sind doch nicht die Dinge, die mich glücklich machen. Sie sind angenehm, ja, aber das ist doch kein Glück für mich.
                Und ruckzuck verfällt man wieder in das Denken, daß zum persönlichen Glück Liebe und Geborgenheit gehört. Genau das, was man nicht hat.

                Ein Teufelskreis...

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                  #9
                  Ja draußen beim Gehen/walken sieht die Welt meist leichter und schöner aus. Das geht mir genau so. Heute war das Wetter ja gut geeignet, draußen zu laufen. Hab ich auch getan.
                  Es hat mal jemand gesagt, dass man, sollte es einem nicht gut gehen, gehen soll. Denn wenn man geht/walkt, dann 'gehts' mit der Psyche, den Gedanken und dem Pläne schmieden.
                  Ist man wieder zu Hause, holt einen sehr oft die 'drückende' Realität wieder ein.

                  Du hast geschrieben, Du möchtest/solltest Dir was Gutes tun. Tu es doch trotzdem, obwohl es Dich nicht 'glücklich' macht. Richtig glücklich ist man doch eigentlich sehr selten, mir reicht es 'zufrieden' zu sein, zufrieden mit mir selbst.
                  Aber dass die Sehnsucht nach einem Partner groß und vorhanden ist, kann ich absolut verstehen. Fast alle meine Single-Freunde haben diesen Wunsch nach Partnerschaft. Das ist m. E. völlig normal.
                  Ich wünsche Dir noch einen gemütlichen Abend

                  Kommentar


                    #10
                    Wenn ich Dich lese, Ronja, und mich zurücklehne, die Augen schließe, dann ist da nur tiefes Violett. Ein Blau von Klarheit, durchflutet von dem, was Du als "Hamsterrad" bezeichnest und das ich Sehnsucht nenne. Diese ist bei mir vor dem Inneren Auge schon immer tiefrot gewesen und riecht metallisch, wie das Herzblut, das man viel zu oft vergießt, bei dem Versuch es im inneren Blau (der Kühle des rationalen Horizonts) zu ertränken. Und während der Wind den Frühling zwischen kahle Äste püstelt, zieht man Resümee.

                    Darf ich Dir eine kleine Geschichte über Sehnsucht erzählen, Ronja? Sie ist ein seltsames Tier, so wie fast alle Emotionen lebt sie meist verborgen, irgendwo in der inneren Weite, streift durch den Kontinent des Innen und ist Teil des Innewohnenden. Ihr Sinn ist es, sich mal hier und mal dort zu zeigen, ähnlich einem Wegweiser, der der durch diesen inwändigen Garten wandelnden Ratio als Orientierung dient. Das funktioniert auch meist ganz gut und wenn alles nach Plan läuft, dann folgt die Ratio ihr und findet so heraus, wohin der Weg der Wünsche führt.

                    Aber manchmal, da passieren ungeplante Dinge und die Ratio verirrt sich, augenscheinlich weil die Sehnsucht sie in die Irre führte und das kostete dann extrem viel Energie und tat mitunter sehr weh. Also fängt die Ratio die Sehnsucht ein und sperrt sie in eines der Kellergewölbe der Festung des eigenen Wesenskerns. Und die Ratio sagt: "Ich schwöre, das war das letzte Mal, dass ich Dir aufsaß, du Betrügerin!" Und dann lässt sie die Sehnsucht dort im Keller allein - soll sie doch verrotten, dieses unnütze, quälerische Wesen.

                    Und da sitzt sie dann. Ungeliebt im Keller und ohne Nahrung, wobei der Hunger immer größer wird. Manchmal kommt ein kleines Häppchen vorbeigetrippelt. Ein kleiner Augenblick der sie ein wenig nährt, sowas wie eine schöne Unterhaltung, ein freundliches Lächeln, etwas Wärme und Freude - doch niemals kommt genug durch die dicke Tür des Innenweltkerkers, als dass sie wirklich satt würde. Und so sitzt sie da, kann nicht sterben aber auch nicht leben und wächst über die Jahre, immer mehr. Das Verließ ist längst zu klein geworden und irgendwann sprengt sie es und was da dann herauskommt, dass ist ein Sehnsuchtsmonster, ausgehungert und gewaltig. Es überrennt die Ratio und stürzt sich -ohne auch nur minimal zu zögern oder zu überlegen- auf das Nächstbeste das wie etwas Essbares, Nährendes, Befriedigendes aussieht, denn der Hunger ist unfassbar riesig.

                    Und so kommt es wie es kommen muss. Die Sehnsucht schlingt das Erstbeste gierig hinunter, verdirbt sich mörderisch den Magen, liegt halbtot am Boden, wo die Ratio sie dann wieder einfangen kann, um das vermeintliche Monster schließlich, empört und zornig über diese Panne, wieder in ein Gefängnis zu verfrachten - wobei sie überzeugter ist denn je, das Richtige zu tun. Denn dieses Sehnsuchtsbiest, das macht nur Mist, das hat sich ja jetzt wieder mal gezeigt. Und die Ratio verstärkt die Türen, die Schlösser und schwört sich erneut, sich nie -NIEMALS WIEDER- auf sie einzulassen. Bis das Sehnsuchtsmonster das nächste Mal aus allen Nähten platzt .... und immer so fort.

                    Dabei vergisst die Ratio, dass ohne Aushungern, es auch kein Monster gäbe. Denn die Sehnsucht, sie ist eigentlich ein treuer Freund, wenn sie nicht gerade im Kerker sitzt und um ihr Überleben kämpfen muss. Ein ehemaliger Wegweiser, der sich nur eines wünscht, dass ihm verziehen wird, er wieder zu den anderen Innenweltbewohnern darf, um mit ihnen das Lebensspiel zu spielen und seiner eigentlichen Natur nachzukommen. Diese ist nicht das Quälen, sondern das Leuchten im Dunkel - tiefrot, dorthin wo das Herzblut sich sehnt. Damit "sein Mensch" den Weg findet - seinen Weg.

                    ++++

                    Ja, so ist das.

                    Lieben Gruß
                    Legendenwind
                    Zuletzt geändert von Legendenwind; 04.03.2012, 19:04. Grund: nachgeschraubt

                    Kommentar


                      #11
                      Wow, Legendenwind, das hast Du ganz toll und treffend beschrieben.
                      Genauso bin ich bisher mit dem Monster umgegangen - und es mit mir.

                      Und in dieses Hamsterrad (ein anderer Vergleich fällt mir nun wirklich nicht ein. Die einen haben es im Beruf, ich habe ein privates) habe ich meinen (ehemals) besten Freund hineingezogen. Ich habe erstmal den Kontakt abgebrochen, bin einfach abgetaucht. Ich muß mit mir ins Reine kommen...
                      Aber das wäre fast einen eigenen Thread wert, was aus einer wunderbaren Freundschaft so alles werden kann.

                      Tamina, ja, glücklich ist man - und insbesondere ich - nur sehr selten. Meine Glücksmomente waren bisher auch immer von dem Verhalten anderer abhängig. Noch so ein Punkt in meinem Verhalten, das mir antrainiert ist und das ich ändern muß.
                      Es ist ja nicht so, daß ich nicht weiß, was ich falsch mache. Ich komme da nur allein nicht raus. Kann nicht einfach einen Schalter umlegen und alles wird gut.

                      Kommentar


                        #12
                        Zitat von Lucky Ronja Beitrag anzeigen
                        Es ist ja nicht so, daß ich nicht weiß, was ich falsch mache. Ich komme da nur allein nicht raus. Kann nicht einfach einen Schalter umlegen und alles wird gut.
                        Du machst gar nichts falsch und an (und in Dir) ist auch gar nichts falsch. Das einzig "Falsche" ist die Vorstellung, an Dir wäre etwas falsch. Und solange Du das glaubst, wirst Du Dir nicht vertrauen lernen und .... ~>"Hamsterrad"....

                        ;o)

                        Vielleicht magst Du ja hier mal rein- und den weiteren Verlauf mitlesen: Klick!

                        ....

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                          #13
                          Liebe Lucky Ronja,

                          dieser Satz hat mich stutzig gemacht:
                          Zitat von Lucky Ronja Beitrag anzeigen
                          Ich weiß, daß ich mir etwas Gutes tun muß....
                          Klingt sehr vernünftig, klingt aber auch nach Pflicht, nach Müssen, nach Programm abspulen - und dürfte so reichlich inneren Widerstand wecken.

                          Wenn Du etwas machst, was Dir guttut, dann wirst Du es machen, weil es Dir guttut - und nicht, weil andere meinen, daß es etwas wäre, was Dir guttun würde.

                          Ich denke, daß es wichtig ist, viele kleine und große Momente im Alltag zu erleben, bei denen es Dir gutgeht. Dafür ist Zeit und Raum nötig, den Du Dir schaffen mußt und den Du Dir zugestehen oder erlauben mußt. Meiner Erfahrung nach ist das oft das Problem. Wenn man sich selbst nicht mag, geschweige denn liebt, wirkt es wie Anmaßung oder unangemessenes Verhalten, Verwöhntheit, etc., sich diese Zeit und diesen Raum zu nehmen - für sich selbst. Im Gegensatz dazu wirkt das Wohlbefinden anderer soviel wichtiger und berechtigter - ist es aber nicht.

                          Es klingt banal, bis man es verinnerlicht hat, aber in erster Linie ist man selbst für sein Wohlergehen verantwortlich und kann nicht erwarten, daß andere dafür sorgen. Ich will Dir das nicht unterstellen, sondern es war eine Erkenntnis, die für mich sehr wichtig war, gerade weil ich in einem Umfeld aufgewachsen bin, in dem die Bedürfnisse anderer meine immer zu übertrumpfen drohten, bis es mir sehr schlechtging. Und ich habe zu lange versucht, stark und stoisch zu sein, wodurch kaum sichtbar war, wie schlecht es mir wirklich ging. Dadurch konnte ich auch nur wenig Hilfe oder Rücksicht erwarten.


                          Zitat von Lucky Ronja Beitrag anzeigen
                          Klar, allgemein hört man von anderen:
                          Mach Dir ein schönes gemütliches Bad, kauf Dir was Schönes zum Anziehen, geh in ein Cafe, nimm Dir ein Buch, fahr in Urlaub.
                          Tja, aber das sind doch nicht die Dinge, die mich glücklich machen. Sie sind angenehm, ja, aber das ist doch kein Glück für mich.
                          Und ruckzuck verfällt man wieder in das Denken, daß zum persönlichen Glück Liebe und Geborgenheit gehört. Genau das, was man nicht hat.
                          Glücklichsein ist ein großes Wort. Unterschätze die kleinen Dinge nicht. Das soll nicht heißen, daß Du nicht nach Glück streben sollst, aber aus all den kleinen Dingen kannst Du viel Kraft schöpfen. Oder definierst Du Glück so, daß es sich ausschließlich in Gegenwart eines geliebten Partners fühlen läßt?

                          Ich bin auch zufrieden und manchmal sogar glücklich, wenn ich ein intellektuelles oder praktisches Problem begriffen und gelöst habe, wenn ich einen schönen Blumenstrauß auf dem Tisch stehen habe, ein spannendes Buch lese, eine interessante Wolkenformation beobachte, den Wind auf meiner Haut spüre, mit einem Menschen ein interessantes Gespräch führe, eine Katze streichele usw. usf.. Und das, obwohl ich seit 22 Jahren keine Minute ohne Schmerzen verbracht habe, durchaus finstere Stimmungen kenne und mit diesen Schwierigkeiten hadere, einen anstrengenden Beruf habe, durch meinen Auslandsaufenthalt meine Freunde nur selten sehe und mein Partner nbicht bei mir wohnt...

                          Ich hoffe, daß ich Dir nicht zu nahe trete. Vielleicht siehst Du meine Text oben als dummes Geschwätz an, wie viele Singles, deren Sehnsucht nach einer Beziehung so groß ist, daß sie schmerzt. Ich hoffe, daß diese Sehnsucht nicht alles andere über- oder ausblendet, was Dein Leben schöner machen könnte. Ich halte mich noch immer nicht für liebenswert (Vielleicht, weil es da um Wert geht, und wer legt den fest? Irgendwie wehre ich mich dagegen.), mir ist es immer noch zu wichtig, selbst viel zu leisten, was sicherlich sehr ungesund ist, aber ich weiß, daß ich meine Qualitäten habe. Insofern bin ich auch noch längst nicht so weit auf dem Weg zur Selbstliebe gekommen, wie ich gerne wäre.

                          Liebe Grüße,

                          Freundin der Weisheit

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                            #14
                            Danke für den Link, Legendenwind.
                            Ich habe mich da gestern abend noch kurz reingelesen und finde die Tips gut. Mal sehen, wann ich sie ausprobieren kann. Dafür brauche ich die richtige innere Einstellung und Ruhe. Wenn mir tausend andere Dinge durch den Kopf gehen, kann ich mich nicht auf mich konzentrieren.
                            Ich finde es auch gut, daß Du dieses Thema als eine Art Hilfestellung eröffnet hast. Und so wie es ausschaut, bin ich ja mit meinem Problem nicht allein auf der Welt.
                            Ich mache nichts falsch? Hm, da bin ich anderer Meinung. Wenn ich etwas nicht erreiche, dann mache ich etwas falsch. Denn das, was ich erreichen will, ist ja nicht irreal, aber im Moment so aussichtslos für mich - so weit weg. Nur erreichbar, wenn ich etwas ändere an mir.

                            Nein, Freundin der Weisheit, Du bist mir nicht zu nahe getreten mit Deinen Worten. Im Gegenteil: darin erkenne ich mich größtenteils sogar wieder.
                            Denn auch in meinem Leben standen andere immer im Vordergrund. Ich bin das Leben aus der zweiten Reihe gewohnt - da ist mein angestammter Platz, da habe ich mich eingerichtet. Vielleicht, um bloß nicht aufzufallen? Reichte ja schon, daß ich optisch immer unangenehm auffiel...

                            Nein, es ist nicht nur die Sehnsucht nach einem Partner, das wäre ja zu einfach. Nicht jeder, der die hat, brennt schließlich aus.
                            Es ist der Druck, den ich in jeder potentiell möglichen Beziehung aufbaue. Daß ich, um geliebt zu werden, immer mehr gebe. Und daß je mehr ich gebe, immer weniger zurückkommt. Daß ich nach immer mehr Anerkennung suche und sie dann nicht bekomme, weil der andere meine Leistung eben nicht in ausreichendem Maße anerkennt. Weil man halt durch ein derartiges Verhalten keine Liebe als "Belohnung" für Leistung bekommt.

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                              #15
                              Ronja,-
                              ich schrieb: An/in Dir IST nichts falsch.

                              Das schließt nicht aus, dass Du manchmal Dinge tust, die Dir nicht gut tun. Diese tust Du jedoch nicht, weil etwas Falsches an oder in Dir wäre, sondern weil Du denkst es sei etwas Falsches an und in Dir - und folglich zu wenig auf Dich hören kannst. Denn je mehr man authentisch leben kann (sich selbst bewusst ist), um so weniger wird man einen Grund haben sich in Irrwege zu flüchten, die doch nur Ausweichmanöver sind, vor der Hingabe (an sich selbst, die eigenen Emotionen, Wünsche, Träume, Bedürfnisse) und damit an das Leben.

                              Angst vor Hingabe. Davor, sich selbst mörderisch in die Scheiße zu reiten, wenn man SICH wirklich zulässt. Man misstraut sich selbst zutiefst.

                              Lass diese Aussage doch mal in Dir sacken und melde mir zurück was sie mit Dir macht. Natürlich nur wenn Du magst.

                              Grüßle
                              Legendenwind

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