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"Stellvertreterkämpfe"

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    Doch, ich hab mich beleidigen lassen, weil ich nicht wollte, dass der Streit eskaliert wegen meiner Schwester, die musste es nämlich dann, wenn ich weg war, ausbaden.
    Jetzt, nach dem Tod meiner Schwester, hab ich ja nur noch Kontakt, wenn es nicht mehr anders geht (ich hab noch Sachen von meinen Eltern zu bekommen).
    Ich hasse diesen Mann und bekomme das Gefühl nicht aufgelöst.

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      wie würdest du denn am liebsten mit ihm umgehen?

      ist ja auch ätzend, wenn deine schwester unter diesem menschen leidet/ leiden muss?

      du musst das gefühl doch gar nicht auflösen, klingt so, als müsstest du "nur" noch eine weile ausharren, bis du weiter auf distanz gehen kannst? akzeptiere deine gefühle ihm gegenüber, mir scheint du hast guten grund dazu...

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        Ich bin froh, wenn alles geregelt ist und ich wirklich gar nichts mehr mit ihm zu tun haben muss.
        Nur: solange ich ihn so hasse, messe ich ihm viel zu viel Bedeutung zu, das ärgert mich.
        Ich weiß nicht, ob sich dieses Gefühl vielleicht mit der Zeit abschwächt.

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          Meine Gedanken: Er hat Bedeutung für Dich, weil er etwas repräsentiert. Vielleicht einerseits seinen Umgang mit Menschen, hier mit Deiner Schwester. Und besonders andererseits, dass Du, die Du eine Kämpfernatur bist und Dich zu wehren weist, Deiner Schwester zuliebe den Mund gehalten hast. Deshalb hat er Dich `ohnmächtig´ gemacht. Er hatte Macht über Dich, weil er Dich wegen Deiner Schwester in der Hand hatte.

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            Richtig, Mistral.
            Der Gedanke mit der Ohnmacht war mir noch gar nicht gekommen.
            Aber jetzt bin ich ja nicht mehr ohn-mächtig! Muss ich mir unbedingt merken.

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              Ich weiß nicht, ob Dir das weiterhilft. Im Moment brodelt in mir auch so eine Wut, die sich auf viel vergangenes stützt. Das Vergangene kann ich nicht mehr ändern, ich bin jetzt ja auch anderes (erwachsen). Damals war das Gefühl der Ohnmacht übermächtig, ich fühlte mich ganz klein. Aber ich male mir immer aus, wie ich jetzt reagieren würde.

              Und weißt Du wie? Wenn die Person mit ihren negativen Dingen anfängt, drehe ich mich rum und gehe. Ich streite mich nicht. Ich diskutiere nicht. Ich fange auch nicht an zu heulen. Das ist es nicht wert. Klar, es gibt viele Dinge die ich mal loswerden möchte. Ich könnte den ganzen Tag brüllen. Aber ganz ehrlich: Die würden sowieso nicht angenommen werden. Das kann ich mir sparen. Deswegen meine Vorstellung: Einfach gehen und kalte Schulter zeigen. Ich habe irgendwo mal gelesen, das Schweigen auch eine Aussage ist. Und Schweigen verletzt auch. Vielleicht sogar mehr als ein Streit. Weil es zeigt, wie bedeutungslos der Andere ist. Das er einen nicht mehr verletzen kann.

              Ich weiß nicht, ob Du das vielleicht verinnerlichen kannst. Einfach Dir vorstellen, wie Du schon nach dem ersten Satz von dieser Person Dich umdrehst und gehst. Ohne wenn und aber. Und Du Dir dann sagst: Es ist meine Entscheidung, mit welchen Menschen ich mich abgebe und was ich mir bieten lasse. Ich bin mein eigener "Herr". Ich bin nicht ohnmächtig, ICH bestimme auf welche Diskussionen ich mich einlasse.

              Klingt ein bisschen seltsam oder? Ich weiß, ist es auch. Besonders, wenn man das ganze nur im Kopf durchspielen kann, weil es in der Realität nicht geht.

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                Inzwischen kann ich mir das vorstellen. Hat ein bisschen gedauert.

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                  Da ich ja noch nicht sooo lange in diesem Forum bin, lese ich nach und nach die Beiträge durch. Diesen hier habe ich heute entdeckt.

                  Ich kenne bei mir ähnliche Reaktionen/Verhaltensweisen:

                  Wenn ich in Diskussionen verwickelt werde, dann fehlen mir ganz einfach oft die (richtigen) Worte. (Ich bin aber auch sowiso kein besonders wortgewandter Mensch)

                  Aber wenn die Situation vorüber ist und ich über dieses Gespäch nachdenke, dann fallen mir zig mögliche Antworten ein, die ich hätte geben können... natürlich ärgere ich mich dann auch über mich selber!
                  Und ganz ehrlich: Das fuchst mich dann auch noch längere Zeit später!

                  [Komischerweise hatte ich aber auch schon die eine oder andere Diskussion am Telefon. Und da habe ich seltsamerweise immer gute Antworten parat und reagiere viel souveräner.]

                  Ich glaube, daß dieses Problem (also die fehlenden passenden Antworten)
                  könnten damit zusammenhängen, daß man vor den Konsequenzen Angst haben könnte.
                  Als Kind hatte ich dann Angst vor körperl. Strafe. Obwohl ich Wut, auf meinen Vater, hatte wie ein Bär, hätte ich mich niemals getraut sie auszuleben - weil ich die körperl. Strafe, die darauf gefolgt wäre, umgehen wollte.
                  Als Erwachsene habe ich z.B. Angst, daß die Person sich dann "unprofessionell" benehmen könnte und dann an anderer Stelle mir "eins reinwürgen" könnte.
                  Ich hatte z.B. mal ein sehr unerfreuliches Gespräch mit einer Lehrerin (es war eher ein Monolog von ihr) an der Schule meiner Kinder.
                  Ich hatte natürlich Zorn und Wut, da sie mich total ungerechtfertigt angeschnautzt hatte. Aber ich konnte ihr nicht "Paroli" bieten, weil ich Angst davor hatte, daß sie dann irgendwann ihren Unmut gegen mich, an meinen Kindern auslassen könnte (und leider hat sie das auch schon bei einer anderen Familie getan...!)

                  Möglicherweise ist dieses "nicht Antwort geben können", "sich nicht durchsetzten können", einfach nur ein gewisser (unbewusster) Selbstschutz, der einem vor (noch) schlimm(er)en Dingen bewahren kann?

                  LG
                  Happymushroom

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                    Ich hab inzwischen viel dazu gelernt, Happymushroom.
                    Du könntest überprüfen, in welchen Situationen dein Verhalten noch einen wirklichen Schutz für dich bietet (wie früher bei deinem Vater) und in welchen du nur lediglich deiner Prägung folgst, die du von früher mit dir rumschleppst.

                    Am Telefon ist deine Haltung klar; da brauchst du nicht zu befürchten, dass jemand körperlich gewalttätig wird.

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                      Am Telefon ist deine Haltung klar; da brauchst du nicht zu befürchten, dass jemand körperlich gewalttätig wird.
                      Ja, mit der Telefon-Sache hast du bestimmt recht.

                      Du könntest überprüfen, in welchen Situationen dein Verhalten noch einen wirklichen Schutz für dich bietet (wie früher bei deinem Vater) und in welchen du nur lediglich deiner Prägung folgst, die du von früher mit dir rumschleppst.
                      Nur ist es eben in solchen "Ausnahme Situationen" leider so, daß man dermaßen Spontan antworten/reagieren muss, daß da einfach die erlernten "Reflexe" (Prägungen) schneller greifen, als daß es der Verstand könnte - zumindest kommt es mir so vor.

                      Ob man sich da tatsächlich "umprogrammieren" kann?

                      Ich habe zumindest eine "Lehre" daraus gezogen (ich versuche immer aus allem auch was positives abzugewinnen), daß ich es bei meinen Kindern anders mache, als meine Eltern bei mir. Damit sie später mal nicht die gleichen Probleme haben, wie ich...

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                        Ja, du kannst dich umprogrammieren.
                        Jetzt frag mich bitte nicht, wie.
                        Das können andere hier im Forum bestimmt besser erklären.

                        Ich habe mich - mit Hilfe und Anleitung - auch umprogrammiert.

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