Ankündigung

Einklappen
Keine Ankündigung bisher.

Ich kann (noch) nicht verzeihen

Einklappen
X
 
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

    Ich kann (noch) nicht verzeihen

    Hallo,

    ich würde meinem Mann gerne verzeihen, aber ich kann es einfach nicht. Zu tief sitzt der Schmerz und die Enttäuschung. Ich habe immer wieder Anläufe versucht über Verständnis und Mitgefühl schließlich zum Verzeihen und Loslassen zu kommen. Aber leider flammen die ganzen negativen Gefühle wieder auf.

    Wenn ich in mich reinhöre, dann kann ich ihm deshalb noch nicht verzeihen, weil ich möchte, dass er sieht, dass er einen Fehler gemacht hat und sich entschuldigt und auch ändert. Aber wahrscheinlich ist das aber nicht der richtige Weg.

    Bitte um Rat!

    #2
    Hallo Rowell,

    wenn Du möchtest, dann ist das eine grosse Erwartung, ich würde ihm eher sagen, was Dich verletzt hat, wie es in Dir aussieht, und das Ihr einen weg finden solltet.
    Alles andere kann dann kommen

    Kommentar


      #3
      Hallo RoWel,

      wenn Dir negative Gefühle hochsteigen, dann erinnere Dich an einen Satz von Inge Meysel (1910 -2004)
      Männer entwickeln sich bis 14, danach wachsen sie nur noch

      Kommentar


        #4
        Ich habe meinem Mann mehrfach erklärt, dass es mich verletzt hat und was mir alles durch den Kopf ging. Seine Antwort darauf: "Arbeite an Dir und löse Deine Blockaden". Ich muss dazu sagen, er beschäftigt sich seit einiger Zeit sehr extrem mit Esotherik und Psychologie und sieht meiner Meinung nach die Welt nicht mehr realistisch. Wenn ich ein Problem mit seinem Verhalten habe, dann soll ich seiner Meinung an mir arbeiten und nicht ihn kritisieren. Als ob das dann alles entschuldbar wäre.

        Kommentar


          #5
          liebe rowel,

          ich lese grad: liebe dich selbst und es ist egal, wen du heiratest. der inhalt dieses buches deckt sich eigentlich mit den aussagen deines mannes. es wird darin aufgefordert, das augenmerk mehr auf sich selbst, als auf den partner zu richten. wenn dein mann dies erkannt hat, wäre aber m.e. der schönere weg, dass er dir in den punkten hilft, die dir anscheinend doch ziemlich zu schaffen machen.

          Kommentar


            #6
            Zitat von RoWel Beitrag anzeigen
            Wenn ich ein Problem mit seinem Verhalten habe, dann soll ich seiner Meinung an mir arbeiten und nicht ihn kritisieren.
            Hallo RoWel!
            Das habe ich auch schon oft so gelesen. In gewisser Weise stimmt das auch. Da kommt etwas von "außen" auf dich zu und "innerlich" reagierst du eben so wie es dir entspricht - auf Grund deiner Erfahrungen, Einstellungen und Überzeugungen. So..... das ist die eine Seite - das mit dem "entschuldbar" ist aber anders.

            Kommentar


              #7
              Ich kenne das Buch. Das mit der Selbstliebe ist schon richtig. Aber wie Du schon erwähnst, sollte man sich in der Partnerschaft unterstützen und sich nicht zum Einzelgänger entwickeln. Dann brauch ich auch keinen Partner mehr. Für mich stellt sich immer die Frage, wieviel muss man "erdulden" und wann ist es Zeit die Koffer zu packen. Wo zieht man da die Grenze?

              Kommentar


                #8
                Hallo RoWel!

                Das ist blöd, so im Regen stehen gelassen zu werden!

                ich würde meinem Mann gerne verzeihen, aber ich kann es einfach nicht. Zu tief sitzt der Schmerz und die Enttäuschung. Ich habe immer wieder Anläufe versucht über Verständnis und Mitgefühl schließlich zum Verzeihen und Loslassen zu kommen. Aber leider flammen die ganzen negativen Gefühle wieder auf.
                Wer sagt denn, dass verzeihen über Verständnis und Mitgefühl laufen muss? Wenn Du Wut und Enttäuschung im Bauch hast, dann schleudere die ruhig hinaus! Das ist viel befreiender als zu versuchen, sie mittels Mitgefühl und Verständnis (das ja im Grunde gar nicht da ist, weil Schmerz und Wut da sind) wegzudrücken.

                Wenn ich in mich reinhöre, dann kann ich ihm deshalb noch nicht verzeihen, weil ich möchte, dass er sieht, dass er einen Fehler gemacht hat und sich entschuldigt und auch ändert.
                Das ist sehr verständlich, Du möchstest, dass er Deine Seite sieht und versteht, und wenn er das wirklich tut, dann kann er sich auch entschuldigen, denkst Du... ABER: Er ist er und Du bist Du. Er wird niemals in der Lage sein, ganz zu fühlen, was Du fühlst, ganz zu sehen, was Du siehst. Er könnte sich entschuldigen, aber was bringt Dir das, wenn es nicht aus ganzem Herzen kommt. Und das ist etwas, dass er Dir nur aus ganz freien Stücken geben kann, und nichts, was Du per Wünschen oder Fordern von ihm erlangen wirst.

                Ich muss dazu sagen, er beschäftigt sich seit einiger Zeit sehr extrem mit Esotherik und Psychologie und sieht meiner Meinung nach die Welt nicht mehr realistisch. Wenn ich ein Problem mit seinem Verhalten habe, dann soll ich seiner Meinung an mir arbeiten und nicht ihn kritisieren.
                Das kenne ich... Das mit der "Realität" ist so ein Thema für sich...
                Er macht es sich einfach, wenn er den schwarzen Peter, den Du ihm hinlegst, einfach wieder zu Dir zurückschiebt. Aber kannst Du das trotzdem sehen, dass es genau das ist, was er tut?
                Du sagst "ich möchte dass Du Dich änderst" - er erwiedert: "arbeite an Dir". Das gleiche Ding in grün.

                Wie wär´s wenn Ihr Euch mal einen Termin zum in Ruhe miteinander sprechen setzt und Euch anschaut, wer Ihr beide zur Zeit glaubt zu sein: Einer vom anderen und jeder für sich und den anderen. Keine Vorwürfe, keine Erwartungen, nichts dergleichen, einfach nur sagen: "Ich sehe Dich zur Zeit so:" Kein "Du hast aber nicht... Du tust aber nicht, Du willst einfach nicht..." Nur "Ich sehe..." "Ich fühle..." "Bei mir kommt an, dass..."
                Vielleicht findet Ihr so eine Basis, auf der sich die Missverständnisse aufheben, die zu Verletzungen führen...

                Ich wünsche Dir viel Glück!

                Alles Liebe,
                A*star

                Kommentar


                  #9
                  Danke für Deine Meinung. Das mit dem gegenseitigen Mitteilen, wer man ist, haben wir schon mal ausprobiert, aber wir drehen uns ständig im Kreis. Es ist so verzwickt. Er analysiert mich ständig und meint alles besser zu wissen, weil er ja so viele Bücher gelesen hat. Er läßt mich einfach nicht so sein, wie ich bin. Kein Verständnis. Leider!

                  Kommentar


                    #10
                    Es erfordert Disziplin von beiden Beteiligten, diese Form der Kommunikation zu üben. Anfangs ist es oft besser, sich dafür einen Moderator zu suchen. Das muss nicht unbedingt ein Therapeut sein, wenn ihr eine andere Person kennt, die das für Euch tun könnte, ohne sich selbst in das "Drama" hineinziehen und verwickeln zu lassen.

                    Sehr wichtig ist auch das völlig offene Zuhören. Unweigerlich melden sich im Kopf die Kommentare, während der Partner redet, und man spürt ganz viel und möchte reagieren. Genau das soll aber erstmal nicht passieren. Es geht nur um´s Mitteilen und Anhören. Mehr nicht. Alles weitere kommt erst, wenn beide in der Lage sind, die Sicht, die berichtet wurde, voll und ganz zu akzeptieren, stehen lassen zu können, ohne Wenn und Aber.

                    Es ist nicht selten, dass Menschen, die sich mit psychologischen Mechanismen und esoterischer Literatur zu beschäftigen beginnen, plötzlich das Gefühl haben "über allen und allem zu stehen".
                    Das ist im Grunde nicht "böse" gemeint. Wenn plötzlich Einsichten da sind, die ganz neue Welten erschließen und öffnen, kann man ganz leicht die Bodenhaftung verlieren. Natürlich ist das auch individuell unterschiedlich stark ausgeprägt.

                    Interessierst Du Dich denn auch für die Dinge, mit denen er sich beschäftigt? Oder blockst Du das (inzwischen möglicherweise) schon automatisch ab, weil es Dir durch das Bild, dass er für Dich abgibt, so negativ erscheint?

                    Liebe Grüße,
                    A*star

                    Kommentar


                      #11
                      Ja das stimmt mit den vielen "Stimmen" im Kopf, wenn der Partner redet

                      Ich interessiere mich schon dafür, vieles ergibt auch durchaus einen Sinn. Ich habe ein paar Bücher gelesen und gute Anregungen gefunden, die mir schon bei einigen Problemen geholfen haben. Mein Mann hat allerdings den Anspruch total "rein" zu werden, also auch an Problemen arbeiten, die aktuell garnicht auf der Liste vorhanden sind, quasi nur für den Fall, dass sie mal eintreten könnten schon "vorbereitet" zu sein.

                      Ich habe erst angefangen, das abzublocken, als er anfing, mich verändern zu wollen ohne mich zu fragen, was mich selbst stört und an was ich arbeiten möchte. Am liebsten würde er 24h lang z.B. MET-Sitzungen machen.
                      Wir haben aber ein kleinen Sohn (10 Monate). Für ihn möchte ich da sein und nicht nur in Traumwelten abschweifen.

                      Mein Mann ist sofort beleidigt, wenn ich nicht jede Methode ausprobieren möchte, weil ich meine eigene Vorstellung habe.

                      Ansonsten denke ich sehr viel über die Dinge nach, die passieren und welchen Sinn sie haben könnten.

                      Kommentar


                        #12
                        So sind die Männer, wenn sie ein neues "Spielzeug" haben, das legt sich.
                        Bleib freundlich, aber konsequent.

                        Kommentar


                          #13
                          Schön, dass Du so viel Bodenhaftung hast!

                          Aus meiner persönlichen Lebens-Perspektive kann ich Deinen berechtigten Anspruch an Deinen Mann total gut nachvollziehen. Ich hab das mit umgekehrten Vorzeichen erlebt.

                          Ich habe nicht den Eindruck, dass Du schon das Ende der Fahnenstange Eurer Beziehung siehst.

                          Vielleich ist es ein gute Idee, wenn Du eine Weile versuchst, emotional auf Abstand zu gehen. Nicht versuchen, etwas zu verzeihen, nicht versuchen etwas zu ändern, zu verlangen, auch nicht kalt werden, das meine ich damit nicht. Einfach mal nur beobachten und versuchen, Dich - so gut es geht - da gefühlsmäßig heraus zu nehmen und neutral zu bleiben.

                          Ich weiß, das ist sehr schwer! Aus meiner Erfahrung kann ich Dir aber sagen: das schafft dem Partner und damit auch Dir wieder Raum, Luft zum Atmen, Platz um sich zu bewegen - im geisten und emotionalen Sinne.

                          In Problemen fährt man sich irgendwann fest, und dann sieht man plötzlich die Hand vor Augen nicht mehr, und greift nur noch ständig nach allem was gerade in Reichweite vorbeifliegt... aus so einer in sich gefangenen Situation kommt man erst wieder heraus, wenn man etwas Abstand gewinnen konnte. Das kann, muss aber nicht räumlich sein, wenn es - wie oben beschrieben - gelingt, emotional einigermaßen neutral zu bleiben.

                          Das hat nichts mit Wut und Liebe und der sonstigen Gefühlspalette zu tun. Diese Gefühle dürfen alle da sein. Es geht nur darum, nichts mit ihnen zu machen. Sie nicht zu (be-)nutzen, oder gar sich von ihnen (fern-)steuern zu lassen. Wahrnehmen "ah, boah, da ist eine Stinkwut in mir" durchatmen, und weiter, einfach das machen was gerade ansteht, sonst nix...

                          Fühl Dich lieb umarmt,
                          A*star

                          Kommentar


                            #14
                            Ich wohne seit kurzem alleine mit meinem Sohn, da er sich zum Ende meiner Schwangerschaft eine Frau gesucht hat, die das Interesse für die Esotherik mehr teilt und daraus wurde eine Affäre. Wir haben erst vor einem Jahr geheiratet. Für mich brach eine Welt zusammen, die Hochzeit und das Kind war eine Entscheidung aus Liebe von beiden Seiten. Und dann sowas! Dazu kamen Dinge, die er mir verschwiegen hatte aus Angst mich zu verlieren, die aber die gemeinsame Basis unserer Partnerschaft zerstört haben.

                            Ich hoffe durch den Abstand, emotional wie räumlich, wieder Gefühle für ihn aufbauen zu können. Die Enttäuschung ist einfach zu groß um momentan noch Liebe zu empfinden.

                            Du schreibst am Anfang, Du hast es mit umgekehrten Vorzeichen erlebt? Darf ich fragen was es war?

                            Kommentar


                              #15
                              Du schreibst am Anfang, Du hast es mit umgekehrten Vorzeichen erlebt? Darf ich fragen was es war?
                              Ja, darfst Du. In meiner Ehe war ich diejenige, die sich der Psychologie und Esoterik zugewand hat. Nach anfänglichem Interesse meines Mannes, habe ich es übertrieben ihm meine Analysen über ihn aufzudrängen. Klar hab ich es "nur gut gemeint", und wollte damit das Beste für ihn UND unsere Beziehung erreichen.

                              Schließlich (im Laufe von knapp 10 Jahren) konnte ich damit überhaupt nicht mehr umgehen, dass er so stur und starr darauf beharrte zu sein und zu bleiben, wie er ist, und mir fehlte noch einiges an Erfahrung, die ich heute (wieder 10 Jahre später) habe, um damit weiter leben zu können. Ich bin dann mit meinen 3 Kindern (damals 12, 5 und 3 Jahre alt) ausgezogen.

                              Mein Mann hat mir zu diesem Zeitpunkt an den Kopf geworfen, er würde mich für geistesgestört halten, und beantragen meinen Geisteszustand überprüfen zu lassen... um die Kinder behalten zu können...

                              Meinerseits empfand ich damals wirklich Liebe für ihn, und hatte vollstes Verständnis für diese Reaktion. Wir haben es so arrangiert, dass die Kinder in seiner Freizeit viel Zeit bei ihm verbringen konnten. Er war lange Zeit wie erstarrt in meiner Nähe. Es hat ihn sehr verletzt, dass ich gegangen bin. Und er hat wohl auch meine Liebe für ihn spüren können, was ihn vermutlich noch mehr verwirrt hat...

                              Heute ist unser Verhältnis sehr sehr entspannt. Wir verstehen uns sehr gut, alle miteinander, auch mein ehemaliger Ehemann und mein Lebenspartner.

                              So viel zu mir in aller Kürze.

                              Ich verstehe nicht ganz, warum Du - obwohl er schon in einer neuen Beziehung lebt - hoffst wieder Gefühle für ihn aufbauen zu können? Worum geht es Dir bei diesem Wunsch? Um Dich? Um Deinen Sohn? Hat er denn Interesse, ein gemeinsames Leben mit Dir wieder aufzunehmen?

                              - Ich bin jetzt eine Weile Internetlos unterwegs... bis später.

                              Kommentar

                              Lädt...
                              X