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Ich kann (noch) nicht verzeihen

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    #16
    Herzlich willkommen, RoWel!

    Ich habe den Eindruck, Du kämpfst sehr mit Dir selber (oder gegen Dich?), das ist sehr mühsam.
    Zitat von RoWel Beitrag anzeigen
    ...ich würde meinem Mann gerne verzeihen...
    Zitat von RoWel Beitrag anzeigen
    ... Ich hoffe durch den Abstand, emotional wie räumlich, wieder Gefühle für ihn aufbauen zu können...
    Warum genau möchtest Du das? Was möchtest Du für Dich erreichen?

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      #17
      Das ist ne gute Frage, warum ich daran arbeite, wieder Gefühle für ihn zu haben.

      Für mich war es mein Traummann. Mit ihm konnte ich meine Gedanken und Interessen teilen. Mit ihm wollte ich eine Familie haben. Als ich schwanger wurde und wir heirateten, war ich sehr sehr glücklich.

      Aber wahrscheinlich muss ich der Tatsache in die Augen sehen, dass sich irgendetwas verändert hat, dass es nun nicht mehr so sein soll.
      Ich bin mir auch selbst nicht so sicher, ob ich ihm jemals wieder vertrauen kann.

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        #18
        Die liebst ihn noch. Es ist nur jetzt anders. Es fühlt sich anders an, und deshalb interpretierst Du das anders - nicht als Liebe.

        Da ist noch vieles unter der Oberfläche, was Du nicht rausläßt. Das wird sich Bahn brechen. In Tränen, in Schreien. Vielleicht denkst Du, Du bist nicht der Typ dafür, oder kannst das wegen Deinem Sohn nicht zulassen.

        Das Leben ist immer offen. Alles ist immer möglich. Wichtig ist, dass Du ganz klar bei Dir bist, und mit Dir. Und nichts versteckst, vor Dir selbst. "An sich arbeiten", kann auch das genaue Gegenteil bewirken: den Verlust von Authentizität.

        Ist es ok für Dich, wenn ich einfach schreibe, was ich von Dir fühle? Ich möchte Dir nicht zu nahe treten, schließlich bist Du allein mit einem kleinen Kind...!

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          #19
          Zitat von RoWel Beitrag anzeigen
          Das ist ne gute Frage, warum ich daran arbeite, wieder Gefühle für ihn zu haben.

          Für mich war es mein Traummann. Mit ihm konnte ich meine Gedanken und Interessen teilen. Mit ihm wollte ich eine Familie haben. Als ich schwanger wurde und wir heirateten, war ich sehr sehr glücklich.
          Verstehe ich Dich richtig: Du möchtest wieder diese Gefühle für IHN haben, weil Du meinst, DANN kannst Du wieder glücklich werden?

          Aber wahrscheinlich muss ich der Tatsache in die Augen sehen, dass sich irgendetwas verändert hat, dass es nun nicht mehr so sein soll.
          Ich bin mir auch selbst nicht so sicher, ob ich ihm jemals wieder vertrauen kann.
          Musst Du da sicher sein? Kannst Du es einfach abwarten? Du hast alle Zeit der Welt, oder?

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            #20
            Ich halte tatsächlich meine Emotionen zurück. Manchmal überkommt es mich abends, wenn der Kleine schläft und ich etwas Zeit für mich habe.

            Es ist kein Problem für mich, wenn Du schreibst, was Du fühlst/denkst. So bekomme ich mal einen Eindruck von "außen". Ich fühle mich doch sehr von meinem Mann beeinflußt, dass ich manchmal glaube, wirklich seltsame Ansichten zu vertreten.

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              #21
              Ok

              Warum genau möchtest Du Deinem Mann verzeihen können?

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                #22
                ich möchte verzeihen, damit ich die ganzen negativen Gefühle loslassen und mich auf mein "neues Leben" konzentrieren kann. Ich will diese Verletzungen nicht mehr spüren.

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                  #23
                  Negative Gefühle sind verbunden mit negativen Gedanken.
                  Wenn Du nicht an das denkst, was die Gefühle hervorruft, dann sind sie auch nicht da.
                  In Gedanken werden automatisch Wertungen vorgenommen (richtig, falsch, gut, schlecht, etc.).
                  Sie werden als Bilder abgespeichert (dazu gehören alle Eindrücke, die unsere Sinne dazu - auch unbewußt - gesammelt haben, wie z.B. Gerüche, das Licht, Musik,...).

                  Verzeihen bedeutet Ein Unrecht, eine Schuld die zugefügt wurde, zu vergeben, und dahinter steckt das Bedürfnis etwas "ungeschehen zu machen".

                  Das ist in sich ein nicht zu erreichendes Ziel. Entweder, da ist ein Unrecht geschehen, und damit eine Schuld entstanden, dann ist diese - weil bereits vergangen - nicht mehr auszulöschen, loszulassen, wegzumachen, zu vergeben... etc.
                  Oder es ist ungeschehen. Aber wäre es ungeschehen, dann gäbe es keinen Grund für Entschuldigung und Vergeben.
                  (Dann wären da aber auch nicht die "negativen Gefühle". So werden diese also zum Indiz für die nicht stattgefundene Vergebung.)

                  Der einzige Weg zum wahren Vergeben führt dahin, anzuerkennen, dass alles was geschieht, einem höheren Zweck dient, einem Zweck, den der menschliche Verstand bzw. das menschliche Ego niemals wird verstehen können.
                  Das Ego, der Verstand, kann nur analysieren, und so vielleicht Entschuldigungen für etwas, das geschehen ist finden. Dadurch wird es leichter zu tragen sein, aber es ist nicht weg.
                  Wie viele Menschen tragen ein Leben lang die Verletzungen ihrer Kindheit mit sich herum, und werden sie einfach nicht los, so sehr sie sich auch um Vergebung, und Verständnis usw. bemüht haben?!

                  Die Erinnerungsbilder die abgescheichert sind (jede Millisekunde eines jeden Lebens ist abgespeichert und erinnerbar), können erreicht und "verändert" werden.

                  Stell Dir vor, dass wirklich alles, was geschieht, vorbestimmt ist, und nicht anders geschehen kann, als es das tut. Du mußt nicht daran glauben. Stelle es Dir einfach nur vor.
                  Wenn das nächste Mal, die Gedanken daran aufsteigen, wie Du verletzt wurdest, dann probiere es einmal aus, wie es sich anfühlt, sie unter diesem Aspekt, mit dieser Vorstellung zu betrachten.
                  Sie Dir die Szene an, wie einen Film, den der Regisseur ganz genau so haben wollte. Genau so intensiv, genau mit diesen Emotionen. Die Szene ist perfekt abgedreht worden.
                  Und dann sieh Dich an. Und sie Deinen Mann an.
                  Ihr beide seit nur die Darsteller, nur die Schauspieler in diesem Film. Ihr seit Euch dessen nicht bewußt. Jedoch, wenn Du einmal Zugang zu einer solchen Erfahrung gemacht hast, wirst Du spüren, dass darin Wahrheit liegt.
                  Du wirst es spüren, weil sich die "negativen Gefühle" auf einmal nicht mehr einstellen. Sie lösen sich auf. Schuld ist nicht existent.

                  Wir alle können uns niemals wirklich verletzen. Wir sind geistige Wesen und wir sind alle miteinander verbunden. In letzter Konsequenz sind wir EIN WESEN, und keine Individuen.

                  Mir ging irgendwann einmal das Licht auf, dass jeder Mensch, der mir begegnet, immer ich selber bin. Eine Endlosschleife in der Unendlichkeit.
                  Und da wurde mir klar, dass jegliche Interaktion eigentlich immer nur eine Interaktion mit mir in einer anderen Realität ist. Klingt ziemlich schizophren, was?! Ist aber eine wirklich großartige Erfahrung

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                    #24
                    Deine Sichtweise ist interessant. Das mit dem Film habe ich auch irgendwo schonmal gelesen. Werde ich mal ausprobieren.
                    Ich glaube daran, dass die Dinge passieren, damit man auf seinem Weg bleibt, auch wenn es manchmal recht eigenartige Umstände sind. Wenn ich auf einige Dinge im Leben zurückblicke, macht alles einen Sinn. Ich hoffe, dass ich das auch bald über die jetzige Situation sagen kann.

                    Gerade merke ich, dass ich zur Zeit nicht wirklich in meiner Mitte bin. Bevor ich Mutter wurde, bin ich regelmäßig ins buddhistische Zentrum gegangen. Wir haben dort meditiert und über Probleme, Sorgen und Ängste aber auch Positives gesprochen und hinterfragt. Das tat mir sehr gut. Das möchte ich auch bald wieder machen.

                    Das mit den negativen Gefühlen und Gedanken bzw. positiven Gedanken und Gefühlen kenn ich aus vielen buddhistischen Büchern. Da gibt es eine ganz schöne Beschreibung: Dein Geist ist wie ein Rosengarten, positive Gedanken nähren ihn und lassen ihn gedeihen und blühen, negative Gedanken lassen das Unkraut im Garten wachsen und hindern die Rosen daran zu gedeihen.

                    Welche Erfahrung hast du denn gemacht, dass Du in jedem Menschen Dich selbst siehst?

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                      #25
                      Welche Erfahrung hast du denn gemacht, dass Du in jedem Menschen Dich selbst siehst?
                      Da gab es keinen Auslöser, der diese Einsicht zur Folge gehabt hätte, den ich konkret benennen könnte. Es ist einfach auf einmal passiert. Und dann war da nur noch Weite und Frieden und Liebe die "mich" total überflutet haben. Ständig stand mir dann eine Zeit lang vor lauter Glück der Pipi in den Augen...
                      Das hat sich - in dieser Intensität - nicht dauerhaft gehalten, ist aber nie mehr gänzlich verschwunden.
                      Ich spüre die Verbindung, wie eine dauerhafte sanfte und zarte innere Berührung mit allen Wesen.
                      Wenn es passiert, dass ich mich in Dramen verstricke, dann ist es möglich durch das Erinnern dieses Wissens, die Türe dahin wieder zu öffnen.

                      Sehr stark inspiriert hat mich "Ein Kurs in Wundern". Aktuell lese ich Jiddu Krishnamurti "Vollkommene Freiheit" und finde dort das bestätigt, was ich erlebt habe und erlebe.

                      Die Praxis des Lebens selbst bringt uns alles, was wir brauchen, um zu erkennen. Es kommt einzig auf unseren Willen an, wirklich sehen zu wollen, die Illusionen hinter uns lassen zu wollen, ihnen keinen Glauben mehr schenken zu wollen. Alles liegt schon in uns. In JEDEM von UNS.

                      Um mich zu zentrieren, singe und tanze ich, spiele, laufe und lache. "Probleme wälzen" wenn ich nicht in meiner Mitte bin macht sie für mich nur wirklicher, hartnäckiger. Wenn ich ICH bin, gibt es gar keine Probleme.

                      Folge einfach Deinem Gefühl. Du wirst immer das richtige tun.

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                        #26
                        Vielen Dank!

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                          #27
                          Ich danke Dir! Alles Gute!

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                            #28
                            Danke für den interessanten Dialog!

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                              #29
                              Zitat von RoWel Beitrag anzeigen
                              ich möchte verzeihen, damit ich die ganzen negativen Gefühle loslassen und mich auf mein "neues Leben" konzentrieren kann. Ich will diese Verletzungen nicht mehr spüren.
                              Lies mal das Buch Die befreiende Kraft des Verzeihens. Ich kann es dir nur wärmstens empfehlen. Ich mache seit einiger Zeit die Yoga-Nidra-Übung, die in diesem Buch vorgestellt wird. Schon nach dem ersten Mal üben habe ich gespürt, wie sich der langjährige Groll in mir drin, die ständigen Gedankenspiralen und das negative Denken ein wenig gelichtet haben. Ich fühle mich immer freier, je öfter ich die Übung mache. Ein wunderbares Buch. Ein Zitat daraus:
                              Verzeihung ist gelungen, wenn sie spürbar ist, wenn wir die Gegenwart des anderen Menschen nicht mehr als beklemmend oder unangenehm empfinden, sondern im Gegenteil sogar fähig sind, den anderen zu berühren, zu umarmen oder sogar "ins Herz zu schliessen". [...] Der Kopf kann nämlich längst verziehen haben, aber der Körper, der die tiefen Gefühle ausdrückt, fühlt sich nicht wohl in der Gegenwart des Menschen, der Sie verletzt hat.

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                                #30
                                Danke für den Buchtipp.
                                Ich habe vor einiger Zeit das Buch von Colin Tipping angefangen zu lesen - Ich vergebe - aber das fand ich nicht so doll.
                                Kennst Du das?

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