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Mit den Eltern reden - für Anfänger

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    #16
    Schwer wird es nur dann, wenn die Gegeneseite die Ernsthaftigkeit dahinter gar nicht sieht oder sehen möchte.
    ...oder vielleicht nicht in der Lage ist, sie sehen zu können? Ich meine damit Menschen, die sich - aus welchen Gründen auch immer - nie getraut haben, sich mit sich und ihren Ängsten auseinander zu setzen. Stattdessen kompensieren sie Verlustgefühle oder andere Ängste, indem sie anderen suggerieren, für ihr Wohlergehen zuständig zu sein. Denn dann sind ja nicht sie selber "Schuld" an der eigenen Misere, sondern die anderen, die nichts tun, damit es einem selber besser geht. Etwas jedoch hat sie immer davon abgehalten, sich selber zu stellen und zu hinterfragen und so sind diese Menschen (bzw. so erlebe ich sie) als schwach und zerbrechlich und mein Beschützerinstinkt sagt mir "Schone sie, nimm es lieber selber auf dich."

    Ihrem, eigenen, anderen, selber... ich hoffe, ihr wisst, was ich meine.

    Für mich habe ich (diffus) erkannt, dass meine Angst, meiner Mutter in diesem Thema Paroli zu bieten, - auch - daher resultiert, dass ich weiß, dass sie sich keine großartigen Gedanken über sich und ihre Seele macht.

    Also glaube ich nicht, dass sie es verkraftet, mit meiner Zurückweisung klar zu kommen. MissPig hat das weiter oben bereits so wunderbar anschaulich formuliert:
    Ich persönlich bin auch ein großer Fan der Aussage, Schonen sei eine Form der Gewalt. Weil wir dem Anderen Fähigkeiten absprechen. Man könnte behaupten, daß wir, indem wir jemand Anderen schonen, unsere eigenen Bedürfnisse hintanstellen und ihm nicht mitteilen, wie es uns geht und was wir wollen, so etwas ausdrücken wie: "Ich will dich nicht leiden lassen, weil du armer Wurm daran vermutlich zerbrechen wirst, lieber leide ich, weil: ICH ÜBERLEBE DAS LEIDEN SCHON, ich bin nämlich ein bißchen tougher als du". Überspitzt formuliert, ich weiß
    So habe ich seit Jahren gehandelt ("Lieber leide ich als du, denn ich kann es ja aushalten, während du wahrscheinlich daran zerbrichst.", aber auch "Ich leide lieber selber als mitansehen zu müssen/mir vorstellen zu müssen, dass du leidest."), aber ich bin vermutlich langsam, aber stetig an dem Punkt angekommen, wo ich nicht mehr leiden will bzw. wo ich nicht mehr die Kraft dafür habe...

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      #17
      Lady Maryanns Muttertelefonatbericht im Hinterkopf frage ich mich gerade, warum es mir so schwer fällt, fehlende Anerkennung seitens meiner Eltern (aber auch andere Menschen) anzuprangern bzw. einzufordern. Lady Maryann hat es getan. Ich traue mich das nicht.

      Liegt es daran, dass Anerkennung etwas so ... na ja, schwammiges ist, etwas, das man nicht eindeutig definieren kann? Ich meine, der eine glaubt, Anerkennung zu geben, aber der andere kann sie nicht erkennen oder annehmen? Ich kann doch nicht dem anderen vorwerfen, dass er mir keine Anerkennung gibt, nur weil ich selber - salopp ausgedrückt - zu blöde bin, sie zu erkennen und anzunehmen...?

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        #18
        Es gäbe für mich so viel zu schreiben, ich weiß aber noch nicht, wo ich ansetze.

        Ich beschränke mich für den Moment einmal auf ein

        und ein Zitat, das mir spontan in den Sinn kam, als ich das da gelesen habe - übrigens auch mit Tränen in den Augen:

        Zitat von queenie Beitrag anzeigen
        Mir stehen gerade beim Tippseln die Tränen in den Augen, ...
        Tränen sind ein Strom, der uns anderen Ufern entgegenträgt. Weinen schafft einen Strom um das Schiff, das unser Seelenleben trägt. Tränen lösen unser Schiff vom Felsen, vom trockenen Grund, und führen es den Fluß hinab zu einem neuen, besseren Ort.

        Clarissa Pinkola Estés: Die Wolfsfrau


        Und, als ein Ausdruck meines Mittfühlens, meiner auch emotionalen Präsenz hier, ein Link zu dem, was ich selbst einmal, von eben jenem Zitat inspiriert, über Tränen schrieb.

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          #19
          Zu welchem kostbaren Schatz hat mich denn dieser Link geführt!!!!!!!!!!
          Danke, MissPig!

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            #20
            Da umarmt mich jemand (nämlich du, liebe MissPig). Und es macht mir Angst. Warum nur? Wovor? Weshalb? Was ist so schlimm daran, dass es jemandem ein Bedürfnis ist, mich (abseits von Begrüßnungs-Bussi-Bussi-Umarmungen) aus tiefstem Herzen zu umarmen und zu trösten?

            Das zumindest kommt bei mir an. Aber ich kann es nicht annehmen. Kann mich dem Gefühl der Umarmung und der (für mich) damit verbundenen Geborgenheit nicht hingeben und sie genießen. Etwas in mir nimmt innerlich Abstand davon - körperlich wie seelisch. Dabei giert ein anderer Teil von mir so sehr nach eben diesem Gefühl der Geborgenheit, die nur eine Umarmung geben kann.

            Und dieser Widerspruch, bzw. diese widerstreitenden Gefühle machen mir klar, wie sehr da etwas in mir kämpft. Was es genau ist... ich vermag es (noch) nicht zu benennen. Aber es scheint mir eine fürchterliche Angst zu machen... das, was da passieren kann, wenn ich mich der Umarmung hingebe. Dem Angenommensein. Dem Umsorgtsein. Dem Nicht-alleine-sein.

            Und dem Zugehörigsein. Ein Bedürfnis, welches zur Zeit einen immensen Raum in mir einnimmt. So sehr will ich endlich zu jemandem gehören. Und jede Umarmung scheint genau dies zu versprechen: "Komm, du gehörst zu mir." - nur um Sekunden später wieder los- und damit allein gelassen zu werden...

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              #21
              Hallo queenie,

              ich habe hier den Eindruck bekommen, dass dein Grundproblem darin besteht, dass du deine Eltern nicht so annehmen kannst, wie sie sind.

              Ich habe auch solche Eltern, immer bemüht über alles Mögliche zu sprechen, nur nicht über uns. Ich habe das akzeptiert. - Sicher war das jahrzehntelang für mich sehr traurig, ich hätte mir andere Eltern gewünscht. Aber ich kann es nicht ändern. Das, was vergangen ist, ist vergangen und lässt sich eh nicht ändern und das was jetzt ist, kann ich akzeptieren. - Manchmal tun mir meine Eltern sogar leid, aber das muss es nicht, sie kommen gut zurecht.

              Kannst du dich annehmen, wie du bist? - Da liegt nämlich der Schlüssel zu deinem Grundproblem, auch wenn du nur dieses eine Problem lösen wolltest.

              Condor

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                #22
                Hallo Condor,

                ob ich meine Eltern so akzeptiere, wie sie sind, erscheint mir nicht das Hauptproblem zu sein. Sie sind,wie sie sind und unsere Beziehung ist - auch - ein Produkt dessen, wer wir sind. Ich genauso wie sie.

                Manchmal tun mir meine Eltern sogar leid, aber das muss es nicht, sie kommen gut zurecht.
                Da liegt der Unterschied zwischen deinen und meinen Eltern: Deine kommen gut zurecht, meine nicht. Meinen Eltern fehlt etwas - nämlich der nähere, häufigere Kontakt zu ihrer Tochter.

                Das Problem liegt zudem darin, dass meine Eltern erwarten, dass ich mich auf eine bestimmte Art und Weise verhalte, damit sie sich besser fühlen. Agiere ich nicht so, wie sie möchten, werden meine Motive in Frage gestellt. Bzw. ich muss mich erklären und werde am Ende doch nicht verstanden.

                Ich habe diese Erwartungen mein ganzes Leben lang hingenommen. Bis vor kurzem waren sie mir nicht einmal bewusst. Aber inzwischen ertrage ich den Druck, den diese Erwartungen erzeugen, nicht mehr, denn ich fühle mich unfrei und eingeengt. Zudem verstärken die Erwartungen mein Gefühl, zu niemandem wirklich dazu zu gehören.

                Wie heute Nachmittag schon gesagt:
                Statt Schwäche und Bedürftigkeit mit dem Erhalten von Geborgenheit und Zugehörigkeit in einer Gemeinschaft zu verbinden, steht Bedürfnisse haben für mich immer in Verbindung mit dem Gefühl, den anderen zu nerven, ihm unbequem zu sein, etwas zu fordern (man fordert nicht, sondern ist bescheiden) und so den Unmut des anderen zu verursachen.
                Da mein Bedürfnis nach Distanz von meinen Eltern aber nicht akzeptiert wird, stecke ich - noch (!) - in dieser Spirale aus "Suche nach Geborgenheit = kann deshalb nicht ich selber sein, da meine Bedürfnisse für andere der Grund für Unmut sind = ich stelle meine Bedürfnisse zurück".

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                  #23
                  Ich schreibe dir mal das, was man mir in meiner ersten psychologischen Beratungsstunde noch an der Uni gesagt hat:

                  "Führen Sie nicht das Leben Ihrer Eltern, führen Sie Ihr eigenes Leben."

                  Ich habe es nicht getan, mein eigenes Leben geführt, sondern ständig das Leben meiner Eltern mitgeführt.
                  Ich bin schwer krank geworden dadurch, weil ich meine eigenen Bedürfnisse unterdrückt habe und mich immer wieder einfangen ließ von meinen Eltern, vornehmlich von meiner Mutter.
                  Ich habe das teuer bezahlt, mit schweren Depressionen, Frühpensionierung und allem, was damit zusammenhängt.
                  Ich kann dir nur raten: Mach dich frei, geh deinen eigenen Weg, dazu bist du geboren worden, selbst wenn deine Eltern das anders sehen.

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                    #24
                    Zitat von Bonny123 Beitrag anzeigen
                    Ich kann dir nur raten: Mach dich frei, geh deinen eigenen Weg, dazu bist du geboren worden, selbst wenn deine Eltern das anders sehen.
                    Das kann ich nur fett unterstreichen, alles andere wird dich unglücklich und krank machen.

                    Ich denke aber auch, dass du, so wie deine Eltern auch an dich, Erwartungen an sie hast, die weder sie, noch du erfüllen kannst. Ihr befindet euch in einer Endlosschleife. Soll bedeuten, wenn nicht einer daraus ausbricht, wird es immer so weiter gehen.

                    Ich bin meinen Weg gegangen und es war sauschwer. Es tat weh ohne Ende... doch auf einmal ging es. Manchmal muss ich innerlich grinsen, wenn ich mit ansehe, wie meine Mutter verbissen, wie sie ist, ihre Pobacken zusammenkneifen muss, um irgendwie nett zu mir zu sein. Und wenn ich meine Mutter sprachlos machen will, dann sage ich ihr, dass ich glaube, dass ich ganz gut aussehe.

                    Zitat von queenie Beitrag anzeigen
                    Da liegt der Unterschied zwischen deinen und meinen Eltern: Deine kommen gut zurecht, meine nicht. Meinen Eltern fehlt etwas - nämlich der nähere, häufigere Kontakt zu ihrer Tochter.
                    Ich hatte 3 Jahre lang zu meinen Eltern gar keinen Kontakt, weil ich das so wollte. Laut meiner Mutter hat mein Vater fast einen Herzinfarkt bekommen (hat er aber nicht) und meine Mutter selbst saß andauernd bei ihrem Hausarzt und hat dem die Ohren vollgeheult (Selbstmitleid). - Alles nur Show. Auch deine Eltern könnten ohne dich, aber dann würde ihr "Spielchen" nicht mehr funktionieren und das wollen sie nicht verlieren...

                    Du bestimmst, ob du mitspielen willst oder nicht. Wenn dir der Kontakt mit ihnen nicht gut tut, dann halte ihn nicht, nur weil es ihnen dadurch "scheinbar" besser geht. Und wenn du einen Kontakt willst, wie du ihn willst, dann setze dich durch... sei dir aber bewusst, dass du dadurch zum Spielverderber wirst.

                    Und ganz wichtig: Erkläre dich nicht mehr, denn damit bietest du ihnen nur etwas, was sie gegen dich verwenden können.

                    Sei du, mach es so, wie du es willst und wie es dir gut tut, du hast es verdient.

                    Zitat von queenie Beitrag anzeigen
                    Ich habe diese Erwartungen mein ganzes Leben lang hingenommen. Bis vor kurzem waren sie mir nicht einmal bewusst. Aber inzwischen ertrage ich den Druck, den diese Erwartungen erzeugen, nicht mehr, denn ich fühle mich unfrei und eingeengt. Zudem verstärken die Erwartungen mein Gefühl, zu niemandem wirklich dazu zu gehören.
                    Das kenne ich nur zu gut und am Ende verliert man doch.

                    Vielleicht gehörst du nicht dazu, jedenfalls nicht so, wie sie dich gern hätten. Wenn du meinst, du musst darum trauern, dann trauere, aber trauere nicht ewig.

                    Sei doch froh, dass du nicht so bist, wie sie! (Ich bin der einzige, der anders ist in unserer ganzen Familie, inklusive Tanten und Onkels und so... bis auf eine Ausnahme, das sind Verwandte im Ausland, die ich nur einmal im Jahr besuchen kann, aber die sind mir ähnlich und mit denen verstehe ich mich gut.) - Hast du im Verwandtenkreis vielleicht auch Menschen, die dir ähnlicher sind, als deine Eltern?

                    Zitat von queenie Beitrag anzeigen
                    Wie heute Nachmittag schon gesagt: Da mein Bedürfnis nach Distanz von meinen Eltern aber nicht akzeptiert wird, stecke ich - noch (!) - in dieser Spirale aus "Suche nach Geborgenheit = kann deshalb nicht ich selber sein, da meine Bedürfnisse für andere der Grund für Unmut sind = ich stelle meine Bedürfnisse zurück".
                    Ich kenne das nur zu gut... es war mir peinlich und ich hatte immer ein schlechtes Gewissen, wenn ich meine Bedürfnisse geäußert habe...

                    Und, ob du es hören willst oder nicht, es hat etwas mit dem zu tun, wie du über dich denkst, ob du dich akzeptieren und lieben kannst, wie du bist, mit all deinen Stärken und mit all deinen Schwächen. Denn wenn du das uneingeschränkt kannst, dann fällt es dir leichter, andere zu akzeptieren und zu lieben, auch wenn sie nicht deinen Erwartungen entsprechen. - Ich habe diese Entwicklung gerade hinter mir, ich weiß wovon ich rede.

                    Es ist nicht leicht, aber es ist zu schaffen. Wenn du etwas ändern willst, dann wäre es besser für dich aus deiner Opferrolle deinen Eltern gegenüber heraus zu kommen. Wenn du nicht mehr Opfer bist, dann wirst du dich so frei fühlen, wie du es dir jetzt wünschst.

                    Condor

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                      #25
                      Ich denke aber auch, dass du, so wie deine Eltern auch an dich, Erwartungen an sie hast, die weder sie, noch du erfüllen kannst. Ihr befindet euch in einer Endlosschleife. Soll bedeuten, wenn nicht einer daraus ausbricht, wird es immer so weiter gehen.
                      Die Erwartung, die ich an meine Eltern hatte, war/ist Anerkennung dessen, was und wer ich bin. Die Anerkennung konnten und können sie mir aber nicht geben. Das stillt aber nicht das Bedürfnis bei mir. Es bleibt vielmehr bestehen.
                      Ich will aber nicht mehr ständig daran erinnert werden, dass etwas in meinem Leben fehlt.

                      Mag sein, dass das alles der völlig falsche Ansatz ist, den ich da zur Zeit verfolge. Aber es ist der Ansatz, den zu verfolgen mir möglich ist.

                      ... Und wenn du einen Kontakt willst, wie du ihn willst, dann setze dich durch... ...
                      Wie meinst du das? Soll ich meinen Eltern sagen "Nun gebt mir doch endlich mal die Anerkennung und Nähe, die ich als kleines Mädchen gebraucht hätte!". Na, das wird sicher total prima funktionieren. Dass ich da nicht selber drauf gekommen bin. *sarkastisch guck*
                      Nee, jetzt mal ernsthaft: wie glaubst du, kann man die Art von Kontakt, die man braucht, von jemandem bekommen, wenn derjenige sie bislang nicht geben konnte? Mal ganz abgesehen davon, dass ich dann an dem Punkt wäre, den ich meinen Eltern vorwerfe: etwas von mir zu erwarten, was ich nicht geben kann/nicht bin.

                      Ich würde mal sagen, dass da die Endlosspirale läge, würde ich das durchsetzen, was ich wollte. Entweder gibt jemand etwas freiwillig und von sich aus, ober aber man fordert nur etwas ein und das sorgt auf lange Sicht für Frust auf beiden Seiten, weil keiner wirklich das gibt und bekommt, was er will.

                      Mir wird klar, dass der eigentliche Fehler, den ich bislang gemacht habe, der ist, dass ich nicht schon viiiiiiiiiiiiiiel früher den Kontakt reduziert/abgestellt habe. Jetzt ist der Karren nämlich so tief im Dreck, dass wir ihn ohne Stress da nicht heraus bekommen. Fehler... Feigheit... etwas in der Art.

                      Und, ob du es hören willst oder nicht, es hat etwas mit dem zu tun, wie du über dich denkst, ob du dich akzeptieren und lieben kannst, wie du bist, mit all deinen Stärken und mit all deinen Schwächen. Denn wenn du das uneingeschränkt kannst, dann fällt es dir leichter, andere zu akzeptieren und zu lieben, auch wenn sie nicht deinen Erwartungen entsprechen. - Ich habe diese Entwicklung gerade hinter mir, ich weiß wovon ich rede.
                      Ich denke inzwischen von mir, dass ich ein toller, liebenswerter Mensch bin. Ich weiß aber auch, dass ich in der Phase, in der mir so etwas wie Urvertrauen darin, dass andere Menschen mich so nehmen, wie ich bin und dass ich so sein darf, wie ich bin, hätte angelegt werden sollen, dies nicht geschehen ist. Daher fehlt mir das Gefühl, mich grundsätzlich von anderen akzeptiert zu fühlen. Ich glaubte immer, etwas tun zu müssen oder etwas sein zu müssen, damit mir dann mal endlich mal jemand Aufmerksamkeit udn Bestätigung gibt. Aber egal, was ich tat oder wer ich war: es kam nie eine Bestätigung.

                      Und so weiß ich zwar inzwischen, dass ich ein liebenwerter Mensch bin. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass ich die Liebe, die mir andere Menschen entgegenbringen, auch annehmen kann. Weil ich (gefühlt) eigentlich immer nur dann Anerkennung bekomme, wenn ich jemand anderes bin (vorwiegend die Lustige, Witzige mit der guten Laune). Die stille Anerkennung (= man jagt mich nicht weg, sondern akzeptiert meine Anwesenheit, meine Existenz), das, was vermutlich fast jeder andere Mensch ganz normal spürt, das spüre ich nicht.

                      Ich werde daher erst dann, wenn auch ich die Entwicklung, die du hinter dir hast, hinter mir habe, wissen wovon du redest. Vielleicht wird mein Weg aber auch ein anderer sein. Das weiß ich nicht und das weißt du nicht. Und da das niemand von uns wissen kann (selbst mein Therapeut in der psychosomatischen Klinik, ein Mann mit jahrelanger Erfahrung, sagte mir, dass er allenfalls eine Idee habe, wohin ich mich bewegen würde - mit Sicherheit könne das jedoch niemand sagen), ist da gerade bei mir eine - nur all zu bekannte - Abwehr gegen das, was du mir da gerade überzustülpen versuchst. Es ist ein Trigger, den ich von meinen Eltern kenne: ohne echtes Verständnis und Wissen über das, was und wie ich bin, mir vorschreiben, was ich zu tun habe. Darauf reagiere ich stur und dickköpfig. Denn nur, weil du etwas mit Erfolg hinter dich gebracht hast, muss das nicht bedeuten, dass der Schuh auch bei mir passt. Dein Schuh fühlt sich für mich jedenfalls überhaupt nicht passend an...

                      Ich hoffe, dass du das nicht als Angriff, sondern als Hinweis von mir verstehst, warum ich vielleicht nicht in der Lage bin, deinen sicher gut gemeinten Tipp so anzunehmen, wie du es erwartest.
                      Vielleicht verstehst du ja, dass dein "Hör mal, mach es so wie ich, ich habe es schon hinter mir, und meine Erfahrung kann man auf jeden anwenden." bei mir eher das Gegenteil bewirkt von dem, was du mir mitteilen möchtest.

                      Ist so, denn so bin ich.

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                        #26
                        Hallo Queenie,

                        auf jeden Fall hast du eine Menge Energie. Nutze sie klug.

                        Wenn du das Gefühl hattest, ich hätte dir etwas überstülpen wollen, so bist du es, die sich selbst etwas übergestülpt hat. Ich wollte dir mit meinem Beispiel lediglich Mut machen. Es bestand und besteht kein Zwang, diesen anzunehmen.

                        Ich wünsche dir viel Erfolg auf deinem Weg.

                        Condor

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                          #27
                          Und, ob du es hören willst oder nicht, es hat etwas mit dem zu tun, wie du ...
                          Hm, ok, wenn du sagst, dass du mir nichts überstülpen wolltest, nehme ich das mal so hin.

                          Vielleicht kannst du aber auch nachvollziehen, dass der unterstrichene Teil im obigen Zitat bei mir so ankommt, dass, egal, ob ich dir zustimme oder nicht, du recht hast. Und bei sowas wird mein Widerspruchsgeist nun mal immer ganz wild...

                          Ich wollte dir mit meinem Beispiel lediglich Mut machen. Es bestand und besteht kein Zwang, diesen anzunehmen.
                          Und worin besteht das Beispiel? Dass du den Weg gegangen bist? Dass deine Eltern in deinen Augen nur eine Show abgezogen habe, damit sie dich wieder dahin bringen, wo sie dich haben wollen?

                          Ich muss gestehen, dass ich mich mit solchen "Beispielen" schwer tue, kann ich doch aus der Beschreibung nicht erkennen, wie der andere (in diesem Fall du) vorgegangen ist, was er unternommen hat, an welchen Stellen es schwer war und wie er diese Stellen gemeistert hat (oder auch gescheitert ist). Es ist für mich eher wie die Erwähnung, dass du vor einem ähnlichen Problem gestanden hast und es - ich freue mich wirklich für dich - gelöst hast. Nur (und ich hoffe, du bist nicht allzu enttäuscht) Mut macht mir das nicht.
                          Zuletzt geändert von queenie; 19.05.2015, 14:13.

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                            #28
                            Ich habe mir überlegt, eine Liste mit all den Menschen zu machen, mit denen ich ein Problem habe. Zu jedem Menschen schreibe ich dann, was genau das Problem ist, was er/sie bei mir auslöst und wieso ich darauf so sehr reagiere.

                            Vielleicht erkenne ich dann in der Summe die Gemeinsamkeiten und kann da anfangen, etwas zu ändern...

                            Kommentar


                              #29
                              Hallo Queenie,

                              wie unter meinem Nick erwähnt, bin ich Asperger Autist. Für mich ist das normal, etwas aus meinem Leben zu erzählen, um damit einem anderen zu helfen oder ihm Mut zu machen, der, aus meiner Sicht, ein ähnliches Problem hat, wie ich hatte. Wenn dich das wütend macht, dann lass ich das.
                              Es würde den Rahmen des Forums sprengen, dir in allen Einzelheiten erzählen zu wollen, woraus meine Arbeit an mir selbst in den letzten 20 Jahren bestanden hat.

                              Ich bin nicht enttäuscht, weil ich keine Erwartungen hatte.

                              Die Idee mit der Liste klingt gut.

                              Condor

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                                #30
                                Hallo Condor,

                                nein, wenn du aus deinem Leben erzählst, macht mich das überhaupt nicht wütend. (Wieso sollte es das?) Ich konnte lediglich mit den Informationen, die du mir gegeben hast, nichts anfangen, weil es lediglich eine Ablaufbeschreibung deines Weges war.

                                Aber das ist ja auch nicht das Thema dieses Fadens...

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