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Ich habe im Alltag nicht allzu viele Gesprächspartner denen ich Erfahrungen weitergeben könnte, vielleicht auch weil ich kein Meister der "flüssigen Redekunst" bin.
Aber ich gebe "Anregungen" auf zwei Weisen wieder:
a) Ich vermerke ausgewählte Nicht-Standard-Veranstaltungen mit Name, Termin, Such-Keywords und Link zu Details (z.B. Tag offenes Atelier, Pecha Kucha - Vortragsabend, Nacht der Wissenschaft)
und b) ich schaue recht regelmäßig auf einer Online-Brainstorming-Seite vorbei und versuche nützliche Ideen-Antworten zu geben.
Am Samstag war ich auf einem Adventsbasar und als ich gerade bei Kaffee und Kuchen so da saß, kamen Leute dazu und ich bin mit denen ins Gespräch gekommen. Mit der Zeit stellte sich dann heraus, dass sie vor nicht all zu langer Zeit aus einem anderen Kreis in unser Dorf hier gezogen sind...
Ich glaube, bzw. hatte hinter her das Gefühl, dass ich viel zu viel geredet hatte. Die eine Person hatte mir zwar beim Abschied noch gesagt, dass ich mir keinen Kopf machen sollte, es wäre ok gewesen, aber mein Gefühl sagt mir etwas anderes.
Und weil ich so viel mit denen geredet hatte, ist mir der Kontakt mit einer anderen Person durch die Lappen gegangen, mit der ich mich eigentlich unterhalten wollte, aber sie kam anfangs nicht und ich dachte schon, dass sie gar nicht käme. Ich habe auch immer zur Tür geschaut, weil ich in einem Klassenraum saß, der für Ehemalige gedacht war, damit nicht alle in der Cafeteria zusammen kommen sollten, weil diese dafür zu klein ist.
Als ich wieder nach Hause wollte, sagte mir mein Sohn, der auf dem Basar im Verkauf ausgeholfen hatte (es war an seiner alten Schule), dass diese Person doch noch gekommen war und er mich grüßen sollte, sie aber jetzt weg müsste.
Als ich dann im Auto saß, dachte ich zwar, ok, sollte so nicht sein, denn ich war etwas down und in Abschiedsstimmung und diese Person sprüht dermaßen von Dankbarkeit und übertrieben guter Laune, das hätte mir nicht gut bekommen.
Trotzdem lassen mich die Gedanken nicht los, dass ich, wenn ich die Gelegenheit habe, rede und rede und rede (ja, auch andere zu Wort kommen lasse) aber ich empfinde es als viel zu viel und ich kann es nicht abstellen... mein Sohn ist da genauso, ist ja auch Aspie, wenn der in Redefluss kommt, dann ohne Punkt und Komma... ich frage mich manchmal, wie der zwischendurch Luft holt.
Danach war ich irgendwie aber auch enttäuscht von dieser Person, die von sich selbst schon mal gesagt hat, dass sie narzisstische Züge hätte und was mich damals erst mal wieder auf Abstand brachte, aber sie suchte meine Nähe immer wieder. Wir haben uns nur auf Festen in dieser Schule getroffen, da sie nicht gern schreibt und ich nicht gern telefoniere. Naja und ich weiß nicht, ob ihr das kennt... man nimmt sich vor, jemandem zu schreiben oder auch anzurufen und es kommt immer etwas dazwischen oder man ist zu müde oder sonst was und dann kommt so ein Punkt, da ist es zu spät sich dann noch zu melden, obwohl ich jetzt denke, warum soll ich mich immer melden, sie hätte das ja auch tun können, hat sie aber nicht.
Und nun fühle ich mich von ihr versetzt, weil wir uns ja immer auf diesen Festen in der Schule treffen und uns dann auch super und super lange unterhalten. Aber wenn der andere aus dem Auge ist, ist er für uns beide scheinbar auch aus dem Sinn und ein weiterer Kontakt findet nicht mehr statt.
Das kenne ich auch mit meiner Cousine in Schweden. Wenn wir uns gesehen haben, waren wir wie Seelengeschwister, haben uns trotz Sprachbarrieren super verstanden, einer hat etwas angefangen zu erzählen und der andere hat es weiter erzählt. Mein Onkel hat das letzte Mal nur staunend daneben gesessen und uns gefragt, was da zwischen uns wäre... wussten wir beide nicht, nur dass es toll ist.
Aber kaum sehen wir uns nicht mehr, reißt der Kontakt ab... sie erzählt höchstens mal, wie viel sie arbeiten muss und ich, wie kaputt ich bin... ich hatte sogar Skype vorgeschlagen, fand sie auch toll, aber kaum waren wir auseinander, hat keiner von uns beiden mehr daran gedacht.
Nun denke ich zwar, dass alles so kommt, wie es kommen soll und dass ich manchmal nichts ändern kann, außer los zu lassen, aber ich kriege dann immer so ein schlechtes Gefühl, dass all das vielleicht daran liegen könnte, dass ich so viel und unkontrolliert rede...
Ich habe gemerkt, gelernt, dass meine Art und Weise falsch war, wie ich meine Erfahrungen weiter gegeben habe. Das macht im Grunde ja nichts, also ich versinke jetzt nicht in Scham und Schuld deswegen, weil nach meiner Meinung, jeder Mensch Fehler hat und macht und man nur aus diesen Fehlern lernen kann, wobei dabei noch jeder seine eigene Art hat, wie aus den gemachten Fehlern gelernt wird.
Ich habe wirklich sehr viele Erfahrungen in meinem Leben gemacht, Positive, wie Negative, war alles dabei und ich könnte zu fast jedem Thema etwas sagen und schreiben und das habe ich auch immer so gemacht, nicht, weil ich mich damit in den Vordergrund stellen wollte, sondern weil ich dachte, dass man das so macht, wenn man eine Erfahrung zu einem Thema hat, dass man diese dann auch unbedingt sagen oder schreiben sollte, damit man anderen damit helfen kann.
Das kam so aber nicht an, habe ich jetzt auch verstanden. Dauert bei mir immer so ein bisschen. Hab da meine eigene Art, wie ich das herausfinde... muss ich aber nicht erzählen.
Wenn ich gefragt werde, dann ist das was anderes, dann sollte ich schon etwas dazu beitragen, wenn ich etwas dazu weiß, aber nur dann. Und wenn es irgendwo stille ist, dann kann ich ja auch andere fragen, was sie in ihrem Leben so tun, anstatt alle voll zu quatschen. Das kommt nämlich nicht gut an, hab ich gemerkt.
Und, man erreicht mehr, wenn man mit Taten glänzt, als wenn man mit Worten andere zu überzeugen versucht, das war mir bisher auch nicht so bewusst, aber dafür ist ja der Austausch da, auch wenn es mal in die Hose geht, macht nichts, Hosen kann man waschen.
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