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S Sagt die Lernforschung nicht, der Erfolg ist größer, wenn ich den Schüler einfühlend dort abhole, wo er steht?
Ja, ohne Zweifel. Aber auf mich persönlich bezogen möchte ich betonen, dass ich kein Lehrer bin und alle dort abzuholen wo sie stehen ist nach meinen Beobachtungen zum Scheitern verurteilt.
Die Betonung liegt aber auf alle.
Wäre nicht bei wirklichem Hunger die Frage, wie die Ungerechtigkeit zu beseitigen ist, daß der arme Mann mit seiner Familie hungern muß, wichtiger als der spirituelle Erkenntnisgewinn des Schülers? Die Geschichte impliziert, daß der Mann nur Hunger leidet, weil er zu träge war angeln zu lernen. Aber Armut kann zur Resignation treiben. (Der Reiche - Saus und Braus! - ist vermutlich auch kein eifriger Angler...)
Ja klar, niemand hungert, weil es ihm Spass macht,
Oder weil es ihm Vergnügen bereitet dabei zuzusehen, wie sein Lehrer sich vergeblich abstrampelt. (Von Ausnahmen jetzt mal abgesehen, die gibt es natürlich auch, wo jemand versucht die Bionmischen Formeln zu erklären und Schüler oder Schülerinnen mit einem verständnislosen Silberblick antworten)
Nach drei Studienjahren kommt der Novize in das Haus seines Lehrers.
Er betritt den Raum, platzt schier vor Ideen über die komplexesten Themen buddhistischer Metaphysik und ist gut vorbereitet auf die tiefgründigen Fragen, die ihn bei seiner Prüfung erwarten.
»Ich habe nur eine einzige Frage«, sagt sein Lehrer. »Ich bin bereit, Meister«, antwortet er. »Stehen die Blumen im Eingang links oder rechts vom Schirm ?«
Beschämt zieht sich der Novize für weitere drei Studienjahre zurück.
ich weiß jetzt nicht genau was Du meinst, aber meine Geschichte von vor einiger Zeit mit dem Zen-Schüler und seiner Prüfung hat mit diesen Dingen nichts zu tun.
Damals ging es um Achtsamkeit, hier geht es darum, ob ich vermitteln kann.
Ich habe das oft genug gemußt, und ich hole da (auch wenn Du da anderer Meinung bist), nicht jeden da ab, wo er steht.
Na ja, trotzdem hätte ich die erwähnte Geschichte eben auch gerne gelesen, weil ich mich solche Geschichten grundsätzlich interessieren. War ja nur eine Frage.
Und das mit dem Abholen war nicht persönlich auf Deine Aussage gemünzt, sondern die grundsätzliche Frage, ob wie im christlichen, nicht auch im Bereich der östlichen Weisheitslehren die alten (harten und auch hierarchischen) Lehrformen nicht abgelöst oder zumindest ergänzt gehören durch neuere Lernstrategien. Auch das war nur eine Frage, keine Feststellung.
Das ist deine Interpretation der Geschichte, Hubert. Für dich kann sie durchaus gültig sein, aber für mich ist es eine Geschichte über Herausforderungen und den flexiblen Umgang damit.
Die Variante eines anderen "Meisters", der fragte: "Freund, was willst du, daß ich dir tue", ist mir da sympathischer. Auch da wird der "Bedürftige" zur Aktion motiviert.
Das eine ist halt ein erleuchteter Meister und das andere ist ein ganz gewöhnlicher Meister. Aber der tut's für die ersten paar Schritte auch...
@ Hubert
und @ Tintenweberin
kann man die Geschichte vom Meister mit der Blumenvase neben dem Wandschirm nachlesen?
ich weiß jetzt nicht genau was Du meinst, aber meine Geschichte von vor einiger Zeit mit dem Zen-Schüler und seiner Prüfung hat mit diesen Dingen nichts zu tun.
Damals ging es um Achtsamkeit, hier geht es darum, ob ich vermitteln kann.
Ich habe das oft genug gemußt, und ich hole da (auch wenn Du da anderer Meinung bist), nicht jeden da ab, wo er steht.
Sind zwei (genauer zweieinhalb) Anmerkungen zu der Geschichte erlaubt?
Unbehagen bereitet mir die Reihenfolge der Werte (bzw. die Ausblendung eines Wertes, der Gerechtigkeit und ihrer strukturellen Voraussetzungen):
Wäre nicht bei wirklichem Hunger die Frage, wie die Ungerechtigkeit zu beseitigen ist, daß der arme Mann mit seiner Familie hungern muß, wichtiger als der spirituelle Erkenntnisgewinn des Schülers? Die Geschichte impliziert, daß der Mann nur Hunger leidet, weil er zu träge war angeln zu lernen. Aber Armut kann zur Resignation treiben. (Der Reiche - Saus und Braus! - ist vermutlich auch kein eifriger Angler...)
...Die beiden anderen hättest du ihm doch schenken können."
"Er hat mich nicht darum gebeten", entgegnet der Meister.
...
Wird ein wahres Geschenk denn nicht "einfach" aus eigenem Antrieb (weil ich z.B. den Hunger sehe) aus der Fülle mitgeteilt ohne etwas zu erwarten (auch keine Bitte)?
Die Variante eines anderen "Meisters", der fragte: "Freund, was willst du, daß ich dir tue", ist mir da sympathischer. Auch da wird der "Bedürftige" zur Aktion motiviert.
Aber die Wahrheit wird ihm wie ein Mantel zum Hineinschlüpfen hingehalten, nicht um die Ohren gehauen.
Denn dieses Schmunzeln der Meister über die ungeduldigen tumben Schüler...? - Sagt die Lernforschung nicht, der Erfolg ist größer, wenn ich den Schüler einfühlend dort abhole, wo er steht? Und auch Motiviert-Sein , da schließt sich der Kreis - will erst einmal gelernt sein.
Soweit die zweieinhalb Anmerkungen.
Und wo bitte
@ Hubert
und @ Tintenweberin
kann man die Geschichte vom Meister mit der Blumenvase neben dem Wandschirm nachlesen?
Bestimmte Dinge sollten schon in einem bestimmten Zeitraum geschehen.
aber nicht immer existiert ein gordischer Knoten da, wo man ihn vermutet, oft sind es einfach nur Seifenblasen
Ich wage zu behaupten, dass der Schüler von diesem beschriebenen Ausgangspunkt ebenfalls das Zeug zu einem armen Mann hat.
Ganz bestimmt hat er das, liebe Stella. Vermutlich haben wir alle das Zeug dazu ein "armer Mann" zu werden. Der Schüler ist vermutlich schon einen Schritt weiter...
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