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Der Krieger des Lichts...

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    #46
    Zitat von Tintenweberin Beitrag anzeigen
    Der Krieger, der von den Meistern seiner Zunft unterrichtet wurde und ein meisterliches Schwert in seinen Händen hält, ist ein gefährlicher Gegner. Doch er ist nicht unbesiegbar. Ein Moment des Zweifels oder die Erinnerung an die Angst vergangener Tage führen leicht dazu, dass er verwundet und nieder gerungen wird.

    Gefährlicher ist der Krieger, der sein Schwert auf der Zunge trägt und die Kunst der alten Meister studiert hat. Aber auch er ist nicht unüberwindlich. Intrigen und übler Nachrede sind Fußangeln, mit denen selbst die Tapfersten zu Fall gebracht werden und aus Angst vor den Gespenstern einer schreckensvollen Vergangenheit oder einer düsteren Zukunft, verleugnen ihn seine Gefährten wie Petrus es einst tat.

    Unbesiegbar ist allein der Krieger, der die Kunst des guten Kampfes in der Einsamkeit hoher Berggipfel oder finsterer Täler studiert hat und der das Schwert in seinem Herzen trägt. Obwohl er kein Mitleid kennt, fühlt er mit allem was ist. Obwohl er die Nöte der Welt sieht, nimmt er keine Herausforderung an. Wenn er sich dennoch zum Kampf rüstet, ist ihm der Sieg gewiss.

    (Tintenweberin, Persönliche Notizen zum Handbuch des Kriegers des Lichts)
    Als ich den Text geschrieben habe, hatte ich dabei meine eigene Entwicklung im Kopf... - Früher habe ich oft gekämpft. Um Gerechtigkeit, um Anerkennung oder um Liebe. Nicht nur für mich sondern oft auch für andere. Ich habe mich mit allem, was mir zur Verfügung stand in diese Gefechte geworfen. Ich habe hart gearbeitet, um meinen Wert zu beweisen und viele Bücher gelesen, um die Richtigkeit meiner Ideen zu belegen. Aber ich bin dabei allzuoft über meine eigenen Füße und über meine Vergangenheit gestolpert. Ich habe gegen Phantome gekämpft und wurde von meinen eigenen Ängsten oder Hoffnungen besiegt.

    Dann habe ich mein Schwert bei Seite gelegt und mich darauf verlegt, nach der Wahrheit hinter den Schatten zu suchen. Ich habe mit anderen darum gerungen, gemeinsam durch ihre und meine Schatten hindurch zu treten, um das wahre Wesen eines Konflikts zu erkennen. Ich war so sicher, dass uns dieser Kampf gemeinsam auf eine höhere Stufe des Bewusstseins bringen würde, aber meine "Gegenspieler" haben meine Worte so oft um und umgewendet, bis keine Wahrheit mehr darin war und meinen Gefährten wurde die Angelegenheit zu brenzlig oder zu unbequem.

    Als ich angefangen habe, diesen Text zu schreiben, stand ich vor den Trümmern eines Traums und ich dachte darüber nach, ob ich nicht besser umkehren und wieder zum Schwert und der Rüstung der Kriegerin greifen soll. Ich hatte mich völlig en-blößt, hatte auf alle Tricks und Finten verzichtet und war dennoch kläglich gescheitert. Im Schreiben hat sich der dritte Absatz überhaupt erst entwickelt und ich kann selbst nur raten, was er zu bedeuten hat...

    Der Krieger, der sein Schwert im Herzen trägt hat keine menschlichen Lehrer mehr, denn er ist der Schüler des Weges, der ihn ausgewählt hat. Er sieht die Welt wie sie ist, mit all ihrer Schönheit und mit ihrer Grausamkeit, aber er empfindet kein Mitleid. Er sieht, wie die Natur durch die Hand der Habgier zerstört wird und es lässt ihn kühl. Er sieht, wie Menschen durch Angst oder Zorn zerfressen werden, aber es berührt ihn nicht. Er tut sich auch selbst nicht Leid, obwohl er oft unter dem Unbill seines Weges leidet. Er folgt seinem Weg und er tut, was getan werden muss, weil er weiß, dass das seine Aufgabe ist.

    Die letzten beiden Sätze verstehe ich auch (noch) nicht. Aber ich bin fast sicher, dass mir das Leben zeigen wird, was damit gemeint ist...

    zwei prägefrische Cents
    von der Tintenweberin (die es gerade ausgesprochen lustig findet, ihre eigenen Texte zu interpretieren...)

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      #47
      Hej Weberin

      durch Dich spricht die Wahrheit ueber das Sein und nur das zu verstehen ist eine Herausforderung.

      Wieviel mehr, wenn es den Inhalt gilt!

      Kap Horn

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        #48
        Liebe Tintenweberin,

        du hast mir in meinen Kopf ein wunderschönes Bild vom Weg zur Meisterschaft gemalt, danke dafür!

        Es verneigt sich, der !Wot!

        __________________
        Das was du denkst, das bist du! (Texta)

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          #49
          Zitat von Orange Seahorse Beitrag anzeigen
          hi,
          habe nun mein buch genommen, habe versucht, die zeilen zu finden...
          Ich möchte mich - wenn auch etwas verspätet - für dein Kompliment bedanken, liebes Seepferdchen.

          Ganz am Anfang, als ich in diesem Forum aufgetaucht bin, hat mich mal jemand gefragt, ob ich vielleicht im richtigen Leben Cornelia Funke wäre. (Nein, bin ich natürlich nicht... )

          Aber es hat noch niemand einen Text von mir in den Büchern meines hochverehrten Lieblingskollegen gesucht...

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            #50
            "echter" auszug aus dem "handbuch "krieger des lichts":

            ein krieger des lichts hält das schwert in seinen händen.
            er allein entscheidet, was er tun wird und was er auf gar keinen fall tun wird.
            es gibt augenblicke, in denen das lebenin eine krise gerät: dann ist der krieger gezwungen, sich von dingen zu trennen, die er immer geliebt hat. er denkt nach und ergründet, ob er den willen gottes erfüllt oder aus egoismus handelt. wenn die trennung wirklich teil seines weges ist, nimmt er sie ohne murren hin.
            wurde aber die trennung in böser absicht von einem anderen herbeigeführt, wird sein gegenschalg gnadenlos sein.
            der krieger kann zuschlagen oder verzeihen. er weiss beide möglichkeiten gleichermaßen geschickt einzusetzen.


            .......

            OS

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              #51
              Bin neu hier...

              An Tintenweberin
              Dein Text #46 hat mich echt verblüfft.
              Ich hätte nicht gedacht das unter all den texten die selbst verfasst wurden so etwas meisterhaftes rauskommt. Denn das hätte schon fast von Paulo Coelho stammen können. Denn ich habe die einsamkeit kennengelernt, auch wenn ich es vllt nicht wirklich war, im inner war ich es.

              Ich habe das Buch erst vor kurzem gelesen und ich weiß nicht wiso und wie das sein kann, dass jemand so etwas schreibt, so etwas das mit meinem Leben so eng verbunden ist. Ich habe das Buch aufgeschlagen und mir ist es fast so vorgekommen als würde ich über mich selber lesen. doch nie habe ich am blick erkannt ob ich einen krieger des licht vor mir stehen habe, vllt hatte ich ein gefühl, eine ahnung, doch bis dato habe ich selber ja nicht gewusst was ich bin.

              das buch hat mir dinge klar gemacht die ich instinktiv gemacht aber nicht verstanden habe und jetzt verstehe
              durch dieses buch habe ich meine bande zu gott gestärkt
              dieses buch wird mich mein leben lang begleiten um mich an alles zu erinnern, falls ich es vergessen sollte.

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                #52
                Der Krieger des Lichts dankt dem Leben nicht nur für seine Siege sondern auch für alle Niederlagen und für die Sehnsucht, die ihm manchmal das Herz schwer macht.

                Er dankt den Niederlagen weil sie ihm zeigen, dass es noch etwas zu lernen gibt, wo er bereits unaufmerksam wurde. Und der Sehnsucht dankt er dafür, dass sie ihm dabei hilft, die Zeichen am Rand seines Weges zu entziffern.

                (Tintenweberin, Persönliche Notizen zum Handbuch des Kriegers des Lichts)

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                  #53
                  Oh man.... musste eben fast weinen als ich das alles gelesen hab!
                  Die Krieger des Lichts Erzählungen passen gerade total...vielen Dank an euch alle!
                  Liebe Tintenweberin, Deine Worte haben mich sehr berührt, mir geht es ähnlich! Habe lange gekämpft und Grenzen abgesteckt...Wurde des kämpfens müde und habe es mit Nachsicht und Verständnis versucht! Doch beides hat mir nicht geholfen!
                  Gerechtigkeit so wie Erlichkeit sind mir so wichtig geworden....
                  Ich spühre es auch immer sofort wenn jemand nicht erlich zu mir ist. Und es verletzt mich unheimlich! Ich habe bereits gelernt das Erziehungsmaßnahmen nicht viel bringen, es meistens sogar noch verschlimmern. Ich habe mich jedoch in letzter Zeit gefragt wie ich damit umgehen kann? Mich von jedem trennen der nicht erlich ist? Tintenweberin dieser Satz hat mich besonders berührt:
                  Der Krieger, der sein Schwert im Herzen trägt hat keine menschlichen Lehrer mehr, denn er ist der Schüler des Weges, der ihn ausgewählt hat. Er sieht die Welt wie sie ist, mit all ihrer Schönheit und mit ihrer Grausamkeit, aber er empfindet kein Mitleid. Er sieht, wie die Natur durch die Hand der Habgier zerstört wird und es lässt ihn kühl. Er sieht, wie Menschen durch Angst oder Zorn zerfressen werden, aber es berührt ihn nicht. Er tut sich auch selbst nicht Leid, obwohl er oft unter dem Unbill seines Weges leidet. Er folgt seinem Weg und er tut, was getan werden muss, weil er weiß, dass das seine Aufgabe ist.

                  Vieleicht muss man wirklich eine beobachtende Position einnehmen, so interprettiere ich das jetzt...
                  So wie der Zen-Meister schmunzelnd da sitzt und beobachtet wie seine Schüler so manchen irrweg nehmen bis sie dann letztendlich an ihrem Ziel ankommen... Er gibt sobald er gefragt wird kleine Rätsel auf als Stütze für die suchenden Schüler. Er ist jedoch stets bei sich, schmunzelt und beobachtet....

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                    #54
                    Der Krieger des Lichts folgt seinem Weg auch wenn dieser steil ist und steinig. Er folgt dem Zug seines Herzens und achtet auf die Zeichen am Rande des Weges. Irgendwann bemerkt er, dass ihm die Steine, an denen er sich früher die Zehen blutig gestoßen hat, kaum noch stören, denn er hat gelernt, ihnen auszuweichen oder darüber hinweg zu steigen, ohne sich allzu lange von ihnen ablenken oder aufhalten zu lassen

                    An dem Ort, an dem alle bekannten Wege enden und ein unbekanntes Land beginnt, wartet ein Engel auf den Krieger.
                    „Wie hast du mich gefunden?“ fragt der Engel und der Krieger antwortet ihm:
                    „Indem ich meinem Herzen gelauscht und die Zeichen gelesen habe.“
                    „Und wo hast du die vielen Steine gelassen, die auf deinem Weg lagen?“ fragt der Engel weiter.
                    „Oh ja, die Steine...“ erinnert sich der Krieger. „Anfangs bin ich oft darüber gestolpert und ich habe sie verflucht, wenn ich mich ihretwegen verletzt hatte. Später habe ich sie mir ganz genau angesehen um sie zu verstehen. Manche Steine habe ich jahrelang mit herum geschleppt bevor ich erkannte, dass es keinem nützt, wenn ich mich damit belaste. Inzwischen steige ich einfach darüber hinweg und lasse sie liegen.“
                    „Und woraus“, meint der Engel, „soll ich den Weg bauen, der diejenigen, die nach dir hier her kommen, über diesen Ort hinaus in das unbekannte Land der Zukunft führt?“

                    Jetzt erst versteht der Krieger die Botschaft der Steine und er kehrt zu ihnen zurück um sie auf seinem Rücken dorthin zu tragen wo die Engel an den Wegen der zukünftigen Krieger des Lichts bauen...

                    (Tintenweberin, Persönliche Notizen zum Handbuch des Kriegers des Lichts)

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                      #55
                      danke!

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                        #56
                        Der Meister geht mit seinem Schüler am Ufer eines Flusses entlang. Unterwegs begegnen sie einem Mann, der ihnen sein Leid klagt.
                        "Die Welt ist ungerecht", sagt der Mann. "Während mein Nachbar in Saus und Braus lebt muss meine Familie Hunger leiden."

                        Wortlos setzt sich der Meister auf einen Stein am Ufer und wirft seine Angel in den Fluss. Es dauert gar nicht lange bis er den ersten Fisch gefangen hat, bald darauf fängt er einen zweiten, einen dritten und einen vierten. Er packt die Angel und die Fische ein, bedeutet dem Schüler, ihm zu folgen und setzt seinen Weg fort. Schimpfend bleibt der Mann hinter ihnen zurück.

                        "Warum bist du so hartherzig?" fragt der Schüler schließlich. "Zwei Fische sind für uns genug. Die beiden anderen hättest du ihm doch schenken können."
                        "Er hat mich nicht darum gebeten", entgegnet der Meister.

                        Als der Meister und sein Schüler am nächsten Tag an den Fluss zurück kehren ist der hungrige Mann bereits da und als er sieht, dass der Meister wieder Fische fängt, fasst er sich ein Herz und tritt zu ihm hin.
                        "Während dir das Glück gewogen ist, muss meine Familie hungern", sagt der Mann. "Bitte schenk mir einen deiner Fische, damit ich nicht mit leeren Händen nach Hause zurück kehren muss." Doch der Meister reicht ihm statt dessen seine Angel.
                        "Der Fluss ist voller Fische", sagt er dabei. "Fang dir selbst, was du für dich und deine Familie brauchst." Doch der hungrige Mann wirft die Angel wütend zu Boden und bleibt schimpfend zurück, während der Meister mit dem Schüler weiter geht.

                        "Vermutlich kann er mit der Angel nicht umgehen", meint der Schüler. "Du hättest ihn das Angeln lehren sollen."
                        "Er hat mich nicht danach gefragt", antwortet der Meister.

                        Als die beiden am nächsten Tag noch einmal zum Fluss kommen ist der hungrige Mann auch wieder da. Mit einer tiefen Verbeugung nährt er sich dem Meister.
                        "Meine Familie soll nie wieder Hunger leiden", sagt er dabei. "Bitte lehre mich, zu angeln."
                        "Was denkst du eigentlich, was ich hier tue?" entgegnet der Meister. Der Mann dreht sich auf der Stelle um und stapft schimpfend davon.

                        "Warum hast du ihn gekränkt?" fragt der Schüler entrüstet. "Es hätte dir doch keine Mühe gemacht, seine Bitte zu erfüllen."
                        "Und was denkst du, warum ich seit drei Tagen an diesem Fluss sitze und Fische fange", entgegnet der Meister. "Wenn nicht, um diesen Mann das Angeln zu lehren."

                        (Tintenweberin, Persönliche Notizen zum Handbuch des Kriegers des Lichts)
                        Zuletzt geändert von Tintenweberin; 05.03.2010, 19:53.

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                          #57
                          Zitat von Tintenweberin Beitrag anzeigen
                          "Und was denkst du, warum ich seit drei Tagen an diesem Fluss sitze und Fische fange", entgegnet der Meister. "Wenn nicht, um diesen Mann das Angeln zu lehren."
                          Interessante Geschichte oder vielleicht auch Analogie.

                          Was denkst Du, warum ist dieser Meister so erfolglos mit seinem Schüler, warum wird er nicht verstanden, bzw. kann gar nicht verstanden werden?

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                            #58
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                              #59
                              Zitat von Hubert1 Beitrag anzeigen
                              Was denkst Du, warum ist dieser Meister so erfolglos mit seinem Schüler, warum wird er nicht verstanden, bzw. kann gar nicht verstanden werden?
                              Oh nein, Meister Hubert... - Der Meister aus meiner Geschichte ist ebenso wenig erfolglos wie dein Meister mit der Blumenvase neben dem Wandschirm.

                              Er zeigt seinem Schüler lediglich, dass sich hinter dem Augenscheinlichen, das Offensichtliche versteckt, im Offensichtlichen das Scheinbare, im Scheinbaren, das Wahrscheinliche und im Wahrscheinlichen nicht immer die Wahrheit...

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                                #60
                                Der Schüler ist zu kurzsichtig. Er steckt in seiner "Blickwinkelbox" fest. Ich wage zu behaupten, dass der Schüler von diesem beschriebenen Ausgangspunkt ebenfalls das Zeug zu einem armen Mann hat.

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