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Der Wolf ist da!

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    Der Wolf ist da!

    Zitat von elandi Beitrag anzeigen
    Oh ja, das Foto gefällt mir auch. Du hast wunderbar seinen aufmerksamen Blick eingefangen. Unser Schäfer hier hat seine Hunde, die die Herde zusammenhalten und noch drei Herdenschutzhunde - man glaubt es kaum, aber wir gehören tatsächlich schon zum "Wolfsgebiet" und es ist sinnvoll, die Herden zusätzlich zu schützen. 25 km entfernt hat sich eine Wölfin angesiedelt und mittlerweile ihr eigenes Rudel gegründet. Ein paar Tiere sind nachweislich von den Wölfen geholt worden, u. a. ein Pony - das hat einen großen Aufstand gegeben.
    Zitat von Serafin Beitrag anzeigen
    Ja, der Wolf - ein sehr emotionales Thema, auch hierzulande. Es geht um Geld, Pfründe, Mythen, Naturschutz, Existenzen, Heile-Welt Illusionen, Macht, Politik und Vorurteile. Indem es zu einer Frage von Gut und Böse hochstilisiert wird, gibt es in vielen Köpfen nur noch die radikalen Extrempositionen. Entweder alle Wölfe abknallen oder komplett unter Schutz stellen. Beides ist nicht zielführend.

    Herdenschutzhunde halte ich hingegen für einen pragmatischen Weg, wohl wissend, dass es keinen 100%igen Schutz gibt.
    Zitat von Tintenweberin Beitrag anzeigen
    So sehr ich den Wölfen ihren Platz in der Natur gönne, wenn sie sich eins meiner Alpakas "holen" und dabei vermutlich gleich noch die anderen vier töten oder schwer verletzen würden, weil Tiere, die auf Weiden oder in Ställen gehalten werden, nun mal nicht fliehen können, würde ich auch für einen Bettvorleger aus Wolfsfell plädieren ...
    Zitat von Faszinosum Beitrag anzeigen
    Kangal‘s haben für diese Aufgabe einen guten Ruf
    Zitat von Faszinosum Beitrag anzeigen
    Für den verständnisvollen gegönnten Platz in der Natur bedarf es leider auch Nahrung.
    solange der Wolf beim Nachbarn zu Tisch geht, ist er gegönnt wertvoll und schützenswerte.
    wir stehen nicht nur hier immer zwischen den Stühlen?!
    Zitat von Tintenweberin Beitrag anzeigen
    Hier gibt es genug Rehe und Wildschweine, die Herr oder Frau Wolf essen und an ihren Nachwuchs verfüttern können. Bei der Laufleistung, zu dem ein Wolfsrudel in der Lage ist, könnten sie sich sogar darauf beschränken "Roadhunting" zu betreiben und die Straßen nach überfahrenem Wild absuchen.

    Herdenschutzhunde zu halten, ist eine Aufgabe, die erheblich mehr Zeit, Geld und Aufmerksamkeit beansprucht wie die Haltung der Herde, die sie bei mir beschützen sollten. Ich setze auf gut eingezäunte Weiden und konsequente Aufstallung über Nacht. Aber wenn wir dieses Thema tatsächlich vertiefen wollen, sollten wir uns einen anderen Platz suchen.

    #2
    Bei uns in der Ecke werden Herdenschutzhunde für Herden in ausgewiesenen Wolfsgebieten bezuschusst. Nichtsdestotrotz ist die Anschaffung eines ausgebildeten Hundes teuer und die Halter müssen/sollten (das weiß ich nicht sicher) ebenfalls eine spezielle Schulung absolvieren. Ein Hund alleine reicht definitiv nicht, unser Wanderschäfer hat mit zwei ausgebildeten Hunden im ersten Jahr angefangen und hat sich ein Jahr später einen Junghund dazu geholt, den er mit Hilfe der beiden "Großen" selbst ausgebildet hat.

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      #3
      Wahrscheinlich wählen Wölfe ebenfalls den bequemsten Weg und reissen lieber ein Schaf als Wildtieren hinterherzuhetzen.

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        #4
        Und wenn sie einmal gelernt haben, dass Schafe oder Kälber oder Fohlen fangen einfach und ungefährlich ist, tun sie's immer wieder. Vielleicht sollte man die Viehhalter in Wolfsgebieten und die Jäger, die den Viehhaltern natürlich gerne zu Hilfe eilen, mit Gotcha-Waffen oder Gummigeschossen ausrüsten. Damit könnte man die Wölfe vermutlich vergrämen ohne sie zu verletzen oder sogar zu töten.

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          #5
          Und wenn sie einmal gelernt haben, dass Schafe oder Kälber oder Fohlen fangen einfach und ungefährlich ist, tun sie's immer wieder.
          Deshalb sicher unterbringen und nicht verführen im Sinne von nachlässig 'als Futter anbieten'.
          Nicht immer einfach. Aber ich halte es für machbar.

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            #6
            Bei den Nachbarn einer Frau, die ich im Februar in einem Kameliden-Seminar kennengelernt habe, ist ein Wolf in den Kälberstall eingedrungen, obwohl er dazu eine brusthohe Tür überspringen musste. Er hat zwei Jungtiere getötet und vier weitere so schwer verletzt, dass sie notgeschlachtet werden mussten, bevor ihn der Mann mit Licht, Gebrüll und Geklapper vertreiben konnte

            Für den Landwirt war es "nur" ein wirtschaftlicher Schaden, der zwar sehr spät aber einigermaßen angemessen ersetzt wurde. Für die Tiere - auch die in den benachbarten Ställen - war es eine Katastrophe. Und wenn sich der Landwirt aus Sicherheitsgründen dafür entscheidet, seine Tiere bei dauergeschlossenen Türen im Stall zu lassen und lieber einen über den anderen Tag zu den Weiden hinaus zu fahren um Grünfutter zu schneiden, kann man kaum noch von artgemäßer Tierhaltung sprechen ...

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              #7
              Was ich nicht verstehe, wieso ein Wolf im Jagdfieber ein Tier ums andere reisst und sich nicht mit einem begnügt. Obwohl er ja niemals alles Fleisch fressen kann. Und aufheben kann er es auch nicht. Vielleicht um gleich noch die ganze Sippe zu versorgen, wenn einem das Jagdglück einmal hold ist?!

              Auf der anderen Seite legt es aber auch den Finger auf den wunden Punkt unseres absolut kranken Umgangs mit "Nutztieren". Kälber allein in einem Stall - klar, damit wir die Milch nutzen können, müssen sie von den Muttertieren getrennt werden. In der Herde würden sie natürlicherweise von den erwachsenen Tieren verteidigt werden.

              Und wenn ich dann sehe, wie das Vieh in den Mastbetrieben normalerweise gehalten wird, in engen Ställen ohne Tageslicht im eigenen Dreck stehend... Aber alles gemäss Vorschrift. Da frage ich mich manchmal schon, wer den Tieren mehr Schaden zufügt, der Mensch oder der Wolf.

              Und klar, bei Schafen funktioniert der Schutz in der Herde natürlich auch nicht, weil auch die erwachsenen Schafe dem Wolf nicht viel entgegenzusetzen haben. Ebensowenig wie die Hühner dem Fuchs.

              Ich habe auch keine Lösung.

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                #8
                Ja, das Miteinander-Auskommen klappt in manchen Regionen noch nicht so ganz.
                Kenne Stimmen, denen Wölfe total verhasst sind, einen sogar, der eine regelrechte irrationale Hetze betreibt und Angst schürt, indem er alle Negativ-Schlagzeilen sammelt und verbreitet. (Möchte mir gar nicht vorstellen, wie seine Hetze aussähe, wenn Wölfe wegfielen)
                Und dann gibt's wieder andere, die sagen, es ist zwar eine Umstellung, man muss etwas umdenken, aber dann klappt es.

                Dass ein Wolf einfach so in die Nähe von Höfen kommt und sogar über eine Stalltüre in das Stallinnere springt, ist schon sehr ungewöhnlich. Vermute, da hat er zuvor auch schon Blut geleckt... Normalerweise sind sie ja sehr scheu.
                Gab mal einen, der Dörfern zu nahe kam - wenn einer die Scheu verliert, dann bleibt wohl leider keine andere Lösung als ein Abschuss. Da beansprucht der Mensch das Recht für sich...
                Dass sie sehr hoch springen, habe ich auch mal von jemandem mit einem noch zu niedrigen E-Zaun gelesen.
                Aber insgesamt finde ich es schon ok, dass er wieder sachte eingebürgert wird. Dass es nicht zu viele werden, dafür sorgen dann schon die Jäger.

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                  #9
                  Zitat von Serafin Beitrag anzeigen
                  Was ich nicht verstehe, wieso ein Wolf im Jagdfieber ein Tier ums andere reisst und sich nicht mit einem begnügt. Obwohl er ja niemals alles Fleisch fressen kann. Und aufheben kann er es auch nicht. Vielleicht um gleich noch die ganze Sippe zu versorgen, wenn einem das Jagdglück einmal hold ist?!
                  In der freien Wildbahn reißen Wölfe üblicherweise nur ein Beutetier, weil die anderen auf und davon sind, bis sie das erste getötet haben. Wenn sich ein erfolgreicher Jäger nach dem Riss in einer panischen Herde findet, kann er kaum anders als weiter töten.

                  Zitat von Serafin Beitrag anzeigen
                  Kälber allein in einem Stall - klar, damit wir die Milch nutzen können, müssen sie von den Muttertieren getrennt werden.
                  In diesem Fall waren die Kälber keine milchtrinkenden Kälbchen, sondern Jungtiere, die anfangen, ihren Müttern auf den Keks zu gehen, und deshalb als Halbstarke lernen sollen, miteinander klar zu kommen. Da der Landwirt keine Milch- sonder Fleischwirtschaft betreibt, hat er kein Interesse daran, die Kälber zu früh von ihren Müttern zu trennen.

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                    #10
                    Zitat von sskkyy Beitrag anzeigen
                    Dass ein Wolf einfach so in die Nähe von Höfen kommt und sogar über eine Stalltüre in das Stallinnere springt, ist schon sehr ungewöhnlich. Vermute, da hat er zuvor auch schon Blut geleckt... Normalerweise sind sie ja sehr scheu.
                    Leider sind die wolfstauglichen Reviere bei uns schon zu besiedelt, als dass Wölfe ihre natürliche Scheu vor Menschen beibehalten können. Ich wüsste nicht, wo man in Deutschland, Österreich oder der einen ganzen Tag lang geradeaus gehen könnte, ohne wenigstens auf menschliche Spuren zu stoßen.

                    Weil ich Füchse, Bussarde, Milane ... liebe, verzichte ich darauf, Hühner zu halten, obwohl ich das schon immer gerne einmal gemacht hätte. Und weil ich Wölfe liebe, muss ich vielleicht auch irgendwann darauf verzichten, Alpakas zu halten, obwohl es mir richtig schwer fallen würde ...

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