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    #91
    Ich glaube, es ist die Summe aller Unsicherheiten momentan, die es schwierig zu ertragen macht. Vor allem Dinge, die einem zwar direkt betreffen, aber auf die man keinen Einfluss hat, wie steigende Energiepreise, Krieg, Umstrukturierungen an der Arbeit, Sorgen um die Pension, usw. Aber auch der Klimawandel und die Biodiversitätskrise schüren Ängste.
    Es erstaunt mich deshalb nicht, dass Parteien mit einfachen "Lösungen" und jene, die diese Ängste zu bewirtschaften wissen, gerade wieder Auftrieb haben.

    Ich finde es jedenfalls interessant zu beobachten, wie sich in der Schweiz die bürgerlichen Parteien fast schon freudig auf die Energiemangellage stürzen. Hier hat man endlich ein einfach verständliches Ziel, kann die Ärmel hochkrempeln, kann aktiv etwas tun, um dieses Problem zu bekämpfen! Man kann sich als richtiger Macher präsentieren!
    Dass dabei der Natur- und Landschaftsschutz unter die Räder kommen, wird völlig ausgeblendet. Schliesslich muss man jetzt gegen die drohende Energieknappheit vorgehen, und sei es mit neuen AKWs, Gaskraftwerken und riesigen Solarfarmen in den Bergen!
    Was derzeit im Parlament abgeht, ist fast schon grotesk, wie da im Eilverfahren und mit Notverordnungen etablierte Prozesse ausgehebelt werden. Und so werden dann Fakten geschaffen, welche einen ganzen Rattenschwanz an neuen Problemen nach sich ziehen, weil das alles nicht durchdacht ist.

    Spannend, dass eigentlich am Anfang dieser Dynamik das Unvermögen steht, die Ambiguität aushalten zu können. Dabei ist das eigentlich der neue Normalzustand.

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      #92
      Ich frage mich ob es möglich ist die vielen Eigeninteressen so zu kombinieren, dass wieder mehr Vertrauen
      entstehen kann? Zweifel entstehen blitzartig, Vertrauen baut sich langsam auf.
      Noch habe ich Hoffnung, dass viele Ideen aus unterschiedlichen Bereichen auf passende Lösungen stoßen.

      Ich will es nicht normal ... Ich bevorzuge optimal

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        #93
        Hallo liebe Möglichkeiten!?

        Vertrauen in wen oder was?
        Ich würde in diesem Zusammenhang zu dem Wort Zweifel das Wort Misstrauen hinzufügen.

        Vertrauen ist ein wichtiger Aspekt, besonders vor dem Hintergrund einer unüberschaubaren Situation, in der vieles unklar ist.

        Vertrauen ist zukunftsbezogen und mit Unvorhersehbarkeit verbunden. Ebenso ist Vertrauen vergangenheitsbezogen, da es auf Erfahrungen in der Vergangenheit beruht.
        Vertrauen bedeutet Verzicht auf Kontrolle, wodurch die Komplexität eines Sachverhalts reduziert wird und die eigenen Handlungsmöglichkeiten erweitert werden.
        (Man verlässt sich darauf, dass der Mechaniker das Auto repariert hat und man somit wieder sicher Auto fahren kann. Das erfordert Vertrauensbereitschaft, erweitert aber basierend auf diesem Vertrauen die eigenen Möglichkeiten, aktiv zu werden/wieder mit dem Auto zu fahren. Der eine hat seinen Teil getan und darauf aufbauend und vertrauend kann man selbst handeln.)

        Vertrauen bedeutet, sich verletzlich und angreifbar zu machen. Es besteht die Möglichkeit, an Körper und Seele oder worum auch immer geht, verletzt zu werden. Einen gravierenden "Schaden" zu haben. Und das kann das Vertrauen so schwer machen.

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          #94
          Liebe Mistral,
          ich freue mich wieder von dir zu lesen.

          Zweifel oder mangelndes Vertrauen = Misstrauen
          Da steckt immer eine Angst dahinter. Genau über diese ursächlichen Ängste wird viel zu oft geschwiegen.
          Ob bewusst oder unbewusst ?

          Ich habe gerade nicht so viel Zeit um weiter diesen Gedanken zu verfolgen.
          Ob eine Aktion mehr Chancen oder mehr Risiko beinhaltet, ist halt eine Abwägung, die jeder für sich selbst abwiegen muss.
          Gibt aber schon Tendenzen, dass es bald der KI überlassen wird.
          Die KI denkt und ich backe den Kuchen zum 85. Geburtstag meines Vaters am Sonntag.
          Sollte das nicht umgedreht sein?! Sicher nicht, ist doch eine -Aktion!


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            #95
            Ein Dialog aus dem Tatort "Murot und das Paradies" mag auf den ersten Blick witzig wirken, man kann sich aber auch ernsthaft damit auseinandersetzen.

            Kommissar Murot erzählt dem Psychiater seinen Traum:
            Er hätte geträumt, dass er die Telefonnummer von Gott hat und er bräuchte ihn nur anzurufen.
            Psychiater: Und dann?
            Murot: Er ist nicht rangegangen.

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              #96
              Zitat von Mistral1 Beitrag anzeigen
              Ein Dialog aus dem Tatort "Murot und das Paradies" mag auf den ersten Blick witzig wirken, man kann sich aber auch ernsthaft damit auseinandersetzen.
              Spannend, das ruft geradezu nach einer Sechs-Wörter-Geschichte - auch unter dem Begriff "Flash Fiction" bekannt.
              Angeblich soll Ernest Hemingway einst gewettet haben, dass er eine ganze Geschichte mit nur sechs Wörtern erzählen kann - das berühmte: "For sale: baby shoes, never worn"
              Eine unglaublich starke Geschichte, finde ich!

              Auch der Dialog beim Psychiater lässt sich so stark verdichten:
              "Ich rufe Gott an. Keine Antwort"
              oder
              "Rufe Gott an. Keiner geht ran"

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                #97
                Oh ja, bemerkenswert - beide Geschichten!

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                  #98
                  (Habe Nummer. Gott kein Handy.Tränen.)

                  Danke, Serafin, für den Hinweis auf diese literarische Kunstrichtung. Daran habe ich überhaupt nicht gedacht. Mir geht es wie Nomada. Beides finde ich bemerkenswert und spricht mich an.

                  Mir gefällt diese Form, mit wenigen, aber passgenauen, phantasieanregenden Worten, eine maximale Wirkung zu erzielen. Wie in dem Hemingway-Beispiel so dermaßen schonungslos komprimiert, dass es wie ein Schlag in die Magengrube ist.
                  Zuletzt geändert von Mistral1; 12.11.2023, 10:41.

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                    #99
                    Erinnert jetzt fast an ein Haiku. Nicht die Form aber die Wirkung.

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                      Maximal verdichtetes Kopfkino.

                      Toll finde ich auch diese beiden Geschichten hier, gleich im ersten Absatz.
                      Tragödien, die aber erst nach und nach in den Gedanken entstehen.

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                        Oh ja, war mir nicht klar, dass das schon eigenes Genre ist! Der Name "Flash Fiction" ist auch schön sprechend.
                        Und man kann sie gut weitererzählen, wie Witze. Wenn man sie sich merken kann. Wobei: manche Witze gehören sicher auch dazu.

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                          Ich habe mich gerade auf der Seite, die Serafin verlinkt hat, festgelesen und finde die Frau sehr interessant. Die Kurz- oder Kürzestprosa, die ihr dort gefunden habt, gefällt mir auch. Danke für den Link.

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