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Henrik: Wer bin ich?

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    Henrik: Wer bin ich?

    Henrik
    Neu im Forum
    • Dabei seit: 09.10.2019
    • Beiträge: 0
    Hallo und viele Grüße aus dem Harz an alle Teilnehmer. Ich, Henrik, möchte mich kurz vorstellen: Es handelt sich um mein erstes Forum, und ich bin neugierig, wie der Erfahrungsaustausch funktioniert. Mein Thema ist "Philosophie und Spiritualität". Dazu habe ich durch meine Lebenserfahrung verschiedene Beiträge einzubringen und bin andererseits an anderen Ansichten sehr interessiert. Glückauf!

    09.10.2019, 19:31
    Ich fange einfach mal an zu schildern, wie ich zu diesem Thema gekommen bin und wie ich daraufhin damit umgegangen bin: Durch eine Lebenskrise, die mich schwer erschüttert hat (Ehescheidung), fing ich an, nach den Hintergründen zu suchen. Ich beschäftigte mich dann viele Jahre mit den weisen Büchern aus allen Glaubensrichtungen. Dabei kristallisierten sich bestimmte Punkte heraus, zu denen ich genau passende Erfahrungen machte. Beispiel: Das Prinzip "Auge um Auge." Es geht natürlich ums Zurückschlagen. Warum haben Mandela oder Luther King oder Gandhi dies genau nicht getan. In Hinduismus, Buddhismus, Islam (nur Mystik), Taoismus, Christentum, Jainismus, usw. habe ich dazu sehr klare Statements gefunden. Aber erst als ich es selbst probiert habe und vor allem wusste, warum! merkte ich, welche ungeheure Kraft in diesem Prinzip steckt. Soviel zum Verfahren.
    Aber inhaltlich beginnen möchte ich mit einem Punkt, der sich meiner Ansicht nach eben besonders gut als Einstieg eignet, nämlich mit der Frage: Wer bin ich wirklich? Was ist meine Identität? Dazu habe ich einen Text verfasst, den ich in eínem ersten von zwei kurzen Auszügen hier hineinkopiere und dann mal gespannt bin, was ihr dazu sagt.


    Zwei Seelen wohnen, ach, in meiner Brust

    Der spirituelle Weg steht und fällt mit der Erkenntnis, was der Mensch ist, wie beschaffen er ist: Was bin ich, wie bin ich, wer bin ich. „Erkenne dich selbst“, „Gnothi se auton“: So lautet die Überschrift über dem Tempel von Delphi, in dem die Weissagerin Pythia die Geschicke der Frager orakelte. Diese Selbsterkenntnis ist der entscheidende Schlüssel für ein erfolgreiches, erfülltes Leben, in dem der Mensch seine Bestimmung verwirklicht. Wenn ich weiß, wer ich bin, weiß ich, wonach und wie ich mein Leben führe. Die Thematisierung der Selbsterkenntnis finden wir in den verschiedensten Bereichen menschlicher Kultur:

    Literatur:
    "Wie in einem jeden Menschen lebten auch in Nechljudov zwei Menschen, der moralische Mensch, der sein Wohl im Wohl der anderen suchte und der tierische Mensch, der nur sein eigenes Wohl suchte und diesem Wohl die ganze Welt zu opfern bereit war ..."(Leo N. Tolstoj: Auferstehung; Band I, Kap. 14)

    Malerei:
    Der norwegische Künstler Edvard Munch zeigt in seinem Bild "Der ertrunkene Junge" eine helle und eine dunkle Männerfigur nebeneinander hergehend, die die zwei Seiten der gleichen Person darstellen sollen und die darum kämpfen, den Menschen zu beherrschen. Der Künstler selbst äußert sich dazu wie folgt:
    "Die Spaltung der Seele, ... die wie zwei zusammengebundene Vögel jeder nach seiner Seite streben ... ein fürchterlicher Kampf im Käfig der Seele." (Munch-museet. Oslo 2007)

    Philosophie:
    Arthur Schopenhauer auf die Frage, wer er sei:
    "Im Herzen steckt der Mensch, nicht im Kopf. Zwar sind wir gewohnt, ... das gewohnte Ich als unser eigentliches Selbst zu betrachten. ...Dieses ist aber bloße Gehirnfunktion und nicht unser eigenstes Selbst, ... das, wenn das [Ich] im Tode untergeht, unversehrt bleibt."

    Hinduismus:
    Das heilige Buch der Hindus, die Bhagavad Gita, beschreibt den Menschen auf folgende Art und Weise: "Zwiefach ist aller Wesen Art; teils göttlich, teils niederer Natur." (XVI,6); zudem lässt die Gita Gott Krishna über sich sagen:
    „Ich bin der Gott, das ew’ge Selbst,
    das jedem Wesen innewohnt. … (X,20)

    Islam:
    Der Sufi-Mystiker Ibn Arabi schreibt im 13. Jahrhundert:
    "Wisse: Die menschliche Geschöpflichkeit besteht aus Geistseele (ruch) ... und Triebseele (nafs) ..."

    Christentum:
    In der spirituellen Sichtweise des Christentums lässt Johannes den Nazarener folgendermaßen zu Wort kommen:
    „Der Vater aber, der in mir wohnt, der tut die Werke.“

    Meister Eckhart, ein bedeutender geistiger Lehrer des christlichen Mittelalters, sagt klipp und klar:
    „In einem jeden Menschen gibt es zwei: den inneren und den äußeren..." (Von der Abgeschiedenheit);
    „Der äußere Mensch, das ist der feindliche und der böse, …, der innere … bringt allzeit gute Frucht und will die Gutheit.“ (Vom edlen Menschen)


    Im 17. Jahrhundert schreibt der schlesische Mystiker Angelus Silesius:
    „Zwei Menschen sind in mir:
    der eine will, was Gott will,
    der andre, was die Welt,
    der Teufel und der Tod wollen.“
    (Cherubinischer Wandersmann V, 120)

    Jüdische Weisheit:
    In der Schöpfungsgeschichte wird die (scheinbare) Dualität des Menschen symbolisch durch die beiden Elemente ausgedrückt, aus denen der Mensch geschaffen wurde, zum einen aus dem materiellen „Erdenkloß“, zum anderen aus dem „Atem Gottes“, der unstofflichen geistigen Dimension.
    Wie beschaffen aber sind diese beiden Teile des „Menschen?“ Gemeint ist einerseits die äußere, materielle Seite mit Hard- und Software - also der Körper mit Verstand, Gefühl, Gedächtnis usw.; das ist der materielle, biologische Mensch, der seinen Lebenszweck darin sieht, nur sein eigenes Wohl zu suchen, auf Kosten anderer. Da ist andererseits der geistige Mensch, seine geistige Dimension, die „Seele“, (in der spirituellen Literatur meist „Geist“, engl.: spirit, genannt, der „Vater in mir“, die Intuition, die innere Stimme, das Bauchgefühl, das Gewissen, der (hin)eingeborene Gottessohn, der „sein Wohl im Wohl der anderen sucht.“ Kann man es treffender ausdrücken als Goethe, der Faust sagen lässt:

    "Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust:
    Die eine hält in derber Liebeslust
    sich an die Welt mit klammernden Organen;
    die andre hebt gewaltsam sich vom * Dust
    zu den Gefilden hoher Ahnen."
    (Faust I. Vor dem Tor.)
    _____________________________________________
    * von „düster


    „Truth is within ourselves; In uns selber ist die Wahrheit;
    it takes no rise from outward things, sie entspringt nicht äußeren Dingen,
    whatever you may believe. ... was immer ihr auch glauben mögt.
    There is an inmost centre in us all, Es gibt einen Kern in uns allen,
    where truth abides in fullness; wo Wahrheit in Fülle weilt;
    and around wall upon wall, doch ringsum lauter Wälle,
    the gross flesh hems it in, ... das grobe Fleisch schließt uns ein. ...
    to know consists in opening a way, Wissen ist, dass man den Weg öffnet,
    where the imprisoned splendor may escape." durch den der gefangene Glanz frei werden kann."

    (Robert Browning: Paracelsus, aspires)

    Die erste Konsequenz, die ich daraus zog und sich in meinen Erfahrungen immer wieder gezeigt hat, ist, dass ich von zwei verschiedenen Programmen beeinflusst werde und meine Individualität (abgesehen von Geschmack, Aussehen,Temperament, usw.) im Wesentlichen aus einer individuellen Legierung dieser Programme besteht und wie ich welche zum Ausdruck kommen lasse, entweder das biologische Säugetier mit seinen Bestrebungen, für Überleben und Selbsterhaltung zu kämpfen (für Ernährung sorgen, sich fortpflanzen, in der Ruhe Kräfte sammeln, Konkurrenz wegbeißen, usw. usw.) oder sich bewusst machen "Ihr seid alle Götter!" und dann zu versuchen, Nächstenliebe zu verwirklichen, also im konkreten Fall als erstes Beispiel eben von Vergeltung in Form von Zurückschlagen abzusehen.

    Okay, das war's erstmal.​​

    Harzlichen Gruß
    Henrik

    #2

    Guten Tag Henrik,
    ohne deine Gedankengänge abwerten zu wollen, aber mir ist das zu verkopft - aber das war mir die Philosophie (die mir bekannte und versuchte) schon immer. Die Inhalte finde ich im alltäglichen Leben, in Gesprächen, in der Astrologie, in spirituellen Ecken und in der Natur viel leichter, lebendiger und zugänglicher.
    Von daher kann ich zu deinem Post nicht mehr sagen.

    Flora
    macht aber nix

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      #3
      Hallo Henrik, schön, dass du hierhin gefunden hast. willkommen.

      Kommentar


        #4
        Willkommen im Forum Henrik
        Ein individuell interessantes Thema das du da hast

        Kommentar


          #5
          Hallo Henrik,

          willkommen im Forum!
          Wenn man eine Lebenskrise nicht einfach abhakt (inwieweit das überhaupt funktioniert), sondern sich um Aufarbeitung bemüht, sind solche Gedanken ein Weg dazu, meine ich.

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            #6
            Nächste Runde (ist eigentlich die Fortsetzung vom ersten Teil):

            Seine wahre Identität erkennen zu lernen heißt, seinen spirituellen Teil nach und nach zu aktivieren und damit den tierischen mehr und mehr zu verdrängen. Paulus nennt das „tägliches Sterben.“ Damit meint er nicht ein Dahinsiechen, sondern das Ego zurückzudrängen und das Selbsterhaltungsverhalten des Wegbeißens zu überwinden, und zwar durch Selbsthingabe für den/die anderen. Dies meint das Christentum mit Nächstenliebe. Jeder hat das Potenzial des Halbgottes oder Gotteskindes, weil er Besitzer des göttlichen Funkens ist, ob er sich dessen bewusst ist oder nicht. Jeder hat das spirituelle Potenzial zur Selbsterkenntnis und -befreiung:

            „Ihr seid Götter und alle Kinder des Höchsten.“ (Ps. 82, außerdem Joh. 10,34)

            Daraus geht hervor, dass spirituelle Entwicklung, Transformation, Erleuchtung oder wie immer man das Erreichen eines höheren Bewusstseins nennen will, das eigentliche Wesenselement des Menschen ist; dazu bedarf es keiner besonderen Begabung.
            Aber niemand hat uns gesagt, dass jeder von uns vom Wesenskern her einzigartig, göttlich und faszinierend ist.

            „Was nützt es, ich wäre König und wüsste es nicht.“
            (Meister Eckhart: Predigten 15)

            Den Grund für unsere göttliche Herkunft nennt die Schöpfungsgeschichte: Es ist die Ebenbildlichkeit, also ein Verhältnis wie zwischen Vater bzw. Mutter und dem Kind. Dieses ist gewissermaßen ein Abbild der Eltern, aber doch nicht Erwachsenen gleich. Damit ist Schöpfungspotenzial verbunden. Dem Ego, dem äußeren Menschen, reicht die Ebenbildlichkeit aber nicht. Es möchte Gott spielen und Gleichheit erreichen.

            Natürlich hat der Mensch Schöpferkraft, aber nur von Zuständen und nicht von Prinzipien. Diese waren schon vor dem Menschen da. Der Mensch kann durch Erbmanipulation und Klonen das Design von Leben kreieren, aber nicht das Leben selbst. Dr. Viktor Frankenstein lässt grüßen.

            Dass der Mensch einen göttlichen Kern habe, erscheint angesichts seines Raubtierverhaltens und dem, was er unserem Planeten und seinesgleichen antut, wenig glaubhaft. Der moderne Mensch in Zeiten der Globalisierung sieht sich durch „andere“ einer Unzahl von Bedrohungen wie Konkurrenzdruck, Anschlägen, Arbeitsplatzunsicherheit, Flüchtlingsströmen, Einbrüchen, Drogenkonsum, Folgen der Klimakatastrophe, Kindesmisshandlungen, politisch und religiös motivierter Gewalt, usw. gegenüber, bei denen schwerlich das besagte göttliche Erbe auszumachen ist. Und doch gehört es ebenfalls zum alltäglichen Leben, dass unglaubliche Talente, Glanzleistungen und Aufopferungen für die Allgemeinheit zu beobachten sind.

            Da sind die großen Vorbilder der Menschheitsgeschichte, die nicht als Ausnahmen, sondern als Vorbilder Beispiele für das innere Potenzial in jedem Menschen zu verstehen sind, ähnlich wie die Eltern für die Kinder. Täglich werden wir Zeuge davon, welche unglaublichen Fähigkeiten und Talente und welch Mut im Menschen stecken wie jugendliche Weltumsegler, Lebensretter, Heiler, Talente in Talentshows, Supersportler, Whistleblower, usw.

            Dazu kommt, dass der Mensch das einzige Lebewesen zur Transformation ist. Eine Blume kann das ebenso wenig wie ein Löwe. Tiere können nicht aus dem animalischen Selbsterhaltungsprogramm ausbrechen. Nur der Mensch hat die Fähigkeit, sich daraus vertikal zu entwickeln. Goethe als Meister der poetischen Zusammenfassung bringt es auf den Punkt:

            „Wär‘ nicht das Auge sonnenhaft, die Sonne könnt es nie erblicken,
            läg‘ nicht in uns des Gottes eigene Kraft,
            wie könnt uns Göttliches entzücken."
            (Zahme Xenien, 3. Buch)

            Im Bewusstsein der meisten Menschen ist die Struktur ihrer Identität mit der materiell-egoistischen sowie der göttlichen Seite nicht vorhanden. Sie glauben, dass sie nur aus Verstand, Gefühlen und natürlich dem Körper bestehen. Sie sind davon überzeugt, dass der Verstand ihre hauptsächliche Steuerungsinstanz ist. Dass er aber nur Vollstreckungsorgan für Eingaben von "oben" (Seele) und von "unten", also vom Ego, sein könnte, kommt für sie nicht in Betracht. Natürlich gibt es auch viele, die an die Existenz einer steuernden Seele in ihnen „glauben“, aber ohne weitere Konsequenzen: Dieses Unwissen über die eigene wahre Identität ist die Ursache allen Leidens dieser Welt, was der Buddha vor zweieinhalbtausend Jahren schon klar erkannt hat. Wir sind biologische Säugetiere und zugleich Götter. Dass wir Ausdruck einer göttlichen Instanz sind und trotzdem in einem Jammertal leben, ist Folge dieses Unwissens.

            Was wäre nur geschehen, wenn den Menschen ihr göttliches Erbe, ihre göttliche Identität (neben der animalischen) von Anfang ihrer irdischen Existenz an bewusst wäre? Die Vorgaben waren da: Gilgamesch, Odysseus, Herakles, Jesus, viele Propheten, Märtyrer, Platon, Plotin, Ibn Arabi, Nanak, Buddha, Lao Tse, Gandhi, Mandela, Mutter Teresa, viele andere. Die Menschen haben diese Wegweiser aber nie als Beispiele für ihr eigenes verhülltes Potential aufgefasst, sondern als Ausnahmen von irgendeinem anderen Stern, denen man nur staunend und anbetend gegenüberstehen kann. Deshalb fordert der Hindumönch Vivekananda jeden Menschen auf:

            "Wisst Ihr, wie viel Macht, Kraft und Größe in Euch verborgen liegt? Der Mensch hat erst einen unendlich kleinen Teil seiner wirklichen Macht zur Offenbarung gebracht. Wer ihn klein und schwach wähnt, irrt. Kennst Du alles, was in Dir steckt? In Dir sind unbegrenzte Kraft und Glückseligkeit. In Dir lebt der Weltengeist, dessen inneres Wort das einzige ist, auf das Du horchen ... solltest. Erkenne, wer Du in Wirklichkeit bist, die keinem Tode unterworfene, allwissende ... Seele. Erinnere Dich dieser Wahrheit Tag und Nacht, bis sie zu einem Bestandteil Deines Lebens geworden ist und Dein Denken und Tun bestimmt. Denke daran, dass Du ... nicht der schlafende Alltagsmensch bist. Erwache und erhebe Dich ... und offenbare Deine göttliche Natur."

            Solange die Selbsterkenntnis als göttliches Ebenbild nicht vorliegt, ist das Verhalten des triebgesteuerten äußeren Menschen nicht Abbild der (höheren) Seele. Genau das ist der Grund, warum der egodominierte Mensch erkrankt, Wünsche und Ängste haben, betrügen, quälen und morden kann.

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              #7
              Hallo Henrik,
              willkommen hier im Forum!

              Viele Wege führen zur Erleuchtung. Sich im Detail mit alten Schriften und Weisheiten auseinanderzusetzen, kann ein möglicher Weg sein, der einen bis an die Pforte führt. Ebenso jahrelange Meditation in einem Kloster oder der Versuch, aus der Perspektive des reinen Beobachters durch den Körper hindurch die Welt wahrzunehmen. Aber das eigentliche Erwachen selbst, ist eine Gnade, die einem geschenkt wird - oder auch nicht.
              Ich glaube aber, dass die Voraussetzungen steigen, wenn man tatsächlich auf Tuchfühlung geht mit der universellen oder göttlichen Liebe. Im Verstand bleibt dieser Zustand etwas Abstraktes, Distanziertes, das man zwar wunderbar analysieren kann und somit auf der sicheren Seite bleibt. Aber zu Erwachen bedeutet Hingabe, sich fallen lassen, den totalen Kontrollverlust und dem Tod des eigenen Egos beizuwohnen, was wohl so ziemlich das Schlimmste ist, was sich der Verstand ausdenken kann! Aber dahinter wartet die Freiheit.

              Mich würde interessieren, was sind deine eigenen, praktischen Erfahrungen bisher auf diesem Weg? Bist du schon vertraut mit dem Gefühl des reinen Beobachters, den Eckhart Tolle, Mooji, Kurt Tepperwein und viele andere in ihren Büchern, Seminaren und Satsangs immer wieder beschreiben? Was nicht heissen soll, dass das der "richtige" Weg ist, denn wie gesagt, es führen viele Wege zur Erleuchtung.

              Liebe Grüsse
              Serafin

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                #8
                Hallo Henrik, dann machst du dein Thema jetzt hier in der Vorstellung und nicht in der Sparte Philosophie und Spiritualität.?

                Zitat von Henrik Beitrag anzeigen
                Nächste Runde
                „Ihr seid Götter und alle Kinder des Höchsten.“ Ps. 82, außerdem Joh. 10,34
                ich denke, damit sind nicht wir Menschen gemeint, man sagt z.B. auch das Ronaldinho ist ein Fussball-Gott sei, aber keiner meint jetzt, er sei Gott im Sinne des Wortes.
                Auch Satan ist ein Gott, der Gott der Welt.

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                  #9
                  Zitat von Serafin Beitrag anzeigen
                  Was nicht heissen soll, dass das der "richtige" Weg ist, denn wie gesagt, es führen viele Wege zur Erleuchtung.
                  das denke ich auch, aber als Unerleuchtete weis ich es natürlich nicht wirklich, aber ich denke, dass das Leben selbst automatisch zur Erleuchtung führt, es kommt genau das was man braucht, was sollte sonst kommen..

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                    #10
                    Vielen Dank für Eure aussagekräftigen Antworten. Sie sind z. T. so vielschichtig, dass ich gerne gewusst hätte, wie ich unterscheiden kann, ob einem Leser speziell antworte oder an alle Leser und dann eben die eine Antwort an den einen und die andere an den/die andere/n. Solange erst einmal an alle:

                    Dass das Leben einen "selbst automatisch zur Erleuchtung führt", halte ich z. T. für zutreffend, z. T. entspricht es nicht meiner Erfahrung: Zutreffend insofern, als jede Lebenskrise wie Trennung, schwere Krankheit, usw. usw. ein Wink mit dem Zaunpfahl ist, umzudenken und zu fragen, warum es gerade mich und gerade so und gerade jetzt getroffen hat. Der Krieg ist dar Vater aller Dinge" sagte Heraklit, und meinte er offensichtlich, dass jede Störung im Leben eine Abweichung vom Kurs der Seele ist und hinterfragt werden sollte. Insofern dienen die Krisen einer "Neuberechnung" (würde ein Navi sagen) und sind tatsächlich ein Automatismus der Neubesinnung Richtung Erleuchtung.

                    Andererseits reicht es m. E. nicht, sich auf diesen Automatismus zu verlassen: "Wer immer strebend sich bemüht, den können wir erlösen", singt der Chor der Engel im Schlussvers von Faust II. Und in Tat entspricht es (nicht nur) meiner Erfahrung, dass man schon einiges investieren muss, um aus dem Jammertal herauszukommen. Als Aladdin die Wunderlampe findet, muss er schon daran reiben, damit der Dschinn erscheint. Ohne Reiben, also meditieren, läuft da meist nichts.

                    Mit "Ihr seid Götter" sind ganz genau wir Menschen gemeint, und zwar ausnahmslos jeder. Auch, wenn das nicht so aussieht, weil der tierische Ego-Anteil dominiert und








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                      #11
                      Zitat von Henrik Beitrag anzeigen
                      z. T. entspricht es nicht meiner Erfahrung: Zutreffend insofern, als jede Lebenskrise wie Trennung, schwere Krankheit, usw. usw. ein Wink mit dem Zaunpfahl ist, umzudenken und zu fragen, warum es gerade mich und gerade so und gerade jetzt getroffen hat.

                      naja, der Zaunpfahl kommt, meiner Meinung nach, erst wenn man sich gewehrt hat, wenn Widerstand das natürliche Weitergehen sabotiert hat....weil, schlau sind wir alle, die einen vorher die anderen nachher.

                      Ich weis leider nicht wie man zweimal zitiert, deshalb mach ich es so:
                      Zitat Hendrik: ""Mit "Ihr seid Götter" sind ganz genau wir Menschen gemeint, und zwar ausnahmslos jeder.""

                      wie bist du darauf gekommen, denn ich behaupte nach wie vor, dass es nicht um Menschen geht, resp. nicht um alle, denn damals nannte man z.B. Richter so, weil sie ein mächtiges Amt hatten, man nannte also einige "Götter" ohne damit Gott zu meinen.

                      Beispiel Psalm 82,2 - Ein Psalm Asaphs.
                      Gott steht in der Gemeinde Gottes und ist Richter unter den Göttern.



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                        #12
                        Mit "Ihr seid Götter" sind ganz genau wir Menschen gemeint, und zwar ausnahmslos jeder. Auch wenn das nicht aussieht, weil der tierische Anteil dominiert und der göttliche vom Individuum meist nicht durchgelassen wird. Uns ist eben nie gesagt worden, dass wir neben dem Säugetieranteil des Selbsterhaltungsprogramms auch noch den göttlichen haben: Unsere Eltern haben uns das nicht erklärt (weil sie es selbst nie gesagt bekamen) und die Kirchen taten das schon gar nicht, eher im Gegenteil, dass wir nämlich alle Sünder seien.
                        Unsere Lebensführung besteht im Wesentlichen daraus, um den Selbsterhalt zu kämpfen, ihn zu erjagen, uns fortzupflanzen, unsere Position im Rudel zu definieren, Konkurrenten wegzubeißen, uns auszuruhen, usw. Es ist dasselbe Programm, das der Löwe in der Steppe auch hat. Prinzipiell sind diese Programme identisch. Es ist das gemeinsame Säugetierprogramm. Was den Menschen vom Löwen unterscheidet, ist, dass der Löwe aus diesem Programm nicht ausbrechen kann. Der Mensch kann es, weil er zwei Programme hat, das besagte Egoprogramm, aber auch das der Selbstlosigkeit bzw. Nächstenliebe. Er kann das Säugetierprogramm überwinden, und dies ist das einzige Thema aller Weisheitsschriften aller Völker. Die Christen nennen es das "tägliche Sterben" (des Ego-Selbstsuchtprogramms).
                        Das Instrument des täglichen Sterbens ist es, auf Tuchfühlung (s.o.) zu gehen mit der inneren Stimme, die bei jedem Menschen jeden Tag "anklopft", mit Gewissen, mit Omen, mit bestimmten Träumen, mit Vorahnungen, mit "an Wunder grenzenden Rettungen", mit "Schutzengeln," mit Deja vus, mit Zeichen und Hinweisen, mit Bauchgefühl, usw. Aber wir sind nicht vorbereitet auf diese Signale der Seele, sondern sagen, "Träume sind Schäume" und lassen die "Wunder" der "Schutzengel" nicht zu, sondern sagen, das grenzte an ein Wunder.

                        Die Hinwendung zur inneren Stimme bringt mit sich, zu lernen, die Kontrolle an sie abzugeben, was für das Ego das Fürchterlichste ist, was es gibt. Aber genau dies bedeutet es, den Vorsatz "Dein Wille geschehe!" zu verwirklichen, wohingegen unser Egoleben aus dem Credo unseres Ego besteht: "Mein Wille geschehe!" Natürlich ist es mit Mühe verbunden, den Weg der Deaktivierung des Ego zu gehen, aber nur dann kann man aus dem Jammertal des Matrix-Lebens ausbrechen und erst dann real das leben und erleben, was in den folgenden Worten ausgesagt ist: "Fürchtet euch nicht!" und auch "Sorget euch nicht!"

                        Warum erhielt ich eine Fehlermeldung in Bezug auf irgendeine Sicherheit?"

                        So, soviel aus meiner Sicht für heute.

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                          #13
                          irgendwie verstehe ich deine Antwort nicht, ich suche den Zusammenhang..

                          Zitat von Henrik Beitrag anzeigen
                          Mit "Ihr seid Götter" sind ganz genau wir Menschen gemeint, und zwar ausnahmslos jeder.
                          das hast du schon gesagt, meine Antwort war, dass manche Menschen in hohen Ämtern auch Götter genannt wurden, es also nicht um alle Menschen gehen kann.
                          Was sagst du zu der Bibelstelle Psalm 82,2...?


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