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Kommunikation zwischen Männern und Frauen

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    #46
    Spannendes Thema!

    Weshalb, Bonny, willst Du z.B. um jedem Preis eine Antwort von Deinem Mann erzwingen? Weil Du davon ausgehst, dass es Richtig ist, über seine Gefühle zu sprechen und Falsch, sich zurückzuziehen? Weshalb aber soll es richtiger sein, Nähe und Austausch zu anderen zu suchen, wenn es einem schlecht geht, anstatt sich in seine Höhle zurückzuziehen und erst mit sich selbst ins Reine zu kommen?

    Mir fällt auf, dass Frauen oft recht gut darin sind, sich gegenseitig in ihren Meinungen zu bestärken, was sich mitunter so hochschaukelt, dass plötzlich eine subjektive Meinung zur absoluten Wahrheit erhoben wird.
    Dabei geht es hier ja überhaupt nicht um Richtig oder Falsch sondern um diametral verschiedene Bedürfnisse!

    Männer sind gut darin, konkrete Probleme zu lösen und sind mit klaren Ansagen meistens gut zu erreichen! Wenn man das Modell von Schulz von Thun mit den Kommunikationsebenen nimmt, entspricht das der Sachebene.
    Schwierig wird es dann, wenn sie vordergründig zwar auf der Sachebene kommuniziert, damit aber eigentlich etwas über ihre Befindlichkeit ausdrücken will und mit einer nicht ausgesprochenen Forderung gleichzeitig die Beziehung auf den Prüfstand stellt! Wie in Glühwürmchens Beispiel mit dem Pullover oder dem Kino! Zumal genau die gleichen Worte von ihr jeden Tag auch wieder etwas vollkommen anderes bedeuten können! Kein Wunder geht der Mann wie auf rohen Eiern, wenn sie ihm wieder so ein Rätsel auftischt! Weil egal was er auch tut, es ist garantiert falsch! (was ihm auch sogleich um die Ohren gehauen wird!) Also greift er auf das Default-Programm zurück und das lautet: Rückzug in die eigene Höhle! Also tritt er wie ein Gentleman rücksichtsvoll ein Stück zur Seite, damit sie sich in ihre Höhle zurückziehen kann um dort wieder festen Boden unter die Füsse bekommt! Das ist das, was er glaubt, dass seine Partnerin in diesem Moment braucht! Weil genau das würde er sich wünschen an ihrer Stelle!
    Umgekehrt lautet ihr Default-Programm: den Kontakt suchen und diskutieren, reden, klönen! Das ist für ihn aber u.U. genau das falsche Mittel!


    Mir fällt auf, dass in Beziehungen viel zu oft vom Partner / von der Partnerin hellseherische Fähigkeiten verlangt werden! Zu erwarten, dass der Partner einem die Wünsche von den Augen abliest, klappt definitiv nicht! Genau so wenig wie der Mann merkt, dass seine Frau jetzt gern in den Arm genommen werden möchte, merkt sie wahrscheinlich, wann es ihm ein echtes Bedürfnis ist, sich für einen Moment zurückziehen zu können, ohne dass ihm deswegen ein schlechtes Gewissen gemacht wird! Da hat sie genau so einen blinden Fleck wie er nur einfach an einem anderen Ort!

    Für's gegenseitige Verständnis essenziell ist ja, wie eine Nachricht beim Gegenüber ankommt und nicht wie man sie sendet! Das weist auch den Weg zu einer Lösung, nämlich so zu kommunizieren, dass es der oder die andere versteht!
    • Männer sollten sich vermehrt auch auf Diskussionen über Gefühle und Befindlichkeiten einlassen in einer Beziehung, auch wenn viele dieses Bedürfnis nicht verspüren.
    • Und Frauen sollten bewusst ganz klare Ansagen machen ohne Zwischentöne (*) und ihrem Partner zugestehen, dass er seine Probleme anders angeht und primär erst mit sich selbst ins Reine kommen muss und nicht das Gespräch sucht, wie sie das tun würde.
    (*) Das braucht u.U. eine ganze Weile, bis er wieder Vertrauen fasst, dass sie tatsächlich etwas so meint, wie sie es sagt, ohne versteckte Botschaften und doppelten Boden.

    Vielleicht gerade in diesem Zusammenhang:
    Männer nehmen Frauen beim Wort! Deshalb sollte sie es tunlichst vermeiden, über eine Trennung zu reden, wenn sie nicht absolute 100% sicher ist! Nur mal so anzudeuten, sich zu trennen, um endlich eine Reaktion von ihm zu provozieren, ist definitiv keine gute Idee! Weil er fasst das sofort auf der Sachebene auf: "Ok, sie hat sich so entschieden, die Würfel sind gefallen! Die Beziehung ist vorbei!"
    Genau an einem solchen kommunikativen Missverständnis ist mal eine Beziehung von mir zerbrochen!

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      #47
      Serafin, das Beispiel von meinem Mann war wirklich nur ein Beispiel.
      Der Grund, warum ich diesen Faden eröffnet habe, ist ein ganz anderer, den ich aber hier nicht öffentlich abhandeln will und hat mit meinem Mann nichts zu tun.

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        #48
        Zitat von Serafin Beitrag anzeigen
        Also tritt er wie ein Gentleman rücksichtsvoll ein Stück zur Seite, damit sie sich in ihre Höhle zurückziehen kann
        Wow, danke *sarkasmusoff*

        Nein, im Ernst. Das mag häufig so gemeint sein, von mir aus auch überwiegend.
        Ich habe aber den Eindruck dass einige Männer dieses "Ich bin halt ein Mann, und deshalb verstehe ich dich nicht und ziehe mich in meine Höhle zurück, da kann ich nichts für, so bin ich halt" auch vorschieben, weil sie keine Lust auf Auseinandersetzung haben. Diese eigentlich ursprünglich gut gemeinte Herangehensweise auch mal gegen einen verwenden. Weisst wie ich meine?

        Ich denke diese (Ausnahme-)Situationen sind es auch, die hier angesprochen wurden. Ich hab deine Ausführungen aber gern gelesen. Man vergisst doch immer dass man unterschiedlich tickt.
        Zuletzt geändert von Maika; 05.07.2015, 22:15.

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          #49
          Und das mit dem beim Wort nehmen überrascht mich etwas, ich kenne es eher umgekehrt: sie schimpft und droht immer wieder in Auseinandersetzungen (was zueggebenermassen keine gute STrategie ist), dass es so nicht weitergehen kann. Sie wird immer "lauter", er mag kurzfristig reagieren, jedoch langfristig tut sich nichts. irgendwann trennt sie sich tatsächlich. Und er fällt aus allen Wolken und istb total überrascht, weil er damit nicht gerechnet hat. Er dachte halt, sie schimpft bloß gern...
          Zuletzt geändert von Maika; 05.07.2015, 22:15.

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            #50
            Zitat von Maika Beitrag anzeigen
            Sie wird immer "lauter", er mag kurzfristig reagieren, jedoch langfristig tut sich nichts. ...
            Manchmal stellt sich aber die Frage: was genau soll sich tun? Und erwartet der/die immer lauter werdende Partner/in, dass sich allein durchs lauter werden etwas tun würde?

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              #51
              Zitat von solipsist Beitrag anzeigen
              Manchmal stellt sich aber die Frage: was genau soll sich tun?
              Wenn du jetzt mal
              ...stellt sich...
              ...soll sich tun...
              umwandelst in:
              "kannst du mir sagen, was ich tun kann"
              dann bist du auf der persönlichen Auge in Auge Ebene und dann wirst du auch eine Antwort in normaler Lautstärke kriegen und das nennt man dann Gespräch oder auch Kommunikation

              Zitat von solipsist Beitrag anzeigen
              Und erwartet der/die immer lauter werdende Partner/in, dass sich allein durchs lauter werden etwas tun würde?
              Ich sage immer: "meinst du, ich werde aus lauter Langeweile laut...."
              Nein, ich habe klar zum Ausdruck gebracht, daß, wenn ich lauter werde, dies reine Hilflosigkeit (Ohnmacht) ist, weil ich vorher schon mehrere Mal um irgendetwas gebeten habe, was aber ignoriert wird.
              Soviel zum Thema klar ausdrücken.


              Und was mir auch gleich noch aufstößt:
              Es sind ja auch immer unsere Erwartungen die immer wieder gern moniert werden.
              Ja, weil wir ganz häufig aussprechen was wir wollen
              Aber das ist dann wieder zuviel Erwartung

              Flora,
              die fluchende Emanze
              (wie manche schon mal gemeint haben)

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                #52
                Zitat von Flora Beitrag anzeigen


                Wenn du jetzt mal
                ...stellt sich...
                ...soll sich tun...
                umwandelst in:
                "kannst du mir sagen, was ich tun kann"
                dann bist du auf der persönlichen Auge in Auge Ebene und dann wirst du auch eine Antwort in normaler Lautstärke kriegen
                Stellst du denn Fragen dieser Art auch umgekehrt deinem Partner? Fragst du ihn gleichermaßen hin und wieder: "kannst du mir ebenfalls sagen, was ich tun kann?"

                Abgesehen davon neige ich in Partnerschaften sowieso nicht dazu, den Partner allzu sehr "umerziehen" zu wollen. Auch mein Partner hat Eigenschaften, die mir nicht so gefallen, aber umgekehrt wird es genauso sein. Wir haben inzwischen einen Status gefunden, in dem wir uns gegenseitig überwiegend so akzeptieren und respektieren wie wir eben sind - auch mit unseren Schwächen und weniger attraktiven Eigenschaften.

                Auch mir passiert es leider manchmal, dass ich laut werde, wenn mich etwas ganz konkret nervt, aber das tut mir hinterher fast immer leid, und ich entschuldige mich dann für meinen Ärger.

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                  #53
                  Ich kann allen, die ein bisschen mehr Spaß mit den unterschiedlichen Kommunikationsstilen von Männern und Frauen haben wollen, nur immer wieder John Gray ans Herz legen. Und wer viel Spaß damit haben will, sollte unbedingt mal wieder ins Theater gehen ...

                  Just my two cents

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                    #54
                    Vielleicht weniger Theater ... Kabarett ist da auch immer recht, wie will ich sagen .... schwarzer Humor. Und die meisten können plötzlich darüber lachen.
                    Ist aber leider nur für Leute, die sich das leisten können ....

                    Alles der letzte Dreck hat schön auf der Straße zu bleiben ....

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                      #55
                      Schwarzen Humor nehme ich wörtlich... der hilft dann auch nicht im Verstehen...

                      Condor

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                        #56
                        Ich schreib mal hier in diesen Faden, nachdem ich gestern erst darauf gestoßen bin, dass Faszinosum eine Frau ist und nicht, wie ich annahm, ein Mann.
                        Dabei hatte ich gemeint, auch an der Schreibart gemerkt zu haben, dass sie ein Mann ist.
                        Das hat mir jetzt doch keine Ruhe gelassen; deshalb habe ich mich mal auf die Suche gemacht und im Netz das hier gefunden.

                        Diktion: weibliche und männliche Sprache und Rhetorik

                        Finde ich ganz interessant.
                        Was meint ihr? Seid ihr der Meinung, an der Art des Schreibens erkennen zu können, ob der Verfasser männlich oder weiblich ist, z.B. auch in einem Zeitungsartikel?
                        Woran macht ihr das fest?

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                          #57
                          Danke für den Hinweis,
                          Bonny.

                          Interessant.

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                            #58
                            Ich denke, der Unterschied der Rhetorik liegt darin, ob ich weiß was ich will UND ob ich mich traue das auszudrücken und zu fordern was ich will.

                            Schubladendenken:
                            Mann ist Selbstbewusst und weiß wo es lang geht (ein Mann muss, ober er weiß oder nicht)
                            Frau ist schüchtern und unbedarft (eine Frau darf nicht, auch wenn sie weiß)
                            Erziehungsmuster ! Olle Kamellen

                            Wir tragen alle Aspekte in uns. Wozu dann dieses Verlangen alles nach xy zu Trennung. Fühle ich mich besser, wenn ich weiß, dass ich lt. irgendeiner Studie in diese Schublade passe und wenn nicht –Oh Gott- was läuft bei mir falsch?

                            Ich finde dieses „könnte ich bitte“ und „würdest du bitte“ mit einem gewissen Touch der (gespielten?) Hilflosigkeit einfach zu Zeitraubend.

                            Was nicht heißt, dass ich Höflichkeitsformen für falsch halte. Nein, im Gegenteil! Sie sind ein wichtiger Bestandteil für die Wertschätzung meines Gegenübers.
                            Und auch nicht, dass ich nicht um Hilfe bitte, wenn ich sie brauche. Aber dann direkt, ohne schnörkelige Romanfassung.

                            Ich werfe meine gespielte „weiblichen“ Augenaufschlag-Technik und Dummheit in den Raum, um so vielleicht leichter an mein Ziel zu kommen. FALSCH! (mM)
                            Wenn, wie schon gesagt, ich weiß was ich will, wozu dann dieser Umweg.

                            Selbst ist die Frau seit den 68iger

                            Vielleicht bin ich auch einfach nur zu faul um mein Anliegen in blumige und üppige Umschreibungen zu hüllen.
                            Und damit mein Gegenüber auf die Suche nach des Pudels Kern, der Stecknadel im Heuhaufen zu schicken.

                            Kurz und knackig
                            Faszi

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                              #59
                              Mit dem geschriebenen Wort kann jeder alles behaupten, auch ob er weiblich oder männlich, groß oder klein, dick oder dünn... etc. ist.

                              Allerdings glaube ich den Leuten, wenn sie sagen, sie sind dies oder das.

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