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August - Entschleunigung

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    #16
    Zitat von Chrysothemis Beitrag anzeigen
    @ jannes - wow, wenn ich nur daran denke, keine Uhr an mir zu haben, werde ich schon nervös
    Ich lebe schon seit Jahren ohne Uhr. Und das völlig un-nervös. Ich hab ein Handy auf das ich zur Not mal schaue und falls ich das zu Hause liegen lasse, was vorkommt, kann ich jemanden fragen, wie spät es ist.
    Allerdings mache ich das erst seit die Kinder groß sind und ich nicht auch noch auf ihre Termine achten muss.
    Witzig ist, ich habe mit der Zeit ein richtig gutes Zeitgefühl entwickelt auch oder vielleicht gerade ohne Uhr.
    Zuletzt geändert von Nordhimmel; 05.08.2014, 15:46. Grund: nervige Füllwörter entfernt

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      #17
      Zitat von Chrysothemis Beitrag anzeigen
      @ jannes - wow, wenn ich nur daran denke, keine Uhr an mir zu haben, werde ich schon nervös
      Das ist übrigens auch ein Kapitel im schon genannten Buch von Hodgkinson: "Wirf deine Uhr weg"

      In dem Kapitel schreibt er unter anderem darüber, sich von Terminplänen zu lösen. Besonders von solchen, die bis in die letzte Minute verplant sind. Im Normalfall kommt ja doch alles anders bzw. alles dauert ein bisschen länger, als man dachte und schon rennt man seinem Plan hinterher.
      Wenn schon Termine, so schreibt er, dann solle man auf jeden Fall genügend Zeit davor, dafür und danach einplanen. Also "freie" Zeit.

      Bei mir artet das leider oft dahingehend aus, dass ich Dinge, die ich eigentlich gern machen würde, gar nicht erst anfange, weil ich einen viel zu großen Zeitraum für sie veranschlage. Der meist nicht gegeben ist, weshalb ich die Dinge gar nicht erst anfange.

      Eine Uhr habe ich jedenfalls schon lange nicht mehr. Zuerst dachte ich auch, dass das ein unmöglicher Zustand ist, vor allem, weil ich damals noch mit der Bahn gefahren bin und die eben zu einem bestimmten Zeitpunkt abfuhr. Das hat aber auch ohne Uhr erstaunlich gut geklappt. Wobei "ohne Uhr" natürlich so nicht stimmt. Irgendwo ist immer eine, auch wenn man selbst keine hat

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        #18
        Nordhimmel und hobbes

        Ich mußte notgedrungen dann und wann auch auf meine Uhr verzichten. Dann hab ich immer auf mein leeres Handgelenk geschaut, was mich ganz wirr machte .

        Allerdings könnte ich es mir vorstellen, wenn ich allein wäre und keine Termine hätte (Verspätungen sind mir nämlich auch ein Graus).

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          #19
          Ich besitze zwar eine Uhr, nutze sie aber normalerweise nicht. Sie liegt meistens irgendwo in einer Schublade.

          Ich habe schon daran gewöhnt, ohne Uhr auszukommen, und für die üblichen Zeitabfragen nutze ich entweder die öffentlichen Uhren oder zur Not mein Handy....

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            #20
            @Chrysothemis:
            Und das ganze hat nicht nur den Effekt, dass ich mich nicht durch bestimmte Uhrzeiten befohlen fühle, etwas zu tun. Man lernt so auch wieder, auf die eigenen Bedürfnisse zu achten, danach zu lauschen, ihnen zuzuhören und ihnen nachzukommen und zwar, wenn sie sich zeigen. Ich esse nicht, nur weil die Uhr danach ruft, sondern ich esse dann, wenn sich der Hunger meldet etc.

            Ich habe sogar die Erfahrung gemacht, dass, wenn ich nicht auf die Uhr achte, es die Menschen, die mit mir sind, es auch nicht tun So ist man auf einmal viel intensiver beieinander und miteinander. Teilweise gelingt mir das sogar auf der Arbeit, bei der ich eigentlich an einen sehr engen Zeitplan gebunden bin.

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              #21
              Wäre interessant, der Frage auf den Grund zu gehen, ob ich mit meiner Uhr etwas kontrollieren will oder ob die Uhr mich kontrolliert .

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                #22
                Meist ist es so, dass die Uhr ihren Träger kontrolliert, will sagen: "ihm das Tempo vorgibt".
                Wenn man den Menschen fragt, trägt er seine Uhr eigentlich um die Zeit zu kontrollieren, ... uneigentlich lässt er es jedoch zu, das die Zeit (seine Uhr) ihn kontrolliert.

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                  #23
                  Zitat von Chrysothemis Beitrag anzeigen
                  Wäre interessant, der Frage auf den Grund zu gehen, ob ich mit meiner Uhr etwas kontrollieren will oder ob die Uhr mich kontrolliert .
                  Zitat von Shepherd Beitrag anzeigen
                  Meist ist es so, dass die Uhr ihren Träger kontrolliert, will sagen: "ihm das Tempo vorgibt".
                  Wenn man den Menschen fragt, trägt er seine Uhr eigentlich um die Zeit zu kontrollieren, ... uneigentlich lässt er es jedoch zu, das die Zeit (seine Uhr) ihn kontrolliert.
                  Ich denke, es kommt darauf an, WIE man mit einer Uhr, die man trägt, umgeht.

                  Bei meiner Arbeit benötige ich eine Uhr. Ich bin bei dieser Arbeit darauf angewiesen, genau zu wissen, wann drei oder zehn oder zwanzig Minuten um sind, weil die Entwicklungen in diesen kurzen Zeiträumen ausschlaggebend dafür sind, wie ich mich weiter verhalten sollte: Wirkt ein verabreichtes Notfallmedikament oder müssen weitere Maßnahmen eingeleitet werden? Bilden sich akute Symptome ausreichend schnell wieder zurück? Ist eine Einwirkzeit ausreichend lang gewesen? Natürlich kann man dann sagen: ich richte mich nach meiner Uhr, lasse mein Handeln von ihr beeinflussen, wobei die meisten wohl auch der Ansicht sein werden, dass Zeitmessung an dieser Stelle keine schlechte Sache ist.

                  Wenn ich von der Arbeit nach Hause komme, lege ich meine Armbanduhr nicht ab. Es würde mir gar nicht einfallen, weil sie mir nicht auffällt und ich nicht über meine Uhr nachdenke. Privat schaue ich nämllich höchst selten auf die Uhr. Ich habe ein recht gutes Zeitgefühl, und so ergibt sich ein normaler Tagesablauf völlig ohne Uhrzeit-Check und Zeitdruck. Kurz: ich denke, man kann auch eine Uhr tragen, ohne sich von ihr tyrannisieren zu lassen

                  Liebe Grüße in die Runde!
                  Chaja

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                    #24
                    Zum Thema Uhr
                    Für manche Menschen (u.a. mich) ist es wichtig, eine gewiße Struktur im Tagesablauf zu haben. Der Unterschied ist, ob die Uhr mir "diktiert", was ich wann zu tun habe und jede Verschiebung gleich im Chaos endet.

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                      #25
                      Zitat von Chrysothemis Beitrag anzeigen
                      Zum Thema Uhr
                      Für manche Menschen (u.a. mich) ist es wichtig, eine gewiße Struktur im Tagesablauf zu haben. Der Unterschied ist, ob die Uhr mir "diktiert", was ich wann zu tun habe und jede Verschiebung gleich im Chaos endet.
                      In dem Zusammenhang ist die Uhr eine Erinnerungsstütze, ein "Werkzeug", eine Art Krücke, die dir helfen soll, "was du wann zu tuns hast", damit ... deine Struktur deiner Vorstellung entsprechend aufrecht erhalten bleibt.

                      Das, was du dir vorgibst, was du wann zu tun hast, kann dich "beschleunigen" und kann dich "entschleunigen" Es kann dich "ordnen" und "unordnen". Es kann dir eine gewisse "Beruhigung" oder "Beunruhigung" geben, für das, was noch zu tun ist. Und da ist jemand (etwas > eine Uhr) die dir bei deiner Wahl nützlich ist ... nützlich ist "zu ihrem Zweck". Mehr nicht.
                      Die Arbeit an sich, ist damit noch nicht getan. Nicht die Uhr und nicht die Zeit "machen das, was zu tun ist". Sie stecken nur den Raum und die Zeitspanne ab, die du dir selbst dafür gibst.

                      Es liegt bei dir, ob du den Zweck deiner Uhr nicht zum Selbstzweck werden lässt ... und du dich davon abhängig machen lässt, "was deine Uhr dir in deinem Auftrag" mitzuteilen hat ... Die Uhr erinnert dich lediglich an das, was du dir selbst aufgetragen hast.

                      Übergibst u.a. du mit deiner ÜBerzeugung deiner Uhr nicht vielleicht eine gewisse Macht, "über dich zu verfügen"?
                      In anderen Worten, gibst du "der Zeit" vielleicht die Macht dich zu verwalten, anstatt dass du deine Zeit verwaltest.
                      Du setzt dir Zeitlimits und setzt dir Räume, in denen du "etwas schaffen willst". Du setzt dich "zeitlich" und "räumlich" unter Druck und (er)schaffst damit Stressoren, die deinem eigentlichen Ziel möglicherweise (wahrscheinlicherweise) entgegen arbeiten.
                      Was geschähe dir denn, wenn du dein Ziel nicht "in der Zeit und in dem Raum" schaffen würdest?
                      Richtet sich dann dein Ärger und deine Ent-täuschung gegen die Zeit und die Uhr? Schmeißt du dann die Uhr weg und verfluchst die Zeit? Oder besinnst du dich auf dich, und arbeitest vielleicht daran, bei DIR die Umstände und die Verhalten zu ergründen, die DICH dazu gebracht haben, dich von der Zeit und deiner Uhr abhängig zu machen ... und damit auch (vielleicht) dein Ziel.

                      Die Zeit heilt keine Wunden.
                      Wunden und Schmerzen kennen keine Zeit. Sie kommen, wenn die "gerufen", "gebraucht" werden ... und wie wir so schön zu sagen pflegen: "immer dann, wenn wir sie gar nicht haben können."

                      An sich sind die "Schmerzen" (u.a.)die beste "Uhr", weil sie uns schmerzlich darauf aufmerksam machen, "dass es höchste Zeit ist, etwas zu unternehmen", ... damit sie nicht mehr zu kommen brauchen .. die Uhr und die Zeit und die Schmerzen dazu.


                      Zeit, beschleunigen und entschleunigen hat vor allem damit zu tun, wie wir unser Leben "interpretieren und verstehen wollen", ... welchen Zweck wir unserem Leben geben. Es hat im weiteren Sinn etwas mit Sterben und dem Tod zu tun ... und "dem persönlichen Verständnis von der Zeit, die uns bis dahin zur Verfügung steht".
                      Es hat viel, wenn nicht alles mit Angst zu tun.

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                        #26
                        Zitat von Shepherd Beitrag anzeigen
                        Ich halte es eher so, dass ein Zufall für mich ein Zu-Fall ist: mir fällt etwas zu. Dass "es" mir zufällt, ist kein Zufall, sondern dementsprechend ein Zu-Fall, weil es Ursachen, Gründe und Motive gibt, "dass "es" mir und nicht jemand anderem und genau in diesem Moment an diesem Ort unter diesen Umständen zufallen konnte".
                        Hallo Shepherd,

                        ich habe mal aus dem Zufallsfaden diesen Beitrag von Dir in diesen Faden geholt, der, in meinen Augen, gut zu Deinen folgenden Worten (und zu den Gedanken, die ich mir aufgrund meiner momentanen (aufgezwungenen?) "Entschleunigung" mache) passt:

                        Die Zeit heilt keine Wunden.
                        Wunden und Schmerzen kennen keine Zeit. Sie kommen, wenn die "gerufen", "gebraucht" werden ... und wie wir so schön zu sagen pflegen: "immer dann, wenn wir sie gar nicht haben können."

                        An sich sind die "Schmerzen" (u.a.)die beste "Uhr", weil sie uns schmerzlich darauf aufmerksam machen, "dass es höchste Zeit ist, etwas zu unternehmen", ... damit sie nicht mehr zu kommen brauchen .. die Uhr und die Zeit und die Schmerzen dazu.
                        Mir fällt es schwer, tiefere "Ursachen, Gründe und Motive" zu sehen, die zu dem Unfall geführt haben, der vor etwas 6 Wochen passiert ist. Ich wollte meinen zweijährigen Enkel vor einem Sturz bewahren und bin selber schwer gestürzt. Ein Schienbeinkopfbruch, der erst nicht als solcher erkannt wurde und dann nach Wochen eine aufwändige Operation nötig machte.

                        Nun werde ich noch bis etwa November im Rollstuhl sitzen. Wozu soll ich die erzwungene Ruhe nutzen, worauf sollen mich der Unfall/die damit verbundenen Schmerzen aufmerksam machen?
                        Wirklich zur Ruhe komme ich z.Z. trotzdem nicht, weil meine Mutter (94 Jahre) sich bei einem Sturz einen Oberschenkelhalsbruch zugezogen und eine neue Hüfte bekommen hat. Sie, die so gerne sterben würde, weil ihre Zeit, wie sie findet, schon lange abgelaufen ist, liegt nun im Krankenhaus, damit Rehamaßnahmen sie wieder "auf die Beine" bringen sollen.

                        Was ist der Sinn hinter diesen Geschehnissen? Ich komme nicht drauf.

                        Gruß Mane

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                          #27
                          Als Laie sage ich mal: Dein Körper hat dich zur Ruhe gezwungen.
                          Du stürzt nicht mehr herum und kümmerst dich um andere, sondern sollst dich eigentlich um dich kümmern.
                          Tu das auch und lass kein Kopfkino spielen, nutze die Zeit, um zu dir zu finden.
                          Je mehr innere Ruhe du findest, desto schneller heilt dein Körper sich selbst.
                          Sonst sieht er sich gezwungen, dir Komplikationen zukommen zu lassen, wenn du nicht auf ihn hörst.

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                            #28


                            Bloß das nicht, Bonny, es reicht.

                            Es leuchtet mir ein, was Du schreibst und ist doch so schwer umzusetzen. Meine seit fast 30 Jahren andauernde Rheumatoide Arthritis hat es nicht geschafft, dass ich mich hauptsächlich auf mich selbst besinne. Ich habe sie, so gut es ging, ignoriert und mein Ding weiter gemacht.

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                              #29
                              Möchtest du, dass es noch schlimmer kommt?
                              Das meine ich - leider - ernst!

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                                #30
                                Liebe Mane,

                                Ich komme gerne und ausführlich auf deinen Beitrag zurück. Da ich ihn erst jetzt gelesen habe und noch weg muss, wird es wohl heut Abend oder morgen sein.

                                Mit ein bisschen Galgenhumor für die Retterin:
                                "Manchmal leiden Helden nachträglich und nachdrücklich mehr unter ihrer Heldentat als die Geretteten sie schätzen können".

                                Gehe jetzt bitte achtsam mit dir um.
                                Bis bald.

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