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    Meditation

    Hallo Zusammen,

    ich beschäftige mich seit kurzem mit Meditation
    Hierzu habe ich das Anfänger Buch von Jack Kornfield.
    Mir fällt es schwer abzuschalten nach einem schweren Arbeitstag, meinen Gedankenstrom auszuschalten.
    Mit der Meditation erhoffe ich mir, ein besserers, inneres Gleichgewicht zu bekommen.

    Mich würde interessieren, ob ihr positive oder auch negative Erfahrungen mit der Meditation gemacht habt.

    Über Anregungen/Tipps oder auch Erfahrungsberichte würde ich mich freuen.

    Es grüße euch lieb die Filu

    #2
    Hallo Filu,

    seit ein paar Wochen mache ich es regelmäßig morgens und abends ... und zwischendurch, wenn ich das Bedürfnis danach habe....

    Mir tut es seeeehr gut ... ich schlafe nachts noch einen Zacken tiefer, bin ausgeruhter, entspannter, finde nach unruhigen Phasen/"Gewitterstürmen" (meine ich im übertragenen Sinne ) leichter zu meiner Mitte zurück, bin einfach mehr ´da`... aufmerksam ... rundum geht`s mir körperlich und seelisch dadurch besser.

    Viele Grüße von
    Wilson

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      #3
      Liebe Wilson,

      die Antwort kam ja schnell, danke.
      Ich finde es faszinierend, wie sehr man sich selbst unter Kontrolle haben kann.
      Meine inneres Gleichgewicht zu finden, kann mich auch in punkto Angst sicherlich ein ganz großes Stück weiterhelfen.
      Schön zu lesen, dass es dir sehr gut tut. Dann brauche ich also nicht nachfragen, ob du überzeugt von dieser Art der Entspannung bist
      Morgens vor der Arbeit stelle ich mir sehr gut vor. Die Disziplin scheint hierbei das A und O zu sein. In dem Buch wird beschrieben, dass es mit dem täglichen meditieren genauso ernst genommen werden sollte, als wenn man das Klavier spielen erlernen wollte.
      Die Regelmäßigkeit macht es. Ob ich mich morgens dazu aufraffen kann, wird sich noch erweisen. Jetzt habe ich erst einmal Urlaub und kann es morgens nach dem aufstehen direkt probieren.

      Ich bin so gespannt ob es mich weiterbringt.

      Geduld ist nicht gerade meine Stärke, daher falle ich auch leicht wieder in ein altes Verhaltensmuster, sprich, ich habe dann nicht diese Regelmäßigkeit.

      Das soll sich allerdings ändern.

      Wie fühlst du dich genau nach dem meditieren? Müde? oder einfach gelassener, wie kann ich mir das vorstellen?

      Ein Traum wäre es, wenn ich die seelische Veränderung spüren würde.

      Kommentar


        #4
        Hallo Filu,

        eigentlich bin ich dazu gekommen wie die Jungfrau zum Kind

        Über eine lange Phase (= Jahre! ) dachte ich immer: "Eigentlich könntest Du Dich ja mal im Meditieren üben" (Ich ´wußte` immer, dass es mir gutun wird) Beim Vorsatz ist es dann aber immer geblieben *lächel*

        Seit etwa März kamen dann ´zufällig` die "Meditations-Impulse" von außen ... Kein "Mach das mal!" ... sondern das "Wie" ... und so habe ich mich ein wenig mehr informiert ... mich dazu entschieden und seitdem Tag für Tag erst einmal geübt ... mit wachsender Freude und Lust ... inzwischen mache ich es einfach ... ohne groß darüber nachzudenken ...

        Zitat von Filu Beitrag anzeigen
        Ich finde es faszinierend, wie sehr man sich selbst unter Kontrolle haben kann
        So würde ich das eigentlich nicht ausdrücken ... ich empfinde es vielmehr als Einklang mit mir selbst ... Schwingung ... wie auch immer man es benennen möchte ...

        Zitat von Filu Beitrag anzeigen
        Die Disziplin scheint hierbei das A und O zu sein. In dem Buch wird beschrieben, dass es mit dem täglichen meditieren genauso ernst genommen werden sollte, als wenn man das Klavier spielen erlernen wollte.
        Die Regelmäßigkeit macht es.
        Ja, das ist auch meine Erfahrung ... die Regelmäßigkeit mit der ich geübt habe, hat mich tiefer reingebracht, stimmt. "Disziplin" *seufz* ist auch so ein Wort, das ich in diesem Zusammenhang nicht so besonders mag ... ich nenne es lieber "strukturiert" *Disziplin im Überfluss in mir selbst schon genug hab ... lächel*

        Zitat von Filu Beitrag anzeigen
        Morgens vor der Arbeit stelle ich mir sehr gut vor. (...) Ob ich mich morgens dazu aufraffen kann, wird sich noch erweisen. Jetzt habe ich erst einmal Urlaub und kann es morgens nach dem aufstehen direkt probieren.
        Das finde ich besonders interessant :
        Auf die Morgen-Meditation habe ich mich von Anfang an immer gefreut ... wohl auch, weil ich einfach eine Art "Morgenmensch" bin ... wache inzwischen ohne Wecker zwischen 5 und 6 Uhr auf ... der Tag ist noch frisch ... alles liegt nach meinem (inzwischen wieder) erholsamen Nachtschlaf und meistens guten Träumen offen vor mir ... viele innere Türen sind einfach noch offen und keine inneren Kanäle verstopft (deshalb mag ich beispielsweise auch kein Radio o.ä. am Morgen) ... ich füttere schnell die Mietzis (geschmust wird später ... aber bis die soweit sind bin ich auch schon fertig mit der Meditation) ... und ziehe mich dann erst einmal wieder zurück ...

        Am Abend/für die Nacht hat es mich schon ein wenig mehr "Struktur" gekostet ... diese Verabredung mit mir auch tatsächlich einzuhalten ... die Arbeit dann auch wirklich ruhen zu lassen (nicht erst noch Haushalt machen oder diese oder jenes, was ja angeblich sooo "wichtig" ist )
        Eigentlich wollte ich die Abend-/Nacht-Meditationen weglassen ... wollte sie "aufgeben" ... aber ich habe festgestellt, dass ich meinen Tagesmüll durch die abendliche Meditation auflösen kann ... ihn nicht mit in die Nacht nehme ... ich dadurch besser/tiefer schlafe und auch schöner träume ...

        Zitat von Filu Beitrag anzeigen
        Wie fühlst du dich genau nach dem meditieren? Müde? oder einfach gelassener, wie kann ich mir das vorstellen?
        Morgens bin ich mit meiner Aufmerksamkeit einfach da, wo ich sein will, bin wach, ruhig und meine Energie fließt (mag blöd klingen ... stimmt aber so für mich) ... leichter ... lebendiger ... ich habe auch das Gefühl, dass innere Widerstände nicht mehr so ein großes Thema sind (der berühmt-berüchtigte Schweinehund ) ... aber ich weiß nicht, ob das eine Folge der Meditation ist oder anderer Entwicklungen, die ich im Augenblick durchlaufe ...

        Abends verspüre ich auch "tiefe Erleichterung", die meine natürliche Müdigkeit irgendwie noch verstärkt (sieh´ es mir nach, ich krieg`s grad nicht anders in Worte gepackt *lächel*) und mich in manchen Nächten innerhalb von wenigen Minuten ruhig einschlafen lässt ...

        Grundsätzlich habe ich das Gefühl, dass ich innerlich stabiler, gefestigter im Moment durchs Leben gehe ... gelassener? Das weiß ich nicht, aber es gibt Manches, was tatsächlich an mir abprallt ... oder auch gar nicht mehr an mich herangetragen wird ... thematisch ...

        Zitat von Filu Beitrag anzeigen
        Meine inneres Gleichgewicht zu finden, kann mich auch in punkto Angst sicherlich ein ganz großes Stück weiterhelfen.
        Wie gesagt, liebe Filu, in punkto ´Angststörungen` kenne ich mich nicht so gut aus. Ich persönlich ´denke` jedoch, dass es immer unterstützend bzw. heilsam ist, bei eventuell vorhandenen Energieblockaden eine derart schmerzlose, sanfte -und dabei noch recht preiswerte- Methode zu erlernen.

        Zitat von Filu Beitrag anzeigen
        Ein Traum wäre es, wenn ich die seelische Veränderung spüren würde.
        ...das wünsche ich Dir von Herzen, liebe Filu

        Viel Spaß und Freude dabei.

        Mit einem lieben Gruß,
        Wilson
        Zuletzt geändert von wilson; 12.07.2009, 19:58. Grund: ergänzt

        Kommentar


          #5
          Hi, Jack Kornfield habe ich ebenfalls! Das ist extrem gut. Selbst NLP-Master empfehlen diese "Meditation für Anfänger". Eigentlich steht alles im Buch und du kannst kaum was falsch machen. Ich lese jeden Tag vor einer Meditationsübung, ein Kapitel aus dem Buch. Die CD brauche ich nicht mehr.

          "Falsch" machen kannst du insofern, wenn du deine kritisch deine Meditation beurteilst, und ohne Plan drauf los meditierst.

          Hier mal eine Übersicht:

          Was ist Meditation?
          Vieles wird als Meditation bezeichnet, was nicht wirklich Meditation ist. Dazu gehören zum Beispiel Visualisierungen und Phantasiereisen, die zwar meditative Übungen sind, jedoch den Kern der Meditation im strengen Sinne nicht treffen.

          Meditation bedeutet
          • ·gegenwärtig, im Hier und Jetzt zu sein - als Beobachter, stiller Zeuge, ohne Bewertung des Geschehens.
          • ·einfach da zu sein - ohne Ziele, Absichten und Aufgaben, etwas tun zu müssen.
          • ·den ständigen Strom der Gedanken zur Ruhe kommen lassen.
          • ·Achtsamkeit und Bewusstheit für den Alltag zu üben.
          • ·annehmen, was im Augenblick ist.
          • ·das Konzept des Ich's zu überschreiten und damit Stille, Leere, Freiheit, Weite, Sein und Frieden zu erfahren.
          • ·üben, Empfindungen, Gefühle und Gedanken bewusst wahrzunehmen.
          • ·in der Stille sich zu öffnen für einen Bewusstseinsraum des Nichtdenkens und Nichtwissens und dadurch in Kontakt kommen mit den Kräften der Intuition, Inspiration und Kreativität. ( Anm. Dieser Bewusstseinsraum wird auch transpersonal oder Überbewusstes genannt )


          Wie meditieren?
          Die wesentlichsten Grundlagen für Meditation sind:
          • ·aufrecht auf Kissen, Bänkchen oder Stuhl mit gerader Wirbelsäule sitzen.
          • ·den Körper möglichst nicht bewegen.
          • ·in der Regel die Aufmerksamkeit auf den eigenen Atem richten.
          • ·beim Bewusstwerden von Gedanken immer wieder zur Wahrnehmung des Atmens zurückkehren.


          Wozu führt regelmäßige Meditation?
          Wer regelmäßig meditiert –

          • ·lebt mehr in der Gegenwart, im Jetzt, anstatt durch zwanghaftes Denken überwiegend in der Vergangenheit bzw. Zukunft zu sein.
          • ·erhält Kraft und Energie aus dem Kontakt mit dem Jetzt.
          • ·wird mit mehr Vertrauen und Gelassenheit den Herausforderungen des Alltags begegnen können.
          • ·wird mit mehr Bewusstheit Entscheidungen treffen und handeln.
          • ·wird nicht nur aus dem Verstand heraus handeln sondern auch intuitiv erkennen, was richtig und stimmig ist (innere Stimme, inneres "Wissen").
          • ·lebt gesünder und mit mehr Freude, weil die Wahrnehmung des augenblicklichen Geschehens durch unsere Sinnesorgane das Genießen der vielen schönen Dinge im Leben steigert oder sogar erst möglich macht.
          • ·kann erfahren, dass es kein 'ich bin dies oder das' mehr gibt, sondern nur noch ein ICH BIN.

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            #6
            Zitat von Chakotay Beitrag anzeigen

            Meditation bedeutet
            • ·gegenwärtig, im Hier und Jetzt zu sein - als Beobachter, stiller Zeuge, ohne Bewertung des Geschehens.
            • ·einfach da zu sein - ohne Ziele, Absichten und Aufgaben, etwas tun zu müssen.
            • ·den ständigen Strom der Gedanken zur Ruhe kommen lassen.
            • ·Achtsamkeit und Bewusstheit für den Alltag zu üben.
            • ·annehmen, was im Augenblick ist.
            • ·das Konzept des Ich's zu überschreiten und damit Stille, Leere, Freiheit, Weite, Sein und Frieden zu erfahren.
            • ·üben, Empfindungen, Gefühle und Gedanken bewusst wahrzunehmen.
            • ·in der Stille sich zu öffnen für einen Bewusstseinsraum des Nichtdenkens und Nichtwissens und dadurch in Kontakt kommen mit den Kräften der Intuition, Inspiration und Kreativität. ( Anm. Dieser Bewusstseinsraum wird auch transpersonal oder Überbewusstes genannt )
            Wie meditieren?
            Die wesentlichsten Grundlagen für Meditation sind:
            • ·aufrecht auf Kissen, Bänkchen oder Stuhl mit gerader Wirbelsäule sitzen.
            • ·den Körper möglichst nicht bewegen.
            Spannend...

            Ich halte mich für "meditations-ungeeignet", jedenfalls nach der allgemein üblichen Definition. (So, wie auch oben zitiert.)

            Die ersten fünf Punkte oben erreiche ich ebenfalls, "das Konzept des Ich's" überschreite ich nicht bewusst; das geschieht - ebenso wie das Öffnen in der Stille - bei mir automatisch, aber...

            ...ich kann es absolut nicht, wenn ich dabei ruhig bleiben und den Körper nicht bewegen soll.

            Gegenwärtig im Hier und Jetzt zu sein, gelingt mir mühelos, wenn ich in der Natur unterwegs bin, oder wenn es Nacht ist und dunkel um mich herum.

            Ich erreiche diesen Zustand nicht, wenn ich mich tagsüber in geschlossenen Räumen bewusst hinsetzen und es versuchen würde.

            Es ist für mich (wenn überhaupt) nur dann möglich, den gleichen Zustand wie beim unterwegs sein draußen zu erreichen, wenn ich entsprechend ruhige Musik höre. Dazu müsste der Raum, in dem ich mich aufhalte, aber schon fast leer sein. Selbst eine unruhige Tapete an der Wand würde mich dann schon stören.

            Liebe Filu,

            abschalten nach einem Arbeitstag gelingt mir dann, wenn ich anschl. mit dem Hund irgendwo im Wald oder zwischen den Feldern herum strolche. Aber auch da geschieht das ja wieder über Bewegung.

            Ich drück Dir die Daumen, daß Du positive Erfahrungen mit der Meditation machen kannst!

            LG
            Spunk

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              #7
              "Wer glaubt, er kann, der kann; wer es nicht glaubt, kann es nicht. Das ist ein unerbittliches unbestreitbares Gesetz."
              Henry Ford


              Um ruhig sitzen zu bleiben, musst du zunächst deinen Glaubenssatz verändern, dass du nicht ruhig sitzen bleiben kannst. Dieses basiert auf deiner Erfahrung und wir halt schwer zu verändern sein. Aber stell dir einfach vor du könntest es 1 Stunde mühelos - was wäre anders?


              Es gibt auch andere Meditationstechniken von Jack Kornfield - wie Meditation beim gehen, Meditation beim Essen. Du kannst auch QiGong porbieren - das ist eine Art Bewegungsmeditation, das zugleich die Energiebahnen öffnet.

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                #8
                Zitat von Chakotay Beitrag anzeigen
                Hi, Jack Kornfield habe ich ebenfalls! Das ist extrem gut. Selbst NLP-Master empfehlen diese "Meditation für Anfänger". Eigentlich steht alles im Buch und du kannst kaum was falsch machen. Ich lese jeden Tag vor einer Meditationsübung, ein Kapitel aus dem Buch. Die CD brauche ich nicht mehr.

                "Falsch" machen kannst du insofern, wenn du deine kritisch deine Meditation beurteilst, und ohne Plan drauf los meditierst.

                Hier mal eine Übersicht:
                (...)
                Hallo Chakotay,

                was für mich nach dem Lesen Deines engagierten Beitrags offen geblieben ist: Wie sehen denn Deine persönlichen Erfahrungen mit Meditationen aus? ... in Anlehnung an Filu`s einleitende Fragen....

                Magst Du darüber mal ein wenig schreiben?

                Grüße von
                Wilson

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                  #9
                  Ich meditiere jeden Morgen seit 3 Wochen, etwa 20 Minuten. Ich arbeite hauptsächlich mit meinen Gefühlen. Ich bin jetzt meine Gefühle auch mehr und viel stärker bewusst! Wenn ihr verliebt seit - kann das die Hölle sein :) - wie bei mir jetzt.

                  Kommentar


                    #10
                    Nach einst sehr intensiver Zeit bnin ich jetzt wieder seid ca. 2 Wochen dabei. Meine Grundstimmung ist auf jeden Fall besser. Ich kenn allerdings auch negative auswirkungen... morgen mehr.

                    Kommentar


                      #11
                      Hallo Chakotay,

                      danke für Deine Hinweise.

                      Hmm... ich mag "unerbittlich, unbestreitbares" nicht besonders. Das fühlt sich für mich sehr eng, begrenzt an. In welchem Zusammenhang hat Henry Ford das gesagt?

                      Du meinst also, wenn ich meinen Glaubenssatz verändere, schaffe ich es, eine Stunde ruhig zu sitzen?

                      Du schreibst weiter, es gibt auch andere Meditationstechniken, wie z. B. Meditation beim Gehen. Wenn es die gibt, und wenn ich mich bei Entspannung in Bewegung wohler fühle, warum sollte ich dann eine Stunde ruhig sitzen?

                      Versteh' mich bitte nicht falsch, ich will hier keine Haare spalten, aber ich bin einfach davon überzeugt, daß sich nicht alles grundsätzlich auf jeden anwenden lässt. Wenn also eine andere Technik ebenfalls zum gewünschten Erfolg führt, ist das für mich vollkommen in Ordnung.

                      Wenn ich eine Stunde lang draußen sitzen und aufs Wasser oder in die Wolken schauen kann, dann hat das für mich einen total entspannenden Effekt. Und das ist es, was mir wichtig ist.

                      LG
                      Spunk

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                        #12
                        Eine weitere Meditation, die du ausführen kannst, ist eine Meditation beim Gehen. Ich empfehle, sich dafür am Anfang etwa 15 bis 20 Minuten Zeit zu nehmen. So entwickelst du ein Gefühl dafür, wie du damit zurechtkommst. Alles, was du brauchst, ist ein Ort, entweder in deiner Wohnung oder irgendwo im Freien, wo du auf einer Länge von ungefähr 20 bis 30 Schritten hin und her gehen kannst. Es ist am besten, diese Übung möglichst immer am gleichen Ort durchzuführen, damit du nicht Von neuen Dingen in der Umgebung abgelenkt wirst. Dies ist kein Naturspaziergang - du wirst dich dabei auf das Gehen konzentrieren und nicht auf das, was um dich herum vorgeht.

                        Das Erste, was du zu tun hast, ist, dich an diesen Platz zu begeben und still zu stehen. Du wirst in dieser Meditation deine Augen offen und leicht nach unten gerichtet halten. Spüre deine Füße auf dem Boden oder auf der Erde. Es spielt keine Rolle, ob du Schuhe anhast oder nicht, spüre einfach die Verbindung mit der Erde. Du kannst die Hände da lassen, wo auch immer es dir am bequemsten ist - die meisten Menschen lassen sie einfach an der Seite herunterhängen. Stelle die Füße in Schulterbreite auseinander.
                        Richte die ganze Aufmerksamkeit darauf, still zu stehen. Mache dir bewusst, welche Art von Körperempfindungen du spürst - wenn du im Freien bist, wirst du vielleicht einen Luftzug spüren, du wirst vielleicht den Duft von Gras oder Blumen in der Luft riechen. Spüre die Empfindungen in den Gliedmaßen, wie zum Beispiel dein Hemd, das dich an den Schultern oder am Ellbogen kratzt, oder die Steifheit oder Verhärtung in Beinen und Füßen.

                        Wenn du diese Meditation beim Gehen durchführst, dann richtest du die Aufmerksamkeit auf den Akt des Gehens, in der gleichen Weise, wie du sie bei der Sitzmeditation auf den Atem gerichtet hast. Beginne damit, das Gewicht langsam auf den linken Fuß zu verlagern. Spüre, wie sich das anfühlt. Jetzt ist das eine Bein steif, schwer und hart; das andere ist locker und unbelastet, und das Knie ist leicht gebeugt. Du kannst dabei sogar die Ferse vom Boden abheben, aber nicht die Zehen. Dann verlagere dein Gewicht langsam auf die andere Seite. Spüre, wie sich das anfühlt.
                        Mache einen winzigen Schritt mit deinem linken Fuß, gerade eben vier bis fünf Zentimeter nach vorne. Achte auf beide Aktivitäten - das Hochheben und das Niedersetzen. Verlagere nun das Gewicht nach vorne auf den linken Fuß. Mache einen winzigen Schritt mit dem rechten Fuß. Hochheben, niedersetzen. Dann spüre, wie dein Gewicht sich wieder zurück zur Mitte verlagert. Es ist dabei ganz besonders wichtig, die Schritte an sich zu spüren - wie sich die Schwere des einen Fußes in Leichtigkeit verwandelt -, und dann die Bewegung in deinem Bein zu spüren, zu spüren, wie es sich senkt

                        und die Fußsohle auf den Boden setzt, und die Verbindung, die es zu ihm herstellt, wenn es steif und schwer wird. Hochheben, niedersetzen. Hochheben, niedersetzen. Es ist ähnlich wie beim Tai Chi oder einem sehr langsamen, achtsamen Tanz. Du kannst auch für dich die Worte »Hochheben« und »Niedersetzen« dazu sprechen, wenn dir das hilft.
                        Wenn du ungefähr 20 Schritte gegangen bist, halte an und sammle dich wieder. Dann drehe dich langsam um, hebe dabei die Füße hoch und setze sie wieder ab. Nun gehst du in der anderen Richtung zurück. Fahre fort, diesen Weg wirklich achtsam hin und her zu gehen, ohne dass du dabei den Autopiloten einschaltest.

                        Wenn du dich dabei ertappst, dass du während des Gehens mit den Gedanken abschweifst, bringe einfach die Aufmerksamkeit zu dem zurück, was du gerade tust. Hochheben, absetzen. Wenn du mit den Gedanken sehr weit abgewandert bist, dann akzeptiere einfach, dass du weit weg warst, sammle dich und dann kehre wieder zum Hochheben und Absetzen zurück.

                        Wenn du stehen bleiben willst, um etwas anzuschauen, dann kannst du stehen bleiben und es anschauen. Sei dir bewusst, dass du etwas siehst - du kannst es sogar benennen als »Sehen, Sehen« oder »Gefallen finden« oder was immer es ist. Wenn du dann genug davon hast, sammle dich wieder und kehre zum Hochheben und Absetzen zurück.
                        Du kannst auch ausprobieren, welche Geschwindigkeit dich am besten in der Gegenwart hält, und du kannst deine Gangart ändern, wenn du müde bist oder mit dem langsamen Gehen nicht so gut zurechtkommst. Du solltest mit der Geschwindigkeit gehen, die dir am besten hilft, ganz aufmerksam zu sein.

                        Die Gehmeditation ist eine ausgesprochen gute Übung sowohl für die Tage, an denen wir besonders ehrgeizig sind, als auch für jene Tage, an denen wir uns leicht ablenken lassen. Wenn du die Aufmerksamkeit darauf richtest, an ein und demselben Ort hin und her zu gehen, dann wird dir ziemlich bald klar, dass es nicht darum geht, irgendwohin zu kommen, sondern da zu bleiben, wo du bereits bist. Und darin liegt natürlich auch das innerste Wesen der Meditation.

                        -----

                        "Nicht nur eine, sondern 100" - Es ist dein Körper der Unruhig ist. Du kannst ihn aber mit deinem Geist kontrollieren. Jedoch nur wenn du es glaubst dass du es schaffst. Vernichte deinen Glaubenssatz ^^
                        Ich weiß doch selbst wie stark der der Einfluss des Geistes sein muss um sich über den Körper hinweck zu setzen - zb bei sexuellem Verlangen - wo es nur sehr schwer ist sich zu enthalten oder aber auch bei Süchten wie Rauchen.

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                          #13
                          Zitat von wilson Beitrag anzeigen
                          Hallo Filu,

                          eigentlich bin ich dazu gekommen wie die Jungfrau zum Kind

                          Über eine lange Phase (= Jahre! ) dachte ich immer: "Eigentlich könntest Du Dich ja mal im Meditieren üben" (Ich ´wußte` immer, dass es mir gutun wird) Beim Vorsatz ist es dann aber immer geblieben *lächel*

                          Bei mir ist es nicht anders. Seit Jahren denke ich mir, Mensch, das musst du mal ausprobieren. Naja, bei den Vorsätzen ist es dann gebieben

                          So würde ich das eigentlich nicht ausdrücken ... ich empfinde es vielmehr als Einklang mit mir selbst ... Schwingung ... wie auch immer man es benennen möchte ...

                          Du hast recht, Wilson. Der Einklag mit sich selbst. Trotz alledem empfinde ich es als Selbstkontrolle. Ich kann damit meinen Alltag beeinflussen, positiv.


                          Ja, das ist auch meine Erfahrung ... die Regelmäßigkeit mit der ich geübt habe, hat mich tiefer reingebracht, stimmt. "Disziplin" *seufz* ist auch so ein Wort, das ich in diesem Zusammenhang nicht so besonders mag ... ich nenne es lieber "strukturiert" *Disziplin im Überfluss in mir selbst schon genug hab ... lächel*

                          Struktur hört sich gut an. Disziplin hat dann schon wirlich etwas mit ich "muss" zu tun. Streichen wir das Wort aus unserem Wortschatz

                          Das finde ich besonders interessant :
                          Auf die Morgen-Meditation habe ich mich von Anfang an immer gefreut ... wohl auch, weil ich einfach eine Art "Morgenmensch" bin ... wache inzwischen ohne Wecker zwischen 5 und 6 Uhr auf ... der Tag ist noch frisch ... alles liegt nach meinem (inzwischen wieder) erholsamen Nachtschlaf und meistens guten Träumen offen vor mir ... viele innere Türen sind einfach noch offen und keine inneren Kanäle verstopft (deshalb mag ich beispielsweise auch kein Radio o.ä. am Morgen) ... ich füttere schnell die Mietzis (geschmust wird später ... aber bis die soweit sind bin ich auch schon fertig mit der Meditation) ... und ziehe mich dann erst einmal wieder zurück ...

                          Ich habe auch eine innere Uhr. Bräuchte rein theoretisch gar keinen Wecker mehr. Ne lass mal lieber, ist mir dann doch zu riskant.
                          Hm...dann muss ich ja noch früher aufstehen, als ich es sonst schon mache. Das wird kritisch


                          Am Abend/für die Nacht hat es mich schon ein wenig mehr "Struktur" gekostet ... diese Verabredung mit mir auch tatsächlich einzuhalten ... die Arbeit dann auch wirklich ruhen zu lassen (nicht erst noch Haushalt machen oder diese oder jenes, was ja angeblich sooo "wichtig" ist )
                          Eigentlich wollte ich die Abend-/Nacht-Meditationen weglassen ... wollte sie "aufgeben" ... aber ich habe festgestellt, dass ich meinen Tagesmüll durch die abendliche Meditation auflösen kann ... ihn nicht mit in die Nacht nehme ... ich dadurch besser/tiefer schlafe und auch schöner träume ...

                          Die Zeit mit sich selber und für sich sollte uns schon wichtiger sein, als das bisschen Haushalt. Wir arbeiten im leben eh schon genug, also soll uns die wenige Zeit mit uns gegönnt sein.

                          Morgens bin ich mit meiner Aufmerksamkeit einfach da, wo ich sein will, bin wach, ruhig und meine Energie fließt (mag blöd klingen ... stimmt aber so für mich) ... leichter ... lebendiger ... ich habe auch das Gefühl, dass innere Widerstände nicht mehr so ein großes Thema sind (der berühmt-berüchtigte Schweinehund ) ... aber ich weiß nicht, ob das eine Folge der Meditation ist oder anderer Entwicklungen, die ich im Augenblick durchlaufe ...

                          och, das hört sich so vielversprechend an, hoffentlich kann ich bald auch so reden.

                          Abends verspüre ich auch "tiefe Erleichterung", die meine natürliche Müdigkeit irgendwie noch verstärkt (sieh´ es mir nach, ich krieg`s grad nicht anders in Worte gepackt *lächel*) und mich in manchen Nächten innerhalb von wenigen Minuten ruhig einschlafen lässt ...

                          das hört sich ebenfalls sehr gut an. Mensch, Wilson. Ich will auch

                          Grundsätzlich habe ich das Gefühl, dass ich innerlich stabiler, gefestigter im Moment durchs Leben gehe ... gelassener? Das weiß ich nicht, aber es gibt Manches, was tatsächlich an mir abprallt ... oder auch gar nicht mehr an mich herangetragen wird ... thematisch ...

                          Genau diese innerliche, stabile Ruhe brauche ich für meinen harten Berufsalltag. Aber ich denke, mit den Jahren und mit der Erfahrung werde ich auch ruhiger. Bin halt noch ein Wirbelwind mit meinen 23 Jahren.
                          Vielen lieben Dank für deine ausführliche Antwort.

                          Einen angenehmen Start in die Woche wünsche ich dir.

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                            #14
                            Zitat von Chakotay Beitrag anzeigen
                            Dies ist kein Naturspaziergang - du wirst dich dabei auf das Gehen konzentrieren und nicht auf das, was um dich herum vorgeht.

                            Das Erste, was du zu tun hast, ist, dich an diesen Platz zu begeben und still zu stehen.

                            ... sondern da zu bleiben, wo du bereits bist. Und darin liegt natürlich auch das innerste Wesen der Meditation.

                            -----

                            "Nicht nur eine, sondern 100" - Es ist dein Körper der Unruhig ist. Du kannst ihn aber mit deinem Geist kontrollieren. Jedoch nur wenn du es glaubst dass du es schaffst. Vernichte deinen Glaubenssatz ^^
                            Ich weiß doch selbst wie stark der der Einfluss des Geistes sein muss um sich über den Körper hinweck zu setzen - zb bei sexuellem Verlangen - wo es nur sehr schwer ist sich zu enthalten oder aber auch bei Süchten wie Rauchen.
                            Wenn ich aufs Wasser schaue oder in die Wolken... bin ich ganz bei mir und völlig entspannt.

                            Ich könnte niemals durch die Natur gehen, ohne sie wahrzunehmen.

                            Es ist mein Geist, der unruhig ist. Wenn ich es also nicht schaffe, beide zu kontrollieren, liegt das daran, daß ich einfach nicht daran glaube?

                            Diese Aussage habe ich von der Lehrerin meines jüngsten Sohnes in der Form auch schon mal gehört... der Kinderarzt war anderer Meinung.

                            "Vernichte Deinen Glaubenssatz..." Auf Aussagen in der Form reagiere ich höchst allergisch.

                            Warum sollte ich enthaltsam sein? Ich möchte mich über sexuelles Verlangen nicht hinweg setzen, sondern es genießen.

                            Ich danke Dir für Deine Erklärungen, stelle aber fest, daß wir nicht auf einer Wellenlänge sind. Kein Beinbruch, nur unterschiedliche Sichtweisen.

                            Werde mich jetzt mit der letzten Zigarette für heute verabschieden, noch einen Kaffee kochen und mich dann schlafen legen.

                            LG
                            Spunk

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                              #15
                              Hallo Chakotay,

                              erst einmal herzlich Willkommen im Forum. Ich wünsche dir, dass du dich hier wohlfühlen kannst


                              Zitat von Chakotay Beitrag anzeigen
                              Hi, Jack Kornfield habe ich ebenfalls! Das ist extrem gut. Selbst NLP-Master empfehlen diese "Meditation für Anfänger". Eigentlich steht alles im Buch und du kannst kaum was falsch machen. Ich lese jeden Tag vor einer Meditationsübung, ein Kapitel aus dem Buch. Die CD brauche ich nicht mehr.

                              Verstehe ich dich richtig, dass du meditierst ohne die Begleitmusik?? Geht das besser?

                              "Falsch" machen kannst du insofern, wenn du deine kritisch deine Meditation beurteilst, und ohne Plan drauf los meditierst.

                              Wenn ich kritisch gegenüber der Mediation gegenüberstehen würde, dann würde ich es nicht machen.

                              Hier mal eine Übersicht:

                              Was ist Meditation?
                              Vieles wird als Meditation bezeichnet, was nicht wirklich Meditation ist. Dazu gehören zum Beispiel Visualisierungen und Phantasiereisen, die zwar meditative Übungen sind, jedoch den Kern der Meditation im strengen Sinne nicht treffen.

                              Meditation bedeutet
                              • ·gegenwärtig, im Hier und Jetzt zu sein - als Beobachter, stiller Zeuge, ohne Bewertung des Geschehens.
                              • ·einfach da zu sein - ohne Ziele, Absichten und Aufgaben, etwas tun zu müssen.
                              • ·den ständigen Strom der Gedanken zur Ruhe kommen lassen.
                              • ·Achtsamkeit und Bewusstheit für den Alltag zu üben.
                              • ·annehmen, was im Augenblick ist.
                              • ·das Konzept des Ich's zu überschreiten und damit Stille, Leere, Freiheit, Weite, Sein und Frieden zu erfahren.
                              • ·üben, Empfindungen, Gefühle und Gedanken bewusst wahrzunehmen.
                              • ·in der Stille sich zu öffnen für einen Bewusstseinsraum des Nichtdenkens und Nichtwissens und dadurch in Kontakt kommen mit den Kräften der Intuition, Inspiration und Kreativität. ( Anm. Dieser Bewusstseinsraum wird auch transpersonal oder Überbewusstes genannt )


                              Wie meditieren?
                              Die wesentlichsten Grundlagen für Meditation sind:
                              • ·aufrecht auf Kissen, Bänkchen oder Stuhl mit gerader Wirbelsäule sitzen.
                              • ·den Körper möglichst nicht bewegen.
                              • ·in der Regel die Aufmerksamkeit auf den eigenen Atem richten.
                              • ·beim Bewusstwerden von Gedanken immer wieder zur Wahrnehmung des Atmens zurückkehren.


                              Wozu führt regelmäßige Meditation?
                              Wer regelmäßig meditiert –

                              • ·lebt mehr in der Gegenwart, im Jetzt, anstatt durch zwanghaftes Denken überwiegend in der Vergangenheit bzw. Zukunft zu sein.
                              • ·erhält Kraft und Energie aus dem Kontakt mit dem Jetzt.
                              • ·wird mit mehr Vertrauen und Gelassenheit den Herausforderungen des Alltags begegnen können.
                              • ·wird mit mehr Bewusstheit Entscheidungen treffen und handeln.
                              • ·wird nicht nur aus dem Verstand heraus handeln sondern auch intuitiv erkennen, was richtig und stimmig ist (innere Stimme, inneres "Wissen").
                              • ·lebt gesünder und mit mehr Freude, weil die Wahrnehmung des augenblicklichen Geschehens durch unsere Sinnesorgane das Genießen der vielen schönen Dinge im Leben steigert oder sogar erst möglich macht.
                              • ·kann erfahren, dass es kein 'ich bin dies oder das' mehr gibt, sondern nur noch ein ICH BIN.
                              Ich danke dir für die nette Übersicht.

                              LG
                              Filu

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